Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Ein nettes Samstagsvideo…

Geschrieben in Verweise am 30.10.2010

… mag ich Euch heute empfehlen, ideal bei diesem trüben Wetterchen: Die Düfte von Jacques Fath.

Ein Beitrag über Jacques Fath und dessen Düfte von Kiya.tv mit Ausschnitten einer Original-Modenschau von Fath – kommentiert von Regina Spelman, jener bekannten Duftkennerin und -kritikerin, die unter anderem zusammen mit Uschi Rollar und Jacques Schumacher für die jährlich erscheinende Bücherreihe “Parfums – Edition” verantwortlich war.

Viel Spaß!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Ein nettes Interview…
Duftjunkies zu Gast bei Aus Liebe zum Duft!
Neues…


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 29.10.2010

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche wollen wir Euch heute beschenken und verlosen fünf Probenpakete unter all denjenigen, die uns bis Sonntag, 24 Uhr, eine Mail mit ihrem Namen und ihrer Adresse geschickt haben und uns einen Duft genannt haben, den wir in dieser Woche rezensiert haben.

Da Ende des Monats ist und am letzten Freitag des Monats immer noch eine spezielle Überraschung hinzukommt, verlosen wir noch ein weiteres Präsent für Euch: Rechtzeitig zur kommenden Jahreszeit ein Exemplar der von mir heißgeliebten Duftkerze Noël von Annick Goutal. Dafür müsst Ihr ebenfalls an obigem Procedere mitwirken und vielleicht ist Euch ja Fortuna hold – wir drücken die Daumen!

Letzte Woche hatten folgende Leser/innen Glück: Evgenij S., Christiane H., Birgit O., Michael B. und Lars H. – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung


In vino veritas

Geschrieben in Duft,Gourmand am 29.10.2010

„Im Wein liegt die Wahrheit“ heißt es so schön, wie Uli uns diese Woche ja ebenfalls schon belehrt hat, auch wenn der österreichische Schriftsteller und Journalist Moritz Gottlieb Saphir in seinem Buch „Nachtschatten der Zeit und des Lebens“ bemerkt: „Der Wein und die Wahrheit sind nur insofern ähnlich, als dass man mit ihnen anstößt.“ Ganz wunderbar würde jetzt ein Zitat passen, dass ich vor kurzem gefunden habe, aber Urheber und genauer Wortlaut sind mir leider entfallen und auf die Schnelle nun auch unauffindbar. Aber so ungefähr lautete es: „Wein und Parfum haben eines gemeinsam – beides ist nur in Maßen erträglich.“ Auch hierin steckt ein Körnchen Wahrheit! :-)

Doch die Gemeinsamkeiten zwischen Wein und Parfum reichen weit über die mengenmäßige Aufnahme beziehungsweise das Auftragen hinaus. Auch was den Fachjargon und die Aromen angeht, gibt es Überschneidungen. So verwundert es nicht, dass berühmte Wein- und Cognacfabrikanten wie Ginestet, Frapin oder Courvoisier nebenbei auch noch Duftwässerchen auf den Markt bringen. Der Luxuscognac-Hersteller Courvoisier lancierte etwa im Jahre 2007 das von Alexis Dadier kreierte Eau de Parfum L’Édition Impériale. Ginestet folgte im Jahre 2008 mit drei Düften.

Im Jahre 1897 von Ferdinand Ginestet in Bordeaux gegründet, ist das traditionsreiche Unternehmen, im Gegensatz zu Courvoisier und Frapin, die beide Cognacbrennereien sind, voll und ganz auf Wein spezialisiert. So sind die drei Düfte allesamt von verschiedenen Weinsorten inspiriert und diesen nachempfunden: Sauvignonne erinnert mit einen spritzig-fruchtigen Sauvignon Blanc, Le Boisé an einen vollmundig-würzigen, im Barrique ausgebauten Rotwein und Botrytis an den süßen Edelwein Sauternes.

Die Weinlese findet von September bis November statt, je nach Traubensorte und Lage des Weinbergs, ist also momentan voll im Gange. Und welcher der eben genannten Düfte passt zum goldenen Oktober wie die Faust auf’s Auge? Na, klar: Botrytis, das güldene Eau de Toilette mit dem zungenbrecherischen Namen, der mich persönlich ganz stark an die griechische Mythologie erinnert. Ohne weiteres könnte ich mir etwa einen Satyr gleichen Namens vorstellen; eines jener Mischwesen aus Mensch und Huftier mit Pferdeschweif und –hufen, die zum Gefolge des Dionysos gehörten, der bekanntlich ja der Gott des Weines, der Freude und der Fruchtbarkeit ist. Zufälle gibt es! :-)

Und doch hat der Ginestetsche Duft seinen Namen von einem ganz anderen Gesellen, der von Mystik und Mythologie weiter nicht entfernt sein könnte: Botrytis cinerea – ein Schimmelpilz, der auch Grauschimmel oder Edelfäulepilz genannt wird. Dieser Schimmelpilz mit dem klangvollen Namen ist in der Auswahl seiner Beute nicht wählerisch, befällt er doch mehr als 200 verschiedene Pflanzenarten. Nur bei einer einzigen Wirtspflanze, nämlich der Weintraube, kann aus dem Befall aus unserer Sicht etwas Positives entstehen. Natürlich ist für den Pilz jeder Befall einer Pflanze Grund zum Feiern, kann er doch dadurch wachsen, gedeihen und, was das Wichtigste für Pflanze, Tier und Schimmelpilz ist: er kann sich vermehren. Die befallene Pflanze kriegt dagegen den Schwarzen Peter zugeschoben, denn, wie es halt so ist mit Parasit und Wirt, der Pilz lebt voll und ganz auf ihre Kosten und sie hat nichts davon. :-(

