Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Schöne Ostern! Oder: die Erstmilch machts

Geschrieben in Kosmetik am 31.03.2010

Ostern kommt. Aber statt um Osterhasen und bunte Eier dreht es sich in der Welt der Schönheit dieses Jahr um Kälbchen und Mamakühe: Colostrum – der neue Lieblingswirkstoff der Beauty-Junkies erobert Deutschland.

Shoppen in Amerika ist immer ein Erlebnis. Erstens, weil die Verkäufer sich irgendwo in der fremdartig anmutenden Grauzone zwischen Freundlichkeit und Aufdringlichkeit bewegen – ein Verhalten, das uns in der Servicewüste Deutschland eher völlig fremd ist. Zweitens, weil es einem so vorkommt, als gäbe es dort die tollsten Dinge immer ein bisschen früher als hierzulande, Beispiel ipad. Technikverrückte Apple-Jünger haben so ein Ding schon längst zuhause liegen und hungern schon auf die nächste weltbewegende Revolution im Zeichen des Apfels, während wir uns schon upperclass fühlen, wenn wir ein iphone besitzen.
nyc-sea-in-the-skiesAber auch in Sachen Beauty gibt es über den großen Teich immer etwas Neues zu entdecken, man braucht nur einmal die Fifth Avenue entlang schlendern, in eines der Mega-Kaufhäuser zu stolpern und zu staunen. Mehr Marken, als in irgendein Badezimmer der Welt passen, mehr Cremes als je ein Mensch auftragen könnte. Für einen Beauty-Redakteur wie mich ist das wie ein Ausflug ins Schlaraffenland. Führend in Sachen Schönheitspflege ist seit Ende des 19. Jahrhunderts der Mega-Store „Henri Bendell” auf der New Yorker Fifth Avenue. Sie haben ein Hautproblem? Suchen das weltbeste Parfum? Oder wollen das perfekte Make-up? Gibt’s dort alles. Und laufend kommen neue Produkte und Marken dazu. So wie vor ziemlich genau einem Jahr eine Marke namens „Immupure”. Einer von vielen Launches, eine Marke unter unzähligen, ein neues Wirkversprechen, aber halt doch nur eine Creme mehr auf dem Markt. Könnte man denken. Denn, dann passierte etwas, das man bei Henri Bendell noch nie erlebt hatte: Über Nacht wurde die No-Name-Pflege zum Bestseller. Aber wieso so bescheiden? Ein Bestseller? Nein, viel toller: die fünf Produkte aus denen Immupure bisher besteht, verkaufen sich in dem Traditionshaus so erfolgreich wie noch nie eine Marke jemals zuvor, bricht alle bestehenden Rekorde. Nochmal: die best verkaufte Beauty-Marke in New Yorks erster Adresse, wenn es um Schönheitspflege geht, seit 1895. Das ist doch mal ein Superlativ, der sich sehen lassen kann!

Und nun gibt es Immupure auch in Deutschland.
milkHauptwirkstoff der Pflegelinie ist bioaktives und bioverfügbares „Colostrum”. So nennt man die Vormilch, die Nahrung, die ein Säugetierbaby direkt nach der Geburt erhält. Eine frischgebackene Mutter produziert diese Vormilch nur in den ersten 24 bis 72 Stunden nach der Geburt. Dieser erste nahrhafte Willkommensgruß im Leben enthält ein unglaublich hoch konzentrierten Mix aus Proteinen, Vitaminen und Enzymen, Mineralien, Aminosäuren und Antikörpern. Eigentlich alles, was ein Neugeborenes fit macht für’s Leben. In Studien wurde schon länger erforscht, dass dieser natürliche Power-Cocktail das Immunsystem eines Babys erstmal auf die Beine stellt, Infektionen und Allergien vorbeugt. Speziell für Hochleistungssportler und als medizinischer Wirkstoff wird daher Colostrum schon länger mit hervorragenden Ergebnissen eingesetzt. Verwendet wird hierfür die Vormilch von kontrollierten Kühen – eine Hälfte bleibt für das Kälbchen, die andere wird medizinisch aufbereitet. Und kommt bei „Immupure” eben auch in die Cremes.

Wer mag, hier ein kleiner Film von Uwe Weseman zum Thema „Colostrum”  – und kurz zu den Kommentaren: nein, es ist keine Sekte :-)

Der Effekt auf die Haut soll erstaunlich sein (ausnahmsweise kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen, weil ich noch keines der Immupure-Produkte getestet habe). Aber abgesehen von dem unglaublich erfolgreichen Einschlag auf dem Markt der Tigelchen und Töpfchen, schwärmen bereits unzählige hollywood-Schönheiten vom enorme erfolg der creme, wie Goldie Hawn, Brooke Shields, Donatella Versace oder Judi Dench. Also durchweg ältere Damen, die mittlerweile so ziemlich alles ausprobiert haben dürften, was die Parfumerie so hergibt.
Bei regelmäßiger topischer Anwendung soll eine Verjüngung der Hautzellen gefördert, die Haut mit Nährstoffen versorgt werden. Die Aktivität der Fibroblasten (die kleinen „Kernkrafte” der Hautzelle) wird gesteigert, dadurch wird auch die Kollagen-Produktion angekurbelt, die Haut wirkt jünger, straffer. Außerdem wird der Teint mit Vitaminen versorgt (vor allem mit dem B-Komplex), mit Wachstumsfaktoren, Polypeptiden und Aminosäuren – so soll der Alterungsprozeß verlangsamt, oder wie es der Hersteller ein wenig ketzerisch formuliert, „umgekehrt” werden. Nunja, soweit würde ich nicht gleich gehen, auf jeden Fall haben mir aber Verwender berichtet, dass Fältchen tatsächlich sichtbar minimiert werden, die Haut ganz sanft und angenehm gepeelt wird (der Teint leuchtet rosig!) und das Gesicht straffer erscheint. Und, auch wenn ich kein Freund der „Promis-kaufens -angeblich-also-kaufe-ich-es-auch”-Mentalität bin, muss ich doch zugeben, ich bin von der Liste der berühmten Fürsprecher der Marke beeindruckt. Alles vernünftige Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und nicht ihr Lächeln für ein paar hundert Dollar an jedes Beauty-Unternehmen verscherbeln. Und der unglaubliche Henri-Bendell-Erfolg dürfte ja auch nicht von ungefähr kommen. Irgendwie scheint an Immupure etwas dran zu sein. Ich bin jedenfalls selber sehr neugierig und werde mal losziehen, mir selber ein Fläschen zu Ostern schenken. Denn ich fand kleine Kälbchen schon immer süßer als den Osterhasen, und ganz nebenbei: Wenn Kleopatra in Milch baden konnte, dann kann ich das auch! In Vormilch eben.

Ihr Constantin Herrmann

Bildquelle: Sea In The Skies von Cynthia Yip und Milk von Nils Merkel, beide via stock.xchng – vielen lieben Dank!

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Frühlingsgefühle…

Geschrieben in Duft, Hesperiden, Krautiges, Leder, Tabak & Rauchiges am 30.03.2010

… beginnen nun auch bei mir so langsam. Kalendarisch hat er ja bereits vorletzte Woche angefangen, genauer: Am Samstag, den 20. März war es soweit – der Frühling war da. Und in der Tat haben wir davon in weiten Teilen Deutschlands auch schon etwas gespürt Ende letzter Woche. So wirklich überzeugend und dauerhaft war das alles noch nicht, aber vielleicht ist er einfach aus der Übung, der gute Frühling, und muß sich erst „warmlaufen”, wie bei Theodor Fontane:

apfelbluteNun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
“Er kam, er kam ja immer noch”
Die Bäume nicken sich’s zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuß auf Schuß;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muß.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt; “Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.”
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.

