Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Die Helden von 1805 oder Wie duftet Heldentum?

Geschrieben in Duft,Echte Kerle,Gewürziges,Holziges am 31.10.2011

Es war einem bestimmten Mann zuzuschreiben, dass die Flotte der französisch-spanischen Allianz im Jahre 1805 aufgehalten wurde und damit Napoleons Pläne, Großbritannien zu erobern, endgültig durchkreuzt wurden. Dieser Mann war Vizeadmiral der Royal Navy Horatio Nelson. Die Briten fügten den Feinden unter seiner Führung eine verheerende Niederlage in der Schlacht von Trafalgar zu: kein einziges Schiff der Briten wurde verloren, aber alle feindlichen zerstört oder erobert. Aus der Schlacht stammt auch das berühmte Flaggensignal: „England expects that every man will do his duty“ („England erwartet, dass jeder Mann seine Pflicht tun wird“).

Battle of Trafalgar, 21 October 1805

Der Wermutstropfen in der ganzen Geschichte ist, dass Nelson in der Schlacht von einer feindlichen Kugel tödlich verletzt wurde. In einem Fass aus Branntwein konservierte man seinen Körper, überführte ihn nach London, um ihn schließlich bei einem Staatsbegräbnis in der St. Paul’s Kathedrale beizusetzen.

HoratioNelson1Im Übrigen hatte Nelson schon in vorangegangen Schlachten Heldenmut bewiesen und ließ sich auch von einem verletzten Auge und einem verlorenen Arm nicht abhalten, die Ruhmestaten in der Schlacht von Trafalgar zu vollbringen. In den Schlagzeilen stand er übrigens auch, als er eine Affäre mit Lady Hamilton begann, die ebenso verheiratet war wie er selbst.

Rowan Atkinson, den wir alle als Mr. Bean kennen, veralberte Nelson in der Serie “Blackadder”, indem er das Signal folgendermaßen änderte: “England knows Lady Hamilton is a virgin. Poke my eye out and cut off my arm if I’m wrong” — der herrliche schwarze Humor der Briten eben…

Manch einer wird es schon ahnen: heute geht es um “Royal Heroes 1805” aus dem Hause Washington Tremlett. Die Duftnoten lassen Extravagantes erwarten: Kopfnote: Mandarine, Bergamotte; Herznote: Anis, Nelke; Basisnote: Patchouli, Zedernholz, Tonkabohne.

Auch wenn der Duftstreifen oftmals nicht sonderlich aussagekräftig ist, eines lässt sich bereits jetzt sagen: Lass alle Seefahrerassoziationen fahren. Kein Tang, keine Holzplanken, kein Pulverdampf und keine salzige Brise. Süße zitrische Noten, eine gesüßte Mandarine im Verbund mit warmer und ebenfalls süßer Tonkabohne. Eine leicht würzige Note mischt sich bei, die ich ohne Angabe der Duftnoten in Richtung Tabak eingeordnet hätte. In der Langzeitwirkung hätte ich noch auf Zimt getippt, der hier aber nicht angegeben wurde. Holzige Akzente und ein Hauch Patchouli kommen ebenfalls hinzu. Auf der Haut unterscheidet sich der Duft, zumindest bei mir, nicht grundlegend vom Teststreifen.

Vor der ersten Probe des Duftes überlegte ich noch, ob er nicht etwas für unsere Reihe “Echte Kerle” sei. Es spricht manches dagegen, aber auch einiges dafür. Ich habe mich schließlich für die Aufnahme entschieden: Natürlich haben wir es hier nicht mit einem kernigen Seemann zu tun, aber mit einem charakterstarken Admiral, der sich auch von Kriegsversehrungen nicht abhalten lässt, sein Land vor großem Unheil zu bewahren. Solche Männer haben auch den Mut, anders zu sein, neue Akzente zu setzen und unbeliebte Entscheidungen zu treffen – echte Charakterköpfe also!

Heroische Flaggensignale sendet Euch
Harmen

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Große Flasche, kleine Tasche…

