Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Des New Yorkers liebstes Kind

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Gourmand am 30.09.2010

Schon wieder eine Reise in die Stadt, die niemals schläft. Nachdem uns erst kürzlich Ulrike dorthin entführt hat, um uns die neuen Honoré des Prés-Düftchen I love Carottes, Vamp in NY und Love Coco vorzustellen, geht unsere Duftreise heute wieder über den großen Teich. Allerdings nicht mit dem französischen Ökoduftlabel, sondern mit einer einheimischen Parfumschmiede: Bond No. 9. Ansässig in der gleichnamigen Bond Street mit der Hausnummer (na, ratet mal!) 9 im New Yorker Stadtteil Noho. Nein, das ist kein Schreibfehler; Noho ist das Gegenstück zu Soho, dem bekannten Szeneviertel Manhattans, und bedeutet North of Houston Street (im Gegensatz zu Soho → South of Houston Street). Das bringt mich persönlich jetzt orientierungsmäßig nicht so wirklich weiter, da ich keinen Schimmer habe, wo denn jetzt genau die besagte Houston Street auf der Manhattanschen Insel zu finden ist, aber dafür gibt es ja das gute alte Internet. Aha, zwischen Greenwich Village und East Village im Süden Manhattans befindet sich der kleine Stadtteil Noho mitsamt der Bond Street und der Hausnummer 9.

Bond No. 9 hat sich gänzlich der Metropole am Hudson River verschrieben. Die gesamte Duftkollektion ist den Stadtteilen New Yorks, den Vierteln Manhattans, besonderen Lokalitäten oder den Stränden auf Long Island gewidmet, an denen der gestresste (und meist gut betuchte) Großstädter Ruhe und Erholung abseits des hektischen Alltags finden kann. Eine ganze Riege eben dieser Bond-Düfte hat in den letzten Wochen das ALzD-Sortiment geentert. Daher gilt: allerhöchste Rezensions-Eisenbahn!!

Wir widmen uns heute dem Duft So New York. Laut Herstellerseite ist das Eau de Parfum „a whiff of New York’s consuming passion above-all-else for chocolate desserts and frothy lattes“ – grob gesagt: des New Yorkers Liebling ist eine ordentlich aufgeschäumte Latte Macchiato und dazu ein leeeeecker Schokodessert. Dabei muss ich (und ihr bestimmt auch) sofort an eines denken: Starbucks. Mittlerweile kennt hier ja wirklich jeder die amerikanische Kaffeekette, deren neue Filialen allerorts wie Pilze aus dem Boden sprießen und in deren Sortiment allerlei klebrig-süße Kaffeevariationen (gerne auch mal mit einer schönen Portion Sahne getoppt, um die Kalorienzufuhr auch auf amerikanischem Standard zu halten) mit ellenlangen unaussprechlichen Namen zu finden sind. Genau so eine, vor Karamell-, Vanille- oder Toffeesüße (weiß der Himmel zwischen wie vielen verschiedene Sirupsorten dort mittlerweile zu wählen ist) triefende Latte Macchiato kommt mir spontan in den Sinn, wenn ich den Bondschen Duftslogan lese. Förmlich sehe, rieche ich auch schon das sogenannte Schokodessert, einen dampfenden, da noch warmen lecker-süßen schoko-schoko-schokoladigen Brownie. Himmlisch-köstlich! Und das nicht nur für den Augenblick, denn eine bleibende Erinnerung setzt sich noch im Moment des Hinunterschluckens sofort und für immer auf den Hüften fest. Mmmh, akute Schokogelüste überkommen mich! In solchen Momenten verfluche ich mich selbst immer ein wenig, habe ich doch aufgrund meiner ach so vernünftigen Einkauftaktik („Kaufe keine Süßigkeiten, denn die stopfst Du Dir ohnehin nur im Unverstand rein!“) eigentlich nie Schokolade im Haus und auch sonst keine Süßigkeiten. Normalerweise vermisse ich da auch nichts. Nur blöd, wenn einen dann doch mal der Schokojieper packt; und sei es nur alle Jubeljahre…. Doch zurück zu besagtem Duft und der Kaffeekette, deren Namen übrigens in Anlehnung an eine Figur aus dem Roman Moby Dick gewählt wurde.

Ganz falsch scheint meine Assoziation nämlich nicht zu sein, findet sich doch auf der Herstellerseite zum Duft ein Bild der Freiheitsstatue als busy Businessfrau, ganz New Yorkerin, mit Zeitung unter dem Arm, Handy am Ohr und einem verdächtig bekannten To-Go-Becher in der Hand, der mich doch stark an die im Sommer angebotenen Frozen-Coffee-Shakerato-Varianten der oben genannten Kaffeekette erinnert. Ein bisschen traurig schaut sie drein, die gute Lady Liberty, wie ich finde. Außerdem steht ihr die Farbe ihrer Bluse nicht ganz optimal zu Gesicht und ganz ehrlich: mit dem lässig ins Jackentäschchen gestopften Parfumflakon würde ich keine fünf Meter weit kommen und, schwupps, wäre er mir schon auf den Boden gefallen und zerschellt. Aber da bin ich vielleicht auch einfach zu tollpatschig. Die Freiheitsstatue hat das wohl alles besser im Griff, wenn da nur nicht der traurige Blick wäre…. vielleicht weil sie in all der Großstadthektik ihren Brownie zur Siruplatte vergessen hat, wo die zwei Sachen doch „above-all-else“ zum Glück des gemeinen New Yorkers zusammengehören. Eine mögliche Erklärung! ;-)

Doch genug gefrotzelt, weiter zum Duft! Die Ingredienzien: Mirabelle, Kaffee, Kakao. Mal wieder recht übersichtlich das Inhaltliche betreffend, was ja nichts Schlechtes bedeuten muss wie wir die letzten Wochen bei diversen Giacobetti-Düften ja schon das ein oder andere Mal erleben durften. Einmal wieder zeigt sich die nun schon öfters aufgetretende Divergenz zwischen Teststreifen und Haut. Beginnen wir heute mit dem Teststreifen: Hier offenbaren sich direkt nach dem Aufsprühen likörige Fruchtnoten. Diese verbleiben eine geraume Zeit bis sich zarte Kaffeenoten hinzugesellen. Keine wässigre Filterkaffeebrühe, nein, schöner dunkler Espresso, der aber der Fruchtigkeit nie den Rang abläuft. Der Kakao tritt in dezenter Buttrigkeit in Erscheinung, verleiht cremige Noten und rundet ab. Insgesamt dominiert auf dem Teststreifen aber eindeutig die Mirabelle, meiner Nase nach in Form eines fruchtigen Mirabellenlikörs.