Mein Fuß hat sich zwar noch nicht in die Sommerschuhe gewagt, ich bin aber bereits gewappnet und pedikürt. Mein Geldbeutel läßt eine neue Garderobe gerade mal nicht zu, da ich aber ohnehin ein antizyklischer Käufer aus Bedürfnis, nicht aus Bedarf heraus bin ist auch jenes nicht so tragisch – genügend Kleidungsstücke harren noch des ersten Tragens… Mein Herz aber hat sich schon getraut und gewagt: Frühlingsgefühle müssen olfaktorisch unterstützt werden – so ließ ich Herzenswünschen Taten folgen und habe – the same procedure as every year – meine Duftbestände einmal mehr „umgegraben”, um Frühlingshaftes zutage zu fördern.

Und habe Euch just eine Liste meiner Lieblingsfrühlingsboten erstellt, die ich gerne mit Euch teilen mag – verknüpft natürlich mit der Frage nach EUREN Lieblingen! Die Reihenfolge spielt im übrigen keine Rolle und ist bewußt unbewußt gewählt ;)

The Different Company Divine Bergamote
Vor einigen Tagen schon zur Sprache gekommen: Meine Lieblingsbergamotte. Nomen ist hier omen, absolut: Eine Göttliche, sanft, elegant, feminin, erwachsen und sich permanent verändernd im stetigen Spiel. Süße, spritzig-prickelnde Hesperidenfrische, Ingwertee, säuerlich-herbfruchtiger Rhabarber = die immer ein wenig melancholische Leichtigkeit des Seins – herrlich!

Parfum d'Empire Eau de GloireParfum d’Empire Eau de Gloire
Eine Hommage an Napoleon Bonaparte und nach dessen angeblichen Duftvorlieben hergestellt. Kleine Männer mit großem Ego hin oder her, mir alles ganz gleich, ich brauche nur: Den Duft. Den Eau de Gloire eignet sich ganz hervorragend für den Frühling: Hesperiden in einem klassischen strengen Kräutermantel, ein Tupfer Tee für die Weite um die Brust und ein wenig Anis und Immortelle, die mit ihren charakteristischen Dufteigenschaften eine trockene, fast lakritzige Süße bescheren. Ledernoten gruppieren sich hinzu samt frischer Tabakblätter, die von einer Basis von Weihrauch und Eichenmoos getragen werden. Ein wunderschöner krautig-(er)frisch(end)er Geselle und einer der wenigen im Frühjahr/Sommer wirklich tragbaren Lederdüfte.

Vip Room Signature (leider discontinued)
Vip Rooms Signature, den ich neulich in der Lederserie bereits erwähnte, ist auch eines jener Sommerlederchen: Ein herrlich fruchtig-floraler, exotischer Lederling, sehr feminin und sinnlich. Spritzige Ananas und betörend-tropische Tiaréblüte treffen hier auf feinstes, buttrig-weiches Wildleder. Untermalt wird das Ganze durch pudrige Vanille, samtene Iris sowie Harze und Sandelholz. Man nehme, wie ich schon sagte, Maitre Parfumeur et Gantiers Bahiana, einen meiner Sommerfavoriten, und kreuze diesen mit Annick Menardos kongenialem Bulgari Black. Dann dürfte man in etwa bei Vip Room landen. Ein echter Jammer, daß dieser Duft nicht mehr produziert wird. Allerdings hat man manchmal noch Glück bei Ebay…

Hermès Hermessence Osmanthe Yunnan
Und schon wieder ein Lederchen, wenn auch ein gut verstecktes: Ja, Osmanthe Yunnan ist ein Lederchen. Aber – nicht nur. Und dürfte deshalb auch Nicht-Leder-Herzen höher schlagen lassen. Jean Claude Ellena, Hermès-Hausparfumeur in seinem Element: Puristisch-minimalistische Düfte, transparent und luzide, aber trotzdem komplex. Siehe auch Divine Bergamot. Und hier sind durchaus bestimmte Ähnlichkeiten feststellbar, aber riecht selbst. Ich finde Osmanthus hier perfekt umgesetzt: Fruchtig-frisch mit den ihm typischen Aprikosen/Pfirsich-Noten ist jener mit subtil rauchigen Teenoten versetzt, die im Zusammenspiel mit Freesie für sanft-wässrige Anklänge sorgen, unterstrichen von einem Hauch zarten Wildleders. Edel. Elegant. Understatement. Und sowas von perfekt für den Frühling.

Jo Malone Black Vetyver CaféJo Malone Black Vetyver Café Cologne
Wie ich neulich am Counter meines Vertrauens sah, nun endlich auch in Deutschland gelandet und erhältlich: Black Vetyver Café. Bei mir weilt schon seit Jahren eine Flasche, denn: Ich liebe Kaffee. Und: Ich liebe Vetiver. Black Vetyver Café ist ein typischer Malone und somit auch ein typischer Engländer: Ecken und Kanten sucht man vergebens, aber, ganz ehrlich – die braucht man auch nicht immer. Zwischendurch darf es auch ein Immergeher sein, und dafür sind die meisten Malones ja ohnehin prädestiniert, zumindest meines Erachtens nach. Black Vetyver Café ist ein Bestandteil ihres Layering-Konzeptes und somit wie die meisten seiner Malone-Kollegen nicht über die Maßen komplex. You get what you read: Grün-grasiger und verstohlen rauchiger, vermehrt aber frischer Vetiver mit einer Sauberkomponente trifft auf zum Teil noch grüne, dennoch leicht angeröstete und würzige Kaffeebohnen. Sehr nett wie ich finde.

Welches sind denn nun Eure FRÜHLINGSFAVORITEN? Ich bin gespannt. Und Ihr dürft es auch sein, morgen gibt es nämlich einen Bericht von der Messe und übermorgen Teil 2 meiner Frühlingsboten ;)

Liebe Grüße und einen schönen Tag Euch,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Apple Blossom von Rai Varpunen, Tea Leaves von kira69, Freshly Roasted von Courtney Francis – alle via stockxchng, some rights reserved. Vielen Dank!

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Duftverzeichnis L – Z
Duftverzeichnis
Das Wandern ist des Müllers Lust


Gesang der Blumen

Geschrieben in Wissenswertes am 29.03.2010

Ätherische Öle und andere Duftstoffe werden schon seit sehr langer Zeit von Menschen genutzt, auch wenn die Gründe hierzu damals zumeist andere waren als sie es heute sind. Die Zweistromländer, sprich: Babylonier, Assyrer und Sumerer, opferten beispielsweise bereits vor etwa 5000 Jahren ihrem Sonnengott Baal Weihrauch.

grabkammer_des_zeserkeresonbUnd auch die Alten Ägypter, seit jeher Duftliebhaber und Genießer, nutzten Räucherwerk für therapeutische und rituelle Zwecke. Wenn Räucherwerk verkokelt, entsteht Rauch – klar, der Name sagt’s . Des weiteren werden ätherische Öle freigesetzt. Daher der später gebräuchliche Name Parfum (lateinisch: per fumum = durch Rauch). Jedem altägyptischen Ritus waren bestimmte Essenzen zugeordnet. So sollten Salben und ätherische Öle als Grabbeigaben dem Verstorbenen den Übergang in die Ewigkeit leiten und erleichtern. Manchen Düften wurde nachgesagt, dass sie böse Geister vertreiben. Doch nicht nur den Toten waren duftende Substanzen vorbehalten, auch jeglicher Art von ägyptischer Kosmetik wurden Düfte zugesetzt. Und die gab es zuhauf. Die Augen schwärzten sie sich mit Mascara und Khol, um sie vor dem gleißenden Sonnenlicht zu schützen, und ihre Haut pflegten sie in ausgiebigen Duftbädern. Da im Land der Pyramiden jedoch die meisten Duftpflanzen nicht wuchsen, wurde reger Handel betrieben. Sandelholz, Zimt und Benzoeharz wurden weither aus Indien importiert. Ganze Myrrhe- und Weihrauchbäume ließ die altägyptische Königin Hatschepsut aus dem sagenumwobenen Goldland Punt liefern.