Auch der Befall von Weintrauben mit Botrytis cinerea ist nicht unbedingt ein Segen für den Winzer. Befällt der Schimmelpilz nämlich unreife Weintrauben, ist die gesamte Ernte im Eimer. Nur beim Befall von reifen Trauben (in Kombination mit einer bestimmten Wetterlage) entsteht die sogenannte Edelfäule, die für einen höheren Zuckergehalt in den Weintrauben verantwortlich ist. Schon der Saft aus Edelfäuletrauben besitzt eine andere Farbe und ein deutlich anderes Aroma als der Saft aus nicht befallenen Trauben der gleichen Sorte: viel süßer, ja beinahe honigartig. Das Edelfäule-Bukett oder Botrytiston, wie es auch genannt wird, wird bei Gourmets hoch geschätzt. Besonders hochwertige Edelsüßweine stammen aus der Sauternes im Umland von Bordeaux, aber auch deutsche Mosel- und Rheingauweine sind nicht zu verachten. Die ganze Sache mit der Edelfäule ist allerdings ein sehr risikoreiches Unterfangen. Wie schon erwähnt, befällt der Pilz die Trauben zu früh, ist die ganz Ernte unbrauchbar, außerdem ist der Anbau insgesamt sehr aufwändig, die Ernte generell sehr gering, die Preise für ein erstklassiges Fläschchen Edelsüßwein entsprechend hoch.

Im Weinbaugebiet Sauternes sind die klimatischen und geographischen Bedingungen für einen Befall mit der Edelfäule zum richtigen Reifezeitpunkt beinahe ideal. Die letzten Jahre ohne Edelfäule waren 1978 und 1985. Man kann also schon fast von einem sehr zuverlässigen Edelsüßweinanbaugebiet sprechen. Da Ginestet auch in dieser Region beheimatet ist, gibt es natürlich auch in ihrem Sortiment einen edelsüßen Sauternes, in dessen Degustationsrezesionen folgendes vermerkt ist:

This wine presents very brilliant gold tints. Complex and rich, the nose is full of white flowers (acacia), white pulp fruits (quince) and toasted and grilled notes.

Eine goldene Farbe, komplex, reich, duftend nach weißen Blüten und Früchten wie Quitten, außerdem geröstete und gegrillte Aromen. Eine Beschreibung, die den Duftnoten von Botrytis nicht unähnlich ist: Kandierte Früchte, Quitte, Traube, Weiße Blüten, Honig, Honigkuchen, Ambra.

Nachdem die Zeilenzahl schon so weit fortgeschritten ist, komme ich nun schnell zum Testen! Papier und Haut zeigen deutliche Unterschiede, daher folgt eine getrennte Analyse. Zuerst der Teststreifen: Auf diesem beginnt Botrytis sehr, sehr süß und gourmandig, mit deutlichen Honignoten und fruchtigen Tendenzen, denen aber jegliche Spritzigkeit und Frische fehlen, weshalb ich sie den kandierten Früchten zuweisen würde. Im weiteren Verlauf wird der Duft weicher, cremiger und floraler, die Honignoten und eine zuckrige Süße sind aber nach wie vor dominant. Diese Kombination aus Honigsüße und Cremigkeit erinnert mich ganz stark an den Duft brennender Bienenwachskerzen. Nach und nach gewinnt der Duft an Tiefe, bleibt aber insgesamt gesehen (und überraschenderweise) eher ein Leichtgewicht.

Die Haut: Hier zeigt sich Botrytis zu allererst von seiner süß-likörigen Seite, wobei die Betonung hier eindeutig auf den Likörnoten liegt, wird schnell weicher und cremiger. Die weißen Blüten sind herausschnupperbar, aber sehr dezent. Unter allem schwebt eine subtile Honignote. Der Duft ist sehr zart, sehr transparent und weniger süß als auf dem Teststreifen. Außerdem meine ich Mandelnoten zu entdecken. Im weiteren Verlauf schleichen sich Gewürze hinein, möglicherweise dem Lebkuchen geschuldet, während Ambra, sehr hell, sehr leicht, die duftende Honigkomposition auf ein weich-warmes Lager mit deutlichen Vanilleanklängen führt.

Ein wunderschöner Kuschelduft für die kalte Jahreszeit! Allerdings möchte ich eine Warnung aussprechen: Der Duft macht Appetit! Zumindest bei mir. Während des Testens habe ich mehrmals die Küche aufgesucht, weil mich süße Gelüste gepackt hatten. In Zeiten von Plätzchen & Co. kann sich das verheerend auswirken! ;-)

Süße Grüße sendet Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Sauternes von Olivier Aumage und Botrytis auf Riesling von Tom Maack – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Im Weine…
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Kamille…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Grünes,Holziges,Krautiges am 28.10.2010

… ist eine durchaus rare olfaktorische Komponente – das kam mir wieder in den Sinn während des Testens der Ex Vinis-Kollektion, die ich bereits die letzten beiden Tage vorgestellt hatte. Wie oft liest man in den einschlägigen Foren, dass sich Menschen nach einem schönen, ausgewogenen Kamillenduft sehnen. Und man findet sie eigentlich so gut wie nur als Begleitung – in Caracenis Ivy League und in Lubins L’Eau Neuve, ein wenig präsenter in Honoré des Prés Bonté’s Bloom und dann in einigen Düften des Herrn Buxton, der sie wohl beiläufig gerne mal mit in die Flasche streut – so auch geschehen bei Around Midnight und MB03 aus der Reihe Biehl Parfumkunstwerke.

