Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Histoires de Parfums’ Moulin Rouge 1889.

Geschrieben in Duft,Leder,Reines und Pudriges am 19.03.2010

Sehr gespannt war ich auf diesen Duft. Und, wie ich gleich vorwegnehmen kann: Zu Recht. Histoires de Parfums Moulin Rouge 1889, der offizielle Signature-Duft zum 120jährigen Bestehen des legendären gleichnamigen Pariser Cabarets und Nachtclubs. Hier ist Nomen gleich Omen, aber trotzdem könnte der Duft den einen oder anderen überraschen, weil er zwar zum Namen paßt, man sich allerdings andererseits auch etwas anderes darunter erwarten könnte… Was erwartet man denn vom Duft und was assoziiert man mit Moulin Rouge? Mein Bild ist, wie schon einmal erwähnt, literarisch geprägt: Für mich ist Moulin Rouge Jahrhundertwende, Salonkultur, Tanztheater in jeglicher Form. Es liegt viel in der (Bühnen)Luft: Aufregung, Nervosität, Frivolität, Freude, Ausgelassenheit und – Erotik. Der Duft von Puderquasten und Stoffen unterschiedlichster Natur, Samt und Seide sowie schwerer Brokat, ein Hauch von Transpiration, ein bißchen Alkohol oder besser: Champagnerbäche… na, ihr wißt schon…

toulouse-lautrec1Und natürlich Toulouse-Lautrec, der Maler, den ich schon in meinem letzten Artikel mit dem Moulin Rouge in Verbindung brachte, weil er das verführerisch überbordende Leben dort in den leuchtendsten Farben für die Nachwelt eingefangen hat: Glanz, Gloria und Glamouröses, Passionen und Obsessionen in jeglicher Hinsicht sowie… Exzesshaftigkeit.

Moulin Rouge fängt all diese Vorstellungen vollkommen ein. Er präsentiert sich mitnichten als kuschelig-muckeliger Skinduft oder hyperpudrig, sondern er repräsentiert das ganze obige Programm: Im Auftakt erinnert er – und das zieht sich wie ein roter Faden durch den Duft – im Geruch an einen guten Lippenstift oder einen qualitativ hochwertigen Puder. Wißt Ihr, diese cremig-trockene Komponente? Trocken ist hier auch genau das Stichwort – der Duft ist trocken, und zwar durchgängig. Er entwickelt sich nah der Haut und verschmilzt richtiggehend mit ihr. Das Wort skinnig im herkömmlichen Sinne trifft es aber nicht, da er weder klassisch pudrig ist noch eine wirkliche Süße an den Tag legt, obgleich ihm süße Elemente innewohnen. Diese sind aber betont – ich wiederhole – trocken, ähnlich wie bei getrockneten Früchten. Urheber dessen ist – die Iris, eine wunderbar samtig-weiche und sanfte, verträumte Variante davon, welche im weiteren Duftverlauf herrlich mit den sich zu ihr gesellenden Ledernoten korrespondiert – ein sehr schöner Kontrast. Die Lipstick-Anklänge enthüllen alsbald ein florales, nicht näher zu charakterisierendes Herz, welches von (ganz klar: trocken)fruchtig-beschwipsten Pflaumennoten (mit einer Prise Salzigkeit) sowie cremigen Zimtakzenten (erinnert sich jemand an den Big-Red-Kaugummi?) abgerundet wird. Die Basis, die dahinter bereits hervorragt, offenbart Großes: Absinth, leicht bitter, typisch wermutig und wehmütig, begleitet von ätherisch-tiefem Patchouli stiften melancholische Momente, während Vanille und Moschus sich zu einer subtil-warmen Weiche vereinen und den Duft somit gekonnt abrunden.

toulouselautrec2Seine Ingredienzen: Mandarine, Pflaume, Zimt, Absinth, Rose, Iris, Leder, Patchouli, Vanille, Moschus.

Chapeau! Respekt – dieser Duft ist ganz großes Kino oder besser: ganz großes Theater! Ich bin sehr sparsam mit derlei Komplimenten, vielmehr: Ausdrücken, aber Moulin Rouge 1889 ist etwas komplett eigenständiges, ein Unikat, ein absolutes und einzigartiges. Ich kenne nichts, was auch nur ansatzweise so riecht wie dieser Duft, welcher eine fast lyrische Qualität besitzt mit seinen unterschiedlichen und in der Tat aussagekräftigen (Verlaufs)Stadien. Eine großartige und bemerkenswerte Kompostion, welche endlich wieder mal Femininität nach meinem Geschmack auszudrücken vermag – für mich persönlich ein Musthave, in jedem Falle aber ein Musttry würde ich sagen.

In diesem Sinne – einen schönen Tag wünsche ich Euch und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Foto Toulouse-Lautrec bei der Arbeit / 1890 sowie das fertige Bild “Ball im Moulin Rouge” – beides via WikiCommons, some rights reserved.

Histoires de Parfums’ Moulin Rouge 1889 in unserem Shop: Hier klicken!

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Neuveröffentlichungen…

Geschrieben in Ankündigungen am 18.03.2010

… im Frühling hatte ich ja bereits diverse erwähnt – siehe hier (und/oder in der Sparte Ankündigungen links). Aber es sind natürlich noch viele weitere dazu gekommen – und werden vermutlich noch kommen. Einige habe ich Euch extra rausgepickt:

Il Profumo NudaDie Italiener Il Profumo veröffentlichen dieser Tage einen neuen Duft namens Nuda. Inspiration für diesen Duft ist der Geruch der Haut einer Frau im Stadium der – Ekstase meine Lieben, ja genau. Wenn mich meine Sprachkenntnisse nicht trügen, ist Nuda laut Il Profumos Bekunden der Poet unter den verführerisch-sensiblen Düften und trägt sich wie eine zweite Haut. Als olfaktorische Familie werden die holzig-fruchtigen Moschusdüfte genannt.

