Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

A wie Anzug.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Fougère am 19.08.2010

Am Anfang kam er, der Anzug oder besser: die Anzüge. Nämlich bei Herrn von Eden, jenem Hamburger Label, für das Frau Weisswange neben Iris von Arnim und Uli Schneider gerade fleißig war, wie ich die letzten Tage schon erzählte.

Eigentlich ist die Geschichte des Labels ganz witzig und sie beginnt mit einem noch verhältnismäßig jungen Mittdreißiger, welcher auf den aparten Namen Bent Angelo Jensen hört. Jener Jensen arbeitete bereits als Teenager in Second-Hand-Laden und hatte schon damals die Liebe zu Anzügen entdeckt, war er doch im Gegensatz zu seinem Lacoste-tragenden Popper-Bruder ein waschechter Mod – gebügelte Hemden, Hochwasserhosen, Hosenträger, ein Dandy im Hosentaschenformat quasi. In seinen Zwanzigern eröffnete er dementsprechend ein Geschäft für – Anzüge, genau. Anzüge satt aus diversen Jahrzehnten, kostbare und rare Vintageexemplare, die er in aller Welt zusammengetragen hatte und für einen monatlichen Obulus verlieh. Genauer: Er verkaufte Abos, welche jede Woche einen neuen Leihanzug beinhalteten, frisch gereinigt und gebügelt versteht sich. Es kam, wie es kommen mußte – einige seiner Kunden konnten sich unmöglich von ihren Lieblingsstücken trennen und irgendwann verkaufte er seine Anzüge und entwirft später dann gleich selbst ganze Kollektionen, die er in Kleinserien in Tschechien fertigen läßt und unter dem Namen Herr von Eden präsentiert.

Soweit so gut, heutzutage besitzt Jensen mit seinem Label Herr von Eden, für das er selbst modelt, einige Filialen in verschiedenen Großstädten [logisch: den wichtigen in Deutschland], hat prominentes Klientel [natürlich - darunter Bela B.von den Ärzten und Jan Delay] und hat sein Portfolio, das mittlerweile auch Damenmode, Strickmode und Jeans beinhaltet, um, na klar – eigene Düfte erweitert.

Drei an der Zahl, aus den Phiolen Weisswanges geschlüpft oder besser: geduftet. Und alle drei sehr unterschiedlicher Natur. Alle Düfte sind für Träger beiderlei Geschlechts bestimmt, was sich jetzt unverhältnismäßig gestelzt anhört, jedoch lediglich Resultat meiner Vermeidungshaltung dem Wörtchen „unisex“ gegenüber geschuldet ist: Unisex hat für mich immer Weichspülcharakter, etwas Verwaschenes, ein bißchen nicht Fleisch nicht Fisch, metrosexuell, Ihr wißt schon… nein, soviel kann ich sagen, das sind die Herr von Eden-Düfte nicht, ganz im Gegenteil. Schon bei der Namensfindung hat man tiiief in die Kiste gegriffen – die griechische Mythologie wurde bemüht, warum wissen… nur die Götter (selbst).

Ein solcher ist nämlich gleich dabei, Éros, der Gott der Liebe, der begehrlichen natürlich, dann lockt die Muse Euterpe, die Ergötzende, Frohsinnige, zu Tanz und Poesie und Éclipse umarmt die Liebenden Tag und Nacht behutsam… Hach, mir wird ganz warm ums Herz.

Bei meinem Frohsinn heute habe ich natürlich zuerst zu jener Dame gegriffen, Euterpe, wenn mich schon heute keine andere Muse küßt… Deren Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Lavendel, Rosmarin, Zitronengras, Koriander, Orangenblüte, Grapefruit; Herznote: Rose, Zimt, Nelke, Ylang-Ylang, Alpenveilchen; Basisnote: Sandelholz, Benzoeharz, Patchouli, Vetiver, Zedernholz, Tonkabohne, Vanille, Adlerholz (Oud).

Im Auftakt blitzt mir etwas von meiner Haut entgegen, das mich zuerst etwas verwirrt hinterläßt, bis ich darauf komme: Es sind Gourmandnoten, die mich an jenen fluffigen Innenteil des Schokoriegels Mars erinnern, jene luftig-geschlagene Schokoladen-Fudge-Creme, welche sich auf dem Teststreifen mal wieder nicht zu erkennen gibt. Bin gespannt, ob der eine oder andere ähnliches auf und mit seiner Haut erlebt… Die Hesperiden stieben auseinander und bereiten den Weg für einen samtigen Fougère mit ausgereifter Lavendelnote, die von den Kräutern noch unterstrichen wird, darüber hinaus eine ganz und gar appetitliche süß-scharfe Zimtwärme an den Tag legt. Untermalt von einer adretten holzig-harzigen Basis mit Vanilletupfen wird aus Euterpe so etwas wie eine Art Gourmandfougère und wirklich kein schlechter – der Frohsinn stimmt, mir zaubert der Duft sogleich ein anerkennendes Lächeln ins Gesicht.

[EDIT: Welches nachhaltig erhalten bleibt, da sich die zimtige Wärme in der Basis in eine karamellisiert-rauchige warme Holzigkeit wandelt auf meiner Haut, die ich ähnlich schön aus Micallefs Gaïac sowie aus Lutens' Chergui kenne... Klingeln die Ohren?]

Aber – in der Tat wird er auf meiner Haut wärmer und somit schöner, weil außergewöhnlicher als auf dem Streifen. Das scheint wohl zur Regel zu werden bei den Düftchen der Madame Weisswange… Selbst testen ist also angesagt. Der geneigte Parfumliebhaber wird es aber eh wissen – je mehr natürliche Essenzen in einem Duft vorhanden sind, umso wichtiger ist er, der Test auf der Haut. Denn jede Haut reagiert anders, ein Duft kann sich ergo vollkommen unterschiedlich entwickeln.

Was ich davon nicht alles für Geschichten erzählen könnte – von einer, die loszog und mit ihren Freundinnen schnuppern ging… ein Duft fand Platz auf fünf Armen – und roch komplett anders auf einigen der Beteiligten. Faszinierend, wie manche Haut Blumen zum Blühen bringt oder Hölzer zum Rauchen, Gras zum sprießen oder leider gerne auch mal Grapefruit zum Müffeln ;)

Kennt Ihr das auch? Was mögen Eure Häutchen und was nicht, was schlucken sie und was forcieren sie?

Einen schönen Tag und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike, die Euch natürlich morgen noch die restlichen Düfte des Herrn von Eden rezensieren wird.

P.S.: Hier im übrigen in, nun ja, der Gala ein Interview mit Herrn Jensen. Und hier in einem Blog die Fotokampagne zu den Düften – gefällt sie Euch?

