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Borsari Arte – der Künste zweiter Teil.

Geschrieben in Aquatisches, Blüten, Duft, Fruchtiges, Hesperiden am 5.05.2010

Heute geht es weiter mit der Borsari Arte Kollektion, aus der ich bereits gestern Rosa e Pepe sowie Neroli, Bamboo et Fior di Loto vorgestellt hatte. Weiter geht es nun mit Boccioli d’Arancio e Zenzero, Lemongrass e Cassis sowie Lampone, Fior di Melo e Semi di Cacao.

Boccioli d’Arancio e Zenzero – Orangenblüte und Ingwer, das verspricht meines Erachtens nach eigentlich schon ziemlich genau das, was der Duft dann auch hält: Meine Vorstellung ging in Richtung einer hübschen Orangenblüte mit sanfter Nektarsüße samt fruchtig-herben Ingwers, eine angenehme Balance bildend. Genau das darf man auch von BdAeZ erwarten. Frische Hesperiden samt einer saftigen Mandarine in der Kopfnote, welche alsbald von den Blüten des Herzens eingeholt werden: Zart vernehmbares Alpenveilchen, dezenter (!) Jasmin und Orangenblüte, übermutig (honig)süß-fruchtig wie eh und je, auf einem Bett von Moschus, Zedern- und Sandelholz, welches dem Duft ein sauberes, warmes Lager verleiht.

Ich gestehe – ich habe ein Herz für manche Neroli- und Orangenblütendüfte. Für den hier auch. Nichts ausgefallenes, aber schlicht und einfach schön. Ein Gute-Laune-Duft.

Lemongrass e Cassis wird sicher viele Freunde finden: Ein herb-frisch-säuerliches Früchtchen, herrlich bei Hitze. In der Kopfnote zitrisch mit Bergamotte und Grapefruit, welche von Pfirsich und schwarzer Johannisbeere flankiert werden. Im Herzen sorgen Rose, Pfingstrose und zurückhaltender Jasmin für florale Anklänge, Zitronengras für ein wenig herbe Hesperidenexotik. Die Basis wärmt auch diesen Duft ein wenig auf mit den üblichen Verdächtigen – in diesem Falle Sandelholz, Moschus und Vanille.

Lampone, Fior di Melo e Semi di Cacao ist einer jener Düfte, von denen ich eigentlich gedacht hätte, sie würden annähernd spurlos an mir vorüberziehen – falsch. Irgendeinen Narren habe ich an diesem Düftchen gefressen, obgleich er so gar nicht in mein sonstiges Beuteschema passen mag… Anfangs sind leicht aquatische Tendenzen bemerkbar, welche wohl von der Freesie stammen und von zitrisch-spritziger Limette begleitet werden. Sehr bald heben sich Apfelnoten hervor, sauber-frisch-fruchtig und, ja, ein wenig künstlich. Aber – nicht störend künstlich, Apfel eben, grüner, flankiert von reifer Himbeere. Diese senken sich alsbald im Duo auf ein weiches Lager, das allem voran Noten von pudrig-süßem dunklem Kakao offeriert, untermalt von floral-betörenden Anklängen durch Jasmin – der alte Verführer – und Lilie sowie Ambra, Moschus und Zedernholz.

Im Duftverlauf sind eine ganze Zeit genau jene Zutaten präsent und dominant, die der Name bereits schon preisgegeben hat: Himbeere, Apfel(blüte) und Kakao. Und das harmoniert dermaßen gut: Die Ambivalenz der Himbeere, ihrer Süße und gleichzeitigen Säuerlichkeit samt grünem Apfel in sauberer (! – sehr wahrnehmbar), frischer Fruchtigkeit, kontrastiert durch die Pudrigkeit des dunklen Kakaostaubs – ich finde den Duft einfach nur lecker und mag seine fruchtige Sauberkeit.

Die Ingredienzen:
Boccioli d’Arancio e Zenzero: Kopfnote: Limette, Mandarine, Petitgrain; Herznote: Alpenveilchen, Orangenblüte, Jasmin, Apfel; Basisnote: Moschus, Zedernholz, Sandelholz.
Lemongrass e Cassis: Kopfnote: Bergamotte, Schwarze Johannisbeere, Grapefruit, Pfirsich; Herznote: Maiglöckchen, Rose, Jasmin, Pfingstrose, Zitronengras; Basisnote: Moschus, Sandelholz, Vanille.
Lampone, Fior di Melo e Semi de Cacao: Kopfnote: Freesie, Apfelblüte, Limette; Herznote: Jasmin, Lilie, Himbeere, Kakao; Basisnote: weißer Moschus, Ambra, Zedernholz.