Auf der Haut nun ein anderes Bild: Ganz kurz nur sind die likörigen Mirabellennoten zu erschnuppern. Hier liegt die Betonung auch eher auf dem Likör als auf der Fruchtigkeit. Dann betritt auch schon die Schokolade die olfaktorische Bühne: dunkel, kräftig, einfach lecker-gourmandig. Die zartbitteren Schokonoten vereinen sich mit dezenten Kaffeenuancen, die eine leichte Herbe mit ins Spiel bringen. Vor meinem inneren Auge sehe ich zartschmelzende Kaffeeschokolade vor mir – ob in Tafelform oder geschmolzen als köstliches Heißgetränk. Der Duft besänftigt mein immer noch erzürntes Gemüt über den nicht vorhandenen Schokovorrat in meinen Küchenschränken. Bei dieser Duftentwicklung brauche ich keinen echten Süßkram – mein Schokojieper ist verflogen, die ideale Ersatzbefriedigung gefunden. Im weiteren Duftverlauf gewinnen cremige Noten die gourmandige Oberhand. Warme Kakaobutternoten erzeugen wohlige Kuschelmomente. Herrlich! Göttlich! Fast würde ich mir wünschen wir hätten schon Winter. Dann würden So New York und ich auf dem Sofa vor dem knisternd-brennenden Kamin sitzen, eine kuschlig-weiche Cashmeredecke um den ewig fröstelnden Leib geschlungen und den dicken Schneeflocken bei ihrer Reise zur Erde zusehen. Mmmh, träumen kann so schön sein!

Doch wie meistens, sieht die Realität anders aus. So besitze ich weder einen knisternden Kamin noch eine kuschlig-weiche Cashmeredecke. Aber bis es richtig Winter wird habe ich ja noch ein wenig Zeit mir letzteres zuzulegen. Als Kaminersatz könnte ich mir ja eine dieser Knisterkerzen anschaffen. Mal sehen! Meines Erachtens nach ist So New York ein idealer Begleiter für die eisige Jahreszeit, der ob seiner Transparenz und Leichtigkeit auch für Gourmand- und/oder Schokozögerer eine Duftoption darstellen könnte.

Noch immer in winterlichen Träumen gefangen, wünsche ich Euch einen schönen Tag,

Eure Stephanie.

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Erntedank…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Gewürziges,Solifloral am 29.09.2010

… steht dieser Tage wieder an und das amerikanische Pendant dazu, Thanksgiving. Ob nun traditionell christlich, an heidnische Ursprünge gemahnend oder ganz losgelöst von Metaphysischem – ein Familienfest ist es immer und geht meist nicht nur einher mit (gemeinsamem) Essen, sondern auch mit den üblichen Erntedekorationen von Getreide, Früchten und Gemüse, Blüten, Gewürzen und so weiter…

An jene Dekorationen erinnert mich ein wenig der neue Duft von Andy Tauer, jenem Schweizer Wunderknabe, der als gelernter Chemiker und Parfumeursautodidakt vor einigen Jahren mit seinem kongenialen L’Air du Désert die Parfumwelt eroberte und selbst den gestrengen Duftpapst Luca Turin zu Schwärmereien hinzureißen vermochte. Seit L’Air du Désert ist einiges passiert, will sagen: es folgten viele weitere tolle Düfte und diesen Herbst ist es nun wieder soweit – gleich zwei Neue beschert uns Herr Tauer, eine weitere Rose, Une Rose Vermeille, der ich mich nächste Woche widmen werde sowie L’Eau d’Épices.

L’Eau d’Épices, auf deutsch Gewürzwasser oder auch Wasser der Gewürze ist, das mag man vielleicht auf den ersten Blick übersehen, eine Hommage an die Orangenblüte, eine der Lieblingsingredienzen Tauers:

„Ich liebe sie einfach, ihre florale Schönheit im Kontrast zu deren indolischer Dunkelheit“ so Andy Tauer.

The Marriage of Heaven and Hell also wie bei William Blake – obgleich das in Anbetracht des Tauerschen Duftes zu martialisch ist, denn so ambivalent mag er bei näherer Betrachtung gar nicht erscheinen: Der Auftakt, den Tauer selbst als „indischen Gewürzkorb“ bezeichnet, offeriert als allererstes eine reife und überaus fruchtige Mandarine, die alsbald Gesellschaft bekommt vom munteren Gewürzereigen: Würzig-scharfer Zimtsüße trifft auf das erdige Nadelholzaroma von Kardamom, während Koriander und Gewürznelke für Pfeffrigkeit, ein gewisses Curryaroma sowie einen Hauch Weihnachtsbäckerei sorgen. Im Herzen zeigt sich große, epische Weite: Die zart an Honig gemahnende Orangenblüte verbindet sich sanft mit dem betörenden Weißblüher Jasmin, der hier in äußerst zivilisierter Gewandung auftritt und den indolischen Charakter, jene Untiefen der Orangenblüte ab und an aufblitzend zum Vorschein bringt. Samtig-erdige Iris und sakral-rauchiger Weihrauch ebnen dem Duft den Weg in seine überaus tauertypische Basis – Harze (Labdanum und Ambra), Tonkabohne und Vetiver, was will man mehr. Warm, würzig, holzig und natürlich ambriert – so kennt und liebt man es, den Tauerschen Untergrund.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Zimt, Kardamom, Gewürznelke, Koriander, Mandarine; Herznote: Orangenblüte, Jasmin, Iriswurel, Weihrauch; Basisnote: Labdanum (Zistrose), Ambra, Tonkabohne, Vetiver.

L’Eau d’Épices gehört für mich in den Herbst. Auch wenn Herr Tauer sicherlich recht hat, wenn er L’Eau d’Épices als „Unisexduft“ bezeichnet, der sich sowohl an kalten Winterabenden als auch im warmen Spätsommer/Herbst gut macht oder vielmehr trägt – L’Eau d’Épices ist ein Herbstkandidat. Ein Duft für einen güldenen Herbst voller satter Farben und gütig wärmenden Sonnenstrahlen, den wir hoffentlich die nächsten Wochen noch bekommen werden. Er erinnert, das muß man ihm lassen, zumindest mich ein wenig an Orange Star -Kunststück, auch ein Tauer und ebenfalls Orangenblüte. Allerdings geht L’Eau d’Épices jenes hypnotische Moment ab, jene Über-Hesperiden, die so fokussiert-sauber das Gleißende in Orange Star ausmachten – dem dahingegen diese ausgeprägt schillernde Würzigkeit fehlt, die L’Eau d’Épices innewohnt und diesen zu einem kontemplativen, ja: Herbstduft macht.

Tauerfans werden sicherlich hochentzückt sein, denn, das ist eh schon klar und sei vorweggenommen: Es ist ein typischer Tauer. Für Tauer-Neulinge sei gesagt, daß Herr Tauer sehr haltbare, eindrucksvolle und bestimmte, sehr präsente Düfte macht – entweder man mag sie oder man lehnt sie ab, dazwischen gibt es sicherlich wenig. Ich für meinen Teil liebe jenes olfaktorische Werk, alleine schon für die Wüstenluft, die ich auf den Herbst auch wieder rauskramen muß ;)

Wie geht es Euch? Tauerfans oder eher nicht? Und wenn ja – welche Düfte haben es Euch so angetan?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Curry Spices No. 1 von Lotus Head, Autumn Leaves von Nossirom, Wooden Chair von Bruce Brouwer, alles via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Duftverzeichnis


Duftende Neuigkeiten die Zweite.

