Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Freitagsverlosung

Geschrieben in Kosmetik am 19.08.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Susanne S., Annette W., Rüdiger K., Olivia K., und Moritz G. – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Eau de Fröhliche – Teil 2.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Gourmand am 18.08.2011

Gestern hatte ich bereits von der Idee, der Intention und der glücklichen Fügung des Schicksal erzählt, die Erik Kormann dazu bewog, uns seinen Weihrauchduft Eau de Fröhliche zu bescheren. Heute möchte ich mich nun dem Duft selbst sowie dessen Ingredienzen widmen – Herr Kormann war mir dabei eine große Hilfe und ein liebenswerter Gesprächspartner.

Kommen wir zuerst einmal zu den Ingredienzen – Eau de Fröhliche enthält: Weihrauchöl, Tolubalsam, Tonka, Vanille Absolue, Irisbutter (Veilchenwurz oder auch Iris Pallida), Kardamom, Patchouli, Frambinone und Rosenholz.

Kormanns Intention war, wie gesagt, einen Orientalen zu kreieren, da Weihrauch an und für sich eine orientalische Ingredienz ist – für ihn lag es da nahe, dieses ohnehin schon von einer bemerkenswerten Süße zeugende, verbrannt-karamellisierte Weihrauchöl mit Duftnoten zu kombinieren, die wir ohnehin mit dem Orient assoziieren:

„Für mich riechen harzige Düfte oft irgendwie nach Lösungsmitteln. Ich muss dann an angeritzte Bäume oder lackierte Holzflächen denken – das wollte ich nicht. Mir gefällt der würzig-aromatische Teil des Parfums und dieser Weihrauch sollte, musste einfach lieblich werden.“

Um diese Facetten des Weihrauchs hervorzuheben, benutzte Kormann zuerst einmal Vanille und Tonkabohne, welche eine ähnliche, ebenfalls an Cumarin erinnernde würzige Süße offenbart. Tolubalsam unterstreicht diese Aspekte mittels seinem ebenfalls vanillig anmutenden, würzig-harzigen Charakter. Für die Schokoladenseite ist Patchouli zuständig, welchem immer eine kakaoartige Note anhaftet. Frambione, auch Himbeerketon genannt, unterstützt die bereits genannten Ingredienzen:

„Der Duft riecht natürlich nicht nach Himbeere. Soll er auch nicht. Himbeerketon ist ein ganz, ganz schwacher Riechstoff, der nur leicht an Himbeeren erinnert. Er wirkt schön fruchtig und süß. Ich wollte genau diese fruchtige Süße. Mehr nicht und außerdem hat Himbeerketon eine geniale Haftung und er wirkt fast schon wie ein Fixativ.“

Dazu kommt dann noch Irisbutter:

„Die Irisbutter rundet den blumigen Teil des Duftes ab. Ist schon ein komischer Stoff. Riecht irgendwie nach Möhre, wird auch oft mit Karottensamenöl gestreckt (was auch nicht gerade billig ist), und schafft in einem Duft eine unglaubliche Natürlichkeit. Man riecht natürlich nicht nach Möhre. Ich merke aber sofort, wenn die Iris in dem Duft fehlt.“

Und als letzte Ingredienzen Kardamom, ein beschwipster, der die geneigte Nase in der Kopfnote begrüßt, und Rosenholz:

„Was scheinbar nur am Rand erscheint ist das Rosenholz (Linaloeöl). In der Literatur wird Rosenholzöl als blumig, an Rosen erinnernd, würzig und süß beschrieben. Ich muß bei Rosenholzöl zugleich immer an Bergamotte denken, weil Linalool auch in den Zitrusfrüchten enthalten ist und genau dieser Charakter war und ist mir zu Anfang wichtig.“

Die Kreation der Basis von Eau de Fröhliche gestaltete sich wohl nicht ganz einfach, wie Erik Kormann mir schrieb – und bediente sich dabei eines netten Vergleichs:

„Die Basis des Duftes war schwierig, weil viele der Stoffe sehr dicht zusammen sind und ich keinen duftenden Einheitsbrei wollte. Es ist wie Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer. Es ist zwar kein Platz, Spaß macht es trotzdem. Aber ich will mal meine Gedanken erläutern. Weihrauch ist ja aus christlicher Sicht eine Botschaft an den lieben Gott. Da habe ich zwar nichts dagegen, doch ich hab’s nun mal nicht so mit Gott und wenn schon christlich vergeistigt und kontemplativ, den bitte ohne Räucherei. Dieser nüchterne und aufsteigende Charakter von verräuchertem Weihrauch reizt mich persönlich nicht. Ich muss bei Weihrauch an andere Dinge denken.“

Ich habe keine Ahnung, an was Herr Kormann alles bei Weihrauch denken muss – es kann eigentlich nur Gutes sein, wenn ich mir das Resultat Eau de Fröhliche unter die Nase halte – denn der Duft ist wirklich vollkommen außergewöhlich, auch und gerade für einen Weihrauch. Ein solcher ist es, ganz bestimmt. Aber ein beschwingter. Ein heiteres Naturell, selbstbewusst und ernsthaft, aber lebensfroh, positiv.