Auch in antiken Griechenland spielten Düfte im religiösen wie im privaten Leben eine übergeordnete Rolle, stellten sie doch ein Mittel zur Kontaktaufnahme und Kommunikation mit den Göttern dar. Auch schon vor der Eroberung des Altpersischen Reiches durch Alexander den Großen blühte mehr oder weniger heimlich der Handel mit ätherischen Ölen, obwohl verboten und als „persisch”, also dem Lebensstil des Erzfeindes zugehörig, verschrien. Doch nach Alexanders Siegesfeldzug gab es kein Halten mehr. Die Verwendung von Duftstoffen nahm immens zu – war jetzt doch der Handel damit erlaubt. Der Aristoteles-Schüler und Naturforscher Theophrast von Eresos war einer der Ersten, der sich mit den aus dem Orient mitgebrachten Pflanzen und Samen beschäftigte. Von ihm stammt die Studie „Über Gerüche”, eine wissenschaftliche Darstellung aller griechischen und importierten Duftstoffe sowie ihrer Mischungsmöglichkeiten. Ein erstes kleines Handbuch für Parfumeure sozusagen! :-)

scheherazadeDie Römer übertrafen alles Vorherige. Nicht umsonst sagt man im Volksmund „Hier herrschen ja Zustände wie im alten Rom”, um Dekadenz und Maßlosigkeit Ausdruck zu verleihen. Unmengen an kostbarem Weihrauch und edler Myrrhe aus Arabien wurden verbraucht. Im Circus Maximus wurden die Zuschauer mit ätherischen Ölen berieselt und auch private Räumlichkeiten wurden fleißig beduftet. Insbesondere unter dem zu Exzessen neigenden Kaiser Nero überschlug sich die Verschwendungssucht. Ein Gast seiner ausschweifenden Festgelage starb angeblich, weil er in und unter einem Regen von Rosenblättern erstickte, die frisch gepflückt zur Unterhaltung der Gäste von der Decke rieselten. Neros Ehefrau Poppäa Sabina badete den Quellen nach täglich ein einem Bad aus Eselsmilch, das mit ätherischem Rosenöl versetzt war. Nach ihrer Ermordung ließ ihr Gatte (der nebenbei bemerkt für ihren Tod verantwortlich war) bei ihrer Beerdigung so viel Weihrauch verglimmen, wie in Arabien in einer ganzen Dekade geerntet wurde! Und, um der Frage vorwegzugreifen: Nein, bei dieser Gelegenheit zündete er nicht aus Versehen Rom an ;-)
Die Maßlosigkeit der Römer hatte aber auch etwas für sich. Der Handel blühte, wodurch die Transportwege in den Orient und nach Asien ausgebaut wurden.

Dort, im Orient, waren Düfte und Wohlgerüche seit jeher omnipräsent. Stellten doch Duftpflanzen, und hier insbesondere die Rose, Symbole für die Vereinigung mit Gott dar. Die Rose wurde als Königin der Blumen hochgeschätzt und verehrt. So war es Brauch und Sitte ankommende Gäste mit Rosenwasser zu besprühen. Mehmed II., der Sultan des Osmanischen Reiches, ließ nach der Eroberung Konstantinopels im 15. Jahrhundert die berühmte Hagia Sofia mit Rosenwasser reinigen.
Die Duftküchen Persiens und Arabiens bescherten uns unter anderem die bezaubernden Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. In diesem Klassiker der Weltliteratur erzählt Scheherazade vom Gesang der Blumen, hier am Beispiel des Jasmins:

Ich bin direkt aus dem Busen der Gottheit geboren.
Mein Name Yâs-mîn gibt Rätsel auf,
dessen eigentlicher Sinn dem Unerfahrenen des geistigen Lebens
eigentlich nur gefallen kann:
Es setzt sich aus zwei verschiedenen Wörtern zusammen,
Verzweiflung und Irrtum.
Ich bedeute also, in meiner stummen Sprache,
dass die Verzweiflung Irrtum ist.

In diesem Sinne wünscht Euch einen schönen Start in die Woche,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Grabkammer des Zeserkerêsonb, Szene: Dame bei der Toilette und Scheherazade Went on with Her Story von Virginia Frances Sterrett, beides via WikiMedia Commons, some rights reserved.

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Freitagsverlosung einmal anders…

Geschrieben in Kosmetik am 26.03.2010

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche machen wir auch diese Woche unsere Freitagsverlosung. Es warten wieder Probenpakete auf Euch, fünf an der Zahl – wer eines haben möchte, schreibt uns bitte bis Sonntag, 24 Uhr eine Mail mit seinem Namen und seiner Adresse an info@ausliebezumduft.de und nennt uns einen Duft, der diese Woche rezensiert wurde.

Was aber ist daran jetzt anders, wie versprochen? Erstmal noch gar nichts. Allerdings – es ist der letzte Freitag im Monat und am letzten Freitag im Monat gibt es ja immer noch zusätzlich etwas, das wir verlosen. Dafür haben wir uns dieses Mal etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Wir verlosen einen Duft. Und zwar hoffentlich den neuen Lieblingsduft des potentiellen Trägers/der Trägerin. Wie das geht?

Schreibt uns einfach eine Mail, ebenfalls bis Sonntag, 24 Uhr, an info@ausliebezumduft.de und teilt uns mit, weshalb wir Euch auf der Suche nach Eurem Lieblingsduft helfen sollen und wie dieser duften soll, ergo: Lieblingsrichtungen, -familien, und/oder auch -ingredienzen. Laßt Eurer Phantasie freien Lauf!

Wir werden uns die Mails dann ansehen und uns einen Gewinner herauspicken, der von uns dann ein Probenset mit Duftvorschlägen erhalten wird. Aus denen darf er sich dann seinen (Lieblings)Duft aussuchen, den wir ihm dann schenken werden.

Natürlich werden wir sowohl die Mail als auch unsere Duftvorschläge veröffentlichen, damit alle Leser teilhaben können an der Suche nach dem neuen “Holy Grail” :)

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und sende Euch viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Ganz vergessen, die Gewinner der letzten Woche: Beate C. C., Bettina H., Brigitte M., Heike K. und Carola K. – herzlichen Glückwunsch! Da letzte Woche nicht so viele Düfte rezensiert wurden, haben wir Euch zu den angedachten Proben noch welche unserer neuen Firma Laboratorio Olfattivo gepackt – die Rezensionen folgen demnächst hier im Blog, so könnt Ihr schon mal “vorschnüffeln” ;)

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Du spürst wie die Blumen

Geschrieben in Wissenswertes am 26.03.2010
Du spürst
wie die Blumen die köstlichen Düfte versenden
und grübelst
wie aus so winzigem Ort dieser Duftstrom mag kommen -
und begreifst:
dass in solcher Mitte
die Ewigkeit ihre unvergänglichen Tore öffnet.

Die Düfte von Pflanzen verzauberten William Blake (1757-1827), jenen großen englischen Dichter und Maler des späten 18., frühen 19. Jahrhunderts, genauso wie sie es auch heute noch mit uns tun. Um der Vergänglichkeit von Düften in ihrer botanischen Hülle entgegenzuwirken, wurden diverse Methoden entwickelt, von denen wir einige schon kennengelernt haben.

monets-gartenAls letzte Methode möchte ich heute die Extraktion vorstellen. Darunter versteht man ein besonders schonendes Verfahren, mit dem Duftstoffe aus ganz empfindlichen Pflanzenkandidaten herausgekitzelt werden können. Wie so oft, ist es auch hier so, dass es nicht nur eine Extraktionsmethode gibt, sondern verschiedene. Zum einen gibt es die Möglichkeit konkrete Blütenöle (sogenannte Concrets) mit Hilfe von niedrigsiedenden Lösungsmitteln aus frischen oder leicht getrockneten Blüten zu extrahieren. Die gewonnenen Concrets enthalten noch allerlei Zusatzbestandteile wie zum Beispiel Paraffine, Wachse, Harze und Blütenfarbstoffe. Daher sind sie in der Parfumerie so nicht einsetzbar. Erst eine weitere Behandlung mit reinem Ethanol löst die alkohollöslichen absoluten Blütenöle (sogenannte Absolues) aus den Concrets. Diese können in dieser Form in der Parfumerie weiterverwendet werden. Man kann aber ebenso durch eine weitere Destillation der Absolues die reinen Blütenöle gewinnen. Die Verluste bei der Weiterverarbeitung sind allerdings immens.