Geschrieben in Ankündigungen am 28.09.2010

Gestern hatte ich bereits mit den Herbstneuigkeiten angefangen und bin ausführlich auf die neuen Engländer eingegangen. Ein kleiner innereuropäischer Sprung nun zu den Schweden von Byredo: Jene bescheren uns in Kooeration mit den französischen Kreativen von M/M den Duft M/Mink. Michaël Amzalag und Mathias Augustyniak, die beiden Herren hinter M/M, arbeiten inter- und transdisziplinär im Kunst-, Musik- und Modebereich – ihre Arbeiten wurden bereits unter anderem im Guggenheim Museum/NY, Centre Pompidou/Paris, dem Frankfurter Kunstverein und weiteren ähnlich prestigeträchtigen Plätzen ausgestellt.

M/Minks wurde durch drei Ideen oder vielmehr Dinge inspiriert: asiatische Tinte, ein Foto eines japanischens Kalligraphen und ein utopisches Konzept, welches auf einem Stück traditionellen koreanischen Papiers niedergezeichnet wurde durch Augustyniak. Der Duft sieht sich somit in allererster Linie der Idee, dem Geist der Tinte verpflichtet:

„This scent, which is firstly that of ink, is transformed gradually to the idea of ink, before finally arriving at a scent that will remind you of the ink that is most precious: the blood that flows in our body.“

Tinte und Blut also – ich bin mal wieder sehr gespannt… vor allem, da ich auch ein großer Fan von Buxtons Comme des Garçons 2 bin, ebenfalls ein Tintenduft. Kreiert wurde M/Mink von Jerome Epinette und hat folgende Noten: Adoxal (ein Aldehyd mit floralen Noten, oft an Maiglöckchen erinnernd, dem eine bestimmte saubere Tendenz zu eigen ist und das häufig auch maritime Aspekte aufweist), im Herzen Weihrauch und in der Basis Patchouliblätter, Honig und Ambra.

Die Amis von Le Labo sind ebenfalls eine Kooperation eingegangen, nämlich mit AnOther magazine, eine avantgardistisch-künstlerisch anmutendem Lifestylemagazin. Heraus kam Another 13 und ganz gemäß der Le Labo-Firmenphilosophie steht hier die 13 natürlich wieder für die Anzahl der Ingredienzen, deren Herz Ambrox ist. Laut einem der Firmeninhaber, Eddie Roschi, ist es ein subtiler, langhaftender und etwas dreckig-animalischer Moschus mit fruchtigen Anklängen:

„It’s a subtle yet very long lasting dirty musc with hints of fruit (Apple / Pear) that come from Ambretolide, a fruity musc. It’s a 30% perfume extract.“

Another 13 ist keines der Städte-Parfums (einige der Düfte sind nur in bestimmten Städten erhältlich) und deshalb an allen üblichen Le Labo-Verkaufsstellen erhältlich.

Von Nina Riccis Sproß, genauer: Urenkel Romano Ricci und seiner Firma Juliette has a Gun gibt es auch etwas Neues, und zwar ganz zeitgemäß ein Nicht-Parfum: Not a Perfume genannt, besteht es größtenteils aus Ambrox, einer Essenz aus den Firmenich-Laboren, die in den 50ern dazu geschaffen wurde, Ambra zu ersetzen. Ein Duft ohne Allergene und eine „Provokation“ wie das Haus verlauten läßt da eben molekular. Abwarten würde ich sagen und scharre schon mal mit den Hufen. Die Idee ist nämlich nicht neu – Geza Schön hatte sie bereits mit Escentric Molecules verwirklicht und damit ein paar wirklich überraschend gute Düfte geschaffen.

Christiane Celles Label Calypso hat gerade bereits Herbe d’Été veröffentlicht, übersetzt Kräuter des Frühlings. Ein Duft von frisch gemähtem Gras, gerade gepflückten Blumen, einem Nachmittag mit kalten Getränken in der Sonne… und einer Gurke, die sich, wie wir wissen, oftmals gar nicht übel in Düften macht – die Ingredienzen: Gurke, Gräser, Bergamotte, Kardamom, Jasmin, schwarzer Pfeffer, Hibiskus, Orangenblüte, Patchouli, Zedernholz, Gajakholz und Moschus.

Aus dem Hause Tocca, deren Kerzen ich sehr mag, kommt ebenfalls ein neuer Duft, Colette – nach der französischen Schriftstellerin, Varietékünstlerin und Kurtisane. Die verführerische Aura einer solchen Frau soll er einfangen, einer Frau, die sich ihrer Weiblichkeit und Ausstrahlung bewußt ist, die autark ist und sich nicht darum schert, was die anderen davon halten, von ihr denken… Die Duftnoten hierzu: Mandarine, Limone, Bergamotte, Wacholder, rosa Pfeffer, Veilchen, Alpenveilchen, Jasmin, Pinie, Sandelholz, Weihrauch, Ambra, Vanille, Zedernholz und Moschus.

Und dann, zum Abschluß noch ein Schmankerl, das alsbald bei uns eintreffen sollte – zwei neue Düfte von Amouage, Memoir genannt, einmal für die Damen und einmal für die Herren. Hier können wir gleich bei den französischen Schriftstellern bleiben, die scheinen Konjunktur zu haben – allen voran einer: Baudelaire. Nach Gaultier und Byredo greifen nun auch Amouage den Vorzeigefranzosen mit seinen Fleurs du Mal auf und widmen ihm und einer seiner Lieblingsfiguren ihre Düfte – dem Flaneur, dem großstädtischen Abenteurer, der auszog, um in dem Treiben der Stadt sein Ich zu finden, jenem Rastlosen. Den Herrenduft hat, einmal mehr (wie auch Opus No. 3 und den neuen L’Artisan-Vetiver, der ebenfalls diesen Herbst erscheint), Karine Vinchon-Spehner geschaffen, für Memoir Woman sind Dorothee Piot und Daniel Maurel zuständig, letzterer ebenfalls ein alter Bekannter (Epic Woman, Opus I).

Die Ingredienzen von Memoir Woman: Kopfnote: Mandarine, Kardamom, Absinth, Rosa Pfeffer; Herznote: Pfeffer, Nelkenknospe, opulente weiße Blüten, Rose, Jasmin, kostbare dunkle Hölzer, Weihrauch; Basisnote: Styrax, Eichenmoos, Castoreum, Leder, Labdanum, Bockshornklee, Moschus.

Die Ingredienzen von Memoir Man: Kopfnote: Absinth, Wermut, Basilikum, Minze; Herznote: Rose, Weihrauch, Lavendel; Basisnote: Sandelholz, Vetiver, Guaiac Holz, Ambra, Vanille, Moschus, Eichenmoos, Leder, Tabak.

Ersterer wird als animalisch-ledriger Chypre beschrieben während zweiter ein ledrig-holziger Fougère sein soll.

In diesem Sinne – wir dürfen gespannt sein auf den Herbst!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Gralssuche die Zweite…
Duftverzeichnis
Sommerliche Novitäten die Zweite.


