Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Vorstellen…

Geschrieben in Allgemein am 16.02.2010

…  möchte ich Euch heute jemand, und zwar Stephanie oder besser: Steffi, ihres Zeichens neue Mitarbeiterin bei uns und eine große Unterstützung für Shane und mich. Da das Blog mich ziemlich fordert und ich mich parallel dazu ja, wie viele wissen, auch noch mit Shane zusammen um die Texte im Shop kümmere sowie um einiges anderes, bin ich sehr froh, nun eine weitere tatkräftige Mitarbeiterin zu haben und freue mich sehr, sie Euch vorstellen zu dürfen. Ein kleines Portrait unserer Steffi findet Ihr in der Rubrik “Das AlzD-Team”.

Diese kleine Ankündigung hier hat natürlich auch noch einen weiteren und tieferen Sinn: Steffi wird in Zukunft auch ein bißchen im Blog mitwirken. Sie ist noch relativ neu im Nischenduftbereich, hat aber bereits “Blut geleckt” sowie riesigen Spaß an der Sache und bringt darüber hinaus von Haus aus einige Kenntnisse mit, die sie dazu prädestinieren hier mitzuwirken: Sie ist nämlich studierte Biologin, kennt sich ergo u.a. in der Botanik aus und wird deshalb in Zukunft dieses Feld etwas “beackern” – seid also gespannt!

Sollte es bestimmte Themen geben, die Euch besonders interessieren und die Ihr Euch wünscht – immer her damit! Wir freuen uns über Anregungen in diesem (sowie natürlich auch in jedem anderen Bereich ;))

Einen schönen Tag Euch und viele liebe Grüße,

Ulrike.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Das Duft-Tagebuch lädt Euch ein…
Von der Liebe – MariaLux die Zweite.
Die Schöne und das Biest: Ambre à Sade


Nur ein einziges Mal…

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Gourmand,Orientalen am 16.02.2010

… im Jahr trage ich manche meiner Düfte. Aber wehe, sie wären an genau diesem einen speziellen Tag dann nicht greifbar für mich… Kennt Ihr das? Ich habe einige Düfte in meinem Repertoire, bei denen ich mich dann auch redlich bemüht habe, sie mir mit einer Freundin zu teilen, mir eine halbe Flasche zu ertauschen oder ähnliches… weil ich weiß, daß ich im Leben nie eine komplette Flasche verbrauchen werde, ganz im Gegenteil: Sie sind Teil einer Spezialeinheit, die ein paar Mal (an ein bis zwei Händen abgezählt), manche davon aber wirklich auch nur ein Mal im Jahr zum Einsatz kommt. Habt Ihr auch solche Düfte? Und wenn ja, welche?

arabieEin ganz typischer dieser Kandidaten ist bei mir Serge Lutens’ Arabie. Arabie stammt noch aus der alten Garde, er ist einer der frühen Düfte aus der Lutenschen Exportkollektion – und ich hoffe, er bleibt dort immer drin. Nachdem erst neulich die Ankündigung der Einstellung einiger Düfte die Liebhaber in den Foren erschreckte – verschwinden werden: Santal Blanc (und nicht Clair de Musc, wie ursprünglich verlautet wurde), Douce Amère, Chypre Rouge und Miel de Bois. Jetziger Stand der Dinge ist – sie verbleiben alle in der Pariser Kollektion. [Edit: Der neueste Stand: Nur Miel de Bois ist betroffen.] Aber – kommen wir zurück zu Arabie.

arabie2Inspirationsquelle für Arabie war, das ist jetzt nicht wirklich schwer, der Orient, das Morgenland, die arabische Welt: 1001 Nacht, Haremsdamen im Serail der Kalifen und Sultane, flirrende Hitze und Wüstensand, Basare, Gaukler und Händler. Was Fundament für Märchen, Legenden und Filme war und Abenteurer aus aller Welt anzog und immer noch zieht, wurde in Arabie von Lutens zu einem Duft verwoben.

Arabie war eine meiner ersten Begegnungen mit dem Nischenduftmarkt und verkörpert für mich annähernd alles, was ein guter Nischenduft können muß. Versteht mich nicht falsch – man muß Arabie nicht mögen. Aber neidlos anerkennen, welche Emotionen und vor allem Vorstellungen Arabie wecken kann, welche Bilder Arabie vor Augen ruft: Arabie schafft es mit einem Sprühstoß, einen kompletten arabischen Basar vor meinen Augen auferstehen zu lassen mit Ständen aus altem Holz, prall gefüllt mit allerlei Gewürzen in leuchtenden Farben, mit bunt gekleideten Menschen, exotisch anmutenden Früchten, Tieren und alten Möbeln – genau so einen Markt, wie ich ihn auf Reisen in Nordafrika schon besucht habe und wie ich ihn bereits aus alten Abenteuerfilmen in Kodakfarben kannte…

arabie1Einmal, mindestens einmal im Jahr brauche ich das. Arabie, der als Orientale fungiert, hat laut Lutens folgende Ingredienzen: Zedernholz, kandierte Mandarinenschale, getrocknete Feigen und Datteln – ich rieche da aber noch einiges mehr. Sofort beim Sprühen entfaltet Arabie seinen Glanz und seine Opulenz: Hölzer und Harze nimmt man wahr genauso wie getrocknete Früchte samt der ihnen eigenen Süße – alles in einer Präsenz, die einen fast schwindeln macht. Gewürze meine ich zu erkennen, Muskat und eventuell eine Prise Kumin, Sandelholz und ein wenig Ambra könnte sich auch in der Basis verbergen. Es ist sehr schwierig, Arabie komplett zu analysieren, da er so „reich” ist und homogen in seiner Vielfalt.

Ein starker sonniger Duft für – besondere Momente finde ich. Bitte vorher testen, Arabie ist sehr speziell. Er ist sicher „unisex”, wobei man dieses verwaschene Wort mit solch einem Duft zusammen nicht verwenden sollte. Er ist – tragbar für Männlein wie Weiblein aber bedarf sicher einer gut gewählten Gelegenheit beziehungsweise eines Anlasses…

Hängt Euer Herz auch an einigen „alten” Lutens-Düften? Und welches sind Eure (generellen) Lieblinge aus der Lutens-Kollektion?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquellen, von oben nach unten: Vielen herzlichen Dank an Kavewall sowie Simon Gurney für das Foto Topkapi Palace und Yvan Lagarrigue für sein Basar-Foto via stock.xchng!

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Die Welt Online…
Comme des Garçons – Avignon
Die Helden von 1805 oder Wie duftet Heldentum?


Antizyklisch…

Geschrieben in Blüten,Duft am 15.02.2010

… ist einer meiner Lieblingsbegriffe. Zumindest in der Praxis. Beim Einkaufen handhabe ich es meist so: Wenn andere Sandalen shoppen suche ich nach Winterjacken, kaufen alle Steppmäntel bin ich schon wieder bei den Sommerröcken angelangt. Und: Ich kaufe nie nach Bedarf, sondern immer nur aus dem spontanen Bedürfnis heraus. Von Bedarf kann und darf ich die nächsten Jahre auch nicht mehr sprechen bei den Ausmaßen meines Kleiderschranks… Nun, bei Düften geht es mir recht ähnlich. Hier weitet sich das Antizyklische aber auch auf die Jahreszeiten aus: Habe ich zwar wohlsortierte Herbst/Winter- und Frühjahr/Sommer-Kollektionen, juckt es mich, wenn mir eine Jahreszeit gefühlt zu lange dauert, ganz entsetzlich in den Fingern, etwas komplett Gegensätzliches zu tragen. So hadere ich im Hochsommer, weshalb ich nicht meine prall-satten Winterlieblinge tragen kann und im Winter gelüstet es mich dann auf einmal nach Hesperiden, Blüten oder Fruchtigem. So ist das nun einmal – ich denke, das werden einige von Euch kennen, oder nicht?