Anthemis Nobilis, der fünfte Duft von Ex Vinis, zollt jener nicht nur namentlich Tribut – ein grün-aromatisch-krautiges (! wirklich! Richtig!) Düftchen und was für eines: Bereits im Auftakt marschiert sie los, die Kräutermannschaft, stampfend und stobend, außerordentlich würzig und durch die Riege der Kopfnote (Minze, Anis und Fenchel) ätherisch anmutend und brusterweiternd. Die vereinsamten Blümchen im Herzen fallen kaum ins Gewicht, dafür die Kräuter umso mehr: Salbei und Kamille, eine leicht rauchige, die auf meiner Haut den kompletten Duftverlauf über dominant vorhanden bleibt. Die Basis wartet mit Hölzern, ein wenig grün anmutender Myrrhe und Pfeffer auf, der dem Duft weitere Kanten verleiht und darüber hinaus in der Tat Anklänge jenes süßlich-herben Muskatweines offeriert, dem Anthemis Nobilis sich verschrieben hat.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Minze, Sternanis, Bergamotte, Fenchel; Herznote: Kamille, Maiglöckchen, Pfirsichblüte, Salbei; Basisnote: Hölzer, Zedernholz, Roter Pfeffer, Weißer Moschus, Myrrhe.

Eine schöne, adrett würzig-pfeffrige Fenchel-Kamille in Reinform, die sich da auf meiner Haut entfaltet samt einer verhaltenen Süße und, wie ich meine, dezenten Lederfetzen – wie konnte ich den Duft nur vergessen, als mich das letzte Mal jemand nach „Kamille“ fragte?

Rubus Idaeus, dem die Kamille so kokett die Vorfahrt gestohlen hat, ist die Nummer vier in der Serie und wie der Botaniker oder Altsprachler unschwer erkennen kann – der Himbeere gewidmet und bedient sich des Weinpaten Refosco, einer alten bodenständigen roten Rebensorte, aus der ganz „herausragende Weine von intensiver Farbe und großer Ausdruckskraft“ gekeltert werden können, aus welcher aber häufig „jedoch qualitativ nur mittelmäßige Tischweine“ entstehen. Reden wir von der erstaunlichen Ambivalenz, die diese Traube und vor allem deren Ergebnisse wohl an den Tag zu legen vermögen, lässt sich dieses wohl ohne weiteres auf besagten Duft übertragen: Auf dem Handgelenk meines eilfertig herbeigeeilten Kumpels, der, da im selben Haus wohnend, häufiger mal für Dufttestexzesse meinerseits herhalten muss, riecht Rubus Idaeus leider nur wie ein schal gewordener Cocktail, wie ein überreifes Beeren-Melonen-Stilleben. No Sir – nein danke. Bei mir entspricht die holde Beere dem genauen Gegenteil: Die Ahnung eines sommerlich-spritzigen Frucht-Cocktails, beerenlastig und mit saftiger Melone, drängt sich mir auf, garniert mit pikanten Minzblättchen. Jene sommerliche Laune verquickt sich aufs Vortrefflichste mit den fröhlichen Blüten, die sich hier weniger typisch narkotisierend und schwer, als vielmehr leichtfüßig zeigen und von einer transparent-sauberen weichen Cremigkeit aufgefangen werden.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Rote Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere, Minze, Moosbeere, Honigmelone, Limette, Bergamotte; Herznote: Lilie, Jasmin, Schwarzer Pfeffer; Basisnote: Patchouli, Sandelholz, Hölzer, Weißer Moschus, Sahne.

Eine Frage der Haut – wie häufiger. Deshalb: Auf der eigenen Haut testen und hoffentlich urlaublich dahinschwelgen wie ich, die ich mich ein wenig an den ebenfalls netten Pink Riviera von Manuel Canovas erinnert fühlte.

Piper Officinarum, Duft Nummer sechs und somit der letzte in der Ex Vinis-Kollektion huldigt dem Pfeffer. Und darüber hinaus noch dem Carmignano, einem (weiteren) der besten Rotweine Italiens, der aus der Sangiovese-Traube unter Beimischung von Cabernet Sauvignon und/oder Canaiolo Nero entsteht. Ein Blick auf die Ingredienzen weist bereits in die olfaktorische Richtung: Kopfnote: Bergamotte, Zitrone, Limette, Beeren; Herznote: Piment, Rose, Maiglöckchen, Veilchen; Basisnote: Süßholz (Lakritze), Sandelholz, Vetiver, Patchouli, Weißer Moschus, Pilze.

Unser Piper hier ist kein authentischer Pfefferduft, wie es einige (gute) auf dem Markt gibt – für mich spiegelt er vielmehr die Impression eines spätsommerlichen oder frühherbstlichen Tages in Italien wider: Die Sonne wärmt die knorrigen Hölzer, deren Geruch durch die Wärme eine merkbare Süße erhält, der Wind weht die Aromen der erntefrischen Hesperiden herüber, während bereits nebenan die Pilze sprießen. Und man selbst sitzt nebenan, die Ruhe genießend nach dem Spaziergang auf dem Wochenmarkt, auf dem Blumen erstand, selbst gezogene, und neuen Wein.

