Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Das olfaktorische Laboratorium – Laboratorio Olfattivo, Teil 1.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Orientalen am 20.04.2010

Mit Laboratorio Olfattivo haben uns die Italiener mal wieder eine kleine, feine Nischenduftmarke beschert, die mich durchaus zu verzücken wußte: Vier Düfte sind es, mit denen die Römer erst einmal starten und diese sind durchweg nicht nur gelungen, sondern mit knapp 90 Euro für 100ml auch mal preislich erfrischend günstig angesetzt.

Ich persönlich habe immer eine innere Preismesslatte vor Augen: Düfte, die mit 100ml bei um die 80 bis 95 Euro liegen, müssen sich meines Erachtens nach qualitativ mit L’Artisan Parfumeur messen lassen – ohnehin eine meiner früheren Lieblingslinien. Oder mit Juliette has a Gun. Dann gibt es noch die Sparte von 100 bis circa 150 Euro und jenen Bereich, in dem die Luft dünn wird und welcher nur spärlich besiedelt ist: Die Düfte ab, sagen wir mal: 180 Euro und aufwärts. Hier habe ich von der Qualität und vom allgemeinen Anspruch dann immer genau zwei Firmen vor Augen: Amouage und Parfums MDCI.

Je mehr Firmen auf den Markt drängen, und der Nischenduftmarkt gewinnt und wächst ja stetig in den vergangenen Jahren, desto häufiger werden diesbezüglich auch mal Ansprüche enttäuscht. Zumindest meine.

Hier kann ich jedoch guten Gewissens behaupten, daß dem nicht so ist. Drum möchte ich Euch auch die Düftchen vorstellen – ich bin mir sicher, der eine oder andere dürfte einige Fans da draußen finden…

Heute möchte ich mit Alkemi und Alambar beginnen, die beide in der orientalischen Ecke angesiedelt sind.

goldAlkemi wurde kreiert von Marie Duchêne, die hier, wie die Firmenbeschreibung verlauten läßt, Hölzer und Harze in olfaktorisches Gold verwandeln wollte. Was das Strahlen angeht, dürfte sie das in der Tat geschafft haben: Alkemi leuchtet wie sein metallener Bruder von innen heraus – ein balsamisches engmaschiges Duftgewebe, ein sehr sehr schöner Orientale, der mich allerdings eher an Harry Potters Giftkammern denken läßt als an einen orientalischen Basar, aber egal… Harze, Weihrauch und Hölzer werden von Ylang, Ambra und Vanille so eingerahmt, daß sie jenen ein wenig die Unnachgiebigkeit nehmen. Dominanter Weihrauch, Patchouli und Zedernholz umgarnt von warmsüßer Myrrhe, Ambra, Vanille sowie dem leicht floral-exotischen Ylang-Ylang. Hypnotisch irgendwie, da von annähernd ätherischer Qualität und sehr langanhaltend.

alchemyAlambar muß schon einem mächtigen Zauberspruch entwachsen sein – Ambrakadabra, wie es so nett in der Firmenbeschreibung heißt… Der Duft von Enrico Buccella offenbart eine kräftig-trocken-würzige Wolke mit pfeffrig-würzigem Zimt samt einer gewissen Schärfe. Trotz seiner überwiegenden und durchgängigen Trockenheit besitzt er Wärme vorhanden, eine weiche, fast vanillige Wärme, die einen angenehmen Kontrast zu dem ihm innewohnenden Feuer darstellt. Im Gegensatz zu Alkemi ist es nämlich kein Leuchten, sondern ein brennendes Glühen, das Alambar umfängt. Ein verdammt schöner Ambraduft für Orientalenliebhaber, der für mich in Richtung von Goutals Ambre Fétiche geht und aufgrund seiner Gourmandanklänge auch etwas für Freunde von PG’s Felanilla sein dürfte.

Darüber hinaus, das muß erwähnt werden – mich erinnert die Handschrift der beiden Düfte, obgleich von unterschiedlichen Parfumeuren, doch schon ein wenig an jene der „alten” Lutens, von denen ich/wir es neulich auch im Rahmen meines Arabie-Artikels hatten. Arabie, Ambre Sultan und Co. – wer diese Düfte liebt, sollte sich einen Test der beiden obigen nicht entgehen lassen! Und – sie halten „Bombe”, wenn ihr so wollt.

Morgen erwarten Euch die restlichen beiden Laboratorios, Daimiris und Cozumel.

Bis dahin alles Liebe,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Gold von Andris Kovacs und Alchemy Laboratory 3 von Adam Korzeniewski – via stockxchng, vielen lieben Dank!

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Duftverzeichnis L – Z


Ich streike!

Geschrieben in Wissenswertes am 19.04.2010

Nein, nein, nicht berufsbedingt. Wettertechnisch! Ja, ich weiß, der Frühling kommt bestimmt. Aber wann?? Wir haben jetzt schließlich schon Mitte April. Ich habe mich eigentlich immer geweigert über das Wetter zu schimpfen wie so viele andere – zu heiß, zu kalt, zu schwül, zu dunkel. Warum sich unnötig ärgern? Man kann ja ohnehin nichts ändern. Und klar, der April ist eh so wankelmütig-launisch wie eine Pubertierende bzw. ihr männliches Pendant. Aber dieses Jahr zehrt es schon sehr an meinen Nerven und so werfe ich meine mir selbst auferlegten Wettermeckertugenden über Bord: Ich will endlich Sonne! Sommerliche Temperaturen! Und zwar jetzt sofort!

KrokusVor gut einem Monat bin ich an den schönen Bodensee gezogen. Nicht des Wetters wegen natürlich. Aber angeblich soll es hier ja ein sonnenverwöhntes Fleckchen Erde sein. Bisher kann ich das nur bedingt bestätigen. Die Bäume sehen hier aus wie sonst Anfang März. Kaum einer hat Blätter. Gut, die Forsythien haben schon einen kleinen Blütenvorstoß gewagt und auch die Magnolien zeigen schon ihre prachtvollen wunderschönen Blüten. Ebenso mein eigens für die Bodenseesonne angeschafftes Pfirsichbäumchen, das auf dem Balkon den frostigen Temperaturen trotzt und üppig-zartrosa vor sich hin blüht. Tapferes Kerlchen! Ja, ich sehe es. Der Frühling kommt, bricht hier und da schon durch, aber trotzdem machen mich morgendlich-eisige Temperaturen, Bindfadenregen und die trübe Tunke am Himmel nicht glücklich. Eine gute Freundin von mir lebt in London und hat mir gestern erzählt, dass es bei ihnen dort frühlingshaft-sonnig wäre… in London? Dort, wo doch sonst neben der Queen nur der Nieselregen regiert?? Ach, im Moment erscheint mir diesbezüglich wohl alles wie blanker Hohn. Aber wem erzähle ich das, bei Euch wird es ähnlich sein. Und bestimmt habt auch Ihr die Nase gestrichen voll von Kälte und meteorologischer Trübsal. Gut, denn ich habe mir überlegt, Euch wieder mit auf eine kleine Reise zu nehmen. Letztens waren wir ja schon in Indien. Auch heute werden wir uns in ferne Länder aufmachen und Mitteleuropa so gut es geht hinter uns lassen. Wir werden nach Madagaskar reisen und auf die Komoren, werden einen kleinen Abstecher in die Karibik machen und auch die pazifischen Inseln nicht gänzlich auslassen :-) Hach, ich freue mich schon! So, die geistigen Koffer sind gepackt. Auf geht’s!