Im Auftakt kitzeln einen kecke (Him)Beerennoten in der Nase. Karamellisiert kommen sie daher, ich kann sie förmlich riechen, die leicht angebrannte Zuckerkruste, die bräunliche. Und ehe ich mich versah finde ich sie, mich wieder, überzogen von einer pudrigen Schicht feinsten zartbitteren Kakaos, der eine erhabene Weihrauchseele beschützt. Eine rauchige, harzige. Und eine verhalten süße. Eine von bittersüßer Melancholie, die die Leichtigkeit des Seins verinnerlicht hat und lebt. Eine, die lächelt, frohgemut.

Ein Weihrauch ist Eau de Fröhliche somit, ganz bestimmt. Aber ein beschwingter. Ein von fruchtigen Anklängen begleiteter, der mit buttriger Iris und Hölzern brilliert und gar deliziöse Gourmandnoten birgt – pudrige zartbittere Schokolade hochadliger Herkunft und cremig-würzige Vanille. Ein Traum – und nicht nur ein Weihnachtstraum.

Die Flakons sind im übrigen geschmückt von einem eigens für Erik Kormann von dem Designer Jo Zarth geschaffenen Etikett. Die Zunge des darauf abgebildeten Mopses wurde auf jeder Flasche von Hand nachkoloriert. Und jeder Duft kommt nicht nur mit einem kleinen Pröbchen des göttlichen Weihrauchs, der es Kormann so angetan hat, sondern auch mit einem Pröbchen Iris und Tonka eigens für die geneigte Nase. Finde ich toll – und Ihr?

Habt Ihr schon getestet? Wie liest es sich für Euch? Ich bin gespannt!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Eau de Fröhliche – Teil 1.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Gourmand,Orientalen am 17.08.2011

Ist sie jetzt völlig durchgedreht, ein Weihnachtswasser im Winter Sommer? Das wird sich der eine oder andere denken. Und ja, zugegebenermaßen, der Name erinnert spontan an Weihnachten, aber eigentlich ist er ganz wörtlich zu nehmen: Heiter geht es bei diesem Duft zu, und das obgleich die Hauptrolle von Weihrauch gespielt wird. Aber beginnen wir zuerst einmal von vorne – und zwar mit Erik Kormann.

Dessen Name und Person dürfte einigen Duftfans und/oder Berlinbesuchern ein Begriff sein: Erik Kormann schreibt das meines Erachtens nach ganz hervorragende Aromatische Blog, ein Blog über Düfte, duftende Rohstoffe und die hohe Kunst des Parfumhandwerks. Letzterem widmet er sich auch selbst mit Begeisterung und kreierte bereits Juli, August und September, drei Düfte, die den Anfang einer Monatsserie bilden. Diese Düfte kann man auch erwerben, und zwar in Kormanns wunderschönem Ladengeschäft, welches er seit 2001 mit seiner Partnerin Xenia Trost betreibt: 1000 & 1 Seife heißt die Seifenwerkstatt, die mittlerweile in den Rosenhöfen direkt am Durchgang zu den Hackeschen Höfen zu finden ist.

Dort findet man jede Seife, die das Herz begehrt: Von der „normalen“ Handwaschseife über die Shampooseife, Babyseife, Peelingseife, Rasierseife und viele mehr – alle mit viel Liebe handgefertigt und in individuell gestalteten Verpackungen zu erwerben. Man wird kaum eine Seife finden, die Erik Kormann nicht herstellen und bieten kann. Viele davon zeigt er in seiner stetig wachsenden Seifensammlung mit Exponanten aus aller Welt, die sich vor Ort bestaunen lassen. Zu den Klassikern des Hauses gehören unter anderem die „ZimtZiege“, eine Seife mit Ziegenmilch und Zimtaroma, „Tabula Rasa“, eine Peeling- und Rasierseife für Männer mit einem sanften Vetiver- und Kardamomaroma, „Kaffeeklatsch“ eine Seife, die unangenehme Küchengerüche von den Händen entfernt, „Mama Mia“, eine Seife für die besonderen Bedürfnisse Schwangerer und noch etliche weitere.

