Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Parfums für die lieben Kleinen…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Solifloral am 30.11.2011

… gibt es ja einige, und wie meine Erfahrung zeigt, sind es für gewöhnlich nicht mal die Schlechtesten, was Ihr an dieser Stelle als schwäbisches Kompliment werten dürft. Für den einen oder anderen Nichtschwaben, der mit unserer Gattung noch nicht in Berührung gekommen ist: Das höchste Kompliment eines Schwaben ist jenes, dass er schon Schlechteres gehabt, beispielsweise nach einem Essen, dass er schon Schlechteres gegessen habe. Die Kenntnis des schwäbischen Charmes ist eine unerlässliche Voraussetzung für menschliche Interaktion jeder Art mit uns, insofern seid Ihr ja jetzt gewappnet. Aber kehren wir wieder zurück zum Thema – Kinderdüfte.

Bulgari erfreut uns schon seit Jahren mit Petits et Mamans, seinem Duft für kleine Kinder und deren Mütter. Alkoholfrei und in der Anmutung pudrig, rein, unschuldig und kuschelig hat der Duft nicht wenige erwachsene Fans. Auch wenn ich nun als Kinderlose über keine praktische Erfahrung verfüge – mein Baby würde ich, denke ich, nicht unbedingt mit Düften einsprühen. Aber für kleine Mädchen und auch Buben finde ich das eigentlich eine zauberhafte Idee. Viele von uns dürften das ja auch kennen und in den Biographien von so gut wie jedem Parfumeur steht eine ähnliche Geschichte: Das Bestaunen der mütterlichen Parfums im zarten Alter samt dem unbedingten Bedürfnis, an diesen zu schnuppern, diese zu tragen.

Nobile 1942 überraschten mich auf der Messe vor zwei Jahren mit zwei Parfumsets für Kinder, einem für Mädchen und einem für Jungs. Alla Corte del Re genannt trägt das Mädchenset den Beinamen Rosa Incantevole und das für Jungen heißt Cedro Atlas. Ich weiß noch, wie begeistert ich damals von den jeweils drei Düften im Set war: Einfache, wenig komplexe, aber kindgerechte, freundliche Düfte zum Layern, was den lieben Kleinen sicher besonderen Spaß machen dürfte. Und dann war da noch dieser tolle Erdbeerduft in dem Set für Mädchen, der nur noch durch den „Cola“ benannten Duft bei den Jungs getoppt wurde: Der Name ist hier absolut Programm. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie das dem Parfumeur gelungen sein mag, Cola riecht aber wirklich nach Cola. Und macht somit unglaublich viel Spaß, weswegen ich den Duft sicher nicht nur kleinen Jungs ans Herz lege!

Überhaupt ist das doch ein wichtiger Aspekt an Parfums: Manchmal gibt es einfach Situationen, an denen man das Bedürfnis nach einem Duft hat, der einen einfach heiter, fröhlich, lustig stimmt. Und dann darf der Duft vielleicht auch etwas einfacher, kindlicher sein.

Ein Grund, weshalb mich Prudence Paris, deren Damendüfte ich letzte Woche vorgestellt hatte sowie gestern die Herren, mit ihren Kinderdüften vollkommen für sich einnehmen konnten: Mademoiselle heißen sie, die zwei Grazien, und sind den Mädchen gewidmet.

Mit dem einen Mademoiselle-Duft werde ich auf der Stelle selbst wieder zum Mädchen, und nicht nur das: Was mir da von Teststreifen und Handgelenk entgegenweht erfüllt mich augenblicklich mit Lebenslust und Freude, anders kann ich das nicht sagen. Beeren sind es, und zwar ein sehr deutlich wahrzunehmendes Trio aus Himbeere, Erdbeere und Brombeere. Bei meinen Eltern zu Hause gab es die immer mit einem Hauch Zucker bestäubt, manchmal Puderzucker, manchmal normaler Zucker. Den rieche ich hier auch, mit einer feinen Prise Vanille vermischt. Und ich rieche noch eine bitzelnde Kindheitserinnerung: Ahoi Brause, meine zweitliebste, nämlich Himbeere.

Was für ein schöner, kleiner Duft, denke ich – und habe mich gerade umentschieden: Das kleine Fläschchen, das hier vor mir steht, kann ich unmöglich an die Tochter meiner Freundin weiterverschenken. Zumindest nicht, ohne mir vorher ein kleines bisschen abgezweigt zu haben.

Mademoiselle die Zweite zeigt sich ähnlich bezaubernd: Saftige Mandarine und helle Rose in der Kopfnote, würzig-warmer Anis ohne Ouzoanklänge und überaus üppige Orangenblüten, fruchtig-floral und von einer herzigen Honigsüße, die von der pudrig-warmen Basis aus Vanille und Ambra gekonnt abgerundet werden.

Orangenblüte sollte man hier schon mögen, da sie eine zentrale Rolle spielt. Wer das tut, könnte mit jenem feinen Düftchen aber vielleicht einen Anwärter auf seinen Orangenblüten-Holy-Grail finden, den Mademoiselle weiß durchaus als ebensolcher zu überzeugen und wird somit auch viele erwachsene Mädchen verzücken.