Jetzt heißt es für Euch weiter am Ball bleiben, morgen folgen die letzten drei Borsaris aus der Arte-Kollektion. Bis dahin alles Gute und einen schönen Tag Euch,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Blackcurrant von Pasi Widgren via stockxchng – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Geschrieben in Aquatisches, Duft, Solifloral am 4.05.2010

Manchmal ist weniger mehr – das wußte schon Ludwig Mies van der Rohe, seines Zeichens Bauhauspionier, dem dieser Spruch aller Wahrscheinlichkeit nach zuzuschreiben ist. Das trifft auch auf so manches Cologne zu wie ich finde. Colognes sind vor allem im Sommer präferiertes Duftgewand für mich, sind sie naturaliter doch bereits leicht, transparent, nicht allzu konzentriert, ein bißchen flüchtig, was dazu führt, daß ich sie mir gerne gleich literweise über den Körper leere, den angenehmen Nebeneffekt der Erfrischung voll ausschöpfend.

Deshalb kann man auch nicht genug gute Colognes für den Sommer zu Hause stehen haben. Preislich sind sie des öfteren auch eine willkommene Abwechslung für den Geldbeutel – sind doch viele in attraktiven finanziellen Gefilden angesiedelt.

Das trifft auch auf die neue Borsari Arte Kollektion zu, die ich bereits in meinem Megabericht zur Global Art of Perfumes lobend erwähnte. Warum? Weil ich ehrlich ziemlich positiv beeindruckt bin. Mir gefällt die Linie sehr. Endlich mal jemand, der nicht versucht, den superausgefallenen, völlig anderen Luxusduft in limitierter Version für hunderte Euros an den Mann oder besser: die Frau zu bringen – nein. Nicht, daß ich was gegen gut gemachte Düfte hätte, die dann auch gerne mal ein wenig teurer sein dürfen. Aber – mich beeindruckt die unprätentiöse Darstellung sowie auch Lancierung betreffs des Preises, die Borsari 1870 mit ihrer Arte Kollektion gewählt haben.

Knapp 65 Euro. Das ist ein Wort. Für 100 ml in einem wirklich sehr schönen, absolut zeitlosen Flakon, welcher sich jeweils in einer ansprechenden, ein wenig an eine Schmuckschatulle erinnernden Kartonumverpackung präsentiert. Und, das kann ich schon vorab verraten: Diese Kollektion ist durchgängig qualitativ, sie enthält keine Ausreißer nach unten oder gar (Total)Ausfälle. Darüber hinaus: Auf mich machen die Düfte allesamt – und ich habe jeden einzelnen auf der Haut getestet – einen für Cologneverhältnisse doch sehr haltbaren Eindruck. Ganz abgesehen davon, daß ein paar, zum Teil auch für mich ganz untypische, in mir bereits erste Haben-Wolle-Reflexe auslösten, was nicht nur am bereits (auf)keimenden Frühling liegt…

Die Borsari Arte Kollektion ist ehrlich – es sind keine hochkomplexen Düfte, das sei vorweggenommen, das war aber auch gar nicht der Plan. Es sind feine nette Colognes, die sich thematisch um ein Paar, teils auch: paar Ingredienzen drehen, die meist schon im Namen enthalten sind. Ich werde Euch alle acht vorstellen im Laufe der nächsten Tage, darüber hinaus wird noch ein anderer Duft Erwähnung finden, der unbedingt auch mit hierher gehört: Borsaris Klassiker, Violetta di Parma.

Heute möchte ich beginnen mit Rosa e Pepe und Neroli, Bamboo et Fior di Loto.

Rosa e Pepe, der Name sagt es schon, ist ein Rosenduft, akzentuiert durch Pfeffer – unter anderem. Frisch aufgesprüht zeigt sich Rosa e Pepe direkt von seiner jugendlichen Seite: Aquatisch-wässrige Noten umgarnen die Hauptprotagonistin, die Rose, welche fruchtiger Natur ist. Pfeffer kreiert dezente Kontraste, während im Laufe des Duftes dieser dank der weichen Basis an Wärme und sogar ein wenig Würze gewinnt und sich zu Ende von seiner kuscheligen Seite zeigt.