Momentan dauert mir persönlich der Winter hier in Süddeutschland schon viel zu lange. Ich habe die Nase voll, gestrichen voll: Keine Lust mehr auf Frost, keine Lust mehr auf Eis und keine Lust mehr auf Schnee. Aber Lust auf – die ersten Sonnenstrahlen, keimende Pflanzen und Bäume, sprießende Natur, Blühendes.

So habe ich die Tage mal wieder in meinem Fundus nach etwas Passendem gegraben und etwas gefunden, das alle Sehnsüchte dieser Tage stillt: Parfum d’Orsays Tilleul, ein Liebling von mir, auf den ich immer wieder komme und zu dem ich immer wieder finde.

comte-dorsayFür das Entstehungsjahr von Tilleul, auf deutsch: die Linde, existieren unterschiedliche Quellen: Einige behaupten, der Duft wurde bereits 1927 geschaffen und 1955 (oder 1960) neu aufgelegt, andere datieren seine Geburt erst und einzig auf die Fünfziger Jahre. Fakt ist auf jeden Fall, daß er vor einigen Jahren Renaissance feierte und erneut lanciert wurde – nach einer behutsamen „Modernisierung” durch Olivia Giacobetti.

maguerite_countess_of_blessingtonKommen wir aber erst einmal auf das Haus d’Orsay zu sprechen, das durchaus einer Erwähnung wert ist: Parfum d’Orsay gehört wie Lubin, Caron, Guerlain und viele weitere zu den älteren Parfumhäusern Frankreichs. Der Gründervater war Alfred Guillaume Gabriel Grimaud, der Comte d’Orsay – einer der berühmtesten Dandys der damaligen Zeit und bekannt für seine vielfältigen Talente als Autor, Künstler und Karrikaturist. Treibende Kraft für seine Hinwendung zu Düften war, wie auch anders, natürlich eine Frau, seine zweite, und pikanterweise seine einstige Schwiegermutter (er war mit ihrer Stieftochter verheiratet), um genau zu sein: Lady Blessington, für die sich einfach kein Duft fand, der ihrer Haut so schmeichelte, wie sie sich das wünschte, ergo begann der Comte mit der Kreation von Düften und legte damit den Grundstein des Hauses.

tilleul2Nun aber zu Tilleul – dessen Ingredienzen: Kopfnote: Lindenblätter, Angelika (Engelwurz), Wassermelone; Herznote: Lindenblüte, Alpenveilchen; Basisnote: Akazie, Bienenwachs, Heu.

Tilleul hat, zumindest auf meiner Haut, keinen großartigen Duftverlauf im Sinne von verschiedenen, vielleicht komplementären Stadien. Sicher sind bestimmte Abstufungen zu riechen, allerdings entfaltet sich Tilleul sehr schnell und bleibt sich größtenteils treu – und das ist in diesem Falle auch gut so: Der Duft offenbart sanftes Grünblättriges in Kombination mit leicht aquatisch anmutenden Noten von Wassermelone sowie Lindenblüte – die olfaktorisch perfekteste, weil absolut authentische Umsetzung von blühender Linde, abgerundet durch trockene Heunoten mit einem Hauch honigsüßen Bienenwachses und einer subtilen kräutergleichen Herbheit durch Engelwurz.

tilleul1Tilleul ist für mich einer der schönsten Frühjahr/Sommerdüfte, die es überhaupt gibt. Ich könnte jedes Mal heulen, wenn ich ihn rieche und ich hoffe sehr, daß er nicht irgendwann wieder vom Markt verschwindet, denn er gehört zu den Düften, die ich immer in meiner Sammlung „brauche” (ja: BRAUCHEN). Tilleul duftet unvergleichlich nach Sommer und nach Sonne, nach einer einsamen Allee auf dem Land, gesäumt von unzähligen Lindenbäumen – und riecht somit wie eine Kindheitserinnerung, ein Traum, wirklich. Friedvoll und entspannend, ein wenig melancholisch und Emotionen weckend…

… so träume ich heute noch den restlichen Tag vom Frühling, der hoffentlich bald kommen wird!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Kennt Ihr ansonsten noch schöne Lindendüfte? Mir ist ja an fast reiner Linde ansonsten nur der Jo Malone French Lime Blossom geläufig, welcher schön, aber nicht annähernd so schön wie Tilleul ist – zumindest nach meinem Empfinden. Fällt Euch noch etwas ein? Und – sind Lindendüfte Euer Fall?

Bildquellen: Wiki Commons, darüber hinaus: Vielen lieben Dank an Gabriella Pataky und Dora Pete für die schönen Fotos über stock.xchng!

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Parfums d’Orsay – Etiquette Bleu
Antizyklisch (be)duften oder: Sommer her mit den Hamptons.
Duftverzeichnis L – Z


Der neue Star: Rodial – Glamoxy Snake Serum

Geschrieben in Kosmetik am 13.02.2010

Glamoxy Snake Serum

Das Glamoxy Snake Serum von Rodial – Stars wie Sarah Jessica Parker und Sienna Miller haben ein neues Beauty Lieblingsprodukt

Im Zeitalter der Schönheitschirurgie und chemischen Peelings besinnt sich Rodial, insbesondere mit dem neuen Glamoxy Snake Serum, auf die Kraft der Natur und hat eine Kosmetiklinie geschaffen, die natürliche Inhaltsstoffe und hohe Effizienz auf bisher nie da gewesene Weise verbindet. Die Produkte von Rodial bieten gezielte Behandlungen für alle Arten von Hautproblemen, von Falten, Altersflecken, bis hin zu Cellulitis und Schwangerschaftsstreifen.

In jedem einzelnen Produkt von Rodial verbindet sich Granatapfel Ellagtannin, mit seinen natürlichen Effekten, wie Anti-Aging, Gewebestraffung, Kollagenerneuerung, mit innovativen, natürlichen Ingredienzien, die klinisch auf ihre Wirkungsweise getestet wurden.

Die Kombination von Rodial’s wissenschaftlicher Kompetenz und ständigen klinischen Tests, mit dem einzigartigen Wissen über natürliche Hautpflege brachte eine ultimative Hautpflegeserie hervor.

Die Produkte von Rodial sind ausnahmslos in dermatologischen Studien getestet worden und werden von Dermatologen und Schönheitschirurgen empfohlen.

Das neueste Produkt von RODIAL ist das Glamoxy Snake Serum.

Dieses revolutionäre sauerstoffangereicherte Serum enthält Synake, ein Nerven Peptid, welches die Wirkungsweise der Tempelviper imitiert. Das Serum entfaltet seine Wirkung auf die Gesichtsmuskeln binnen weniger Minuten und füllt Falten und Linen drastisch auf, so dass das Gesicht voller, runder und glatter wirkt.

