Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Pfingstrosen…

Geschrieben in Aquatisches,Duft,Solifloral am 17.06.2011

üben auf mich schon immer eine besondere Faszination aus genauso wie Magnolien. Mit Magnolien in Düften, jenen leider nicht so weit verbreiteten, hatte ich mich neulich bereits auseinandergesetzt – siehe hier. Jetzt zu Pfingsten sind mir endlich, endlich wieder Pfingstrosen ins Haus gekommen, blühen gar wundervoll in einer großen Vase im Wohnzimmer vor sich hin – und mir steht der Sinn einmal mehr nach einem Blümchen auf der Haut, und zwar nach Pfingstrose.

Ein kurzes Brainstorming samt einer darauffolgenden Recherche ergab in der Tat mehr Düfte, als ich gedacht hätte. In diversen Düftchen ist Pfingstrose vertreten, mir fallen aber sehr wenige ein, in denen ich sie prominent wahrnehmen durfte: Inekes zauberhafter Sommerduft Chemical Bonding gehört dazu, jene berückend schöne Brombeer-Tee-Pfingstrosen-Interpretation, dann wären da noch zwei limitierte Düfte von Annick Goutal, die Schönheit Rose Splendide mit Magnolie, Pfingstrose und Birne sowie die leichte(re) Variante von Quel Amour!, das Eau Parfumée und Divines Rose-Jasmin-Pfingstrose-Trio in L’Inspiratrice. Einer der neuen Korres-Düfte beinhaltet ebenfalls ganz unzweifelhaft Pfingstrose: Paeonia/Vanilla/Amber/Pear – dieser war hübsch, mir persönlich aber zu warm und zu fruchtig. Mich dürstet nach Pfingstrose in möglichst reiner Form und/oder hoher Konzentration. Testenswert wären noch Micallefs Time for Love, Guerlains Acqua Allegoria sowie Esteban und L’Occitanes (leider limitierte) Pfingstrosen, die hatte ich allerdings noch nicht unter dem Näschen, was demnächst nachzuholen wäre.

Mein bisheriger und uneinholbarer Favorit steht allerdings schon fest – es ist Histoires de Parfums Vert Pivoine, die grüne Pfingstrose. Deren Ingredienzen: Kopfnote: Pfingstrose, Efeu, Rose; Herznote: Pfingstrose, Rose, Mimose, Gardenie, Rote Früchte, Rosa Pfeffer; Basisnote: Pfingstrose, Sandelholz, Zedernholz, Moschus, Vanille.

In allen drei Pyramidenstufen ist sie vorhanden, jene Blume, die sowohl in Europa als auch in Asien, vor allem in China, als Symbol der Weiblichkeit gesehen wird und in letzteren darüber hinaus als Zeichen für Reichtum und Vornehmheit gilt. Das riecht man, deutlich: Frisch, taubenetzt und gerade am Erblühen zeigt sie sich, die Holde, von einer leichten Süße geküsst und von Grün umrankt. Pfeffer setzt Kontraste und Rose stiftet minzige Helligkeit, während Hölzer die Basis für das Blütenmeer richten.

Viel gibt es eigentlich nicht zu sagen zu Vert Pivoine – denn neben der Pfingstrose in ihren vielen Facetten treten alle übrigen Protagonisten dezent in den Hintergrund und überlassen ihr die Bühne. Und was für eine Show sie hinlegt, die Pfingstrose in Vert Pivoine – ein wirklich hinreißender Duft.

Bei meiner Recherche bin ich mehrfach auf folgendes, bis dato mir unbekanntes Gedicht namens „Pfingstrose“ des österreichischen Schriftstellers Ferdinand von Saar gestoßen, das für mich die stille Pracht der Pfingstrosen exakt auf den Punkt bringt und das ich Euch deshalb nicht vorenthalten mag:

Verhaucht sein stärkstes Düften
Hat rings der bunte Flor,
Und leiser in den Lüften
Erschallt der Vögel Chor.
Des Frühlings reichstes Prangen
Fast ist es schon verblüht –
Die zeitig aufgegangen,
Die Rosen sind verblüht.
Doch leuchtend will entfalten
Päonie ihre Pracht,
Von hehren Pfingstgewalten
Im tiefsten angefacht.
Gleich einer späten Liebe,
Die lang in sich geruht,
Bricht sie mit mächtgem Triebe
Jetzt aus in Purpurglut.

Viele liebe Grüße -

Eure Ulrike.

Bildquelle: Oben und unten: Pfingstrosen “Coral Charm” im Palmengarten in Frankfurt am Main – Nahaufnahme einer gefüllten Pfingstrosenblüte und Verschiedene Blütenstadien, beides von Poupou l’quourouce via Wiki Commons, some rights reserved, vielen lieben Dank! Mitte: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé (1885): Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz – Paeonia Mascula via Wiki Commons – danke!