Jeder von uns kennt ihn, den wunderbaren Duft der Vanille. Süßlich-schwer, betörend-betäubend und von einer unvergleichlichen Einzigartigkeit! Und obwohl ihn jeder von uns kennt, wissen doch die wenigsten, um welche Pflanze es sich dabei handelt oder welche Geschichte sie auf ihrem grünen Buckel hat. Den meisten ist geläufig, dass wir die Schoten der Vanille für Kulinaria oder Kosmetik verwenden. Dass es aber verschiedene, relativ unterschiedliche Vanille-Sorten gibt und dass die Bourbon-Vanille nichts mit dem gleichnamigen Whiskey zu tun hat, das wissen nur Kenner der vanilligen Materie. Alles begann vor langer Zeit im schönen Mittelamerika, genauer in Mexiko. Dort wuchs eine Pflanze, die den schlauen Namen Vanilla plantifolia trägt, die Gewürzvanille. Sie gehört zu den allseits beliebten Orchideenpflanzen, einer großen Familie, vielfältig und weltweit verbreitet. In fast jeder Ökozone der Welt sind sie anzutreffen. Auch bei uns auf der heimischen Fensterbank machen sie es sich gerne gemütlich. Allerdings haben sie mich (ich möchte betonen, dass ich ein großer Pflanzenfreund bin und meiner Meinung nach auch einen ziemlich grünen, ja fast schon dunkelgrünen Daumen habe) schon desöfteren an den Rand der Verzweiflung getrieben und mich mit meinen heimgärtnernden Fähigkeiten hadern lassen.

MadagaskarNun ja, die Gewürzvanille gehört zu den terrestrischen Orchideen, wächst also nicht wie einige ihrer Verwandten epiphytisch auf anderen Pflanzen. Sie ist eine immergrüne Kletterpflanze, die bis zu 15m lang werden kann. Ihre Blüten sind duftend und gelb-grünlich. Nach der Bestäubung bildet sich aus ihr eine Kapselfrucht, die Vanilleschote. Im Rohzustand grün, wird sie durch Fermentation schwarz. Ihr Mark mit dem enthaltenen Inhaltsstoff Vanillin war schon bei den Azteken beliebt und wurde von den Konquistadoren mit nach Europa gebracht. Lange Zeit besaßen die Spanier ein Vanillemonopol. Bis geschmuggelte Pflänzchen in die Hände der Franzosen gelangten. Die begannen Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem kommerziellen Anbau der Gewürzvanille auf ihren Inselkolonien Madagaskar, den Komoren und La Réunion. Letztere trug lange Zeit den Namen Île Bourbon nach dem französischen Königsgeschlecht der Bourbonen. Leicht zu erraten, dass die Bourbon-Vanille so zu ihrem Namen kam. Tja, nur leider gestaltete sich der Vanilleanbau für die französischen Plantagenbesitzer äußerst schwierig. Dank Mexiko-ähnlicher Bodenverhältnisse gedieh die Pflanze zwar prächtig, allerdings fehlten ihre natürlichen Bestäuber – eine bestimmte Bienen- sowie eine Kolibriart, die es nur in ihrer alten Heimat gab. Nach vielen Mühen und Rückschlägen gelang dem Sklaven Edmond Albius der entscheidende Coup. Mittels eines Kaktusstachels bestäubte er die Vanilleblüte manuell. Eine Entdeckung, die den Vanilleanbau außerhalb Mittelamerikas rettete und Herrn Albius angeblich aus der Sklaverei befreite. Auch heute noch muss jede einzelne Vanilleblüte von Hand bestäubt werden. Wahnsinn, oder? Mittlerweile ist man auch im Mutterland Mexiko dazu übergegangen, von Hand zu bestäuben und sich nicht auf die natürliche Bestäubung zu verlassen. So sind sichere Ernten gewährleistet, was wichtig ist, da die jährlichen weltweiten Vanilleerträge generell unter der Nachfrage liegen.

Die speziellen Boden- und Luftverhältnisse im Indischen Ozean führten dazu, dass die dort angebaute Gewürzvanille einen charakteristischen Geruch und Geschmack aufwies. Intensiv-warm, balsamisch-süß, eher dunkel und deutlich zu unterscheiden von ihrer in Mittelamerika angebauten, zuckersüßen Zwillingsschwester. So kam es, dass die Vanilla plantifolia aus dem Indischen Ozean zur Bourbon-Vanille wurde und sich somit namentlich von der mittelamerikanischen abgrenzte, der Mexiko-Gewürzvanille. Auch wenn es sich botanisch gesehen um ein und dieselbe Art handelt.

PazifikinselNun gibt es aber eben nicht nur die Vanilla plantifolia. Insgesamt existieren etwa hundert Vanille-Arten. Ich möchte hier noch auf zwei weitere wichtige Vertreter zu sprechen kommen: Vanilla tahitiensis und Vanilla pompona. Erstere wird, wie nicht schwer zu erraten, auf Tahiti angebaut. Sie besitzt einen eher niedrigen Vanillingehalt. Ihr Aroma ist blumig-betörend, fast schon aufdringlich. Vanilla pompona wird auf Guadeloupe angebaut und besitzt ein dunklen, eher herben Duft. Sowohl die Tahiti- als auch die Guadeloupe-Vanille werden (im Vergleich zur Bourbon- und Mexiko-Vanille) auf dem Weltmarkt als minderwertigere Sorten angesehen. Nur am Rande erwähnt: In Europa wird das Aroma der Bourbon-Vanille bevorzugt, während in den USA die weitaus süßere Mexiko-Gewürzvanille beliebter ist. Und: Zu den Hauptabnehmern der jährlichen Vanilleproduktion gehören die Konzerne Coca Cola und Pepsi-Cola. Na dann, Prost!