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Als alter Komplettist…

Geschrieben in Blüten,Duft,Grünes,Hesperiden am 18.08.2010

ist es für mich dieser Tage wirklich ein Graus: Momentan häuft sich einfach alles. Wir haben soo viele neue Düfte im Shop, die ich Euch gerne vorstellen möchte, dazu kommen etliche neue oder auch neue alte Linien, die ich ebenfalls gerne in ihrer Ganzheit rezensieren würde, dann gesellen sich noch meine 237 Ideen hinzu, Artikel, die ich schon lange einmal schreiben wollte… Ich komme mir gerade ein bißchen vor wie Sisyphos: Kaum habe ich einen Stapel Duftfelsen den Berg hinaufgerollt, ergo vorgestellt, entfleucht mir der Fels wieder und ich muß von Neuem starten oder vielmehr: fünf Düfte rezensiert, fünfundzwanzig Neue hinzu oder so ähnlich. Nun ja, da hilft wohl nichts anderes als Kontinuität und Beharrlichkeit, ich bleibe am Ball oder besser am Duft ;)

Gestern hatte ich Euch den Signatureduft von Iris von Arnim vorgestelllt, den jene zusammen mit der Hamburger Parfumeurin Kim Weisswange kreierte. Nebenbei hatte ich hier bemerkt, daß Frau Weisswange annähernd zeitgleich auch noch für zwei andere Hamburger Labels Düfte kreierte – für Uli Schneider und Herr von Eden, deren Düfte ich Euch deshalb noch den Rest der Woche vorstellen mag.

Das Label (von) Uli Schneider besteht seit 1990 und ist nach eigenem Bekunden ein „Avantgarde“-Label mit „eigener Handschrift“, welches mit seinen Kollektionen durch „Stilsicherheit und hochwertige eigene Materialien“ besticht, „auf Understatement und edelste Materialien“ setzt und sich zu „Transparenz und klaren Linien“ hingezogen fühlt. Für mich eine recht zutreffende Eigencharakterisierung: Ich nenne einige Teilchen von Frau Schneider mein Eigen und sie zeichnen sich eben gerade durch die ansonsten eher aus Japan oder Belgien stammenden, teils architektonisch anmutenden und sehr puristischen Schnitte aus.

Die beiden Düfte von Uli Schneider wurden 2009 erstmalig lanciert und ergeben zusammen das „two of a kind“ benannte Duftkonzept: „Ein blumig frischer Tagesbegleiter und eine kräftigere Variante für den großen Auftritt am Abend“ sollen sie darstellen und sich somit ergänzen . Dieses „Konzept“ hat mich ein bißchen an die beiden Boatengs erinnert oder an Norma Kamalis Baby und Incense – wobei letztere, eigentlich letzterer ungeschlagen sind… sollte jemand einmal einen Weihrauch für Fortgeschritttene suchen, einen für 18, keinen für Anfänger, einen kompromisslosen – dann empfehle ich diesen hier, immer wieder gerne. Das nur am Rande.

Wenden wir uns wieder Frau Schneider zu. Sie selbst definiert laut ihrer Homepage ihren Stil als „Mode für die moderne, anspruchsvolle Frau – feminin, sexy und elegant. Meine Kundinnen sollen sich in meinen Kreationen den ganzen Tag über rundum wohl fühlen – ob am Vormittag im Meeting oder Abends im Restaurant oder in der Oper.“ Diesen Anspruch hat sie auch an ihr Duftduo, die, natürlich, auch in schwarz und weiß gehalten sind wie zwei (Gegen)Pole, die sich perfekt ergänzen.

No. 1 ist der Duft für den Abend – Madame Schneiders Tage beginnen also mit den Nächten, interessant, eine klare Priorität ;)

Die Ingredienzen: Kopfnote: Piment, Anis, Rosenholz, Pflaume, Mazis (Muskatblüte), Mandarine, Orange; Herznote: Magnolie, Tuberose, Ylang-Ylang, Zimt, Nelke; Basisnote: Zedernholz, Opoponax, Vanille, Moschus, Sandelholz, Vetiver.

… ehrlich gesagt sitze ich jetzt schon seit geraumer Zeit und überlege, was ich den so schreiben könnte… Beim Thema Abend und besagtem großem Auftritt geht mir jede Menge durch den Kopf: Dramatik und Theatralik, Präsenz, große Feiern mit großen Augenblicken, Festlichkeit oder auch nur Eintauchen in die glitzernden Lichter einer Großstadt und sich treiben lassen von Stelle zu Stelle oder besser: Lokalität zu Lokalität bis der Morgen graut – und das eben gerade nicht als graue Katze.

Nur hat die No. 1 davon so gar nichts – sie ist weder opulent noch ausufernd, nicht wirklich verführerisch, auch nicht betont betörend…

Wenn schon Nacht findet sich hier eher vielleicht ein Romantiker wieder und ich fühle mich an Chopins Nocturnes erinnert, genauer an Opus 9 No. 2, dieses populäre Stück: Mitternächtliche Naturbetrachtungen stelle ich mir dazu immer vor, einen einsamen Spaziergang bei fahlem Mondenschein, in dem man sich ganz seinen Gedanken reflektierend hingibt, innehält und, Rast machend, jene vertiefend in der Stille der Nacht.

Ein leiser, zurückhaltender, unaufdringlicher und hautnaher Duft, insofern sicherlich Understatement wie von Frau Schneider verkündet – kurz nach dem Auftragen ein paar fruchtig-frische Anklänge, die umso schneller von dem Herzen eingeholt werden: Sanft floral anmutend, vordergründig aber weich und mit einer sauberen Süße ausgestattet, die mich in ihrer Leichtigkeit an Schaumgebäck erinnert. Alles in allem – eine zarte Aura, feminin und sinnlich, anschmiegsam. Aber kein Duft, um das Haus zu rocken, egal welches – was ja aber nicht von Nachteil sein muß meine Lieben ;)

Die No. 2 ist überwiegend grün im Auftakt, läßt aber wenige Momente später schon die ersten Blüten durchblitzen: Ein kräftiges Alpenveilchen mit seinen naturaliter kauzig-aquatischen Anmutungen, welche von Pfingstrose und einem sauber-frischen Maiglöckchen unterstrichen werden. Sämtliche Zitrusfrüchte schluckt zumindest meine Haut gänzlich – auf dem Teststreifen leuchten diese immer wieder am Rande auf in säuerlicher Spritzigkeit. Hier zeigt sich ohnehin eine krasse Differenz zwischen Papier und Arm: Auf letztem entwickelt sich die No. 2 in ein Blütenbouquet mit kräftig Blattgrün umrankt und in einem kleinen Holzkörbchen gelegen. Der Teststreifen dahingegen macht daraus ein Stilleben und ergänzt um die Hesperiden, welche den Duft dort ingesamt sportlicher und dynamischer wirken lassen als er sich an mir präsentiert – hier zeigt sich, oh Wunder, eher die feminine Seite. Macht nichts, heißt aber: Bitte in jedem Falle selbst auf der Haut testen.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Grüne Noten, Bergamotte, Zitrone, Melone, Pfirsich, Orangenblüte, Veilchen; Herznote: Pfingstrose, Alpenveilchen, Rose, Jasmin, Tee, Maiglöckchen, Lavendel

Basisnote: Zedernholz, Patchouli, Tonkabohne, Moschus, Sandelholz.