Hier finden Sie Histoires de Parfums Vert Pivoine in unserem Shop.

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Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein am 17.06.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns bis Sonntag 24.00 eine Mail an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Melanie R. , Daniel F., Josefa H., Alessa S., Johannes R. – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Divine – L’Être Aimé Homme oder Der gewürzte Mann

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Holziges,Krautiges am 16.06.2011

Wenn mich meine schwer eingerosteten Französischkenntnisse nicht völlig im Stich lassen, müsste das Parfum zu Deutsch „Das geliebte Sein“, „Das geliebte Wesen“ heißen. Divine haben ja auch mit ihrem Firmennamen bereits eine himmelhohe Messlatte gelegt. Ob der Duft nun göttlich ist und man sich nach dem Auftragen als geliebtes Wesen fühlt oder diesen einem solchen zumindest schenken würde, versuche ich heute herauszufinden.

L’Être Aimé Homme“ wurde mit einer Vielzahl an Ingredienzen versehen; angegeben sind folgende: Kopfnote: Bergamotte, Lavendel, Ingwer, Basilikum; Herznote: Sellerie, Kardamom, Sand-Strohblume; Basisnote: Labdanum (Zistrose), Sandelholz, Patchouli, Vetiver

Ein erster Riecher am Duftstreifen lässt mich recht deutlich Basilikum, Lavendel und Sellerie ausmachen. Sehr würzig, dieser Kerl. Auf der Haut erhalte ich einen frischen Auftakt, der nur wenige Sekunden anhält. Sofort drängen sich die würzigen Noten hervor, von denen Lavendel am eindeutigsten wahrnehmbar ist. Sellerie und Basilikum geben dem Ganzen eine “gemüsige” Richtung, welche wiederum vom im Untergrund schwelenden Sandelholz abgerundet wird. Am ehesten erinnert mich der Duft an The Different CompanysSel de Vétiver“, wobei mir der Divine hier besser gefällt.

Ethiopia 2008 vetiver grass

Ein unkonventioneller Duft, ohne Frage, mit einem würzigen Schwerpunkt. Ich stimme auch der Zuordnung „Homme“ zu, wobei die weiblichen Fans von „Sel de Vétiver“ hier unbedingt mal hineinriechen sollten. Ich sehe bei diesem Duft einen reiferen, klassisch gekleideten und ebenso kultivierten Mann, der kostspieligen Hobbies nachgeht. Für meinen Geschmack hätte der Duft etwas frischer ausfallen dürfen, aber zweifelsohne haben wir es hier mit einer ausgewogenen und wohltemperierten Komposition des Parfumeurs Yann Vasniers zu tun, den wir bereits von Kreationen für Comme des Garçons und DelRae Roth kennen.

Es grüßt aus der Würzegalaxie
Harmen

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Unser Sommergewinnspiel geht in die Verlängerung!


Die Damen von Brecourt – Teil 3.

Geschrieben in Duft am 15.06.2011

Heute möchte ich mit der Brecourt-Serie abschließen: Die Herren hatte ich Euch bereits vorgestellt genauso wie einen Großteil der Damen – nun fehlen noch zwei Damendüfte, L’Amoureuse und Avenue Montaigne.

Mit L’Amoureuse, der Freundin oder Liebenden, hat Emilie Bouge, die Nase hinter Brecourt, Großes im Sinn:

„When everything around us is exquisite, when we draw in the intoxicating scent of eternal youth, when the spirit is full of enthusiasm and the body rejoices its freedom, we breath in “Amoureuse”.“

Der Duft ewiger Jugend, voller Eleganz und Enthusiasmus, der uns das Gefühl von Freiheit vermittelt – das liest sich vielversprechend. In der Philosophie unterscheidet man ja negative Freiheit und positive Freiheit – die Freiheit von etwas und die Freiheit zu etwas, die Freiheit von Zwängen, Einschränkungen oder ähnlichem und die Freiheit bestimmte Möglichkeiten zu haben etwas zu tun. L’Amoureuse meint und beinhaltet sicherlich beides, soviel Dynamik, wie der Duft ausstrahlt – aber kommen wir erstmal zu den Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Zitrone, Mandarine, schwarze Johannisbeere; Herznote: Rose, Jasmin, Veilchen, Himbeere; Basisnote: Pfirsich, Lilie, Moschus, Benzoeharz.

L’Amoureuses blühendes Herz besteht aus einem netten Liebespaar von Rose und Jasmin, einer luziden und frischen Rose sowie einem grünen Jasmin, die von buntem Treiben umgeben sind: Ein Ringelreihen saftiger Früchte, spritzig-säuerliche Johannisbeere, zarte Himbeere von leichter Süße sowie Hesperiden satt und ein samtiger Pfirsich, angerichtet auf einer weichen Basis.

