Es ist mal wieder an der Zeit…
… für Neuigkeiten meine Lieben! Zwar schnarchen noch diverse Hersteller wie man meinen mag in der Sommerpause – in mediterranen Gefilden passiert ja im August eh nichts –, dafür bahnen sich schon weitere Herbstneuheiten an, die ich Euch natürlich mitteilen mag.
Bulgari, neben Hermès meines Erachtens nach immer eines der interessantesten „Mainstream“-Labels, weil sie sich eigentlich nur große Namen leisten was Parfumeure angeht, launcht im September einen neuen Herrenduft, schlicht Bulgari Man genannt.
Als Aushängeschild dient Clive Owen, der bereits 2007 das Gesicht für Lancômes Hypnôse for Men war. Bulgari Man wird beschrieben als ein heller, holzig-orientalischer Duft, der einem neuen Männlichkeitsideal huldig [was sonst]. Entwickelt wurde der Duft von Alberto Morillas, die Ingredienzen werden angegeben mit Bergamotte, Lotosblüte, Birne, Veilchenblätter, Benzoeharz, helle Hölzer, Honig und einem speziellen Ambra aus der Firmenich-Aromaschmiede Eine Ergänzung zum bisherigen Männerportfolio soll es sein zu dem eher klassischen Pour Homme und dem sportlichen Acqua, wie man aus dem Hause Bulgari über WWD verlauten ließ. Hört sich ja gar nicht schlecht an… Folgend ein Video zur Produktbeweihräucherung einführung auf der Mailänder Fashion Week sowie ein Interview im Esquire-Blog hier.
Das Haus Acqua di Parma erweitert seine Colognes dieser Tage umm eine Nummer vier: Nach Colonia, Colonia Assoluta und Colonia Intensa kommt jetzt Colonia Essenza, eine Variation eines älteren Duftes von 1916. Im typischen Flakon, diesmal aber in edlem schwarz [soo schön!] wird Colonia Essenza im August lanciert, das heißt nach der Sommerpause dürfte er auch in unseren Gefilden eintreffen. Die Ingredienzen: Zitrone, Bergamotte, Mandarine, Orange, Grapefruit, Petitgrain, Neroli, Rosmarin, Gewürznelke, Maiglöckchen, Rose, Jasmin, Patchouli, Vetiver, weißer Moschus, Ambra.
Jo Malone, die uns dieses Jahr eigentlich noch mit der Cologne Intense Collection – siehe hier – sowie mit einem Birnen-Fresien-Duft – siehe hier – beehren wollte, beschert uns vorab (oder gleichzeitig?) noch einen anderen Duft im September, passend zum Auftakt in den Herbst (haben wir den nicht jetzt schon?): Vanille Anise. Ein „Ausflug in die florale Landschaft Madagaskars“ soll der Duft laut eigenem Bekunden sein und den Moment des Blühens der raren Vanilleorchidee einfangen. Dies soll ihm mit folgenden Ingredienzen gelingen: Bergamotte, Neroli, Sternanis, Frangipani, Gewürze, Vetiver, Ambra, Nelke, Vanille. Im Ami-Blog Bois de Jasmin kann man schon eine kurze Rezension nachlesen – hier.
L’Occitane hat neben dem neuen limitierten Duft Calanques, den ich schon erwähnte, noch eine weitere Offerte für uns, nämlich Verbena Summer Secret, ebenfalls limitiert und eine Spezialedition, ergo eine Variation des althergebrachten Verbenaduftes. Als Ingredienzen sind angegeben: Verbena, Minze, Basilikum, grüner Apfel, Anis, Zedernholz und Moschus.
Creed haben soeben einen neuen Mann auf den Markt geworfen: Aventus heißt der Herrenduft, der all jenen Eigenschaften Tribut zollen soll, die zu einem echten Kerl dazugehören: Stärke, Kraft, Visionen und Erfolg. Insofern wundert es nicht, daß sich Aventus durch einen Eroberer, einen großen historischen beeinflußt sieht:
„Creed Aventus is inspired by the dramatic life of an historic emperor who waged war, peace and romance on terms he set, riding on horseback to victory.“
Hach, da schmilze ich gleich dahin – wie im übrigen auch die New York Times, welche am 26.07.10 folgendes zu Aventus bemerkte:
“This mesmerizing mix of bergamot, apple and pineapple perched on wood and oakmoss is evanescent and summery, so chill it, and deploy it quickly.”
Wir dürfen gespannt sein. Die Ingredienzen: Schwarze Johannisbeere, Bergamotte, Apfel, Ananas, Rose, Birke, Jasmin, Patchouli, Moschus, Eichenmoos, Ambra und Vanille.
