Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Making Scents…

Geschrieben in Verweise,Wissenswertes am 21.07.2011

ist der Name des ersten Videos der zur IFRA (International Fragrance Association) gehörenden IFRANA (IFRA North America). Hier wird in nettem Comic-Stil erklärt, wie Düfte gemacht werden und was so darin landet. Dast stellt im Übrigen mittlerweile ein Problem dar, welches an einer Stelle des Films deutlich wird: Verantwortlich dafür ist der IFRA-Code of Practice. Dieser ist die verbindliche Grundlage für die Herstellung und Weiterverarbeitung aller Duftstoffe und deren Anwendung. Die Einhaltung desselben ist Grundvoraussetzung für alle Parfumhersteller, die Mitglied des IFRA sind oder diesem mittels nationaler Verbände angeschlossen sind. Die meisten weiterverarbeitenden Hersteller wie z.B. jene von Hygieneartikeln oder Haushaltsprodukten erwarten Produkte gemäß des IFRA-Standards, welcher weltweit gültig ist.

In den letzten Jahren kam die IFRA unter Parfumliebhabern wegen den darin enthaltenen sehr restriktiven Vorschriften unter Verruf: Sie hatte Anfang des Jahres 2010 erweiterte Vorschriften erlassen, die den Einsatz etlicher natürlicher und in vielerlei Parfums verwendeter Duftstoffe entweder strikt verbot oder erheblich reduzierte, was viele Duftfans und Parfumeure auf die Barrikaden trieb. Deren entrüstete Bemühungen waren, obgleich meines Erachtens nach zu Recht angesichts des “Regulierungsterrors”, von dem zu lesen war, leider umsonst. Was hätte mit Warnhinweisen wie z.B. auf Lebensmitteln gelöst werden können (“Kann Spuren von X enthalten”) hat bereits einige Düfte vom Markt verschwinden, andere reformuliert unkenntlich werden lassen.

Sicher gibt es einige Duftstoffe, die heutzutage nicht mehr verwendet werden können – weil sie tierischen Ursprungs sind und wir Gott sei Dank heutzutage andere Tierschutzgesetze haben (die, nebenbei bemerkt, immer noch nicht streng genug sind für meinen Geschmack). Oder weil es einfach nicht mehr den passenden Rohstoff dafür gibt, vielleicht auch nicht in der nachgefragten Menge und/oder in gleichbleibender Qualität.

Von der IFRA-Regelung sind aber leider nicht nur Exoten betroffen, Duftstoffe, die kaum zum Einsatz kommen. Es sind vermehrt die ganz gewöhnlichen Stoffe wie zum Beispiel Eichenmoos oder Bergamotte, die grundlegend sind für Duftfamilien wie die der Fougère- und Chypre-Düfte und damit in Klassikern wie zum Beispiel Guerlains Mitsouko verwendet werden. Dem wurde nun ein Riegel vorgeschoben: Mit dem Zusatzartikel 43, der am 01. Januar 2010 in Kraft getreten ist, ist es mit dem Spaß vorbei. Eichenmoos wird beispielsweise nur noch in einer Konzentration von bis zu 0,03 Prozent zugelassen, da es über zwei Moleküle verfügt, die die Haut reizen können und bei einer verschwindet geringen Menge an empfindlichen Menschen zu allergischen Reaktionen führen kann. Jenes Klientel könnte im übrigen auch auf Ylang-Ylang reagieren, auf arabischen Jasmin (Jasminum Sambac) und auf vieles andere auch. Deshalb beschützt man nun die Menschheit vor ihnen. Viele Häuser haben bereits vor Jahren auf die ersten Warnzeichen und bereits vor Jahren an den Rezepturen gedreht – Guerlain beispielsweise hat seine Düfte schon 2006 angepasst, was diverse Duftfans zum Bunkern veranlasste.

Luca Turin, Nasenpapst und Verfasser des lesenwerten Buches „Perfumes – The Guide“ bezeichnete diese Entwicklung Mitte 2010 in einem seiner Duftnoten-Artikel für Folio, das Magazin der Neuen Züricher Zeitung, als „Katastrophe“ und als „offiziellen Tod der Kunst der Parfumerie“. Und hat sowohl Gegenargumente als auch die passende Lösung parat, auf die leider niemand gehört hat:

„Man gewinnt den Eindruck, als sollten Düfte demnächst nicht mehr von Parfumeuren, sondern von einem Expertengremium der EU komponiert werden. Was tun? Es ist vollkommen sinnlos, die Logik der EU in Frage zu stellen, und zwar aus folgendem Grund: Parfum hat keinen nachweisbaren Nutzen ausser Schönheit. Schönheit kann nicht von Umweltchemikern gemessen werden, sie kann, wie man fairerweise zugeben muss, überhaupt nicht gemessen werden. Im Fall von Arzneimitteln wägt man die positiven gegen die negativen Wirkungen ab und nennt die negativen «Nebenwirkungen». Aber wo es keinen nachweisbaren Nutzen gibt, muss jedes Risiko unannehmbar hoch erscheinen – als ob man eine Zahl durch null teilen würde: Es kommt immer unendlich dabei heraus.