Jugendlichkeit versprüht L’Amoureuse für mich in allererster Linie, ein fröhlich-unkompliziertes und blumig eingerahmtes Früchtchen, das einen jungen und aktiven Eindruck vermittelt. Ich kann mir den Duft am besten an einer jungen Frau oder einem jungen Mädchen vorstellen – dort kann er seine heitere Unbekümmertheit sehr wahrscheinlich am besten entfalten.

Auch wenn viele jene Alterseinschränkungen immer für hinfällig halten – prinzipiell sehe ich das ja auch so, genauso wie mit der Einteilung in Männer-, Frauen- und Unisexdüfte. Düfte suchen sich ihre Träger(innen) selbst und jeder sollte einfach das tragen, was ihm persönlich gefällt. Allerdings gibt es doch Düfte, die an Männern besser wirken oder besser nur von Frauen getragen werden sollten. Es gibt Düfte, die mehr für den (ganzen) Tag geeignet sind und welche, die sich nur abends voll entfalten. Und es gibt eben auch Düfte, die besser zu einem jungen Mädchen passen genauso wie es Düfte gibt, die einer reiferen Frau zu Gesicht stehen.

Ein typischer Jungmädchenduft ist für mich beispielsweise Petite Chérie von Annick Goutal: Jene unschuldige kleine Birne kann zwar durchaus von Frauen jeglichen Alters getragen werden (ich habe auch ein kleines Fläschchen hier) – am zauberhaftesten und vollkommen hinreißend finde ich den Duft aber an Mädchen oder (ganz) jungen Frauen.

L’Amoureuse gehört für mich ebenfalls in diese Kategorie – und ich weiß schon, an welchen liebenswerten Teen aus dem Freundeskreis mein Pröbchen wandern wird ;)

Dafür ist der nächste Duft, Avenue Montaigne, ein Duft für die Damenwelt und sicher nichts für kleine Mädchen – Starken Frauen, der französischen Couture und den Achtzigern gewidmet:

„Extremely influential women are a force to be reckon with. What my eyes see during the golden triangle of the French couture, my nose remembered the freedom of the woman in the 80s and this inspired me to bring all these back today.“

Benannt wurde Avenue Montaigne natürlich nach der gleichnamigen Straße in Paris, welche ihren Namen nach dem Renaissance-Schreiberling und Philosophen trägt, der allerdings mit den Verdiensten der Straße wenig zu tun hat: Schaufenster gibt es hier vornehmlich, und zwar Modeschaufenster, ist es doch die Straße der großen Namen des Modegeschäfts, zu welcher sie in den Achtzigern avancierte. Diese merkt man dem Düftchen auch an, das muss ich ihm lassen. Aber – ich finde jenes Wiederaufleben hier ganz hervorragend umgesetzt: Ein überschwängliches opulent blühendes Blumenherz von heller Rose in Kombination mit üppigen Weißblühern sowie Freesie und Lotos, die für transparent-aquatische Anklänge sorgen. Dazu deliziöse Beerennoten, säuerlich-prickelnde Grapefruit sowie samtig-saftiger Pfirsich – serviert auf einem erdig-weichen Patchouli-Moschus-Teller, der eine chyprierte Anmutung aufweist.

Ich bin kein großer Achtziger-Fan und muss dabei immer an unmögliche Klamotten denken, an hochgradig peinliche Frisuren und weitere Ver(w)irrungen. Allerdings hatten die Achtziger natürlich auch jede Menge Vorzüge wie zum Beispiel ein Teil der damals entstandenen Musik. Avenue Montaigne erinnert mich persönlich an die mondänen Kostüme des Hauses und Herrn Thierry Mugler: Feminin, sexy und irgendwie überladen, aber trotzdem oder gerade deswegen gut – deshalb darf es gerne auch mal ein Achtziger-Jahre-Duft sein, findet Ihr nicht? Für mich ist es der dritte Liebling im Bunde der Brecourt-Düfte.

Welches sind denn Eure Favoriten, gesetzt den Fall Ihr habt schon getestet? Was hört sich für Euch testenswert an, wenn Ihr noch nicht in den Genuss gekommen seid?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Pierre-Auguste Renoir (ca. 1890 – 1894): Junge Mädchen auf der Wiese, Ein Abendkleid von Thierry Mugler von ellenm1, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die komplette Brecourt-Kollektion bei uns in unserem Shop.

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Die Damen von Brecourt – Teil 2.