Duftende Neuigkeiten…

Geschrieben in Ankündigungen am 27.09.2010

Nach der Sommerpause, die vor allem im südlichen Europa im August, bisweilen auch September herrscht, rücken sie oft in Heerscharen nach: Die neuen Düfte, die auf den Parfummarkt drängen. Etliche davon hatte ich in den letzten Ankündigungen ja bereits vorgestellt, aber natürlich war das nicht alles… Hier das Neueste!

Die Engländer von Penhaligon’s starten gleich voll durch mit drei neuen Düften: Der erste, Sartorial, sieht sich, wie der Name bereits verheißt, von einem Schneider beeinflußt. Und natürlich, da es sich um einen englischen Duft handelt, auch nicht von irgendeinem – von Norton & Sons, einem jener (vor allem für Massanzüge) berühmten Tailorshops in der Londoner Savile Row. Sartorial soll als zeitgemäße Fougèreinterpretation die Atmosphäre jenes Schneidergeschäftes einfangen – und wenn ich dann noch den Parfumeur dazu verrate, Bertrand Duchaufour, und die Noten – Neroli, schwarzer Pfeffer, Bienenwachs, Alpenveilchen, Aldehyde, ozonische und metallische Noten, Ingwer, Kardamom, Leder, Veilchenblätter, Lindenblüten, Lavendel, Hölzer, Zeder, Patchouli, Myrrhe, Tonkabohne, Eichenmoos, Honig, Vanille, Ambra und weißer Moschus – dann wird wohl einigen, inklusive meiner Person, das Wasser im Munde zusammenlaufen…

Die beiden anderen Düfte sind eine Ergänzung der Anthology-Collection, zu der ich bereits früher einmal etwas geschrieben hatte:

Die Geburt der Anthology Collection war Mitte 2009 mit vier Düften – Extract of Limes, Eau de Verveine, Night Scented Stock und Gardenia. Angelegt ist sie auf 12 Düfte, die bis Ende 2011 erscheinen sollen. Das Besondere an der Kollektion ist, daß sie durchweg aus Düften besteht, deren Rezepturen aus dem Firmenarchiv stammen und die bereit „discontinued” waren. Das heißt es handelt sich hierbei um die Wiederveröffentlichung alter Düfte, um Relancierungen. Allerdings wurden die Düfte wohl bisweilen behutsam überarbeitet und harmonisch modernisiert – und hier hatte niemand geringeres als der mittlerweile omnipräsente Bertrand Duchaufour die Finger mit im Spiel, der auch den letzten Duft des Hauses, Amaranthine, kreierte.

Zu den bisherigen Düften gesellen sich nun Jubilee Bouquet und Zizonia. Jubilee Bouquet ist eine Rezeptur zu Ehren des silbernen (ergo 25.) Thronjubiläums Queen Elisabeth der II., welches 1977 begangen wurde. Auch hier ist der Name schon verräterisch – ein Blumenstrauß, na klar, von Lilien und Jasmin, Veilchen, Iris und Rose, eingerahmt von Bergamotte, Gewürznelke, Sandelholz, Ambra, Moschus und Moos, was das ganze zu einem floralen Chypre werden läßt. Zizonia ist ein paar Tage älter, nämlich ursprünglich in den 30er Jahren entstanden und

„a nomadic and mysterious oriental; an odyssey of burnt spices, patchouli and pepper, leading to a lush oasis of sweet orange, ginger and vetiver. Heady and enticing.“

Ein nomadischer und mysteriöser Orientale also – ersteres ist mir in dem Zusammenhang nicht ganz klar, ist hiermit Komplexität gemeint, nomadisierend im Sinne von sich chamäleonartig olfaktorisch verhaltend, einen ausgeprägten Duftverlauf präsentierend? Wir werden es sehen oder besser: riechen. Die Duftnoten: Kopfnote: Orange, Bergamotte, Koriander; Herznote: Lavendel, Muskatnuß, Kardamom, Ingwer, Geranium, schwarzer Pfeffer, Kumin; Basisnote: Patchouli, Ambra, Zedernholz, Vetiver, Sandelholz.

Einmal in England werfen wir unseren Blick gleich zu Floris, jenem anderen Hoflieferanten: Auch die haben etwas Neues und wohl sehr Exquisites – 280, eine Art Jubiläumsduft, der das Erbe der Parfumeurskunst zelebriert und von dem, Nomen est Omen, nur exakt 280 Flaschen produziert werden/wurden. Laut Floris ein floraler Orientale, dessen Herz den Hauptprotagonisten beherbergt: eine kostbare Iris. Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, schwarzer Pfeffer, Gewürznelke; Herznote: Iris, Neroli, Ylang-Ylang; Basisnote: Tonkabohne, Vanille, Moschus.

Und dann natürlich, Hoflieferant Nummer drei: Creed. Die haben auch etwas Neues – und ich meine nicht den (eigentlich immer noch) neuen Aventus, sondern auch etwas Exklusiveres, nämlich eine Ergänzung ihrer Royals Exclusives Collection, Spice & Wood genannt und, na klar, limitiert auf 500 Flaschen. Inspiriert durch die Liebe von Kleopatra und Antonius/Mark Antony (meine Güte, auf Englisch hört sich das immer fast wie ein Boygroupmitglied an…) handelt es sich hier, man ahnt es bereits, um einen holzigen Orientalen der Ingredienzen der beiden Reiche vereinigt und somit mit (heute) mediterranen und arabischen Ingredienzen aufwartet: Bergamotte, Zitrone, eine spezielle Apfelsorte, Angelika/Engelwurz, Rose, Gewürznelke, Pfeffer Patchouli, Birke, Zedernholz, Iris, Eichenmoos und Moschus.

Das allerdings war noch längst nicht alles – morgen geht es locker-flockig weiter mit mehr Neuem. Bis dahin einen guten Start in die Woche und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Mit duftenden Neuigkeiten…
Neuheiten – Update…
Duftende Neuigkeiten Part 2.


Ein Schnuppertag der besonderen Art…

Geschrieben in Allgemein,Ankündigungen am 25.09.2010

… wird im November bei uns im Hause stattfinden, genauer: am 13. November, einem Samstag.

Wir hatten in der Vergangenheit schon ein paar solcher Tage veranstaltet – vielleicht habt Ihr es ja bereits hier gelesen, da ich einige Male auch Berichte fürs Dufttagebuch geschrieben hatte, siehe z.B. hier oder hier. Meist erfolgte dies zusammen mit einem jener großen Onlineboards, die wir auch in unserer Linkliste verewigt haben – dem Beautyboard oder den Beautyjunkies, jenewelche Duftsektionen haben, in denen sich jede Menge Duftliebhaber/innen tummeln.

Viele Teilnehmer/innen gehörten bereits längst zu unseren Kunden, andere wollten es erst noch werden – alle geeint hat uns bisher immer die Liebe zum Duft. So macht(e) das Fabulieren und Fachsimpeln über Düfte mit Gleichgesinnten besonders viel Spaß – erst recht, da aus nah und fern vollkommen unterschiedliche Menschen jedweder Couleur zusammentrafen und als buntgemischter “Haufen” samt unseres Bruchsaler Teams ihrem Dufthobby einen Tag lang freien Lauf ließen.