Penhaligon’s erweitert seine Anthology Collection mit zwei weiteren Düften, namentlich Orange Blossom und Eau de Cologne.

Die Geburt der Anthology Collection war Mitte 2009 mit vier Düften – Extract of Limes, Eau de Verveine, Night Scented Stock und Gardenia. Angelegt ist sie auf 12 Düfte, die bis Ende 2011 erscheinen sollen. Das Besondere an der Kollektion ist, daß sie durchweg aus Düften besteht, deren Rezepturen aus dem Firmenarchiv stammen und die bereit „discontinued” waren. Das heißt es handelt sich hierbei um die Wiederveröffentlichung alter Düfte, um Relancierungen. Allerdings wurden die Düfte wohl bisweilen behutsam überarbeitet und harmonisch modernisiert – und hier hatte niemand geringeres als der mittlerweile omnipräsente Bertrand Duchaufour die Finger mit im Spiel, der auch den letzten Duft des Hauses, Amaranthine, kreierte.

Eau de Cologne ist die Neuauflage eines 1927 veröffentlichen Duftes und wird als klassisch-zitrische Komposition mit subtilen Hesperidenanklängen und pudrigen Noten von Orange und Rosmarin beschrieben. Die Ingredienzen: Zitrone, Orange, Bergamotte, Rosmarin, Neroli.

Orange Blossom ist aller Anzeichen nach sicherlich mehr als „nur” eine weitere Orangenblüte: Basierend auf einem 1976 veröffentlichten Duft des Hauses, wurde jener von Duchaufour „reinvented”, ergo: überarbeitet. Das fällt auch gleich auf, wagt man einen Blick auf die Ingredienzen – nach 70er Jahre-Duft sieht das wahrlich nicht aus: Kopfnote: Neroli, Bergamotte, Zitrone, Orange, Kardamom, Rosa Pfeffer, Veilchenblätter; Herznote: Jasmin, Tuberose, Pfirsichblüte, Orchidee, Basisnote: Zedernholz, Sandelholz, weißer Moschus, Vanille.
Der Duft soll ein sanfter und leuchtender Floraler sein, der die Dualität der Orangenblüte, ihre Frische und gleichzeitige Wärme olfaktorisch umsetzt. Inspiriert wurde er, natürlich, von einem schönen mediterranen Dinner im Sommer.

Frau Kawakubo von Comme des Garçons ist wie Herr Duchaufour ebenfalls ubiquitär: Es wimmelt nur so von Kooperationen – sie als sprühender Genius steht wohl selten still… Dieses Mal ist es eine Kooperation mit dem Designer, Künstler und Landsmann Jun Takahashi. Zwei Düfte sind es, benannt nach Takahashis Label Undercover: Undercover Holygrace und Undercover Holygrapie. Takahashi ist als Künstler unter anderem bekannt für seine immer sehr ambivalenten Puppen(figuren), denen häufig Gegensätze wie Schönheit, Hässlichkeit und Terror innewohnen (sollen). Sein Modelabel Undercover ist typisch japanisch, wenn man das so sagen kann und mag – Dekonstruktion war und ist ein großes Thema, ansonsten sieht man puristische, ausgefallene und häufig radikale Entwürfe in gedeckten (Un)Farben. Soweit so gut – was die Düfte angeht, ist Holygrace „along the lines” von Eleganz, Seife, Frische und Gift [sic!] kreiert und Holygrapie soll den Duft von Babies, Liebenswürdigkeit und Sensibilität reflektieren. Die Namen der Düfte stammen von den Mother Grace und Child Grace-Puppen – einige kann man hier in diesem Blogartikel von dem Launch der Düfte betrachten.

holygraceIngredienzen Holygrace: Kopfnote: Bergamotte, Ingwer, rosa Pfeffer, Kardamom; Herznote: Jasmin, Weihrauch, Piment, Basisnote: Ambra, Vetiver, Vanille, Styrax.

Ingredienzen Holygrapie: Kopfnote: Ingwer, Mandarine, Rhabarber, schwarzer Pfeffer; Herznote: Iris, Ylang-Ylang, Muskatnuss, Weihrauch; Basisnote: Zedernholz, Sandelholz, Vetiver, Styrax, Patchouli.

… auf was freut Ihr Euch denn Neues dieser Tage? In jedem Falle dürft Ihr Euch auf eines freuen: Die versprochene Rezension von dem neuen Histoires de Parfums Duft Moulin Rouge :)

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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La Vie en Rose…

Geschrieben in Gesichtspflege,Kosmetik,Make-Up am 17.03.2010

Rosen sind als Duftstoff gerade mal wieder sehr en vogue. Und die Kosmetik zieht nach: Dr. Sebaghs neues Rosenserum für sensiblen, geröteten Teint. Für den Geldbeutel: Luxus pur. Aber für Haut, die aus dem Gleichgewicht geraten ist: endlich herrliche Entspannung! Das „Rose de Vie” ist jeden Tropfen wert…

Dr. Sebagh Rose de Vie Serum DélicatKennen Sie Columbos Frau? (Die von dem liebenswerten Ermittler mit dem Silberblick und dem grauen Trenchcoat…) Nein? Ich auch nicht. Die kennt nämlich keiner. Lieutenant Inspector Columbo spricht zwar ständig von ihr, aber gesehen hat sie noch keiner. Und genau so ist es mit Dr. Jean Louis Sebagh. Zum Kundenstamm des britischen Arztes gehören Filmstars und Models, Reiche und allerart Prominente, über die der Schönheits-Experte zwar gerne spricht, aber sie nicht nennt und niemand genau weiß, um wen es sich handelt.
Vor über zwanzig Jahren dachte sich eben dieser Dr. Sebagh, er könne und dürfe all sein Wissen nicht nur seinem streng gehüteten Kundenzirkel vorbehalten. Wo ein Wissen, da ein Weg! Also setzte er sich an die Arbeit und schuf eine kleine, aber exquisite Kosmetik-Linie, die Seren, Cremes, Masken und Reiniger umfasst – Resultat aller Produkte soll der „Sebagh-Effekt” sein, ein frischer, strahlender Teint, egal in welchem Alter. Dabei betont der Arzt immer wieder gerne, was uns eh allen klar ist: Umso früher eine Frau (und ein Mann!) zu cremen anfängt, desto besser. Denn ab dem 25. Lebensjahr baut die Haut systematisch ab. „Genauso wie wir unseren Körper kontinuierlich mit Nahrung versorgen, so dürfen wir auch bei Inhaltsstoffen unserer Pflege nicht sparen.”