Nachdem ich vor Pfingsten bereits die ersten Damendüfte der Brecourt-Kollektion vorgestellt habe, Eau Blanche und Eau Trouble, folgen heute und morgen die restlichen Weibsen. An der Reihe sind heute die Orientalen, für die Emilie Bouge, die Nase hinter Brecourt, wohl wie sie selbst sagt eine besondere Schwäche hat: Ambre Noir, Agaressence und Harâm.

Ambre Noir, der Dunkelamber, ist gar nicht so ein düsterer Geselle wie man auf den ersten Blick vielleicht meinen möchte: Die Sinnlichkeit der Ambra wollte Emilie Bouge herauskitzeln aus dieser kostbaren Ingredienz:

„The sensuality of this ingredient is as mysterious as a love potion with all its magnetic and solar powers.“

Mysteriös wie eine Liebestrunk – haach… Dafür sorgte Madame mit folgenden Zutaten: Kopfnote: Bergamotte, Magnolie, Myrrhe; Herznote: Sandelholz, Iris, Ambra, Labdanum; Basisnote: Ambra, Vanille, Moschus.

Ich würde behaupten wollen, dass das ziemlich gut gelungen ist: Harziger Pluralismus, opulent, aber nicht krachend. Warme Süße und süße Wärme, trocken, würzig, cremig, samtig und von zarten Blüten umrankt. Magnolie tritt in der Tat deutlich hervor – und ergänzt sich wider Erwarten, ich hätte es nicht gedacht, hervorragend mit der vorherrschenden Wärme, die immer angenehm ist, aber niemals zur Hitze wird. Ein sanfter und trockener Ambrageselle mit floralen Touch.

Heutzutage muss eine Kollektion, wenn sie etwas auf sich hält, in jedem Fall einen Oudduft zu bieten haben. So gibt es eben jenen auch bei Brecourt – Agaressence ist sein Name und er hat folgende Ingredienzen: Kopfnote: Safran, rosa Pfeffer, schwarze Johannisbeere, Pflaume, Oud; Herznote: Tuberose, Rose, Ylang-Ylang; Basisnote: Oud, Gurjanholz, Jatamansi, Amyrisholz, Sandelholz, Zibet.

Ihre Inspirationen zu diesem „floriental-fruchtig-holzigen“ Duft holte sich Madame Bouge direkt vor Ort im arabischen Land – in Dubai:

„I was walking through a souk in Dubai one morning when I was overcome by the bakhour fumes emanating from a nearby shop that was diffusing a strong odour of Oudh. Time seemed to have stopped. This was the first time that a fragrance has affected me so strongly.“

Einen tiefen Eindruck hat die Ingredienz Oud bei ihr hinterlassen – ich kann es gut nachvollziehen, denn mir geht es genauso. Jedoch wird einen die eigene Erwartungshaltung an Agaressence enttäuschen, nimmt man den Namen zu wörtlich: Oud ist vorhanden, keine Frage, aber der Duft ist vielmehr ein femininer Florientale mit ausgeprägt fruchtigen Anklängen. Ein betörendes Blütenbouquet, flankiert von opulenten Pflaumennoten sowie kontrastierender schwarzer Johannisbeere, auf einem Teller von samtenen Hölzern drapiert. Eine sündig-sinnliche Fruchtbombe, aber eher hellerer Natur und nicht so dunkel, mysteriös und unbändig, wie man oder besser: ich mir einen Oudduft vorstellen würde.

Ganz anders ist da Harâm, der für mich eine vortreffliche Hommage an die Duftfamilie der Orientalen ist und es auf wunderbare Weise vermag, all deren Vorzüge zu vereinen. Für Bouge ist es ihre Ode an das Orientalische und, ferner, an die erotische Seite einer Frau:

„My taste for the oriental culture inspired me in this scorching perfume whereby instinct cohabits with refinement. Haram forbids temptation. I wanted to give it as an accessory to the woman who is not afraid to liberate the erotic side of herself.“

Harâm überzeugt, von Anfang an: Trockene Süße umfängt meine Nase, jene von gedörrten und getrockneten Früchten, Datteln und Aprikosen auf dunklem Samt präsentiert neben Gläsern von sämigem Honig. Von der Sonne verblichene Hölzer und Leder zeichnen den Eindruck eines arabischen Marktes, von Ständen in der Glut, von Pferden, Eseln und anderem Getier zwischen kostbaren Gewürzen und Raucherbars an den Ecken.

Meine Lieben, Harâm ist einfach wundervoll: Stellt Euch bitte vor, Ihr wandelt von Serge Lutens Arabie über L’Artisan Parfumeurs Al Oudh nach Serge Lutens Fumerie Turque, welche alle eine Liaison mit Ginestets Botrytis eingegangen sind – reicht das für einen kleinen Vorgeschmack? Für mich einer, genauer: der zweite Star der Linie und für Orientalenfans, die Honig nicht scheuen, ein unbedingtes Must-Try!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Foto von Souk Et-Trouk, Tunis, Tunesien (aufgenommen im Jahre 1899), Carl Spitzweg (ca. 1860): Im türkischen Basar, Jean-Léon Gérôme (1824 – 1904): Dancer with Tambourine, alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die Damenkollektion von Brecourt in unserem Shop.