Im November nun haben wir ein besonderes Schmankerl: Jan Ewoud Vos, der Besitzer von Puredistance präsentiert uns mit einer Mitarbeiterin in diesem privaten Rahmen seine beiden brandneuen Düfte.

So möchten wir gerne auch Euch als Leser/innen unseres Dufttagebuchs dazu einladen, uns zu diesem Anlaß einen Besuch abzustatten: Einen schönen Nachmittag mit anderen Duftliebhabern zu verbringen, in netter Atmosphäre bei Häppchen und Düftchen unter Gleichgesinnten zu verbringen, zu fachsimpeln, zu schwärmen, zu träumen, kurz: sich auszutauschen.

Abends hat es sich eingebürgert, daß man den Tag noch mit einem gemeinsamen Essen ausklingen läßt.

Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, man kann durchaus auch spontan vorbeischauen, obgleich uns ein kurzes Feedback vor allem auch zwecks des Caterings und der Vorreservierung der Plätze für das anschließende Abendessen natürlich hilft.

Ich werde natürlich auch vor Ort sein und würde mich wirklich freuen, einige von Euch einmal persönlich kennenlernen zu dürfen!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Wir helfen gerne mit Übernachtungstipps oder ähnlichem weiter – auch ansonsten, falls Fragen vorhanden sind einfach melden!

[Edit: Wegen einiger Rückfragen: Die Teilnahme an und für sich ist natürlich kostenlos, von unserer Seite aus werden tagsüber der Kaffee für die Gemütsentspannung, die Kaffeebohnen für die Nasenentspannung sowie die Getränke, Kuchen, Häppchen etc. gestellt. Abendessen, wer mag, erfolgt auf eigene Rechung und wird wahrscheinlich so auf 19.00 Uhr angesetzt werden.]

Bildquelle: 50s Perfume Battle von Sarah Barth via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Frohe Weihnachten und ein besinnliches Fest!
Erhabenheit…


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 24.09.2010

Hallo Ihr Lieben,

das übliche Freitagsprocedere, diesmal aber noch mit zusätzlichem Gewinn, denn – wir haben den letzten Freitag im Monat, mal wieder… Meine Güte wie die Zeit verrinnt…Fünf Probenpakete der dieser Tage rezensierten Düfte erwarten Euch sowie ein besonderes Präsent, wie immer am letzten Freitag im Monat. Diesen Monat ist es eine Flasche (60ml) eines Serums von Dr. Sebagh, und zwar von dem beliebten Supreme Maintenance Youth Serum.

Wer etwas davon haben möchte schreibt uns bitte bis Sonntag, 24 Uhr, eine e-mail an info@ausliebezumduft.de und nennt uns einen diese Woche rezensierten Duft – viel Glück!

Jenes hatten letzte Woche diese Herrschaften, die sich alsbald über Post aus unserem Hause freuen dürfen: Karl G., Matthias K., Malte S., Verena M. und Anne-E. R. – herzlichen Glückwunsch!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
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Vom Lavendel geküsst

Geschrieben in Duft,Fougère,Gewürziges,Tabak & Rauchiges am 24.09.2010

sind unsere zwei heutigen Düfte – wieder zwei Vertreter des umfangreichen Nicolaï-Sortiments, nämlich: Carré d’As und Maharadjah. Nun ja, zugegebenermaßen ist die Duftnote Lavendel (abgesehen vom Geburtshaus natürlich) das Einzige, was die beiden Düfte verbindet, das kann man schon vor der eigentlichen Duftverkostung ganz klar feststellen. Ersterer ist ein eindeutig maskuliner Herrenduft (Pleonasmus olé!), während der indische Großfürst eher geschlechterübergreifend angewendet werden kann, wobei ich, müsste ich mich für Männlein oder Weiblein entscheiden, ihn wohl doch eher im femininen Lager ansiedeln würde. Aber zu den Details komme ich später.

Ganz entgegen jeglicher Benimmregeln (Herr Knigge würde sich im Grab umdrehen), bekommt der Herr heute den Vortritt: Carré d’As. Ich als alter Namensfuchs bin natürlich gleich wieder auf der onomatologischen Fährte. Dort lässt sich einiges finden: Carré d’As ist zum Beispiel ein beliebter Bootsname. Eine Yacht gleichen Namens wurde im Herbst letzten Jahres am Horn von Afrika von somalischen Piraten gekapert. Hierauf kann sich Frau de Nicolaï allerdings nicht beziehen, wurde ihr Duft doch schon im Jahre 1995 kreiert. Des weiteren finde ich Rennpferde sowie eine westafrikanische Sängerin namens Carré d’As. Alles recht interessant, aber nicht wirklich aufschlüssig. Durch Zufall stolpere ich darüber, dass der Pokerbegriff Four Aces auf Französisch Carré d’As heisst. Damit bin ich zufrieden. Poker bringe ich intuitiv (und da bin ich vom ein oder anderen Hollywood-Film geprägt) in Verbindung mit zwielichtigen Gestalten, Zigarren, allerlei Hochprozentigem, viel Geld, noch mehr Gebluffe und mindestens einer armen Verlierersocke, die sich bei irgendeinem Mafiaheini eine ordentliche Stange Geld leihen muss, was ihm später nur ganz viel Ärger einbringen wird. Mal sehen, ob das Parfum zum Glückspiel meinen Assoziationen gerecht wird.

Et voilà, die Ingredienzien: Leder, Melone, Minze, Lavendel, Limette, Zitrone, Petitgrain, Thymian, Kümmel, Gewürze, Rose, Hölzer, Heu, Tabak.

Zu allererst muss ich sagen, dass der Teststreifen mich ziemlich enttäuscht. Hier zeigt Carré d’As zuerst Aftershave-Noten par excellence, die später in eine floral-holzige Note übergehen und so langanhaltend ausklingen. Ganz anders dagegen meine Haut. Frisch aufgesprüht steigen schnapsige Noten zu meiner Schnuppernase empor, die alsbald von krautigen Akzenten begleitet, was den Schnaps schuppdiwupp in einen Kräuterlikör verwandelt. Wütender Lavendel gesellt sich hinzu – maskulin, herb, mit bitteren Nuancen und ein wenig Schärfe tobt er sich aus; besänftigt wird er schließlich nur durch ein wenig Melonenfruchtigkeit dunkelster Natur. Auch zitrische Noten eilen herbei, um den violetten Lippenblütler zu beruhigen. Dieser brodelt immer noch vor sich hin, ist aber merklich entspannter. Vielleicht mag es an dem Strauß floraler Noten liegen, die die Zitrusfrüchte wohl im Schlepptau hatten. Weiches Leder legt sich zudem wie eine wärmende Decke über den lavendelfarbenen Choleriker. Sanft ruht er duftend vor sich hin. Rauchige Noten und Gewürze übergeben ihn leise in den Morpheus’ Arme. In hellen Holz- und Tabaknoten klingt Carré d’As schließlich aus. Ein ebenso klassischer wie zeitloser Herrenduft, in dem ich einige Aspekte meiner Pokerassoziationen tatsächlich wiederfinde: Schnaps, Herren, Tabak, eine eher dunkle Stimmung und ein brodelnder Lavendel als furchteinflößender Mafiaboss. ;-)

Doch verlassen wir die Halbwelt des Glückspiels und widmen uns nun dem indischen Großfürsten: Maharadjah. Die Duftnoten: Lavendel, Zimt, Gewürznelke, Sandelholz, Patchouli, Vanille.