Gereizter Teint – jede zweite Frau kennt das!

Mehr als die Hälfte aller Frauen in Deutschland erleben regelmäßig, dass ihre Haut juckt, spannt oder sich rötet. Die Ursachen können vielfältig sein – falsche Ernährung, Streß, Allergien, Zuviel Hautpflege oder schlichtweg die falsche. Generell unterscheidet man dabei zwischen „exogenen” und „endogenen” Einflüssen. Die sogenannten Endogenen Faktoren können in der Psyche wurzeln. Streß zum Beispiel ein häufiger Auslöser für gereizten Teint. Es kann aber auch eine generelle genetische Veranlagung vorliegen. Gemein, aber wahr: Manche Frauen haben ihren empfindlichen Teint schlichtweg geerbt und müssen dann besonders darauf achten, ihn zu stärken.
Exogene Faktoren dagegen sind Reiz-auslöser von außen. Das kann zum Beispiel UV-Strahlung sein, die falsche (oder zuviel) Pflege, trockene Heizungsluft oder Wind und Kälte im Winter.
Kennzeichen des empfindlichen Teints ist vor allem, wenn nach der Gesichtsreinigung der Teint spannt, oder er bei Wärme beziehungsweise Kälte sich schnell rötet. Oder wenn er auf Pflegecremes mit Juckreiz oder Brennen reagiert. Dann handelt es sich höchst wahrscheinlich um empfindliche Haut. Über 70 Prozent der Frauen berichten in Studien von den oben beschriebenen Symptomen, Tendenz steigend.

Das neue Serum: Rose de Vie Serum Délicat

Dr. Sebagh Rose de Vie Serum DélicatEin seidiges nicht-fettendes Feuchtigkeits-Konzentrat , das Freie Radikale bekämpft und gerötertem, angespanntem Teint pempert und Linderung schenkt. Die Haut wird gestärkt, beruhigt und geschützt. Ein paar Tropfen nach der Reinigung auf den betroffenen Partien verteilen und sanft in die Haut einmassieren.
Symcalmin, der berühmte entzündungshemmer mindert Rötungen und Spannungsgefühl im Handumdrehen, Delta-tocopherol wirkt anti-oxidativ und kostbares Rosenöl spendet intensiv Feuchtigkeit. Die Haut beginnt bei regelmäßiger Anwendung zu strahlen, dank Omega-3-Säuren, Vitamin E und einem extrem hohen Lipidanteil.

Andere Firmen werben groß damit, den Schlüssel jugendlicher Haut entdeckt zu haben. Dr. Sebagh hält es da eher mit Columbo: Den Ball flach halten, und die Resultate für sich sprechen lassen. Die Fans kommen dann ganz schnell – und von ganz alleine. Auch ohne marktschreierisches Imponiergehabe. So war es schon bei anderen großartigen Sebagh-Produkten wie der sensationellen Vitamin-C-Puder-Creme, die als wahrer Ausstrahlungs-Booster anderen Produkten beigemischt wird, um den Teint zum Leuchten zu bringen. Und so wird es auch diesmal sein, mit dem Rosenserum. Ganz von alleine wird die Sebagh-Lawine wieder einmal ins Rollen kommen, und ganz heimlich werden die Schönen und Reichen sich diesen Geheimtipp zuflüstern und cremen was das Zeug hält. Aber lassen sie mich kurz den Inspector Columbo für Sie spielen, denn ich hätte da noch eine Frage, wenn Sie erlauben: Wo ist der Unterschied zwischen uns und den Schönen und Reichen? Eben, es gibt keinen mehr. Wir können alle umwerfend aussehen, auch ohne zu Dr. Sebagh in die Praxis zu müssen. Wir können uns sein Wissen nämlich nach Hause holen. Und fühlen uns dabei doch irgendwie wie ein Hollywood-Star mit seiner Geheim-Tipp-Pflege. Was so ein paar Tropfen Rosen-Elixir so alles ausmachen…

Kleine Notiz am Rande:
Wer Rötungen mit Make-up kaschieren möchte, macht oft nur noch alles schlimmer!
Irritierter Teint sieht oft nicht besonders schön aus. Rot, schuppig, fahl, mit Pickelchen. Am Liebsten möchte man sich verstecken, oder zumindest die betroffenen Hautstellen.
Im Gesicht heißt das: mit Make-up zukleistern.
Aber: oft verschlimmern alle kosmetischen Camouflage- Helferlein das Ganze nur noch!
Denn viele Make-up-Produkte lassen die Haut nicht genug atmen, oder enthalten allergieauslösende Dufstoffe, und langkettige Kohlenwasserstoffe wie Paraffine oder nichtflüchtige Silikone – und die wiederum mindern die Regenerationsfähigkeit der Haut.
Aber es wäre doch gelacht, wenn wir Ihnen nicht die passende Lösung bieten könnten: Erst das neue Rosen-serum, dann Mineral-Make-up statt Mass-Market-Produkte.
Mineralische Pigmente sind längst in Lebensmittelqualität verfügbar und decken als Puder und Foundations mit ihrem breiten Farbspektrum alle Hauttöne und Wünsche ab. Zwar erreichen sie nicht das samtweiche Hautgefühl der eben angesprochenen Silikone, die sich wie ein samtiger Film auf den Teint legen, dafür kann die Haut aber bestens atmen und sieht oft – je nach Auftragetechnik – auch natürlicher, ungeschminkter aus. Besondere Beachtung beim Schminken von „Problemhaut” benötigt übrigens die zarte Augenpartie. Sie ist sehr empfindlich und reagiert schnell gereizt auf Make-up. Zum Glück gibt es auch hier mittlerweile mineralische Produkte, wie z.B. Eyeshadows, die viele Allergiker und Frauen mit empfindlichem Teint besser vertragen. Übrigens: schwarzer Mascara und schwarzer Eyeliner sind für sensible Haut seltener ein Problem, als Produkte mit grünen oder blauen Farbstoffen. Schuld sind die darin oft enthaltenen Kupferoxide oder Chromdioxod-Teilchen. Nickel-Allergiker sollten allerdings wiederum mit der schwarzen Mascara vorsichtig sein, denn gerade in der Farbe Schwarz ist oft Nickel enthalten.
Wie würde Columbo sagen: Noch irgendwelche Fragen offen?