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Die Damen von Brecourt – Teil 3.
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Brecourt…


Schöne Pfingsten!

Geschrieben in Allgemein am 11.06.2011

Liebe Leserinnen und Leser,

wir von AusLiebezumDuft wünschen Euch schöne Feiertage! Genießt Euer (verlängertes) Pfingstwochenende!

Herzlichst,

Eure Ulrike, stellvertretend für das ganze Team.

Bildquelle: Pierre Reymond (ca. 1550): Pentecost.

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Die Damen von Brecourt – Teil 2.
Die Schöne und das Biest: Vierges et Toreros.


Die Damen von Brecourt…

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Reines und Pudriges,Solifloral am 10.06.2011

Ausnahmsweise einmal in verkehrter Reihenfolge habe ich Euch dieser Tage zuerst die Herrendüfte unserer neuen Duftkollektion namens Brecourt von Emilie Bouge vorgestellt. Nun sollen natürlich noch die Damen folgen – auch hier, soviel sei schon einmal verraten, gibt es einige Schmankerl. Heute an der Reihe sind Eau Blanche und Eau Trouble.

Eau Blanche basiert, wie Emilie Bouge verrät, auf ihren Kindheitserinnerungen:

„Remembering my childhood memories, I can still smell the white sheets drying out in the light breeze of the Amalfi Coast, infused with the marine, citrus effusion. I can always see myself as a little girl on a summer’s day in Capri, going down the steps that take me to the Marina Grande in an atmosphere saturated with jasmine. It is with these fond memories that I wanted to capture in a bottle.“

Eine Kindheit an der Amalfiküste, das hört sich ziemlich malerisch an und erinnert an die vielen schöne und äußerst stylischen Franzosenfilme, die ich die letzten Jahre gesehen habe, erinnert an Bonjour Tristesse von Françoise Sagan, erinnert an Urlaub, den ich gerne einmal wieder machen würde…

Die Konzeption von Eau Blanche liest sich einfach, aber schön: „Citrus, Floral, Musky“ soll er sein und besitzt folgende Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Zitrone, Mandarine; Herznote: Jasmin, Teeblätter, Ingwer; Basisnote: Zedernholz, Moschus.

Herrlich einfach und – einfach herrlich: Frisch, ein wenig maritim anmutend ohne krautig zu sein, weht Eau Blanche wie eine seiche Seebrise herüber, unverkennbar mediterran. Zitrusfrüchtesprenkler glitzern und funkeln wie Sternchen, während Ingwer fruchtig-herbe Akzente setzt und die Teeblätter… ja, die erinnern mich hier in Kombination mit den Hesperiden sehr an leckeren, selbstgemachten Eistee. Sprich: Der Duft erinnert mich an einen Balkon oder eine Terrasse mit Meerblick, auf denen man sich von der Sonne den Pelz wärmen lässt und dabei eine Kanne Eistee genießt. Ich kann sehr gut nachvollziehen, weshalb Emilie Bouge den Duft nach eigenem Bekunden häufig vor dem Einschlafen trägt – und dessen nie müde wird…

Mich erinnert Eau Blanche sehr an einen Kandidaten meiner erweiterten Sommerriege, der ebenfalls durch Einfachheit glänzt, aber gerade deswegen so schön ist: Carthusias Mediterranea, mein persönlicher Lieblingseistee. Solche Düfte muss man einfach haben für die heißen Tage, die wir ja die letzten Jahre in Deutschland auch zuhauf hatten.

Eau Trouble, der zweite Brecourt-Damenduft für heute, ist mein persönlicher Lieblingsduft in der Linie, ganz unerwartet. Ebenfalls unerwartet wird für Euch vermutlich die Ausprägung desselben sein: Hinter dem Namen verbirgt sich keinesfalls ein Troublemaker, kein Rebell, kein Zeitgeistterrorist und kein Umfeld-Hooligan. Die Namenswahl des Duftes kann ich ehrlicherweise auch nicht nachvollziehen: Sowohl im Englischen als auch im Französischen kenne ich keine positive Konnotation des Wortes „Trouble“, im besten und eher bemüht wirkenden Fall ist das Wörtchen neutral zu deuten – vielleicht als Trubel, Beunruhigung oder ähnliches. Bouge wollte mit Eau Trouble Femininität olfaktorisch darstellen, vielmehr – die Auswirkungen, die eben jene haben kann:

