Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Von Licht…

Geschrieben in Blüten,Duft,Grünes am 31.05.2011

Heute und morgen folgen erneut zwei Düfte der Evanescent-Kollektion der Chinesin Yosh Han: White Flowers 1.41 und Omniscent 0.96, die ich für mich unter dem Titel „Licht und Schatten“ zusammengefasst habe, da sie ihrer olfaktorischen Farbigkeit nach zu urteilen aus zwei ganz unterschiedlichen Richtungen kommen. Ich habe jetzt keinesfalls vor, esoterisch zu werden – dafür möge man bei Yosh Han auf deren Seite nachschauen. Aber Düfte und Farben gehören bei mir ebenfalls zusammen, obgleich in einem vielleicht eher synästhetischen Sinne.

White Flowers steht logischerweise für das Licht – und Madame Han illuminiert uns da ganz vortrefflich mit einem riesigen Bündel an weißen Blüten: Tuberose und verschiedene Sorten Jasmin sowie Rosen, Veilchen, Flieder, Freesie, Gardenie, Maiglöckchen, Narzisse, Petitgrain und Duftwicke, um genau zu sein, denen sibirische Tanne an die Seite gestellt wird. Lassen wir dazu erstmal Madame Han zu Wort kommen: Ihre Mutter sei Ikebana-Künstlerin gewesen, jene japanische Kunst des Blumenarrangements. Sie betone wohl immer wieder, dass es dabei nicht nur um die Blüte selbst, sondern um deren gesamte Erscheinung geht sowie deren Relationen, um Stengel, Blätter, Blütenstempel. Mit White Flowers schuf Yosh Han einen ebensolchen Duft: Keinen typischen Weißblüher, wie sie bescheinigt, einen jener Düfte, die schnell zu dick auftragen, einen zu erschlagen drohen mit ihrer Opulenz und Süße und bisweilen nur schwer zu ertragen sind. Sondern einen komplexen weißfloralen Duft, der die gesamte Pflanze mit einbezieht, wofür grüne Anklänge und Tanne sorgen.

Ursprünglich war der Duft einem Hochzeitsbouquet gewidmet – allerdings entdeckte Yosh, dass er sich auch auf Männerhaut hervorragend macht. Und ist wohl nach wie vor total verliebt in ihre Kreation.

Betreffs der Vorbehalte gegenüber weißfloralen Düften muss ich Madame Han natürlich recht geben: Ich habe auch meine Probleme mit vielen Weißblühern, habe mich an Tuberose, Jasmin und Co. langsam und sehr behutsam herangetastet. Und bin wählerisch. Zu ausladend darf es nicht sein, keinesfalls eine Überdosis Süße beinhalten und mir nicht sofort oberhalb der Nase zwischen den Augenbrauen ein Stechen verursachen.

White Flowers tut all jenes nicht: Frisch ausgesprüht entführt einen der Duft augenblicklich in einen jener wunderbaren Blumenläden, in denen ich stundenlang lustwandeln könnte. Herrliche Arrangements zwischen Dekorationsartikeln und Inneneinrichtungsgegenständen, Bouquets und Gestecke, herrliche Blumensträuße. White Flowers ist auch etwas in der Richtung und wird gerade frisch geknüpft. Die Stengel wurden gerade geschnitten und versprühen die ihnen genuine grüne Frische, welche kurze Zeit später in jenen Duft übergeht, den man in Gewächshäusern vorfindet: Pflanzengrün, frisch-säuerlich-herb, wässrig-dämpfige Luft und Blütensüße. Eingebunden wird hier in der Tat jeder Zipfel der Pflanze(n), wobei zumindest ich in dem dichten Blütengewirr nicht dazu in der Lage bin, einzelne Exemplare zu verorten. Das macht aber auch gar nichts, denn White Flowers ist genauso wie ein Ikebana-Arrangement ein Gesamtkunstwerk, bei dem der Fokus auf Ganzheitlichkeit liegt.

Vom Stil her erinnert mich der Duft ein wenig aufgrund seiner Dämpfigkeit an Etros Royal Pavillon, den ich hier bereits rezensierte – siehe hier. Ein derartiger Verweis mag aber nur ein Richtungsweiser sein, die beiden Düfte trennt ansonsten viel: Royal Pavillon ist facettierter, eindeutiger Tuberose, mit scharfkantigen Vetivergrashalmen. White Flowers ist harmonisches Ganzes und fällt mit seiner Einbeziehung der kompletten Blüte auch aus dem Muster oder Schema F der typisch weißfloralen Parfums heraus. Neben der verhaltenen Blütensüße zeigt er nicht nur grüne und frische Akzente, sondern auch jene herbe Schärfe, die mancherlei Blätter und Stängel mit sich bringen. Auch meine ich gewisse chyprierte Anklänge zu entdecken. Alles in allem erkennt man, wie bei allen bisher getesteten Yosh-Düften die Hochwertigkeit der verwendeten Ingredienzen.

Ein schöner Duft, den ich mir sehr wohl auch an Männern vorstellen kann.

Morgen geht es weiter mit dem Schatten – Omniscent 0.96. Bis dahin alles Gute und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Hirozumi Sumiyoshi (1700): Rikka, Ikebana-Arrangement von Ellywa, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Yosh Hans White Flowers 1.41 in unserem Shop.