Natürlich muss die Zusammensetzung von Hautcrèmes und Shampoos geändert werden, aber Parfums im engeren Sinn sind etwas anderes. Für sie gibt es nur eine, wunderbar einfache Lösung: Die Firma Guerlain, die durch diese Gesetzesänderungen am meisten zu verlieren hat, müsste die Federführung übernehmen und, erstens, Mitsouko in seiner alten Pracht wiederherstellen (es ist witzlos, weiter daran herumzudoktern) und, zweitens, einen kleinen Hinweis auf das Flacon kleben: Nicht auf die Haut sprühen!“

Was für ein Verlust, dass wir nun im Laden nie wieder Mitsouko kaufen können, nie wieder Youth Dew, die Carons und etliche mehr – Octavian Coifan listete in seinem Blog 1000 Fragrances beispielhaft betroffene Düfte auf.

Ich fühle mich wirklich gegängelt, habe natürlich damals auch Hamsterkäufe getätigt und ärgere mich noch heute über die bereits umgesetzte Regelung, das Kleinbeigeben der Parfumindustrie und die Bevormundung von seitens irgendwelche EU-Bürohengste. Ich bin selber groß und würde gerne für mich entscheiden, von welchen Ingredienzen ich mir wo Pickel machen lasse. Oder wie seht Ihr das?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Lavendelliebe – Casamorati 1888 Lira & Regio.

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Gourmand,Hesperiden am 20.07.2011

Das italienische Parfumhaus Casamorati 1888, von Xerjoff vor einiger Zeit erfolgreich wiederbelebt, erfreute uns gerade mit zwei neuen Düften – Lira und Regio, ganz gerecht aufgeteilt natürlich ein Damen- und ein Herrenparfum.

Heute gebe ich den Damen den Vorzug und beginne mit Lira: Als „geheimnisvoller, provokanter und talentierter Star“ wird der Duft, vielmehr wahrscheinlich die Frau beschrieben, die ihn trägt. Souverän, faszinierend, sensibel und so charmant wie verführerisch soll sie sein – eine, wie ich meine, nicht sonderlich innovative Beschreibung, was angesichts des Duftes dahinter sehr schade ist. Aber zuerst einmal die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Blutorange, Lavendel; Herznote: Rose, Jasmin, Zimt, Süßholz (Lakritze); Basisnote: Vanille, Moschus, Karamell.

Herb-prickelnd gewährt einem Bergamotte Einlass und leitet über zu ernst-würzigem Lavendel, welcher auf einem üppigen Gourmand-Divan ruht. Cremig-milchige Vanille von samtener Süße, zuckriger Karamell sowie watteweicher Moschus bereiten der Lavendeldiva ein angenehmes Lager, die kokett mit zimtigem Schimmer lockt. Zimt, Lakritze und Lavendel ergänzen sich hier auf derart vorzügliche Art zu einem würzigen Etwas von verhaltener Süße, das von der Gourmandbasis harmonisch ergänzt und von fruchtiger Blutorange sowie floralen Anklängen perfekt abgerundet wird.

Lira ist ein Erwachsenen-Gourmand-Duft, der verführerisch an… ich musste lange nachdenken, habe es jetzt aber: Spanische Leckereien erinnert. An Menjar Blanc, jenen göttlichen Mandelpudding, mit einem Schuss Orangenlikör und von Zimt überstreut? An spanischen Mandelkuchen mit Zimt und Orange? An Mandeleis mit eingestrudelten Zimt-Orangenlikör-Spuren?

Ich finde Lira unglaublich lecker und könnte mir, obgleich kein Gourmandfan, sehr gut vorstellen ihn zu tragen. Er hat die Klasse und die trockene (Lavendel)Süße eines Maharadjah von Patricia de Nicolaï, stellt sicherlich für alle Zimtliebhaber eine gelungene Antwort auf ihre Gelüste dar und dürfte erwachsene Leckermäuler hochgradig erfreuen. Ohne Zweifel – eine Italienerin mit Starcharakter und voller Sinnlichkeit.

Regio, der neue Casamorati-Mann, zollt einer typisch maskulinen Domäne Tribut und huldigt denjenigen Gesellen, die noch echten Männertätigkeiten nachgehen: Seefahrt, Seefahrer und Eroberer, Abenteuer nahm man sich als Vorbild.