Ein leiser, andächtiger Duft, von der Stilrichtung her ein wenig an die Marly-Düfte von neulich erinnernd und sicherlich für beide Geschlechter gleichermaßen geeignet.

Damit möchte ich die Reihe auch beschließen, nicht ohne natürlich nachzufragen: Kennt Ihr sie? Und wie gefällt sie Euch?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Chamomile von ideeart / Marcel Paraiala, Peppermint von haiinee / Haijnalka ArdaiFruits in a Glass 5 von kodakgold / Samuel Rosa, Rugged Door von magentac / Chloe Merle, alles via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Weiteren Weinen…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Gourmand am 27.10.2010

… widmen wir uns heute. Gestern hatte ich bereits mit dem ersten Duft der Kollektion Ex Vinis der Weinkellerei Ex Floribus Vinis begonnen, heute geht es munter weiter damit, denn sechs Düfte sind es an der Zahl und ich stelle sie Euch natürlich, wenn schon, denn schon, alle vor.

Die Nummer zwei in unserer Reihe ist Armeniaca Vulgaris, der sich als Vorbild jenes Weines namens Passito di Pantelleria bedient. Pantelleria werden Duftfreunde aufhorchen – ja, Pantelleria. Der Wein stammt von exakt jener klitzekleinen sizilianischen Insel, von der auch das gleichnamige Parfumhaus kommt. Inmitten der Straße von Sizilien gelegen „klemmt“ diese Vulkaninsel zwischen Sizilien und Tunesien, daher auch der aus dem arabischen stammende Name, der „Tochter der Winde“ heißt (von Profumi di Pantelleria gibt es ja auch einen Duft namens Maestrale, an den Wind angelehnt).

Eine kurze Recherche zum Wein bringt noch so einiges anderes Wissenswertes an den Tag: Der Passito di Pantelleria gilt als (italienisches) Aushängeschild für die sogenannten Strohweine, auch Schilfweine genannt. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Trauben nach der Lese auf Strohmatten getrocknet werden, wodurch es zu einer Steigerung des Zuckergehalts kommt aufgrund der damit verbundenen Wasserverdunstung. Daraus entstehen meist sehr schwere, lange lagerbare Weine mit einem ansehnlichen Alkoholgehalt von 14% und mehr. Inspiriert sehen sich jene Weine durch die süßen Dessertweine der Phönizier sowie dem Passum der Römer, einem ebenfalls süßen Wein aus dem alten Karthago. Wie man sagt kommt der Passito di Pantelleria diesem Wein am nächsten, da er aus einer alten Muskattraubensorte hergestellt wird.

Meinereiner hat diesen Wein noch nie gekostet, wenn ich aber Muskat, Dessertwein und süß höre, vermag ich es mir beileibe vorzustellen, wie er denn schmecken könnte. Nicht mein Ding. Eigentlich genausowenig wie der Duft, wenn ich mir die Ingredienzen vor Augen führe: Kopfnote: Kokosnuss, Orange, Mandel, Aprikose, Pfirsich, Bergamotte; Herznote: Rose, Lilie, Magnolie; Basisnote: Weißer Moschus, Hölzer, Vanille, Akazienhonig, Gourmand-Noten.

Und doch, der Duft hat was: Überaus betörend süß ist er, von Anfang an. Und das bleibt er auch. In den Kopfnoten zeigen sich die Früchtchen und spenden verhaltene Spritzigkeit, es überwiegt aber der Anteil an süßer Wärme. Marzipanig-bittere Mandel und würzige Kokosnuss akzentuieren, während ein paar Blümchen nebensächliche Zierde darstellen – das Hauptaugenmerk liegt auf einer raumgreifenden Vanille, zart-pudrig und puddinghaft anmutend, deren Süße von Honig deutlich verstärkt wird. An diesem Punkt im Duftverlauf wurde ich schon fast stutzig, da sich mir der Name nicht so recht erschließen wollte: Jeder Ex Vinis-Duft stellt nicht nur eine Hommage an eine Weinsorte dar, sondern, der Lateiner wird es bereits bemerkt haben, ist auch benannt nach einer speziellen Frucht, allgemeiner: Pflanze – in diesem Fall die Aprikose. Diese lässt nur mittelfristig lange auf sich warten – im Auftakt eher undifferenziert fruchtig, präsentiert sie sich alsbald beschwipst und verhüllt von einem mächtigen, dichten Vanillegewand.

Viel mehr Gourmandduft geht nicht – man muss es mögen, ganz klar. Nichtsdestotrotz kann ich behaupten, dass mir diese trunkene Vanille-Aprikose gefällt. Und das ist mitnichten bei jedem Gourmandduft der Fall, wie der geneigte Leser vermutlich weiß. Ich mag die ausgeprägten Honignoten, die mich an meinen zugegebenermaßen pappsüßen Botrytis von Ginestet erinnern. Und ich mag jene likörig-alkoholischen Anklänge, die der fruchtigen Vanille eine andere Ausrichtung geben und mich zum Beispiel an Micallefs Rumvanille Note Vanillée erinnern, an den prächtigen Orientalen Aurum von Profumi del Forte oder Linaris Angelo di Fiume von Mark Buxton.