„I wanted to orchestrate olfactively all the emotions that a complex and mysterious woman can evoke.“

Irgendwie fehlt mir da der Zusammenhang und es stellt sich mir die Frage, wie das gemeint ist: Komplexe und mysteriöse Frauen erzeugen bei Männern Angstgefühle? Männer laufen vor intelligenten Vertreterinnen der Damenwelt davon? Und was soll der Duft dann genau darstellen? Jene Femme Fatale? Oder soll er beruhigend wirken, damit die Männchen nicht so schnell verlustig gehen? Letzteres könnte vielleicht tatsächlich hinhauen, aber – eigentlich ist es mir auch völlig egal, was Bouge mit ihrem meines Erachtens nach etwas verunglückten Motto zum Duft verfolgte. Dieser ist top, unabhängig vom Hintergrund. Hier erstmal die Ingredienzen: Kopfnote: Mandarine, Karotte, Weihrauch; Herznote: Teeblätter, Heliotrop, Orangenblüte; Basisnote: Vetiver, Iris, Zedernholz, Moschus.

Ein „zeitloses Cologne“ mit einem intellektuellen Anstrich – so will es Frau Bouge. Und hat damit vollkommen recht: Eine wunderschöne zarte Iris, samtig-pudrig, die sich von saftiger Mandarine und der eigentümlichen Süße der Karotte auf zauberhafte Weise akzentuiert sieht – gebettet auf einer hellen, luftigen, weichen Kuschelbasis von Moschus, vanillig angehauchtem Heliotrop und sanften Hölzern. Vetiver, Tee und Weihrauch sorgen für einen dezenten grün-rauchigen Hauch und Orangenblüte stiftet typisch fruchtig-honighafte Anklänge.

Eau Trouble ist ein Traum. Und erinnert nur an die Besten: An Duchaufours Reisedüfte Dzongkha und Timbuktu für L’Artisan Parfumeur, an Laboratorio Olfattivos Nirmal und an Humiecki & Graefs Geste – um nur einige zu nennen.

Und ich kann hier an dieser Stelle bekennen: Bei mir wird eine Flasche einziehen, ganz bestimmt und sicherlich bald.

Liebe Grüße und ein schönes Pfingstwochenende,

Ulrike, die eigentlich sparen will.

Bildquelle: Wahrzeichen Capris: Die Faraglioni von Sonnenwind, Iris Pallida, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die Damenkollektion von Brecourt in unserem Shop.

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Die Damen von Brecourt – Teil 2.
Die Damen von Brecourt – Teil 3.
Brecourt…


Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein am 10.06.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns bis Sonntag 24.00 eine Mail an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Carola W., Magdalena N., Inge W., Henning F., Sabine S. – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Brecourt – Männersache die Zweite.

Nachdem ich schon ob der vielen neuen Düfte, die es zu rezensieren gilt, momentan nicht zu meinem neuen Projekt, der „Echte Kerle“-Serie komme, wollte ich nun bei unserem Neuzugang Brecourt einmal den Herren der Schöpfung den Vortritt lassen und habe mit den Männerdüften angefangen. Zwei waren gestern schon dran – Mauvais Garçon und Esprit Mondain – heute folgen noch Eau Libre und Contre Poivoir.

Eau Libre – Der Duft der Freiheit oder der Freigeist? Wahrscheinlich kommt beides gerne mal zusammen, auch wenn es nicht notwendig zusammengehört. Madame Bouge hatte als Inspiration den Himmel, wie man unschwer an dem Pressefoto mit dem freundlichen Flieger sehen kann. Ein langer Blick in die unendliche Weite des Himmels, auf eine Bergkette, die sich über die ganze Ewigkeit des Horizonts erstreckt oder auch ein plötzlicher Windhauch in der Nase – das Gefühl der Freiheit ist gratis, dauert aber leider in unserer Gesellschaft selten an will ich meinen… Trotzdem oder gerade deswegen hat sich Emilie Bouge jenen großen Begriff zum Thema genommen und wollte ein Parfum kreieren, dass eine „Explosion von Licht“ in sich trägt, schillernd, glitzernd, oszillierend, sich ständig verändernd.

So kommt Eau Libre auch überaus zitrisch daher: Ein ganzer Hesperidengarten, prickelnd, spritzig und überaus hell, von aquatisch-ozonig-wässrigen Anklängen begleitet, die wie ich vermute, einigen grünen minzigen Akkorden sowie der (Wasser!)Melone geschuldet sind. Jasmin soll sich irgendwo da noch verbergen, will sich mir aber nicht zeigen, dafür präsentiert sich die Basis streichelzart dank skinnig-weichem, hautnahem Ambroxan.