Nun haben wir alle Prudence-Düfte besprochen, ich bin richtig stolz auf mich. Moment – nicht alle: Einen Haustierduft hat Madame Kilgour noch parat, der aromatherapeutisch wirken soll und mit Hilfe von Veterinärmedizinern entwickelt wurde. Und, ganz ehrlich? Nach dieser ganzen Kollektion würde ich den auch wahnsinnig gerne mal testen, zumal eine meiner Katzendamen auch ganz verrückt nach Düften ist…

In diesem Sinne gehe ich jetzt erst mal die Katzen bespielen und wünsche Euch einen schönen Tag -

liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Canvas Baby Girl Polka Dot Shoes von Katerina Chuchuva, Berry Mix von Nicolas Raymond, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Herren von Prudence Paris.

Geschrieben in Duft am 29.11.2011

Jetzt seid Ihr, meine männlichen Blogleser, letzte Woche wirklich etwas zu kurz gekommen, das räume ich ein. Die Damen waren an der Reihe, denn Prudence Kilgour hat für dieses Geschlecht so einiges im Repertoire ihrer Duftkollektion. Aber auch die Herren bekommen zum Schluss noch ein Schmankerl serviert – zwei Düfte sind es, die für Euch konzipiert wurden, und die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Steuart [sic!] und Augusto sind deren liebreizende Namen – und ich frage mich, wem Madame Kilgour diese wohl gewidmet hat… Aber lassen wir sie erst einmal selbst zu Wort kommen:

„AUGUSTO and STEUART are authentic original eau de toilette for the discerning man.  Both present a fascinating mixture of fragrances.“

Für den anspruchsvollen Mann also – das kann ich von meinen Bloglesern getrost behaupten, denke ich. Und stürze mich für Euch in den Test.

Augusto entwickelt bereits in der Kopfnote jede Menge Dynamik: Hesperiden satt, säuerlich-zitrisch und prickelnd, auf bewährte Art und Weise kombiniert mit großzügigem Unterholz. Diese Kombination kennt man aus diversen Herrendüften, hier hebt sie sich allerdings durch pudrig-grüne Mandel und vanillig-würzige Tonkabohne ein wenig ab, um auf einer warmen weichen Basis zur Ruhe zu kommen.

Augusto ist ein Immergeher, ein angenehmer Duft, mit dem man und vor allem auch: Mann nichts falsch macht, nie. Ecken und Kanten hat dieser Südländer aber keine, die dem einen oder anderen vielleicht fehlen könnten.

Diesbezüglich zeigt sich auch Steuart eher verhalten, ist aber alles in allem für meine Nase doch komplexer: Im Auftakt ebenfalls agrumenlastig mit herber Bergamotte und säuerlicher Grapefruit bringt sich alsbald Ingwer ins Spiel mitsamt der ihm eigenen Fruchtherbheit. Zusammen entwickeln diese Früchtchen im Tête-à-Tête aquatisch-maritime Anklänge, die allerdings durch zwei Aspekte veredelt werden: Durch Jasmin, grün-florales und dichtes Eichenmoos mit ledrigem Einschlag. Heraus kommt ein frischer und gleichermaßen maskuliner Duft, der gekonnt den Spagat zwischen angepasster Gefälligkeit und dem gewissen (individuellen) Etwas schafft und somit ein idealer Begleiter, vor allem auch für den (Arbeits)Tag, darstellt.

Und wer fehlt jetzt noch? Genau, die lieben Kleinen. Für die hat Madame Kilgour auch noch zwei Düfte geschaffen, die ich Euch morgen zum Abschluss der Prudence-Kollektion noch vorstellen mag.

Einen schönen Tag wünscht Euch

Eure Ulrike.

Bildquelle: Jib, mast and sky von Kakiebauw, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Prudence Paris…


Wacholder, Drinks und ein Neuer von Penhaligon’s

Geschrieben in Duft am 28.11.2011

So schwer es mir auch fällt, ich muss meine kleine Lavendelserie für eine Neuigkeit unterbrechen. Wir berichteten unlängst vom Parfumtreffen in den heiligen Hallen des Bruchsaler Geschäfts von Aus Liebe zum Duft. Auch wenn mir nach etwa 20 Düften ganz jämmerlich die Luft wegblieb, ist mir einer doch im Sinn geblieben, weswegen ich mir flugs eine Probe beschaffte, um ihn hier gehörig abzufeiern. Herr Wuchsa kam nämlich mit einem Duftstreifen auf mich zu, um mir den neuen Penhaligon’sJuniper Sling“ zu zeigen. Als erfolgreicher Geschäftsmann hat er vermutlich ein Händchen dafür, seine Kundschaft mit unerhört guten Düften anzufüttern… bei mit lag er mit einem Gin-Duft ganz richtig, habe ich doch eine kleine Schwäche für dieses Destillat. Gin Tonic schmeckt nicht nur hervorragend, er verschont mich auch am nächsten Tag mit allzu schweren Nachwirkungen, vorausgesetzt man spart nicht an der Qualität des Gins.

'The Seven Junipers' , ink on paper by Wen Zhengming (Wen Cheng-Ming)

Bei Gin handelt es sich im Grunde um Wacholderschnaps, der erst während der Destillation sowohl mit Wacholder als auch darüber hinaus mit weiteren Gewürzen wie Koriander oder Ingwer aromatisiert wird. Die Duftnoten von „Juniper Sling“ überraschen also nicht ungemein, machen aber nichtsdestoweniger neugierig: Kopfnote: Zimt, Weinbrand, Angelika (Engelwurz), Wachholderbeeren, Herznote: Kardamom, Leder, Schwarzer Pfeffer, Iriswurzel, Basisnote: Zuckerrohr, Kirsche, Vetiver, Ambra.