Geschrieben in Allgemein am 28.10.2011

Dieses Problem kennt wohl jede Frau: Was tun, wenn einen unterwegs der Duft verlässt? Sicher, man beduftet sich zu Hause, oftmals mehr als ausreichend. Aber nach ein paar Stunden möchte man gerne nachlegen. Oder man geht unverhofft abends nach dem Büro noch weg und würde gerne wieder riechen wie frisch parfümiert (und häufig genug auch frisch geduscht, aber das ist ein anderes Thema). Mir zumindest geht es, wenn ich meinen Elfenbeinturm in der schwäbischen Hauptstadt mal verlasse, immer so. Deshalb nehme ich in schöner Regelmäßigkeit Parfums mit – in der Handtasche. Und obgleich alle meine Freunde immer über meine „Umzugskartons“ spotten – ich komme nur mit großvolumigen Taschen klar, in denen sich grundsätzlich nie das befindet, was ich gerade brauche – trotzdem ist deren Größe nicht ausreichend für fette Flakons. Oder diese sind so schwer, dass mit einem Parfum der Ballast auf der Schulter beziehungsweise am Arm schon nervig wird. Ganz abgesehen davon sind mir schon zwei Mal Flakons bei solchen Aktionen zerschellt. Und neulich, als es noch Sommer war – seufz – habe ich ein ungefähr wohlige 50 Grad heißes Acqua di Parma-Fläschchen unter dem Autositz vorgezogen, das ich dort nicht vermutet hätte und zu Hause schon verzweifelt gesucht hatte.

Das kann es nicht sein – deshalb versuchte ich es vor einigen Jahren schon mit Handtaschenzerstäubern. Ein Exemplar zum Rollen, von dem noch zehn Stück in meiner Schublade hausen, hat seinen Inhalt gleich am ersten Abend komplett von sich gegeben, weshalb nun eine meiner Strenesse-Handtaschen vermutlich Zeit ihres Lebens nach Gravel riechen wird. Nicht schlimm, aber keine Lösung. Sprühzerstäuber hatte ich auch schon einige, auch die fielen allerdings unter den Verdacht der Undichte. Und Apothekenfläschchen in Braun mit Zerstäuberkopf drauf sind zwar eine Zwischenlösung, aber auch nicht optimal – und vor allem so schrecklich hässlich.

Vor einiger Zeit landete dann dieses Produkt in unserem Shop, auf dessen Idee ich gerne gekommen wäre: Sen7. Taschenzerstäuber. Stylish. Formschön. Dicht. Und vor allem: Leicht zu befüllen mit 99% aller handelsüblichen Parfums.

Dieser Aspekt ist nämlich auch ein relevanter: Viele von uns haben ja schon des öfteren Fläschchen untereinander geteilt und wissen, wie nervenzehrend es ist, Parfums umzufüllen. Egal, wie man es macht, man sprüht meist die Hälfte daneben, bis auch nur wenige Milliliter in dem Behältnis der Wahl gelandet sind.

Sen7 verspricht ein sekundenschnelles Umfüllen ohne Mühe und Verluste – das hatte mich ebenfalls neugierig gemacht. Und so nutzte ich vor einiger Zeit die Gunst der Stunde und habe mich mit der überaus netten deutschen Vertriebsdame in Verbindung gesetzt und nachgefragt, ob wir nicht ein paar dieser Flakons bekommen könnten – für eine Vorstellung im Blog und für eine Verlosung.

Das ist mir geglückt – und vor mir liegt nun ein Apple-weißes Exemplar der Easy-Fill-Variante, während bei uns im Büro zehn weitere EasyFills in unterschiedlichen Farben auf neue Besitzer warten. Die Lady Vengeance ist das Testobjekt meiner Wahl, einer meiner All-Time-Favoriten, der jetzt zu den kühleren Temperaturen wieder bevorzugt zum Einsatz kommt. Laut hübsch designter Außenverpackung meines Sen7-Zerstäubers geht alles ganz einfach: Den ovalen Zerstäuber auseinanderziehen und mit dem Hinterteil auf den bereits seines Sprühkopfs entledigten Parfumflakon stülpen. Dann pumpen, pumpen, pumpen, pumpen… und schon sei er voll, der Zerstäuber, und nur Augenblicke später, wieder zusammengesetzt, einsatzfähig. Nett vorgeführt auch in diesem Video:

Was sich so einfach liest und anschaut ist es auch – problemlos habe ich binnen von knapp einer Minute meinen Sen7 befüllt, und das ganze sogar komplett ohne Verluste. Keine Parfumfinger, kein Rinnsal auf dem Tisch. Und funktioniert so wohl mit so gut wie allen handelsüblichen Parfumflakons. Ich bin begeistert. Und hatte das nette Teilchen bereits Samstag Abend im Ausgeheinsatz, den es mit Bravour bestanden hat.

So scheint es doch eine Lösung für mich zu geben – der kleine Weiße wird zwar mein erster, aber sicher nicht mein letzter Sen7 sein!

Für Euch gibt es wie schon erwähnt ebenfalls zehn Exemplare der EasyFills zu gewinnen – diese sind heute in der Freitagsverlosung, deren Spielregeln ja schon hinlänglich bekannt sind ;) An dieser Stelle auch nochmals herzlichen Dank an KM und Sen7 für die freundliche “Spende”!

Viel Glück und ein schönes Wochenende Euch,

Eure Ulrike.