Resümierend läßt sich feststellen, daß der Understatementcharakter von Uli Schneiders Mode mit diesen Düften eingefangen werden konnte genauso wie deren Femininität – lediglich erwecken die vornehmlich in Schwarz, Weiß, Grau und Rot gehaltenen Modelle einen entschiedeneren Eindruck. Two of a kind gehört farbentechnisch eher in die Ecke der Taupe- und Schlammfarben, der wärmeren Töne… Für jemand, der mit klaren Formen und Minimalismus kantige Love-it-or-hate-it-Düfte verbindet dürfte das Duo nichts sein – für Freunde leiserer oflaktorischer Tonarten sehr wohl.

Gibt es schon Stimmen, kennt Ihr Sie schon?

Ganz viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Franz von Stuck (1920): Sisyphus von Ranveig via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Cashmere-Queen…

… Iris von Arnim hat es sich nicht nehmen lassen: Wie viele andere große und kleine Modedesigner hat auch sie jetzt ihren Signatureduft – und das dank der (Mit)Hilfe von der Hamburger Parfumeurin Kim Weisswange. Bleiben wir erstmal bei dieser Dame: Weder männlich noch französischer Herkunft betätigt sie sich trotzdem bereits seit über 20 Jahren als Parfumeurin, nachdem sie mit neunzehn eine dementsprechende Ausbildung in New York absolvierte. Mit ihrer Geschaftspartnerin Hedda Möller betreibt sie die Firma Home of Fragrance, mit welcher sie Produkte für diverse Unternehmen und Unternehmungen kreiert(e): Eine Kosmetikserie für Ipari, Düfte für den Otto-Versand, Bioduftsprays für den Ökogroßhändler Weiling – hier kommt so einiges zusammen, so steht auch Prinz Charles in der Reihe derer, die bereits einen Duft oder gar Düfte von Weisswange erhielten, Madonna, Glenn Close und George Michael hüllen sich in Weisswangesche Duftschwaden und Briatore, der alte Formel1-Casanova ließ sich von ebenjener Dame den Signatureduft für seine stilsicher Billionaire Couture getaufte Modemarke entwickeln. Frau Weisswange scheint also gut im Geschäft zu sein. Und hat in der jüngsten Vergangenheit gleich drei Klamottenlabels, im übrigen alle ebenfalls aus Hamburg, zu Signaturedüften verholfen: Herr von Eden, Uli Schneider und eben Iris von Arnim.

Iris von Arnim ist für mich so etwas wie die Diane von Fürstenberg der Wolle würde ich sagen: Durchweg (fast) immer sehr klassische Designs mit einfachen Schnitten, welche häufig mit einem kleinen raffinierten Twist brillieren und überaus feminin sind, darüber hinaus natürlich nur aus besten Materialien gearbeitet werden. So erfreut sich Frau Arnim bereis seit über dreißig Jahren eines besten Rufes in Sachen hochpreisiger Strickmode und erhielt so den ehrfurchtsvollen Spitznamen der Cashmere-Queen.

Soviel zu den beiden Damen also. Eine Kaschmirstrickerin auf olfaktorischen Abwegen – das hatten wir schon mal: Herr Fissore, ebenfalls Kaschmirhersteller im oberen Preis-, nämlich Luxussegment, hat sich ebenfalls bereits an einigen Düften versucht, und das durchaus mit Erfolg. Ich persönlich liebe vor allem seinen ersten beiden Düfte und hiervon Fissore for Men, einen seidig-weichen und sehr hautnahen zarten Gewürzling, der für mich a) ein bißchen nach nassen Steinen riecht – ein Geruch, den ich liebe und b) mit seiner kontemplativen Aura eine Ähnlichkeit zu Düften wie Costes 1, Il Profumo Touaregh, Montales Greyland sowie A quiet morning von Miller et Bertaux aufweist. Und dann sind da noch die Italiener von Acqua di Biella, die sich mit ihrer Kollektion Le vie della Lana der olfaktorischen Interpretation der Edelwollstoffe angenommen haben. Ich hatte davon bereits hier berichtet und beide Düfte schon rezensiert – Cashmere Twill und Kid Mohair, beides meines Erachtens nach sehr gelungene Kuscheldüfte, der erste mit hinreißenden Himbeernoten und zweiterer mit sehr leckerer Mango (ohnehin zwei Früchtchen, die leider nicht allzu oft in vernünftiger Variante in Düfte gelangen…).

Iris von Arnims wollenes Vergnügen scheint sich im Gegensatz zu Cashmere Twill, einem leichten Sommercashmere in seidiger Ausführung, wohl eher an der Winterkollektion orientiert zu haben, der dicken vier- oder sechsfädigen: Frisch aufgesprüht verdichten sich bereits nach einigen Augenblicken die Ingredienzen zu einer Art Aura und machen es annähernd unmöglich, jeder einzelnen Zutat auf die Spur zu kommen. Ohne die Ingredienzen vor Augen zu haben rieche ich deutlich Ambra heraus sowie einige animalischen Akzente, welche vermutlich Harzen geschuldet sind, darüber hinaus Sandelholz, welches recht gut zu vernehmen ist. Es tritt eine der geneigten Nase eventuell als „Knetnote“ bekannte Facette auf (siehe zum Beispiel in Diors Hypnotic Poison von der genialen Annick Ménardo), welche ich persönlich auf ein Zusammenspiel von Vanille, Tonkabohne und/oder Heliotrop mit animalischen Anklängen sowie Blüten zurückführe, darüber hinaus zeigen sich deutlich erdige Töne, die den Patchouli erkennen und die Iris erahnen lassen, letztere auch, weil Iris von Arnims Düftchen desweiteren eine gewisse samtige Pudrigkeit an den Tag legt.

Ich rieche hier demgemäß nichts, was mich an die oben genannten, eher helleren Wolldüfte erinnert – hier handelt es sich um einen betont harzig-vanilligen Duft, für einen Orientalen oder einen Gourmand ein wenig zu zurückhaltend, zu hautnah, zu kuschelig, aber dennoch in beide Richtungen tendierend und mit einer Prise Tier ausgestattet.

Etwas irritiert hinterläßt mich allerdings die Differenz zwischen dem, was mir von meiner Haut entgegenströmt sowie dem, was sich auf dem Duftstreifen entwickelt: Hier zeigt sich der Duft deutlich floraler, leichter, seidiger – trotz allem noch weit entfernt von seinen wollenen Parfumgesellen. Parfum ist auch genau das Stichwort – Iris von Arnims Signature ist parfumiger als alle oben genannten Wolldüfte, ist inszenierter, weniger beiläufig und kuschelig, sondern noch eher für den Auftritt geschaffen, obgleich es auch ein „Einmummel“-Duft sein kann, gemäß seinem in diesem Falle definitiv mehrfädigem Kaschmirnamenspaten – in dieser Eigenschaft erinnert er mich dann in der Tat an den Costes 2.

