Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

TEER, SEIFENBLASEN, PLASTIKTIERE oder ein Stauduft

Geschrieben in Duft,Krautiges am 28.02.2012

Ganz ehrlich? Ich war derartig neugierig auf „Tar“, dass heute sofort dieser Duft nachgeschoben werden musste. Die Kollegen „Garage“ und „Skai“ aus der Series 6: Synthetic von Comme des Garçons waren meines Erachtens absolute Kracher und das volle Programm Kopfkino!

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Tar erweist sich als bislang komplexester Duft aus dieser Reihe. Angekündigt wird er mit einem Bild, das sicher jedem von uns in irgendeiner Form bekannt vorkommt:

Tar von Comme des Garçons entführt Sie in einen Stau an einem heißen Sommertag. Die Spur vor Ihnen ist mit Baustellen übersät und der Geruch der Stadt dringt langsam in das Auto ein. Die Dämpfe des frisch verlegten Bitumen, erdige Noten und pyrogene Aspekte wehen durch die Lüftung und intensivieren den Geruch des oft benutzten Zigarettenanzünders im Auto. Der Lufterfrischer verbreitet den harzigen Duft von Styrax und Opoponax, begleitet von einem Hauch zitrusfrischer Bergamotte.

Ich habe mit einem Teerduft à la heißer Asphalt gerechnet, wie man ihn aus endlosen Staus auf Urlaubsfahrten kennt. Kerosin, Leder, Lorbeer und Vetiver wurden als Herznoten angeben und diese ledrige Krautigkeit ist es auch, die man sofort wahrnimmt. Aber da ist noch mehr. Unterschwellige Harze, aber auch schwer einzuordnende frische Noten lassen sich ausmachen.

Pustefix SeifenblasenlaugeVor allem auf dem Duftstreifen, wo die Komposition weitaus leichter daherkommt, erinnert mich der Geruch an Seifenblasen. Ihr kennt sie sicher auch noch, die Seifenblasenflüssigkeit mit dem Bärchen, hier rechts im Bild. Tatsächlich kommen nach einer Weile auch noch leicht süßliche Noten heraus, die wahrscheinlich von den Aldehyden kommen und den erwähnten Lufterfrischer nachahmen sollen.

Eine andere Assoziation, die ich habe, bezieht sich auf aufblasbare Wasserspielzeuge, mit denen Kinder am Strand spielen. Wenn sie gerade aufgeblasen werden, entwickeln manche einen ganz typischen Plastikgeruch. Wisst Ihr, was ich meine?

Die angegebenen Duftnoten: Kopfnote: Aldehyde, Bergamotte, Florale Noten; Herznote: Kerosin, Leder, Lorbeer, Vetiver; Basisnote: Opoponax, Sandelholz, Styraxharz

Ihr seht schon, in diesem Duft stecken ganz unterschiedliche Betrachtungsweisen, weswegen ich ihn auch zu Beginn als den komplexesten Duft dieser Serie bezeichnete. Zugleich ist er auch der tragbarste. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nicht der eine oder andere Freund von Vetiver und Leder hier begeistert sein könnte. Ziemlich eigenwillig ist er schon, aber das war zu erwarten.

Flag of the Red Cross Eine traurige Nachricht habe ich noch: „Tar“ war nun der letzte Duft aus dieser Serie. Nein, wird der eine oder andere denken, es gab doch noch zwei weitere Düfte! Das ist richtig, nämlich „Soda“ und „Dry Clean“. Leider sind beide auch in unserem Shop restlos ausverkauft – nicht einmal kleine Pröbchen sind zu haben. Deswegen möchte ich hier einen kleinen Spendenaufruf starten: Hat jemand von Euch diese Düfte zuhause und möchte mir eine kleinste Menge für einen Blogartikel zur Verfügung stellen? Es winkt Euch ewige Dankbarkeit und eine ehrenvolle Erwähnung hier im Duft-Tagebuch!

Auch wenn ich keine Proben mehr bekommen sollte, es warten zumindest noch Odeur 53 und Odeur 71 auf eine Besprechung.

Ganz viele Grüße von
Harmen

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Die „2“ von Comme des Garçons – feine Tuschmalerei
Hallo Dunkelheit, mein alter Freund…
Comme des Garçons’ „Play Red“ in: „Ein Duft sieht rot“


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