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Freitagsverlosung.


Freitagsverlosung

Geschrieben in Kosmetik am 28.10.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

Darüber hinaus kommt natürlich noch, wie jeden letzten Freitag im Monat, ein ganz spezielles Präsent zur Verlosung: Diese Woche ist es nicht nur ein Präsent, sondern es werden 10 x  ein Sen7 – Taschenzerstäuber verlost. Wie praktisch und schön diese sind habt Ihr ja schon im Beitrag von Ulrike lesen und sehen können – macht also alle fleißig mit, es lohnt sich!

In der letzten Woche haben gewonnen:  Janka B., Steffen K., Hilda W., Meike F. und Monika N.  – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung


Blask…

Geschrieben in Duft am 27.10.2011

… ist das polnische Wort für Glanz, Brillianz – und somit der Name des achten Duftes aus dem Hause Humiecki & Graef. Wie der geneigte Leser wissen wird, handelt es sich hier um eines meiner Lieblingshäuser, von dem ich schon sehr oft geschwärmt habe. Ich liebe Idee und Konzept, Inhalt und Form, schlicht die ganze Firma. Und eigentlich alle, wirklich alle Düfte (ok, zugegeben – einzig Clemency funktioniert leider so gar nicht auf meiner Haut).

Uremotionen sind es, die Fischenich und Müksch, die beiden kreativen Herren hinter Humiecki & Graef mit ihrer Duftlinie olfaktorisch abbilden wollen – dafür suchte man sich ein exakt passendes Parfumeurs-Duo: Les Christophs, Christophe Laudamiel und Christoph Hornetz, vor allem ersterer als absolutes Enfant Terrible bekannt. Gebrieft werden die beiden im übrigen nur – mit Bildern, also Stimmungen, nicht mit konkreten Vorgaben.

Blask ist einer sehr starken Emotion gewidmet – dem Vertrauen. Da ist vom „Strahlen“ die Rede, „das dem innersten Quell des Vertrauens entspringt“, von einem „festen Halt“, von „Innigkeit“ und „wahrer Intimität“. Jaja, Vertrauen schafft Rückgrat und Rückgrat hilft manchmal Berge zu erklimmen oder zu versetzen, je nach dem. Mit dem Kopf in den Wolken und den Füßen fest mit der Erde verwurzelt – da kann man schon mal euphorisch werden, da gebe ich der Beschreibung recht.

Vertrauen ist – etwas Besonderes. Das ist Blask natürlich auch – einmal wieder, einmal mehr. Nichts anderes hatte ich erwartet von dem Quartett und ich bin, wie immer, entzückt.

Lorbeer macht den Anfang, er ist es, der mir in der Kopfnote direkt in die Nase steigt. Tief dunkelgrüner Natur von krautiger Bitterkeit sowie der ihm genuinen grasigen Würzigkeit zeigt er eine pikante Schärfe, welche alsbald von den nachfolgenden Noten abgemildert wird: Balsamisches Holz und deutlich wahrnehmbare Walnuss, holzig-trocken-nussig, von eigenartig fruchtig-wässrigen, aber sehr präsenten Noten begleitet, die in der Tat an einen guten Rot- oder vielleicht eher Roséwein denken lassen. Ich habe, Hand aufs Herz, keine Ahnung, woher diese Komponente stammt, was für Emergenzen sich hier entwickeln – in jedem Fall riecht es äußerst interessant und komplett innovativ. Auch im weiteren Verlauf oszilliert der Duft zwischen unbekannten und bekannten Polen verschiedenster Art: Das Walnussholz bleibt uns erhalten genauso wie Anklänge von Lorbeer als auch jene Roséfruchtigkeit, darüber hinaus könnte ich in wildes Assoziieren verfallen: Blüten, dahingehaucht florale Noten, Kamille? Und irgendwo dahinter, ja, – jene harzige Oudstrenge, wenn man genau darauf achtet.

Nichtdestotrotz – als klassischen Oudduft würde ich Blask nicht bezeichnen, wahrlich nicht. Er passt ganz generell in überhaupt kein Raster mit seinen eigentümlichen Noten und seiner leuchtenden fruchtig-holzig-sauberen Cremigkeit.

Ich könnte mich jetzt in Lebensweisheiten und Zitaten suhlen, so zum Beispiel dass Vertrauen Mut erfordert, die Basis ist für jede Form von Zuneigung, gar Liebe, dass Vertrauen Selbstopferung erfordert, bis zu einem gewissen Grad und das Vertrauen, wie Matthias Claudius schrieb, die größte Ehre ist, die man einem Menschen angedeihen lassen kann. Ich könnte aber auch einfach schreiben, dass Blask, genauso wie das Vertrauen, dem er gewidmet ist, ein Geschenk ist: Ein zutiefst emotionaler Duft voller Aufrichtigkeit und warmer Zuneigung, einer, der einen in Seelenruhe anstrahlt wie ein Lächeln auf dem Gesicht eines einem zugetanen Menschen. Einer, auf den man sich verlassen kann, der Geborgenheit stiftet und, ja – Vertrauen spendet. Wo wir wieder beim Thema sind.