Das revolutionäre, sauerstoffangereicherte Glamoxy Snake Serum imitiert den lähmenden Effekt von Schlangengift und unterstützt auf diese Weise die Entspannung Ihrer Gesichtszüge innerhalb von Minuten. Langfristig, so Rodial, steigert das aus dem Granatapfel gewonnene Elagtannin den Kollagen-Gehalt der obersten Hautschichten und füllt somit feine Linien und Falten auf.

Anwendung: Nach der Reinigung morgens & abends eine ausreichende Menge des Snake Serums von Rodial auf Gesicht & Hals auftragen und kurz einwirken lassen. Anschließend mit der Feuchtigkeitspflege folgen.

Sicheren Sie sich eines der ersten Exemplare des Glamoxy Snake Serum von Rodial – HIER!

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Freitagsverlosung
Freitagsverlosung
Freitagsverlosung.


Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 12.02.2010

Liebe Blogleser(innen),

wie jede Woche so auch heute unsere freitägliche Verlosung. Fünf Probenpäckchen warten auf Euch – wer eines haben mag, schreibt uns bitte bis Sonntag, 24 Uhr eine Mail mit seinem Namen und seiner Adresse an info@ausliebezumduft.de und nennt uns bitte die Parfumeurin der Costes-Düfte, die diese Woche besprochen wurden.

Die Gewinner letzte Woche waren: Katrin S., Vladimir S., Kirsten G., Daniel K., Katerina S. – herzlichen Glückwunsch!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Euch,

Eure Ulrike.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung


An Lubins Idole…

Geschrieben in Duft,Gourmand,Holziges am 12.02.2010

… gefällt mir eigentlich alles muß ich sagen. Zuallererst mag ich das Haus und seine Geschichte. Als eines der ältesten Parfumhäuser Frankreichs besteht es bereits seit 1798 und produzierte fleißig bis ins 20. Jahrhundert hinein Düfte, bis es eine Flaute erlebt und 1984 an das Haus Mülhens, ein ebenfalls altes Traditionsunternehmen verkauft wird. Mülhens wiederum geht bald in die Wella-Gruppe ein, ein riesiges Firmenkonglomerat und wie es so ist – dieses entschließt sich 1999 dazu, kein Geld mehr in das vor sich hin existierende (oder besser: vegetierende) Haus zu investieren, was dem Todesstoß für Lubin gleichgekommen wäre.

Lubin Idole

Damit hat man wenig Geist für Geschichte sowie Sinn und Wertschätzung für Kulturgut bewiesen – die hatte allerdings ein anderer: Gilles Thévenin, ehemaliger Guerlain-Manager und damaliger Rochas-Marketingleiter (Rochas gehört zu Wella). Thévenin kann Lubin nicht sterben lassen und kauft kurzerhand das Haus Lubin aus der Wella-Gruppe heraus auf – mittels seines Privatvermögens und einen ehrgeizigen Plan verfolgend: Dem altehrwürdigen geschichtsträchtigen Unternehmen wieder neuen Lebensatem einzuhauchen und an die glanzvollen ruhmreichen Zeiten von damals anzuknüpfen, in denen Lubin einer der leuchtendsten Sterne am Parfumhimmel Frankreichs war.

Thévenin hatte Glück: Das ebenfalls althergebrachte Haus Mülhens hatte einen Sinn für Geschichte und man hatte das gesamte Archiv Lubins dort eingelagert, das somit von Thévenin unangetastet mit übernommen werden konnte und es ihm ermöglichte, etliche der alten Klassiker neu aufzulegen.

Ich kann es im übrigen nur jedem empfehlen, sich einmal die Düfte des Hauses näher anzusehen. Ich habe sie mir eines Tages mal alle zusammen zur Brust genommen und näher angeschaut und war als alter Caron-Fan ziemlich entzückt: Klassische französische Parfumeurskunst, traditionsreich und handwerklich perfekt. Sie mögen sich zum Teil erst auf den zweiten Blick erschließen (Gin Fizz, Le Vetiver, L’Eau Neuve) oder ein wenig gestrig wirken – es handelt sich hierbei aber um wirklich zeitlos schöne Düfte, die, allen voran der wunderbare Nuit de Longchamps von 1934 es wirklich verdient haben, vor der Vergessenheit bewahrt und wieder aufgelegt zu werden.

Kommen wir aber zu Idole. Benannt nach dem gleichnamigen Duft Lubins von 1962 und gedacht als Hommage, symbolisierte Idole als vollkommen neu geschaffener Duft die Renaissance des Hauses. Inspiration und Motiv von Idole waren die Reisen Thévenins, der als Jugendlicher einige Jahre auf Java lebte und die West Indies sowie das chinesische Meer bereiste – vornehmlich auch und gerne mit alten traditionellen hölzernen Segelbooten, die Gewürze, Holz und Fisch transportierten. Die Seeleute und deren Schiffe erinnerten ihn an das Nomadenvolk derjenigen Seefahrer, die jahrhundertelang die Gewürzroute entlang segelten und ihre Fracht des öfteren gegen Piratenangriffe verteidigen mußten.

Diese Impressionen sollten mit Lubin olfaktorisch zum Ausdruck gebracht werden – und zwar von Olivia Giacobetti, der Vorzeigeparfumeurin aus Italien, die dem geneigten Blogleser und/oder Parfumfan durchaus ein Begriff sein dürfte.

Giacobetti hat ganze Arbeit geleistet würde ich sagen – aber zuerst einmal die Ingredienzen, die da wären: Kopfnote: Bitterorangenschale, Zuckerrohr; Herznote: Rum, Safran, schwarzer Kümmel; Basisnote: Sandelholz, geräuchertes Ebenholz, Weihrauch.

Lubin IdoleGiacobettis Spezialität sind die eher sanfteren Töne, oftmals ätherisch anmutende Düfte leichterer tranparenterer Natur. Die für sie typische Handschrift hat sie allerdings auch mit Idole umgesetzt, in sehr reizvoller Art und Weise: Thévenins Impression alter Frachtsegelschiffe, die verheißungsvolle fremde Länder und exotische Häfen ansteuern samt ihrer Gewürzladungen finden sich in Idole zu 100 % wieder – nicht ohne auf Jack Sparrow zu verzichten. Seeräubergarn ist nämlich ebenfalls präsent in diesem Düftchen: Es läßt mich beständig an den Fluch der Karibik denken und Johnny Depp und an Hook und Peter Pan.