Ribes Rubrum, Duft Nummer drei, ist ein ganz anderes Kaliber. Sein Name stammt von der Johannisbeere und sein Weinpate ist der legendäre Brunello di Montalcino, einen der laut Wiki international gesuchtesten italienischen Rotweine überhaupt, sortenrein gekeltert aus einer Variante der Sangiovese-Traube, der gleichnamigen Brunello-Traube. Jene ruht im Falle des Duftes auf einem fein-sauberen Lager mit vanilligen Untertönen. Kopf- und Herz zeigen sich allerdings in schönster Sturm-und-Drang-Manier: Einem wahren Beerenfeuerwerk darf hier die geneigte Nase beiwohnen, dunkelrot-samtig und mit einzeln gut erkennbaren Kandidaten: Walderdbeere (yep, die kleine Feine), Heidelbeere und Johannisbeeren, sanft untermalt von ein paar Blüten samt Rose sowie der Vanilleweichheit aus der Basis.

Für mich eine tragbarere Variante von Humiecki & Graefs avantgardistisch-künstlerischem Multiple Rouge in Kombination mit The Different Companys Sublime Balkiss, nur eben ohne Chypre.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Heidelbeere, Walderdbeere, Rote Johannisbeere; Herznote: Orangenblüte, Rose, Mimose, Veilchen; Basisnote: Weißer Moschus, Vanille.

Morgen folgen die restlichen drei Kandidaten – bis dahin wünsche ich Euch einen schönen Tag und sende Euch viele Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Passito / Grapes, left to dry for Passito von Zyance, Vanilla Planifolia von Toapel und Apricot von Ian W. Fieggen, alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Vorstellen…


Im Weine…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Gourmand am 26.10.2010

… da liegt die Wahrheit – das wussten schon die alten Römer, von denen jenes Sprichwort stammt: In vino veritas. Eigentlich geht jenes ja noch weiter… in acqua sanitas, und im Wasser Gesundheit – das allerdings hat uns heute nicht zu interessieren.

Vinum bonum deorum donum – Ein guter Wein ist ein Geschenk der Götter. Das sehen sicher viele so – allen voran natürlich auch das produzierende Gewerbe, von dem es um mich herum auch eine ganze Menge gibt, sind doch die nächsten Weinreben von meinem Schreibtisch allenfalls fünf Gehminuten entfernt. Mir als Gelegenheitsweintrinker, ergo: Weinlaie, war es lange nicht bekannt, dass die Schwaben mittlerweile aufgerüstet haben: Weg vom Schoppenwein, jenem gruseligen Trollinger-Lemberger-Verschnitt hin zum edlen Tropfen, der gerne auch mal in den hiesigen Sternelokalen ausgeschenkt wird. Da gibt es die nachwachsenden jungen Wilden, die sich „Junges Schwaben“ nennen und sehr erfolgreich neue Pfade beschreiten oder die Güter von Wöhrwag, Schnaitmann, Aldinger, Dautel und Schwegler, die zum (Groß)Teil preisgekrönten, die den klassischen Württemberger revolutionierten und das Ländle weg von der „Trollinger-Republik“ brachten – hier ein ganz interessanter Artikel dazu.

Ich in jedem Falle will schon furchtbar lange mal einen Kurs machen bei einem Sommelier – reizt es mich doch sehr, meinen Gaumen und auch meine Nase in dieser Richtung zu trainieren. Denn ich würde ebenfalls gerne die Beerennoten im Abgang sowie den Pfirsich und jenen leisen Hauch Kirsch entdecken können, die gerne auf den Etiketten vermerkt sind und von mir oftmals erfolglos gesucht und herbeigetrunken werden. Und hier haben wir auch schon die Überleitung zum Duft – man muss auch gar nicht betrunken sein, um sie zu entdecken. Nur vielleicht trunken – trunken von der Schönheit, jener Intensität, die beiden Sphären innewohnt, das schadet nicht. Meines Erachtens nach verbindet die Liebhaber von Wein und Parfum einiges, und man mag getrost hier auch jene von Kaffee, Tee, Schokolade, ferner vielleicht auch Tabak, aber definitiv auch die Liebhaber erlesener Alkoholika überhaupt (Whiskey zum Beispiel) mit einbeziehen. Überall geht es um das Vertiefen des Interesses, das Erweitern des Horizonts, an jenem dann irgendwann all die feinen, ausdifferenzierten Geschmacksnuancen auftauchen, die einen echten Fan so zu begeistern vermögen und ihn immer tiefer in ihren Bann ziehen.

Dem einen oder anderen Hersteller von zumeist exklusiven Alkoholika ist jene Korrelation ebenfalls nicht verborgen geblieben, was dazu führt(e), dass sich einige Häuser einen Signatureduft (siehe zum Beispiel Courvoisier, der Cognac-Hersteller) oder gleich mehrere (siehe zum Beispiel Ginestet, den Winzer, oder Frapin, ebenfalls Edelcognac) leisten – bei den genannten hier ein rundum gelungenes Unterfangen wie ich finde, deshalb stehe ich derlei Projekten generell schon einmal wohlwollend gegenüber. Ex Floribus Vinis, die mir vorher gänzlich unbekannt waren, gehören zu den Weinkellereien, die vor einigen Jahren ebenfalls eine Duftkollektion lancierten, welche durchaus beachtlich ist und die ich mir deshalb diese Woche vornehmen werde. Ich hatte es mir schon lange vorgenommen, jetzt spielt auch das Wetter mit, denn die Düftchen sind durchweg Weinen nachempfunden, zum Teil auch Dessertweinen – will sagen, wir haben hier größtenteils Herbst-/Winterkandidaten vor uns.