Blask sollte man sich, wie im übrigen die gesamte Humiecki & Graef-Kollektion, nicht entgehen lassen: Getestet haben sollte man sie alle einmal, ob man sie nachher liebt (wie ich) oder eben auch nicht.

In diesem Sinne – alles Gute Euch und einen schönen Tag,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Nut 1 von Kriss Szkurlatowski, Autumn Vineyard von  AMA90/Stasi Albert, Old Windmill von John Nyberg, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Humiecki & Graef inklusive Blask in unserem Shop.

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Unsere Leser stellen sich vor: Teil I – Margot.
Neuer Wind Teil 4.
Duftverzeichnis


Tam Dao – ordentlich Holz vor der Hütte

Geschrieben in Duft,Holziges am 26.10.2011

Heute widme ich mich einem Haus, das ich noch gar nicht wirklich kenne, welches mich aber mit seinem überragenden Duft „Philosykos“ nachhaltig beeindruckt hat. Vielen Dank auch an Ulrike, die mir vor Jahren die dem Parfum entsprechende Duftkerze „Figuier“ geschenkt hat!

Tam Dao, der 2003 erschien, soll die Kindheitserinnerungen von Yves Coueslant wiedergeben. Coueslant gehört zu den drei Gründern von Diptyque. Als Kind hatte er einige Jahre in Vietnam gelebt und so soll „Tam Dao“ ganz jener Gegend verschrieben sein, welche zu Deutsch „Drei Inseln“ bedeutet. Dieser Name leitet sich von den drei Bergen Thien Thi, Thach Ban und Phu Nghia her, die wie Inseln aus den Wolken herausragen. Bei Tam Dao handelt es sich auch um ein Hochplateau auf 950 m Höhe, einen Nationalpark sowie ein beliebtes Ausflugsziel. Bereits ab 1902 nutzte man Tam Dao als Kurort, da er durch seine Höhenlage mit angenehmeren Temperaturen aufzuwarten hatte als die Ebene. Damals erholten sich dort die reichen französischen Kolonialisten und ließen sich standesgemäß von den Einheimischen bedienen.

Tam Dao mountain range

Dann darf ich gespannt sein, was der Parfumeur Daniel Molière für Diptyque kreierte: Die Noten lassen zumindest auf ein „Brett“ aus Hölzern schließen. Kopfnote: Zypresse; Herznote: Sandelholz, Zedernholz, Rosenholz; Basisnote: Ambra

Auf dem Duftstreifen erwartet mich zuerst die Zypresse. Für mich riecht diese immer irgendwie minzig oder eukalyptusartig, in jedem Fall aber frisch. Ein Wust an weiteren holzigen Noten, die zum Teil ins Seifige aber auch Süßliche gehen, lässt sich nicht näher beschreiben. Komisch, dass sich auf der Haut der Duftverlauf sehr viel klarer und nachvollziehbarer entwickelt. Auf der Haut wird die vorangegangene Vermutung vollends bestätigt: Holz, Holz, Holz. Ich würde sagen, dass das Sandelholz hier die Hosen an hat. Im Verlauf akzentuiert die Zypresse zu Beginn frisch, Sandelholz und Zedernholz geben saubere Anklänge mit. Rosenholz und Ambra schleifen die gröbsten Späne ab, ohne aber wirklich in Erscheinung zu treten.

Cedar grain

Liest man sich ein wenig durch andere Blogs und Rezensionen, so zeigt sich, dass „Tam Dao“ durchaus die Geister scheidet. Böse Zungen beschreiben ihr Dufterlebnis als seien sie zur Schrankwand mutiert, so hölzern sei der Duft, andere assoziieren ihn mit frisch geschlagenem oder gerade erst geschnitztem Holz. Ich muss sagen, dass es nicht das erwartete Brett ist. Die moderate Haltbarkeit des Dufts schützt uns jedenfalls vor dem gefräßigen Borkenkäfer. Es wird sicherlich auch nicht die hiesige Handwerkskammer bei Euch anrufen, um Euch ungesehen zum Schreinermeister des Jahres zu küren, frisch gesägtes Holz ist etwas anderes – dafür ist der Duft dann doch wieder zu kultiviert.