Der sympathische Erik Kormann selbst scheint ganz offensichtlich eine schillernde Persönlichkeit zu sein: Im Jahre 1966 geboren, betätigte er sich nach seiner schulischen Laufbahn als Tischler, archäologischer Ausgrabungstechniker, Kameraassistent sowie Bildjournalist, absolvierte ein Magister-Studium mit den Fächerschwerpunkten Kulturwissenschaft, Ästhetik, Gender-Studies als auch Musikwissenschaft und – stolperte natürlich irgendwann über Düfte, wie man an seinen jetzigen Tätigkeiten ablesen kann. Eine glühende Passion für Duftendes – das kennen wir doch irgendwoher…

Wie der Zufall es so wollte bekam Kormann vor nicht allzu langer Zeit nun ein Weihrauchöl in die Hände – und stellte sofort fest, dass er da einen ganz besonderen Schatz gefunden hatte: Tiefdunkel, dickflüssig und von einer merkwürdigen Süße – dieser Weihrauch zeigte sich von ganz besonderer und seltener Qualität, war einer wie keiner. Und Kormann, der zu diesem Zeitpunkt schon geübter war im Kreieren von Düften beschloss, den Weihrauch mit der Welt zu teilen und aus dem Bottich voll reinen Weihrauchglücks Düfte herzustellen.

Seine Intention war es, diesen kostbaren Rohstoff auf ganz besondere Art und Weise umzusetzen: Ein orientalisches Parfum sollte es sein, und zwar eines, dass nicht nur die Natur des Weihrauchs an sich, sondern die jenes ganz speziellen Öls einzufangen vermag. Denn Kormann war (und ist) ganz eingenommen von diesem Stöffchen, und das, obgleich er sich selbst nicht unbedingt als Weihrauchliebhaber bezeichnete – davor, vor diesem Öl, wie er betont.

Gesagt, getan – Eau de Fröhliche ist fertig, endlich. Und Herr Kormann hat sich dazu entschieden, den Duft mit uns zusammen zu verkaufen, worüber wir uns ganz außerordentlich gefreut haben.

Herr Kormann war so lieb, mir darüber hinaus Rede und Antwort zu stehen, mir ausführliche Informationen zu seinem Duft zu erzählen und auch zu schreiben. Jene möchte ich in jedem Falle für Euch einbinden, da sie ein Hintergrundwissen vermitteln, welches für Euch Duftfans sicherlich interessant sein dürfte.

Heute belasse ich es erst einmal mit der Vorgeschichte zum Duft, morgen erwartet Euch dann die genaue Beschreibung des Duftes sowie dessen Herstellungsprozesses.

Bis dahin viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Domenico Caracenis Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Geschrieben in Duft am 16.08.2011

Schon seit längerem bin ich neugierig, was es mit den Düften von Domenico Caraceni auf sich hat. Neugierig machte mich vor allem die Unternehmensgeschichte. Ein Modedesigner, der auch eine Duftkollektion herausbringt ist ja nun beileibe kein Einzelfall. Wenn es aber um den “Vater der italienischen Schneiderkunst” Domenico Caraceni geht, der bereits 1913 sein Geschäft gründete, sieht die Sache anders aus. Der werte Herr muss direkt am Puls der Zeit gelebt haben, denn seine Entwürfe begeisterten illustre Namen wie Tyrone Power, Humphrey Bogart, Gary Cooper, Cary Grant, Yves Saint Laurent, Gianni Agnelli, Sophia Loren und Valentino Garavani. Auch Kunden aus dem europäischen Adel ließen sich in Caraceni hüllen, etwa Rainier von Monaco, Aristoteles Onassis oder aber heute auch der allseits bekannte Partylöwe Silvio Berlusconi.

Harvard line-up (LOC)

Als heutigen Kandidaten habe ich mir Ivy League herausgesucht, kein Efeuduft, so viel sei verraten. Bei Ivy League handelt es sich um eine Liga im amerikanischen Hochschulsport, welcher die acht Eliteunis im Nordosten der USA angehören: Brown University, Columbia University, Cornell University, Dartmouth College, Harvard University, University of Pennsylvania, Princeton University und Yale University. Eine beliebte Herleitung des Namens “Ivy League” besteht in dem Verweis auf die altehrwürdigen, efeubewachsenen Universitätsgebäude. Eine andere Theorie besagt, dass der Name aus der römischen Zahl IV der ursprünglichen vier Mitglieder stamme. Wie dem auch sei, es handelt sich in jedem Fall um die Kaderschmieden der Oberklasse, denen auch der wissbegierige Studienanwärter nur nach äußerst strengen Auswahlverfahren beitreten darf.

Head Coach Sanford, Yale (LOC)

Welche Auswahlverfahren die folgenden Zutaten wohl hinter sich gebracht haben, um als glückliche Gewinner in Ivy League zu landen?

