Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Datura Blanche…

Geschrieben in Blüten,Duft,Gourmand,Solifloral am 21.01.2010

… ist neben dem Trio, das ich morgen rezensiere, der letzte aus der Riege der neuen Mecheris. Datura, der Stechapfel aus der Gattung der Nachtschattengewächse. Ähnlich aussehend und gerne verwechselt mit der in hiesigen Breiten in den letzten Jahren immer beliebter gewordenen Engelstrompete (Brugmansia). Und immer wieder gerne als Rauschmittel verwendet, da wie annähernd alle Nachtschattengewächse, zu denen übrigens auch die Alraune (Mandragora) gehört, in irgendeiner Form toxisch.

Ohoo, hört hört… Ganz so abenteuerlich geht es aber bei Mecheris Datura Blanche nicht zu. Mir scheint, Madame hat sich einmal mehr von (einem) Lutens inspirieren lassen – und zwar denke ich an Datura Noir, neben Secrète Datura von Maître Parfumeur et Gantier ohnehin der einzige Duft mit Datura, der mir spontan ins Gedächtnis kommt. Diesen habe ich noch ansatzweise im Kopf, aber wie beim gestrigen Daim Blond ist es doch eine ganze Zeit lang her, daß ich ihn das letzte Mal gerochen habe. Es wird eigentlich mal wieder Zeit, die alten Lutens-Düfte erneut testen zu gehen – zumindest jene, die ich nicht habe…

Zurück zu Datura Blanche. Die bei Mecheri angegebenen Ingredienzen sind folgende: Datura (Stechapfel), Tuberose, Heliotrop, Myrrhe, Tonkabohne, Bourbon-Vanille.Typischerweise sind es immer nur eine Reihe an Zutaten, die gelistet sind – oftmals vermeint man „mehr” in den Düften zu erschnuppern und ich bin mir auch sicher, daß da oft „mehr” drin ist. Nun ja.

Datura Blanche beginnt im Auftakt mit einem leichten zitronigen Schimmer, der allerdings nicht von separaten Hesperiden stammt sondern zur exotischen Datura-Blüte gehört, die den unbestrittenen Mittelpunkt des Duftes darstellt: Cremig-milchig und tropisch präsentiert sie sich mit einer betörend-berauschenden und typisch weißfloralen Facette, die von Tuberose gekonnt unterstützt wird. Den Hintergrund zu diesem fremdländischen Traum liefert erwartungsgemäß eine Szenerie aus bisweilen karamellig anmutendem Heliotrop und sehr präsenter (Bitter)Mandel sowie Tonkabohne und Vanille, fein abgestimmt gewürzt durch einen Hauch Myrrhe.

Innovativ ist das jetzt nicht gerade, aber es funktioniert: Heraus kommt ein tropisch-floraler Vanille-Tonka-Duft mit (vor allem in der Basis) dominanter Mandel, gut komponiert, weich-würzig-warm und „cozy”, aber gleichzeitig auch sinnlich anmutend. Meinem persönlichen Geschmack entspricht das jetzt nicht gerade, ich kann aber neidlos anmerken, daß es einige sehr gute Düfte in dieser Richtung gibt – der kürzlich erschienene Van Cleef & Arpels Orchidée Vanille aus der (durchweg überzeugenden) Extraordinaire Collection gehört zum Beispiel dazu, während Vanille Galante von Ellena aus der Hermessence-Kollektion von Hermès zumindest für mich ein (zuckerwässriger) Reinfall war.

sound_national_wildlife_refuge_beach_at_dawnLutens’ Datura Noir habe ich als fruchtiger und gourmandiger in Erinnerung wie Datura Blanche – eine kleine Internetrecherche ergab differente Angaben (wie immer): Zum Teil werden die Inhaltsstoffe als annähernd exakt identisch gelistet (Datura, Tuberose, Bittermandel, Heliotrop), zum Teil sind aber für Datura Noir noch Mandarinenschale sowie Aprikose, Kokosnuss und Moschus angegeben. Letzteres deckt sich eher mit meiner Erinnerung muß ich sagen – vielleicht kann mir wer hier auf die Sprünge helfen? Hat wer Datura Noir? Ich habe Datura Noir auf jeden Fall eher als denjenigen Duft in Erinnerung, der das Abenteuer sucht… oder verheißt… Joseph Conrads Heart of Darkness läßt grüßen…