Leider war ich bis jetzt noch nie in Vietnam oder Südostasien, deswegen kann ich nicht beurteilen, ob der Duft diese Gegend treffend beschreibt. So viel kann ich aber sagen: ein angenehmer Duft, den ich tendenziell eher an einem Mann sehe, holzig, ein bisschen sauber, mit einem kultivierten Gemüt. Für mich ganz klar ein Daumen-hoch!

Viele knarzende Grüße von
Harmen

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Freitagsverlosung
letzte Freitagsverlosung des Jahres
Carpaccio…


Das Duft-Tagebuch lädt Euch ein…

Geschrieben in Allgemein am 25.10.2011

Red carpetLiebe Leserinnen und Leser des Duft-Tagebuchs,

wir wollten Euch einfach einmal mitteilen, wie viel Freude es uns macht, Euch mit Duftrezensionen, Neuigkeiten und Verlosungen zu versorgen. Außerdem haben wir uns etwas Besonderes überlegt.

Gerade in Zeiten des Internets sollte solch ein Blog keine Einbahnstraße sein. Wir möchten Euch gerne kennenlernen und haben hierfür den roten Teppich für Euch ausgerollt.

Die eine oder den anderen kennen wir bereits persönlich oder über die Kommentarfunktion, aber viele unsere Leser sind uns bislang unbekannt, und das möchten wir ändern. Was haltet Ihr davon, wenn wir hin und wieder Euch Leser in einem Artikel vorstellen? Vielleicht auch im Rahmen einer Duftsuche?

Das geht natürlich nur, wenn Ihr mitmacht. Ob mit oder ohne Foto, langem oder kurzem Text – wir sind Euch selbstverständlich auch beim Schreiben behilflich.

Für einen guten Einstieg haben wir uns ein paar Fragen überlegt:

Wie seid Ihr zum Duft-Tagebuch gekommen?
Lest Ihr es regelmäßig?
Seid Ihr aus der Branche und lest aus beruflichen Gründen mit, oder seid Ihr Duftjunkies, die sich auf dem Laufenden halten wollen?
Welche Düfte sind Euer Ein und Alles?
Und welche Düfte wollt Ihr gerne hier einmal besprochen sehen?
Möchtet Ihr einfach einmal Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschläge loswerden?

Und natürlich: Wenn Ihr auf der Suche nach einem Duft seid – was für einer sollte es sein? Vielleicht können wir auch anhand Eurer Lieblingsdüfte ähnliche Kracher aus dem Hut zaubern. Am besten gebt Ihr uns noch ein paar Angaben zu Eurer Person, da fällt eine Empfehlung immer etwas leichter.

Wir sind sehr neugierig, ob Euch unsere Idee gefällt. Nehmt doch einfach Kontakt mit uns auf (Mail an: h.biro@ausliebezumduft.de)! Auf alle Teilnehmer, die sich hier vorstellen, wartet eine kleine Überraschung.

Liebe und sehr gespannte Grüße von
Ulrike und Harmen

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Unsere Leser stellen sich vor: Teil I – Margot.
Unsere Leser stellen sich vor: Teil V – Annette
Unsere Leser stellen sich vor: Teil II – Carola.


Frischer Wind & dicke (Parfum)Luft in Bruchsal…

Geschrieben in Allgemein am 24.10.2011

Länger angekündigt fand es diesen Herbst einmal mehr, einmal wieder statt: Ein (erneutes) Treffen des Beautyboards in den Bruchsaler heiligen Hallen für Duftliebhaber. Von langer Hand geplant hatten wir es, und mit Erfolg: Mehr als zwei Dutzend „Beauties“ hatten sich angemeldet für den Schnuppertag, an dem es sich so herrlich testen und tratschen lässt. Wann sonst hat man denn mal die Gelegenheit, mit so vielen Gleichgesinnten auf einem „Haufen“ über Duftverläufe zu parlieren, diese auf geneigten „Häuten“ gegenzutesten, sich zusammen durch Hunderte Flakons zu schnüffeln und fach- und sachkundige Meinungen über die Düfte auszutauschen? Das Treffen hat mittlerweile Tradition und ist fast schon so etwas wie eine Institution, insofern hatten sich beide Seiten sehr auf den Tag gefreut.