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Sottile 1.61…

Geschrieben in Blüten,Duft am 30.05.2011

ist Duft Nummer zwei aus der Evanescent-Kollektion von Yosh Han, die ich Euch dieser Tage vorstelle. Der Name kommt, wie nicht zu übersehen, aus dem Italienischen und weist auf das englische Wörtchen „subtle“ hin, dass im Deutschen einige Entsprechungen hat: Fein, zart, unaufdringlich, dezent, subtil, raffiniert – man sieht bereits, es deutet in verschiedene Richtungen.

Yosh Han mit ihrem Zahlensystem verbindet den Duft mit Klarheit, dem Selbst (also vermutlich auch Selbstfindung), mit Eleganz und Understatement, Freiheit, Sensibilität – sowie mit der Duftfamilie der klassisch floralen Düfte und mit der Farbe Pink, die sich mir irgendwie in Verbindung mit dem Duft und den Prädikaten gar nicht erschließen mag.

Dafür kann ich den kompletten Gedankenbogen, den Yosh Han zu dem Duft spannt, sehr gut nachvollziehen und finde ihn sehr anziehend: Sottile sei der perfekte Duft für Stunden und Momente der Reflexion, für einsame Spaziergänge oder Gartenarbeit. Die meisten Menschen, vornehmlich Frauen, die sich von Sottile angezogen fühlen, seien feminin, sensibel, elegant und anmutig – Attribute, die Sottile auch ausstrahlt und bei jedem Träger zutage fördert: Eleganz, Selbstbewusstsein und Einfachheit. Letztere natürlich im positiven Sinne – hier springt Yosh schon wieder und erzählt von dem Rosengarten ihrer Mutter, den sie so sehr liebte und in dem sie Stunden mit Tagträumerei verbringen konnte, sich ganz dem Duft und der Sanftheit der Rosen hingebend. Bei dessen Betrachtung sei ihr bereits aufgegangen, dass die schönsten Blumen nicht immer die auffälligsten, augenscheinlichsten sein müssen. Da wird wohl keiner widersprechen, denke ich – eine alte Weisheit, die man schon in zig Sprichwörtern verewigt hat.

Sottile nun ist auch betreffs der Ingredienzen der Simplizität verpflichtet: Wie gestern bei Stargazer finden sich lediglich zwei Zutaten – Teerose und Maiglöckchen. Und selbst nach einem wiederholten Test finde ich nichts, was ich darin noch entdecken könnte – ich rieche genau das: Rose, und zwar nicht irgendeine, sondern Teerose. Und eben Maiglöckchen.

Mit der Rose hat es bei mir lange gedauert, bis wir uns anfreunden konnten – der Weg ebnete sich mir über die vielen Dunkelrosen, jene Rosendüfte mit Oud, Gewürzen, Hölzern oder ähnlichem. Maiglöckchen und ich sind auch eine relativ neue Liebesgeschichte – der geneigte Blogleser wird es wissen. Ich jedenfalls als Rosenfan und vor allem: Teerosenfan und noch junger Maiglöckchenliebhaber habe mein Herz schon jetzt an Sottile verschenkt: Nicht nur sehe ich exakt jene Attribute, die Yosh ihrem Duft zusprach, erfüllt – Sottile ist elegant und gleichermaßen natürlich, ist Understatement bei gleichzeitigem Selbstbewusstsein. Ist reduziert, unkompliziert und dabei überaus feminin, voller Anmut und Erhabenheit.

Der durchdringende Duft von frischer, leicht perlender Teerose in vollendeter Harmonie mit dem sauberen Duft von Maiglöckchen, dazu ein klitzekleiner Hauch Erdigkeit und jene subtile Süße, die jenen beiden Blüten innewohnt. Perfekt. Wie sagte Saint-Exupéry, der Autor des Kleinen Prinzen:„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann“ – das trifft uneingeschränkt auf Sottile zu.

Maiglöckchendüfte gibt es etliche schöne: Meine große Liebe 2011, Carillon pour un ange von Andy Tauer, dann das fruchtige Cassis-Maiglöckchen von Micallef, Lucky Charm. Der Klassiker Diorissimo, Lily of the Valley von Penhaligon’s und Floris sowie Muguet de Bonheur von Caron. Parfums MDCI ließen sich von Madame Nicolaï mein zweites Lieblingsmaiglöckchen kreieren, Un Cœur en Mai, das Maienherz.

Mit Teerosen wird es da schon schwieriger: Allen voran ist natürlich Creeds göttlicher Klassiker Fleur de Thé Rose Bulgare zu nennen, als da dann noch wären Simone de Cosacs wunderschöne Patchouli-Rosen-Interpretation Trama, Goutals nostalgisches Birnen-Pfingstrosen-Magnolien-Teerosen-Stillleben Rose Splendide sowie Fontana di Trevis No. 16, das völlig unterschätzte Juwel.

In beiden Kategorien gibt es noch ganz karma-unabhängig genügend Platz für einen weiteren würdigen Duft, der in seiner reduzierten Schönheit durchaus das Zeug zum Klassiker hat – Sottile 1.61.