Der Duftverlauf auf Teststreifen und Haut erweist sich als ähnlich, aber das bedeutet ja noch lange nicht identisch. Zuerst zum Papierstreifen: hier tritt direkt nach dem Aufsprühen der Lavendel sehr deutlich hervor, sehr bald machen sich aber bereits die süßlich-würzigen Noten von Zimt bemerkbar, die mit der Zeit intensiver werden, aber nie das Duftruder übernehmen. Die Gewürznelke hält den Zimt im Zaum, wodurch sich der Duft insgesamt dezenter, zurückhaltender entwickelt als auf der Haut. Auf selbiger ist der Auftakt zuerst süß-würzig, doch alsbald eilt der Lavendel herbei, sehr authentisch, ja beinahe gewaltig entert er den Duft. Allerdings haben wir es hier mit dem feinen charakteristischen Duft der Lavendelblüten zu tun, der sich deutlich von dem krautig-bitteren Choleriker aus Carré d’As unterscheidet. Ich fühle mich wie ein Spaziergang durch blühende Lavendelfelder mit einem Spazierstock aus Zimt. Letzerer lugt zuerst nur ab und an um die duftende Ecke, tritt aber schließlich vollends hervor und zeigt sich in seiner ganzen Pracht: betörend-süße Zimtwürze, die mich spontan an die Big Red-Kaugummis denken lässt, wunderbar akzentuiert von dezenter Gewürznelke. Patchouli und Vanille unterstreichen die zimtige Süße mit balsamisch-lieblichen Noten, intensivieren sie und verleihen ihr zusätzlich Tiefe.

Ein wunderschöner Gewürzduft mit überraschendem Fougère-Auftakt – eher feminin, mit Hang zur Wuchtbrumme, sorgt in der kalten Jahreszeit für Wärme und Wohlgefühl. Dass Lavendel und Zimt so gut miteinander können, hätte ich nicht gedacht. Da sieht man es mal wieder: man lernt nie aus! :-)

Habt Ihr die beiden schon getestet? Was haltet Ihr vom indischen Großfürsten und dem Pokerduft?

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Hold’em von Todd Klassy und Lavendelblüten von Matthias Bauer – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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In Parfums d’Orsays “Arôme 3″ blüht der Lavendel
Ein italienischer Lavendel von Villoresi
Riecht wie bei Oma im Schrank? Im Gegenteil!


Was ward die Welt so welk!

Geschrieben in Chypre,Duft,Tabak & Rauchiges am 23.09.2010

Nun ist er da, der Herbst – kalendarisch wie meteorologisch. Grund genug, einen kleinen Ausflug in südliche Gefilde zu unternehmen. Genauer: an die italienische Amalfiküste. Dort, etwa 50km südöstlich von Neapel, liegt nämlich der kleine 4000-Seelen-Ort Positano. Der ein oder andere Parfumliebhaber mag jetzt schon wissen, worauf ich hinaus will. Ist in diesem kleinen Städtchen, das von engen steilen Gassen und vielen Treppen geprägt ist, doch das ebenso berühmte wie luxuriöse 5-Sterne-Hotel Le Sirenuse beheimatet. Gegründet wurde es im Jahre 1951 von vier Brüdern, die der alteingesessenen neapolitanischen Sersale-Familie entstammten. Das Hotel befindet sich in einem wunderschönen Palazzo aus dem 18. Jahrhundert und ist seit seiner Eröffnung ein Synonym für Luxus und italienischen Lifestyle. Ein Spross der Familie ist Marina Sersale, die nach Ihrem Studium als Dokumentarfilmerin und Produzentin arbeitete, bevor sie sich schließlich in Rom niederließ. Dort lernte sie den gebürtigen Argentinier Sebastián Alvarez Murena kennen, der einer südamerikanischen Schriftstellerfamilie entstammt.

Völlig neue Wege gingen die beiden, als sie zum 50-jährigen Jubiläum der Sersaleschen Luxusbleibe das Eau de Toilette Eau d’Italie kreierten, zu welchem sie nach und nach auch eine ganze Reihe an Körperpflegeprodukten lancierten. In Zusammenarbeit mit keinen Geringeren als Bertrand Duchaufour und Alberto Morillas entstanden in den nächsten Jahren noch diverse weitere Düftchen: Magnolia Romana, Paestum Rose, Bois d’Ombrie, Baume du Doge, Au Lac und der heutige Stargast Sienne l’Hiver. Abgesehen vom jüngsten Duft Au Lac, der auf das Konto von Morillas geht, stammen alle anderen italienischen Wässerchen vom Meister Duchaufour. Nachdem selbiger mich schon mit seinen L’Artisan-Reisedüften (im positiven Sinne) aus den Socken gehauen hat, bin ich mehr als gespannt auf seine heute rezensierte Kreation für das italienische Junglabel.

Sienne l’Hiver – Siena im Winter. Seit Ewigkeiten wollte ich immer mal in die Toskana fahren, um die Landschaft zu genießen und um die geschichts- und sehenswürdigkeitsträchtigen Städte Florenz, Pisa, Lucca und eben Siena zu besichtigen. Bisher habe ich es leider noch nicht geschafft. Im Augenblick bleibt mir somit nur die olfaktorische Reise nach Mittelitalien; mit Herrn Duchaufour als Reiseleiter kann da ja (hoffentlich) nichts schiefgehen.

Die Ingedienzien: Geraniumblätter, Veilchenblätter, Farn, Iris, Trüffel, Weihrauch, Heu, Labdanum (Zistrose), Guajakholz. Laut Hersteller haben wir es hier mir einem rauchigen Chypre zu tun, der für Männlein und Weiblein geschaffen wurde.

Sienne l’Hiver captures the refined world of the Renaissance city of Siena – a sophisticated and award-winning fragrance of subtle earthy nuances.

Klingt spannend, insbesondere in Hinblick auf die eher ungewöhnliche Duftkomposition. Also auf an’s Werk! Schon beim ersten Schnupperer fühle ich mich in eine herbstlich-melancholische Stimmung versetzt. Dunkelgrün-waldige Noten, flankiert von einer subtil pfeffrigen Schärfe. Nasses Laub auf feuchtem Waldboden; goldbraunes Blattwerk, das zu Humus wird, ehemals organische Substanz verwandelt in Erdboden. Rauchige Noten wehen herbei. Trüffel bringt pilzig-erdige, ja leicht modrige Aspekte hinzu. Harzige Koniferennuancen kommen hinzu, die ich dem Weihrauch zuschreiben würde. Iris unterstreicht die Komposition durch mehr ölige, denn buttrige Waldbodenakzente, die sich mit den holzig-balsamischen Rauchnoten vereinen.