„Inspiriert von dem atemberaubenden Meer und dem leichten Wind an den Küsten im Süden Italiens ist Regio ein wertvolles Mosaik aus mediterranen Schätzen.“

Von einem „sehr ungewöhnlichen“ und „markanten“ Aroma ist da die Rede – was sich wie Marketingblabla anhört, trifft hier in der Tat zu: Lange habe ich gebraucht, um einigermaßen Worte zu finden für den Duft und das, was ihn ausmacht. Extravagant im Duft und schwer auseinanderzudröselnd. Nichtsdestotrotz werde ich es für Euch versuchen ;)

Der Auftakt bereits offenbart das wahre Naturell, zeigt sich durchdringend, gleichermaßen spritzig-leicht, aber auch verwegen und von Tiefgang geprägt. Verantwortlich dafür ist eine Melange aus prickelnder Grapefruit, deren säuerliche Herbe sich durch Bergamotte bekräftigt sieht. Kardamom zaubert grün-luzide Frische, während dunkelviolette Patchouli-Pflaumen rauchig-eigenartige Fruchtigkeit malen. Lavendelwürze akzentuiert dieses ungewöhnliche Gespann und kreiert Emergenzen: In Verbindung damit, vornehmlich mit den Hesperiden, entwickelt sich eine Art maritim-aromatische Note, die leicht salzig-metallische Anklänge besitzt und mich die Seefahrerkurve in diesem olfaktorischen Bild nehmen lässt, welches auf einer holzigen Basis weicher Natur ruht, von einer dezenten Wärme umweht.

Immer wieder und wieder habe ich Regio getestet – mit dem Ergebnis: Schlussendlich mag ich ihn, sehr sogar. Aber er brauchte seine Zeit, vielmehr: ich brauchte meine Zeit und einige Anläufe. Mit was man ihn vergleichen könnte? Mit gar nichts eigentlich. Vielleicht eine Art Indult Isvaraya auf hoher See? Mit maritimer Ausstattung und Fougère-Akzenten? Irgendwo da könnte man fündig werden.

Habt Ihr schon getestet? Ich stehe beiden Düften sehr wohlwollend gegenüber – und muss sagen, dass sie bei mir mehr Eindruck hinterlassen haben als die restlichen Casamoratis, die ich mir vielleicht nochmals zur Brust nehmen sollte (da war doch ein schöner Tabak…).

Liebe Grüße und einen schönen Tag Euch,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Monica Bellucci von Manfred Werner – Tsui, Norwegian Sailor (1943), Much tattooed sailor aboard the USS New Jersey (1944), alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Lira und Regio von Casamorati 1888 in unserem Shop.

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Der Duft von Madeleines…

Geschrieben in Duft,Reines und Pudriges am 19.07.2011

Immer, wenn von den Besonderheiten des Geruchssinns die Rede ist fällt schnell der Name Marcel Proust: In dessen Werk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist es der Duft jenes französischen Gebäcks, der dem Protagonisten Reminiszenzen beschert: In Lindenblütentee getunkte Madeleines lassen ihn in Kindheitserinnerungen schwelgen, beschwören seine Jugendzeit vor seinem inneren Auge herauf:

„Und mit einem Mal war die Erinnerung da. Der Geschmack war der jenes kleinen Stücks einer Madeleine, das mir am Sonntagmorgen in Combray (weil ich an diesem Tag vor dem Hochamt nicht aus dem Hause ging), sobald ich ihr in ihrem Zimmer guten Morgen sagte, meine Tante Leonie anbot, nachdem sie es in ihrem schwarzen oder Lindenblütentee getaucht hatte. Der Anblick jener Madeleine hatte mir nichts gesagt, bevor ich davon gekostet hatte; vielleicht kam das daher, dass ich dieses Gebäck, ohne davon zu essen, oft in den Auslagen der Bäcker gesehen hatte und dass dadurch sein Bild sich von jenen Tagen in Combray losgelöst und mit anderen, späteren verbunden hatte; vielleicht auch daher, daß von jenen so lange aus dem Gedächtnis entschwundenen Erinnerungen nichts mehr da war, alles sich in nichts aufgelöst hatte; die Formen [...] waren vergangen, oder sie hatten, in tiefen Schlummer versenkt, jenen Auftrieb verloren, durch den sie ins Bewusstsein hätten emporsteigen können. Doch wenn von einer weit zurückliegenden Vergangenheit nichts mehr existiert, nach dem Tod der Menschen und dem Untergang der Dinge, dann verharren als einzige, zarter, aber dauerhafter, substanzloser, beständiger und treuer der Geruch und der Geschmack, um sich wie Seelen noch lange zu erinnern, um zu warten, zu hoffen, um über den Trümmern alles übrigen auf ihrem beinahe unfassbaren Tröpfchen, ohne nachzugeben, das unermessliche Gebäude der Erinnerung zu tragen.