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Rose Mme Caroline Testout von A. Barra, Blühende Heidelberger Maiglöckchen von 4028mdk09, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Sottile 1.61 von Yosh Han in unserem Shop.

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Yosh…

Geschrieben in Duft,Solifloral am 27.05.2011

ist nicht nur das chinesische Schriftzeichen für „Duft“, „duftend“, sondern auch der Name von Yosh Han, chinesische Wahlamerikanerin und Parfumeurin. Klingt ein bisschen wie Schicksal? Ja, genauso wie die Geschichte, mit der alles begann: Yosh Han stolperte wohl nach eigenen Angaben 1994 in einen Shop voller Flaschen und Flakons, gefüllt mit Hunderten Düften und sie spürte in diesem Moment, dass sie „in etwas hineingeraten ist“. Aus diesem Bauchgefühl heraus bewarb sie sich sofort im Job, wofür sie von den Angestellten nur Achselzucken und Kopfschütteln erntete. Dank ihrer Hartnäckigkeit holte man allerdings den Eigentümer, der sie, die davon überzeugt war, dass sie hierher gehöre, einstellte und ihr eine Ausbildung als Parfumeurin ermöglichte, was sie hernach von der Pike auf erlernte.

„If seeing is believing, fragrance is feeling“ – Wenn Sehen Glauben ist, ist Duft Gefühl. Yoshs Leitspruch für ihr Konzept der Transaromation: Genauso wie im Französischen „sens“ für Riechen und gleichzeitig auch für Fühlen steht, ist Yosh fest davon überzeugt, dass Gefühle über Gerüche transportiert, von ihnen evoziert werden. So möchte sie neue Gefühlswelten kreieren, für transaromatische Empfindungen, die zu ganzheitlichen spirituellen Erlebnissen werden – so ungefähr die Parfumeurin und Reiki-Lehrerin Yosh Han, die sich auch als hellsichtig bezeichnet sowie als Aura-Heilerin.

Aber gehen wir doch weg von (meiner) Aura und wenden uns den Düften zu, jener kleinen, aber feinen Kollektion namens Evanescent: Sechs an der Zahl sind es, die ich Euch heute und die nächsten Tage präsentieren möchte – Sottile 1.61, White Flowers 1.41, U4EAHH! 2.43, Ginger Ciao 2.27, Stargazer 7.71, Omniscent 0.96.

Die Zahlen stellen ganz besondere „Fußnoten“ der Parfumeurin dar: Die erste Zahl vor dem Punkt steht für die Duftfamilie, die zweite Zahl bezieht sich auf das zugeordnete Chakra, während die dritte Zahl aus der Numerologie, der Zahlenmystik, abgeleitet wurde, worauf wiederum die zugehörigen Farben abgestimmt wurden. Die ganzen Hintergründe werden auf Yoshs Seite auch nochmals näher erklärt samt näherer Angaben zu jedem einzelnen Parfum. Man möge es mir an dieser Stelle nachsehen, dass ich im Folgenden nicht ausführlich darauf eingehen werde – mein Ding ist Esoterik einfach nicht. Was aber nicht heißt, dass nicht vielleicht trotzdem ein Duft für mich dabei sein könnte ;)

Beginnen möchte ich mit Stargazer 7.72, einem der früheren Düfte von Yosh Han. Wie sie erzählt denkt sie dabei an Aspen, an Winterabende, als sie dort noch lebte, an denen sie auf ihrem Balkon stand und in den Sternenhimmel blickte in der Dunkelheit. Umgeben vom kühlen Windhauch der Nacht fühlte sie sich den Sternen näher, ihrem Strahlen, das sich im Schnee widerspiegelte und ihn wie Diamanten glitzern ließ. Momente, in denen man ganz zu sich kommen kann – und die seltsam wirklich und unwirklich zu gleich anmuten, ambivalent eben, genauso wie der Duft Stargazer, der für Yosh ebenfalls eine doppelte Bedeutung hat: Einerseits liebt sie wohl Stargazer(=Sternengucker)-Lilien (und ist damit nicht alleine…) und deren Natürlichkeit, andererseits findet sie, dass die Extraportion Ingwer dem Duft „Rockstar Glam“ verleiht – dies sind nämlich die zwei Ingredienzen, aus denen Stargazer gemacht ist, der wie Yosh sagt, noch über jene „wild youth vibes“ verfügt und eine zeitlose Schönheit ist, die von morgens früh bis abends spät getragen werden kann.

Mich lässt natürlich alleine das Wörtchen Stargazer wehmütig werden: Es sind auch meine Lieblingsblumen, jene Holden. Und eine jener vielen Blumensorten, die es dank eifrig knabbernder Mitbewohner nicht mehr über meine Türschwelle schafft – giftig für die Spezies der Felidae und insofern nicht mehr akzeptabel in meinem Hause, sehr zu meinem Unmut.