Wie sieht es bei Euch aus? Wer kennt welchen oder wen, wer mag was? Ich bin gespannt!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Australian Cashmere Goats von Pontman/Paul Esson via Wiki Commons, some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Gespannt wie ein Flitzebogen

Geschrieben in Duft,Grünes,Hesperiden am 16.08.2010

saßt Ihr bestimmt das ganze Wochenende da; zitternd vor Aufregung, lechzend, den Montag kaum erwarten könnend. ;-)

Hier also der versprochene, mit Spannung erwartete dritte Teil über Mademoiselle Giacobettis Kreationen. Das heutige L’Artisan-Düftchen der Dame trägt den schlichten Namen L’Eau de L’Artisan und wurde im Jahre 1993 lanciert.

Hier die Duftnoten: Zitrone, Minze, Basilikum, Gras, Seegras. Recht überschaubar also was das Inhaltliche angeht. Aber da ja Quantität nicht unbedingt gleich Qualität bedeutet und ich mir sicher bin, dass die gute Frau Giacobetti auch aus nur zwei Duftnötchen ein herzallerliebstes Parfum komponieren könnte, bin ich trotz der beschränkten Ingredienzien äußerst guten Mutes. :-)

Vor allem bin auch ich gespannt, ob der dritte Duft im Giacobettischen Bunde auch die Teststreifen-Haut-Divergenz aufweist wie die beiden bereits am Freitag vorgestellten, L’Été en douce und Thé pour un Été.

Wir werden sehen! Mmmh, was sich zeigt ist interessant. Haut und Teststreifen zeigen wieder deutlich untschiedliche Duftverläufe. Allerdings finde ich hier beide irgendwie gut. Beginnen wir mit meiner Haut: hier startet L’Eau de L’Artisan stark zitrisch, ja man könnte schon beinahe zitrisch-zitrisch sagen. Frisch, hell, spritzig wie eine just in diesem Moment mit roher Gewalt in der Hand zerdrückte Zitrone, sonnengereift in den Hainen Siziliens. Lecker! Die erfrischende Zitrusfrucht wird von einer leichten Süße begleitet, die mich spontan an den Geschmack der gelben Nimm 2-Bonbons erinnert. Als Urheber der süßen Note identifizierte ich im weiteren Verlauf die Minze, der keine mentholische Schärfe innewohnt, sondern eben diese irgendwie erfrischende Süßlichkeit. Die Kombination von grün-minzig und zitrisch lässt mich an Zitronenmelisse denken. Der Duft wird ein wenig krautiger, ja grasiger. Salzige Noten vermag ich nur ganz unterschwellig zu erahnen. Insgesamt dominiert auf meiner Haut eindeutig die Hesperide, die nach geraumer Zeit zwar die krautige Note neben sich akzeptiert, sich aber den ganzen Duftverlauf über nicht unterkriegen lässt. Tapferes Zitrönchen!

Nun zum Teststreifen: hier beginnt der Duft ebenfalls zitrisch, allerdings zeigt sich die gelbe Inselfrucht hier von einer herberen Seite. Alsbald eilen auch schon krautige Noten heran, die die Zitrusfrucht recht schnell zum Schweigen bringen. Die Minze offenbart hier kaum Süße, dafür aber mentholische Anklänge. Viel grün-krautiger erscheint mir der Duft auf dem Teststreifen. Und auch viel geruchsintensiver. Auf meiner Haut war er sehr transparent. Salzig-maritime Noten vereinen sich mit der grün-minzigen Kräuterstreitmacht. Der Duft erinnert mich zum Teil an an den Strand gespülte Algen. Kennt Ihr den Duft? Salzig und irgendwie grün, vereint mit diesen ganz bestimmten Meeresnoten. Plötzlich schafft es auch die Zitrone, sich wieder mit ins olfaktorische Spiel zu bringen. Ganz leicht schwirren zitrische Noten mit im grün-krautigen Meereswirrwar.

Ich muss sagen, mir gefallen beide Duftverläufe, die zum Teil übereinstimmende Faktoren besitzen, sich in anderen aber auch wieder völlig unterscheiden. Die Variante auf dem Teststreifen erscheint mir interessanter, weil die in ihr tobende Meeresgischt dem Duft für meinen Geschmack mehr Charakter, mehr Lebendigkeit schenkt und ihn auch individueller macht. Die Variante auf meiner Haut dagegen ist sehr gefällig, ein Hesperidenduft im Stil eines klassischen Eau de Colognes. Da fehlen mir persönlich ein bisschen die Ecken und Kanten.

Was dem Duft in beiden Varianten auf jeden Fall innewohnt ist die deutliche Handschrift von Frau Giacobetti: Minimalismus, Transparenz, die Fokussierung auf das Wesentliche. Es ist wie ich finde eine Kunst, ihre Kunst ohne großen Schnickschnack mit einfachsten (manchmal auch ungewöhnlichen) Mitteln ganz großes Duftkino zu evozieren und dabei durchweg alltagstauglich zu bleiben.

Wie geht es Euch mit Frau Giacobetti? Habt Ihr einen Liebling der Dame? Kennt Ihr die Düfte, die ich heute und am Freitag vorgestellt habe? Falls ja, wie ist Eure Meinung zu ihnen?

Einen schönen Wochenstart wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Eureka lemon in the Water Conservation Garden von Stickpen und Algas da Praia de Boa, Noia, Galiza, Spain von Luis Miguel Bugallo Sánchez – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Halbzeit…
Freitagsverlosung.
Herbstwonnen – die Neuerscheinungen.


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 13.08.2010

Hallo meine lieben Blogleser/innen,

der Freitag bringt Euch heute trotz des Datums, des 13., Glück, zumindest fünf von Euch: Diese bekommen jeweils ein Probenpaket, wenn sie uns bis So, 24 Uhr, eine Mail schreiben an info@ausliebezumduft.de. Nennt uns einfach Eure Adresse und einen Duft, der diese Woche rezensiert wurde – und mit ein wenig Hilfe von Fortuna ist eines der Probenpakete bald Eures!

Letzte Woche gewonnen haben: David K., Jürgen H., Ingeborg M., Bettina H. und Swetlana D. – herzlichen Glückwunsch!

Ein schönes Wochenende Euch allen,

Eure Ulrike.

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung


Drei sind einer zuviel

Geschrieben in Duft am 13.08.2010

Olivia Giacobetti. Die Dame mit dem wohlklingenden Namen und ihre Werke sind dem geneigten Blogleser und Parfumliebhaber keine Unbekannten. Zu Frau Giacobettis Kreationen zählen unter anderem die Diptyque-Düfte Philosykos (Stimmt, wo habe ich den eigentlich rumfahren? Und warum hab ich ihn schon so lange nicht mehr getragen? Waah! Schnell nachholen!!) und die wunderschöne pfeffrige Freesie Olfrésia, außerdem die gesamte Honoré des Préssche Öko-Duftlinie, die Hôtel Costes-Düfte, Lubins Idole, Malles En Passant und viele viele mehr. Zu den vielen, vielen mehr gehören auch eine ganze Riege an Düften, die sie für das französische Parfumhaus L’Artisan Parfumeur kreiert hat. Dzing! Ist einer dieser Düfte, ebenso wie Premier Figuier, Passage d’Enfer, Tea for Two oder Mandarine Tout Simplement. Auch, die drei Düfte, mit denen wir uns heute beschäftigen, stammen aus der Feder der jungen Französin: L’Été en douce, Thé pour un Été und L’Eau de L’Artisan. Ich persönlich bin froh, dass ich Euch den Artikel heute nicht vorsprechen beziehungsweise vorlesen muss. Die ganzen französischen Parfumnamen erscheinen mir schon beim bloßen Schreiben wie wahre Zungenbrecher. ;-)

Noch ein paar Worte zu Frau Giacobetti selbst: geboren wurde sie im Jahre 1966 in Frankreich. Ihr Vater ist der bekannte Fotograf Francis Giacobetti, der sie in ihrem Wunsch, Parfumeurin zu werden, von Kindesbeinen an unterstützte. Zurecht wie sich herausstellte, kreiert die Dame doch wunderschöne Düftchen. Sie studierte bei Robertet und gründete mit Anfang zwanzig ihr eigenes Unternehmen Iskia.