Und so ist denn, sobald ich den Geschmack jenes Madeleine-Stücks wiedererkannt hatte, das meine Tante mir, in Lindenblütentee getaucht, zu geben pflegte (obgleich ich noch immer nicht wusste und auch erst späterhin würde ergründen können, weshalb diese Erinnerung mich so glücklich machte), das graue Haus mit seiner Straßenfront, an der ihr Zimmer sich befand, wie ein Stück Theaterdekoration zu dem kleinen Pavillon an der Gartenseite hinzugetreten, der für meine Eltern nach hintenheraus angebaut worden war (also zu jenem begrenzten Ausschnitt, den ich bislang allein vor mir gesehen hatte), und mit dem Haus die Stadt, vom Morgen bis zum Abend und bei jeder Witterung, der Platz, auf den man mich vor dem Mittagessen schickte, die Straßen, in denen ich Einkäufe machte, die Wege, die wir gingen, wenn schönes Wetter war. Und wie in jenem Spiel, bei dem die Japaner in eine mit Wasser gefüllte Porzellanschale kleine Papierstückchen werfen, die sich zunächst nicht voneinander unterscheiden, dann aber, sobald sie sich vollgesogen haben, auseinandergehen, Umriß gewinnen, Farbe annehmen und deutliche Einzelheiten aufweisen, zu Blumen, Häusern, echten, erkennbaren Personen werden, ebenso stiegen jetzt alle Blumen unseres Gartens und die aus dem Park von Swann und die Seerosen der Vivonne und all die Leute aus dem Dorf und ihre kleinen Häuser und die Kirche und ganz Combray und seine Umgebung, all das, was nun Form und Festigkeit annahm, Stadt und Gärten, stieg aus meiner Tasse Tee.“

Kulturhistorisch betrachtet wurde die Nase bis ins 18. Jahrhundert stiefkindlich behandelt und rangierte unter ferner liefen, der Geruchssinn galt als „niederer“, und somit zweitrangiger Sinn. Zu Unrecht, wie man heute weiß: Die Riechzentrale, der sogenannte Bulbus Olfactorius, verfügt über eine ziemlich direkte Leitung zur Amygdala, jenem Teil des limbischen Systems, der maßgeblich für Emotionen und bestimmte Erinnerungsleistungen verantwortlich ist.

Eine wissenschaftliche Erkenntnis, die uns als Duftfans nicht weiter wundert – wissen wir doch um den Zauber von Düften, um ihre Fähigkeiten, einen unmittelbar in längst vergangene Zeiten zurückzuversetzen, Erinnerungen zu wecken, an Menschen, Situationen Orte, Emotionen hervorzurufen und zu verstärken.

Nicht nach Lindenblütentee, dafür nach Rosenwasser riecht The Different Companys neuer Duft Pure Virgin – und nach Madeleines, finde ich.

„Pure Virgin is born from a simple idea: create a simple and comfortable perfume, fresh and luxurious a perfume as soft and elegant as a Seersucker shirt or a black dress. For her or for him, a purely sensual luxury to wear every day.“

Céline Ellena, deren vorerst letzter Duft für die Firma ihres Vaters Pure Virgin sein soll (Bertrand Duchaufour wird in Zukunft auch bei TDC zugange sein) schwebte ganz trendgerecht eine Art Nicht-Parfum vor: Nach Serge Lutens’ L’Eau SL und vielen ähnlichen Produkten dieser Art strebt man auch hier nach Transparenz und Transzendenz. Unparfümiert möchte man riechen, frisch und sauber. Wie die eigene Haut, nur besser soll der Duft duften, einfach und angenehm.

Ganz abgesehen davon, dass ich zwar diverse kleine Schwarze besitze und jedem derselben eine Jogginghose des Tragekomforts wegen vorziehe, wird Pure Virgin dem gestellten Anspruch gerecht: Es erwartet Euch ein watteweicher Moschus, luftig leicht, mit einer subtilen zuckrigen Süße behaftet, die an Calissons gemahnen soll, für mich aber wie saftige Madeleines riecht. Der Geruch von frisch gewaschenem, sauberem Leinen liegt in der Luft, während der Wind den Duft der nahen Rosenfelder herüberweht.

Eine Szenerie, die so vielleicht in Prousts Dörfchen Combray vorzufinden wäre… genauso gut aber auch an vielen anderen Orten. Eine, die einlädt – zum Entspannen und Träumen – genauso wie Pure Virgin, der uns auf diese Reise schickt. Diese Proustsche Unschuld vom Lande wird als Duft für Weiblein als auch Männlein verkauft, was ich unterschreiben kann. Allerdings denke ich, dass aufgrund seiner latenten Süße vermutlich mehr Frauen an ihm gefallen finden werden.