In diesem Sinne – Ihr Constantin.

Bildquelle: White Red Rose von A.I.Inc. via stockxchng – vielen lieben Dank!

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Where the wild roses grow…
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Jetzt habe ich…

Geschrieben in Allgemein am 16.03.2010

… doch tatsächlich heute morgen gepennt… Irgendetwas hatte sich verschoben bei den Artikeln und so wurde Euch dann der Artikel meines lieben Constantins gleich doppelt serviert, nur ohne Bilder – auch mal schön. Aber nicht wirklich nötig.

Nun kann ich Euch auf die Schnelle nur einen Vorgriff aus dem Hut zaubern: Es erwarten Euch nämlich diverse Neuigkeiten dieser Tage. Zuerst einmal habe ich für Euch Histoires de Parfums Moulin Rouge getestet sowie Acqua di Parmas Neuzugang in der Blu Mediterraneo-Serie, Bergamotto di Calabria und Micallefs Jewel.

FrühlingDann soll nicht nur demnächst der Frühling kommen und mit ihm wärmere Temperaturen – man mag es kaum für möglich halten, aber es ist wahr! -, sondern auch Neuzugänge auf dem Parfummarkt, von denen ich Euch einige interessante herausgesucht habe.

Darüber hinaus wird Steffi Euch noch einige weitere Einblicke in die Parfumherstellung geben. Sie ist ganz begeistert bei der Sache und hat aufgrund ihres abgeschlossenen Biologie-Studiums die besten Voraussetzungen, uns diverse Details gut erklären zu können, was sie ja mit ihren ersten Artikeln bereits unter Beweis gestellt hat. Gibt es denn noch bestimmte Themen, die Euch besonders interessieren? Steffi sprüht zwar vor Esprit und eigenen Ideen, würde aber auch gerne auf Eure Wünsche eingehen – wenn Ihr sie denn äußert ;)

Des weiteren wäre da noch die Global Art of Perfumes in Düsseldorf: Ich habe bereits letztes Jahr berichtet, wir sind auch dieses Jahr wieder vor Ort. Sie findet von 26. bis 28. März statt, wieder in Düsseldorf, dieses Mal aber in den Rheinterrassen. Es wird sicher ein schönes Wochenende und wir würden uns natürlich auch freuen, den einen oder anderen dort vielleicht zu treffen – am Sonntag ist für “normales” Publikum ergo für die Öffentlichkeit geöffnet. Vielleicht ist es ja für jemand noch die Ergänzung für eine gelungene Wochenendplanung? Näheres auf der Seite der Global Art of Perfumes.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Apple Blossom von Littlekata via stockxchng – vielen lieben Dank!

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Fremdgegangen.
Öfter mal was Neues… Freitag-Abend-Verlosung.
Wochenendüberraschung!


Mazeration…

Geschrieben in Wissenswertes am 15.03.2010

Was Schnaps, Benzin und ätherische Öle gemeinsam haben, wissen wir mittlerweile… die Destillation, die uns viele Dinge unseres alltäglichen Lebens ermöglicht und selbstverständlich macht und über die ich neulich berichtet hatte. Doch wie bei uns Menschen ist auch Pflanze nicht gleich Pflanze. Es gibt zähe Knochen, dankbar Freundliche, die Kratzbürstigen und zartbesaitete Sensibelchen… Die florale Gesellschaft ist individualistisch und manchmal fast schon menschlich. Und jeder, der schon einmal im Besitz eines Ficus benjamini war (im Volksmund auch Birkenfeige genannt) weiss, was ich meine. Dreht man diesen laubigen Gesellen, nachdem er sich einige Zeit an einem Platz im Zimmer eingelebt hat, auch nur ein wenig zu Seite (oder stellt ihn gar um), verliert er aber auch mit fast unglaublicher Sicherheit in den nächsten Tagen tödlich beleidigt beinahe alle Blätter. Da ich von Freunden ähnliche Erfahrungsberichte gehört habe, gehe ich davon aus, dass mein Exemplar auf der Sensibilitätsskala von Birkenfeigen noch im absoluten Normbereich einzustufen ist.

Und auch wenn mir jeder Fachmann erzählt, dass Pflanzen und Tiere kein Gewissen kennen und auch kein Ich-Bewusstsein, bin ich mir da nach so mancher Protestaktionen und Unmutsbekundung seitens meiner zahlreichen Zimmerpflanzen wie auch nach so manch beleidigtem, empörtem oder auch schuldbewussten Blick meiner Katze oder meines Hundes nicht mehr so ganz sicher. Wobei zugegebenermaßen Gewissen oder Ich-Bewusstsein bei Pflanzen wohl etwas zu hoch gegriffen ist, aber zumindest können sie eindeutig auf meine Taten reagieren und mir auf stumme Art und Weise mitteilen, ob sie etwas mögen oder nicht – stummer Protest auf der Basis von Actio und Reactio. Schön, dass ich hier auch meinen (ungeliebten) Physikunterricht mit ins Spiel bringen kann! ;-)