Einen schönen Wochenstart wünscht Euch,

Eure Stephanie

Bildquelle: Krokus von Thesupermat, Madagaskar von Masindrano, Pazifikinsel von PHG – alle via WikiMedia Commons. Some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Götterdämmerung…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Hesperiden am 16.04.2010

Odin NYOdin ist nicht nur der Name des nordischen Göttervaters, sondern auch derjenige eines New Yorker „Lifestylestores”, der so avantgardistische als auch hippe Marken wie 3.1. Philip Lim sowie Comme des Garçons führt – ausschließlich für Männer. Im Sortiment waren schon immer einige erlesene Duftwässerchen, nun legten Odin NY mit ihren eigenen drei Signaturedüften nach, die auf die schlichten Namen 01, 02 und 03 hören.

Die Flakons sind genormt genauso wie die Farbe der Düfte (!) – man entschied sich für klare Formen in schwarz und durchsichtig (Glas) und unterschiedliche Oberflächen (der Glasflakon, sein Deckel, die Umverpackung samt Prägedruck), um mehr haptisches Abenteuer zu erlauben, Interesse zu wecken. Und die Düfte selbst präsentieren sich in Bernsteinfarben. „Moderne Interpretationen” von klassischen parfumhistorischen Traditionen sollen sie sein. Soweit so gut. Schauen wir uns doch einmal an, ob die Düfte, die als Maskottchen Odins Raben auf ihrer Verpackung tragen, dem Göttervater gerecht werden…

Odin 01 – Nomad. Dieser Geselle ist weniger wüst und einsam, als er es einem glauben lassen mag. Nomadentum gab/gibt es auf annähernd allen Kontinenten, es erinnert insofern ein bißchen an – jep, die Sinti und Roma, die auch schon mit Gypsy Water von Byredo ihren Hommage-Signature-Duft haben. Und natürlich an – die Gewürzroute, die Frau Giacobetti für Lubin mit Idole so überzeugend olfaktorisch umgesetzt hat. Mit diesen zwei gedanklichen Fingerzeigen spazieren wir auch schon in die richtige (Duft)Richtung: Man stelle sich den Nomaden vor wie eine Mischung aus beiden ohne den Rum und mit einem Spritzer von Satellites Padparadscha oder auch Byredos Baudelaire, der neugierig um die Ecke linst. Fruchtiger Wacholder, eine samtig-hölzerne Wärme von Zedernholz und Sandelholz samt satter vanillig-würziger Tonkabohne und Heliotrop. Eine Prise Pfeffer für die olfaktorische Kante und eine warme Moschusbasis – fertig ist er, der Nomade, der überall sein Zuhause dabei hat. Geht gut mit diesem Duft, der etwas sehr Vertrautes vermittelnd eine gute Zuflucht bietet.

Odin NYOdin 02 – Owari. Owari, das Ende. Von dort kommen auch die Ingredienzen, aus der Ferne: Nämlich der gleichnamigen japanischen Provinz. Eine seltene Mandarine ist es, die dem Duft den Namen gegeben hat. Dazu gesellen sich munter weitere Hesperidengesellen, namentlich Bergamotte und Grapefruit, während Neroli sanfte florale Akzente schafft. Pfeffer stiftet dezent-pikante Würze und die Basis mit Amyrisholz, Moschus und Ambra sorgt für einen weichen Untergrund mit einer subtilen Süße und leicht holzigen Anklängen. Kein Unikat und sicher auch nicht besonders originell, aber recht gelungen und sehr authentisch (was ja bei Hesperiden nicht immer der Fall ist…) – erinnert mich ein wenig an Sinfonia di Notes Écorce d’Orange und ähnliche gute Hesperiden mit einem Tick wärme dank Moschusbasis.

Odin 03 – Century. Hier weht einem der Pathos schon mit dem Namen entgegen. Anders als aber jener sowie die Ingredienzen – Silberbirke, Zypresse, Minze, Myrrhe, Patchouli, Moschus, Eichenmoos, Ambra – vielleicht vermuten lassen, handelt es sich hier um einen sehr eleganten, „smoothen” Puristen, ein warmholziges Etwas, auf zivilisierte und sanfte Art und Weise rauchig dank des Vetivers, feinsüß durch Minze und Myrrhe, mit einer Ahnung Patchouli am fernen Horizont und einem ambriert-weichen Untergrund. Gleichermaßen komplex wie straight, für Männer und Frauen gleichermaßen tragbar. Schönes klares Understatement, intellektuell und mit beruhigender Ausstrahlung.

Insgesamt sehr ansprechende Linie, die fernab jeglicher typischer „Klamotten(geschäft)linien” rangiert – was aber in Anbetracht der Labels des Stores auch nicht weiter verwunderlich ist.

Ein wunderschönes Wochenende wünscht Euch
Eure Ulrike.

Bildquelle: Odin der Göttervater via Wikicommons.

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Duftverzeichnis L – Z


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 16.04.2010

Hallo liebe Blogleser/innen,

wie jede Woche am Freitag auch diese wieder: Fünf Probenpakete warten auf neue Besitzer – wer hat noch nicht, wer will noch mal? Wenn Ihr eines haben wollt, mailt uns doch bitte bis So, 24 Uhr, an info@ausliebezumduft.de und nennt uns einen diese Woche rezensierten Duft sowie Euren Namen und Eure Adresse. Viel Glück!

Die Gewinner der letzten Woche waren: Claudia N., Angela R., Elisabeth Sch., Dagmar G. und Magdalena Sch. – herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Schnuppern!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Euch,

Eure Ulrike.

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
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En passant…

Geschrieben in Duft,Solifloral am 15.04.2010

… heißt „Im Vorübergehen” und ist der Name eines, was sage ich, DES Fliederduftes überhaupt. Jener entstammt der beachtenswerten Edition Frédéric Malle und wurde von einer alten Bekannten kreiert: Olivia Giacobetti.

Olivia Giacobetti Madame Giacobetti erfreute uns schon in der Vergangenheit mit einer ganzen Reihe an Düften: Bei L’Artisan ist sie unter anderem für Dzing!, Passage d’Enfer, Tea for Two, Fou d’Absinthe, Safran Troublant und Premier Figuier verantwortlich, welchem Diptyques göttlicher Philosykos folgte sowie das beliebte Galliano-Raumspray samt Kerze. Dann kreierte sie die Nummer 1 für das Hôtel Costes, Préparation Parfumée für Andrée Putman, Hiris für Hermès, die Iunx-Düfte, einige Düfte für Honoré des Prés und viele(s) mehr – dies nur als kleinen Überblick.