Diese lüstern-fruchtig-süße Opulenz fehlt Datura Blanche gänzlich: Datura Blanche ist friedlich und hell, gleichmütig und harmonisch. Ein bißchen wie gemütlich in der Hängematte liegen irgendwo in den Tropen in der warmen Abendsonne, von mir aus auch mit einem Blümchen im Haar und mit einer solchen Aussicht wie auf dem Bildchen rechts…

Einen schönen Tag Euch und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike, gedanklich auf Fernreiseabwegen…

Bildquelle, some rights reserved.

EDIT:  Nach einem erneuten Test möchte ich noch speziell darauf hinweisen, daß die Mandelnote in Datura Blanche vor allem in der Basis sehr raumgreifend wird und wirkt. Trotz allem bleibt der Duft hell(er), vielleicht sollten all jene auch mal einen Test wagen, denen z.B. Amande Sucrée von Sinfonia di Note gut gefallen hat oder diejenigen, denen Alessandro von Mazzolari zu stark ist.

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Luxusleder und Luxusluder.

Geschrieben in Blüten,Duft,Fruchtiges,Leder am 20.01.2010

Wie letzte Woche verkündet verweilen hier bei mir noch einige Pröbchen, derer ich mich noch annehmen möchte mittels des geschriebenen Wortes. Und zwar spreche ich von Keiko Mecheris Loukhoum-Trio sowie Datura Blanche und Cuir Cordoba. Auf letzteren werde ich heute mein Augenmerk lenken, der Rest folgt

Viele von Euch kennen meine Duftvorlieben ja schon ein wenig, insofern wird es den einen oder die andere auch nicht weiter verwundern, wenn ich mich zuerst auf den Lederduft stürze. Den Lederchen gehört nämlich seit je her meine Leidenschaft – unabhängig von ihrer Ausprägung.

Und es gibt ja sooo viele davon…. Sattelleder mitsamt wettergegerbtem Cowboy (Tauers Lonestar Memories), dann den kühlen Understatement-Gentleman (Knize Ten), die beste Handtasche der Welt oder auch: den mysteriösen, aber doch auch vertrauenseinflößenden Fremden (Montale Aoud Cuir d’Arabie), die Domina auf Hawaii oder besser: Caipirinha-trinkende Mata Hari (Vip Room) und viele mehr: z.B. den ambivalenten Heeley Cuir Plein Fleur, diese Mimosen-Leder-Lolita, Chanels Klassiker Cuir de Russie, Serge Lutens Cuir Mauresque, Parfum d’Empires Cuir Ottoman oder Tom Fords Tuscan Leather, um nur einige meiner Lieblinge zu nennen… Ich sehe schon, eigentlich sollte ich mal ein Lederspecial machen… das werde ich mir vormerken.

Nun zum eigentlichen Thema zurück, Cuir Cordoba. Benannt logischerweise (und jetzt nicht soo originell) nach dem diesbezüglichen Ledertyp, dem Cordovan-Leder, das seinen Namen von der spanischen Stadt Córdoba bekam. Die Leder aus Córdoba, vornehmlich Ziegen- und Pferdeleder, waren schon immer im oberen Preissegment angesiedelt und kleideten in den letzten Jahrhunderten nicht nur Hände und Körper sondern auch Wände. Darüber hinaus wurden sie für Möbel und Kunsthandwerk verwendet – in natur, bestickt, bemalt und sonst wie be- und verarbeitet.

Bleiben wir doch einmal bei den Kunstwerken. Cuir Cordoba hat nämlich in meinen Augen eher weniger etwas mit der Gebrauchskleidung zu tun, riecht weder nach Biker noch nach Domina, mitnichten. Mich erinnert Cuir Cordoba an ein rares Kleinod, ein sammelwürdiges „Stück” Kunst, ein kleines Lederkunstwerk: Vielleicht ein paar feinste Handschuhe, die die zarten Hände eines schönen Menschen vor der rauen Realität bewahren oder auch ein prächtig gefertigtes Tagebuch, das dessen Gedanken und Träumen Raum gibt.