labDen unterschiedlichen Gemütern von Pflanzen sei es auch geschuldet, dass es verschiedene Methoden gibt, um Duftstoffe aus diesen zu gewinnen. Die Destillation ist etwas für die Normalos unter den Pflanzen. Eine Variante der sanfteren Entlockung der wertvollen Duftfracht ist die Mazeration. Darunter versteht man im Allgemeinen, dass eine Substanz oder ein Rohstoff in einer Flüssigkeit wie Wasser, Öl oder Alkohol eingeweicht wird. Diese Flüssigkeit dient bei der Mazeration als Lösungsmittel und wäscht bestimmte Inhaltsstoffe aus der eingelegten Substanz aus. Normalerweise geschieht dieser Prozess bei Raumtemperatur, es gibt aber auch Varianten unter Wärmezufuhr. Das Wort stammt aus dem Lateinischen („macerare” = „einweichen”). Aus der Biologie kenne ich die Mazeration als Zerfallsprozess von Zellverbänden, sprich Geweben, in ihre einzelnen Bestandteile, die Zellen. Wenn das passiert wird zum Beispiel ein Apfel mehlig. Mazeriert wird auch bei der Herstellung von Skelettpräparaten, die wir alle aus Naturkundemuseen kennen.

Tja, und eben auch in der Duftstoffgewinnung finden wir die Mazeration, hier aber eine Variante mit Wärmezufuhr. Hier werden als Lösungsmittel fette Öle oder geschmolzene Fette verwendet. Die Blüten werden in kleinen Säckchen in die Öle gehängt oder direkt hinein gegeben. Bis die gewünschte Duftstoffkonzentration des Öls erreicht ist, müssen die Blüten immer wieder erneuert werden. Die Einwirktemperatur der Blüten beträgt zwischen 50 und 70 C°. Die schließlich gewonnenen, mit den jeweiligen Duftstoffen angereicherten Fette werden Pomaden genannt. Aus ihnen können die ätherischen Öle mittels Alkohol extrahiert werden.

jasminDie Methode der Mazeration wurde früher hauptsächlich in Südfrankreich angewandt. Heute wird sie kaum noch praktiziert. Ebenso wenig wie ihre große Schwester, die Enfleurage. Deren Prinzip ist dem der Mazeration ähnlich. Allerdings wird hier keine Wärme zugeführt und die verwendeten Fette sind zumeist tierischen Ursprungs. Das Fett wird auf Glasplatten gestrichen und die Blüten darauf verteilt. Fast täglich müssen sie erneuert werden, bis das Fett die gewünschte Duftstoffkonzentration enthält. Insgesamt benötigt man unglaubliche 2,5 kg Blüten für 1 kg Fett. Die mit dem Duftstoff angereicherten Pomaden wurden früher meist direkt verwendet, später extrahierte man die ätherischen Blütenöle wie bei der Mazeration mit Alkohol.

Wie schon erwähnt, gehören sowohl die Mazeration als auch die Enfleurage der alten Schule an. In den vergangenen Jahren hielten schnellere, effektivere und unaufwendigere Verfahren in der Duftstoffgewinnung den Einzug. Über diese modernen Methoden werde ich Euch in den nächsten Wochen berichten.

Gibt es bei Euch sonst irgendwelche Wunschthemen? Wolltet Ihr schon immer einmal etwas über bestimmte Duftnoten oder Pflanzen wissen? Nur heraus damit! Keine Scheu! Ich beiße nicht ;-)

Einen guten Start in die Woche wünscht Euch

Eure Stefanie.

Bildquelle: More Jasmin Opening von David Stern, Lab von Thier Aquino via stockxchng – vielen lieben Dank!

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Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 12.03.2010

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

es ist schon wieder eine Woche vorbei und wir haben schon wieder Probenpakete, die auf neue Besitzer warten. Wenn Ihr eines davon haben wollt, meldet Euch einfach bei uns: Schreibt uns bis Sonntag, 24 Uhr, eine Mail mit Eurem Namen und Eurer Adresse an info@ausliebezumduft.de und nennt uns den einen Duft, den wir diese Woche hier rezensiert haben.

Die Gewinner der letzten Woche waren: Michaela D., Carola K., Anne W., Sabine C. und Suraya S. – viel Spaß beim Schnuppern!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Euch,

Eure Ulrike.

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung


Umé…

Geschrieben in Chypre,Duft,Fruchtiges,Orientalen am 12.03.2010

ist mein ganz persönlicher Keiko Mecheri Favorit – zumindest von den „alten” Düften. Bei den neueren Irisdüften ist durchaus auch etwas für mich dabei, der Cuir Cordoba ließ mich auch nicht kalt – aber, ganz generell, ich gestehe: Ich war noch nie ein großer Mecheri-Fan. Vermutlich sind sie mir bisweilen – zu süß, zu weiblich, zu… nun, eben, einfach nicht meins.

Nur Umé, Umé liebe ich, obgleich ich ihn selbst kaum trage. Und obgleich es durchaus auch andere schöne Pflaumendüfte gibt wie zum Beispiel Parfum d’Orsays Dandy von letzter Woche. Ein paar andere habe ich mir bereits herausgekramt und werde diese Thematik lose verfolgen, eignet sich doch die jetzige Jahreszeit noch perfekt für Pflaumen und deren oft üppigere Fruchtigkeit. Üppig ist im Zusammenhang mit Umé genau das richtige Wort.

Aber ich werde jetzt erst noch einmal gewollt abschweifen. Nämlich zu Mecheri. Ein Aspekt, der mich ganz subjektiv an Mecheri etwas stört, entsprang vielleicht (m)einer enttäuschten Erwartungshaltung: Als ich das erste Mal über ihre Düfte stolperte, erwartete ich etwas – Asiatisches. Japanisches. Oder, besser: Etwas, was ich mir als semi-vorgebildeter Europäer unter einem asiatischen Duft vorstelle. Ätherische Züge, eine gewisse Strenge, Transparenz, Zurückhaltung, Unergründlichkeit, eine gewisse Melancholie, die die vermeintliche Leichtigkeit des Seins naturaliter durchdringt. Davon kann bei Mecheri nun wahrlich nicht die Rede sein. Das ist eben nicht Mecheri. Und war eben nichts für mich.