Kopfnote: Zitrone, Bergamotte, Mandarine, Kamille; Herznote: Geranium, Ylang-Ylang, Jasmin; Basisnote: Sandelholz, Vetiver, Moschus, Ambra

Gewissheit bringt letztlich nur der Selbstversuch. Frisch geht es los mit einer verhaltenen Zitrone und Kamillenoten. Recht schnell wird jener Auftakt von Blütennoten abgelöst, ohne dass jedoch die Kamille verloren geht. Beeindruckend finde ich, dass solch ausgeprägte Blüten nicht süß riechen können. Auf die Basis muss man ein wenig warten, doch ich meine, dass Sandelholz und Moschus sauber-seifig die Aspekte der Kamille aufgreifen und untermauern, ansonsten findet sich hier keinerlei Schwere. Die Blüten bilden für sich eine Einheit, wobei herb-würzige Noten der Kamille jegliche Süße unterbinden.

Für meinen Geschmack hätten die seifigen Töne etwas zurückhaltender sein dürfen. Trotzdem ein wirklich ansprechender Herrenduft mit einem klaren Geist und einem geradlinigen Charakter, aber auch für eine Frau ebenso tragbar. Dieser Universitätsduft hat überhaupt nichts von staubigen Bibliotheken mit Schweinslederbänden oder knarzenden Kathedern. Er passt meines Erachtens perfekt zu einem sportlichen Akademiker, der Traditionen zu schätzen weiß.

Mit dem Leitsatz des Dartmouth College verabschiede ich mich
Vox clamantis in deserto

Harmen

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Hugh Parsons – Piccadilly Circus

Geschrieben in Duft,Hesperiden am 15.08.2011

Bei Piccadilly handelt es sich um eine Straße im Londoner Stadtbezirk City of Westminster, welche in die noch viel bekanntere Straßenkreuzung Piccadilly Circus mündet. Diesen Platz habe ich zur Ansicht auf dem Kartenausschnitt mit einem roten Punkt versehen.

Piccadilly Circus ist aber auch der Name eines britischen Herrendufts, welcher der Marke Hugh Parsons entspringt. Diese machte sich in den 1920er Jahren in der Regent Street vor allem durch aus Seide gefertigte Krawatten einen Namen. Zusammen mit seiner Frau Gladys erwarb sich Hugh Edward Lancelot Parsons einen hervorragenden Ruf, weit über die Landesgrenzen hinaus. Wir dürfen uns also die Garderobe eines Gentleman vorstellen, der auch bei der Bestückung seines Kragens nur auf feinste Erzeugnisse zurückgreift. Wie man auf der Karte sehen kann, trifft die Regent Street von Norden auf den Piccadilly Circus. Die 1998 ins Leben gerufene Duftkollektion stützt sich also ganz offensichtlich auf die unmittelbare Nachbarschaft des ursprünglichen Geschäfts.

Bei den folgenden Duftnoten läuft mir als Zitrusfreund natürlich das Wasser im Munde zusammen: Kopfnote: Zitrone, Zedernholz, Rosmarin; Herznote: Lavendel, Vetiver, Pittosporum; Basisnote: Moschus, Ambra, Tonkabohne

Piccadilly Circus 1972

Das ist vielleicht eine Zitrone! Ich muss sofort an Acqua di Biellas No. 1 oder auch an Baraja denken. Sie trifft auch hier auf würzige Lavendelnoten und bleibt auch nach einiger Einwirkzeit auf der Haut mit ihrer Säure ganz klar die führende Kraft des Duftes. Dies ändert auch nichts daran, dass im Duftverlauf zurückhaltende Noten von Zedernholz und Vetiver hinzukommen. Diese Noten bleiben im Hintergrund und vermengen sich zu einem Akkord, den ich ohne Duftnotenangabe in eine harzige Richtung eingeordnet hätte. In der Langzeitwirkung nimmt die Zitrone jedoch ab und gibt den Weg für nun sich klarer präsentierende Zedernholz- und Lavendelnoten frei.

Ein zweifelsohne äußerst klassischer Herrenduft, welcher die britischen Tugenden von Stilsicherheit, Understatement und vornehmer Frische transportiert. Ich würde Piccadilly Circus auch ganz klar den oben erwähnten Verwandten von Acqua di Biella vorziehen, aber das ist nun wieder einmal Geschmackssache. Ich bin sehr beeindruckt werde mich in Zukunft noch tiefer in diese Kollektion hineinriechen und auch an dieser Stelle darüber berichten.

Mit zitronigen Grüßen
Harmen

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Der Garten des Dichters…

Geschrieben in Duft,Grünes,Hesperiden,Krautiges am 12.08.2011

Jardin du Poète heißt er, der neue Duft aus dem Hause Eau d’Italie, für den einmal mehr der omnipräsente Bertrand Duchaufour verpflichtet wurde.