Doch nun, der erste der drei Unaussprechlichen: L’Été en douce, insgeheim Sommer. Die Duftnoten: Pfefferminze, Rose, Orangenblüte, Lindenblüte, Heu, Korb-Weide (Salix Viminalis), Hölzer, Weißer Moschus.

Nun allein den Namen des Duftes finde ich dieses Jahr äußerst treffend, schüttet es hier doch schon wieder wie aus Kübeln und der Wetterbericht sagt für die kommende Woche auch keine Veränderung respektive Verbesserung voraus. Prima! Doch nun zum Duft, der sich einmal wieder auf Teststreifen und Haut völlig unterschiedlich entwickelt. Meine Hautchemie scheint in diesem Fall genau richtig zu sein. Frisch aufgesprüht entwickelt sich ein wunderschönes zart-florales Aroma mit minzigen Anklängen, die mit der Zeit intensiver werden, aber nie aufdringlich, den Blüten niemals den Rang ablaufend. Hinzu gesellen sich die Noten von getrocknetem Heu und hellen Hölzern. Sauber-skinnig erscheint der insgeheime Sommer, jedoch ohne jeglichen Anflug von Seifigkeit, sondern vielmehr mit aquatischen Tendenzen. Ja, ganz leichte Gurkennoten vernehme ich. Moschus verleiht zusätzlich eine langanhaltende dezent-süße Pudrigkeit. Sehr luftig, feminin, leicht und transparent-floral präsentiert sich L’Été en douce auf meiner Haut, einfach toll!

Auf dem Teststreifen wird der Duft dagegen von einer sehr intensiven minzig-krautigen Note dominiert. Von zarter Floralität, Gurke und Moschus ist hier nichts zu erschnuppern. Vielmehr driftet der Duft hier zusätzlich noch in eine herbe Säuerlichkeit ab, die mir fast schon in der Nase schmerzt…. Da sieht man es mal wieder: ein Test auf der Haut ist unbedingt vonnöten. Was wäre mir da für ein schönes Düftchen entgangen, wenn ich mich nur auf den Teststreifen verlassen hätte. :-)

Der nächste im Bunde ist Thé pour un Été. Die Duftnoten: Limette, Bergamotte, Jasmintee, Grüntee, Minze, Hölzer, Moschus.

Ein Teeduft also, aber ein gänzlich anderes Kaliber als das Tee-Triumvirat von Parfumerie Générale von letzter Woche. Wie auch schon beim ersten Duft entwickelt sich Thé pour un Été, der Sommertee, auf Haut und Teststreifen unterschiedlich. Und, ich kann frohlocken, wieder gewinnt meine Haut den direkten Vergleich. Auf dieser startet der Sommertee zart-zitrisch, mit frischen und grünlichen Noten. Letztere werden im weiteren Verlauf intensiver, ohne aber jemals eine tulpig-narzissige Kratzigkeit zu evozieren. Sie verbleiben vielmehr grasig-krautig-grün wie der gleichfarbige Tee. Jasmintee bringt zudem eine süßlich-florale Note mit ins Spiel, während die Minze ganz subtil für Erfrischung sorgt. Ein wunderschöner, sehr hautnaher und transparenter Grünteeduft. Superbe!

Ja, aber nun der Teststreifen… Ich stehe vor einem Rätsel. Schon der zweite der drei Düfte, der sich auf dem Papier so gar nicht zu seinem Vorteil entwickelt. Im direkten Vergleich zum Vorgänger gefällt mit der Sommertee-Teststreifen allerdings noch besser. Während der Duftverlauf auf meiner Haut ganz deutlich herausschnupperbar war, bleibt der Teststreifen auf einer Stufe stehen: zitrisch, trocken, vielleicht ist da noch ein Hauch grüne Minze wahrnehmbar. Aber dabei bleibt es auch nach mehreren Stunden. All die schönen Teenoten, die sich auf meiner Haut so wundervoll entwickelten, die zarte Floralität, die ätherische Wässrigkeit vermisse ich auf dem Streifen leider, leider. :-(

Voller Spannung blicke ich also dem letzten Duft entgegen. Ob dieser wohl auch so unterschiedlich ausfällt? Aufgrund der fortgeschrittenen Zeilenanzahl dieses Artikels, verschiebe ich die Rezension von L’Eau de L’Artisan auf den Montag. Es lebe der Spannungsbogen! ;-)

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein hoffentlich nicht allzu verregnetes Wochenende!

Eure Stephanie.

Bildquelle: Summer field in Belgium (Hamois) von Luc Viatour und Green Tea leaves steeping in an uncovered zhong von Wikimol – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Kopfkino oder: Laboratorio Olfattivo Teil 2.
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Rubj…


Ab durch die Hecke

Geschrieben in Blüten,Duft am 12.08.2010

So wie das Leben an sich, hält auch das Schreiben von Duftrezensionen so manche Überraschung bereit. Der oftmals doch recht willkürliche Griff ins Schächtelchen mit den Pröbchen der verbleibenden, zu rezensierenden Düfte entführt uns (ich gehe mal davon aus, dass es der lieben Uli da nicht anders geht) nicht selten in ungeahnte Gefilde: seien es ferne Länder, fremde Kulturen, geschichtliche Ereignisse oder menschliche Schicksale. Fast jeder Duft, den ich bisher rezensiert habe, war mit etwas Bestimmtem assoziiert. Da der Name allein die Verknüpfung oft nicht bereitwillig preisgeben mag, offenbart erst eine intensive Recherche die wahren Hintergründe, die den Parfumeur zur Kreation und/oder Namensvergabe bewogen haben.