gerard-roosen-immortellesNeben Blüten können auch alle andern Pflanzenteile mit Lösungsmitteln bearbeitet werden. Aus Moosen, Harzen, Balsamen, Zweigen, Wurzeln und vielem anderen können Resinoide (auch konkrete Resinoide oder Resinoid-Conrets) hergestellt werden. Wie auch bei den Blüten-Concrets sind auch hier noch viele Zusatzstoffe enthalten. Aufgrund ihrer Zähflüssigkeit werden diese Resinoide auch oft als Oleoresine bezeichnet. Durch die Behandlung mit reinem Alkohol gewinnt man auch hier absolute Resinoide (sogenannte Resinoid-Absolues). Die Liste der Blüten- und Resinoid-Absolues in der Parfumerie ist gewaltig. Neben Jasmin, Tuberose, Narzisse und Immortelle sind auch Eichenmoos, Veilchenblätter, Tonkabohne und die Vanille in der Regel Duftstoff-Absolues.

Eine Variante der Extraktion ist die Destraktion – eine Mischung aus Destillation und Extraktion. Hierunter versteht man eine Fluidextraktion mit Gasen im überkritischen Zustand. Aha, überkritischer Zustand… Nun, in dem befinde ich mich auch des Öfteren ;-)
Doch da nicht ich das Thema unseres Artikels bin, möchte ich es in Bezug auf die Duftstoffgewinnung stark vereinfachen: Es ist so, dass Stoffe bei einem bestimmten Druck und einer bestimmten Temperatur sowohl Eigenschaften von Gasen als auch von Flüssigkeiten besitzen – und damit ist sozusagen alles ganz geschmeidig und in Lösung.
Die Destraktion läuft bei einem relativ hohen Druck ab. Als Lösungsmittel wird besonders gern Kohlendioxid verwendet, auch deshalb weil es bei Normaldruck einfach verdampft. Das garantiert die Lösungsmittelfreiheit der so gewonnenen ätherischen Öle. Leider, leider ist die Destraktion ein sehr aufwendiges Verfahren mit kleinen Produktionsmengen, was die gewonnenen ätherischen Öle recht kostspielig macht. Dafür ist der Duft der Öle aber auch besonders authentisch, sprich kommt dem jeweiligen Ausgangsprodukt geruchlich am nächsten.

Kleine Info am Rande: Die Destraktion wird auch ganz ulkig Zoselverfahren genannt, da sie in den 1960ern von einem Herrn Zosel am Max-Planck-Institut in Mülheim an der Ruhr entwickelt wurde. Eine weitere Anwendung findet sie bei der Entkoffeinierung von Kaffee und Tee. Aber wer will das schon…

Nun denn, genug der trockenen Methodik! Weiter geht es nächste Woche mit anderen spannenden Themen.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch

Eure Stephanie

Bildquelle: Garten in Givenchy von Claude Monet und Immortelles von Gérard Roosen, beide via WikiMedia Commons, some rights reserved.

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L’Etat Libre d’Orange und die Promis…

Geschrieben in Duft, Gourmand, Solifloral am 25.03.2010

Etat Libre D’Orange, das französische Pop-Art-Skandal-Parfumhaus, erfreut uns alsbald mit seinem neuesten Promi-Duft: Tilda Swinton Like this. Ganz ehrlich? Ich freue mich sehr darauf, hat mir doch bereits der erste VIP samt dem ihm zugedachten Duft des Hauses von 2007 ausnehmend gut gefallen: Es war die wundervolle Almodovar-Muse Rossy de Palma und ihr Eau de Protection, den ich anläßlich dessen doch mal wieder hervorgekramt habe.

Wie der eine oder andere ja schon weiß, bin ich auch ein großer Filmfan und teile die augenscheinliche Leidenschaft von Etat Libre d’Orange für charismatische Charakterfrauen; Ich habe sowohl für Rossy de Palma als auch für Tilda Swinton ein ausgesprochenes Faible – wie L’Etat Libre scheinbar auch.

rossyWenden wir uns doch mal dem Eau de Protection zu und Rossy de Palma. Kennt wer von Euch Rossy de Palma? Ja? Ich finde sie – wunderschön. Aber sie ist eben auch – speziell. Sehr speziell. Ein Aspekt dessen ist sicherlich die Asymmetrie ihres Gesichtes, die jenes so unvergeßlich macht. Ist Schönheit doch in unseren Breitengraden meist mit absoluter Symmetrie und somit Ebenmäßigkeit verknüpft, entspricht Rossy de Palma so gar nicht diesem gängigen Schönheitsideal (Tilda Swinton, da läßt sich vorgreifen, sicher auch nicht). Ohne Euch jetzt mit meinen persönlichen, sicher auch durch meine philosophischen Studien geprägten Ansichten von Schönheit allzu sehr langweilen zu wollen hat Schönheit für mich immer mit Geist zu tun, mit Ausstrahlung, mit Charisma und mit einer gewissen Intelligenz. Ohne Geist keine Schönheit. Das für gewöhnlich unter Schönheit Verstandene, die Optik, ist für mich Attraktivität, äußere. Und jene empfinde ich oftmals, mal ganz abgesehen davon, daß sie mich ohnehin nur anzieht im eigentlichen Wortsinne, wenn sie mit Geist gepaart ist, als zu glatt, wenn sie sich allzu perfekt inszeniert. Diesbezüglich geht es mir nicht anders wie einigen anderen (Frauen?), schaut man sich nur mal an, wie weit zum Beispiel Herr Brody immer in Abstimmungen der Sexiest Men nach oben kommt – bei Frauen ist das doch deutlich seltener, aber egal.

Rossy de Palma. Von Etienne de Swardt, dem kreativen Kopf hinter L’Etat Libre d’Orange als Muse entdeckt, als Verkörperung seiner Idee und seines Ideals, seiner Vision, die er mit L’Etat Libre umzusetzen sucht. Hier liegen, wie selbst bekundet, Hure und Heilige nah beisammen, Mutter und Liebhaberin, ja, vielleicht finden sie sich vielmehr auch in ein und derselben Frau. Es geht also um die vielfältigen Facetten des Weiblichen, wie so oft. Das Eau de Protection, geschaffen von Antoine Lie und Antoine Maisondieu, soll Schutz bieten, eine Rüstung sein im Kampf auf dem ewigen Schlachtfeld der Liebe.

Rossy de Palma Eau de Protection

Es soll eine Rose sein, eine ambivalente, stark und kämpferisch sowie weich und sensibel gleichzeitig, wie man aus Rossy de Palmas gedichtgleichen Zeilen in schönster Kleiner-Prinz-Manier entnehmen kann: Zeichne mir eine Rose…

Viel vorgenommen hat sich also das Eau, aber es verspricht nicht nur, es hält auch: Diese Rose hat Schönheit und Dornen.
Im Auftakt fast kämpferisch im Duo Bergamotte und Ingwer, dynamisch-spritzig ergänzt durch Noten von Pfeffer, die alsbald zum Herzen führen, das eine kühne und kühle Rose enthält, wollüstig, aber auch distanziert mit leichten metallischen Anklängen, die wohl eine abstrakte Variante des Blutes darstellen sollen. Blutrot stellt man sich somit die Rose vor, dornig, vielleicht mit einem Tropfen Blut daran, zugleich wunderschön und – betörend, was auch an dem eher subtilen weißfloralen Hintergrund liegt, den ich nicht eindeutig als Jasmin wahrgenommen hätte. Die Basis ist schlicht bezaubernd: Samtig-warm stiftet pudriger Kakao eine gewisse moschusähnlich skinnige Süße, während sich Benzoe für eine annähernd ambriert wirkende Abrundung verantwortlich sieht. Ein Hauch zart würzender Weihrauch sowie ein Tupfer Patchouli für die Tiefe und fertig ist das Eau.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Ingwer, schwarzer Pfeffer, Bergamotte; Herznotte: Bulgarische Rose, „Blut”-Akkord, Jasmin; Basisnote: Benzoeharz, Patchouli, Weihrauch, Kakao.