„The inspiration for this fragrance is a tale from a bygone era, when nations where ruled by poets, and poets were sacred to Apollo. In those days Sicily was a Greek colony, Syracuse was a fragrant court, and its gardens vibrated with the scent of citrus orchards and rows of aromatic plants. Thus “Jardin du Poete”, the poet’s garden, a luminous fragrance to evoke Sicily and all things Sicilian.“

Ein Land von heiligen Dichtern regiert – erinnert mich spontan ein bisschen an Schillers ästhetische Erziehung und an die imposanten (und äußerst theorielastigen) Tagträumereien der Romantiker: „Die Welt muss romantisiert werden!“, so forderte Novalis, und gab auch gleich die Alltagsanleitung für jene poetische Überhöhung der Dinge: „Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe so romantisiere ich es.“ Eine Prise Umdeutung schadet im Leben nicht, auch wenn nicht alles Einstellungssache ist, lässt sich viel damit beheben.

Monsieur Duchaufour hatte in jedem Falle einen Superlativ im Blick, als er Jardin du Poète kreierte, und zeigt einmal mehr was für ein phantastisches Händchen er als Parfumeur besitzt.

Der Auftakt des Duftes gleicht einem Schritt in einen paradiesgleichen Hesperidengarten: Agrumen in Hülle und Fülle – saftige Mandarinen, leuchtende Bitterorange und säuerliche Grapefruit, die alsbald den Blick freilassen auf einen gar herrlichen Kräutergarten. Basilikum, bitter und dunkelgrün, leuchtet und strahlt, und ich vermeine dahinter Tomatensträucher zu erblicken. Denn die zerriebenen Blätter von Tomaten rieche ich, ähnlich wie in dem von mir sehr geliebten Raumspray Feuilles de Tomate von Parfums d’Orsay. Frisch, grün, leicht herb und von jener seltsamen Art „Fruchtigkeit“ begleitet, die Tomaten so an sich haben. In diesem beeindruckenden aromatischen Überfluss lässt sich vortrefflich schwelgen, er begleitet ein weit in den Duft hinein, bis später eine trockene Wärme an Einfluss gewinnt: Würzige Heunoten von sich sehr zivilisiert benehmender Immortelle (ohne Maggianleihen, versprochen!) stiften ebendiese, während Vetiver und Zypresse holzig-grüne Akzente setzen samt eines leichten Hauch Rauchs, von der Basis aus Moschus subtile Weichheit erfahrend.

Jardin du Poète ist grün-aromatisch, überaus authentisch, zitrisch und gleichermaßen durchgängig frisch wie sonnengewärmt. Mir will der Duft wie eine Kindheitserinnerung scheinen, an einen Garten Eden, einen einsamen. Ans Paradies. Und weckt so gedankliche Querverweise, die ich Euch nicht vorenthalten will: Die erhabene Einsamkeit eines Goutalschen Ninfeo Mios, das grüne Strahlen eines oder dasjenige von Odoris Gli Odori ohne Transpira… äh, Kumin. Heu und Bitterorange bei Ellenas Klassiker Bigarade Concentrée abgeschaut und das Zitrusfrüchte-Ensemble aus einem jener Vorzeige-Hesperiden wie zum Beispiel Atelier Colognes Orange Sanguine.

Sollte Sizilien auch nur in Ansätzen derart überzeugend sein wie Jardin du Poète, so steht es auf meiner Reiseliste demnächst ganz weit oben. Aber, wer weiß – noch mehr so schöne Düfte und es muss vielleicht dann doch zunächst das Geburtshaus der Eau d’Italie-Kollektion sein, Le Sirenuse in Positano, in dem ich zu weilen gedenke. Ich sehe schon, eine Italienrundreise wäre auch nicht so schlecht…

Einen schönen Tag Euch noch sowie ein ebensolches Wochenende und liebe Grüße,

Eure Ulrike, nach einer “Reise-Woche” in Urlaubsplänen schwelgend.

Bildquelle: “Palermo (Sicilia). Travel poster shows a garden courtyard with arcade and tower of San Giovanni degli Eremiti in Palermo, Sicily. Print by Stab. A. Marzi, Roma, for ENIT (Ente Nazionale Italiano per il Turismo), ca. 1920.” von trialsanderrors, Citrus aurantium chinotto von Raul654, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Jardin du Poète in unserem Shop.