Idole startet mit Bitterorange, geraspelte Schale um ganz genau zu sein, und offenbart alsbald sein ganzes Repertoire: Zuckriges gesellt sich zu den Gewǘrzen, welche angereichert sind mit einer ordentlichen Portion fruchtigem Rum, noch in seinem Fässchen verblieben, dem alten. An von den Gezeiten und der sengenden Sonne verwitterte Segelboote erinnert mich das, deren Holz die Gerüche vergangener Gewürzladungen und rauschender feucht-fröhlicher Feste aufgesogen hat. Dank Giacobetti ist Idole allerdings nicht zu schwer geraten sondern ein beschwingt-beschwipster Duft, der seinen Träger mit einer holzig-süßen Wärme einzuhüllen vermag und, es mag vielleicht bei den Zutaten verwundern, tatsächlich ein ziemlich vielseitig einsetzbarer Duft ist: Ich trage Idole eigentlich fast ganzjährig – den (Hoch)Sommer jetzt mal ausgenommen. Darüber hinaus ist er für beide Geschlechter gleichermaßen tragbar.

lubinIch bin zwar kein Flakonsammler und es ist mir reichlich gleich, in welchen Lumpen ein wirklich anbetungswürdiger Duft daherkommt, aber Idoles Flakon verdient trotzdem eine Erwähnung: Designt wurde er von Serge Mansau, dem wahrscheinlich einflussreichsten und besten Flakondesigner unserer Zeit. Die Flasche ist dem Segel der Feluccas nachempfunden, der traditionellen Segelschiffe des Roten Meeres, während die Verschlußkappe eine Nachbildung einer typischen afrikanischen Stammesmaske darstellt.

Sollte ich ihn mit etwas vergleichen schließe ich mich den Forenmeinungen an und werfe Donna Karans kongenialen Chaos in die Runde, allerdings – der „alte”. Die reformulierte neue Variante wurde entschärft und reicht längst nicht an das leider vergriffene Original heran. In diversen Blogs und Foren wurde die Haltbarkeit von Idole bemängelt – ein typisches Giacobetti-Problem, scheinen doch einige ihrer Düfte bei vielen nicht so wahnsinnig langanhaltend zu sein. Bei Idole lohnt sich mehrmaliges Testen: Ich selbst fand den Duft damals beim ersten Test wahnsinnig schön, er entpuppte sich aber auch als nicht sehr langlebig auf meiner Haut. Die Probe neigte sich dem Ende nach einigen Tagen und Idole geriet bei mir einige Zeit in Vergessenheit, bis ich ihn nach ein paar Monaten erneut zum Testen in die Finger bekam. Und siehe da, welch Wunder – mittlerweile hält er. Und zwar ziemlich gut. Keine Ahnung, was meine Haut und/oder meine Hormone in der Zwischenzeit gemacht haben – ich freue mich darüber ;)

Einen schönen Tag Euch, viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquellen: Lubin, darüber hinaus: Herzlichen Dank an  John Nyberg / Kopenhagen über stock.xchng und Kavewall für die beiden tollen Fotos!

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Navigation Through Scents – Auf Reisen mit Molton Brown.
Drei sind einer zuviel
Reisen mit Molton Brown die Zweite.


Pures Oud…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Holziges am 11.02.2010

… versprach uns Kilian Hennessy mit Pure Oud, dem ersten Duft seiner neuen Linie Arabian Nights. Nachdem nun ein zweiter Duft in ebenjener erscheint, wollte ich das zum Anlaß nehmen und Pure Oud rezensieren – zugegebenermaßen nicht der einzige Grund für diese Rezension, aber alles der Reihe nach…

Rose Oud ist also Duft Nummer zwei und, genauso wie Pure Oud, eine Kreation von Calice Becker. Erscheinungsdatum ist der März und als Ingredienzen sind veranschlagt: Rose, Kardamom, Oud, Patchouli und Safran. Der Duft, dem in dieser speziellen Linie noch drei weitere folgenden sollen basierend auf Moschus, Weihrauch und Ambra, ist wie sein Vorgänger in der 50ml-Größe erhältlich und kostet um die 300 bis 350 Euro.

Ja, ich weiß. Jetzt setzen sich einige Beteiligte dezent. Eine Hausnummer. Mmmmh, wenn ich jetzt damit beginne zu erzählen und abzuwägen, ob und warum ich manche Preise von manchen Düften gerechtfertigt finde und/oder bezahlen würde, würde dieser Artikel ellenlang werden. Das wird er auch so schon, ergo spare ich mir das an dieser Stelle. Dafür möchte ich einige Takte zu by Kilian loswerden, der Firma von Kilian Hennessy.

By Kilian ist ein noch junges Unternehmen und, ich muß ehrlich sagen, mir ging es sehr ähnlich wie Alyssa in ihrem Artikel auf Perfumesmellingthis: Ich bin zwar nach wie vor ständig auf der Suche nach einem neuen heiligen Gral und dauernd willig, neue Düfte zu testen und lieben zu lernen, aber ich kann mich mitunter des Eindrucks nicht erwehren, daß es Firmen gibt (nicht nur neue, aber auch), die versuchen, mittels künstlicher Limitierung und gehobenen Preisen ihren Produkten ein exklusiveres Image und einen elitäreren Touch zu verleihen, als diese vielleicht verdient haben. Nichts gegen Limitierung an sich. Nichts gegen hochpreisige Düfte an sich. Beides muß aber irgendwie begründet und begründbar sein – zumindest für mich.

Insofern bin ich gerne mal skeptisch – bei by Kilian war ich es auch. Tja, ich habe lange einen Bogen gemacht um die Düfte aus einem Vorbehalt heraus, rein emotional begründet. Und – irgendwie unnötig. Die „normale” Kollektion des Cognac-Erben Hennessy überzeugt nämlich durchaus mit einigen sehr schönen Düften, die auch von Luca Turin recht gut bewertet werden – nicht, daß dieser immer recht hätte, aber… Die üblichen Verdächtigen aus diversen der hier verlinkten Ami-Blogs und Foren sind da zwiegespaltener Ansicht – einige schätzen by Kilian, anderen ist das Drumherum zuviel, zu dick aufgetragen und nicht authentisch.

by Kilian Pure OudMarketingmäßig gibt by Kilian durchaus Gas: Der nach seinem Großvater Kilian Hennessy, Mitbegründer des LVMH-Konzerns (Moët Hennessy Louis Vuitton Group), benannte Firmeninhaber beruft sich auf Inspirationsquellen wie seine Liebe zur Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, zu der er in der Bibliothek auf dem familieneigenen Schloß St. Brice fand. Verlaine, Rimbaud, Balzac und natürlich Baudelaire („Manche Menschen lassen sich von Musik davontragen. Meine Seele beflügeln Düfte.”) nennt er – und wirkt selbst wie ein dandyesker Bohemien aus jener Zeit.

Seine dunkle, doch, ja, es paßt: schwarzromantisch angehauchte Kollektion sieht sich deshalb in vielerlei Hinsicht als Hommage, zitiert sie doch mittels vieler Anspielungen Hennessys Lieblingsautoren: Sein „L’Œuvre Noire”, das schwarze Meisterwerk (in Anlehnung an Marguerite Yourcenars L’Œuvre au noir), umfasst mittlerweile acht, anfänglich aber sechs Düfte, welche in drei Gruppen aufgeteilt sind: les Ingénues, les Paradies Artificiels und L’Orgie Parisienne. Die Naiven oder besser: jungen Wilden, angelehnt an das gleichnamige Gedicht Verlaines, für die Damendüfte Love – don’t be shy und Beyond Love – prohibited. Die künstlichen Paradiese, angelehnt an Baudelaires Metapher für die grüne Fee Absinth, für die Herrendüfte A Taste of Heaven – Absinthe Verte und Straight to Heaven – White Crystal. Und die Pariser Orgie oder Versuchung, angelehnt an Rimbauds gleichnamiges Gedicht, für die Unisexdüfte Liaisons Dangereuses – typical me und Cruel Intentions – tempt me. Hinzu kamen bisher noch Back to Black und Prelude to Love. Und eben jetzt die arabischen Nächte.