Welch ein leckerer Duft. Sowohl auf dem Teststreifen als auch auf der Haut werde ich von bitteren Gin-Noten empfangen, welche von Kardamom begleitet werden. Auf der Haut verfliegen diese leider allzu schnell und es kommt, Achtung, eine herbe, vielleicht etwas ledrige Cherry-Cola-Kirschnote bei mir heraus. Sehr spannend! Auf dem Duftstreifen erhält sich der Gin-Duft sehr authentisch, entwickelt sich aber dafür kaum weiter.

Obwohl wir es hier mit einer Wacholderspirituose zu tun haben, gibt es trotz allem einen Wermutstropfen: die Haltbarkeit. Ein relativ flüchtiges Bürschchen, dieser „Juniper Sling“, aber es ist zu verschmerzen.

Übrigens gibt es auch einen Cocktail zum Duft:
Der Parfumeur von „Juniper Sling“, Olivier Cresp, erschuf in Zusammenarbeit mit Maître Parfumeur und Thierry Hernandez, dem Chef der Bar des Pariser Plaza Athénée, ein köstlich klingendes Getränk.

Zutaten: Bombay Sapphire Gin, Cherry Brandy, Rhabarber, Cranberry-/Preiselbeersaft, Ingwersaft, Ingwerbier

Purple sacred2

Damit Ihnen der Juniper Sling Cocktail gelingt,
• Füllen Sie den großen Teil des Shakers mit Eiswürfeln,
• Füllen Sie alle Zutaten außer dem Ingwerbier in den kleinen Teil des Shakers.
• Mit Hilfe eines Siebes gießen Sie das angesammelte Wasser der Eiswürfel aus
dem großen Teil des Shakers ab, damit Sie „trockenes“ Eis bekommen.
• Schließen Sie den Shaker und schütteln Sie ihn energisch für 6 Sekunden.
• Den Cocktail in einen Tumbler auf einige Eiswürfel abseihen.
• Füllen Sie das Glas mit dem Ingwerbier auf.
• Vollenden Sie den Cocktail mit einem Spritzer Orange.

Also, wenn das mal nicht lecker klingt… Meine Damen und Herren: diesen Duft unbedingt testen. Für mich die größte Entdeckung in letzter Zeit.

Habt Ihr auch schon mal an diesem feinen Wacholder schnuppern dürfen?

Liebe Grüße von
Harmen

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Prudence Paris Teil 4.

Geschrieben in Blüten,Chypre,Duft am 25.11.2011

Die letzten Damen nehme ich mir heute zur Brust: Diese Woche stand ganz unter dem Stern der neuen Prudence-Kollektion und ich habe Euch bereits einen Großteil der Frauendüfte vorgestellt. Heute folgen nun noch No. 8, No. 9 und No. 10.

No. 8 will mir wie eine Liebeserklärung erscheinen, so schrieb ich auch bereits in unserem Shop: Eine Liebeserklärung an Frankreich, Frankreich im Spätsommer. Und eine Liebeserklärung an Parfums, französische Parfums, Frankreich als die Wiege der Parfumeurskunst. Hier ist an Ingredienzen alles vereint, der Duft ist an Reichhaltigkeit kaum zu überbieten: Farbenfroh leuchtende Blütenfelder von Rosen, Tuberosen und Jasmin, die von nasekitzelndem Pfeffer gelungen kontrastiert werden. Koriander stiftet frische, minzig anmutend, würzt aber auch auf aromatische Art und Weise. Neroli schließt sich mit Bienenhonig zusammen und sorgt für honigsüß-fruchtige Kontraste, von Zimt neckisch pudrig-scharf akzentuiert. In der Basis dominiert ganz klar Wärme: Würzig-warme süße Harze samt Rauch, von rauchig-grasigem Vetiver unterstrichen, knarzige Hölzer und cremige Vanille geben dem Duft den letzten Schliff. Auch meine ich, eine ordentliche Prise Gewürznelke in der Basis zu erhaschen, ebenso wie latent chyprierte Noten.

Auf meiner Haut zeigt sich die No. 8 anders als auf dem Teststreifen – pudrig-rauchiger, ja, ein wenig älter. Was mir vom Teststreifen entgegenwabert wirkt deutlich jünger, frischer, fruchtig-floraler, ausgewogener. Meine Hautchemie mag nicht funktionieren mit dem Duft – obgleich, vielleicht sollte ich ihn einmal tupfen. Das ist Euch ja sicherlich auch schon aufgefallen – getupft wirken manche Düfte nochmals ganz anders als gesprüht. So auch die No. 8, die ich getupft vor einiger Zeit bereits einmal himmlisch fand auf meinem Handrücken. Nun ist sie notiert – für einen weiteren Tupftest, denn so einfach gebe ich nicht auf ;)

Prudence No. 9 startet zitrisch mit deutlichen Fruchtanleihen, die ich nicht näher zu bestimmen vermag – Melone? Pfirsich? Madame Kilgour hüllt sich in Schweigen, bezeichnet sie die Ingredienzen doch ganz schlicht als Folgende: Kopfnote: Zitrusfrüchte; Herznote: Jasmin, Rose, Maiglöckchen, Früchte; Basisnote: holzige Chypreakzente, Patchouli, Vetiver, Moschus, Ambra, Vanille.

Um was für einen Duft handelt es sich hier? Ich würde sagen, wir haben es hier mit einem seltenen Sommerchypre zu tun. Chyprierte Anleihen sind nämlich sowohl auf meiner Haut, als auch auf dem Teststreifen zu entdecken, der auch diesmal etwas differiert. Ein fruchtig-floral verwobener, sacht chyprierter Duftteppich mit einer edlen, leisen, cremigen Basis und sauber-frischen Anklängen. Feminin, anziehend und sehr tragbar – und das nicht nur während der heißen Jahreszeit(en).