Beginnen möchte ich heute mit der Nummer 1, Ananas Sativa. Alkoholisches Vorbild für diesen Duft war der Weißwein Malvasia Colli Piacentini. Ein, wie ich herausfinden konnte, eher leichter, spritziger Dessertwein, der mit Noten von… ja: Ananas aufwartet, reifer Ananas. Diese präsentiert sich hier auch satt – durchaus selten, wie ich meine, gibt es doch nicht allzu viele Düfte, in denen Ananas dominant vorhanden ist (Ananas Fizz mag mir gerade einfallen von L’Artisan Parfumeur sowie Bahiana von Maître Parfumeur et Gantier). Fruchtig-prickelnd und ziemlich reif ist sie hier, die Ananas. Ihre Reife wird von Beerensäuerlichkeit und einer tropisch anmutenden, leicht mehligen Fruchtigkeit fokussiert und forciert – letztere stellt sich nach einem Blick auf die Duftnoten als Papaya heraus, das passt. Umrankt von leuchtend grünen Noten und einem zarten, frischen Maiglöckchen, die sich allerdings dezent im Hintergrund halten, räkelt sich das gelbe Früchtchen, das im Duftverlauf durchaus beschwipst erscheint, auf einem gourmandlastigen Lager. Jenes offeriert einen ambrierten Anstrich, ist aber im Kern weich und sauber durch weißen Moschus und süß-getreidig, was die vorhandenen Hölzer definitiv überlagert.

Ananas Fizz meets Lann-Ael, die Engelsheide von Lostmarc’h, jenes beliebte Getreide-Vanille-Düftlein, das heimelige? Irgend so etwas in die Richtung würde ich sagen. Macht neugierig auf den Rest der Linie. Euch hoffentlich auch, mit dem geht es nämlich morgen weiter ;)

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Veritas2 von Truebadour / Johnny Maroun, Fruit 1 by András Csuki, beides via Stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Nase auf Abwegen…
Weiteren Weinen…
Eine neue Kollektion…


Alles ist gut, was gut endet

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Gewürziges,Holziges am 25.10.2010

sagt ein russisches Sprichwort. Die deutsche Entsprechung dessen ist die Redewendung „Ende gut, alles gut“ (an und für sich nicht schwer zu erraten). Zu einem guten Abschluss komme ich hoffentlich auch in meiner heutigen Rezension. Falls Ihr Euch erinnert, heute ist der letzte Birnenduft mit einer etwas anders gearteten Protagonistin an der Reihe. Dass die Birne hier ein etwas anderes Auftreten hat, als in den beiden anderen Düften, habe ich Euch ja schon verraten. Auch das Ziel unserer heutigen Duftreise ist Euch, lieben Lesern, schon genannt worden: Russland.

Natürlich ist das Land im nördlichen Eurasien ziemlich groß (nicht nur das: es ist flächenmäßig das größte Land der Erde), weshalb es einer genaueren Spezifizierung unseres Reiseziels bedarf: etwa 70km nordöstlich von Moskau. Und was befindet sich dort? Eine Stadt namens Sergijew Possad. Genau dorthin verschlägt es uns. Den meisten von Euch mag die etwa 120.000 Einwohner zählende Großstadt, deren Gründung auf das 15. Jahrhundert zurückgeht, nicht wirklich ein Begriff sein. Zumindest nicht unter dem eben genannten Namen, den sie erst nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991 erhielt. Ihr alter Name mag dagegen bei so manchem ein Lichtchen aufgehen lassen: Sagorsk (oder im englischsprachigen Raum: Zagorsk).

Ein gleichnamiger Duft wurde im Jahre 2002 vom Kawakuboschen Individualistenlabel par excellence Comme des Garçons lanciert; entstanden in Zusammenarbeit mit Evelyne Boulanger, auf deren Nischenduftkonto auch die CdG-Düfte Carnation (Series 2) und Jaisalmer (Series 3) gehen, ebenso wie Amouages Silver Cologne und L’Artisan Parfumeurs Patchouli Patch (in kreativer Kooperation mit Bertrand Duchaufour).

Doch möchte ich noch einige Worte zu Sergijew Possad verlieren. Nicht ohne Grund wählten Frau Kawakubo und Frau Boulanger Namen der Stadt; nun, warum sie ausgerechnet auf den alten Sowjetnamen Zagorsk zurückgriffen haben, bleibt ihr Geheimnis. Möglicherweise weil Sergijew Possad nicht so leicht auszusprechen ist und darüber hinaus auch als Duftname eher wenig ansprechend erscheint? Man weiß es nicht. Was aber klar wie Kloßbrühe ist, ist der direkte Bezug des Duftes zur Stadt an sich. Wie die meisten von Euch sicher wissen, wurde Zagorsk für die CdG-Series 4 konzipiert. Diese Serie trägt den Beinamen Incense und verrät somit stante pede die Duftnote, um die herum die jeweiligen Düfte der Serie geschaffen wurden: Weihrauch.

In Anbetracht dessen muss ich zugeben, dass meine vorherige Aussage, die Birne sei Protagonistin des Duftes, ein wenig vorschnell und großspurig war, ist sie doch viel eher Deuteragonist, wenn nicht gar Tritagonist, möglicherweise hat sie aber auch nur eine kleine Nebenrolle… Star des Duftes, und das kann ich auch vor dem Testen mit relativ großer Sicherheit nun sagen, wird wohl der Weihrauch sein.