Für mich, die ich schon seit langer Zeit vor allem der japanischen Literatur verfallen bin, derjenigen aus dem 20. Jahrhundert. Kawabata, Mishima, Akutagawa, Dazai, Inoue, Ōe und wie sie alle heißen. Den Zugang dazu fand ich, wie viele, vor Jahren über – Murakami, den zeitgenössischen Bestsellerautor und zwar über seine „Gefährliche Geliebte”. Ein Roman über einen erfolgreichen Geschäftsmann, der an der Erinnerung an seine erste Liebe krankt und leidet, weil er sich Jahre nicht von der Vorstellung an sie befreien kann, diese seine Sandkastenliebe, was er retrospektiv an vor allem an einer Situation festmacht, welche er in folgende Worte faßt: „Das Gefühl, ihre Hand zu halten, hat mich nie wieder verlassen. [...] Es war lediglich die kleine, warme Hand eines zwölfjährigen Mädchens, aber diese fünf Finger, diese Handfläche waren wie eine Vitrine, die absollut alles enthielt, was ich wissen wollte – und was ich wissen mußte. Indem sie meine Hand nahm, zeigte sie mir, was dieses „alles” war. Zeigte mir, daß es hier, in der realen Welt, einen solchen Ort gab. [...] Es erfüllte mich mit Seligkeit, daß sie meine Hand gehalten hatte. Ihre sanfte Berührung wärmte mir noch tagelang das Herz. Zugleich verwirrte mich dieses Gefühl, machte mich ratlos, in gewisser Weise sogar traurig. Wie würde ich nur je mit dieser Wärme fertig werden können.” (20)

Dieses Sehnen, dieses defizitäre Moment, dieses Nicht-Ganz-Sein ohne den Anderen ist typisch für die japanische Literatur. Und für mich somit auch etwas, daß ich ganz fest mit Japanischem verbinde, ohne je Japan besucht zu haben – diese mitschwingende Traurigkeit aus der Vergänglichkeit heraus. So ist für mich eigentlich auch die Iris jene welche Blüte, die ich am besten mit japanischen Düften und somit auch ihren Trägerinnen, den Frauen, gedanklich in Einklang bringe.

Eine kühle und kühne überlegene Iris wie die anbetungswürdige Iris Pallida von L’Artisan Parfumeur. Oder eine elegant-zurückhaltende wie jene von Meisterparfumeur Pierre Bourdon für Roméa d’Améor kreierte namens Les Impératrices Japonaises. Perfekt an einer Adligen, an einer Frau aus gutem Hause, an einer Intellektuellen und auch an einer Geisha, jenen in Liebeskünsten bewanderten Frauen. Was aber trägt exakt diese – abends?

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Ich glaube, sie trägt abends oder besser: nachts eben keine Iris. Sondern Ume. Weil Umé so opulent ist, so reich und so wollüstig. So tief, so verführerisch und so prachtvoll. Intelligent, dekadent und sinnlich – kein Wunder, steht die Blüte der gleichnamigen japanischen Pflaume für Femininität, Schönheit und Erhabenheit. Im Auftakt zeigt Umé einen Hauch Hesperiden, die aber fast sofort von einer likörigen Fruchtigkeit überlagert werden, die gleich den Weg ebnet in das ausladende Herz: Pfirsichhafter Osmanthus umrankt von Blüten, unter anderem betörender Jasmin und eben – die Pflaume, die Hauptprotagonistin, die im Duftverlauf an Würze und Tiefe gewinnt und sich in der Basis auf einem warm-würzigen Lager bettet, stetig umweht von einer leichten Chypre-Ahnung.

Mich erinnert Umé immer an all jene großen Worte, die ich so passend für mich vielfach in japanischer Literatur wiedergefunden habe, die sich so ambivalent verhalten und zum Teil gegensätzlich: An Schönheit und an Trauer, an Glück, Jugend und Vergänglichkeit, an Tiefe und Leichtigkeit, an Liebe, an Gleichgültigkeit, an Alter und an Reife, – diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen… Für mich ist Umé „voll” – diese Fülle muß man aushalten können. Kann ich nicht immer, will ich nicht immer. Wenn dann ist aber Umé genau richtig.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Bevor ich es vergesse – die Ingredienzen zu Umé: Kopfnote: japanische Pflaume, Bergamotte; Herznote: Osmanthus, Glyzinie, Sasanqua-Kamelie, Jasmin; Basisnote: Gewürze, Hölzer, Eichenmoos, Patchouli.

Bildquelle: Geishas von Michelle Miralles via stockxchng – vielen lieben Dank!
Literarische Quelle: Haruki Murakami: Die gefährliche Geliebte, 10. Auflage, btb-Verlag, München 2002.

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Sherlock Holmes…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Tabak & Rauchiges am 11.03.2010

… ist wieder in aller Munde gerade, hat er es doch nach langen Jahren wieder ins Kino geschafft: Guy Ritchie, Madonnas Ex hat sich dem alten Stoff, der Romanvorlage von Sir Arthur Conan Doyle angenommen und ihm erneut Leben eingehaucht mit dem gleichnamigen Film, der momentan in unseren Kinos läuft.