Die Dame kann also was. Und hat bekanntermaßen eine auch eher leichtere Handschrift: Ihre Düfte sind zeitgemäß, oft puristisch, sie konzentriert sich gerne auf einzelne Facetten und Noten, Klarheit dominiert bei ihr, ohne jedoch auf Komplexität oder Originalität zu verzichten, mitnichten. Dem steht auch En Passant in nichts nach.

Als „impressionistischer Duft” bezeichnet ihn Malle, der eine Momentaufnahme darstellt, basierend auf einer einzigen einfachen Duftnote: Weißem Flieder. Der Duft huldigt ebenjenem und verbindet ihn mit aquatischen Noten, Orangenblättern, Gurke und Weizen.

manetfliederDas hört sich alles erst einmal wenig spektakulär wenn nicht gar auch ein bißchen sonderbar an. Stimmt nicht. Der Duft ist ein wahres Juwel: Für mich, die ich Flieder liebe, der authentischste Fliederduft überhaupt. Kein einziges Molekül riecht hier chemisch, nein, man bekommt die geballte Wucht blühenden Flieders zu riechen. Eines satt blühenden Flieders, dessen Äste sich unter dem Gewicht der vielen Dolden schon bücken. Regennass sind dessen Blüten und besitzen jene reife Süße, die sie erst dann offenbaren, wenn sie ihre volle Pracht bereits erreicht haben, die vergängliche – kurz vor dem Verwelken.

Genau so einen Flieder rieche ich. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fliederdüften sind die aquatischen Noten hier äußerst dezent ausgeprägt, ich würde vielmehr sagen, das Hauptaugenmerk liegt eher auf der Gurke, die hervorragend mit dem Flieder harmoniert, ihn im positiven Sinne verwässert wie ein leichter Pinselstrich bei einem Aquarellgemälde.

schwedenfliederGrüne transparente Noten zeichnen den Hintergrund und Weizen ist subtil wahrnehmbar, eine Ahnung frischer Croissants, frischen Gebäcks vermittelnd, das irgendwo in der Nähe gerade gefertigt wurde…

In der Tat, ein solch wunderschönes Bild, ein solch schöner Augenblick. Der mich immer wieder an folgendes Gedicht erinnert:

Weißer Flieder
Naß war der Tag – die schwarzen Schnecken krochen,
Doch als die Nacht schlich durch die Gärten her,
Da war der weiße Flieder aufgebrochen,
Und über alle Mauern hing er schwer.
Und über alle Mauern tropften leise
Von bleichen Trauben Perlen groß und klar,
Und war ein Duften rings, durch das die Weise
Der Nachtigall wie Gold geflochten war.
Börries Freiherr von Münchhausen

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und einen guten Start in die Woche!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Olivia Giacobetti von Guillaume Luisetti , Eduard Manet: Vase de fleurs, lilacs blancs (1882) und Swedish Summerhouse von Per-Åke Byström, some rights reserved. Vielen Dank!

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„Wenn der Frühling kommt…
Drei sind einer zuviel
Neuigkeiten die Dritte.


Kuba – Im Land des Tabakduftes

Geschrieben in Allgemein am 14.04.2010

Wenn ein Beauty-Redakteur Urlaub macht, hat er eigentlich trotzdem nie Urlaub. Er sammelt, sucht, besucht und ist irgendwie immer neugierig, was es „abroad” so zu erleben gibt in Sachen Schönheit. Dieses Mal war ich in Kuba, der kleinen Insel im Klammergriff der USA, die neben Rum und Salsa vor allem eines zu bieten hat: Tabak. Und ich spreche nicht von Zigarren, sondern vom Duftstoff – denn wonach so viele Männerparfums so würzig riechen, kommt meistens ebenfalls von dieser kommunistischen Enklave in der Karibik…

Als ich in Ägypten war, musste ich unbedingt einen Trip in die Wüste Sinai mitmachen, mir die Asche gebrannter Mandeln auf die Wimpern schmieren um mich vor der Sonne zu schützen – wie vor tausenden Jahren, als die Mascara erfunden wurde. Als ich in Japan war, musste ich unbedingt die weltgrößte Sammlung des edlen Oud-Holzes besichtigen, das in einigen kostbaren Oriental-Düften verwendet wird (und gerade mal wieder so „in” ist). Wenn ich nach Paris fahre, steht nicht der Eiffelturm ganz oben auf meiner Sightseeing-Liste, sondern jedes Mal das Haus Guerlain. Und überhaupt, egal, wo ich bin, es gibt immer etwas zu entdecken, dass das Herz eines Beauty-Junkies schneller schlagen lässt als Rubinstein-Mascaras weltweit pro Sekunde verkauft werden.

CubaSo und nicht anders war es nun in Kuba. Mit drei Freunden im Gepäck drei Wochen per Mietauto über die schlechtesten Straßen, die ich je erlebt habe, barfuss durch schneeweißen Karibiksandstrand und hoch zu Pferde ab in den Regenwald. Safari-Lodge, Kalksteinhügel-Landschaften, Salsa-Bars in pulsierenden Städten, die niemals zu schlafen scheinen und mehr Mojito-Cocktails als ich je trinken wollte. Im Grunde hatten wir so etwas vor wie eine politische Bildungsreise mit Strandanschluß. Gelebter Kommunismus im Schatten von Fidel Castro und dem ewigen Helden Che Guevara. Und es war wirklich absolut spannend. Ganz Kuba ist beseelt von einem morbiden 50er Jahre-Charme, stimmungsvoll abgemischt mit einem Schuss herrlicher Kolonial-Nostalgie. Einst wunderschöne Villen, von denen der Putz abbröckelt, Hotels in ehemaligen Plantagen-Villen und überall die unvermeidlichen Cadillac-Straßenkreuzer, die nur noch von Klebeband und Bindfaden zusammengehalten werden. Nachts tanzen die Menschen auf der Straße, überall wird Musik gespielt (immer live, nie vom Band), und der Rum fließt in Strömen. Im Grunde ist Kuba ein einziges Klischee, es ist genau so, wie man es sich so vorstellt. Aber hinter der Postkarten-Fassade stimmt einen der Alltag der Kubaner ein wenig traurig. Denn seit Fidel Castro Ende der 1950er Jahre die Insel vom Diktator Battista „befreit” hat, herrscht eisiger Sozialismus auf der Insel. Wo einst die Mafiabosse aus den USA ihren Urlaub verbracht hatten, übernahm nach der „glorreichen Revolución” eine neue Regierung: Kubaner dürfen nicht verreisen, weder auf der Insel, schon gar nicht ins Ausland. Ihre Post wird geöffnet und gelesen, Telefonate abgehört und merkwürdige Erklärungsversuche ins Hirn gepaukt, wieso die großen Brüder Sowjetunion und DDR sich aufgelöst haben, wo doch der Kommunismus die einzig vernünftige Politikform darstellt..? In Santiago de Cuba beim Frühstück ein merkwürdiges Szenario auf der Straße, das man sonst nur aus Science-Fiction-Filmen kennt: Fröhliche Musik schallt aus Lautsprechern auf die Straßen, dazwischen (für mich unverständliche, weil spanische) Durchsagen. Plötzlich Marschmusik, alle Menschen bleiben stehen wo sie gerade sind, die Nationalhymne! Gespenstisch. Wer sich in einen kubanischen (staatlichen) Supermarkt traut, ist entsetzt. Die Regale leer, das was es gibt ist für die meisten unerschwinglich. Aber die wesentlichen Einkäufe erledigt ein Kubaner eh auf dem Schwarzmarkt. Und am Strand, im Restaurant und abends in der Disko sind diejenigen, die mit Geld um sich werfen und sich unter den allgegenwärtigen Plakaten von Che und Fidel betrinken, die Könige der Insel – die Schwarzmarkthändler.