No. 10, der letzte Duft für die Damenwelt aus der Prudence-Kollektion, zeigt sich als klassischer Damenduft von ganz klar französischer Natur: Zitrisch glitzert es in der Kopfnote, während das Herz übervoll ist von Blüten – Ylang-Ylang, wie immer etwas exotisch und vor allem auch fruchtig-süß anmutend, von Neroli unterstrichen, Jasmin, Rose und Maiglöckchen, da haben wir sie alle beisammen. Cremig-floral, dezent betörend. Die Basis rundet erwartungsgemäß mit überaus pudrigen und verhalten holzigen Noten ab, während Moschus weiche Wärme stiftet.

Mit No. 10 hat Frau Kilgour das Rad sicherlich nicht neu erfunden – das muss man aber auch nicht (immer), wenn man einfach „nur“ einen schönen Duft für das weibliche Geschlecht kreieren möchte.

Habt Ihr schon getestet meine Lieben? Gibt es bei Euch Lieblinge? Habe ich Euch neugierig gemacht?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Jasminum Officiniale von Javier Martin, Melon von Robertz65/Roberto Ribeiro, Cananga odorata/Ylang-Ylang von Nathalie Bordy, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Herren von Prudence Paris.
Prudence Paris Teil 3.
Prudence Paris…


Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein,Kosmetik am 25.11.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

Darüber hinaus kommt natürlich noch, wie jeden letzten Freitag im Monat, ein ganz spezielles Präsent zur Verlosung: 1x Rodial Life & Style Bathing Balm – Rehab 200 ml und 1x Rodial Life & Style Body Soufflé – Rehab 200 ml im Wert von zusammen 88,00 EUR  –  machen Sie mit, es lohnt sich!

Die Rodial Life & Style Produkte finden Sie natürlich auch in unserem Shop http://www.ausliebezumduft.de/kosmetik/rodial/life-style.html

In der letzten Woche haben gewonnen: Annette S., Petra W., Rüdiger K., Barbara N. und Christina L.  – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und einen schönen 1. Advent,

wünscht Euch

Euer duftes Team

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Freitagsverlosung.
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Prudence Paris Teil 3.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Fruchtiges,Gourmand am 24.11.2011

Die Düfte von Prudence Kilgours kleiner Linie Prudence Paris beschäftigen uns diese Woche – und heute sind Duft No. 5, No. 6 und No. 7 an der Reihe.

In Prudence No. 5 schillert in der Kopfnote das auf, was ich „Nachbarin“ No. 4 gestern so vehement unterstellt hatte: Melone. Fein-fruchtig, leicht mehlig und von typischer Süße präsentiert sie sich, die Holde, um alsbald den Weg frei zu machen für ein überaus ansprechendes Herz. Johannisbeere, tief dunkelviolette in herber Pracht trifft auf betörenden Jasmin und würzig-warme Tonkabohne, welche sich in der Basis gekonnt von Vanille bekräftigt sieht. Untermalt wird dieses Geschehen von sanft-rauchiger Harzwärme durch Ambra.

An was erinnert mich das? Ich musste lange überlegen, bin dann aber doch noch draufgekommen: Eine entfernte Ähnlichkeit mit Parfum Pour Toi von The Pink Room ist vorhanden, durchaus ein Qualitätsmerkmal also. Wie Parfum Pour Toi ist auch dieses Düftchen hier französisch, ein bisschen Gauloises rauchende Audrey Hepburn, kokette-frivole Kindfrau, sinnlich, unschuldig, erotisch und vor allem auch erfrischend bis in die Fußspitze äh… Basisnote. Ich mag das. Mehr davon bitte.

Prudence No. 6 zeigt sich schon nach dem ersten Schnuppern als ganz anderes Kaliber: Weihrauch, meine Damen, in Kombination mit Rose. Hier geht es zwar nicht ganz so gruftig-kühl zur Sache wie bei den wunderschönen Weihrauchdüften von Andy Tauer, aber Madame Kilgour lässt es auch ordentlich krachen. Es raucht schon von vornherein gewaltig und Opoponax und Weihrauch entwickeln im Zusammenspiel mit Bergamotte ähnlich sonderbar-eindringliche Anklänge wie sie in Etros Mitternachtsmesse, Messe de Minuit, zu finden sind: Jener geniale Balanceakt zwischen kalten Kirchenwänden und harzig-trockener Wärme. Ein riesiger Brautstrauß dunkelroter Rosen, der irgendwo in einer alten Kirche einsam auf dem Altar wartet, große Emotionen verkündend? Ja, doch, dahin tendiert jener umhüllende Duft, der einen auf sehr ähnliche Weise schützend umfängt wie es die Etrosche Messe vermag. Allerdings ist die No. 6 weicher, harziger, ja – … gefälliger und brilliert darüber hinaus noch mit ihrem Rosenbouquet, das sich schön in das kontemplative Szenario einzufügen vermag.