Habt Ihr schon getestet? Wie steht Ihr zu dem Duft?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Marcel Proust (1900) via Wiki Commons, Bee sheltering in rose von Peter Mazurek, Laundry von RAWKU5, beides via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

P.S.: Für Informationen und Zitate von Marcel Proust – siehe hier sowie auf den Seiten der Marcel Proust Gesellschaft e.V.!

Hier erhalten Sie Pure Virgin von The Different Company in unserem Shop.

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Parfums d’Orsay – Etiquette Bleu

Geschrieben in Duft,Hesperiden am 18.07.2011

Über den Grafen Alfred d’Orsay haben wir ja schon einige pikante Details gehört, wie etwa in dem Artikel von Uli zum Duft Tilleul, dass er mit seiner attraktiven Stiefmutter verbandelt war… aber das wurde ja wie gesagt an anderer Stelle schon behandelt. Heute nehme ich mir “Etiquette Bleu” zur Brust, welcher vormals “L’Eau de Cologne d’Orsay” hieß und erst Anfang des 20. Jahrhunderts seinen heutigen Namen erhielt.

In den Duftnoten finden wir folgende Bestandteile: Kopfnote: Bergamotte, Orange, Zitrone, Petitgrain, Rosmarin; Herznote: Rosenholz, Orangenblüte; Basisnote: Sandelholz, Perubalsam, Eichenmoos

Auf dem Teststreifen kommt dem geneigten Riecher eine ganze Armada an Zitrusfrüchten entgegen: säuerliche, spitze Noten von Zitrone sowie zitrische und eher ins Süßliche gehende Aspekte von Orangen und Orangenblüten. Dabei bleibt es wie erwartet zuerst auch.

Francisco de Zurbarán - Still-life with Lemons, Oranges and Rose - WGA26062

Auf der Haut auch eine ganz klare zitrische Dominanz, die von dezenten, würzig-holzigen Noten begleitet wird. Die Basisnoten dürft Ihr Euch, liebe Leser, als weit im Hintergrund vorstellen, auf keine der Noten könnte ich direkt mit dem Finger deuten. Am besten ließe sich der Duft abschließend als Zitrusduft beschreiben, dessen Säure und Schärfe durch den Verbund der restlichen Noten abgerundet wird, ohne dass diese sich in irgendeiner Form in den Vordergrund drängen. Dadurch wirkt er äußerst kultiviert und gezügelt und so ansprechend, dass er ohne Probleme von beiderlei Geschlecht getragen werden kann. Im Zweifelsfall würde ich ihn einer Dame empfehlen, da der Duftverlauf, nach einem frischen Auftakt, doch eher süßliche Noten im Herzen präsentiert.

Ihr werdet es schon gemerkt haben. Die liebe Uli hat mich in letzter Zeit ein wenig mit Zitrusdüften überhäuft. Zum einen weil nun Sommer ist, zum anderen weil ich selbst Zitrusdüfte gerne mag. Es werden also noch ein paar hinzukommen :-)

Es grüßt gut gelaunt
Harmen

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Vielleicht liegt es…


Die Vergessenen: Sigilli Hesperia & Ea.

Geschrieben in Aquatisches,Duft,Hesperiden am 15.07.2011

Auf meiner nicht enden wollenden Liste der Vergessenen weilen auch die beiden letzten Düfte aus dem Hause Sigilli, Hesperia und Ea, derer ich mich heute annehmen mag.

Sigillis Hesperia ist auch eher ein Vertreter in schönster Bauhaus-Less-is-More-Manier – auch innovativ würde ich den Duft nicht wirklich nennen, was ihm aber in diesem Falle beides zum Vorteil gereicht: Hier erwartet uns ein klassischer Zitrusfrüchteduft. Namentlich angelehnt an das mythische paradiesische Land Hesperia, in dessen Garten die Töchter von Atlas und Nyx einen Orangenbaum bewachten, widmet sich der Duft ganz der quasi naturalistischen Abbildung desselben. Ein riesiger knorriger mit mächtigem Geäst und von Moos zugewuchertem Wurzelwerk, in der Sonne seine Äste gen Himmel reckend, blühend und weithin alle Nasenträger mit seinem Duft verführend. Hier ist alles drin: Die Rinde, das Moos, die dunkelgrünen und zart-bitteren Blätter, die Blüten und ein Hauch der Früchte, die da noch kommen werden. Das Orangenbaum-Pendant zu Giacobettis ganzen Feigenbäumen für L’Artisan Parfumeur (Premier Figuier) und Diptyque (Philosykos). Für Männlein wie Weiblein im Sommer ein Genuss. Die Ingredienzen: Kopfnote: Zitrische Noten; Herznote: Nelke, Lorbeer, Orangenblüte, Veilchen; Basisnote: Hölzer.