Cienfuegos State HotelDabei darf man nicht alles auf die Amerikaner schieben, die erstens seit Fidel Castro die Karibik-Insel im Würgegriff eines mächtigen Handelsembargos halten, und zweitens bereit stehen, um nach dem Tod von Fidel und seinem Bruder Raul die Insel „friedlich” zu übernehmen. Denn es ist durchaus die Schuld der eigenen Regierung, sich derart von der Außenwelt abgeschottet zu haben: Fidel verurteilt die westliche Welt als imperialistische Ellbogenkämpfer, die sich auf Kosten der unterdrückten Arbeiter bereichern. Ungefähr diese Einstellung hat dann auch der Zivil-Kubaner gegenüber dem Touristen. Man ist nicht nur ein (reicher) Klassenfeind, sondern muss ja auch noch vom Kubaner bedient werden. Kein Wunder, dass die eine Hälfte der Kubaner dem Reisenden mit erheblichen Ressentiments und einer gehörigen Portion Unfreundlichkeit begegnet. Die andere Hälfte ist zwar freundlich und aufgeschlossen, allerdings eher aus der Hoffnung auf ein sattes Trinkgeld heraus als aus echter Gastfreundschaft. Und so begegnen uns auf unserer Reise auch immer wieder „wohlhabende” Touristen aller Altersklassen, die – männlich wie weiblich – auf professionelle Flirts mit muskulösen Einheimischen und jungen Salsa-Tänzerinnen aus sind. Auch nicht wirklich schön.

Aber wovon lebt der kubanische Statt eigentlich? Natürlich vom Tourismus, der Devisen ins Land spült. Aber eben auch von den zwei klassischen Export-Gütern: Rum und Tabak. Der durchaus genießbare „Havana Club”-Rum, den es auch hierzulande in jedem Supermarkt gibt, ist omnipräsent, wird in jeder noch so kleinen Spelunke zu Mojitos verwandelt (notfalls aus alten Marmelade-Gläsern getrunken) und ersetzt die untreu gewordene Bacardi-Marke, die ursprünglich ja auch aus Kuba stammt. Noch wichtiger und fast genauso überall erhältlich ist aber der Tabak. Vor allem im trockeneren Norden der Insel angebaut, ist die Tabakpflanze das prestigeträchtigste Gut Kubas. Wer Zigarren mag, kommt an Kuba nicht vorbei. Cohiba, Partagas, Romeo und Julia, Montecristo und wie sie alle heißen – Zigarren kommen aus Kuba. Punkt. Als Christoph Columbus auf der Suche nach Amerika in Kuba vorbeikam, begann der Tabak seinen weltweiten Siegeszug. Gerüchten zufolge soll sogar John F. Kennedy ein paar Tage vor seinem Handelsembargo gegen Kuba sich gerade noch ein paar Kisten seiner Lieblingszigarren gesichert haben. Dabei gibt es für die getrockneten Blätter der Tabakpflanze noch einen ganz anderen tollen Verwendungszweck…

Tabak als Duftstoff
Fabrik von innenAuf unserer Reise waren wir in Havanna (der Hauptstadt) auch in der altehrwürdigen Zigarrenfabrik „Partagas”. Der Legende zufolge sollen hier früher die Zigarren auf den Oberschenkeln von Jungfrauen gerollt worden sein. „Mittlerweile” so unser Reiseführer, „sind uns aber die Jungfrauen ausgegangen.” Ein kleiner Seitenhieb auf den Anstieg der Prostitution seit der Tourismus floriert? Jedenfalls sitzen hier hunderte Frauen wie Männer und stellen Zigarren her. Die getrockneten Tabakblätter – ungefähr DinA4-große, braune „Lappen” mit erstaunlich ledriger Textur – werden nach optischer Qualität und Größe sortiert und dann um die Zigarrenfüllung aus geraspelten Tabakblättern gewickelt. Je ein halbes Blatt pro Zigarre. Ich kann Ihnen sagen, es war ein Erlebnis. Weniger aufgrund der unglaublichen Flut von Zigarren, die hier entstehen, sondern vor allem wegen des Geruchs. Die mehrstöckige Fabrik duftet derart, dass man vor Betreten des Hauses noch einmal tief Luft holen sollte. Denn das betörende Tabakaroma verschlägt dem Besucher wirklich den Atem. Für Nichtraucher wie für Raucher gleichermaßen ein köstlicher Odeur, denn auch wenn eine brennende Zigarre den meisten Menschen massiv auf die Nerven geht (Ich entschuldige mich für meine Meinung bei allen Zigarre-Fans), so duftet das getrocknete Tabakblatt einfach fantastisch – so würzig, ein bisschen bitter-süßlich, mit einer fruchtigen Mischung, vielleicht vergleichbar mit Wacholder-Holunder oder so.