So auch in diesem Falle hier. Aus meinem Probenschächtelchen zog ich eine Phiole, die die Beschriftung La Haie Fleurie trug. Dank meiner eher rudimentären Französischkenntnisse konnte ich zumindest auf den ersten Blick ausmachen, dass da etwas blüht im Namen. Aber was? In einer ersten, zugegebenermaßen etwas vorschnellen und undurchdachten Annahme übersetzte ich die vorderen Teil des Namens mit dem für mich im morgendlichen Tran Naheliegendsten: der Hai. Aha, der blühende Hai. Das kam mir zwar als Name für einen Duft, ja eigentlich für so ziemlich alles, recht eigenartig vor, aber die Damen und Herren aus der Parfumbranche sind ja manchmal doch ganz schön crazy, also: wer weiß? Dem floralen Knorpelfisch beziehungsweise der Sache musste auf jeden Fall auf den Grund gegangen werden. Mein detektivischer Spürsinn war geweckt! Des Rätsels Lösung war schnell gefunden (dem Online-Wörterbuch sei Dank): mein vermeintlicher Hai entpuppte sich schlicht und einfach als Hecke. Die blühende Hecke also. Das klingt vernünftiger, wobei ich mich persönlich insgeheim schon so ein bisschen mit dem Raubfisch im Namen angefreundet hatte. Tja, schade. So verrückt sind sie dann doch nicht, die Nischendüftler.

Die wahre Identität des Duftes stellte mich nun aber vor ein weiteres Problem: was schreibt man über einen eindeutig floralen Duft, der „die blühende Hecke“ heißt? Der eifrige Blogleser mag sich an einen von Ulrikes Mai-Artikeln erinnern, in dem sie Bezug zu einem armen Kolumnisten nahm, der einen Artikel über das Maiglöckchen schreiben musste, dem dazu aber partout nichts einfiel. So ähnlich ging es mir anfangs auch, bis ich mich tiefer in die Materie einarbeitete und Zusammenhänge aufspürte, die ich so anfangs nicht im Geringsten erahnt hätte. Doch zuerst die (wenigen) harten Fakten: La Haie Fleurie wurde vom werten Herrn Jean-Claude Ellena im Jahre 1982 für das renommierte Parfumhaus L’Artisan Parfumeur geschaffen.

Es existieren zwei Namensvariationen des Duftes: La Haie Fleurie und La Haie Fleurie du Hameau. Letzteres scheint wohl der Originalname zu sein, ersteres heutzutage aber gängiger. Aber erst der ursprüngliche Anhang des Namens brachte mich schließlich auf die richtige Fährte. Hameau, der Weiler, nimmt Bezug auf die französische Königin Marie Antoinette, die zu Lebzeiten für ihre Verschwendungssucht bekannt und daher beim hungernden Volk verhasst war und infolge der Französischen Revolution 1793 auf dem Schafott ihr Ende fand. Eben diese Marie Antoinette ließ sich in den Parkanlagen des Versailler Schlosses rund um einen künstlich angelegten See herum ein kleines Bauerndorf errichten, das Hameau de la Reine; mit einer Mühle, einem Bauernhof, einer kleinen Fischerei, einer Molkerei und natürlich der Maison de la Reine, dem Haus der Königin. Die Häuser waren von außen recht schlicht im bäuerlichen Stil gehalten, strotzten innen aber nur so vor Luxus. In diesem recht verklärten Dörfchen (oder Weiler) spielte Marie Antoinette zum Zeitvertreib die einfache Bauersfrau. Sie ließ gar eigens eine echte Bauernfamilie im Weiler ansiedeln, um die Stimmung „authentisch“ und die landwirtschaftlichen Betriebe am Laufen zu halten. Natürlich hatte die von Armut, Hunger und Krankheit geprägte Realität der französischen Bauern des 18. Jahrhunderts nichts mit dem hochgradig idealisierten Bauernleben zu tun, das Marie Antoinette in ihrer Rolle als „einfache Bauersfrau“ spielte. Das französische Volk war verständlicherweise empört ob dieser Brüskierung seitens der ohnehin ungeliebten Königin.

Mit diesem Hintergrund widmen wir uns nun also dem eigentlichen Duft. Beim besten Willen kann ich mir unter der blühenden Hecke nun kein zartes Blumendüftchen mehr vorstellen; nein, viel eher etwas Opulentes, ganz im Stil der Marie Antoinette. Und tatsächlich, die Duftnoten sind bereits vielversprechend üppig: Jasmin, Narzisse, Orangenblüte, Ylang-Ylang, Geißblatt.

Frisch aufgesprüht zeigt der Duft sich sogleich von seiner prächtigsten Seite: stark floral mit dezenten Bubblegum-Untertönen. Diese sind auf dem Teststreifen sehr deutlich herauszuschnuppern, auf meiner Haut kommen sie wirklich nur ganz, ganz dezent und unterschwellig zum Tragen. Zart-grüne Nuancen vermag ich wahrzunehmen, die ich intuitiv der Narzisse zuordnen würde. Ganz subtil schwingen fruchtige Nuancen mit. Im weiteren Duftverlauf offenbaren sich außerdem aquatische Tendenzen. Aber im Mittelpunkt des Geschehens steht eindeutig ein Weißblüher: Jasmin, berauschend und leicht-indolisch. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass La Haie Fleurie den Ruf besitzt, eine Ode an den Jasmin zu sein. Ja, ich sehe sie förmlich vor mir, die getrimmten Jasminhecken im bäuerlich-königlichen Weiler, an denen die in seidene Lumpen gekleideten Hofdamen vorbeischlendern. Jene Hofdamen, die das bizarre Rollenspiel der Königin komplettieren und sich mit silbernen Rechen sowie vergoldeten Porzellaneimern dem einfachen ländlichen Leben hingeben.

Trotz aller Ironie ist La Haie Fleurie ein wunderschön-weißer Florale, dessen Jasminnoten ebenso prächtig wie authentisch umgesetzt sind. Dessen Glanz und Üppigkeit verfliegt leider auf meiner Haut recht schnell. Zurück bleibt ein sehr dezenter und hautnaher Blütenduft, der ebenfalls sehr natürlich wirkt, mit der Opulenz des Auftakts aber wenig gemein hat. Auf dem Teststreifen hält sich der Duft besser, wirkt insgesamt intensiver. Da macht wohl meine Hautchemie wieder nicht so mit wie ich das gerne hätte. Böse Haut! ;-)

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Hameau de la Reine von deror avi und Ferme1 von Urban – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Am Ende des Regenbogens…

Geschrieben in Blüten,Duft am 11.08.2010

Letzte Woche hatte ich mit den Morgane Le Fays begonnen – zu einer Zeit mistigen Wetters und zuviel Regen, oft leider gar ohne Regenbogen zwecks mangelnder Sonne. Den hatte ich Euch lediglich mit der Farbenpracht der Morgane Le Fayschen Duftkollektion beschert. Als letzten Duft der Kollektion möchte ich Euch Yellow vorstellen – quasi das Ende des Regenbogens. Der Regenbogen, jener vieldeutige, nach den Chinesen ein Riß im Himmel, von einer Göttin mit bunten Edelsteinen verschlossen, wird den allermeisten aber im Zusammenhang mit der irischen Sage in Erinnerung sein, oder? Jenewelche einen Topf Gold am Ende (oder Anfang?) desselben verspricht.