Und weiter geht es mit dem nächsten Sommerkandidaten: „Inspiriert von den heiligen Wassern Mesopotamiens“ sieht sich Ea, und soll so etwas wie „eine wunderbare Verschmelzung von reinem und kristallklarem Flusswasser, welches ins Meer mündet, und kräftigen, exotischen Blumen“ sein. Stimmt. Hätte den Duft aber nicht gerettet – ich hätte ihn anhand der Beschreibung ehrlicherweise vermutlich noch viel später getestet. Und bemerke gerade, was für ein Verlust das gewesen wäre – aber zuerst einmal zu den Ingredienzen: Kopfnote: Quitte, Nymphaea (Seerose), Osterglocke; Herznote: Aquatische Noten, Orchidee; Basisnote: Moschus, Patchouli.

Normalerweise habe ich eine ganz gute Vorstellung davon, was mich hinter Duftnoten erwartet oder auch erwarten könnte. Hier gehe ich dem Parfumeur gänzlich auf den Leim, denn auch das Versprechen einer Melange aquatischer Noten und Blüten reizt mich nicht sonderlich. Sollte es aber. Was mir mit Ea entgegenweht ist wunderschön: Minzig-mentholische Frische ausstrahlend, ein Hauch maritime Seebrise in der Nase mischt sich herb-säuerliche Quitte mit wässrigen Anklängen und einer subtil-floralen Süße, auf einer sauberen Basis ruhend. Ach was ist das nett! Liebe Freunde von Düften wie Guerlains Acqua Allegoria Herba Fresca, Heeleys Menthe Fraîche und Sel Marin – bitte mal hier vorbeischauen, das ist meine unbedingte Testempfehlung! Ein bisschen Meeresfrische, ein wenig Quittengelee von Oma, ein letzter Aufguss in der Sauna (Calé Fragranze D’Autore Tepidarium und Six Scents Series 2 Solar Donkey Power - hier rezensiert) mit einem Pfefferminzbonbon im Mund – Ea verkörpert die (nicht unbedingt Kunderasche) Leichtigkeit des Seins und macht große Freude!

In diesem Sinne – einen wunderschönen Tag wünscht Euch

Eure Ulrike.

Bildquelle: Andalusische Orangenbäume von Paul Munhoven, Happy Midori at The Beach von D. Sharon Pruitt, alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die Sigilli-Düfte Hesperia und Ea in unserem Shop.

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Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein am 15.07.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Matthias K., Gerd E., Asta H., Kevin B., und Martin W. – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Die Vergessenen: Il Profumo Ginger & Cannabis.

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Krautiges am 14.07.2011

Heute und morgen rutsche ich im Schnelldurchgang vier Italiener durch, die schon viel zu lange einer Rezension im Dufttagebuch harren und mich mittlerweile vorwurfsvoll-drohend mit ihrer Präsenz unter Druck setzen.

Silvana Casoli von Il Profumo hat ihre Osmo-Linie um zwei Düfte erweitert, Ginger und Cannabis. Zuerst in die Finger fällt mir Cannabis. Was soll ich sagen – meine bescheidenen sachkundigen Kenntnisse zu derlei Substanzen liegen Jahre zurück, ich habe sie aber anders in Erinnerung. Gualtieri, die verrückte Nase von Nasomatto, liegt da mit seinem phänomenalen und permanent ausverkauften Black Afgano schon sehr viel näher. Und trotzdem verstehe ich im Laufe der Entwicklung, was Casoli im Blick hatte: Einerseits krautig-kräuterig, aber trocken präsentiert sich der Duft, auf einem seltsam warmen, pudrigen Lager ruhend und mit leichter Süße versehen, zu der sich eine würzige Schärfe gesellt, die sich durchaus mit dem warmen Rauch von brennendem Hanf vergleichen lässt, eine eigenartig sauberen Hauch nach sich ziehend. Gewürznelke vermute ich und Moschus, zarte Mandeln und chypriert-krautige Anklänge. „Elegant, hypnotisch und provokativ“ passt also ganz gut, obgleich der Duft wirklich tragbar ist.

Ginger hat natürlich leichtes Spiel mit mir, zählt diese Ingredienz doch zu meinen Lieblingen: Im Auftakt prickelnd wie ein Schaumwein, mit einer zitrisch-säuerlichen Bitterkeit versehen geben sich einige Agrumenfrüchte ein dynamisches Stelldichein, dass von der ihm genuinen frischen, fruchtig-trockenen Herbheit des Ingwers harmonisch ergänzt wird. Im Abgang gibt es dann noch ein wenig fruchtiges grünes Gummibärchen à la Nasomatto Absinth. Absolut unkompliziert, nicht wahnsinnig komplex, aber schön – es muss nicht immer kompliziert sein. Ich kann mir den Duft bestens vorstellen als Begleiter für derlei heiße Tage, wie wir sie gerade vermehrt hatten. Genügend Leichtigkeit besitzt er, er macht aber auch den Kopf frei – „geballte Energie“, „ein Synonym für Vitalität“, „Lebensfreude weckend“, „ein klarer Geist und freie Gedanken“, die Beschreibungen sind wahrlich treffend für diesen „kraftvollen Duft“, dem ich im übrigen auch noch eine Note grünen Apfels andichte.