Alles in allem erinnert mich dieser Duft von der Richtung her sehr an Creeds Himalaya sowie Carons Anarchiste, welche für mich ohnehin Brüder im Geiste sind. Da ich persönlich beide schon besitze, wäre der Freigeist Eau Libre kein Must-Have mehr für mich. Für jeden Mann, und das meine ich genau so, sollte dieses Trio aber zur Testpflicht werden und einer, mindestens einer davon sollte in Zukunft Bestandteil des maskulinen Duftrepertoires sein. Was nicht heißt, dass die Damenwelt einen Bogen drumherum machen muss – nicht um den Duft und erst recht nicht um den Mann, wenn er schon so toll duftet ;)

Contre Pouvoir heißt auf Deutsch soviel wie Gegengewicht, Opposition und ist ein mehr oder weniger feststehender Begriff – das Anti-Establishement. Dieser Parfumkreation ging wohl ein Besuch in einem schicken Gentlemanclub sowie die dortigen Impressionen voraus wie Emilie Bouge erzählt:

„Having been invited to a very chic club in the 16th arrondisement in Paris, I felt the omnipresent of power as well as an irresistible attraction for refined places with a cosy atmosphere in the lounge.  For me, this club illustrated a predominantly male character which is clearly depicted in their everyday lives.“

Was könnte man anderes als Zutaten wählen als jene Dinge, die man sich auch in den wildesten Phantasien als einem solchen Klub unabdingbar zugehörig vorstellt? Dicke riesige Chesterfield-Sofas aus teuerstem Leder, Holzverkleidungen soweit das Auge reicht, Bücher, viele viele Bücher und Journale und natürlich Zigarren. Nicht irgendwelche – die teuersten selbstredend.

Von einem Spritzer Zitrischem im Auftakt lässt sich der Duft nicht beirren – er zeigt alsbald sein eigentliches hochherrschaftliches Naturell: Frisch-würziger Kardamom trifft auf dunkel-würzige Lakritze, Vetiver, Tabak und Maté-Tee, die zusammen ein samtig-rauchiges Szenario bilden auf einem grazilen Holzsockel, der von Ambroxan, jenem skinnig-weichen, gewärmt wird.

Contre Pouvoir ist ein Duft, der sich vermutlich erst auf den zweiten Blick erschließt – aber definitiv mein Herrenliebling ist: Jene Kardamomfrische, die hier ähnlich leuchtend umgesetzt ist wie in Clive Christians genialem Meisterwerk X for Man, die Kombination von Tabak, Maté und Vetiver in Verbindung mit Lakritze, vor allem Vetiver verbunden mit Lakritze, was mir schon in Muglers Miroir des Vanites so unglaublich gut gefiel – das alles in zurückhaltend-eleganter Erhabenheit umgesetzt. Schön, wirklich schön. Mal sehen, was die Frauen noch so mit sich bringen – es bleibt also weiter spannend ;)

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Lieutenant “Mike” Hunter, Army pilot assigned to Douglas Aircraft Company, Long Beach, Calif via Wiki Commons, Anders Zorn (1860 – 1920): Författaren Viktor Rydberg läser en bok i sin gungstol (Der schwedische Autor V. Rydberg liest ein Buch in seinem Schaukelstuhl) via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die Herren-Kollektion von Brecourt in unserem Shop.

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Die Damen von Brecourt – Teil 3.


Brecourt…

Geschrieben in Duft,Echte Kerle,Hesperiden,Holziges,Orientalen am 8.06.2011

lautet der Name eines neu oder besser erneut ins Leben gerufenen französischen Hauses. Verantwortlich für die Quasi-Renaissance ist Emilie Bouge, deren Großeltern das Parfumhaus „Bruno Court“ betrieben, einen 1812 in Grasse gegründeten Familienbetrieb. Dieser wurde wohl in den Sechzigern von Mane geschluckt, was das Ende des vorher unabhängigen Hauses bedeutete. Bouge lag somit – wie einigen anderen auch, siehe Patricia de Nicolaï oder auch Romano Ricci (Juliette has a Gun) – das Parfum bereits in der Wiege: Sie wuchs ebenfalls in Grasse auf, wie das Pressematerial ausmalt zwischen wertvollen Baccarat-Flakons und kostbaren Ingredienzen für die Parfums des russischen Zarenhauses. Sie absolvierte natürlich jene klassische Ausbildung, die so gut wie jeder Parfumeur von Rang und Namen hinter sich hat: Ein Studium an der legendären, von Jean-Paul Guerlain gegründeten ISIPCA. Bevor sie sich nun einen Lebenstraum erfüllte und das Erbe ihrer Familie mit ihrer Firma Brecourt wieder aufleben ließ, arbeitete sie für Charabot und kreierte unter anderem Düfte für Clarins, Esteban, Salvador Dalí, Isabel Derroisné und weitere.