Morgane Le Fay Yellow ist für mich dieser Topf Gold in der Kollektion – nicht nur farblich, sondern für mich auch olfaktorisch mit Abstand der schönste Duft der Kollektion. Frau Cetto, die auch bereits für Fragranza Verde verantwortlich war, kreierte dieses Düftchen, welches mit seiner gelben Farbe all jene Assoziationen hervorruft, welche man mit derselben verbindet: Sonne, Gold, die Farbe der (Insignien der) Macht, Frische, Strahlkraft, Leuchten, Lebensfreude. Ein Duft für Königinnen soll es also sein oder vielmehr: die königlich weiblichen Seiten, die da wären Eleganz, Anmut und Stärke, Loyalität, Gelassenheit, Liebenswürdigkeit und… Understatement.

Es tut mir leid, mir fällt einfach kein anderes Wort dafür ein und auch dieses ist eigentlich nicht ganz passend und treffgenau in dem Zusammenhang: Ich meine jene Tugend der Selbstsicherheit in Verbindung mit Zurückhaltung, Selbstgewissheit und damit verbundenes Sich-Zurücknehmen, sich nicht beweisen müssen da man sich seines Wertes bewußt ist, dieses in sich ruhende Unprätentiöse, das einen ungeheuren Eindruck hinterläßt, eine unfassbare Präsenz besitzt, obgleich es sich nicht in den Mittelpunkt drängen muß.

Wißt Ihr, was ich meine? Vielleicht sollte ich es mal mit den dazugehörigen Duftnoten umschreiben: Yellow umgarnt einen mit zarten (!) zitrischen Noten, ein Duett aus Bergamotte und Zitrone, welche sich prickelnd-hesperidisch, aber doch auch ungewöhnlich weich und anmutig präsentieren und umgehend Blüten atmen, Vorboten des floralen Herzen: Hyazinthe und Lotosblüte, beide mit einer feinen Süße ausgestattet und der ihnen genuinen aquatischen Wässrigkeit. Jasmin und Pfingstrose bilden das Herz – letztere dominiert und unterstreicht das wässrig-florale Naturell ihrer Vorgänger, Jasmin zeigt sich nur sanft dahingehaucht und beschert eine subtile Blumensüße. Die Basis zeigt sich zurückhaltend irisholzig und präsentiert dezenten Moschus in sauberer Ausprägung, der gleich einem Federbette die Blüten zur Ruhe bittet.

Da Yellow seinem Vorgänger Classic, dem mittlerweile leider vergriffenen früheren Signatureduft der Linie frappierend ähnelt, habe ich beide parallel für Euch auf der Haut getestet. Ich muß schon sagen, sie weisen eine nicht von der Hand zu weisende, sehr starke Ähnlichkeit auf. MlF Classic hatte allerdings noch ein Maiglöckchen im Herzen, welches anbetungswürdig schön war – dieses fehlt Yellow, der im ganzen floraler wirkt als Classic. Classic zeigt sich etwas grüner und frischer, allerdings ist für beide Düfte eben jenes absolute Understatement kennzeichnend, das ein nicht weniger ausgeprägtes Statement ist: Formvollendet sind sie beide, sehr harmonisch und perfekt austariert. Classic ist grün-floral-frisch, Yellow floral-frisch mit grünen Anklängen und einem ebenfalls sauberen Anstrich sowie einer etwas süßeren Natur.

Ein bißchen erinnern mich die Düfte an die Kleidchen von Diane von Fürstenberg: Aus erlesenen Stoffen gefertigt – in diesem Falle sicher aus fließender Seide – entstehen Kleidchen von oft einfachen, aber raffinierten Schnitten, welche Frau perfekt zur Geltung bringen ohne jedoch effektheischend zu sein. Et voilà – das Kleidungspendant zu Yellow und Classic würde ich sagen.

Da ich Classic besitze mußte ich Yellow nicht unbedingt auch noch haben aufgrund der Ähnlichkeit – in jedem Falle sollte aber gesagt sein, daß Classic zu jenen wenigen Blüten gehört, die ich wirklich sehr gerne trage.

Liebe Grüße,

die heute etwas blümerante Uli.

Bildquelle: Rainbow in hand von Shannon Pifko via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Blau, blau, blau…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Blüten,Duft am 10.08.2010

ist nicht nur der Himmel, sondern auch Gualtieris Duft Nummer zwei für Morgane Le Fay. Die Farbe Blau steht mir wahrscheinlich am nächsten in der ganzen Serie – als Farbe für die Ewigkeit, die Weite, für eine gewisse Harmonie – ähöm – , aber auch für Sehnsucht. Nicht umsonst war die Blume, die Friedrich von Hardenberg, besser bekannt unter seinem Pseudonym Novalis, in seinem unvollendet gebliebenen Fragment Heinrich von Ofterdingen beschreibt, blau.

Jene Blaue Blume, die Heinrich zuallererst in seinen Träumen erscheint, ist zum feststehenden Begriff und einem Leitmotiv der Romantik geworden, jener historisch als Schwellenzeit bezeichneten Epoche. Keine Epoche ist vielfältiger, heterogener, keine läßt sich schwerer eingrenzen und wenn überhaupt werden nur wenige Zeitspannen auf philosophischer, literarischer, musikalischer und künstlerischer Ebene fruchtbarer gewesen sein als jene: Der Mensch im Aufbruch, die Nachwirkungen der Aufklärung, der Enthusiasmus und die nachfolgende Enttäuschung angesichts der napoleonischen Ära, die beginnende Industrialisierung – all das hat tiefgreifende gesellschaftliche Wandlungen nach sich gezogen und die Romantiker scheinen ein besonderes Gespür dafür gehabt zu haben, besondere Sensoren, scheinen vorausschauend gewesen zu sein und somit quasi die Vorhut des (post)modernen Menschen. Aber genug des Wissenschafttalks, obgleich diese Zeit und die Theorien, die Gedanken (und auch Gefühle) vieler bedeutender Menschen interessant und mitreißend sind – Ich empfehle als anspruchsvolle, aber sehr lesbare Lektüre Safranskis Werk Romantik – wenden wir uns wieder der Blauen Blume zu.

Als Symbol steht sie für das menschliche Streben nach Ganzheit und Erkenntnis, insofern für die Suche nach dem Selbst, nach Vervollkommnung und somit auch – für (die) Liebe. Die Romantiker waren ja ohnehin ein emotionales Grüppchen, auch ganz ohne daß man den heute etwas trivialer gefassten Begriff der Romantik bemühen muß – aber ich möchte mich hier an dieser Stelle nicht allzu sehr in deren komplizierter, aber faszinierender Theorie verlieren.

Eine schöne Motivik auf jeden Fall und durch und durch humanistisch geprägt. Gualtieris Fragranza Blu ist somit auch der ausgeglichenen, der harmonischen Seite gewidmet, der einfühlsamen, als Hommage an die weibliche Sensibilität und Intuition.

Würzig-warm im Auftakt offenbart er sogleich Noten von Pfeffer, die jedoch aufgrund der ihnen zur Seite gestellten Wärme nicht zornig daherkommen. Getragen von warmen Harzen schmeichelt er einem, kitzelt ein wenig die Nase – und gibt den Blick frei auf sein florales Gefolge: Ein zurückhaltender Harem aus Rose, Ylang-Ylang, Jasmin und Galbanum untermalt federleicht und dezent die süße Wärme oder warme Süße, jenes Naturell des Duftes, welches durch die Basis von Sandelholz, Benzoeharz und Moschus nochmals aufgegriffen wird. Ein Tupfer Weihrauch sowie leise (!) animalische Anklänge von dem Harz runden Morgane Le Fay Blue gelungen ab.