Beeindruckt durchschreite ich diesen duftenden Wald in meiner Phantasie. Neblig-trüb ist es, leise plätschert der Regen auf das dichte Laub über meinem Kopf. Vielleicht ist da ein See, über dessen kaltem Wasser graue Wolkenschleier hängen. Erdtöne aller Nuancen vereinen sich mit Moosen, Pilzen und verrottendem Laub, ergeben einen dicht gewebten Duftteppich, der mich auf eine ruhig-kontemplative Art und Weise einhüllt. Spontan muss ich an die ersten beiden Strophen von Rilkes Herbstgedicht denken:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Ihr seht, meine Phantasie trägt mich an einen völlig anderen Ort als das winterliche Siena, vielleicht weil ich noch nie wirklich dort war, während ich schon so manchen verwunschenen Wald zur spätherbstlichen Zeit tatsächlich durchschritten habe. Auch entgehen mir die gourmandigen Röstkastanien- und Olivenassoziationen, die so manch anderer Blogschreiberling in Sienne l’Hiver zu erkennen vermeint. Die Phantasie trägt einen eben nicht immer an den gleichen Ort, der Individualität sei Dank. ;-)

Herrn Duchaufour verzaubert mich einmal wieder. Die Stimmung dieses Duftes erinnert mich ein wenig an Dzonghka. Auch wenn das Sujet natürlich ein gänzlich anderes ist; unkonventioneller als der nepalesische Reiseduft, diesem aber bezüglich seiner Transparenz und Aussagekraft in nichts nachstehend.

So verbleibe ich verzaubert im herbstlichen Märchenwald und wünsche Euch einen schönen Tag,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Herfst von Dick Mudde und Toter Baum am Seeufer von Richard Huber – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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ER…
Paradise Found – Ninfeo Mio.


“Der Hund kann ja springen!”

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Holziges,Leder am 22.09.2010

… lautete der erstaunte Ausruf jener Bande verfilzter und befellter Nordmänner in dem Film „Der 13. Krieger“, als Antonio Banderas, dunkelerotisch wie eh und je, in der gleichnamigen Rolle als arabischer Diplomat unter Wikingern mit seinem Araberpferd über ein monströses Hinternis jagt. Zu abwegig fanden es die nordischen Hünen, daß ein derart kleines, graziles Tierchen dermaßen hoch springen, schnell flitzen und dabei so verdammt gut aussehen kann.

Zugegeben, im ansonsten nur semiguten Film ist Banderas mit seinem schmucken Araberhengst ein Highlight und somit eine rühmliche Ausnahme – ob jene Ästhetik den Film rettet mag ich nun nicht beurteilen, das bleibt jedem selbst überlassen…

Aber jetzt sind wir auch schon dort angekommen wo ich eigentlich hinwollte: Beim Araberpferd. Neben dem Friesen, dem wir gestern bereits mit Ispazon huldigten, natürlich auch immer ein Kindheitstraum von mir: Ach so ein schöner „Gaul“ – so edel, so stolz und so schön, eine Physiognomie wie eine Statue, vielleicht eine Skulptur von Michelangelo… Wie habe ich meine Eltern bekniet bei den vielen Besuchen im nahen Arabergestüt in Marbach – im Garten wäre ja vielleicht ein kleines Plätzchen gewesen… Überflüssig zu erwähnen – ich wurde weder ge- noch erhört. Egal, vielleicht später oder im nächsten Leben.

Der Duft, auf den ich zu sprechen kommen mag, ist Shagya, und somit eine Hommage an einen ganz besonderen Araber, den Shagya-Araber. Jene Rasse wäre wohl eher bei den Wikingern angekommen, unterscheidet sie sich doch von ihren Ahnen, den Vollblutarabern, durch ihre kräftigere Statur und den höheren Wuchs. Benannt wurde sie nach dem Hengst Shagya, der aber, entgegen der logischen Schlußfolgerung, wohl (doch) nicht der Begründer jener im 18.Jahrhundert in Ungarn auf dem Gestüt Bábolna entstandenen Rasse war.

Der Shagya-Araber, der früher oft als Offiziers- und Kutschpferd diente und zu Zuchtzwecken in die ganze Welt exportiert wurde, gilt und dient heute als absoluter Allrounder: Ob als Dressur-, Spring-, Freizeit- oder Zuchtpferd – aufgrund seiner Intelligenz, seines lernwilligen, leistungsfreudigen und ausgeglichenen Charakters, seiner Unkompliziertheit und seinen physischen Eigenschaften erfreut er sich großer Beliebtheit.

Nun aber zum Duft – die Ingredienzen: Kopfnote: Limette, Bergamotte, Rosa Pfeffer; Herznote: Geranium, Zedernholz, Adlerholz (Oud); Basisnote: Vetiver, Guajakholz, Papyrus, Moschus.

Die Kopfnoten kitzeln mit frischen, spritzig-prickelnden Hesperiden samt einer ordentlichen Portion rosa Pfeffers in der Nase, während sich auf meiner Haut bereits Geranium auf die Bühne mogelt: Minzig-rosig in bester Tradition erstrahlt es helle im vertraulichen Tête-à-tête mit der Zeder, die saubere Holznoten verströmt. Das Herz ist ganz arabischer Natur: Hier dominiert Oud, jenes kostbare seltene Öl, das aus Adlerholz gewonnen wird (hier ein älterer Artikel von mir dazu). Dessen anfänglich etwas medizinische Anmutung bereitet den Weg zu jenen oudtypischen, rauchig-holzigen Noten mit ihrer kontemplativen Ausstrahlung, für die diese Ingredienz so geliebt wird und die von Vetiver und Guajaholz in der Basis noch verstärkt werden. Verhaltene Wärme ist vorhanden, darüber hinaus auch buttrig-herbe Glattledernoten, die durch das Oud kreiert werden.

Schon bei den Pferden selbst könnte ich mich, vor die Wahl gestellt, nicht zwischen einem Friesen und einem Araber entscheiden … Bei den Marly-Düften fällt mir die Wahl eines Favoriten noch viel schwerer: Zuerst war es Darley, dann zwischenzeitlich Ispazon, kurze Zeit später Lippizan und jetzt Shagya, dicht gefolgt von Darley und…

Eigentlich finde ich die ganze Kollektion sehr ansprechend: Für mich eher an Männern vorstellbar, schätze ich deren leises Auftreten, deren vornehme Distanz. Olfaktorisches Understatement, das dennoch Präsenz zeigt – unter anderem aufgrund der nicht zu überriechenden komplexen Qualität der Düfte. Gerade bei Männerdüften finde ich so etwas oft sehr viel wirkungsvoller als einen hau-drauf-auf-Teufel-komm-raus-doppelt-maskulinen Geruch… und ihr? Wie seht ihr das?