Eine unkomplizierte, junge fruchtige Rose mit aquatischer Tendenz und softem Ausklang – das dürfte meines Erachtens nach vielen gefallen.

Ein weiterer aquatischer Kandidat ist Neroli, Bamboo et Fior di Loto. Während das pfeffrige Röschen nur leichte Tendenzen dieser Richtung besaß ist jenerwelcher, sehr wahrscheinlich asiatisch inspiriert, diesbezüglich ganz in seinem Element: In der Kopfnote noch ein wenig hesperidisch geprägt, ist er im Herzen eine reinste Meerjungfrau ;) Pfingstrose und Lotosblüte, beides wässrig wirkende Blǘten, sorgen für die durchgängig aquatisch-florale Stimmung, die von herber Bambusfrische ergänzt werden. Die Basis sorgt auch hier wieder für ein wenig holzige Wärme, allerdings eher trockener Natur. Obgleich ein wenig Fruchtsüße durch Neroli vorhanden ist und in der Basis sich sowohl Ambra als auch Sandelholz tummeln ist Neroli, Bamboo et Fior di Loto kein wirklich süßer Duft – ich kann ihn mir insofern als frischen Floralen mit Herbe sehr gut an Trägern beiderlei Geschlechts vorstellen.

Die Ingredienzen der beiden:
Rosa e Pepe: Kopfnote: rosa Pfeffer, Mandarine, Freesie; Herznote: Rose, Lilie; Basisnote: Sandelholz, Moschus, Vanilleblüte.
Neroli, Bamboo et Fior di Loto: Kopfnote: Orangenblüte, Bergamotte, Bambus; Herznote: Pfingstrose, Lotosblüte; Basisnote: Moschus, Ambra, Sandelholz.

Morgen geht es weiter meine Damen und Herren – bis dahin genießt den Tag!

Mit den allerbesten Wünschen und Grüßen,

Eure Ulrike.

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Where the wild roses grow…

Geschrieben in Aquatisches, Blüten, Duft, Solifloral am 26.11.2009

Nach der Secret de Rose-Rezension von gestern ist auch heute die Rose wieder zentrales Moment: Wie letzte Woche versprochen rezensiere ich in loser Abfolge einen Großteil der Byredo-Düfte, deren Kollektion meine Aufmerksamkeit und Anerkennung in letzter Zeit in ganz besonderem Maße auf sich zog. Beginnen möchte ich mit der Rose Noir.

Hier haben wir sie also wieder, die schwarze Rose als Motiv. Byredo selbst beschreiben sie als das klassische Symbol der Liebe und Hingabe, welches mit Rose Noir ein „Update” erfährt: Eine traditionell in der Parfumherstellung verwendete Rose, die berühmte Damaszener Rose, ist in Rose Noir zeitgemäß und durch die „Verdunklung” ihres Charakters eindrucksvoll(er) umgesetzt.

Rose und Finsternis, dunkle Rosen – jaja, ich weiß ganz genau, welche Assoziationen diese Beschreibungen bei einigen von Euch wecken: Eine düstere Gewürzrose, vielleicht auch, dem Zeitgeist geschuldet, mit ein bißchen Oud verziert… Da gibt es ja schon einiges, angefangen bei Czech & Speakes legendärer Dark Rose, lange vergriffen und mittlerweile reformuliert wieder erhältlich, die Rosenriege von Montale oder auch Eau d’Italies Paestum Rose.