Yoshs Rezept hier ist einfach – Lilie die eigenartige fruchtige Herbheit, die einhergeht mit jener würzig-scharfen Trockenheit des Ingwers, sich auf betörende Art und Weise vermischend mit honigsüßer Lilie im Zenit ihrer Blüte, die, meint man, noch von einigen anderen blühenden Verführerinnen den Rücken gestärkt bekommt. Keine Sternschnuppen, nicht prickelnd-überschäumend wie Champagner, nein – ein Stern: hell, leuchtend, bisweilen fast blendend und atemberaubend, ein wenig entrückt, aber sehr präsent, wenn auch nicht von dieser Welt ;)

Erinnert ein wenig an Lily & Spice von Penhaligon’s, der ebenfalls aus Lilie satt besteht (in dem Fall allerdings gepfefferte) – und besitzt eine ähnliche Strahlkraft, wie es eine natürliche Lilie, aber nur wenige Liliendüfte haben.

Liebe betörte Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Stargazer Lilly 1 & 2 von Lesley Quesada / iqdesign, Moonlight von Daniel Coradini / Dents, beides via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Yosh Hans Duft Stargazer finden Sie hier in unserem Shop.

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Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein am 27.05.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

Darüber hinaus kommt natürlich noch, wie jeden letzten Freitag im Monat, ein ganz spezielles Präsent zur Verlosung. Diese Woche gibt ein Set von StriVectin zu gewinnen – es lohnt sich!

In der letzten Woche haben gewonnen; Nicole C., Heide W., Manfred M., Christine S., Monika B. – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Maineuigkeiten die Zweite.

Geschrieben in Ankündigungen am 26.05.2011

Flugs weiter geht es mit den Frühlings-/Sommerneuigkeiten, die uns erwarten: Reminiscence bescheren uns olfaktorischen Urlaub und entführen uns nach Mykonos: Sea Rem ist dafür verantwortlich und wurde von Céline Rippert gemacht. Als Ingredienzen sind angegeben: Veilchen, Lakritze, Maiglöckchen, Algen, Thymian, Mai-Rose, Vanille, Benzoeharz, weißer Moschus, Sandelholz und Buchsbaum.

The Different Company springen auf die Oud-Welle auf und haben soeben Oud Shamash lanciert, der ausnahmsweise nicht von Jean-Claude Ellena oder seiner Tochter Céline kreiert wurde, denen die Firma gehört, sondern von unserem alten Bekannten Bertrand Duchaufour:

“A spiritual journey to the heart of the Far East, an exclusive fragrance. Oud Shamash starts off with a spicy accord of Pink Pepper, Saffron and Cinnamon. The exploration deepens into the resinous yet mysterious accord of the Absolu of Oud. A luminous alchemy intensified by the sensual heat of amber notes and patchouli. A vibrant and enchanting fragrance which celebrates the Sun God.”

Die Ingredienzen, die deliziösen: Safran, rosa Pfeffer, Zimt, Davana, Rum, Rose Nagarmotha, Oud, Labdanum, Ambra, Sandelholz, Hölzer, Leder, Patchouli, Vanille, Tonkabohne und weißer Moschus.

Für L’Artisan Parfumeur ist dieses Jahr das Jahr der Renaissance: Nicht nur lässt das französische Haus sehr zu meiner Freude zwei frühere Limited Editions ihrer Blüten wieder aufleben, und das sogar in klein(er)en Flakons – die göttliche Iris Pallida sowie Fleurs d’Oranger, beide in naher Zukunft in der 50ml-Größe zu kaufen. Auch ein weiterer Duft wird wiederbelebt: Mandarine Tout Simplement von Olivia Giacobetti, den ich bereits rezensiert hatte – siehe hier. „Ganz einfach (nur) Mandarine“, Nomen est omen – ein herrlich saftiger Mandarinenduft, heiter und unkompliziert – bald wieder zu haben unter dem Namen „Mandarine“. Alle Wiedergeburten sind nicht von Dauer und abermals limitiert.

Costume National werden auf einmal fröhlich und farbenfroh: Pop Collection heißt der neueste Duft, der sich an Frauen wendet:

„Sparkling notes of Pink Grapefruit and bittersweet Raspberry Pulp mingle with Blackcurrant Absolute to make a joyful and energizing start. A floral heart of Rose and Jasmin makes the scene with grace and charme [sic] and discloses a strong, extremely feminine character. Patchouli Heart, Ambre Gris and Cashmeran wrap the bouquet with warmth, mistery [sic] and depth, revealing a sensual intensity.

The result? A timeless, minimal and refined fragrance, where sophistication and simplicity, peculiarity and intimacy strike a perfect balance. Every kind of woman can play it and wear it: it’s pop and chic!“

Eine Fruchtbombe mit Himbeere, von ein paar Blüten umrankt samt Patchouli in der Basis – und das von Dominique Ropion? Hört sich toll an. Und sieht auch toll aus: Den gewohnt puristischen Flakon gibt es diesmal in vier knalligen Farben: Rot, Orange, Türkis und Yves-Klein-Blau – ein echter Eyecatcher und hoffentlich auch ein Düftchen, das meine Nase gefangen nimmt. Es wäre nicht der erste aus der Costume National-Kollektion.