Doch was hat es nun mit Weihrauch und der unaussprechlichen russischen Stadt auf sich? Wie ich bereits erwähnt habe, wurde Sergijew Possad im 15. Jahrhundert gegründet. An selbiger Stelle war damals aber nicht öde Einsamkeit, stand (und steht) dort doch das im Jahre 1340 von einem Mönche gegründete Dreifaltigkeitskloster, womit in Sergijew Possad eines der wichtigsten Zentren der russisch-orthodoxen Kirche beheimatet ist.

Und da Weihrauch und Kirche ja gerne mal zusammengehören wie Susi und Strolch, passt die Namensvergabe eigentlich wie die Faust auf das Auge. Doch welche Duftnoten schart der Weihrauch noch um sich herum? Und wie kommt die Birne mit ins Spiel? Fragen über Fragen, die leicht beantwortet werden können, denn des Rätsels Lösung ist einfach. Et voilà, die Ingredienzien: Birnenholz, Zypresse, Weihrauch, Piment, Iris, Kiefer, Zedernholz.

Teststreifen und Haut sind sich bei diesem Duft einmal wieder einig. Frisch aufgesprüht zeigen sich sofort intensive, stark-rauchige Noten. Trocken und dunkel wirkt Zagorsk und weckt damit sogleich Assoziationen an dunkle Kostergewölbe, kalt und still. Eine pfeffrige Würze und Koniferennoten unterstreichen die kühle Trockenheit. Beinahe erinnert mich Zagorsk an die Parfumerie Générale Schwarzteedüfte Hyperessence Matale und L’Eau Rare Matale, allerdings ohne die zitrischen Anklänge. Aber von der Grundtendenz her, kann ich da eindeutige Ähnlichkeiten erkennen. Eine subtile Holznote meine ich wahrzunehmen; vielleicht bahnt sich hier das Birnenholz den Weg auf die Bühne, nein, es verbleibt in einer kleinen Nebenrolle ganz im Hintergrund des Geschehens. Im weiteren Verlauf, lange, lange nach dem Aufsprühen, entwickelt Zagorsk eine zart-süßliche cremig-weiche Irisnote, die mit einer rauchigen Pfeffrigkeit akzentuiert ist.

Die Birne geht in Zagorsk leider völlig verloren, was aber in Anbetracht ihrer hölzernen Form auch nicht weiter verwunderlich ist. Das klösterliche Duftgewebe ist so komplex und engmaschig, dass es ohnehin schwierig ist, einzelne Noten zu erfassen. Außerdem kann so etwas Zartes wie Birnenholz unter all den intensiven und hervorstechenden Weihrauch-, Koniferen- und Gewürznoten leicht untergehen.

Sehr beschönigt könnte man sagen: eine Birne mit Abstrichen. Viel tatsachengetreuer wäre allerdings die Bezeichnung: ein sehr ruhiger, kontemplativer Weihrauch-Koniferenduft, der die beschaulich-meditative und gleichzeitig recht nüchterne Stimmung eines Klosters ganz wunderbar einfängt.

Besinnliche Grüße sendet Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Troitse-Sergiyeva Lavra und Trinitylavra von Alex Zelenko – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Alles Gute für das neue Jahr 2009!
Serverumzug…
Ein Duft mit Pferdestärken – Godolphin von Parfums de Marly


Duchaufour Pur…

Geschrieben in Verweise am 23.10.2010

… oder so ähnlich – ein “dööferer” Titel ist mir jetzt auch nicht eingefallen, aber: so blöd geht es nicht weiter ;)

Ich wollte Euch eigentlich nur auf ein paar Videos aufmerksam machen, die mir neulich auf der Penhaligon’s-Homepage aufgefallen sind: Ein Video zum neuen Savile-Row-Duft Sartorial, zu Orange Blossom und zu Amarinthine – alle mit Herrn Duchaufour und sehr nett gemacht. Durchaus einen Klick wert – wer sie noch nicht kennt :)

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Ein nettes Interview…
Herbstwonne 5 – Al Oudh von L’Artisan Parfumeur
Lorbeeren einheimsen…


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 22.10.2010

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche auch heute: Unsere Freitagsverlosung. Wer eines unserer fünf Probenpakete gewinnen mag, schreibt uns bitte bis Sonntag, 24 Uhr, eine e-Mail an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen diese Woche hier im Blog rezensierten Duft. Viel Glück!

Jenes war letzte Woche folgenden Leser(inne)n hold: Daniel F., Leopoldine T., Renate W., Hendrik S. und Natalja P. – herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung
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Lubins Bluff…

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Hesperiden,Holziges am 22.10.2010

ist der vierte und letzte im Bunde jener Variationen, die das Haus zu seinen beiden Klassikern Vetiver und L’Eau Neuve dieses Jahr lancierte. L’Eau Neuve erfuhr seine Hommage durch Inédite und den gestern rezensierten Figaro, Vetiver wird von Itasca und dem heutigen Bluff Tribut gezollt.