Ich persönlich mag natürlich dieses „Drumherum”, kann Hennessys literarische Begeisterung sowie seine Affinität zu Romantik, Fin de Siècle, L’Art pour l’Art und Co. sehr gut nachvollziehen und finde die Kollektion sehr schön, von einigen Ausnahmen abgesehen, und gut komponiert – wirklich berührt hat mich bisher trotzdem keiner der Düfte.

Kennt Ihr das? Es gibt einige Linien, denen ich neidlos zugestehen kann, daß sie durchweg sehr gut gemacht sind, fantasievoll umgesetzt und handwerklich ausgereift – aber manches läßt einen trotzdem komplett kalt. Es fehlt einfach die Saite, die zum Schwingen gebracht wird. Schade, aber wahr. By Kilian gehörte für mich, nachdem ich mich dann doch durch die Reihen getestet hatte, zu diesen Düften. Bis, ja, bis ich den Fehler machte, mir einmal Pure Oud anzuschauen…

Ja – auch diesmal weiß ich… Viele hier rollen die Augen und zucken mit den Schultern – schon wieder Oud. Hatten wir doch in letzter Zeit so oft. Und so wahnsinnig innovativ ist es jetzt nicht mehr. Noch mehr Oud? Muß das sein? Ja. Es muß. Wir haben 2010 und wir beziehungsweise ich habe bisher noch keinen einzigen Oud-Duft rezensiert. Ergo muß es sein. Ihr würdet sonst etwas verpassen, wirklich.

Jetzt aber endlich zum eigentlichen Duft – Für Pure Oud sind folgende Ingredienzen angegeben: Safran, Oud, Copahu-Balsam, Cypriol, Labdanum, Myrrhe und animalische Noten.

Was soll ich sagen – ich bin annähernd sprachlos… Pure Oud ist der Hammer. Gut, ja, – wenn man sein Parfum ätherisch mag, clean, sauber, nach Babypuder oder Wäsche riechend, sonnig, floral, leicht und unbeschwert – dann vielleicht nicht. Dann sollte man vielleicht an Pure Oud vorbeigehen.

Der Mann einer Freundin ist Toningenieur und reist ständig mit Filmsets durch die Welt – so war er auch kürzlich mehrmals im Oman und in einigen anderen arabischen Ländern und ganz glücklich, als ich ihn bat, doch auf dem Markt für mich mal nach Adlerholz und Oud zu sehen. Seine Frau, meine Freundin, möchte selten ländertypisches mitgebracht haben, schon gar nicht kleinen „Kitsch” vom Basar. So hat er fleißig eingekauft für mich und ich kam in den Genuß einer ganzen Sackkarrenladung voll echtem Silberweihrauch sowie diversen Räuchermischungen und eben Adlerholz sowie Oudparfummischungen. Nachdem die ersten Räucherungen in meiner Wohnung vollzogen (und meine Katzendamen nachhaltig traumatisiert) waren wußte ich auch ansatzweise, wie Adlerholz in der Realität riecht.

Pure Oud riecht genau so, nur verzichtet der Duft auf die teils scharfen, allzu medizinischen Kanten, die in mancherlei Oudduft gerne mal zu Tage treten. Ich muß mich einfach den Rezensionen einiger anderer anschließen, die ich hier auch zitieren mag: Patty von Perfume Posse, Nathan Branch, Octavian von 1000 Fragrances sowie Grain de Musc.

by Kilian Pure OudBei Grain de Musc ist zu lesen, daß Pure Oud riecht „like it ought to be the real stuff”: Samtig anmutend mit einem Hauch von Tabak aufgrund von Immortelle (dem kann ich mich nicht anschließen), in Leder getaucht und mit tintenartigem Castoreum. Das trifft es sehr genau: Ich rieche auch Tinte, tief dunkelblaue Tinte. Auf einem Brief, geschrieben auf einem alten „Desk” mit (diesen ehrwürdigen riesigen alten Schreibtischen aus dunklem Holz, für die es, wie ich finde, kein deutsches Wort gibt) mit eingelassener lederner Schreibunterlage- und vermutlich ein Liebesbrief, wie es bei Patty zu lesen ist: Die getrocknete Tinte eines melancholischen Briefes zum Ende einer Affäre, von der man dachte, sie wäre die große Liebe…

Für Grain de Musc ist Pure Oud: “This is the dark, musty lair of a sleek-furred beast, with metallic saffron alluding to the blood of the prey. It’s purring, though” – das trifft recht gut zu, auch.

Hennessy geht mit diesem Duft einfach einen Schritt weiter: Pure Oud ist Oud-Understatement, weil – nicht laut. Aber er ist finsterer, tiefer, ungewöhnlicher als die meisten Ouddüfte. Trocken, tintig, ledrig, holzig und mit dunkel-animalischen Akzenten verziert.

Ich könnte mir auch all die Worte sparen und mich einfach Patty anschließen: This shit rocks.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Wenn es interessiert: Es gibt einige nette Interviews mit Herrn Hennessy über seine Düfte, seinen Werdegang, seine Intention(en) usw. – siehe hier: Vogue, Amica, Welt Online, W Magazine, BeautynewsLA.com

Vielen Dank an Kriss Szkurlatowski für das schöne Foto über stock.xchng!

… ach ja, zu beziehen ist der Pure Oud in Deutschland über Essenza Nobile – ich bin ihm im übrigen auch erlegen…

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Die letzten Neuigkeiten…
Woche eins nach der Bundestagswahl – Wir basteln uns ein eigenes Kompetenz-Team
Duftverzeichnis


Das Hôtel Costes…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Holziges am 10.02.2010

… verfolgt uns dem Namen nach schon seit ewigen Zeiten – die Jüngeren vor allem durch die Sampler-Reihe, die clubaffinem Publikum ein Begriff sein sollte: Ein Klassiker im Bereich der elektronischen Chillout-Loungemusik. Hinter dem Hôtel Costes verbirgt sich aber natürlich viel mehr als „nur” Musikalisches: Ein Pariser Luxushotel, 1991 von den Costes-Brüdern in Zusammenarbeit mit dem Designer und Architekt Jacques García errichtet und der Maxime „Mehr ist mehr” verpflichtet, ist es mittlerweile weltberühmt für seine allumfassende Opulenz und eine begehrte Station für Prominente aller Art.

Hotel CostesMarketing können sie auch, das leuchtet ein – hat doch alleine die Sampler-Reihe das Haus noch bekannter gemacht. Vor einigen Jahren dann verpflichtete man Olivia Giacobetti, den Geist des Hauses mit einem passenden Duft einzufangen – so entstand Hôtel Costes, der nun, da Frau Giacobetti noch mit einem weiteren Duft nachlegen durfte, in Hôtel Costes 1 umbenannt wurde.