Das italienische Modelabel ist nicht das einzige, das in den Bereich der Nischendüfte drängt: Wir kennen es ja bereits von den Private-, Special-, Exclusive-, Bla-Kollektionen diverse Modehäuser und -schöpfer, siehe Hermès, Dior, Armani, Prada, Tom Ford. In jenen illustren Kreis möchte natürlich jeder gerne gehören – Hugo Boss mag sich jetzt auch dazu gesellen und lanciert „The Collection“, welche sich an den Stoffen, den Texturen und der Haptik derselben orientiert: Cotton & Verbena, Silk & Jasmine, Wool & Musk, Cashmere & Patchouli und Velvet & Amber.

Penhaligon’s erweitern ihre Anthology-Collection, welche sich der Wiederauflage von alten Klassikern des 1870 gegründeten Hauses widmet, um zwei neue (alte) Düfte: Eau Sans Pareil, das „Wasser ohne Gleichen“ und Esprit du Roi, des Königs Geist. Eau Sans Pareil stammt ursprünglich aus dem Jahr 1988 und wird verschiedentlich beschrieben – einerseits als aromatischer Fougère, dann wieder als Chypre, da werden wir uns wohl noch ein bisschen gedulden müssen, bis mehr Informationen durchdringen. Esprit du Roi aus dem Jahre 1983 soll seine Überarbeitung keinem anderen als Bertrand Duchaufour verdanken und ist wohl ein klassischer holziger und zitronenlastiger Hesperidenjüngling.

Darüber hinaus folgt diesen beiden, die ab Mitte Juli weltweit erhältlich sein werden, ein dritter Duft auf dem Fuße: Fitzrovia oder Gin soll er heißen und die Nase hinter dem von, ja, der Spirituose Gin inspirierten Duft ist Olivier Cresp, der unter anderem Wacholder und schwarzen Pfeffer, aber noch vieles mehr in den Duft gepackt hat. Nach einer kurzen Google-Reserche packte mich ein wenig der Neid, denn es durfte bereits jemand testen – siehe den Bericht der Londonerin von A Rose Beyond the Thames. Bei der weiteren Suche ist mir dann noch etwas anderes vor die Füße gefallen, was mir ausgesprochen gut gefällt: Penhaligon’s haben seit ein paar Monaten ein Firmenblog, siehe hier, das einen sehr netten Eindruck macht. Schön!

Damit lasse ich es heute bewenden und wünsche Euch einen schönen Tag!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Alles neu…

Geschrieben in Ankündigungen am 25.05.2011

bringt, nicht macht der Mai in diesem Falle: Es gibt schon wieder Neues zu berichten von Düften, die alsbald des einen oder anderen Herz erfreuen werden.

Madame Mecheri, die ubiquitäre Wahlkalifornierin, zeigt sich wie eh und je als emsig-fleißige Arbeitsbiene und hat schon wieder zwei neue Düfte in petto: Camellia und Paradise Lost. Über Camellia steht zu lesen: „A velvety floral bouquet that reveals all the delicacy of the Japanese camellias. An expression of pure femininity.” Die Noten sind angegeben mit Kamelie, weißem Tee, Pflaume, Magnolie, Hölzern und Ambra. Paradise Lost, das verlorene Paradies, wird Folgendes nachgesagt: „Free spirit creatures, flower children and mystics altogether celebrating the enlightenment of life. A get-away to the sun infused Goa beaches in India. Feminine.” Die Ingredienzen: Limette, Bergamotte, Jasmin, Tuberose, Sandelholz, Bourbon-Vanille und Moschus.

Bleiben wir weiter in den USA: Le Labo, eines meiner Lieblingshäuser, haben sich lange, lange bitten lassen. Jetzt endlich wurden die vielen Fans erhört: Le Labo lanciert einen Sandelholzduft, der auf der äußerst beliebten Sandelholzkerze des Hauses basiert – Santal 33, welcher der Phiole von Frank Voelkl (Le Labo Baie Rose 26, Le Labo Iris 39, Le Labo Musc 25, u.a. Chantecaille, Marc Jacobs, Kenneth Cole etc.) entspringt. Die Noten: Sandelholz, Kardamom, Virginia-Zedernholz, Veilchen, Papyrus, Gewürze, Leder, Ambra und Moschus. Mir gefällt ja der zugehörige Pressetext sehr, hört er sich doch vielversprechend an:

„Do you remember the old Marlboro ads? A man and his horse in front of the fire on a great plain under tall, blue evening skies – A defining image of the spirit of the American West with all it implied about masculinity and personal freedom.

This man, firelight in his face, leaning on the worn leather saddle, alone with the desert wind, an icon so powerful that every man wanted to be him and every woman wanted to have him…

From this memory is born SANTAL 33: the ambition to create an olfactive form inspired by the great American myth still a source of fantasy for the rest of the world…

A perfume that touches the sensual universality of this icon… that would intoxicate a man as much as a woman… that introduces our use of cardamom, iris, violet, ambrox which crackle in the formula and bring to this smoking wood alloy (Australian sandalwood, papyrus, cedarwood) some spicy, leathery, musky notes, and gives this perfume its unisex signature and addictive comfort.

Here are, in a few words, what SANTAL 33 is… An open fire… The soft drift of smoke… Where sensuality rises after the light has gone.“

Wagen wir jetzt einmal einen Sprung von den Staaten nach Europa, wo auch jede Menge frischer Wind weht.