„From my first trials, each of my creations bears a part of an ccomplishment in a job which I always dream of. Through my company, Brécourt, I wanted to freely explore all the modern contours of a polysensorial formulation. If the olfactive emotion is a subtle amalgam between the fragrance, a person and a context; I see the context as the most important emotional vector because it recalls to mind all the memories of the other senses: this had been my major inspirational source. I have therefore put into a bottle the places and the special moments to highlight the personality of those who might take pleasure in it. To feel a scent is to explore humanity from the inside.“

Düfte, Emotionen, Gefühle – nicht neu, aber immer wieder zutreffend. Und Frau Bouge war enorm fleißig: Elf Düfte umfasst ihre Brecourt-Kollektion zu deren Beginn, sieben als Damen- und vier als Herrendüfte klassifiziert – diesen widmen wir uns diese Woche.

Nachdem sonst immer die Frauen zuerst dran sind beginne ich diesmal mit den Herren, genauer: mit den ersten beiden Herrendüften: Mauvais Garçon und Esprit Mondain.

Mauvais Garçon, in etwa „böser Junge“ ist natürlich ein kokett gewählter Name, und wenn man Bouges Zeilen dazu ließt, würde man doch gerne etwas mehr zu den Hintergründen des Duftes wissen:

„He thought that he could seduce the whole world with his physique and virile attitudes. He almost convinced me by his guile and polish. Too late, I realised that he is a bad boy…“

Ein Verführer, der ihr den Kopf verdrehte? Eine leidenschaftliche Liaison, eine verflossene Liebschaft oder Affäre? Was da vorgefallen ist werden wir nie erfahren, denke ich… Dem Duft nach zu urteilen muss es aber äußerst reizvoll gewesen sein: Ein Hesperidenspritzer in der Kopfnote hält sich der Duft nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf und kommt alsbald zur Sache. Streng-muskulöser Lavendel, eine Prise Muskat und Zimt für die Schärfe, ein Hauch floraler Träume, nicht näher definiert und – jede Menge Haut, weiche, warme und süße Haut, von der Basis aus Sandel- und Zedernholz, Patchouli sowie Tonkabohne und Vanille vortrefflich gezeichnet und von einer sehr erotischen… Würze.

Als „oriental, woody, spicy“ würde ich persönlich den Duft nicht bezeichnen. Aber viril, maskulin, roarrr – das kann ich definitiv unterschreiben. Und das obgleich ich Vanille an Männer tatsächlich nicht schätze – normalerweise… Mauvais Garçon allerdings ist was anderes, sozusagen die wirklich männliche Variante von Givenchys Pi – falls mein alter Kumpel Arthur mitlesen sollte: Kaufen! Tragen! [Anmerkung am Rande: Auch wenn Du vermutlich kein solches Sixpack mehr hast wie auf dem Pressefoto...]

Esprit Mondain, der mondäne Geist, das hört sich nach einem noblen Gemüt an – und in der Tat, der Duft ist der (männlichen?) Eleganz gewidmet, für Bouge eine gekonnte Mischung aus Dezenz und Präsenz:

„For me, the height of elegance is to know when to symbolise/trace a discreet presence when the occasion calls for it. Worldly Spirit is a school for rigeur, serenity and delicacy.“

Mir war eigentlich schon vorher klar, was für eine Art Duft mich hier erwartet und Madame Bouge enttäuscht meine Erwartungen keinesfalls: Die frische Kopfnote, nach der es ihr gelüstete, ist ihr hervorragend gelungen – Zitrone, hell, prickelnd, zitrisch, und Galbanum, mit dezenten minzigen Waldmeisteranklängen, die in ihrem Zusammenspiel eine leicht aquatische (aber angenehme!) Note generieren und von einer Prise Pfeffer fachmännisch akzentuiert werden. Keine Ahnung, wo jetzt der Cabernet-Sauvignon-Akkord sein soll – davon kann ich mir höchstens ein Glas in der Hand dieses George-Clooney-Verschnittes vorstellen, der damit auf einer Terrasse irgendwo in mediterranen Gefilden steht in seinem Leinenanzug mit leicht geöffnetem Hemd und gebräunter, warmer Haut – ambrierte Zeder – und einfach nur gut aussieht.

Morgen geht es weiter mit den beiden restlichen Brecourt-Männern – bis dahin viele liebe Grüße und einen guten Start in die Woche -

Eure Ulrike.

Bildquelle: Die neueste Dandymode aus dem Journal des Dames et des Modes von 1831, Terrasse von Cerland, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die Herren-Kollektion von Brecourt bei uns in unserem Shop.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Die Damen von Brecourt – Teil 2.
Brecourt – Männersache die Zweite.
Die Damen von Brecourt – Teil 3.


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