Die No. 7 sprühe ich auf – und fühle mich gleich erinnert: Engelein höre ich singen, es weihnachtet ja auch schon… Ein waschechter Fruitchouly bahnt sich hier seinen Weg und erinnert deshalb zwangsläufig an die große Ikone, die die Duftfamilie der Gourmands überhaupt erst erfunden hat: Angel von Thierry Mugler. Geliebt wird er genauso heißblütig wie er gehasst wird – das wird auch auf die No. 7 zutreffen, wobei Fans von Profumi del Pantellerias Jailia und Micallefs Mon Parfum getrost zugreifen dürfen. Likörig-satte und herb-fruchtige Pflaume sowie Beerennoten, für mich Brombeere, die beiden fruchtigen Geliebten schmiegen sich sündig an den übermächtigen Patchouli, der gewandet in pudrigem Kakao dunkelster Sorte und cremige Vanille die unangefochtene Hauptrolle spielt. Ein sündhafter Gourmand für erwachsene Naschkatzen.

Morgen folgt der Abschluss der Prudence-Damenkollektion – bis dahin liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Hepburn & Peck in “Roman Holiday” (1953), Decke der Kathedrale von Kirckwall, Orkney/Schottland von Clemens Franz, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Herren von Prudence Paris.
Prudence Paris Teil 4.
Prudence Paris…


Prudence Paris Teil 2.

Geschrieben in Duft,Reines und Pudriges,Solifloral am 23.11.2011

Diese Woche ist Prudence-Paris-Woche und heute klemme ich mir deshalb Duft No. 2, No. 3 und No. 4 für Euch unter die Nase.

Prudence No. 2 ist, wie ich bei uns im Shop schon geschrieben habe, eine Ode an die Rose, jene Blume der Liebe. Rosendüfte gibt es viele – dieses Argument ist durchaus stichhaltig und ein berechtigter Einwand. Allerdings ist die Rose eben nicht nur sehr beliebt, sondern bietet darüber hinaus auch etliche Facetten, die es auszuloten gilt. Mit No. 2 hat die Parfumeurin sich das zu Herzen genommen und einen kleinen, feinen Rosenduft kreiert, der sich auf eher leiseren Sohlen in die Herzen der einen oder anderen Dame schleichen wird.

Ein dichtes, volles Bouquet verschiedener Rosensorten, unter anderem Provence-Rose und Damaszener Rose, geben sich hier ein Stelldichein, schillernd und frisch die unterschiedlichen geruchlichen Seiten der Rose(n) abbildend: Frische, Fruchtigkeit, dezente Säuerlichkeit, pfefferminzige und auf meiner Haut auch himbeerige Anklänge. Luzidität, ätherische fast schon, von einem Blattgrünkrönchen geschmückt und herrlich von Sternanis kontrastiert.

Im Gegensatz zu normalem Anis empfinde ich den Geruch von Sternanis immer als zurückhaltender, komplexer und harmonischer. Anis erinnert mich in Düften, siehe zum Beispiel Etros Anice, immer sehr an Ouzo, einen der leider einzigen Exportschlager Griechenlands. Zum Essen – hervorragend, aber bitte nicht zu viel davon. Auf meiner Haut fühle ich mich mit derlei Düften immer so, als ob ich in ein Ouzofass gefallen wäre und rechne jederzeit damit, von der Polizei an- und aufgehalten zu werden. Die meisten Düfte, in denen Sternanis vertreten ist und die mir aus dem Stegreif einfallen wie Borsaris Mirra e Anice Stellato oder Byredos Fantastic Man, weisen Sternanis-Noten auf, die überhaupt nicht an den durchdringenden Duft von Anis erinnern, sondern eher süßlich-frisch und gleichzeitig warm-würzig aromatisch wirken. Und das, obgleich Sternanis und Anis – die im übrigen NICHT verwandt sind – eine ähnliche Zusammensetzung der ätherischen Öle aufweisen und deshalb ähnlich schmecken sowie riechen und wirklich für dieselben Zwecke verwendet werden.

Nun, in jedem Falle zeigt sich jener Magnolienverwandter in der No. 2 als perfekte Ergänzung zur Rose, deren weiche warme Basis aus Vanille und Ambra wunderbar abfedernd. Das Duo aus Rosen und Sternanis harmoniert exzellent und offeriert sanfte aromatische Frische und Wärme, die auf jener warmen Basis zur Ruhe kommt.

Mich erinnert der Duft immer ein bisschen an – ich weiß nicht, einen Raum, in dem etwas Handwerkliches betrieben wird. Eine Küche in einem alten Bauernhaus vielleicht, in der das Rosenwasser für die Konfektherstellung bereitsteht? Eine alte Apotheke, in der man auch Rosenblätter kaufen kann? Eine schöne Stube in einem alten Haus, in der Kosmetik selbst hergestellt wird? In diese Richtung gehen die Impressionen, die ich zur No. 2 im Kopf habe und die diesen friedvollen und freundlichen Duft für mich bebildern.

Prudence No. 3 bietet auch Rosenwasser, allerdings kann dieses hier nur in Kosmetik oder Haarpflege gelandet sein, denn der Duft entführt uns nach anfänglicher floraler Koketterie gleich ins Boudoir: Während der Auftakt von rosenrotem Rosenwasser, lilablassblauen Veilchen und von Blattgrün umranktem Jasmin geprägt ist, von Bergamottesternchen zart beleuchtet, findet man sich alsbald in ganz anderen Gefilden wieder. Ich fühle mich erinnert an das Umkleidezimmer eines großen Stars, vielleicht einer Sängerin, Tänzerin oder Schauspielerin, das über und über mit Blumengrüßen mehr oder minder schüchterner, aber unzähliger Verehrer gefüllt ist. Und natürlich einen Schminktisch beherbergt, auf dem sich Schminkutensilien wie kostbare Puderdosen mit riesigen Quasten und Lippenstifte in kraftvollen Farben türmen. Ganz großes Kino – für Fans pudriger Düfte, die Weißblüher nicht scheuen.