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Ein Tag unter dem Feigenbaum: Micallef – Sous le Figuier


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Geschrieben in Kosmetik am 12.08.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Mascha B., Isabelle B., Ute W., Simone W. und Petra B – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Budapest & Istanbul…

Geschrieben in Duft am 11.08.2011

… sind die beiden letzten Düfte aus Gérald Ghislains The Scent of Departure-Kollektion gewidmet, die ich Euch bereits gestern und vorgestern vorgestellt habe.

“Budapest/BUD: Soft and spicy all at once, the essence of Budapest, “Pearl of the Danube”. A majestic and contemplative cruise between Buda Castle and Gellert Hill, transported by a powdery wind of paprika spice. The fragrance of a soft soothing nightfall in Budapest.”

Budapest, die „Perle der Donau“, hat so einiges zu bieten: Aufgrund seiner besonderen Geotektonik gibt es in der Region diverse Thermalquellen, Budapest selbst glänzt mit seiner Historie, seiner Architektur, seiner Burg, die mitsamt ihrer Umgebung zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde, den vielen Museen, der Nationalbibliothek, den Brücken und vielem mehr. Jungen Besuchern dürfte die Stadt auch durch das alljährlich in der Nähe stattfindendes Indie-Musik-Festival Sziget bekannt sein.

Ghislain hat sich mit seinem Duft BUD auf eine Spezialität gestürzt und gestützt, die man mit Ungarn verbindet: Den Paprika. Viel mehr wird auch nicht verraten, was den jetzt in dem Düftchen drin sein soll und ich habe auch meine liebe Not, von der Impression zu abstrahieren, die ich vor meinem inneren Auge sehe – Pusztareiter und Paprika. Aber bevor ich jetzt noch mit Piroschka anfange, wende ich mich doch wieder dem Duft zu. Eigenartig ist er, „soft & spicy“ kommt schon hin. Pfeffrig, mit einer gewissen Schärfe, ohne vordergründig würzig zu sein. Gleichzeitig offenbart er eine ozonisch anmutende Frische kühler Natur, zu der als Gegenpol eine verhaltene, samtene Pudrigkeit fungiert und von dezenten grünen Noten eingerahmt wird. Eine zurückhaltende Ähnlichkeit mit Paprika Brasil, jenem Hèrmessence-Duft, ist vorhanden, allerdings nicht im Übermaß. Eine extravagante Geschichte, diese Mischung aus frischer Kühle, Schärfe, Wärme samt einem sauberen Ausklang – aber seltsamerweise nicht so auffällig, wie man sich das vielleicht bei dieser Beschreibung vorstellt. Tragbar ist er, trotz allem. Und ich mag ihn, aber seltsamerweise auch nicht so sehr, wie ich eigentlich vermutet hatte.

“Istanbul/IST: Immersed in the vibrant, breath-taking Istanbul Grand Bazaar and its clouds of scents: grapefruit, bergamot, elemi, pink pepper and sweet spices. Indulged by a rose Turkish delight with the subtle litchi and raspberry notes at the fabulous Topkapi Palace. At nightfall, be swept away with the whirling dervishes of the Blue Mosque, in a soft oriental wind of sandalwood, cinnamon and musk.”

Auch Istanbul habe ich, wie Budapest, leider noch nie besucht. Dabei würde es mich wahnsinnig interessieren: Soviel scheint dort im Umbruch zu sein die letzten Jahre, kulturell ist es auch betreffs des dort momentan vorherrschenden Zeitgeists wohl äußerst spannend. Und außerdem hat uns ja Herr Duchaufour neulich schon mit seinem Reiseduft Traversée du Bosphore für L’Artisan Parfumeur unglaublich Lust auf die heimliche türkische Hauptstadt gemacht, oder nicht?

Die Ingredienzen von Ghislains IST sind ein wenig anders gewählt: Wo bei Duchaufour Iris, Leder und Apfel dominierten, sind es hier Himbeere, Litschi und Rose, die sich in eine von Gewürzen begleitete Umarmung mit zart-pudrigen Gourmandanklängen darnieder sinken lassen.

Für mich persönlich eine Mischung aus Eau d’Italies wunderschönem Grufti-Rosenmädchen Paestum Rose und Mecheris Loukhoum Eau Poudrée mit einem gedanklichen Wink in Richtung Duchaufour sowie Juliette has a Guns Miss Charming. Eine pudrige Gourmandrose mit netten Fruchtanleihen – schön! Ich bereue nicht, dass dieses Düftchen blind ein Plätzchen in meinem Regal erobert hat.

Und, neugierig geworden? Welcher Duft hört sich für Euch denn spannend an und/oder habt Ihr schon getestet?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Budapester Parlament an der Donau von Jozefff, Red Peppers von Leoadec, Mosques at dusk in Istanbul with seagulls in foreground von Christiaan Briggs, Turkish Delight von Chispis, alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Unser Urlaub in deutschsprachigen Landen…

Geschrieben in Blüten,Duft,Fruchtiges,Gourmand am 10.08.2011

… führt uns heute dank Gérald Ghislains Kollektion The Scent of Departure nach Frankfurt und nach Wien.