Entgegen eventuell gehegter Erwartungen oder auch namentlicher Assoziationen ist Blue nämlich eben kein Tribut an die See, kein aquatischer Zeitgenosse oder gar die Nischenduftvariante von Cool Water – hier ist weit und breit kein Meer zu entdecken und auch kein Tümpel, das war auch gar nicht die Intention.

Gemäß der eher meditativen, auf (zu erreichende innere) Balance angelegten Interpretation der Farbe Blau besitzt Blue einen gewollt kontemplativen Charakter. Als heller Sandelholz-Moschus-Duft mit einer zarten Würze und schüchternem Blütenkranz erinnert er mich persönlich vor allem an die Costes-Düfte sowie an 10 Corso Como. Ein ausgeglichener, weil wohltarierter, aber vor allem auch ausgleichender und ein wenig sehnsuchtsvoller Begleiter – ideal, um abzuschalten und zu sich zu kommen, ob nun beim Yoga, im Garten oder einfach nur auf dem Sofa.

Im Gegensatz zur „alten“ und ausverkauften Blue-Variante ist der Duft meines Erachtens nach sehr viel besser geworden, wobei das natürlich immer ein wenig Geschmackssache ist: Ich habe noch ein altes Pröbchen hervorgekramt und verglichen: Der alte Blue ist ungestümer, würziger, kantiger, riecht bisweilen sehr „gesund“. Wahrlich nicht schlecht, mir persönlich gefällt aber der weiche gefällige Unterton des neuen Blaus besser.

Die Ingredienzen: Kopfnote: rosa Pfeffer, Galbanum, Maiglöckchen; Herznote: weißer Jasmin, Rose, Ylang-Ylang; Basisnote: Sandelholz, Benzoe, Moschus, Weihrauch (nicht angegeben, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in homöopathischer Dosis vorhanden).

Einen schönen Tag wünscht Euch

Eure Ulrike.

Bildquelle: Bud Opening von Robert Michie, Anemone von Makio Kusahara, Reflections von Winterdove, alles via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Farbe Lila…

Geschrieben in Blüten,Duft,Tropisches am 9.08.2010

… ist seit jeher als die Farbe des Urweiblichen bekannt (und gerne mal als Feministenfarbe verschrien). Das resultiert vielleicht auch gerade daraus, daß Lila gerne mal die Farbe der Magie war, des Geheimnisvollen, der Urmutter und so weiter…

So natürlich interpretiert sie auch Alessandro Gualtieri für Morgane Le Fays Duft Violet, der, etwas missverständlich, bei der Firma selbst auch Fragranza Rosa heißt. Nun ja, ob Lila oder Rosa, das ewig Weibliche und natürlich Mysteriöse lockte und lockt hier, ein Duft, der sich auf genau jene Seite oder vielmehr Facette der Frau bezieht, die Betörende, Geheimnisvolle, Mystische, die gleichermaßen stark als auch sensibel und hingebungsvoll ist… Ihr wißt schon…

Genug Süßholzgeraspel, dem aufmerksamen Leser mag es gerade schon aufgefallen sein: Alessandro Gualtieri hat den Duft gemacht, der Alessandro Gualtieri wird sich nun mancher fragen? Ja, genau, die verrückte Nase ist es, Herr Gualtieri, der uns mit seinem Label Nasomatto auch schon mit diversen Düften beglückte, die ich eigentlich auch mal vorstellen sollte. In jedem Falle dürfte Herr Gualtieri der Parfumista, die seine letzte Veröffentlichung getestet hat, mit Nuda bewiesen haben, daß er ganz gut mit Whiteflowers umgehen kann. Ein Jasmin war es, den er uns mit Nuda bescherte, nachdem er sich bereits mit Narcotic Venus, Nomen est Omen, an der Tuberose versuchte. Insofern kein Ungeübter, wollen wir doch mal sehen, was Violet so zu bieten hat.

Im Auftakt präsentiert sich gleich eine Potenz der verführerischen Seite: Sämtliche Weißblüher ranken einem entgegen wie fleischfressende Pflanzen, betören betäubend oder betäuben betörend im Moment die geneigte Nase und benebeln das in irgendeiner Form mit dem Riechkolben verbundene Hirn. Hossa. Ein Moment des Durchatmens fordert die Hesperiden an den Tag, Bergamotte und Orange, in jedem Fall herb-saftig-zitrische Fruchtigkeit und, man sollte in diesem Augenblick genau aufpassen und hinriechen: ein ganz zauberhaftes Maiglöckchen, schüchtern und zurückhaltend, aber doch wahrnehmbar und standhaft im Hintergrund. Maiglöckchen haben Morgane Le Fay ohnehin sehr gut hinbekommen – ein gar wunderbares erwartet uns noch im Classic, den ich dieser Tage im Vergleich mit seinem Quasi-Nachfolger Yellow noch rezensieren werde.

Hier nun zeigt sich langsam die Komplexität des Duftes: Die Weißblüher Jasmin, Tuberose und Gardenie bleiben weiterhin präsent, bekommen aber Zuwachs durch Osmanthus, Ylang-Ylang und Tiaré, das heißt die üppigen weißen Blüten werden in ihrer raumgreifenden Wirkung noch unterstrichen, erhalten aber überdies einen exotischen Anstrich. Darüber hinaus zeigen sich, typisch für den Osmanthus, Anklänge samtiger, saftig-reifer Pfirsiche, die sich perfekt mit der Maiglöckchenfrische verbinden und zudem von einem feinen Blattgrün flankiert werden. Die Basis ergänzt dieses Zusammenspiel, das Blütenmeer mit cremig-buttriger Iris sowie pudrigem Moschus und sahnigen Vanillenoten.

Müßte ich jetzt auch in Farben denken, den Duft in Farben denken, mir ihn so vorstellen, hätte ich ein Bild mit Pfirsich-Terracotta und Fuchsiapink vor Augen: Zwei in sich übergehende Farben mit ineinander übergehenden Verläufen, oszillierend.

Feminin bis zum Geht-nicht-mehr würde ich sagen – dabei raffiniert und sehr tragbar. Obgleich: Weiße Blüten sollte man schon mögen und der Anfang ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Hernach verhält sich das Düftchen aber sehr zivilisiert für seine Gattung, wartet mit ungewohnt vielen Facetten auf und weiß sehr wohl zu faszinieren – eine echte Frau also, würde ich sagen ;)

Die Ingredienzen: Iris, Moschus, Vanille, Tiaré, Jasmin, Maiglöckchen, Osmanthus, Ylang-Ylang, Tuberose, Geranium, Gewürznelke, Bergamotte, Orange, Feigenblätter.

Einen guten Start in die Woche wünscht Euch

Eure Ulrike.

Bildquelle: Common Jasmin Orange von Huan Liu via stockxchng, Liquid Colors via www.kavewall.com, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Duftverzeichnis L – Z


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