Prudence No. 4 verwirrt mich vollkommen: Ein weißblühendes Herz ist gelistet, Jasmin, Maiglöckchen, Magnolie sowie Veilchen, Nelke und Pflaume, frische Bergamotte im Kopf und Vanille in der Basis… und ich rieche permanent Melone beim Aufsprühen. Vielleicht habe ich schon zu viel Melone gelesen, in den Beschreibungen der anderen Düfte, die da noch kommen? Ich weiß es nicht, wußte es nicht, beim ersten, zweiten Mal. Mittlerweile, zig Tests später, bin ich schlauer: Die säuerlich-fruchtigen Bergamottesprenkler sind es, die zusammen mit wässriger Magnolienblüte meine Nase durcheinander brachten. Alsbald allerdings gesellt sich zu deren Düft ein überaus üppiger Jasmin süß-fruchtiger Natur, von frisch-sauberem Maiglöckchen begleitet und von würzig-ernster, ein wenig bitter-grüner Nelke kontrastiert. Fruchtig-herbe Noten kommen ins Spiel, eine noch nicht ausgereifte Pflaume, satt-fleischig und saftig. Und die Basis rundet mit würziger Vanillesüße ab, die den Anschein erweckt, als hätte sie sich auf einem Sandelholzstühlchen niedergelassen.

Morgen geht es weiter mit Prudence Paris – bis dahin alles Gute,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Detailaufnahme einer Rose von Erixsen, Salt and Light von kslyesmith, Junge Dame im Boudoir (1829, Maler unbekannt), some rights reserved, vielen lieben Dank!

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Prudence Paris…

Geschrieben in Blüten,Duft,Fruchtiges am 22.11.2011

… ist eine dieser netten kleinen Marken, bei denen es einem ganz warm ums Herz wird, wenn man sich die Geschichte dahinter ansieht: Gegründet wurde das kleine Label von Prudence Kilgour, einer gebürtigen Australierin. Schon seit ihrer Kindheit hatte diese davon geträumt, Düfte zu kreieren – zuerst aber sollte sie anderweitig erfolgreich werden: Kilgour machte Karriere in der Modebranche und designte für große Häuser in London und New York, um dann nach Asien zu ziehen, wo sie ihre Firma Prudenzia gründete, mit der sie eine selbst entworfene Kollektion an Seidendessous verkaufte. Erst 2003 sollte ihr Wunsch in Erfüllung gehen, als sie den weltberühmten Floristen Henrie Moulié traf und ihn überzeugte, ihr seine Kunst beizubringen – bei der Arbeit mit den vielen Blüten meldete sich die lange verspürte Sehnsucht, und Kilgour zog es danach nach Grasse, wo sie eine Ausbildung als Parfumeurin absolvierte.

In ihren Flitterwochen verliebte sich Kilgour dann ein zweites Mal, und zwar in die Gegend des Périgord, wo sie sich dann auch mit ihrem Mann niederließ und 2006 in Beaumont-du-Périgord ihr eigenes Geschäft für Parfums, Duftkerzen und Seifen öffnete. Die Parfums kreiert sie in enger Zusammenarbeit mit einem befreundeten Parfumeur (ein alter Bekannter: Dr. Silvio Levi von Calé Fragranze), die Flakons stammen natürlich ebenfalls aus Frankreich und die Verpackung aus handgeschöpftem Papier stammt aus der nahegelegenen Papiermühle Moulin de Larroque.

So idyllisch wie es sich anhört ist es wohl auch, wie mir neulich der nette Herr vom Vertrieb bestätigte, der das Paar schon vor Ort besucht hat. Ist glatt zum neidisch werden – ich würde ja auch so gerne Salzbauer werden oder Winzer, Schafe züchten oder ähnliches… Wir werden sehen. In jedem Falle möchte ich Euch dieser Tage die Kollektion von Madame Kilgour vorstellen, da es sich durchaus lohnt, einmal einen näheren Blick darauf zu werfen. Vorab: Ich finde, dass die Kollektion sehr – französisch ist. Und sie richtet sich überwiegend an die Damenwelt. Aber nicht nur an die – mit Polisson kreierte sie auch einen Duft für Katzen und Hunde, in enger Zusammenarbeit mit einem Veterinär. Leider, leider stand mir exakt dieser nicht zur Verfügung, ich hätte gerne mal meine Mädels damit bestäubt, vor allem auch, wenn er vielleicht aromatherapeutische Aspekte aufgewiesen hätte – so müssen meine Damen weiter vor sich hin darben und ich stürze mich alleine ins duftende Vergnügen der Parfums!

Prudence ist der erste Duft von Prudence Kilgour und lehnt sich an das Naturell seiner Schöpferin an: Diese wünschte sich einen floralen Duft, sinnlich und feminin zugleich sowie frisch, aber diskret. Dieses Konzept ist aufgegangen und hat ziemlich gut funktioniert: Ein frühlingsfrisches Bouquet taubenetzter, vornehmlich weißer Blüten umschmeichelt meine Nase, von honigsüß-fruchtigen Neroliblüten umrankt. Die Basis ist watteweich und pastellig und erscheint mir sowohl auf der Haut als auch auf dem Teststreifen viel zarter, als ich es mir anhand der Ingredienzen vorgestellt hatte: Gewürze, Sandelholz, Weihrauch und Benzoe hört sich weit harzig-holziger an, ich rieche aber – Marzipan, bittersüßmandeliges. Auf einem dichten, cremigen, warm-würzigen Lager.