Ich muß ehrlich gestehen, daß ich anfänglich nur semibegeistert war, allerdings wird das Eau definitiv besser, je länger man es versucht – so zumindest in meinem Fall. Ein paar Anläufe sollte man ihm aber einräumen, schon aufgrund der metallischen Noten, die immer etwas gewöhnungsbedürftig sind. Aber L’Etat Libre ist ja ohnehin kein Label für halbe Sachen, ergo auch weder für zaudernde Unentschlossene noch für Schüchterne.

tildasZu denen zählt auch Frau Swinton nicht: Intelligent, stark, begabt und provokant – die Oscar-Gewinnerin ist gebürtige Schottin und entstammt einem der ältesten Clans, ist Cambridge-Absolventin und lebt seit längerem in einer polyamourösen Beziehung mit zwei Künstlern.

Für ihren Duft Like This ließ sie sich von dem islamischen Mystiker und Dichter Rumi (Dschalal ad-Din Muhammad Rumi) inspirieren und wählte seine Worte, um ihren Duft zu beschreiben:

“Like this.
What does your fragrance smell like? Like this.
What does your fragrance feel like? Like this.
What do I do with this fragrance? Like this.
It’s an idea that makes me very, very happy.”

aus: The Essential Rumi, übersetzt von Coleman Barks mit John Moyne.

Der Duft wurde von Mathilde Bijaoui und enthält: Mandarine, Ingwer, Neroli, Rose, Immortelle (Italienische Strohblume), Vetiver, Heliotrope, Moschus sowie eine neue synthetische Essenz namens Potiron Jungle Essence (Mane Laboratories), welche wie Pumpkin, ergo Kürbis duften soll.

tildaswintonbyetatlibredorange

Die Werbung für den Duft paßt meines Erachtens nach recht gut zu Frau Swinton, setzt sie visuell doch ziemlich exakt deren subversive Erotik und Sexualität um. Seien wir doch ganz ehrlich: Das Bild wirkt erregt, sexuell aufgeladen. Insofern finde ich die Mutmaßungen bei Perfume Shrine eigentlich recht amüsant: Der Kürbis Pumpkin erinnert in englisch nicht nur in der Aussprache an sexuelle Aktivität, der Amerikaner Dr. Alan Hirsch wies in Studien auch dessen positive Auswirkung(en) auf die Durchblutung bestimmter (weibliche) Körperteile nach – ist vermutlich in einer polyamourösen Beziehung nicht von Nachteil…

Ich bin schon still ;) … und harre gespannt dem Duft!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Pressematerial L’Etat Libre d’Orange sowie www.tildaswinton.net

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Sonne voraus!

Geschrieben in Kosmetik, Körperpflege am 24.03.2010

Auch wenn es noch nicht so richtig danach aussieht – die nächste Badesaison steht so gut wie vor der Tür! Allein, der Blick in den Spiegel vermiest die Freude. So käsig-blass-blöd kann man sich weder in Shorts am Pool noch im Sommerkleidchen zur Gartenparty blicken lassen. Wie gut, dass man herrliche Bräune ganz easy mogeln kann. Wenn man weiß, wie’s geht. Der Selbstbräuner-Guide mit Streifenfrei-Garantie.

Kommen Sie mir jetzt nicht mit: Iiiih, Selbstbräuner. Das sieht unecht aus, viel zu gelblich, wird fleckig und riecht unangenehm. Denn das ist alles Quatsch. Das war früher mal so. die moderne Generation der Self-Tanner ist ganz einfach anzuwenden, duftet in den meisten Fällen sogar lecker und zaubert einen herrlich goldenen (streifenfreien) Sommerteint. Nix Flecken oder Streifen. Wir erklären mal alles rund um den Selbstbräuner was Sie wissen müssen, um perfekt gebräunt zur nächsten Gartenparty zu erscheinen:

Me: Relaxing1. Der Geruch
Wer sagt, Selbstbräuner ohne merkwürdigen Geruch gibt es nicht, der hat erst einmal eigentlich recht. Der Grund ist der in fast allen Self-Tannern enthaltene Wirkstoff Dihydroxyaceton (eine spezieller chemisch nachgebildete Zuckerart), kurz „DHA” genannt. Er reagiert mit den Proteinen in der obersten Hautschicht und tönt die Haut. Und DHA riecht nun mal nicht besonders gut. Aber wie gesagt, moderne Selbstbräuner haben den Geruch in den Griff bekommen, indem sie die Texturen neu parfumieren. So wird aus Pfui ein Hui!

Wem der Geruch dennoch zu intensiv ist, der probiert eine dieser nach und nach bräunenden Bodylotions. Da sieht man zwar nach einmal auftragen noch gar nichts, und muss jeden Tag weitercremen, bis die Haut den gewünschten Ton erreicht, aber dafür riechen diese ganz leichten Selbstbräuner-Produkte auch dementsprechend weniger…

2. Die Anwendung
Oberste Regel: Nehmen sie sich für die Bräune aus der Tube ein wenig Zeit. Bitte nicht im Hau-Ruck-Verfahren eincremen und fertig. Denn dann wird das Resultat bestimmt nicht besonders schön. Am Besten, Sie beginnen mit einer gründlichen Rasur. Die Haut sollte möglichst glatt und stoppelfrei sein – also bitte epilieren, wachsen, rasieren, ganz wie Sie mögen. Dann folgt ein sanftes aber gründliches Peeling. Das Peeling ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren eines schönen Fake-Tans. Denn befinden sich noch Schüppchen auf der Haut, wird der Farbauftrag garantiert fleckig. Also bitte sanft rubbeln, dann ist die Haut ideal vorbereitet. Das gilt natürlich für Gesicht und Körper. Wer arg empfindliche Haut hat, wartet nach Rasur und Peeling zwei Stunden, bevor der Selbstbräuner kommt, sonst könnte das Treatment zu Pickelchen führen. Dann den Selbstbräuner auftragen. Für welche Textur Sie sich entscheiden ist dabei eigentlich egal. Ob mit DHA getränkte Tücher (die der Autor dieser Zeilen immer verwendet), Cremes, Gele oder Sprays. Alles Geschmackssache. Testen sie einfach, mit welcher Textur Ihre Haut am Besten zurechtkommt.
Aber wie viel Self-Tan kommt wohin? Die Regeln sind einfach: erst einmal eine dünne Schicht auf den ganzen Körper. Also auch auf die stellen, die man gerne vergisst: Hüfte, hintere Oberarme, seitliche Bauchpartie, die hinteren Oberschenkel, etc. Eine dünne Schicht auf den Füßen wirkt übrigens sehr schön, denn Sommerteint auf den Füßen hat man normalerweise wirklich nur nach zwei Wochen Strandspaziergänge in der Karibik. Aussparen sollten Sie dagegen die Knie, Ellbogen und Fersen. Diese Stellen nehmen die Farbe intensiver an und im Resultat sieht es dann doch wieder merkwürdig unnatürlich aus.