Die Italiener von Carthusia huldigen einmal mehr der Damenwelt: Carthusia Lady heißt ihre neueste Kreation, die ein floraler Chypreduft für Frauen sein soll. Als Ingredienzen werden genannt: Kopfnote: Bergamotte, Alpenveilchen, Ylang-Ylang; Herznote: Iris, Jasmin, Pfirsich, Maiglöckchen; Basisnote: Sandelholz, Patchouli, Moschus.

Italien und sein Nationalstolz… Nach Profumi del Forte und Il Profumo lassen es sich Xerjoff (ja, Italiener!) ebenfalls nicht nehmen, einen Duft zu Ehren des 150. Geburtstags Italiens zu lancieren, 1861, welcher folgende Ingredienzen enthält: Mandarine, Bergamotte, Limette, Pfefferminze, Maiglöckchen, Zedernholz, Ambra, Moschus.

Maison Martin Margiela veröffentlicht den zweiten Duft des belgischen Avantgarde-Modedesigners: Nach dem krautig-frischen Untitled folgt nun Untitled L’Eau, der ein zitrisch-aromatischer Geselle für beiderlei Geschlechter sein soll. Die Ingredienzen: Zitrone, Orange, Mandarine, Orangenblüte, grüne Noten und Minze, was sich für mich herrlich sommerlich liest.

Annick Goutal präsentiert uns im September Mon Parfum Chéri, ein Duft, der sich von den alten Hollywood-Schauspieler-Diven inspiriert sieht und als „sehr feminin, elegant und betörend“ beschrieben wird. Geschaffen wurde er einmal mehr von Stammparfumeurin Isabelle Doyen – die Ingredienzen: Patchouli, Pflaume, Iris, Veilchen und Heliotrop. Ich bin sehr gespannt, nachdem ich die letzten Goutalschen Kreationen seit den Orientalisten ausnahmslos besitze und liebe (exklusive, sorry, Le Mimosa). Darüber hinaus lesen sich die Ingredienzen so, als könnte das in Richtung von Histoires de Parfums Moulin Rouge 1889 und Humiecki & Graefs Geste gehen, was ich ganz vortrefflich finden würde…

Morgen geht es weiter mit den restlichen Neuigkeiten – bis dahin alles Gute und viele Grüße,

Eure Ulrike.

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Echte Kerle: Yatagan

Am 18. März kündigte Uli die Fortsetzung einer neuen Reihe an – „Echte Kerle“, Düfte für echte Männer: das Mundwerk war schneller als der Zeitplan es zuließ, und es wurde bislang nichts daraus. Aber mit ein bisschen männlicher Hilfe sollte die Kiste doch mal endlich in Schwung kommen. Uli erwähnte in besagtem Artikel das treffende Zitat Friedrich Torbergs „Was ein Mann schöner ist wie ein Aff’, ist ein Luxus!“ Und so ist es! Ich denke, mit dieser Erwartungshaltung kann man etwas anfangen. Wir wollen uns also in nächster Zeit in unregelmäßigen Abständen mit dem Thema „Echte Kerle“ befassen, Parfums für Herren vorstellen und uns humorvoll, jenseits von Emanzipationsgequackel und Gleichberechtigungswahnsinn, dafür aber volles Pfund Klischee, mit allem beschäftigen, was den echten, baumfällenden Kerl ausmacht. Ach ja, zur allgemeinen Erheiterung ein Klassiker – heute in der deutschen Version:

Weltenbummler Ernest Daltroff, Gründer des Hauses Caron, war auf seinen Reisen durch Europa, Nord- und Mittelamerika gekommen, und hatte von dort viele Impressionen, auch duftender Art, mitgebracht. Übrigens könnte man sagen, dass Daltroff ein richtiger Mann war. Vor der Gründung von Caron hatte er es bereits erfolglos mit einem anderen Ladengeschäft versucht, aber er zeigte Durchhaltevermögen und auch den Mut, sich nicht von seinem Vorhaben abbringen zu lassen: Caron ist deswegen heute ein großer Name in der Parfumwelt, der sich einen festen Platz erobert hat. Auch vor starken Frauen hatte er keine Angst, so dass seine Gefährtin Félicie Wanpouille, während seiner Flucht vor den Nazis, den Laden weiterführte. Ganz im Zeichen großer Eroberer und alter Reiche steht auch der von Vincent Marcello entworfene und 1976 lancierte Duft „Yatagan“. Liest man sich Rezensionen und Meinungen zu diesem Duft im Internet durch, so scheint der Befund eindeutig: Ein männlicher, dreckiger Duft, voller Gefahr, Feuer, Aggression – ein Nutzer verglich ihn mit einem lauten, mechanisch primitiven Motorrad, das aber ungeheuer viel Spaß macht.

Minze und Basilikum im Kopf evozieren einen Duft von Nadelbaumharz, im Untergrund schwelt der Weihrauch – ein damit frischer, aber doch äußerst holzig-harziger Geselle – soweit auf dem Teststreifen. Auf der Haut erscheint dann der wirkliche Charakter dieses Duftes: Ledrige Akzente und eine tierische Note – wahrscheinlich dem Castoreum geschuldet – machen sich zusätzlich breit, das Harzige tritt zur Seite, aber nicht in den Hintergrund.