Ich bin mir sehr sicher, dass Kilgours Konzept eines weiblichen Duftes hier sehr vielen Frauen gefallen wird – floral, aber nicht zu blumig, weiße Blüten, aber zivilisiert, von süßer Weichheit, aber nicht klebrig. Ein wirklich schöner Begleiter.

Prudence 1 gleicht der Impression eines spätsommerlichen Gartens: Ein klarer Himmel bringt Kunde von einem schönen Tag, den man noch in Aussicht hat. Die Sonne schwingt sich gen Höhe und steigt empor über das Beet voller Blumen, noch taubenetzt im kühlen Morgen dösend.

Sauberes. Wässriges. Frisches. Säuerlich-Fruchtiges. Florales. Alles auf einmal, auf vortreffliche Art und Weise miteinander verwoben. Vor allem die Äpfel und Johannisbeeren steigen einem aus dem Obstkorb heraus ins Näschen und wissen mittels ihrer Authentizität zu überzeugen. Absolut nicht quietschig oder plastikhaft anmutend, sondern natürliche Fruchtigkeit offerierend haben sie zumindest meine Nase alsbald erobert, denn Apfel ist eigentlich eine sehr schöne Note, nur leider sehr selten so passabel umgesetzt wie in Annunziatas Sofron oder in Borsaris Lampone, Fior di Melo e Semi di Cacao aus der Arte-Kollektion.

Gespannt bin ich, wie es diese Woche weitergeht mit den Prudence-Düften – ich hoffe, Ihr auch!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Prudence Paris, Franz Eugen Köhler (1897): Köhlers Medizinal-Pflanzen / blühender Pomeranzenzweig, Apples von Plusverde/Oliver Grüner, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Ein italienischer Lavendel von Villoresi

Geschrieben in Duft,Krautiges am 21.11.2011

Wie bereits verkündet, setze ich mich momentan intensiver mit dem Thema Lavendeldüfte auseinander. Mit Lorenzo VilloresisWild Lavender“ bin ich diesbezüglich ebenso fündig geworden und möchte Euch diesen heute vorstellen. Zuletzt war Czech & SpeakesOxford & Cambridge“ an der Reihe, mit dem wir einen äußerst britisch-kultivierten Universitätsduft vorliegen hatten.

Villoresis Namensgebung lässt auf eine wilde oder ursprüngliche Variante schließen, vielleicht das Kontrastprogramm zu dem akademischen Vertreter? Jedenfalls versprechen die Duftnoten eine frische Interpretation:

Kopfnote: Lavendel, Bergamotte, Zitrone, Iris, Koriander, Elemiharz, Lorbeer, Galbanum; Herznote: Gewürznelke, Muskatellersalbei, Wacholder, Pfeffer; Basisnote: Tonkabohne, Moschus, Rosmarin

Schon der Duftstreifen präsentiert einen ganz feinen, frischen Lavendel, der mit leicht süßlichen Noten akzentuiert wird. Auf der Haut ist es ganz klar der Lavendel, der von Beginn an das Heft in der Hand hat. Zitrische Noten von Bergamotte und Zitrone gesellen sich hinzu. Offen gesagt dominiert der Lavendel so stark, dass die anderen angegebenen Komponenten kaum wahrnehmbar sind. Ich möchte behaupten, dass die harzigen Noten von Galbanum und Elemiharz genauso geschluckt werden wie die anderen Noten. Sicherlich unterstreichen diese Bestandteile den Lavendel, ohne aber selbst deutlich in Erscheinung zu treten. Außer leichten würzigen, möglicherweise pfeffrigen Andeutungen lassen sich diese nicht genauer bestimmen. Wie geht es Euch dabei?

Lavender

Dieser Duft ist ganz seinem Protagonisten verpflichtet. Die Duftnoten tragen ganz im Sinne einer Teamarbeit ihren Star, den Lavendel, stützen ihn und geben ihm Durchschlagskraft. Erst in der Langzeitwirkung vermögen die anderen etwas durchzuscheinen: Moschustöne, Tonkabohne und etwas Rosmarin meine ich erkennen zu können, nur ein Hauch von Zedernholz scheint entweder verschwiegen worden zu sein oder ich täusche mich ganz einfach.

Auch wenn wir es hier mit einer cologneartigen, italienischen Interpretation zu tun haben, konnte sich Herr Villoresi wohl auch nicht ganz von der Englandassoziation freimachen. So hieß der Duft ursprünglich „Inglese“ (Englisch). Vielleicht hat sich ein Englishman nicht nach New York, sondern in die südlichen Gefilde verirrt…

Ein ganz edler Duft, ebenso auch für Damen geeignet und deswegen zurecht als Unisexduft ausgewiesen. Vielleicht werde ich am Ende meiner Serie einen Favoriten küren. Die bisher erwähnten Lavendeldüfte machen es mir allerdings schwer, mich jetzt schon festzulegen. Alle haben auf ihre Art und Weise einen ganz besonderen Charakter und wenn man Lavendel einfach mag, müsste schon viel passieren, um ihn auf gut Deutsch zu versauen – oder hat jemand einen Vorschlag, der mich eines Besseren belehrt? ;-)