Ist der Selbstbräuner aufgetragen – ich hoffe natürlich, eine dünne und gleichmäßige Schicht! – folgt eine Schicht Feuchtigkeitspflege. Das ist absolut wichtig, denn durch die Extraportion Creme wird der Self-Tan wirklich optimal verteilt, zieht schön ein und die Haut bekommt einen schönen glänzenden Farbton. Auch hier: Das gilt für das Gesicht genauso wie für den Körper! Erst den Selbstbräuner, dann genauso gründlich-gleichmäßig eine Portion Feuchtigkeit in die Haut massieren. Danach sofort die Hände waschen, beziehungsweise, wer sehr helle Haut hat, sollte schon zwischen den beiden Creme-Gängen und jetzt noch mal die Hände unter fließendem Wasser spülen. Das Problem: Wer seine Hände zu kräftig wäscht und ins Handtuch reibt, verliert Bräune auf den Handrücken. Wer zu wenig wäscht, riskiert, dass sich die Handflächen verfärben. Sieht beides absolut doof aus, ist aber Übungssache. Einen vernünftigen Tipp gibt es hier nicht. Ich fürchte es hilft nur das „Try & Error-Prinzip”…

3. Die nächsten Stunden
Nun können sie sich eigentlich sofort anziehen. Gute, moderne Selbstbräuner färben nicht auf Klamotten ab. Außer Sie haben zufällig noch irgendwelche polnischen Armee-Restbestände oder ähnliche Kuriosiäten. Ausnahme Nummer zwei: Sie verwenden getönte Selbstbräuner. Die sind zwar praktisch, denn man sieht sofort, ob man überall gleichmäßig gecremt hat, aber dafür sollten Sie so schnell keine Kleidung darüberziehen, sonst haben Sie überall braune Ränder (die beim Waschen gar nicht so leicht wieder herausgehen).

Auf jeden Fall sollten Sie nun erstmal nicht duschen oder baden gehen. Sonst läuft der Bräunungseffekt nämlich mit in den Abfluss. Auch schweißtreibender Sport sollte aus dem selben Grund die nächsten Stunden nicht auf dem Programm stehen… Lassen Sie die Haut einfach in Ruhe, gönnen Sie sich eine Auszeit und entspannen Sie. Oder natürlich, Sie ziehen sich an und starten in den Tag, oder zur Gartenparty. Denn auch wenn sich die Tönung der Haut erst nach und nach entwickelt, können Sie natürlich trotzdem unter Menschen. Es wird niemanden auffallen, dass Sie zum Beispiel im Laufe eines Bürotages plötzlich Farbe zulegen. Sie sind ja nicht der unglaubliche Hulk, der in Sekunden Form und Farbe wechselt. Der Prozeß, den das DHA in der Haut anstößt, ist so minimal und langsam, dass es keiner merken wird. Im Gegenteil, wenn Sie morgens etwas Selbstbräuner auf das Gesicht aufbringen und dann (nachdem die folgende Pflegecreme gut eingezogen ist) Make-Up auftragen, ernten sie sicherlich viele Komplimente. Denn irgendwie strahlt der Teint dann besonders schön, die Haut wirkt prall und jugendlich.

4. Das Ergebnis
Je nachdem, für welches Produkt Sie sich entschieden haben, dauert es eine Stunde bis zu einem Tag, bis der Bräunungsvorgang abgeschlossen ist (beziehungsweise die Färbung, denn „Bräunen” ist ja eigentlich etwas anderes). Sie können also nicht sofort erkennen, ob Sie gründlich und gleichmäßig genug gearbeitet haben.
Sollten Sie aber mit dem Resultat tatsächlich nicht zufrieden sein, weil Sie sichtbare Ränder oder Flecken haben, dann bitte nicht sofort nachlegen. Mehr Selbstbräuner verbessert das Ganze nur selten. Warten Sie unbedingt einen Tag und beginnen Sie erst noch einmal mit einem Peeling, dann können Sie nachfärben. Von den oft empfohlenen Experimenten mit Frischem Zitronensaft, der die Haut bleichen soll, würde ich allerdings abraten. Wenn Sie sich noch nicht oft mit Selbstbräuner getönt haben, wird das Ergebnis nicht sehr lange halten (Im Gegensatz zu „echter” Bräune). Darüber sollten Sie sich nicht ärgern, das ist nun mal so. Tönen sie einfach alle paar Tage, so halten Sie einen optimal-natürlichen Bronzeton.

Und noch ein Wort zum Schluß: ich höre immer wieder, Selbstbräuner werde eingesetzt, um die Haut schon mal auf den Sommer vorzubereiten. Rein optisch gesprochen ist das zwar richtig (Braune Haut in Röcken und Shorts sehen nun mal besser aus als blasse), aber gesundheitlich ist das völliger Quatsch. Denn die Sonne mit ihrem Mix aus UV-A, UV-B und IR-A-Strahlen wirkt komplett anders auf die Hautstruktur als das zuckerähnliche DHA. Genauso unsinnig ist es übrigens, vor dem Sonnenbad im Solarium die Haut an die Strahlung gewöhnen zu wollen. Denn auch hier: die Sonne wirkt anders als die künstlichen Strahlen im Solarium. Zwar schädigen beide die Haut, ja gut, aber auf verschiedene Art und Weise. Solarium und Selbstbräuner sind keine Vorbereitung auf echte Sonne. Wer hier seinem Teint etwas Gutes tun möchte, sollte auf die Kraft von innen setzen. Von Vipurel, einem neuen und großartigen Nahrungsergänzungsmittel-Konzept gibt es sogenannte „Global Sun Protection”-Kapseln, die zwar den Sonnenschutz (LSF!) nicht ersetzen, aber bei rechtzeitiger Einnahme – circa sechs Wochen vor dem Urlaub oder dem Start der Badesaison, bis vier Wochen danach – die Fähigkeit der Haut stärken, sich vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Beta-Carotin, Lycopin, Traubenkernextrakt und Vitamin B3 sowie der Vipurel-exklusive A.X.10-Komplex wirken anti-oxidativ gegen freie Radikale, stärken die Widerstandsfähigkeit der Haut und fördern eine schöne, gleichmäßige Pigmentierung in der Sonne.

In diesem Sinne wünsche ich fröhliches (und schön gleichmäßiges) Selbstbräunen. Wer meine Tipps beherzt, wird sich mit dem Ergebnis bestimmt gefallen! Zumindest spreche ich aus Erfahrung, da ich seit vielen Jahren jede Woche Selbstbräuner verwende und noch nie fleckig, gestreift oder orange ausgesehen habe. Oder es hat mir noch nie jemand gesagt?? Aber nein, auf Wunsch bin ich bereit, den Beweis mit einem Foto anzutreten ;)

Ihr Constantin Herrmann

Bildquelle: Me: Relaxing von Heather Sorenson via stockxchng – vielen lieben Dank!

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Neue Lieferung eingetroffen: Lea und Lea Extreme by Calypso


Acqua di Parma Bergamotto di Calabria

Geschrieben in Duft, Hesperiden am 23.03.2010

Die Traditionsfirma Acqua di Parma erfreut uns ja schon seit einigen Jahren mit ihrer spritzigen Blu Mediterraneo Serie, die ich zugegebenermaßen sehr gerne mag: Leichte monothematische Eau de Toilettes samt den passenden Pflegeprodukten dazu, gedacht vornehmlich für die wärmeren Jahreszeiten, ergo: Frühling und Sommer.

Bergamotto di Calabria ist nun die neueste Kreation und stößt als sechster (verfügbarer) Duft zu der Kollektion, die außerdem noch Mandorlo di Sicilia/sizilianische Mandel, Arancia di Capri/Capri-Orange, Cipresso di Toscana/toskanische Zypresse, Fico di Amalfi/Amalfi-Feige und Mirto di Panarea/Panarea-Myrte beheimatet (früher gab es noch Quercia Marina/Meereiche sowie Foglie di Basilico/Basilikum, die aber mittlerweile eingestellt wurden).

bergamotte1In meinem Besitz befindet sich, natürlich – Cipresso di Toscana. Schon seit Jahren und mit Begeisterung, stammt dieser adrette, sommerholzige und krautige Schönling doch auch von Bertrand Duchaufour, einem meiner Parfumeurslieblinge. Doch muß ich sagen, daß ich eigentlich alle Düfte der Linie als recht gelungen empfinde: Arancia zum Beispiel ist eine zauberhaft authentische spritzig-frische Orange mit einer schönen Karamelbasis, während Mandorlo die Leckermäulchenfraktion bedienen sollte, riecht er doch wie frisch-gebackenene Amaretti.

Soweit so gut – die kalabrische Bergamotte ist der Neuling, den ich mir vornehmen möchte. Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Zedernholz; Herznote: Bergamotte, Zedernholz, Ingwer
Basisnote: Vetiver, Benzoe, Moschus.