Hermès Rose IkebanaRosen und ich, das ist, nebenbei bemerkt, keine einfache Liebesgeschichte. Es war mit uns die Liebe auf den zweiten, vielleicht auch eher auf den fünften Blick. Lange Jahre fand ich Rosen lediglich im Freien und in der Vase schön, vor allem im Sommer, kaufe ich doch jedes Jahr zwischen April und September wöchentlich handgezogene Rosen bei einem alten, Knickerbocker-tragenden Herrn auf dem Markt – auch eine ganz spezielle Geschichte, die aber jetzt nicht hierher gehört. Nun – irgendwann hat es wohl „Klick” gemacht und die olfaktorischen Rosen hielten ebenfalls Einzug bei mir. Etliche Dunkelrosen, von denen es wahrlich schöne Exemplare gibt, genauso wie einige frische Düfte wie zum Beispiel die Rose Ikebana von Hermès aus der Hermessence-Kollektion, die mich mit ihren Rhabarbernoten immer an die Idylle eines Carl-Larsson-Gemäldes erinnert: Spätsommer, Familie, Felder, Schweden, bald Erntedank – fragt mich nicht, wieso…

Aber – ich schweife ab. Mein Thema war die schwarze Rose von Byredo. Deshalb zuerst deren Ingredienzen: Kopfnote: Grapefruit, Freesie; Herznote: Damaszener Rose, Basisnote: Zibet, Moos, Moschus.

In den ersten Augenblicken präsentiert sich Rose Noir zitrisch frisch und herb, wird jedoch alsbald von fruchtigen Akzenten ergänzt. Hat sich der Auftakt ein wenig gelegt, tritt schon die Rose ins Bild, jedoch noch nicht ansatzweise dunkel, sondern viel eher aquatisch-floral. Die Kopfnote gibt der Rose eine wässrig-florale Färbung, die den Duft hell und luzide erscheinen läßt. Das wahrhaft faszinierende ist, daß der Duft während seines Verlaufs eine echte Metamorphose durchläuft, bei der er den Träger immer zugegen sein läßt: Ist die Rose Noir am Anfang noch unschuldig, entwickelt sie durch die ins Spiel sich drängenden Basisnoten, Zibet und Moos, eine durchdringende Intensität. Einst annähernd transparent, wird sie – ich präferiere im Gegensatz zu Byredo, die sie als „decadent and dirty” bezeichneten – den Begriff des mmmmh, sündig Werdens? Sie wird dunkler, allerdings niemals düster, und birgt neben animalischen Untertönen auch leichte Chyprenoten.

Byredos Rose Noir ist eine wie keine. Ob man nun bereits einen oder zig Rosendüften sein eigen nennt – einen Test ist sie allemal wert. Sie besitzt die gleiche Originalität wie so gut wie alle Düfte der Kollektion und ich empfinde sie aufgrund ihrer Ambivalenz als sehr beeindruckend. Vielleicht rührt auch daher meine Assoziation, die ich Euch nicht vorenthalten mag: Mich hat Rose Noir, die für mich in weiten Zügen melancholisch anmutet, an das bereits einige Jahre alte, aber virtuose Duett von Nick Cave und Kylie Minogue erinnert – „Where the wild roses grow”.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Gestrandet…

Geschrieben in Aquatisches, Duft, Holziges, Krautiges am 30.05.2008

… ist nun die erste Assoziation zum Thema Fernwehdüfte: Ein Duft nach Meer, nach Wasser und Strand ist für viele ein Muss im Sommer. Ein Grund, sich mal wieder einen Überblick zu verschaffen, was für olfaktorische Meere einem zur Verfügung stehen ;)

Beginnen möchte ich hier mit einem Klassiker: Creeds Erolfa. Ursprünglich der Willkommensduft in den Kabinen der Titanic, schlummern vom Original vermutlich noch etliche Flakons auf dem Meeresgrund. Olivier Creed lancierte den Duft über 80 Jahre später neu und benannte ihn zu Ehren seiner Familie nach den ersten Buchstaben seines Sohnes Erwin, seiner Tochter Olivia und seiner Frau Fabienne.

Ingredienzen: Kopfnote: Marinealgen, Seetangextrakt, Bergamotte; Herznote: Basilikum. Rosmarin, Koriander, Jasmin, Honigmelone, Orange, Mandarine, Limone; Basisnote: Zedernholz, Ambergris, Sandelholz

Erolfa beginnt sehr grün, der Auftakt ist geprägt durch die Kräuternoten von Rosmarin und Basilikum, die allerdings sehr schnell ergänzt werden durch leicht aquatische Noten und Hesperidenanklänge. Mit der Zeit festigt sich diese Meernote und gewinnt an Tiefe und Charakter durch hölzerne Nuancen.

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Parfums d’Imperfiction von Konstantin Mihov – exklusiv bei “…aus Liebe zum Duft!”
Duftverzeichnis L – Z
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