Ein ganzes Blatt ist erstaunlich groß, so etwa 50 mal 30 cm an der breitesten und längsten Stelle, je nach Wuchs natürlich. Dann wird das Blatt von fleißigen Händen in der Mitte geteilt, indem die Hauptfaser aus dem Blatt gerissen wird. Dadurch entstehen zwei Hälften, die dann je nach Farbe, Aussehen und Qualität verschiedenen Zigarrenmarken und -typen als Deckblatt zugeordnet werden. Unschöne oder löchrige Blätter werden aussortiert – und (wer errät es?) zum Duftstoff Tabak destilliert. Dabei werden Fasern und Blätter in Lösungsmittel ausgelöst und dieses wiederum anschließend abgedampft. So entsteht das (nun lösungsmittelfreie) „Concrète”, das noch mit Alkohol versetzt und schließlich gefiltert wird. So entsteht das ätherische Tabaköl, das den warm-würzigen Tabakgeruch in sich trägt und auf jeden Fall ungleich kostbarer und köstlicher ist, als ein synthetisch hergestellter Tabakduft.

Wer Interesse hat an einem Tipp für tolle Tabak-Parfums, darf mir gerne schreiben, und wer den ein oder anderen Kuba-Reisetipp sucht, natürlich auch!
Ich freue mich über jede Frage -

Euer Constantin.

Bildquelle: Cuba Yank Tank und Cienfuegos State Hotel von Dirk van der Made via WikiMedia Commons. Some rights reserved. Vielen lieben Dank! Die Innenaufnahme der Partagas-Fabrik ist ein Urlaubsschnappschuss von mir selbst.

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Die Schöne und das Biest: Spiritus/land
Profumi di Pantelleria – der Zauber einer Insel
Halbzeit…


Duftende Neuigkeiten Part 2.

Geschrieben in Ankündigungen am 13.04.2010

Was erwartet uns noch an Neulancierungen? Nachdem ich gestern noch einige versprochen hatte, möchte ich mich heute nicht lumpen lassen…

Parfums de Rosine bescheren uns einen Neuling: Ein, wie soll es auch anders sein, Rosenduft natürlich, welcher auf den klangvollen Namen Une Rose au Bord de la Mer hört und als Eau Fraîche erscheint. Limitiert ist er wohl und erzählt die Geschichte eines fantastischen Sommerurlaubes… Die Ingredienzen: Bergamotte, Bitterorange, Neroli, Mandarine, Immortelle, Rose, Jasmin, Labdanum, Ambrettesamen, Ambra und weißer Moschus.

Die Franzosen von Diptyque lancieren Vetyverio, einen für Männlein wie Weiblein gleichermaßen geeigneten Duft mit maskulinem Vetiver und femininen floralen Noten. Die angegebenen Ingredienzen sind: Grapefruit, Zitrone, Mandarine, Bergamotte, Ylang-Ylang, Geranium, türkische Rose, Vetiver, Karottensamen, Zedernholz, Muskatnuss und Nelke.

Jo Malone Cologne Intense CollectionSpringen wir doch mal rüber zu den Angelsachsen: Jo Malone wird im August ihre neue Cologne Intense Collection herausbringen, die allesamt von der Parfumeurin Christine Nagel geschaffen wurden. Inspiriert wurden die Düfte von der „großen Tradition” sowie den „Ingredienzen des Mittleren Ostens”. „Two florals, one spicy and one woody scent”, ergo zwei florale, ein (ge)würziger und ein holziger Duft sollen es sein, und zwar folgende:

Amber & Patchouli: In diesem Duft treffen zwei sehr unterschiedliche und trotzdem gleichermaßen opulente Ingredienzen aufeinander und bilden ein harmonisches Ganzes, so Malone. Der spezielle Trick an der Sache soll auch eine extra (neu) kreierte Patchoulinote mit einem „subtilen, wildledergleichen Finish” sein. Resultierend daraus entsteht ein (ge)würzig-holziger Duft.

Oud & Bergamot: Nach Malone eine frische Interpretation des dunklen, hypnotischen Geruchs von Oud. Als andere Ingredienz wird neben der Bergamotte ein spezieller Orangenakkord genannt, der auf natürlichen Extrakten aus Zitrone und Orange basiert.

Rose Water & Vanilla: Als zeitgemäße Interpretation der traditionellen arabischen Rose Mokhalat bezeichnet und mit einer modernen Malone-Basis versehen, werden die beiden namensgebenden Ingredienzen von Neroli und Petitgrain abgerundet.

Iris & White Musk: Dieser Duft entsprang wohl dem Bedürfnis, ein Parfum um die Iriswurzel zu erschaffen, einem der teuersten Rohstoffe des Parfummarktes. Als andere Ingredienzen werden Moschus und Casablancalilie genannt. (Quelle: Moodiereport)

Bleiben wir in England, Herr Heeley hat ebenfalls etwas Neues für uns, auch gerade schon bei uns im Shop angekommen: Oranges And Lemons Say The Bells Of St. Clement’s – ein Zungenbrecher für den einen, dem anderen aber vielleicht schon bekannt… Zum Beispiel von Roald Dahl oder aus George Orwells 1984. Die erste Zeile des Kinderreims Orange and Lemons. Das macht es nicht sonderlich schwer, auf die Ingredienzen zu tippen: Orangen und Zitronen natürlich, samt etwas Earl Grey, Bergamotte, Petitgrain, Neroli, Ylang-Ylang, Vetiver und Eichenmoos.

Parallel zu unserer Global Art of Perfumes war im übrigen in Mailand die Esxence, ebenfalls eine Duftmesse. Dort hat sich James Heeley einem langen Basenotes-Interview „gestellt”, dessen erster Teil hier zu finden ist (die anderen zwei Teile sind seitlich über die Übersicht auf der Seite abrufbar).

Auch Andy Tauer war dort und stand Basenotes Rede und Antwort – deshalb auch gleich der Link zu dessen Videointerview:

Soviel erstmal von meiner Seite – ich wünsche Euch einen schönen Tag und sende Euch viele
liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Es ist mal wieder an der Zeit…
Mit duftenden Neuigkeiten…
Gangsta’s Paradise: Courvoisier.


Mit duftenden Neuigkeiten…

Geschrieben in Ankündigungen am 12.04.2010

… habe ich Euch bereits mit meinem ausführlichen Messebericht(en) versorgt, allerdings strömen wie immer im Frühjahr noch so einige auf uns zu und ein, deshalb möchte ich Euch heute und morgen zusammenfassen, was uns noch Schönes erwartet.