Viele Grüße von
Harmen

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Phaedon…

Geschrieben in Duft am 18.11.2011

ist nicht nur der latinisierte Name eines der bekanntesten Werke Platons, des Sokrates-Dialogs Phaidon – Von der Unsterblichkeit der Seele, sondern auch der Name einer neuen Nischenduftfirma. Diese ist nach Huitième Art das zweite Projekt, das Pierre Guillaume von Parfumerie Générale in Angriff nahm, weswegen ich neulich schon unkte, ob ihm langweilig geworden wäre. Neugierig war ich, und diese Neugierde wurde endlich befriedigt – so möchte ich meine ersten Testeindrücke natürlich mit Euch teilen. Im übrigen gibt es noch nicht allzu viele Infos zu den Düften – nebulös ist da die Rede von, dass nicht alle von Pierre Guillaume selbst geschaffen wurden, aber zumindest Dzhari und Cendres de Thé sollen von ihm sein. Wenn wundert’s, Teedüfte kann Herr Guillaume ja ganz außerordentlich gut, wie er mit Parfumerie Générale schon mehrfach unter Beweis gestellt hat. Die anderen Parfumeure sollen natürlich auch von Rang sein – wer es ist, darüber hüllt man sich bislang in Schweigen. Des weiteren sind schon zwei weitere Düfte in der Planung: Nuit Créole und Baies des Anges – das allerdings ohne Gewähr, Internetmunkeln, Ihr wisst schon…

Aber zurück zu den Proben, die hier auf meinem Schreibtisch vor sich hin duften – ich beginne gleich mal mit den beiden Guillaumes.

Cendres de Thé beginnt zitrisch-krautig, ich hätte auf Verbena getippt, die sich allerdings nach einem Blick auf die Ingredienzen verbietet und auch alsbald verflüchtigt: Gewürztee, Hoblätter, Zedernholz und Moschus, eine überschaubare Anzahl Ingredienzen, es riecht definitiv nach mehr. Eine Art frische Weiche übernimmt das Kommando, sauber, ein wenig zitrisch und mit einem Hauch minziger Rose versehen. Letztere ist wohl auf die Hoblätter zurückzuführen und Zeder reinigt wieder einmal tüchtig, ohne allzu dominante Holzigkeit zu versprühen.

Ein leichter Sauberling mit schönen Tee-Anleihen, der durch einen sehr authentischen Eindruck brilliert. Liebhaber von ausgewachsenen Teedüften wie Harmatan Noir oder den beiden Matales aus Pierre Guillaumes Parfumerie Générale-Sortiment werden eher enttäuscht sein, so sie einen solchen erwartet haben. Cendres de Thé ist sehr nett, geht aber viel eher in Richtung des schönen und sehr leichten Teeklassikers von Bulgari, Eau Parfumée au Thé Vert.

Auch mit Dzhari zeigt sich Guillaume ganz in seinem Element: Ein Orientale, allerdings ein zeitgemäßer. Erinnert fühlt man sich ein bisschen an Serge Lutens’ gute alte Zeiten, an Arabie und Konsorten, wenn einem die getrockneten Früchte in die Nase steigen, allen voran Datteln. Beschwipst kommen sie daher, wie in einen Likör getunkt, einen dickflüssigen und auf keinen Fall durchsichtigen – ein sogenannter „Malagaakkord“ ist dafür verantwortlich. Tonkabohne würzt vanillig in der Basis, die ansonsten von staubtrockener Erde dominiert wird, rot-leuchtender. Fragt mich nicht wie Guillaume das geschafft hat – er versteckt die wahren Ingredienzen hinter einem ebensolchen Akkord und lässt uns nur raten…

Grisens empfinde ich als – ein wenig unspektakulär, aber nett: Ein kontemplativer Weihrauch mit Sandelholznoten, die allerdings nicht so prominent sind wie in dem wunderschönen 10 Corso Como beispielsweise. Es bleibt für mich ein wärmerer gefälliger Weihrauch im Stile eines Goutalschen Encens Flamboyant, einzig ein weniger prägnanter. Insofern für mich kein habenswerter Geselle, sammeln sich doch schon einige aussagekräftigere Weihrauchkandidaten in meinem Regal wie beispielsweise Norma Kamalis leider vergriffener Incense. Ansonsten präferiere ich deutlich die Weihrauchkollektion (Incense Series) von Comme des Garçons.

Rue de Lilas ist – eine pastellviolette Fliederpuderwolke: Veilchen, weißer Flieder, Palisanderholz und pudriger Moschus sind die Ingredienzen und ich komme mir wirklich vor wie im Manga-Himmel. Ein zartpudriger umschmeichelnder Fliederblütentraum. Einer der seltenen Fliederdüfte ohne aquatische Noten – dafür aber eben Puder satt. Wer Brosseaus Ombre Rose liebt und auch für andere Puderdüfte zu haben ist sollte hier definitiv einen Test wagen.

Mein persönlicher Liebling in der Kollektion ist Noir Marine. Was sich auf den ersten Blick anhört wie ein – Seeduft, etwas aquatisches vielleicht, entführt mich sofort in das Beduinenzelt, aus dem Cire Trudons göttliche Kerze Abdel Kader stammt: Pfefferminze, Krauseminze weht süßlich durch die Luft neben blassen Schwaden parfümierter Tabake der Wasserpfeifen. Sanfte Harze in der Basis runden den Duft gekonnt ab, dessen Minznote noch eine weitere Reminiszenz hervorruft: Tic-Tac, das kleine, feine Pfefferminzbonbon für unterwegs.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch

Eure Ulrike.

Bildquelle: Spice shop in the souk von Karen Green, Carl Massmann (1896): Ein Korb mit Flieder, John Singer Sargent (1905/1906): Bedouin Women, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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