Hôtel Costes 1, der vormalige Signatureduft des Hauses, war ein echter Renner und lange Zeit auch ein ziemlicher Geheimtipp in diversen Foren und Blogs – jetzt scheint es ein wenig ruhig im ihn geworden zu sein… Vielleicht ändert sich das ja mit der Lancierung seines Nachfolgers. Ich möchte Euch beide Düfte gerne zusammen vorstellen.

Schaut man sich die Impressionen des Hotels an – einen kleinen Eindruck vermittelt dieser Blogeintrag -, kann es durchaus zu einem kleinen Moment des Erstaunens kommen – Frau Giacobetti und Opulenz? Stellt man dann noch die Flakons der Düfte sowie die Duftkerzen und was es sonst noch an ergänzenden Artikeln gibt wie Seifen, Duschgels usw. daneben, wird jene Verwunderung nicht kleiner: Less is more oder more and/is more?

Aber irgendwie ist es schon stimmig, das Konzept. Denn – Hôtel Costes ist neu. Ist modern. Trotz seiner überbordenden Ausstattung. Es hat Klasse und es ist – verschwiegen, wie man sagt. Also auch irgendwie Understatement trotz Overstyling. Und irgendwie vermitteln es visuell den Eindruck, als ob dort die Zeit stehen bleiben könnte und wollen würde – ein Eindruck, den die zeitlosen Flakons durchaus widerspiegeln.

Nun gut, wenden wir uns den Düften zu.

Hôtel Costes 1 hat folgende Ingredienzen: Kopfnote: Lorbeer, Lavendel; Herznote: Koriandersamen, Wacholder; Basisnote: Moschus, Hölzer.

Hôtel Costes 2, „der Neue”, beinhaltet folgende Ingredienzen: Benzoe, Zimt, türkische Rose, Geranium, Orangenblüte, Guajakholz.

Hotel CostesHôtel Costes 1 beginnt fruchtig-herb und würzig-pfeffrig – eine seltsame Art von Fruchtigkeit, nämlich Wacholderfruchtigkeit samt grün-kräuteriger Lorbeerwürze. Koriander rundet sanft im Zusammenspiel mit einigen Hölzern ab, während Moschus den Duft in eine sanfte Wärme taucht. Lavendel vermag ich auf meiner Haut nur sehr bedeckt zu entdecken, auf dem Teststreifen ist er ein weniger, aber nicht viel präsenter.

Hôtel Costes 2 verwirrte bereits vorab in diversen Foren, weil irgendwer verlauten ließ, daß Veilchen enthalten sei und einige mehr oder weniger verzweifelt auf der Suche nach Veilchen waren. Aber – gefehlt, ein Veilchen ist nicht enthalten (was mich persönlich jetzt eher freudig stimmt, aber gut). Bereits kurz nach dem Aufsprühen entfaltet sich ein Dreiklang aus Benzoeharz, Zimt und Rose: Ein süß-warmes harziges Vergnügen mit sanften Zimtspitzen, welches mich persönlich ein klein wenig an einen alten Joop-Duft erinnert – ich glaube, es war Joop Le Bain, der Weiße. Erinnert sich wer? Diese ein bißchen an Spielknetmasse erinnernden Noten… Geranium unterstreicht die Rose und sorgt mitsamt Orangenblüte für fruchtige Akzente, alles untermalt von warmem Holz.

Ich habe Costes 1 immer recht gerne in einem Atemzug mit A quiet morning von Miller et Bertaux genannt sowie mit Touaregh von Il Profumo und Cashmere for Men von Fissore. Warum? Die Düfte sind mitnichten „gleich”, sie gleichen sich nicht, aber – sie zielen für mich in eine ähnliche Richtung. Costes 1 ist ein kontemplativer Duft, ein (ge)würzig-holziger Sanfter für die ruhigen Momente im Leben. Ein Duft wie Meditation oder Yoga, gut geeignet um zu sich selbst zu finden und sich dabei wohlzufühlen.

Costes 2 mag sicher Symbol für den „Enthusiasmus der Pariser Nächte” sein – so wie er gedacht ist – aber… für mich ist er seltsam ambivalent – zumindest wenn ich an seine „Einsatzzeit” denke beziehungsweise mir jene vorzustellen versuche: Ich kann ihn mir einerseits sehr gut als Ausgehduft für den Abend vorstellen – allerdings eher: zum Essen, weniger in den Club. Genauso gut ist er aber auch für den Kuschelabend auf dem Sofa zu Hause denkbar. Er entspricht, das sieht man schon an den Ingredienzen, nicht dem typischen Kuschelkandidaten, ja. Für mich hat er aber durchaus das Potential dazu. Benzoe verbindet sich hier so mit Zimt und den floralen Elementen, allen voran Orangenblüte, daß der Duft zwar sinnliche Komponenten vorzuweisen hat, aber eher erotisch denn „sexy” wirkt und eine gemütliche Gelassenheit besitzt. Möchte ich ihn von der Richtung her mit etwas vergleichen, fiele mir am ehesten noch der Louanges Profanes, die Nr. 19 von Parfumerie Générale ein, dessen Ingredienzen auch Ähnlichkeiten aufweisen (Neroli, Weißdorn, Lilie, Weihrauch, Benzoe, Guajakholz).

Bin gespannt auf Eure Testeindrücke!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Sampler Hôtel Costes Vo. 1 über Amazon zu beziehen, some rights reserved.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Freitagsverlosung
Freitagsverlosung
Winterneuheiten.


I love New York!

Geschrieben in Duft am 9.02.2010

I Love NY

Eine Stadt die niemals schläft, ein Film der berührt, eine Duftlinie die begeistert.
2009 hagelt es Liebeserklärungen an die (gar nicht so heimliche) Hauptstadt der Welt.

Die Amerikaner haben es nicht leicht, dieser Tage. Erst stürzt ihr fragwürdiges Immobilien- und Kredit- Gehabe die Welt in eine Finanzkrise. Dann bekommen Sie den ersten schwarzen Präsidenten der Welt, der versprach, alles besser zu machen, aber am Widerstand der Kollegen Politiker zu scheitern droht. Unlängst fragte ihn auf einer Pressekonferenz sogar ein kleiner Viertklässler vor laufenden Kameras: „Mr. President, why people hate you?“. Dann der ewige Afghanistan-Zwist (Soldaten rein? Soldaten raus?) gefolgt von dem präpotenten Machtgebare, wo immer Amerika auftritt. Haben Sie die Bilder der Nahrungs-Lieferungen nach Haiti gesehen? Auf jedem Pack Reis, das Amerika stiftet, prangt eine riesige US-Flagge. Nationalstolz, oder peinliche Eitelkeit? Hinzu kommt das schwelende Gefühl, die Staaten wären irgendwie schuld an jedem übergewichtigen Kind unserer Zeit. Es scheint fast so, als würde die ganze Welt Amerika mit Missgunst und Widerwille begegnen. Ganz Amerika? Nein, es gibt ein Dorf an der Ostküste, das jedem oberflächlichen Anti-Amerikansimus trotzt und dessen Name zum Synonym für Träume, Erfolg und ewige Partys steht: New York!