L'Artisan Parfumeur Nuit de TubéreuseBertrand Duchaufour ist natürlich auch mal wieder mit dabei, der Umtriebige, seines Zeichens (mittlerweile) Hausparfumeur von L’Artisan Parfumeur. Für ebenjene hat er uns einen Tuberosenduft kreiert, Nuit de Tubéreuse, ein „Parfum für aufregende Sommernächte in Paris”: Eine aufregende, sinnliche und zeitgenössische Tuberose soll es sein, als deren Ingredienzen die folgenden angegeben werden: Kopfnote: rosa Pfeffer, Angelika/Engelwurz, Kaskarillabaum, Mandarine, ; Herznote: Ylang-Ylang, Orangenblüte, Mango, Tuberose, Rose, Ginster; Basisnote: Nelke, Hölzer, Sandelholz, Labdanum, Moschus.

L'Occitane PaeoniaL’Occitane wartet im Zuge der Veröffentlichung seiner neuen Peony-Makeup-Kollektion natürlich auch mit einem, richtig: Pfingstrosenduft auf. Paeonia genannt, ist inspiriert durch die Idee eines morgendlichen Gartens voller (blühender) Pfingstrosen. Ich liebe ja Pfingstrosen – es gibt viel zu wenige Düfte dazu. Vielleicht wird dieser etwas? Die Ingredienzen: Pampelmuse, Bergamotte, Pfingstrose, Rose, Sandelholz, weißer Moschus.

Bleiben wir gleich bei den Frühlingsblümchen: Byredo präsentieren uns La Tulipe, ein wie man liest sauberer und frischer floraler Duft mit Tulpen im Herzen, einer Kopfnote von Rhabarber, Freesie und Alpenveilchen, alles fußend auf einer Basis von hellen Hölzern und Vetiver. Die Tulpen sind ebenfalls rar gesät im Garten der Düfte, ergo herrscht auch hier Bedarf – genügend Liebhaber finden sich sicherlich.

Honoré des PrésHonoré des Prés, das „Ökolabel”, lancieren drei neue Düfte, wiederum erschaffen von Olivia Giacobetti: Vamp à N.Y., ein Tuberosenduft (das Thema läßt uns diese Saison nicht los!), I love les carottes mit Karottenblüten, Orange, Vanille und Irisbutter sowie Love Coco, ein Gourmandkandidat mit Milch, Kokosnuss und Korianderblättern. Erneut sind alle Düfte aus garantiert natürlichen Essenzen.

Hèrmes lädt uns auf eine Reise ein: Lange angekündigt und jetzt dann in den Läden: Voyage d’Hèrmes. Den Clip dazu seht ihr hier:

Morgen folgt noch eine ganze Reihe weiterer neuer Schmankerl – heute jedoch erstmal einen schönen Tag Euch und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Pfingstrose von Marco Michelini via stockxchng – vielen lieben Dank! Some rights reserved.

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Neuheiten – Update…
Duftende Neuigkeiten Part 2.
Es ist mal wieder an der Zeit…


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 9.04.2010

Wie immer unsere wöchentliche Prozedur: Fünf heimatlose Probenpakete warten auf liebevolle Händen oder besser: Nasen. Wer eines haben mag nennt uns einen Aussteller der Global Art of Perfumes und schickt uns bis Sonntag 24 Uhr eine Mail mit seinem Namen und seiner Adresse an info@ausliebezumduft.de – viel Glück!

Die Gewinner der letzten Woche waren: Margot H., Andrea T., Reena N., Annette P. und Julia S. – herzlichen Glückwunsch!

Ein schönes Wochenende Euch allen und liebe Grüße,

herzlichst,

Eure Ulrike.

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Stern-schnuppern

Geschrieben in Duft am 9.04.2010

„Deep Impact” auf dem Parfummarkt: Xerjoff erweitert seine Duftkollektion rund um die Magie der Meteoriten um vier neue Kostbarkeiten. Augen zu und etwas wünschen!

Die Zeit steht still,
wenn du’s willst
.
Vertreibst dumpfe Gedanken
Heile Welt, unverfälscht
Bringst die Erde ins Wanken
Hab auf dich sehnsüchtig gewartet
Haut aus Samt, übermannt
Könnte dich andauernd streicheln
Augenglanz, unverwandt
Härteste Herzen erweichen
So was wie dich nenn ich Glück
(Herbert Grönemeyer: „Komet”)

Wer letztes Jahr den nächtlichen Kometentanz der Perseiden gesehen hat, konnte live erleben wie romantisch und mysteriös diese „Tränen des Himmels” sind. Haben sie magische Kräfte? Erfüllen sie Wünsche? Und war es tatsächlich ein Meteoritenschauer, der die Dinsaurier vernichtete? Schaurig schön… Funkelnde Meteoriten faszinieren uns seit Anbeginn der Menschheit, und tun es heute noch. So sehr, dass ein italienischer Parfumeur den Sternschnuppen eine kleine, exquisite Duftkollektion widmete. Mit bahnbrechendem Erfolg, auf den jeder leuchtende Himmelsstürmer neidisch wäre.

Es war einmal ein kleiner Bub
torino… der stand abends in Turin auf dem Dach seines Elternhauses und beobachtete die Sterne. Da plötzlich entdeckte er zwischen den funkelnden Juwelen im Nachthimmel einen Stern, der sich bewegte – der kleine Bub sah zum ersten Mal in seinem Leben eine Sternschnuppe. Und ihm rann eine kleine Träne über die Wange, so bewegt war der Junge von der Schönheit dieses Phänomens.
Um ehrlich zu sein, dieser Bub hätte genauso gut ich sein können. Wie oft stand ich als kleiner Mann am Fenster und hoffte, eine leuchtende Botschaft aus dem All zu entdecken. Gewünscht habe ich mir nie etwas, denn wenn sich jeder Mensch der eine Sternschnuppe sieht, etwas wünscht, dann hat doch jede kleine Schnuppe viel zu viele Wünsche auf sich lasten, um sie alle zu erfüllen. Das ist doch Quatsch, dachte ich mir (hat mich aber übrigens nie daran gehindert, mir vom Christkind etwas zu wünschen. Wie das funktionieren soll – ein Christkind, Millionen wünsche – ist mir zwar bis heute schleierhaft, aber so penibel war ich mit acht Jahren nun mal noch nicht).