bakerstreetMöchte man ein wenig gehässig sein, kann man durchaus mutmaßen, daß Ritchie die Trennung von Madonna gut getan zu haben scheint – ist es doch der erste nennenswerte Film von ihm die letzten Jahre. Es bleibt zu hoffen, daß Monsieur, der eigentlich ja ein ganz adretter Regisseur ist, sich die nächsten Jahre weiterhin berappelt und wieder an seine alten Zeiten anküpfen kann. Aber – ich schweife ab. Das Thema war Sherlock Holmes. Man sollte jetzt bereits zwischen den Zeilen gelesen haben, daß ich – ein Cineast bin. Ich schaue viele Filme, annähernd alles und aus annähernd jedem Bereich und Land. Ich mag vieles und liebe einiges. Und habe unter anderem was das Thema der „Unterhaltungsfilme” angeht (oh ja, Filme müssen meines Erachtens nach nicht immer „gut” unterhalten…) eine Schwäche für – Krimis mit Abenteuertouch in historischem Gewand. Quasi die Weibervariante von… Indiana Jones oder so. Alle sind besser angezogen, am besten spielt der Film um die Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhunderts, ein nettes Interieur, alles schön anzusehen – ich denke, ihr wißt schon… Nur leider gibt es in diesem Genre oder besser: dieser Subkategorie deutlich zu wenige und vor allem: noch weniger wirklich gute Filme. Leider.

holmesHolmes nun ist definitiv eine Ausnahme. Ein wunderschön ausstaffierter Film mit üppiger Ausstattung und einer, wie ich finde, glänzenden Besetzung. Auf den ersten Blick verwunderlich, ist sowohl der bodenständige Watson mit Jude Law als auch die Person des Detektivs Holmes mit Robert Downey Jr. nicht nur superb besetzt, letzterer spielt Holmes auch auf kongeniale Art und Weise und mit einer unglaublichen Verve: Als genialistischer Einzelgänger mit messerscharfem Verstand und dandyesker Attitüde, der gleichermaßen charmant wie auch sarkastisch-zynisch einerseits anziehend und gleichermaßen abweisend wirkt und bisweilen ob seiner (durch seinen Intellekt bedingten) Weltfremdheit freiwillig-unfreiwillig komische Züge aufweist.

Ein schöner Film mit viel Liebe zum Detail, actiongeladen, spannend – einfach ein guter Krimi, obgleich an der einen oder anderen Stelle ein wenig mehr Tiefgang nicht geschadet hätte. Aber – sei es drum – es war ein Riesenerfolg und ist es noch und Ritchie arbeitet bereits an einer Fortsetzung.

Und was hat das jetzt alles mit Düften zu tun? Nun, ich hatte während des Films eigentlich nur einen Duft im Kopf, den ich postwendend danach auch sofort wieder herausgekramt habe: Parfum d’Orsays Dandy. Die einzig wahre olfaktorische Alternative für diesen Sherlock Holmes ergo für Robert Downey Jr. in exakt dieser Rolle.

Warum? Weil für mich selten ein Name einen Duft dermaßen mit dem Nagel auf den Kopf getroffen hat. D’Orsays Dandy ist ein Vollblutvertreter seiner Gattung. Oscar Wilde im Herzen zeigt er sich als geistvoller Verführer, auf einzigartige Art und Weise Männlichkeit repräsentierend, jedoch immer mit einem Zwinkern im Augenaufschlag, dem unwiderstehlichen. Reichhaltig-vollmundige Noten von Tabak und Whiskey in der Kopfnote offeriert uns der D’Orsaysche Dandy (dessen Originalrezeptur im übrigen aus den Zwanzigern stammt) ein herb-fruchtiges Ingwerherz, das alsbald von einer beschwipsten Zimtpflaume auf die harzig-holzige Basis überführt wird. Markant. Männlich. Must-have würde ich sagen.

Seine Ingredienzen: Kopfnote: Tabak, Whiskey; Herznote: Ingwer; Basisnote: Pflaume, Zimt, Perubalsam, Zedernholz.

Hier im übrigen der Trailer zu dem Film – wer die Möglichkeit hat, sollte ihn sich in Englisch anschauen, der Wortwitz ist etwas besser, wie meist/immer:

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: 221b Baker Street von Robert Linder und Sherlock Holmes von Marija Rajkovic, beides via stockxchng – vielen lieben Dank!

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Frühlingsboten…

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Krautiges am 8.03.2010

Dieser Tage hat sich trotz Orkantief Xynthia die Sonne ein wenig vorgetraut – kaum zu glauben nach Wochen verhangenen Grau-in-Graus. Und mir ist einmal mehr aufgefallen, wie sehr mir nach Frühling ist: Ich freue mich so sehr auf den ersten Tag im Straßencafé samt Sonnenstrahlen auf meiner Haut, die mir vielleicht sogar die Füße in den offenen Schuhen wärmen. In jedem Falle aber die Seele – die dürstet nämlich nach Licht, nach SONNE.

Sehnsuchtsvoll wühle ich auch bereits in meinem Duftrepertoire nach adäquaten Frühlingsbegleitern – und bin dieser Tage unter anderem auf das hübsche Cologne-Trio von Diptyque gestoßen: L’Eau de l’Eau, L’Eau des Hesperides und L’Eau de Neroli. Veröffentlicht im Jahre 2008 sind die drei irgendwie ein wenig untergegangen – vielleicht, weil Colognes nicht jedermanns Fall sind (obgleich: die von Marc Jacobs verkaufen sich doch auch immer rasant gut…), vielleicht, weil es zu vieles anderes gab… Ich fand und finde sie aber – ziemlich erfrischend ergo so, wie ein gutes Cologne sein muß. Sie sind alle drei nicht verwegen oder gar futuristisch, nein, es sind klassische Colognes jedoch in einer originellen und durchaus innovativen Variante und mit deutlich individueller Ausprägung – ein Test lohnt deshalb durchaus, wenn man noch auf der Suche nach einem Immer-Geher für die kommenden beiden Jahreszeiten ist.