Meine Herren, ein wahrhaft heftiger und kantiger Duft, der keine Gefangenen macht. Nicht zu Unrecht nach dem osmanischen Säbel Yatagan benannt. Hier haben wir es mit einem Reiterheer aus dem wilden Osten zu tun, ein ungestümer Einfall aus den erdigen Steppen, harzigen Wäldern, und auch etwas ungebändigt Tierisches lässt sich ausmachen. Man könnte sagen, ein Leder-Tauer, mit dem die Pferde durchgegangen sind.

Eine dringende Testempfehlung, harzig genug für einen Holzfäller, modern genug für ein Bikertreffen.

Harmen

Kopfnote: Minze, Basilikum; Herznote: Patchouli; Basisnote: Weihrauch, Castoreum, Eichenmoos, Leder

Bildquelle: Ulpiano Checa – Attila, Images of yataghans from Richard Burton’s The Book of the Sword, 1884. – via Wikimedia Commons – some rights reserved, vielen Dank!

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Die Schöne und das Biest: Lann-Ael

Geschrieben in Die Schöne und das Biest.,Duft,Gourmand am 23.05.2011

Mariela

Und wieder ein Duft aus dem Hause Lostmarc‘h, der etwas mit Engeln zu tun hat. Nach dem Schutzengel Ael-Mat kommt jetzt Lann-Ael, die Engelsheide. Ob die Engel sich dort wohl zum Frühstück treffen? Das kann ich mir bei diesen Ingredienzen gut vorstellen:
Buchweizen, Getreide, Milch, Apfel, Vanille.

Nach dem ersten Sprüher breitet sich eine warme und weiche Vanillewolke aus. Ganz fluffig und mit viel Milchschaum vermischt erinnert Lann-Ael an Pudding oder Eis. Balsamisch und süß wirkt dieser Duft, geradezu besänftigend und beruhigend. Die Getreidenoten verhindern allerdings, dass daraus eine pappsüße Angelegenheit wird, und das ist gut so. Ich bin kein Fan von Gourmand-Düften, und dass unser heutiger Protagonist vorzüglich in diese Nische passt, kann man beim besten Willen nicht leugnen. Trotzdem ist er ein leichter Geselle, eine light-Version eines Gourmand-Duftes. Ich muss gestehen, je länger ich an meinem Handgelenk schnuppere, desto mehr gefällt er mir. Lann-Ael erinnert mich an meine Kindheit, an Geborgenheit, an gemütliche Wintertage mit Milchreis, Keksen und warmer Milch.

rice pudding with vanilla bean

Den Apfel kann ich leider nicht wahrnehmen. Die säuerliche Komponente fehlt auf meiner Haut völlig. Man sollte meinen, so ein Duft passe nur zu kalten Wintertagen. Ich finde ihn aber auch in der jetzigen Frühlingszeit sehr tragbar, vor allem am Abend.

Vanilla Slice - Just Fine Food

Zu Vanille habe ich ein etwas ambivalentes Verhältnis. Einerseits fühle ich mich sehr zu ihr hingezogen, andererseits habe ich noch keinen Vanilleduft gefunden, nach dem ich riechen möchte. Ähnlich geht es mir mit Lann-Ael. Ich finde ihn wunderschön, aber ob ich ihn tragen werde? Bis ich allerdings den geeigneten Vanille-Kandidaten gefunden habe, begnüge ich mich gerne damit, hin und wieder an Lann-Ael zu schnuppern.

Harmen

Buchweizen, Getreide, Milch, Apfel, Vanille – klingt wie ein überdrehtes Müsli – war mein erster Gedanke als ich die Duftnoten las. Nach unserem letzten Lostmarc’h-Artikel über „Ael-Mat“, was auf Bretonisch „Schutzengel“ bedeutet, bleiben wir im Reich der Engel, denn „Lann-Ael“ wird mit „Engelsheide“ übersetzt. Bei einem von der Heide inspirierten Duft würde ich Gräser, Erdiges und Wurzeliges erwarten mit Hölzern in der Basis, aber ich bin gespannt, wie Lostmarc’h diese Idee umgesetzt haben.

Bretagne - Finistère - cap de la chèvre 006

Schon beim Aufsprühen wird man von einer Vanillewolke umgeben, welche von den genannten Duftnoten durchsetzt ist. Getreidige Aspekte und ein ganz leichter, säuerlicher Apfelhauch werden von den vanillig-milchigen Noten umschlossen – mich erinnert der Duft ausgesprochen deutlich an Butterkekse. Auch auf der Haut ändert sich an diesem ersten Eindruck nichts. Hier kommt allerdings die säuerliche Note besser heraus, so dass ich ohne das Wissen um den Apfel eher auf Zitrone getippt hätte – auf der Haut also eher ein Keks mit Zitronenfüllung.

Freunde von Gourmanddüften sollten hier unbedingt mal hineinschnuppern – für einen Gourmand haben wir es hier mit einem der leichteren Vertreter zu tun, denn die Süße bleibt trotz der Zutaten recht zurückhaltend. Den Herren der Schöpfung würde ich allerdings eher abraten, und da ich Süßspeisendüfte ohnehin nicht sonderlich schätze, werde auch ich Abstand nehmen.