Der nach dem nordischen Göttervater Odin benannte New Yorker Lifestylestore launcht seinen vierten Streich, Odin No. 4 Petrana: Inspiriert von einer jordanischen Wüstenlandschaft mit blühender schwarzer Iris, Veilchenblättern, Koriander, rosa Pfeffer und schwarzer Johannisbeere sowie Heliotrop, weißem Moschus und Vetiver hört sich das doch äußerst vielversprechend an… Entwickelt wurde Petrana von Jean-Claude Delville.
Die Parfumeurin Ineke Rühland lanciert im September den siebten Duft ihrer Alphabetkollektion. Jener hört auf den Namen Gilded Lily, was auf die Shakespearsche Phrase „gilding the lily“ im King John zurückgeht. Rühland, immer kunst- und literaturinteressiert, sieht hier eine Entsprechung zum Parfumeurshandwerk, da diese ebenfalls beständig bestrebt sind, die Schönheit der Natur auszudrücken und auszuschmücken. Gilded Lily trägt im Herzen die Lilie Lilium Auratum, die ursprünglich aus Japan stammt und dort Yamayuri genannt wird, was in etwa Berglilie heißt. Der Duft ist wohl ein fruchtiger Chypre mit Noten von Ananas und Rhabarber, jener Lilie, Patchouli, Ambra und Eichenmoos.
Und zu guter Letzt noch Neuigkeiten von einem Altbekannten, von Herrn Tauer aus der benachbarten Schweiz: Herr Tauer hat einiges für uns in petto, nämlich einerseits einen Maiglöckchenduft, einen grünfloralen namens Carillon Pour un Ange, welchen es momentan nur exklusiv in den Staaten gibt, der aber Anfang nächsten Jahres auch zu uns kommt. Darüber hinaus wird es im Herbst noch zwei weitere Düfte aus der Feder Phiole des Wunderknaben geben: No. 10, Une Rose Vermeille – ab Oktober international erhältlich in der (neuen) 30ml-Größe, darüber hinaus gibt es wenig später die No. 12, Eau d’Épices in der 50ml-Größe, den Herr Tauer auf der Pitti Imagine in Florenz erstmalig präsentieren wird. Sobald nähere Informationen zu den beiden Schmankerl vorliegen, reiche ich die natürlich nach!
Viele liebe Grüße,
Eure Ulrike.
















Springen wir doch mal rüber zu den Angelsachsen: Jo Malone wird im August ihre neue Cologne Intense Collection herausbringen, die allesamt von der Parfumeurin Christine Nagel geschaffen wurden. Inspiriert wurden die Düfte von der „großen Tradition” sowie den „Ingredienzen des Mittleren Ostens”. „Two florals, one spicy and one woody scent”, ergo zwei florale, ein (ge)würziger und ein holziger Duft sollen es sein, und zwar folgende:
Bertrand Duchaufour ist natürlich auch mal wieder mit dabei, der Umtriebige, seines Zeichens (mittlerweile) Hausparfumeur von L’Artisan Parfumeur. Für ebenjene hat er uns einen Tuberosenduft kreiert, Nuit de Tubéreuse, ein „Parfum für aufregende Sommernächte in Paris”: Eine aufregende, sinnliche und zeitgenössische Tuberose soll es sein, als deren Ingredienzen die folgenden angegeben werden: Kopfnote: rosa Pfeffer, Angelika/Engelwurz, Kaskarillabaum, Mandarine, ; Herznote: Ylang-Ylang, Orangenblüte, Mango, Tuberose, Rose, Ginster; Basisnote: Nelke, Hölzer, Sandelholz, Labdanum, Moschus.
L’Occitane wartet im Zuge der Veröffentlichung seiner neuen Peony-Makeup-Kollektion natürlich auch mit einem, richtig: Pfingstrosenduft auf. Paeonia genannt, ist inspiriert durch die Idee eines morgendlichen Gartens voller (blühender) Pfingstrosen. Ich liebe ja Pfingstrosen – es gibt viel zu wenige Düfte dazu. Vielleicht wird dieser etwas? Die Ingredienzen: Pampelmuse, Bergamotte, Pfingstrose, Rose, Sandelholz, weißer Moschus.
Honoré des Prés, das „Ökolabel”, lancieren drei neue Düfte, wiederum erschaffen von Olivia Giacobetti: Vamp à N.Y., ein Tuberosenduft (das Thema läßt uns diese Saison nicht los!), I love les carottes mit Karottenblüten, Orange, Vanille und Irisbutter sowie Love Coco, ein Gourmandkandidat mit Milch, Kokosnuss und Korianderblättern. Erneut sind alle Düfte aus garantiert natürlichen Essenzen.