Die Idee ist toll und die Düfte sind mitnichten bloße lauwarme Abklatsche oder sich wiederholend Altbekanntes, ganz im Gegenteil: Alle vier sind sehr eigenständig und zum Teil auch sehr innovativ, darüber hinaus muss ich ehrlich gestehen, dass sich mir zum Teil die (Wahl)Verwandtschaft zu den Originalen nicht wirklich erschloss, was aber das Quartett absolut nicht schmälern soll ;)

Bei Bluff ist es nicht anders, vielleicht liegt es auch am Namen? Denn unter einem Bluff oder vielmehr dem Bluffen, so klärt uns mal wieder Wiki auf, versteht man gewöhnlich „ein Verhalten beim Kartenspiel mit dem Zweck, die Gegner zum eigenen Vorteil in die Irre zu führen.“ Ganz abgesehen davon, dass es alleine beim Kartenspielen hier unterschiedlichste Arten gibt, den anderen zu verschaukeln, fand, wie Wiki ebenfalls bemerkt, das Wörtchen Bluff „ausgehend vom Kartenspiel […] Eingang in die Alltagssprache und beschreibt allgemein eine Form der Täuschung.“

Und wo ist hier der Bluff? Vielleicht liegt er darin, dass Lubin eben auch keinen hundertprozentigen Vetiverduft geschaffen haben, wie ja sein Vorbild Vetiver ist – ein Weihrauchvetiver, wunderschön oszillierend zwischen Herbheit, Frische, Rauch, Kühlheit und Würze, ein Vollblutvertreter seiner Gattung. Bluff ist ganz anders und etwas ganz anderes. Warm ist er, von Beginn an – zwar tummeln sich in seinen Anfängen fröhlich-frische Hesperiden, diese werden aber von der pfeffrig-süßen Würze von Muskat und Zimt begleitet und somit fast zeitgleich geerdet. Muskatellersalbei unterstreicht mit seinem ambrierten Orangenaroma beide Duftstränge, während die Iris merklich pudrige Akzente beschert sowie einen erdigen Unterton erschafft, welcher von der „smoothen“ Basis gekonnt aufgegriffen und weitergeführt wird. Zeder für holzige Sauberkeit, Patchouli für die Tiefe, Sandelholz und Vanille für sanfte, holzig-würzige Wärme. Und eben der Vetiver, der eigentlich Hauptprotagonist sein sollte, oder doch nicht?

Möchte man von seiner Richtung sprechen, denke ich an die zwei einzigen, wirklich mit Wärme und Süße ausgestatteten Vetiververtreter, die mir aus dem Stand einfallen: Der schlicht Vetiver Tonka benannte Hermès-Duft aus der Hermessence-Reihe sowie an Byredos Bal d’Afrique. Beide haben mich vor langer Zeit gelehrt, dass Vetiver nicht notwendigerweise immer kühl verpackt werden muss – das dachte ich nämlich bis dato als Fan zünftiger, von Rauchschwaden umnebelter Vetiverdüfte. In vielerlei Hinsicht ohnehin „sanfter“ geworden – was mich gerade selbst zum Lachen bringt – habe ich beide gerade an den schönen Herbsttagen der letzten Zeit (nein, nicht gestern und nicht vorgestern – wir haben ja eh schon fast wieder Winter…) gerne getragen. Mit diesem Fingerzeig in eine Richtung ist aber Bluffs wahre Natur noch nicht ganz eingefangen.

Mich erinnert er sehr an jene Art von Herrendüfte, wie zum Beispiel Royal Heroes einer ist oder auch L’Artisan Parfumeurs Méchant Loup, der böse (Großstadt?)Wolf: Smooth ist eben genau das richtige Wort, anschmiegsam, aber tough, hautnah, kein Mann-Mann-Duft sondern ein weicher harmonischer Duft mit süßen Elementen, der aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen auf einem Mann perfekt wirken kann.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Limette, Bergamotte, Muskatnuß, Zimt; Herznote: Muskatellersalbei, Iris, Kolanuss; Basisnote: Vetiver, Zedernholz, Patchouli, Sandelholz, Vanille.

Ein Bluff ist in jedem Fall in Bezug auf den Verlauf zu entdecken: Was wie ein erfrischendes Zitrusfrüchteensemble eingeläutet wird, entwickelt sich zu einem überraschend warmen Düftchen. Und wenn ich dann schon an Poker denke und ans Bluffen – dann kommt mir doch gleich auch einer meiner Lieblingsschauspieler in einem seiner größeren Filme in den Sinn: Mads Mikkelsen als Bond-Bösewicht in Casino Royale – wer weiß, vielleicht hat er ja auch Bluff getragen? Stehen würde er ihm in jedem Fall. Und er ist in eigentlich jeder seiner Rollen auch solch ein (mehr oder weniger) standhaftes Mannsbild wie jenes, das in Lubins Vorbild für Bluff zitiert wird: Der amerikanische Pionier auf seiner Route gen Westen, der von seinem Arzt für den beschwerlichen Trip berauschende belebende tonische Mixturen zur Verfügung gestellt bekam, aus denen sich die Art Erfrischungsgetränke entwickelte, die in die amerikanische Kultur eingingen und bei jungen Leuten so beliebt sind. Deshalb wahrscheinlich auch die Kolanuss, die ich, sorry, nicht herausrieche. Vielleicht sollte ich es mal mit trinken probieren – aber da mixe ich mir jetzt lieber noch was ;)

Einen guten Start in den letzten Wochentag und ein schönes Wochenende wünscht Euch

Eure Ulrike (die den Donnerstag, an dem sie gerade noch Euren Artikel fertig geschrieben hat, jetzt tatsächlich noch mit einem Gin Tonic besiegeln wird ;))

Bildquelle: Pressematerial Lubin & “Casino Royale” (2006) by Columbia Pictures MGM, some rights reserved.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Dem Barbier von Sevilla…
Mississippi Kid – Itasca von Lubin.
Alle guten Dinge sind drei – Letzter Teil Global Art of Perfumes 2010.


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