Eine frische Brise über der Heide – vielleicht zur Winter- und Weihnachtszeit, trotzdem auch im Sommer tragbar. Vielleicht ist aber vielmehr „Engel“ hier der richtige Fingerzeig. Dieser Duft ist nicht von dieser Welt und die Engelsheide liegt vermutlich auch nicht in der Bretagne. Ich sehe hier eher einen Sommertag, man sitzt mit einer Keksdose an der Küste und lässt sich ein mildes Lüftchen um die Nase wehen.

Cap de la chèvre Chemin 2010 440

Keksige Grüße
Harmen

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Duftverzeichnis L – Z


Eine Loggia…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Holziges am 20.05.2011

… habe ich mir immer gewünscht, wobei das bei meiner momentanen Behausung weder Sinn ergibt noch gegeben ist oder möglich wäre. Wir haben hier einen wenig ansehnlichen Innenhof, dafür weder Balkon noch Terrasse. Tja – Gott sei Dank gibt es Freunde und Eltern mit schönen Draußensitzmöglichkeiten…

Wieso La Collina Toscana ihren vierten Duft Loggia dei Mercanti, die Loggia der Händler nannten, darüber kann man nur spekulieren, zumindest gibt es in Italien einige Plätze, die diesen Namen tragen: In Ancona, Ascoli Piceno, Bologna und Genua, welche allesamt in Provinzen liegen, die lediglich in an die Toskana angrenzenden Provinzen liegen. Aber vermutlich gibt es noch mehr Orte, die historische Plätze oder Gebäude mit Loggien vorweisen können, wo sich Händler tummelten, Märkte veranstaltet wurden oder ähnliches.

Loggia dei Mercanti birgt laut Hersteller „eine wagemutige und holzige, tiefe und verführerische Essenz in sich“, welche, man ahnt es schon, einem der üblichen Verdächtigen geschuldet ist: Unserem alten Bekannten Oud, der in letzter Zeit inflationär in Parfums auftaucht, nachdem er den Parfummarkt im Sturm erobert hatte.

„Absoluter Hauptdarsteller ist das Oud-Holz, welches sich durch die zahlreichen Geruchsfacetten des Zedern- und Sandelholzes hervorhebt. Eine feurige, anregende und sinnliche Mischung mit einem entschieden orientalischem Charakter, der seinen Geist zu rudimentären Zielen erhebt.“

Rudimentäre Ziele? Ich möchte jetzt lieber nicht schreiben, an was mich das erinnert… ;) Allerdings ist Loggia dei Mercanti ein betont einfacher Duft, der bewusst auf Komplexität verzichtet und in bester Less-is-More-Manier auf die Wirkung und das Zusammenspiel von nur drei Ingredienzen baut: Oud, Zedernholz und Sandelholz.

Oftmals ist weniger mehr, so auch hier: Hölzer satt springen mir ins geneigte Näschen, ein feiner Tanz des samtigen Sandelholzes, einen warmen Schleier feiner Süße nach sich ziehend, mit der eher strengen, einerseits sauber und andererseits harzig-ernsten Zeder. Deren Harzanklänge sehen sich bestätigt in der medizinischen Ausprägung des Ouds, die sich wie gewohnt vor allem Anfang des Duftes recht ausgeprägt zeigt. Diese Tendenz zerstreut sich ein wenig zugunsten einer würzigen Milchigkeit ähnlich der, die man aus Costume Nationals 21 kennt. Jene schenkt dem Duft eine nicht zu überriechende Ähnlichkeit mit der begnadeten Le Labo-Sandelholzkerze (zu der es im übrigen jetzt auch ein duftendes Pendant gibt) wie „meine“ Leserin Jutta neulich schon bemerkte.

Darüber hinaus ist mir noch eine weitere Ähnlichkeit aufgefallen – und da der Duft im Hause ist, war es kein Problem, ihn einem Paralleltest zu unterwerfen: Ich spreche von 10 Corso Como, und zwar von der „alten“ Version, da er scheinbar zwischendurch einmal ein bisschen verändert wurde.

Im Auftakt ähneln sich die Düfte tatsächlich, obgleich bei Loggia dei Mercanti für mich die Priorität auf dem Oud liegt und einem relativ gleichberechtigten Duett der beiden Hölzer, während 10 Corso Como durch ein wesentlich kühleres Sandelholz-Weihrauch-Duett brilliert. Selbst wenn gewisse Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen sind, zeigt sich hier der Graben zwischen den beiden Düften: Während 10 Corso Como durchweg eher kühlerer Natur ist, offenbart Loggia dei Mercanti ein überaus warmes, milchiges Herz. Sandelholzpudding quasi. Und somit nicht nur ziemlich lecker, sondern auch eine wirkliche Bereicherung für die Ecke der Sandelholzdüfte.

Habt Ihr die La Collina Toscana Reserve-Kollektion schon getestet? Welches sind Eure Favoriten?

Ein schönes Wochenende und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Palazzo Giovanelli in Gandino von Giorces via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein am 20.05.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns bitte eine Mail bis spätestens Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Moritz G., Heike W., Bernhard M.-L., Manuela De B., Josef H. – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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