Wie immer reiste ein Teil der Gäste, die aus ganz Deutschland kommen und kamen, einen Tag früher an und enterte gut ausgeschlafen schon frühmorgens unser Geschäft in der Bahnhofsstraße. Meinereiner hatte anlässlich des Treffens auch Besuch, und zwar aus dem schönen Ruhrpott. In dessen Begleitung machte auch ich mich am Samstag auf die Fahrt, um dann erst einmal herauszufinden, dass auch ungefähr 80km von Stuttgart in die Provinz ziemlich lang werden können – zweieinhalb Stunden haben wir gebraucht mit diversen Staus, und wäre ich dann nicht noch in meiner Hektik gen Baden-Baden abgebogen hätten wir es sogar vielleicht eine ganze Viertelstunde früher geschafft… Schwamm drüber, angekommen sind wir trotzdem um die Mittagszeit, zu der das Geschehen schon in vollem Gang war. Die Mädels hatten liebevoll unseren Rezensenten Harmen in ihre Mitte geklemmt, der sich als beinahe einziger Mann anfänglich ein bisschen verloren vorkam. Dank der fröhlichen Frauen und der Düfte legte sich das dann alsbald, zumal noch Zuwachs zu uns stieß: Mein lieber Freund S., der an dieser Stelle herzlich gegrüßt sei, schloss sich unserer Truppe an, schnüffelte nach Leibeskräften mit und übertraf mit seiner Rechnung am Schluss durchaus den Kaufrausch der einen oder anderen von uns. In jedem Fall, das kann ich stellvertretend sagen, haben „wir Frauen“ uns sehr gefreut und würden uns auch in Zukunft über ein paar nette Männer bei unseren Treffen freuen: Männer vor, es kann doch nicht sein, dass ansonsten nur der liebenswerte Mann einer Teilnehmerin uns regelmäßig Besuche abstattet, oder? Keine männlichen Duftliebhaber da draußen meine Herren?

An Neuigkeiten gab es dieses Mal einiges zu entdecken: Gerade eben in unserem Shop gelandet waren die Düfte von Olfactive Studio (von denen Chambre Noire nach dem Treffen tatsächlich ausverkauft war), die Kollektion der isländischen Künstlerin Andrea Maack sowie Atelier Flou, die neuen Düfte von Clive Christian, C – einmal für die Dame und einmal für den Herren, dann Acqua di Parmas neuer Duft Gelsomino Nobile, LM Parfums und viele mehr. Reichlich Anklang fand auch die Wunderbaum-Variante für Fortgeschrittene: Millefioris neue Car Air Refreshener, die es in zahlreichen Duftsorten gibt und die man einfach an die Autolüftung klemmt. Ich habe es schon ausprobiert und erfreue mich dieser Tage in meinem Auto an Sandalo Bergamotto.

Wer viel riecht muss sich auch viel stärken – das taten wir wie immer ausführlich bei einer großen Käseplatte, dem angestammten Feigensenf und diversen Salaten, einigen leckeren Kuchen und den mittlerweile schon legendären Muffins von Eva, für die ich mich stellvertretend an dieser Stelle nochmals recht herzlich bedanken mag. Frisch gestärkt sowie mit Koffein im Blut und Kaffeebohnen unter/in der Nase schreitet es sich nachfolgend wieder voller Tatendrang zur „Arbeit“, was wir bis in die Abendstunden durchhielten, um uns nachfolgend wie die letzten Male auch zum Abschluss bei Da Gianni einzufinden. Im trauter und erfreulich großer Runde ließ man hier nochmals den Tag Revue passieren: Bei leckeren Kürbisgnocchis, Risotto, erlesener hausgemachter Pasta oder gewohnt guter Pizza schnackte es sich hervorragend – über die zurückliegenden Stunden, die „Beute“, die man sich gegönnt hatte, und die Entdeckungen des Tages. Das taten wir, so ausgiebig wie wir den Tag über Parfums getestet hatten, um uns dann kurz vor Mitternacht in alle vier Himmelsrichtungen zu zerstreuen. Erfüllt von dem schönen Tag, der nun hinter uns lag. In freudiger Erwartungen eines nächsten Treffens, das es sicher auch geben wird.

Ganz liebe Grüße an alle, die leider kurzfristig doch nicht kommen konnten und natürlich an die, die mit von der Partie waren – ganz im Speziellen auch unser Parfumo-Mitglied, das überraschend zu uns stieß, sowie unsere Blog-Leserin Petra, die meiner Einladung gefolgt war und mir sogar ein vor Wochen von mir keck gewünschtes Glas wundervoller Marmelade mitgebracht hat! Vielen herzlichen Dank an Dich Petra, für Dein Erscheinen und die leckere Marmelade (die schon halb leer ist, ganz nebenbei), an Jutta für den tollen Geburtstagskuchen (ich hatte nämlich am Sonntag Geburtstag, auf den ich noch in Bruchsal mit ein paar Beauties anstoßen durfe – danke!) und an die anderen lieben Beauties für den tollen Tag, den wir gemeinsam verbringen durften!

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Vielen Dank an Carmen & Margot für die Bilder!