Der Auftakt ist wie zu erwarten spritzig-frisch und gepaart mit jener ganz Bergamotte-typischen Säuerlichkeit, in die sich bald eine leichte Zedernholznote mischt in einer für deren Verhältnisse nicht besonders starken oder dominanten Ausprägung. Das Herz hält Ingwer bereit, der sich hier in passend fruchtig-säuerlicher und ihm naturaliter genuinen Manier offenbart und hervorragend mit der Bergamotte harmoniert. Den genannten Vetiver vermag ich in der Basis nicht explizit herauszuriechen. Jene rundet aber den eigentlich zitrischen Duft ähnlich wie bei Arancia mit einer sanft-süßen Wärme ab.

Alles in allem ein sehr netter, charmanter und freundlicher Gute-Laune-Sommerkandidat, mit dem man – hier auf Mann und Frau bezogen – sicherlich nichts falsch macht und dessen Bergamotte-Ingwer-Kombination durchaus reizvoll ist.

bergamotte2Allerdings, und das will ich ehrlich einräumen, gefällt mir persönlich The Different Companys Divine Bergamote wesentlich besser. Das liegt sehr wahrscheinlich aber auch daran, daß dieser sowohl mein Faible für Ingwer nährt als auch mein (noch viel größeres) Faible für Rhabarber stillt. Jener ist darin nämlich verhanden, ziemlich satt sogar. Auch finde ich die Jean Claude Ellenas göttliche Bergamotte – origineller. Sie beinhaltet zwar ebenfalls das für viele Hesperiden- und somit auch Bergamottedüfte typische Zedernholz, ist aber weit davon entfernt, ein typischer Hesperiden- oder auch Bergamotteduft zu sein.

Divine Bergamote ist in der Tat – ein echtes Juwel, ein funkelndes und facettenreiches. Nie hätte ich hinter einem Zitrusduft ein derartiges komplexes Gebilde erwartet, ein Feuerwerk unterschiedlich funkelnder Stadien, sich jeden Augenblick ändernd. Spritzig-frisch und erfrischend zitrisch im einen Moment präsentiert sich Divine Bergamote im anderen Moment wie frisch gebrühter erkalteter Ingwertee um just ein paar Sekunden später mit einer cremigen Süße aufzuwarten, aus der florale Noten blitzen, welche alsbald von herbfruchtigen Rhabarberstauden überlagert werden, die dann von der nächsten Überraschung abgelöst werden. Fruchtigkeit in Kombination mit Wärme, floralen Elementen und Holzigkeit, sich ständig überlagernd, befruchtend, aneinander ergötzend… Kühl und kühlend, heiter und ein wenig melancholisch, beschwingt, leicht, frei, …

Die Ingredienzen: Bergamotte, Ingwer, Orangenblüte, Rhabarber, Blattgrün.

Ihr seht schon – ich liebe sie, die Divine Bergamote, dieses wundervolle Duftchamäleon. Und deshalb habe ich sie mit in diese Rezension genommen – um sie ebenfalls jedem zum Testen ans Herz zu legen, der auf der Suche nach einem Bergamotteduft für den Sommer ist. Den dieser hier ist wirklich etwas sehr Besonderes.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Bergamottepflanze von Klaus Reger und Kalabrische Bergamotte, beide via WikiCommons – some rights reserved.

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Badesaison 2010…

Geschrieben in Allgemein am 22.03.2010

Bald ist es wieder so weit und wir verbringen jede freie Minute an Pool, See und Strand. Und fühlen uns großartig. Und tragen schicke Bade-Klamotten. Aber was heißt eigentlich schick? Es ist nämlich unglaublich schwierig, sich Trendgemäß zu kleiden. Habe ich am eigenen Leib feststellen müssen. Ein frustrierter Erfahrungsbericht und Trend-Guide. Aber seien Sie schnell: Die besten Stücke sind schon weg!

Badesaison 2010Ich war letzte Woche shoppen. Und habe dabei eine neue Theorie entwickelt: Sparsame Menschen kaufen immer am Ende der Saison, wenn alles schön reduziert ist. Absolut clever, und ich mache das auch oft so. Man freut sich nämlich über Schnäppchen irgendwie doppelt so doll. Aber jetzt meine neue Entdeckung: Modebewusste Trend-Menschen shoppen so früh wie es nur irgendwie geht. Ein Beispiel: Ich befinde mich gerade in einer Art Neon-Fieber. Alles, was leuchtet, na gut schreit, egal ob grün, gelb oder pink, muss ich einfach haben. Ist ja auch aktuell der heißeste Farb-Trend der Saison. Und zufällig habe ich von einem Mode-Kollegen gehört, es gäbe bei H&M seit Neuestem eine Neongelbe-Hose, jeansig geschnitten, schöner Stoff, großartige Farbe. Also nichts wie hin…

Sagt die Verkäuferin in der hoffnungslos überfüllten Riesen-H&M-Filiale doch allen Ernstes und ohne mit der Wimper zu zucken, die Hose sei in allen Filialen schon wieder ausverkauft. Hallooooo-ho… Schon? Wieder? Ausverkauft? Was sind denn das bitte für Menschen, die ihrer Zeit so weit voraus sind, dass sie eine Neonhose als Trend erkennen und sofort an sich reißen, lange bevor ich überhaupt Wind davon bekomme, dass es eine Neonhose bei H&M gibt??? Schneidern die solche Sachen eigens für Trend-Forscher? Die ihrer Zeit per se immer voraus sind?
Beleidigt stapfe ich weiter zu „American apparel”, dem Label mit der Unterwäsche in einhundert Farben. Oder so ähnlich. Ist zwar aktuell nicht so in wie letzten Sommer, als alle die dünnen bunten Schals von denen trugen, aber immerhin gibt es dort zum Glück gerade die „Highlighter”-Kollektion. Quietsch-bunte T-Shirts von Phsophorgrün bis Schreigelb. Und dazu passende Taschen, Leggins und Neon-Stulpen. Und alles vorrätig, wie schön! Ich gönne mir zwei Shirts, und sehe mich schon im Hochsommer lässig in Neon an unserer kleinen Strandbar an der Isarbrücke sitzen. Sehr cool. Fehlt nur noch eine neue Sonnenbrille…

Ich also ab in den Laden meines Vertrauens, die kennen mich da schon, ich war nämlich die letzten zwei Wochen circa dreißig mal da. Das muß ich vielleicht kurz erklären: Nachdem die letzten zwei Jahre RayBan und Carrera in waren, ist nun wieder Status angesagt! Die Luxus-Marke Barton Perreira ist das absolut tollste, was man sich momentan auf die Nase setzen kann. Zugegeben, zum selben Preis bekommen sie zwei Gucci-Modelle (wer will die schon?), aber die Perreira mit den Echtglas-Scheiben sind so absolut überirdisch cool, das sie Schwierigkeiten haben werden, danach je wieder eine andere Marke aufzusetzen. Der absolute Hit sind die Modelle mit echtem Leder auf dem Steg, ob kantig oder rund geschnitten – das sind die Must-Haves der Saison!