Ob sich der Bub aus Turin damals etwas gewünscht hat, weiß ich nicht, aber sicher kann ich sagen: Er hat das Staunen nie verlernt. Noch heute als Erwachsener liebt er die Mystik, die Geschichten und Hoffnungen, die sich um jeden Meteoriten drehen. Das ist nicht einfach nur Sternenstaub, der leuchtet, für ihn ist es sichtbare Magie. Und wie es der Zufall so will, ist der Junge heute Parfumeur. Nicht irgendeiner, sondern der mittlerweile in der Szene legendäre „Sergio Momo”, der mit seinem Dufthaus XerJoff seit 2004 selbst zum „Stern” wurde, naja, zumindest ein Star.
Geschaffen hat XerJoff eine absolut außergewöhnliche Kollektion, Düfte nach alten Grasser Techniken und Rezepturen, in neuer Interpretation – immer bedacht, nur das beste der Natur zu verwenden und mit tiefgründiger Duftpoesie an die Magie der Kometen zu erinnern. Die handgefertigten Murano-Glasskultpuren, die aufwändige Holz-Verpackung und das strikte Gebot, pro Jahr und Duft nicht mehr als 299 Flakons herzustellen, sind ein Bekenntnis zu maximaler Qualität, fernab jeden Massenmarktes.
Aber es gibt noch einen Clou der Duftlinie „Shooting Star” (was für ein treffender Name, bedenkt man die Inspirationsquelle):

Es war an einem kalten Februarmorgen in Sibirien vor 63 Jahren

perseiden… als um kurz nach halb elf ein Meteor am frostig-klaren Himmel erschien. Zuerst dachten die Menschen, es wäre ein besonders gut zu sehender Stern, als dieser vermeintliche Stern aber immer größer wurde, immer heller schien und eine Bahn von Nord nach Süd einschlug, wurde es zur Gewissheit: Ein mächtiger Gesteinsbrocken aus dem Weltall stand über dem Horizont. Er ging in Flammen auf, zog einen hypnotisierend schaurig-schönen Schweif hinter sich her, und verschwand schließlich außer Sichtweite, als er irgendwo in den Bergen niederging. Es muß ein monumentales Naturschauspiel gewesen sein.
Wer heute einen „Shooting-Star”-Duft kauft, bekommt nicht nur ein unglaublich köstliches und wirklich luxuriöses Parfum, sondern auch einen (zertifizierten) Splitter dieses sibirischen Meteorschauers. Ein Stück Magie, das neben dem kunstvollen Einzelstück-Flakon (wie gesagt, nur einer von 299 pro Jahr) in der liebevoll verarbeiteten Holzschatulle thront. Jeder der kostbaren Duftjuwele (je für Mann oder Frau) trägt übrigens auch den Namen einer Stadt, in der in den letzten Jahrzehnten so ein Stern vom Himmel gefallen ist, wie „Esquel” (Argentinien), „Shingl” (Kalifornien), „Kobe” (Japan) oder „Modoc” (Kalifornien),.

Neu in 2010: Lua, Oroville, Nio und Oesel

shooting-stars_xerjoffXerJoff – Lua
Ein floral-üppiger Damenduft mit mediterranem Flair. Bergamotte und Orange in der Kopfnote, gefolgt von Maiglöckchen, Rose und Iris. Die Basisnote aus Zedernholz, Vanille und Moschus verschmilzt mit der anfänglichen Leichtigkeit zu einer mysteriösen und sehr zärtlichen Komposition. Hat ihr Mann Ihnen immer versprochen, Ihnen die Sterne vom Himmel zu holen? Dann legen sie ihm doch diesen Text vor – jetzt kann er endlich Taten folgen lassen! :-)

XerJoff – Oroville
Das kalifornische Städtchen Oroville ist eigentlich ein beschaulicher Platz. Am Wasser gelegen, idyllisch und toll zum Wandern. Vor allem aber für Himmelsgucker lohnt sich die Reise: Denn hier gibt es erstaunlich oft Meteoriten zu beobachten. In der olfaktorischen Umsetzung entstand unter diesem Namen ein herrlicher Männer-Tabak-Duft mit softer Kamille und Muskatellersalbei (sehr außergewöhnlich), Nelke, Ambra und Moschus. Ein Parfüm für echte Kerle, die die Wildnis lieben und gerne nachts im Wald den Himmel absuchen nach einem Stück Kindheitstraum.

XerJoff – Nio
Hier nun auch ein mediterraner Duft für den Herren (herrlich in Ergänzung zu Lua! Liebespaare sollten sich unbedingt beide leisten). Verschwenderisches Neroli und frische Bergamotte werden umschwärmt von mysteriösen Gewürz-Akkorden. Wenn ein Komet einen Schweif hat, der im nächtlichen Himmel funkelt und sprüht, dann würde er vielleicht so riechen (geht meine Fantasie mit mir durch?). Jedenfalls ist Nio mein absoluter Favorit der vier Neulinge. Könnte an der Prise Vetiver liegen, der dem Duft seinen Schuß Eleganz gibt, oder eher im Gegenteil am Guajakholz, das unerhört sexy riecht. Na, es ist wohl die Kombination von beidem. Und ist es nicht genau das, was wir Männer sein wollen: Manchmal edel, manchmal verrucht!

XerJoff – Oesel
Kennen Sie Oesel? Ich auch nicht. Auf der größten Insel Estlands gibt es einen uralten Meteoritenkrater zu sehen, der so tief sein soll wie ein neunstöckiges Hochhaus. Was für gewaltige Kräfte dort gewirkt haben müssen! Der Duft, der den Namen der Insel tragen darf, steckt daher konsequenterweise voll urmännlichem, starkem Machisme: Zitrone, Orange, Petitgrain aus Uruguay, Akazienblüte, indisches Patchouli, Zeder und Tabak. Eine explosive Mischung! Paßt perfekt zu Jeans und Karohemd, aber auch als subtiler Kontrast zum Anzug. So kraftvoll und energiegeladen habe ich lange keinen Männerduft mehr gerochen.

Nun, wie kommt man bei diesen vier Düften zu einem Fazit? Ich finde die Idee, eine Duftlinie um Kometen zu stricken, ganz wunderbar. Die Umsetzung, kostspielig (aufgrund der ausgezeichneten Qualität) aber gelungen. Wer ein Stück vom Himmel in seinem Bad stehen möchte, und in Sachen Duft eher ein Einzelgänger ist, kein Mainstream-Fan, der wird begeistert sein. Ich bin es jedenfalls, und ja, wenn ich mir morgens eine Prise Nio hinter’s Ohr tupfe, schließe ich die Augen und wünsche mir etwas. Nämlich, dass der köstliche Duft den ganzen Tag halten mag. Und siehe da – meine Wünsche werden immer wieder erhört: Ich habe schon lange nicht mehr so viele Komplimente geerntet wie mit XerJoff.

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Torino von Groumfy69 und Perseid Meteor Shower von Jared Tennant. Beide via WikiMedia Commons. Some rights reserved. Vielen Dank!

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