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Impressum


Pardon…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Holziges am 21.10.2011

heißt er, der neue Nasomatto, und man möchte fast meinen, Herr Gualtieri meint das wörtlich: Bitte entschuldigt, Ihr Lieben, dass erst jetzt ein Neuer kommt! Bitte entschuldigt, dass meine ohnehin schon dürftige Informationspolitik diesmal noch dürftiger war und die Geheimniskrämerei ins Unermessliche wuchs! So oder so ähnlich würde ich sie ihm in den Mund legen, die Entschuldigungen. Denn, das darf bemerkt sein lieber Alessandro: Sie haben uns wahnsinnig lange auf die Folter gespannt, um nicht zu sagen unverschämt lange! Und dann war er angekündigt, der Duft, und kam nur mit einem dandyesken Foto verziert und ein paar sparsamen Worten. Wie immer ohne Angaben zu den Inhaltsstoffen begann das Rätselraten, und man las es schon nach kurzer Zeit im Netz munkeln: Oud und Magnolie.

Die sind es dann wohl auch geworden – neben anderen, wie immer nebulös im Ungewissen belassenen Inhaltsstoffen, denn: Über so etwas redet Monsieur Gualtieri nicht. Das müssen wir uns schon selbst zusammenreimen oder besser -riechen. Eigentlich hat er ja auch recht – ein Duft gefällt oder er gefällt eben nicht. So einfach ist das.

Wie Ihr Euch sicher schon vorstellen könnt: Mir gefällt Pardon, so wie mir (fast) alle Düfte von Gualtieri gefallen. Oder, anders: Mir gefällt Pardon, weil er sich als Bruder im Geiste zu meinen beiden Lieblingsdüften von Nasomatto gesellt, zu Duro und Black Afgano. Mir scheint, in deren Mitte fühlt er sich wohl, deshalb stelle ich Euch alle drei vor.

Duro ist mein absoluter Liebling aus der Kollektion und ich erinnere mich noch bestens an eine Umfrage in dem Duftbereich eines Kosmetikforums, dem Beautyboard, in der die Frage nach einem Duft für „echte Kerle“ aufkam – das Ergebnis war: Duro. Dem kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen. Duro ist für einen Vollblutmann, und dabei weit entfernt davon, ein übermaskuliner Mann-Mann-Duft zu sein. Leder, Gewürze, Hölzer sind das, was man herausriecht – und Oud, wie ich meine. Aromatisch kühl kommt er daher, dicht gewoben lässt er einen kaum ausmachen, aus was für einem Stoff er gestrickt ist. Ledrige Eleganz, samtige Holzkanten – das alles ist nicht nur verdammt selbstsicher und männlich, sondern auch verdammt sexy. Ein Duft wie Jason Statham, den ich in seinen Ein-Wort-Satz-Filmen so liebe: Fürs Handfeste. Für den roughen, toughen Unbezähmbaren, der immer ein wenig distanziert, aber dadurch noch anziehender wirkt.

Black Afgano ist da eher die Latino-Nummer, die hitzige mit feurigem Temperament. Ich rede hier aber nicht von so einem Weichei-Latin-Lover, der schwülstige Schmusehits im getunten Auto hört, nein. Das hier ist eine echte Kante. Ein echter Mann, der braucht keine aufgesetzten Machoallüren. Einer, der keine Kompromisse eingeht und keine Gefangenen macht. Hier brodelt es dunkel und geheimnisvoll, dass es eine wahre Freude ist. Riecht er wie Hasch, der Afghane? Ja und nein. Nicht direkt (sagte man mir ähöm), aber der Duft fängt trotzdem auf unnachahmliche Art die Facetten jenes glimmenden Kräutchens ein: Tiefdunkel-würzig, bitter, harzig und gleichzeitig warm glühend fängt Black Afgano Noten von Tabak ein, von Kräutern, Cannabis, von Kaffee und Hölzern und Harzen sowie Weihrauch, den rauchen tut es hier ebenfalls gewaltig. Mann oder Maus? Wunderschön, sehr speziell und sehr präsent ist Black Afgano in seiner brachialen Ästhetik nichts für Hasenfüße und Hasenherzen.

Und Pardon? Pardon ist für mich der Mann dazwischen: Ein Schöngeist, ein Baudelairscher Flaneur, ein Großstadtraubtier und -jäger. Ein dekadenter Ästhet in feinste Stoffe gehüllt, den Kopf gen Wolken gestreckt, ein Himmelsstürmer, der die Beine nicht immer fest auf der Erde hat. Ein Verführer, ein geistiger – und nicht nur das…

Ist es nun wirklich Magnolie? Ich denke schon, mit blumigen Anklängen fängt das Vergnügen nämlich an, sacht und sanft, um dann Schokolade hinterherzuschieben, dunkle, betörende, raue und pudrige, die sich mit Hölzern verbündet und samtigen Oudanleihen. Sandelholzsüße stiftet Wärme, Vanille oder wahrscheinlicher Tonkabohne sorgt für würzig-cremige Vanilleweichheit und etwas pfeffert süß-scharf – Zimt? Muskat?