Morgen geht es weiter mit den Vergessenen von SigiliHesperia und Ea. Bis dahin liebe Grüße und einen schönen Tag wünscht Euch Eure

Ulrike.

Bildquelle: Two varieties of ginger as sold in Haikou, Hainan, China von Anna Frodesiak, Cannabis Sativa von Michael Wolf, alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Il Profumo Ginger Osmo und Cannabis Osmo in unserem Shop.

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Brennend neugierig…

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Grünes,Holziges,Reines und Pudriges am 13.07.2011

… sind einige viele von Euch ganz bestimmt auf die vor ein paar Tagen hier erwähnten neuen drei Düfte von Andy Tauer. Ich habe mich dazu entschlossen, Euch nicht allzu lange auf die Folter zu spannen und sie Euch gleich vorzustellen.

Pentachords heißt die neue Linie und wie man dem Namen bereits entnehmen kann, ist die Zahl Fünf von Bedeutung für die Kollektion, ich zitiere mich einmal selbst:

„Jedes Pentachords-Parfum besteht aus fünf Duftmolekülen. Nicht weniger und nicht mehr – wobei weniger hier definitiv mehr ist in schönster Bauhaustradition. Denn die Reduktion, die bewusste und gewollte, erfordert natürlich die Verwendung hochwertigster Zutaten.“

Verdant, Auburn und White heißen sie, die drei Neulinge, und sind somit alle nach Farben benannt.

Verdant steht für das satte Grün von kühlen Wäldern, von dunkelgrünen taubenetzten Blättern, die in der Sonne nach einem Sommerregen glänzen, während die eigenartige Süße der dampfenden Erde aufsteigt. Diese Impression hat Tauer mittels Blattgrund, Wildleder, Tabak, „süßer Erde“ und Ambra einzufangen versucht – und das ist ihm, wie häufig, ganz vorzüglich gelungen: Grasgrün, Blattgrün, Jägergrün, Dunkelgrün, Frühlingsgrün, Waldgrün, Moosgrün – dieses Ergrünen ist unübersehbar. Frisch, saftig, bitter, herb-süß und grasig steigt einem der Duft in die Nase, und vermittelt einem mit seiner eigenartig anmutenden erdigen Süße tatsächlich den Eindruck eines soeben vorbeigezogenen Sommergewitters, welches der Natur Erholung gespendet hat. Kühles Nass und noch von der Sonne gewärmte Erde – plastischer habe ich das selten gerochen.

Auburn heißt soviel wie Rostrot oder Rotbraun – die Farbe des Hauptprotagonisten: Zimt. Ein koketter, fröhlicher Geselle mit einer warmen Schärfe, der sich hier mit heiterem, würzig-cremigen und leicht knarzigem Sandelholz auf einem ambrierten Bettchen wiederfindet, vielmehr: einem rustikalen, ausladenden Lager, Zitrusblütenumrankung und eine Shisha mit Apfeltabak in greifbarer Nähe – so lässt es sich leben. Orientalisch finde ich den Duft jetzt nur sehr bedingt, ansonsten bin ich mir sicher, dass Sandelholzfans an ihm ihre helle Freude haben werden.

White ist Silberweiß und wunderschön: Iriswurzel, zugleich pudrig-süß und erdig-samten anmutend, in inniger Umarmung mit Veilchen auf einem trockenem Rosenholz, cremiger Vanille und einem Hauch Ambra. Unschuld und doch Tiefe… Eine ähnliche Mischung hat mich schon einmal ganz unverhofft erwischt: Geste von Humiecki & Graef. Latente Verwandschaftsverhältnisse sind vorhanden, allerdings sprechen wir in jedem Falle von zwei eigenständigen Düften, die, beide innovativ und herrlich, sich genügend voneinander unterscheiden, sodass es mich bei White hier schon wieder in den Fingern juckt…

Ich bin sehr gespannt auf Eure Meinungen!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Summer Forest von John Nyberg, The Light von Winterdove/Carmen Cordelia, The Room von Jesse Therrien, alles via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Mister Marvelous…

Geschrieben in Ankündigungen am 12.07.2011

… heißt der nigelnagelneue Duft aus dem Hause Byredo und ist eine haarige Hommage:

Born of humble origins, of a rural Holland barbershop family. Made international through a turn in the Dutch marines, by way of a stint decades ago on the not quite yet glamorous island of Aruba. There he first encountered important heads and their hair, governors and captains of industry, and their wives.