L’Eau de Neroli ist mein ganz klarer Favorit aus der Serie. Mit Sicherheit der klassischste Cologne-Vertreter aus der Reihe, was der Schönheit des Duftes keinen Abbruch tut, zumal er trotz allem genügend Originalität aufweist: In den Kopfnoten sorgt eine zitrisch-prickelnde Kühle für Erfrischung, welche alsbald in ein helles florales Herz übergeht: Neroli und Orangenblüte blühen im Doppelpack in der ihnen eigenen dahingehauchten Leichtigkeit, garniert mit dem typischen Tupfer Fruchtsüße, die hier noch von honigartig anmutendem Bienenwachs ergänzt wird. Die Basis wird wunderbar weich von zartem Moschus und Zedernholz aufgefangen. Heraus kommt ein herrlicher Begleiter für Frühling und Sommer, ein transparenter und charmanter Duft, der gute Laune vermittelt und mit seinen sauberen und skinnigen Elementen an Wäschedüfte erinnert – allerdings auf eine solch natürliche Weise, daß es bei mir der erste war, der den Einzug schaffte (ist das doch sonst gar nicht mein Thema, diese Wäschedüfte…).

rosmarinDas Hesperidenwasser L’Eau des Hesperides gibt mir Rätsel auf, da eine sehr große Diskrepanz zwischen dem Teststreifen und dem Resultat, das mir von meinem Arm aus entgegenduftet, wahrzunehmen ist: In den Kopfnoten ist die Entwicklung noch gleich. Eine schöne Bitterorange, ein wenig an Frédéric Malles Bigarade Concentrée erinnernd. So fährt das Düftchen dann auch auf dem Teststreifen fort – hier ist für mich häufiger eine Ähnlichkeit gegeben, obgleich L’Eau des Hesperides (ge)würziger ist – die Priorität liegt hier klar auf den Kräutern und dem Krautigen. Auf meinem Arm entwickelt sich das ganze ziemlich verrückt. Hier sticht nämlich etwas heraus, das eigentlich nicht im Duft enthalten sein sollte: Liebstöckel, unser allseits beliebtes Maggikraut. Gefällt es mir in einigen Düften durchaus gut (wie zum Beispiel in meinem geliebten Sel de Vetiver von The Different Company), rieche ich hier eigentlich nur noch nach – Küche. Leider. Für mich also nichts weil auf meiner Haut einfach zu extrem.

potpourri1L’Eau de l’Eau ist eine Hommage an Diptyques L’Eau, deren erster Duft, den ich ehrlicherweise nie getestet habe. Er soll auf einem alten französischen Potpourrirezept aus dem 16. Jahrhundert basieren, einem Rezept für Nelkenpomander. Bevor ich das gelesen hatte, hätte ich gedacht, es erwartet mich irgendetwas in der Art von – Frédéric Malles Eau d’Hiver vielleicht, oder Les Nez Antimatière. Also ein schöner verpacktes Nichts quasi. Dem ist aber nicht so, absolut nicht. Auch daß L’Eau de L’Eau ein Cologne ist oder besser: sein soll führt einen gedanklich auf vollkommen falsche Pfade, erwartet man doch Leichtigkeit, sommerliche. Weder Nihil noch Transparenz – L’Eau de l’Eau ist meines Erachtens nach auch eher der Begleiter für die verregneten Frühjahrstage. Der Auftakt ist zitrisch, geht aber alsbald über in einen dicht gewebten olfaktorischen Teppich: Orientalisch würde ich sagen trifft es hier nicht schlecht, obgleich nicht wirklich exotisch, aber – es findet sich genügend Wärme und Würze um den Begriff des Orientalen zu bemühen. Präsent und stimmig, eindringlich ohne eigentlich schwer zu sein ist der Duft von starker Intensität und sicher kein Leichtgewicht. Florale Noten, Würze und Gewürze sowie Harze – und doch auch wieder hautnah mit teils pudrigen, bisweilen fast skinnig anmutenden Elementen. Ich persönlich fühle mich hier ein bißchen an die Kopf- und Herznote von Coup de Fouet erinnert, ohne Leder mit mehr Puder. Ein bißchen Villoresis Garofano mit sanfterer Würzigkeit. Auf jeden Fall ist die Nelke auf meiner Haut sehr dominant, auf dem Teststreifen etwas weniger, aber immer noch vorherrschend. Kein Duft für mich, aber ein schöner Vertreter seiner Gattung – und mit Sicherheit einen Test wert für all jene, denen ihre Nelkenlieblinge als Parfum für Frühjahr / Sommer eher zu schwer sind.

Die Ingredienzen der Düfte:

L’Eau de Neroli: Kopfnote: Petitgrain, Verbena, Estragon, Bergamotte; Herznote: Orangenblüte, Neroli, Geranie
Basisnote: Bienenwachs, Zedernholz, weißer Moschus.

L’Eau des Hesperides: Kopfnote: Bitterorange, Mandarine, Zitrone, Petitgrain, Rosmarin, roter Thymian; Herznote: Minzblätter, Pfefferminze; Basisnote: Zedernholz, Moschus, Immortelle (Italienische Strohblume).

L’Eau de l’Eau: Kopfnote: Mandarine, Grapefruit, Zitrone, Petitgrain; Herznote: Gewürznelke, Zimt, Ingwer, rosa Pfeffer, Geranie, Orangenblüte, Lavendel; Basisnote: Benzoe, Patchouli, Tonkabohne.

Einen schönen Tag wünsche Ich Euch und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Rosemary von  Fantax und Potpourri 1 von Sabine Simon, beides via stockxchng – vielen lieben Dank!

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Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 5.03.2010

Hallo Ihr Lieben,

heute ist Freitag, endlich geschafft, und es ist wieder soweit: Wir möchten ein paar Probenpakete loswerden. Wer eines davon haben mag, schreibt uns bitte bis Sonntag, 24 Uhr, eine Mail mit seinem Namen und seiner Adresse an info@ausliebezumduft.de und nennt uns einen der Lederdüfte, die ich diese Woche rezensiert habe. Viel Glück!

Die Gewinner der letzten Woche waren: Thomas G., Renate E., Carola T., Carmen W. und Claudia N.  – herzlichen Glückwunsch!

Claudia war es auch, die die Neroli-Duftkerze von Mizensir gewonnen hat – viel Spaß damit!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Euch,

Eure Ulrike.

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