In jedem Fall ist dieser Monsieur der distinguiertes von allen, er ist der Intellektuelle, der durchaus zu starken Emotionen fähig ist und ausgeprägten Tiefgang hat, dem im Vergleich mit seinen beiden Brüdern aber eine Prise weniger jener rauen Intensität innewohnt, die für die beiden anderen so charakteristisch ist. Nichtsdestotrotz: Ein echter Nasomatto. Und mal wieder ein echtes Meisterwerk.

Was meint Ihr? Und wie steht Ihr zu Nasomatto?

Liebe Grüße,

Ulrike.

Bildquelle: Paul Gavarni, Le Flâneur, 1842.

Hier finden Sie die Düfte von Nasomatto in unserem Shop.

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Freitagsverlosung

Geschrieben in Kosmetik am 21.10.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Jolanta R., Clemens B., Claudia D., Yasmin W. und Friedrich T.  – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Aus der Welt der Träume…

Geschrieben in Blüten,Duft,Grünes am 20.10.2011

geht es jetzt hinüber in die Realität: James Heeleys dritter und letzter Duft seiner neuen Extrait-Reihe steht heute an: L’Amandière, was eine weibliche Form eines Mandelbaumes sein müsste (Restfranzösisch, Hilfe?!), ist dessen Name und kreiert hat ihn Heeley für seine Freundin:

„Es ist ein Portrait des Frühlings – blühende Mandelbäume, Glockenblume, Hyazinthen, Rosen, grünes Gras und ein Hauch von Lindenblüten in der Luft…“

Und wie entstand der Duft?

„Ich habe versucht, einige Düfte, die meine Freundin besonders gerne mag, mit einfließen zu lassen und dementsprechend abzuwandeln. Wenn Bubblegum Chic meine Fantasie ist, so ist dies also meine Realität!“

Nun bin ich ja sehr gespannt, wie weit hier Traum und Wahrheit auseinander klaffen, die Stichworte zu L’Amandière sind schon einmal komplett different:

„Klar. Freude. Luft. Blüte. Wachstum. Obstgarten. Mandeln. Morgen. Grün. Gras. Himmel. Tau. Maiblumen. Glockenblumen. Bäume. Schön. Wild. Hyazinthen. Nacht. Jasmin. Vertrauen. Licht. Tag. Liebe.“

Nacht? Kann mir wer verraten, was hier die Nacht macht? Ich muss jetzt den Duft schnuppern, der im übrigen aus grüner Mandel, Hyazinthe, Jasmin und Rose zu bestehen scheint.

Frisch aufgesprüht rieche ich davon erstmal – gar nichts. Denn mir strömt anderes entgegen: Der Duft von trockenem Gras, von feinstem Kräuterheu, von der Sonne gewärmt und von honigsüß duftenden Blüten durchzogen. Lindenblüten, deren Duft von fern herüberweht. Und Gras, frisches Gras. Sowie, omnipräsent und wunderschön – Hyazinthe. Betörend wässrig-aquatisch und milchig-fleischig zugleich lässt sie hinter sich noch anderes Blütenwerk vermuten, welches für mich – blau blüht. An dieser Stelle möge man die Nase schärfen und nochmals tief einatmen – und siehe da, man wird der Mandel gewahr, die einem anmutigen grünen Marzipanschleier gleicht und die Protagonisten umhüllt, sich wie eine Aura um sie legt, wohlig-weiche Assoziationen evozierend.

Woher die Nacht da oben kommt weiß ich immer noch nicht und wild ist hier auch nichts, dafür glaube ich, dass Herr Heeley ganz schön glücklich ist. Und ganz ohne Kenntnis der Personen vermag ich wie mir scheint auch zu verstehen, was hier mit Vertrauen gemeint ist. L’Amandière ist eine tolle Liebeserklärung: Ein unaufgeregter Duft, unprätentiös, aber tief – vertraut, voller wohliger Wärme und Sonne, auf seine Art strahlend, blühend und im stetigen Wachstum inbegriffen. Ein verheißungsvoller langer Frühling, bildschön und authentisch.

Diese Mandel, das könnt Ihr mir glauben, darf definitiv auch von denjenigen getestet werden, die sonst kein Herz für Mandelaromen haben – ich bin mir sicher, dass L’Amandière auch deren Gemüter bezaubern wird!

Verzückte Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Almond Blossom von Irenels, Flowered Almond von Xesko82/Francesco Toldrà, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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