A letter of introduction. Remember those? Reminiscent of Victorian times, wax seals, and steamer trunks. One from an Aruban oil executive’s wife drew invitations to New York. Perfumed invitations, no doubt. Without knowing who they were, he was soon styling the manes of every fashion editor in the city. In his 20s he ran the Bergdorf salon at a time when such a job meant everything. And from there his rise saw no end.

Coiffure is a singular art. Unlike paint or clay, this medium is alive, continuously growing. If in its concern with shape, it is most like architecture, then it is most similar to building castles out of sand. Every creation melts as it grows out, as if washed away by the ocean’s waves.

Marvelous is a grand word, is it not? As it rolls off the tongue, it feels quite like it means. And it has history; France’s post-revolutionary dandies called their equally exquisite ladies Les Marveileuses. Marvelous means wonderful, exquisite, and astonishing. With a bit of strangeness as well – as indicated by the old Latin mirabilis. A marvelous thing must be strange in that it must be like nothing else.

Photographs litter his home, thousands of little moments. Odd and wonderful. Vacations. Pottery he has potted (another organic art shaped by one’s hands). Scraps of paper with poetry he has penned (the outpouring of a more primal expressive drive).

Of course, stylish hairdos. Bobs chopped asymmetrically. Scalps shaved in odd ways. The very first undercut.

We celebrate all of this. Because when things are just a bit off kilter, a little twisted or turned in shape, they become that much more interesting. Such qualities are prima facie for a thing to be called marvelous. For a man to be called Mr. Marvelous.

Our hats off to the one and only Christiaan.

Gewidmet einem Christiaan, genauer: Christiaan Houtenbos, jenem begnadeten Friseur, der in den 80ern jeden berühmten Schopf um seine Finger wickelte.

Die Ingredienzen des Duftes: Kopfnote: Mandarinenblätter, Neroli; Herznote: Lavendel, Bambus; Basisnote: Ambra, Zedernholz.

Ich bin, wie immer bei Byredo, sehr gespannt.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Unsere Leser stellen sich vor: Teil V – Annette
Die Anthology-Collection…
Und noch mehr Neues…


Echte Kerle: Der Yuzu-Mann von Caron

Geschrieben in Aquatisches,Duft,Echte Kerle,Hesperiden,Holziges am 12.07.2011

Das ist eine Yuzu-Frucht! Sie ist etwa so groß wie ein Tennisball, kann aber auch die Größe einer Grapefruit erreichen. Gegessen wird sie als Frucht eigentlich kaum. Man verwendet die Schale in Asien zum Kochen oder macht aus Yuzu Marmelade oder Essig.

In unserer Reihe “Echte Kerle” war zuletzt von Carons Yatagan die Rede, warum also nicht mit einer Neuheit aus dem gleichen Hause weitermachen. Yuzu Man soll laut Hersteller ein Duft für den modernen Mann sein, der ganz weltoffen zwischen Ost und West steht. Die Herkunft der Zutaten soll diesen Ansatz unterstreichen: Yuzu aus Japan, indische Verbena, indonesisches Basilikum und Feigen aus der Provence, australisches Sandelholz und Zedernholz aus dem Atlasgebirge.

Yuzu (1-1 aspect ratio)

Kopfnote: Yuzu, Verbena, Basilikum; Herznote: Fruchtige Noten, Feige, Pistazie; Basisnote: Gewürze, Zedernholz, Sandelholz

Auf dem Teststreifen kommt „Yuzu Man“ kräftig zitrisch daher, leicht und angenehm frisch. Ein toller Sommerduft. Ganz leichte würzige Anklänge von Basilikum und etwas deutlichere Noten von Feige sind wahrnehmbar. Die Basis geht allerdings flöten.

Auf der Haut ebenfalls ein stark zitrischer Auftakt – es folgt ein unerwarteter Schwenk in Richtung maritime Noten. Nach einer Weile kommt die Basis zum Vorschein: Holz. Ich finde fast, dass sie wie frisch gespitzer Bleistift riecht, kein Wunder, da Bleistifte aus Zedernholz gemacht werden.

Mir gefällt der Duft sehr gut, ideal für den Sommer, als Eau de Toilette nicht allzu intensiv, leicht, zitrisch und aquatisch, aber durch die Feige und die Holznoten trotzdem so geerdet, dass er nicht in Richtung Billigduschgel abgleitet. Kein hochkomplexer Duft, den braucht der Sommer auch gar nicht, außerdem sehr modern konzipiert.

Meine Herren, wer auf der Suche nach einem Duft für die Sommersaison 2011 ist, sollte hier zuschlagen.

Es grüßt
Harmen

Feige via Wikimedia Commons

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