Frankfurt/FRA: Fruity, sparkling, and joyful with an apple twist like an Ebbelwei savoured on the typical Römerberg place. The fresh, lively and airy fragrance of a walk along Frankfurt Main riversides surrounded by magnolia and white flowers blend with the soft woody forest scents of Frankfurter Stadtwald.

Für seinen Ebbelwoi oder auch Äppelwoi ist Frankfurt bekannt, unter anderem. Daneben wäre natürlich das Bankenwesen zu nennen, dass das Stadtbild mit seinen riesigen Bankentürmen, die für internationales Publikum und bisweilen auch Flair sorgen, wesentlich prägt. Herr Ghislain hat dann wohl auch schon einige der Sehenswürdigkeiten abgeklappert, hoffentlich hat er auch ein paar der Museen und Kirchen gesehen und hat sich mal irgendwo an den Main gesetzt, vielleicht auch an einen der vielen Stadtstrände, die im Sommer zum Erholen einladen, und ist einmal in einer der vielen Apfelweinschenken eingekehrt.

In jedem Fall war zu diesem Zeitpunkt keine Gewitterstimmung, keine Finanz- oder sonstige Krise drückt FRA auf sein olfaktorisches Gemüt: Eine ganze Riege lustiger Äpfelchen mit grün, gelb und rot gefärbten Wangen tummelt sich unbekümmert in dem Düftchen, und findet sich zum überaus harmonischen Stelldichein unter einer blühenden Magnolie ein. Fruchtig, floral und frisch mitsamt einer leichten Cremigkeit zeigt sich FRA somit als gut gelaunter Begleiter für wärmere Tage. Erwartet keine philosophischen Diskurse mit Tiefgang von diesem Partner – das muss aber vielleicht auch nicht immer sein. FRA ist einfach nur und macht Freude mit einer entzückenden Magnolienblüte und dem Duft saftiger Äpfel.

Vienna/VIE (Wien): A walk from the peaceful Danube – banks full of enchanting scents of fresh mint, cut grass and water flowers – to an outdoor breakfast in the Palace garden of Belvedere. Enjoy the garden’s baroque atmosphere and the gourmand scents of Wien’s pastries, delicious with their gourmand notes of vanilla, liquorice, chocolate and coffee. A blend of scents, bewitching like a Strauss waltz at Schönbrunn Palace.

Wien wird von so vielen Menschen geliebt – zu Recht wie ich nach (bisher leider erst) einem Besuch feststellen durfte. Was für eine schöne Stadt mit ihren Kaffeehäusern, ihrer Kultur, ihrem leicht morbiden Touch nicht zuletzt auch dank ihrer wunderschönen Friedhöfe. Die Donau hat Herr Ghislain hier verwurstet genauso wie die Leckereien der Kaffeehäuser, wie er schreibt – und damit einen Volltreffer gelandet: Minze, frische, die in der Nase bitzelt, neben zart-grünen Halmen und wässrig-floralen Anklängen trifft hier auf deliziöse Süßwaren, herb-süße Lakritze, rauchig-gerösteter Kaffee, fein schmelzende Schokolade, pudriger Kakao und cremig-würzige Vanille. Was bleibt nach einer Weile erinnert mich fatal an – After Eight, jene Schoko-Minz-Leckerei, zu welcher ein Tässchen Espresso gereicht wird. Was für eine atemberaubende Kombination – und nicht nur für Gourmandliebhaber!

Ich fühle mich erinnert – an Serge Lutens’ bildschönen Borneo 1834, den Kampfer-Schokoladen-Patchouli und an Profumums Thundra, den Schokodschungel. Ich sinniere einmal wieder darüber, dass es viel zu wenige gute Kaffeedüfte gibt – und denke an Bond No. 9 So New York, den Steffi einmal hier vorstellte, jenen Gourmand-Kaffee-Duft.