Die Italiener Il Profumo veröffentlichen dieser Tage einen neuen Duft namens Nuda. Inspiration für diesen Duft ist der Geruch der Haut einer Frau im Stadium der – Ekstase meine Lieben, ja genau. Wenn mich meine Sprachkenntnisse nicht trügen, ist Nuda laut Il Profumos Bekunden der Poet unter den verführerisch-sensiblen Düften und trägt sich wie eine zweite Haut. Als olfaktorische Familie werden die holzig-fruchtigen Moschusdüfte genannt.
Frau Kawakubo von Comme des Garçons ist wie Herr Duchaufour ebenfalls ubiquitär: Es wimmelt nur so von Kooperationen – sie als sprühender Genius steht wohl selten still… Dieses Mal ist es eine Kooperation mit dem Designer, Künstler und Landsmann Jun Takahashi. Zwei Düfte sind es, benannt nach Takahashis Label Undercover: Undercover Holygrace und Undercover Holygrapie. Takahashi ist als Künstler unter anderem bekannt für seine immer sehr ambivalenten Puppen(figuren), denen häufig Gegensätze wie Schönheit, Hässlichkeit und Terror innewohnen (sollen). Sein Modelabel Undercover ist typisch japanisch, wenn man das so sagen kann und mag – Dekonstruktion war und ist ein großes Thema, ansonsten sieht man puristische, ausgefallene und häufig radikale Entwürfe in gedeckten (Un)Farben. Soweit so gut – was die Düfte angeht, ist Holygrace „along the lines” von Eleganz, Seife, Frische und Gift [sic!] kreiert und Holygrapie soll den Duft von Babies, Liebenswürdigkeit und Sensibilität reflektieren. Die Namen der Düfte stammen von den Mother Grace und Child Grace-Puppen – einige kann man hier in diesem Blogartikel von dem Launch der Düfte betrachten.
Ingredienzen Holygrace: Kopfnote: Bergamotte, Ingwer, rosa Pfeffer, Kardamom; Herznote: Jasmin, Weihrauch, Piment, Basisnote: Ambra, Vetiver, Vanille, Styrax.
Und wie es der Zufall will (Ist es ein Zufall?) bringt die Beauty-Kollektion Mugler dieses Jahr eine große Make-up-Kollektion auf den Markt, bleibt die Frage: Profitiert Mugler Beauty vom aufgehenden Stern des Mode-Labels, oder nutzt der Keimling in den Herzen der Fashionistas die Beauty-Range als Nährboden, um dieses Jahr endlich wieder zu voller Blüte zu kommen. Egal, wer wen befruchtet, der Fahrplan für 2010 ist großartig ausgearbeitet und sorgt sicherlich für starke Medien-Präsenz. Und ganz nebenher ist es der perfekte Moment für alle, sich endgültig in Thierrys wunderbare Welt der Metamorphose zu verlieben. Denn 2010 bringt Mugler gleich vier wunderbare Kollektionen, auf die ich bereits eine Preview erhaschen durfte. Den Auftakt macht im März die sogenannte „Blue Collection”. Im Zentrum steht (Ach was) die Farbe Blau. Eine wahre Farbexplosion, die sicherlich ein bisschen Mut erfordert, aber diesen Anspruch hatte Muglers arbeit ja schon immer.
Der dazu passende Lidschatten „Regard Stellaire Blue Rhapsody” bietet eine Palette verschiedener blau-Schattierungen. Zuerst die Grundierung in „Icy Blue” auf das gesamte Lid auftragen (bis direkt unter die Augenbrauen!) und dann nach Herzenslust mit den anderen Nuancen experimentieren. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem strahlenden Türkis in den inneren Augenwinkeln? Oder das kräftige „City Night Blue” in Bananenform über dem beweglichen Lid – entfalten Sie ihre eigene, spielerische Kreativität, die Farben harmonieren in jedem fall perfekt miteinander, lassen den Blick strahlen und halten besonders lange (ein Benefit, den übrigens alle Mugler-Beauty-Produkte haben: sie halten wirklich wischfest über viele Stunden).
Was bleibt als Fazit zu sagen? Dass Versus und Mugler wieder da sind, und man aufmerksam ihren Kurs verfolgen sollte, denn diese beiden Labels werden tonangebend mitspielen in der ersten Liga der Mode-Welt. Und dass Parfum und Make-up der beiden Häuser ihrer Zeit voraus sind, wie es sich für Trendsetter nun mal gehört. Also verschlafen Sie nicht die Wiedergeburt, hüllen sie Ihren Körper in den violetten Duft von Versus (von dem es übrigens auch eine sehr süße Badelinie geben wird) und tauchen Sie ihren Teint in leuchtendes Blau. Zwei Farben, die dieses Frühjahr den Ton angeben werden.