My little Town blues are melting away

Seit Ende Januar läuft in unseren Kinos eine liebenswerte Hommage an die 19-Millionen-Metropole am Hudson River, „New York, I love you“. Elf Regisseure erzählen in je acht Minuten kurzen Episoden über zwischenmenschliche Beziehungen. Den Produzenten ist ein gelungener Mix aus Staraufgebot und No-Names gelungen, unter den Regisseuren finden sich Quoten-Kracher wie „Faith Akin“ (der seit „gegen die Wand“ ja so ziemlich überall mitmischt, wo Publicity winkt) oder Brett Ratner („X-Men der letzte Widerstand“) – aber eben auch sehr inspirierende neue Namen. Ebenso semi-prominent die Darsteller-Liste: Orlando Bloom, Shia LaBeouf, Christina Ricci, Andy Garcia und Natalie Portman (die auch als Regisseurin einen der Filmchen schuf), nebst vielen neuen, unbekannten – aber durchaus sehenswerten – Gesichtern. Ein Highlight ist sicherlich die umwerfende „Drea de Matteo“, die Serien-Junkies aus „Sopranos“ und „Desperate Housewifes“ kennen und verehren. New York als wichtigster Protagonist und roter faden tritt eigentlich sehr unaufdringlich und eher beiläufig auf. Die Episoden finden an den schönsten und berühmtesten Schauplätzen statt, vom Central Park bis China Town, aber angenehmerweise, ohne die Stadt zu verkitschen oder zu verherrlichen. Stattdessen erhält man nebenbei auch brutale Einblicke in die heruntergekomme Seite von New Yorks Glitzerfassade. Die intimen Momentaufnahmen einer alternden Schauspielerin, eines verzweifelt-depressiven Hotelpagen, und eines von Träumen erfüllten Jungen im Rollstuhl sind zwar nicht immer bedingungslos heiter, sondern manchmal recht herzschmerz-traurig, aber von großer poetischer Schönheit, zum Beispiel, wenn das New Yorker Ehepaar an ihrem 63. Hochzeitstag in Brighton Beach flanieren, sich dabei zanken und nerven, wie es nur alte Ehepaare können, und man weinen möchte, angesichts der tiefen Verbundenheit und Liebe des alten Pärchens.

Es sind diese romantisch-schönen Augenblicke, die den Film seinem Vorgänger „Paris, je t’aime“ so überlegen machen. Klar, wir alle kennen hunderte Folgen „Sex and the City“, die Filme „Taxi Driver“, „Wall Street“ und sogar intelektuelle NY-Portraits wie „110902“. Haben wir also nicht schon alles von dieser Stadt gesehen, was es cineastisch umzusetzen gibt? Nein, eben nicht. „New York I love you“ zeigt uns noch einmal neue manchmal komische, manchmal tragische Facetten, die den Kinosausflug wert sind. Aber Achtung: Es würde mich nicht wundern, wenn der ein oder andere nach dem Film plötzlich Fernweh bekommt, und die Stadt einmal live erleben möchte. Oder sich zumindest einen dieser albernen I-love-NY-Becher auf den Schreibtisch stellt.

Trailer ansehen:

P.S: Weitere Städte-hommagen sind geplant, aktuell basteln die Macher nach Paris und New York an Shanghai!

Der olfaktorische Spaziergang durch New York: Bond N° 9

Bond No. 9 - BrooklynDass NYC nicht nur die Stadt der tausend Facetten ist, sondern auch ein Ort voller Düfte, beweist seit einigen Jahren eine smarte Französin, die ihr Quartier in der prächtigen Bond Street Nummer 9 aufgeschlagen hat, und von dort Düfte in die ganze Welt verkauft. Die (wirklich) luxuriösen Kreationen im unverkennbaren Sternenflakon drehen sich um einzelne Viertel der Metropole, greifen Szenen, Momente, Eindrücke auf und setzen sie in ganz wunderbaren Parfums um. Ein Sprüher der kostbaren Essenzen (mit extrem hoher Parfum-Konzentration) löst eine kleine Flut an Eindrücken aus. Sie waren noch niemals in New York? Macht nichts, die Düfte funktionieren auch ohne reelle Erinnerung:  Zum Beispiel „Chinatown“, einer meiner Lieblinge aus der Bond-Kollektion, er vermischt die Grenzen zwischen Ost und West, wie ein Besuch in einer der quirligen Garküchen voller exotischer Gerüche, Geplapper und Geräusche es eben auch täte. Das Parfum mit Zeder, Bergamot, Tuberose, Patchouli und Sandelholz beginnt süßlich-floriental, reduziert sich aber  – wenn die Kopfnoten verflogen sind – auf einen ganz zarten Duftschleier mit dunklen, holzigen Akkorden und femininer Vanille. Der Flakon erinnert an entzückende Ming-Vasen, und fast meint man beim Schnuppern, aus der Ferne leise Musik zu hören, Peking-Oper natürlich, und im Kopf glimmen ganz von alleine kleine rote Laternen und Lampions in engen Häuserschluchten auf. Die Bond-Düfte sind vielleicht wegen dieser kunstvollen Assoziationen so erfolgreich in Europa: weil man nie dort gewesen sein muss, um den Zauber eines Viertels zu verstehen und seine Schönheit zu erahnen. Die Parfums schicken den Geist auf die Reise, und auch wenn die Bilder, die mit dem Duft vor dem geistigen Auge vorbeiwehen nur Klischees wiederspiegeln, so machen sie doch glücklich. Chinatown ist für Frauen ein absolut wunderbarer Abendduft, den Sie so schnell sicher an keiner anderen Frau riechen werden.

Die neueste Entdeckung der Bond-Nasen ist „Brooklyn“, das Viertel der Künstler, Blogger und Kreativen. Eigentlich so etwas wie eine Stadt in der Stadt, hat sich das Szene-Viertel erst im Laufe der letzten Jahre von der 2.Wahl all derer, denen das „richtige“ NY zu teuer ist, zu einem In-Treff gewandelt. Musiker, Sprayer, Mode-Journalisten – hier leben die jungen Wilden in umgebauten Lofts und modernisierten Klinkerbauten. Nun widmet Bond N°9 dem angesagten Stadteil einen Duft, der (natürlich) „Brooklyn“ heißt. Ein Unisex-Parfum, aber mit fruchtig-maskulinem Einschlag. Für mich ganz klar: Liebe auf den ersten Riecher. Der Duft ist ganz klar, spritzig, in der Kopfnote sehr erfrischend. Grapefruit und Wacholder, mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Dazu kommen Kardamom, Geranium-Blätter, Zeder, (das auch als Heilmittel bekannte) Guajakholz und Leder. Strahlend, sehr sexy und unkompliziert- modern. Der Flakon – dazu passend in Graffiti-Optik.

Seeeehr cool im Badezimmer! Aber um ehrlich zu sein,  wer (wie ich) viele Gäste hat, die gerne mal im Bad das Duftsortiment des Hausherren ausprobieren, der wird den Flakon eher verstecken. Denn ich bin sicher, wer den Duft einmal probe-riecht, will ihn haben.  Und das würde ja zwangsläufig dazu führen, dass „Brooklyn“ der meistgetragene Duft im Freundeskreis ist. Und das will ich natürlich nicht – Deswegen verrate ich nur Ihnen meinen Geheimtipp des Frühjahrs: werden Sie Brooklyner.

You’ll love it !