Wien muss ich wiedersehen – und wieder riechen. Ein Wiedersehen mit Wien klappt hoffentlich bald. Und der Duft, der muss natürlich auch her.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Magnolie von Janekpfeifer, “Apfelwein nach Frankfurter Art – Bembel und Geripptes” von Eva K., Im Kaffeehaus – Wien, Café Sperl von Andreas Praefcke, alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Frühlingsverlosung – Die Gewinner.
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Unser kleines Weihnachtsgeschenk…


Urlaub…

Geschrieben in Blüten,Duft,Grünes,Reines und Pudriges am 9.08.2011

machen wir, und zwar alle zusammen, meine Lieben, eine ganze Woche lang! Bevor Ihr jetzt vielleicht, hoffentlich einen Schreck bekommt – nein, natürlich bleibe ich Euch erhalten. Auch diese Woche. Und bespreche eine Handvoll Düfte, die ich bereits erwähnt hatte – die Scent of Departure-Kollektion aus dem Hause Histoires de Parfums. Ich zitiere mich einmal selbst:

Gérald Ghislain von Histoires de Parfums hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Zusammen mit Magali Sénéquier, mit der er Hand in Hand seit den Anfangszeiten seines Hauses zusammenarbeitet, ruft er „The Scent of Departure“ ins Leben:

„Who hasn’t dreamt of capturing the scents of a trip and bringing them back home? The Scent of Departure fragrances capture the essence and spirit of the world’s most vibrant cities in an olfactory memento. Voyage from one city to another, fragrance by fragrance. One City, One Perfume. Duty Free And Travel Retail Exclusive. Collect Them All!“

Schon damals fühlte ich mich an Le Labo und deren städteexklusive Düfte erinnert, die ja für einen Parfumfan eine echte Strafe sind: Lediglich in einer Stadt verfügbar, kein weltweiter Versand – eine echte Qual. Ghislain quält uns ebenfalls, aber nicht ganz so dolle. In Duty-Free-Shops werden die Düfte verkauft, ausschließlich, und dann auch noch zum sensationellen (Blindkauf)Preis von 29 Euro pro 50ml Flasche. Soweit ich das mitbekommen habe, war Ghislain aber gnädig – es gibt jeden Stadtduft nicht nur in „seiner“ Stadt, sondern jeweils die ganze Duftkollektion in jedem der teilnehmenden Flughäfen-Duty-Free-Shops.

Fünf an der Zahl – ich habe sie alle für Euch getestet.

Beginnen wir doch heute mit dem ersten deutschen Duft, der der Hauptstadt der Bayern gewidmet ist – München:

„Munich/MUC (München): An ode to the Munich gentle way of life, in a crisp, refreshing and green scent. Like drinking iced lemon tea on a picnic in the Englischer Garten, lying on a luxurious floral bed under blooming lilacs. A scent for lazy sunny days to savour from Nymphenburg palace to Kleinhesseloher See.“

München zählt, ich gebe es zu, nicht zu meinen Lieblingsstädten. Und meine Erinnerungen an den Englischen Garten sind auch nicht die besten. Jedes Mal, wenn ich dort weilte, saß ich hysterisch heulend irgendwo am Rand und wartete, bis die Unitierklinik meinen Zausel Zora wieder zusammengeflickt hatte. München heißt somit eigentlich in letzter Zeit für mich immer – Katze ist krank, denn in Stuttgart kann uns leider wohl nicht (mehr?) geholfen werden. Diese Impression hier scheint deutlich friedlicher: Flieder, darauf hatte ich mich besonders gefreut, Eistee und Blümelein, heiter Sonnenschein. Ersteren verschluckt meine Haut gänzlich – er ist einfach nicht vorhanden, und ehrlicherweise muss ich ihn auch auf dem Teststreifen suchen. Das macht aber nichts, den MUC weiß trotzdem zu bezaubern: Ein vollkommen unbeschwerter, ausgesprochen sommerlicher Zeitgenosse – Anklänge von eisgekühltem Zitroneneistee, die entfernt an Carthusias Mediterraneo erinnern, spritzig-kribbelnd. Eine frische Brise, die den Duft von Blumenbeeten mit sich bringt und grün-grasige Noten mit minzigem Anstrich, Rasen suggerierend soweit das Auge reicht. Was für ein schöner Tag, denn die Sonne lässt einen auch nicht im Stich: Auf meiner Haut bekommt das ganze einen feinen Sonnecremedreh, der, sollte er sich auf anderen Häuten ähnlich zeigen (auf dem Teststreifen tut er es nicht), viele begeistern könnte.

Lazy sunny days – das ist schon genau richtig. Sommerliche Faulenztage unter einem Himmel, der von keinem Wölkchen gestört wird in seinem Dösen. Das macht einfach nur Spaß. Und erinnert auch ein wenig an Wasser, an feuchtes Nass, in dem man sich tummelt, wenn einem die Sonne zu lange den Pelz gebraten hat – auch das geht mittlerweile in München, gibt es doch seit einigen Jahren die Eisbach-Surfer. Warum also immer in die Ferne schweifen? Manchmal liegt das (kleine) Glück eben doch so nahe…

Einen schönen Tag wünscht Euch

Eure Ulrike.

Bildquelle: Monopteros im Englischen Garten / München von LuxTonnerre, Wellenreiten im Eisbach von Underclass Hero, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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