Damit beschließe ich die Pferdeträumereien für diese Woche und wünsche Euch einen wundervollen Tag -

liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Shagya Statue von Alexander Kastler [Statue von Shagya dem Namensgeber der Rasse des Shagya-Arabers - im Gestütshof von Bábolna/Ungarn], Kroni von Kristina Stricker [Shagya Araber KS Kronjuwel], Shagya im Galopp von Véronique Mestre Gibaud (Association française du Cheval Arabe-Shagya), alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Alles Glück dieser Erde…

Geschrieben in Chypre,Duft,Hesperiden,Holziges,Krautiges am 21.09.2010

… liegt bekanntermaßen auf dem Rücken der Pferde. Und mancher Nasen Glück vielleicht in jenen pferdeverzierten Flakons, die Parfums de Marly uns beschert hat. Vier Düfte sind es, Darley hatte ich gestern schon vorgestellt, heute sind Ispazon und Lippizan an der Reihe.

Ispazon macht es einem ein bißchen schwerer, den Namen abzuleiten – eine Hommage an den Friesen findet sich hier, jenes Pferd, von dem ich immer dachte, all mein Glück läge auf dessen Rücken. Ein echter Kleinmädchentraum ist es: Rabenschwarz und mit einer langen Lockenmähne ausgestattet, die die meisten Frauen vor Neid erblassen läßt, sind diese sanften Riesen äußerst intelligent, nervenstark, meist unkompliziert, geduldig und äußerst gelehrig. Darüber hinaus haben sie eine große Affinität zur Hohen Schule und besondere Fähigkeiten, die sie zu zirzensischen Lektionen befähigen – ihr wißt schon, auf Kommando steigen, hinlegen, verbeugen und so weiter…

Ob der Friese nun ein Warm- oder ein Kaltblut ist, darüber streiten sich Fachmänner immer noch. Wahr ist, daß die ursprüngliche Kaltblutrasse der Ostfriesen bereits im 16./17. Jahrhundert während der spanischen Besatzung der Niederlande mit spanischen Pferden veredelt wurde. Heraus kam jenes Barockpferd, das aussieht, als ob es dem Reißbrett eines italienischen (Auto?)Designers entfleucht wäre und welches ob seiner Ambivalenz einen ganz besonderen Reiz besitzt: Groß und mächtig anmutend, jedoch grazil und leichtfüßig in seinen Gängen, geschmeidig in seinen Bewegungen – ganz abgesehen von der umwerfenden Optik…

Ispazon, der Duft, besitzt auch etwas von jener Ambivalenz – und ich finden den Vergleich tatsächlich auch gar nicht bemüht, obgleich es natürlich zugegebenermaßen schwer ist, Äquivalenzen bei einem Duft und einem Pferd zu konstatieren.

In den Kopfnoten beginnt Ispazon mit einer zitrisch-prickelnden Frische, welche vornehmlich Zitrone und Limette erahnen läßt, um sich dann alsbald auf seine Kräuter zu besinnen: Lorbeer und Thymian. Vor allem ersterer ist ein dominanter Geselle: Finstergrün leuchtend strahlt er ernst und ein wenig herb-bitter, von seines Mitstreiter Thymians sanfter Kräuersüße abgemildert. Dessen Weichheit und kräuterig-süße Kühle, das Herz des Duftes und ein wenig an Maître Parfumeur et Gantiers bezaubernd leisen Garrigue erinnernd, bildet auch den Auftakt für den zweiten Teil oder vielmehr: den dritten Akt des Duftes, die Basis: Jene stellt ein absolutes Kontrastprogramm zum restlichen Duft dar. Hautnahe und verhalten süße Wärme von Moschus und würziger Vanille mit einer Tendenz zur Hitze dank Ambra, welche ebenfalls für einen kleinen animalischen Anstrich sorgt.

Die Duftnoten: Kopfnote: Zitrone, Limette, Orange, Lorbeer, Thymian; Herznote: Maiglöckchen, Zedernholz; Basisnote: Ambra, Vanille, Moschus.

Lippizan ist ebenfalls überraschend, allerdings in anderer Hinsicht… Eine Hommage an die älteste Kulturpferderasse stellt der Duft dar, eine olfaktorische Verbeugung vor jenem weißen Vollblut, dessen Geschichte eng mit den Habsburgern verknüpft ist. Im Gestüt Lipica haben sie ihre Wiege, das im gleichnamigen Stadtteil der slowenischen Gemeinde Sežana gelegen ist. 1580 von Erzherzog Karl II. gegründet, gilt das Gestüt Lipica heute als Kulturdenkmal mit weltweit einmaligem Ruf und übt eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Pferdeliebhaber aus, die dem Ruf der weißen Rösser schon seit Jahrhunderten folgen. Könige und Kaiser, Herrscher und Adel begeisterten sich für jene Pferdchen genauso wie das gemeine Volk – dem einen oder anderen dürften sie auch aus der berühmten spanischen Hofreitschule in Wien bekannt sein, wo sie mit ihren Vorführungen der Hohen Schule brillieren.

Nun, nachdem ich jene herrlichen Vollblüter auch beizeiten kennenlernen dürfte als alter Pferdecomics verschlingender Teenager präsentiert sich Lippizan erstmal eher unerwartet: Nach dem Aufsprühen maritime Momente kreierend durch ein wohlwollendes Stilleben von Hesperiden und Kräutern offenbart er umgehend seine eigentliche Natur – diejenige eines Chypreduftes. Ein kräuterig-brausendes Mäntelchen mit waldig-(nadel)holzigem, erdigem Galbanum gesäumt, welches ein in Leder gefasstes Herz aus heller Rose und floralen Tupfern offenbart, das auf einem harzig-moosigen Lager ruht.

Alles in allem sehr schön – auf den ersten Blick allerdings nicht das, was ich mit einem edlen weißen Pferd assoziieren würde… Da es aber auch Braune und Rappen von dem Lipizzaner gibt, wenn auch selten, kommt das schon hin, zumal jene Pferde neben ihrer grazilen Anmutung eben auch eine Art zivilisierte Ungestümheit besitzen, Temperament eben – und da sind wir dann sofort doch bei Lippizan, dem Vollblutchypre ;)

Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Zitrone, Kardamom, Thymian, Estragon, Muskatellersalbei; Herznote: Jasmin, Rose, Iris, Galbanum, Patchouli, Zedernholz, Vetiver; Basisnote: Baumflechte, Vanille, Leder, Ambra, Moschus.

Morgen folgt noch Shagya, der letzte in der Runde der Marly-Düfte – bis dahin einen schönen Tag und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Falls Ihr Euch wundert: Lippizan schreibt sich in der Tat so, obgleich der Lipizzaner selbst jenewelche Schreibweise besitzt, was sicher zu einiger Verwirrung führen wird…

Bildquelle: Fris von Kersti Nebelsiek, Male Friesian Horse von Larissa Allen, Maestoso Basowizza & Oberbereiter Hausberger [Vorführung der spanischen Hofreitschule vor dem Schloß Schönbrunn mit einem der legendären Lipizzanerhengste] von Machoxx, alles via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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