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Herbstliche Novitäten die Dritte.
Warum Huren nach Vanille riechen…
Der Dandy, der NY liebte…


Baudelaire die Zweite – oder so ähnlich…

Geschrieben in Duft,Reines und Pudriges am 8.02.2010

Als ich letzte Woche den Blogartikel zu Byredos Baudelaire verfaßte, habe ich mal wieder in den Fleurs du Mal geblättert, um Euch ein besonders aussagekräftiges Gedicht herauszusuchen. Dabei bin ich dann gleich bei einem weiteren Gedicht hängengeblieben, das mich zum heutigen Blogartikel inspiriert hat, bei – der Katze:

I
In meinem Hirn, als wär’s ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Ton vernimmt man kaum,
So zart und heimlich ist ihr leis Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.
Die Stimme, die wie schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.
Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.
Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,
Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen.
II
Und ihrem weichen Fell, das braun und fahl,
Entsteigt ein Hauch, so süß die Sinne labend,
Dass ich davon durchduftet bin am Abend,
Berührt ich’s streichelnd nur ein einzig Mal.
Von je des Orts vertrauter Geist gewesen,
Herrscht sie und richtet und beseelt zugleich
Ein jedes Ding in ihrem weiten Reich;
Ein Feenkind vielleicht, ein göttlich Wesen.
Und wenn mein Blick, magnetisch hingelenkt
Zu jener Katze, die beherrscht mein Sinnen,
Sich wieder wendet, fügsam, ohn Entrinnen
Und still in ihren Anblick sich versenkt,
Dann seh’ ich staunend und im Tiefsten schauernd,
Dass ihre Augensterne feurig fahl,
Leuchtfeuern gleich und lebendem Opal,
Mich unverwandt betrachten, still und lauernd.

Humiecki & Graef GesteSelbst stolze Besitzerin einiger feliner Exemplare kann ich Baudelaires Faszination für diese Spezies nur allzu gut nachvollziehen. Und von Baudelaire und seiner Ode an die Katze ausgehend ließ ich meinen Gedanken etwas freien Lauf und kam alsbald auf – meine Haustiere und die Düfte. Ganz sicher bin ich nicht der einzige Haustierhalter hier, ergo würde es mich wirklich brennend interessieren, wie Eure Tiere (welche?) auf Eure Düfte (nochmal: welche?) reagieren: Ergreifen sie die Flucht und nehmen Reißaus, stört es sie nicht oder sind sie vielleicht dem einen oder anderen Duft besonders zugetan?

In meinem werten Heim reagiert nur ein Tier auf Düfte und ich kann durchaus behaupten, daß ich in dessen Gunst definitiv steige, sobald ich zwei ganz bestimmte Düfte auflege… Somit habe ich beschlossen, den heutigen Post meiner Diva Zora zu widmen und Euch deren Lieblingsdüfte vorzustellen, für welche ich nicht nur besonderer Beachtung zuteil werde, sondern mich eines regelrechten Stalkings ausgesetzt sehe samt tätlicher Angriffe in Form von Schmuseattacken in bis dato annähernd unbekannter Vehemenz.

Zora scheint eine Präferenz für Moschus zu haben, und zwar für bestimmte, sehr hochwertige künstliche Moschusarten – das ist die Gemeinsamkeit ihrer beiden Favoriten, die da wären: Anamor All that matters und Geste von Humiecki & Graef.

Anamor All that mattersAll that matters von Anamor ist, so interpretiere ich den Namen in Relation zu meinen Tragegewohnheiten, ein Duft für all jene Momente, in denen gar nichts anderes wichtig ist als das bloße (Da)Sein. Ein für mich ungewöhnlicher Duft, handelt es sich bei All that matters doch um einen reinen Moschusduft mit ein bißchen Sandelholz und einem Hauch Maiglöckchen – nicht unbedingt typisch für mich…

All that matters ist ein genauso unschuldig und pur wie seine Anmutung, die sich in fast allen seiner Verpackungen (diese wechseln stetig je nach Edition / Auflage) widerspiegelt: Ein kleines, mattiertes Fläschchen aus Glas mit einem schlichten silbernen Deckel, umhüllt von einem handgefertigten Säckchen, welches an die Aufbewahrungen von Schmuck oder anderem Gezier erinnert. Ein Schatz ist All that matters, ein zerbrechlicher – das wird einem suggeriert. Und es ist nicht ganz falsch: Mir ist, von einigen Ausnahmen abgesehen (unter anderem Narciso Rodriguez Musc for Her OIL (!), Le Labo Musc) selten ein solch schöner, sauberer Moschusduft unter die Nase gekommen (ich rede jetzt nicht von den Schmuddelkindern, den dreckigen Moschusausprägungen). All that matters ist ein rares Kleinod, unschuldig, weiß, luzide und von einer papiernen Süße (anstatt jener Moschusfacette, die häufiger mal metallisch beziehungsweise nach Bleistift(mine) zu riechen pflegt) – ein „Kuschelmuschel”-Duft, wenn man so will. Einer der Düfte, der riecht wie die eigene Haut – nur eben besser. Und eben alles, was zählt in solchen Momenten…

Geste, Zoras zweiter Liebling, hatte mich auch gleich zu seinem Erscheinen schwer verzückt – und das obgleich seine Ingredienzen, vor allem in der Kombination, mich normalerweise ebenfalls nicht hätten ansprechen dürfen… welche da wären: Ambra, Veilchen, Moschus und Harze.

geste_bettGeste ist, wie jedes Parfum von Humiecki & Graef einer (Ur)Emotion gewidmet – in diesem Falle der Intensität. Fischenich, einer der Gründer und Inhaber, stellt sich unter Geste „Eine gestandene, ältere Frau” vor, welche „einen sehr jungen Liebhaber hat, die sich Gedanken darüber macht, wie die Beziehung sich entwickelt und wie sie enden wird. Natürlich geht es auch um den Gegensatz von Reife und Jugendlichkeit bei der Sexualität” – eine annähernd poetische Beschreibung und: Lolita mal andersrum, wie ich auch bereits in der Beschreibung in unserem Shop bemerkte.

Für mich ist Geste in der Tat intensiv und strahlt Intensität aus, aber nicht unbedingt fleischgewordene. Der Reiz von Geste liegt in dem Bild, das der Duft hervorruft: Ich sehe hier ein zerwühltes Bett mit weißen Laken in einem lichtdurchfluteten Raum, gewärmt von der Sonne, die auf die Holzdielen scheint, auf denen ebenso wie im Bett ein paar Krümel von Madeleines zu finden sind, vielleicht waren es auch Croissants… Eine malerische Momentaufnahme, ein Augenblick, der alles verschmilzen läßt, in dem Vergangenes gegenwärtig wird und Zukünftiges verheißt…

Euch einen guten Start in die Woche – verträumte Grüße, Ulrike.

Bildquellen: meine rote Zora, Anamor All that matters. Danke an Lillian Nelson für das schöne Foto “Rest and Relaxation” via stock.xchng!

Das Baudelaire-Gedicht ist aus den Fleurs du Mal – Ihr findet es hier.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Vive la France!
Skandinavische Neuigkeiten
Freitagsverlosung.


« Neue BeiträgeÄltere Beiträge »
blogarama.com

BlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Directory & Search engine Beauty Blogs - BlogCatalog Blog Directory
Proudly powered by Wordpress - Impressum