http://www.bartonperreira.com/

Und deswegen laufe ich seit drei Wochen regelmäßig im Geschäft vorbei, und jedes Mal heißt es, Barton-Perreira würde erst noch geliefert werden. Macht nix, dann komm ich übermorgen wieder.
Ich also nach meinem H&M-Frust auch an diesem Tag wieder rein in die Boutique und: „Haben Sie schon die neue Barton-Perreira-Kollektion?” Sagt die Verkäuferin: „Ah, ja klar, die paar die noch da sind sehen Sie da drüben.”
Erst bleib mir kurz das Herz stehen, dann wäre ich ihr fast an die Gurgel gegangen. Innerhalb von drei Tagen ist die Kollektion fast schon wieder ausverkauft? Ich bin kurz vorm Durchdrehen. Beziehungsweise fühle mich wie in einer Folge von „Twilight-Zone”, wo alle Menschen sich per SMS mitteilen, wenn die Sachen im Laden eintreffen auf die ich so scharf bin. Nur damit ich dann wie Ochs am Berg dastehe und nur noch schrabbeligen Restmodelle ergattere, die sonst keiner will. Hat sich die Mode-Welt gegen mich verschworen und will mir eines auswischen? Ist das die späte Rache, dass ich mich damals bei meinem ersten Job für die Beauty-Redaktion entschieden habe und nicht für das Ressort Mode? Gibt es einen Trendgott, der besonders rachsüchtig ist?
Also gut keine Sonnenbrille. Ich fühle mich ein bisschen wie ein ausgehungerter Jäger, der einfach nichts Essbares findet.
Lauf ich also weiter auf meinem von Endzeit-stimmung-geprägtem Shopping-Trip (ich glaube, mittlerweile hatte ich sogar ein bisschen Fieber). In das Sporthaus, um mir eine Badeshorts zu jagen. Eine schön coole, mit abstraktem Blumen-Print. So eine, wie sie in meiner Vorstellung die coolsten Surfer-Boys tragen, wenn sie am Strand von Hawaii damit in die untergehende Sonne surfen. Wie ich unsportlicher Kloß dann damit im örtlichen Hallenbad aussehe, ist mir wurscht. Hauptsache ich fühle mich ein bisschen Hawaii-Cool. Gedacht getan, ich stürme also die Beach&Surf-Abteilung unseres Sport-Kaufhauses und stelle hinter den Taucheranzügen eine Verkäuferin: „Badeshorts,” belle ich ihr – mittlerweile gefrustet von den bisherigen Rückschlägen – entgegen: „Mit Blumen drauf.”
Die Verkäuferin guckt mich etwas entgeistert an, dann erhellt sich Ihr Gesicht und sie lächelt: „Oh, da sind sie etwas zu spät dran, junger Mann.” Mir stockt der Atem, Blut schießt mir in die Augen, der Mund öffnet sich zu einem hysterischen Anfall, ich mache mich zum Sprung bereit um diese Reiterin der Trend-Apokalypse im Flug zu enthaupten. Sie schafft es gerade noch, ein paar letzte Worte zu sprechen: „Blumen waren nämlich letztes Jahr. Da haben wir so gut wie gar nichts mehr. Dieses Jahr trägt man Karo.”
… Stille. Leere in mir. Ich fühle mich plötzlich wie der letzte Mode-Depp. Karos? Achso. Keine Blumen? Coole Surfer in kariert, ist das so, ja? „Probieren Sie doch mal eine Shorts an, die hab ich heute morgen erst ausgepackt, die sind ganz neu.” … spricht sie sie und hält triumphal eine blau-karierte Shorts in die Höhe, wie Jason einst das Goldene Vlies. „Die sind dieses Jahr total in” sagt sie. Ich mag aber keine Karos, denke ich. „In allen möglichen Farben, weiß, blau, gelb” Ich mag aber keine … „die Profis tragen Karos schon seit letztem Jahr, dieses Jahr aber wird es zum Riesen-Trend” Aber. Ich… „Und ich sage Ihnen, die sind super geschnitten, die sitzen wie ne Eins.” Hmmm. Na gut, reinschlüpfen kann ich ja mal. Verziehe mich also mit einer blau-karierten Board-Shorts, so heißen die Dinger, in die Umkleide. Die Marke: Hurley. Kenn ich nicht. „Hurley ist derzeit total angesagt bei jungen Leuten” ruft die Verkaufs-Kanone von draußen. Kann die Gedanken lesen? Ich ziehe mein Hurley-Modell also an … und bin begeistert. Der Schnitt: sehr lässig. Sitzt auf der Hüfte, die Hosenbeine stehen nicht absurd weit ab, sondern sitzen gerade wie eine Jeans. Perfekt. Und das Karo? Eigentlich gar nicht so schlecht. Gott, bin ich leicht zu beeinflussen. Zwanzig Minuten später verlasse ich das Kaufhaus mit drei Shorts. Weiß, blau und so ein Verlauf von weiß zu hellblau. Alle drei wahnsinnig lässig.

http://www.hurley.com/splash.cfm

Nochmal in gedanken meine Shopping-Liste durchgehen, was hab ich alles? Ich hab neue Shorts, T-Shirts und keine Sonnenbrille. So weit, so … naja. Sonnebrille brauch ich noch, Karo-Shorts und Neon-Shirts lassen sich halt so was von gar nicht miteinander kombinieren, und irgendwie fehlt noch ein Luxus-Item. Etwas, das ich eigentlich absolut nicht brauche, aber unbedingt haben will. Da kommen nur zwei Läden in Frage: Martin Margiela, der französische Design-Papst, der gerade so beliebt ist und überall neue Filialen eröffnet. Oder Bottega Veneta, die Leder-Luxus-Schmiede. Ich entscheide mich für letzteres, zum Abschluß eines semi-befriedigenden Shoppingtages darf es ruhig noch ein Highlight geben, und dort findet man iiiimmer etwas, garantiert. Einen Gürtel, einen Geldbeutel, eine Sonnenbrille – oder gleich das coolste Accessoire des Sommers, um das sich in Paris bereits alle Topmodels und Filmstars prügeln: Ein Armband aus geflochtenem Leder. Hat in etwa die Raffinesse eines Freundschaftsbandes aus der dritten Klasse, die Dinger, die man sich selber oder seinem Banknachbarn gebastelt hat. Aber gerade das ist das coole. Sieht nach nix aus, ist aber unter Insidern ein Erkennungsmerkmal für trendbewußten Style-Geschmack (und das nötige Kleingeld). Ich entscheide mich für schlichtes Schwarz (es gäbe noch ganz viele Farben) und bin ganz verliebt: Das kleine Lederband, an dem ein winziges (eigentlich kaum sichtbares) Bottega-Logo dran baumelt macht mich richtig glücklich. Erstens, weil es noch eines gab und ich diesmal nicht zu spät dran war, und zweitens weil kleiner, leistbarer Luxus das Herz eines Fashion-Victims nun mal höher schlagen lässt.

http://www.bottegaveneta.com/Main.aspx?region=Europe

In diesem Sinne sitze ich hier am Computer – mit Armband und Karo-Shorts, ja. Bis der Sommer endlich da ist, trag ich das schwer erkämpfte Zeug daheim – und ich möchte Ihnen, liebe Leser, zurufen: Seien Sie schnell!
Warten Sie mit Accessoires nicht bis zum Ende der Saison, investieren Sie jetzt in guten Geschmack, sonst ist er nämlich aus. Denn Basics (und alles in schwarz) kann man ruhig am Ende einer Saison shoppen. Aber die tollen Hingucker, die Sachen, um die Sie jeder beneiden wird, die gibt es in keinem Outlet und keinem Schlussverkauf. Die müssen sie jetzt kaufen.
Und wenn Sie bei Ihrem nächsten Shoppingbummel einen Mann sehen, der hysterisch alles in Neon oder mit Karos drauf an sich reißt und atemlos in die Umkleidekabine hetzt, um alles, aber auch wirklich alles anzuprobieren, damit er ja nur nichts verpasst, dann seien Sie bitte nett zu ihm.
Denn wahrscheinlich bin ich es.

Herzliche Grüße, Ihr Constantin.

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Radio
Duftverzeichnis L – Z


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 19.03.2010

Hallo liebe Blogleser/innen,

wie jede Woche auch diesen Freitag wieder: Unsere Verlosung. Fünf Probenpakete möchten neue Besitzer finden – wer eines haben möchte, schreibt uns bitte bis Sonntag, 24 Uhr, eine Mail mit seinem Namen und seiner Adresse an info@ausliebezumduft.de und nennt uns einen Duft, der diese Woche rezensiert wurde.

Viel Glück!

Die Gewinner der letzten Woche waren: Thomas G., Monika K., Petra R., Carola K. und Alexandra B. – viel Freude beim Schnuppern :)

Ein schönes Wochenende wünscht Euch Eure Ulrike.

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