Widmen wir uns erstmal den Ingredienzen: Bergamotte, Iris, Hagedorn, Elemiharz, Patchouli, Sandelholz, Benzoeharz, Wildlederakkord.

Bergamottesprenkel wird man im Auftakt gewahr, die sich allerdings bald zurückziehen für fruchtig-herben Hagedorn sowie eine cremig-erdige Iris. Diese bekommen Gesellschaft von dem sogenannten „Wildlederakkord”, einer „Mixtur” aus mindestens drei bis vier unterschiedlichen Zutaten, die eben jenen Wildledercharakter imitieren. Die Basis ist harzig-warm, opulent und süßholzig und bildet somit einen perfekten Untergrund für die restlichen Protagonisten.

In der Tat vermeine ich, wie man oben bereits erkennen konnte, verschiedene Ledertypen herauszuriechen, obgleich jene eben immer Resultat eines Akkords sind und natürlich kein Destillat. Trotzdem halte ich die Differenzierungen zwischen Wildleder und normalen Ledernoten nicht für einen Marketingkniff – und ich bin der Ansicht, daß man das bei Cuir Cordoba einmal mehr schön ersehen kann.

Das hier ist Wildleder. Reinstes und feinstes Wildleder. Mit fruchtigen Akzenten, die an Aprikosen oder Pfirsich erinnern, floralen Anklängen sowie warmen Harzen. Es schmiegt sich an und legt sich auf die Haut als wäre es für nichts anderes geschaffen. Cuir Cordoba vermittelt ein Gefühl des Luxus. Wie sagte bereits Oscar Wilde? „Man umgebe mich mit Luxus. Auf das Notwendige kann ich verzichten.”

Keiko Mecheri Cuir CordobaCuir Cordoba verkörpert genau das. Und er ist darüber hinaus noch – sinnenfroh. Wir sprechen hier nicht von einem kühl-distanzierten und komplett unnahbaren Leder – nein. Ein bißchen Erotik wohnt dem Düftchen auf jeden Fall inne… Also keine überlegene Blauer-Engel-Marlene… Emma Peel? Zu rockig. Cat Woman? Schon besser. Barbarella? Zu spacig und zu offensiv. Vielleicht Dita? Jaaah. Genau so könnte ich mir das vorstellen, seht selbst:

Im übrigen: Cuir Cordoba ist eine Schwester von Serge Lutens Daim Blond, ohne Zweifel. Diesen habe ich zwar lange nicht mehr gerochen und auch leider als Vergleich nicht zur Hand, allerdings weiß ich doch deutliche Ähnlichkeiten zu erkennen. Daim Blond wurde damals bei mir furchtbar klebrig auf der Haut, eine schwere und pappige Süße, die mir den Duft damals verleidete. Diese fehlt Cuir Cordoba gänzlich insofern könnte das ein neues Lederchen für meine Kollektion werden.

Bin gespannt auf weitere Meinungen und grüße Euch erstmal ganz herzlich,

Eure Ulrike.

Bildquelle Hamburger Abendblatt, some rights reserved.

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Ein Lederluder…
Duftverzeichnis


Schneechaos…

Geschrieben in Gesichtspflege,Körperpflege,Kosmetik am 19.01.2010

Sturmtief Daisy fegte die letzten Tage über Deutschland hinweg und brachte Schnee, Eisregen, Minusgrade und (sagen wir es ehrlich) frostige Laune für alle, die keine Eskimos sind. Aber nicht nur Autoverkehr, marode Hausdächer und norddeutsche Inseln ächzen unter der Schneelast. Auch unsere Haut leidet – denn sie trocknet aus, spannt, rötet sich und fühlt sich so gar nicht wohl. Der Grund: unser sensibelstes Organ bekommt den Mix aus klirrender Kälte und trockener Heizungsluft so gut wie ungeschützt zu spüren. Aber wir wären ja nicht Beauty-Mekka, wenn wir nicht ein paar gute Tipps für die „Frostbeulen” unter unseren Lesern hätten. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um trockene Winterhaut:


Stimmt es, dass falsche Ernährung im Winter die Haut zusätzlich austrocknet?

Streng genommen stimmt das, denn die Fette, die wir mit der Nahrung aufnehmen, steuern auch die Befindlichkeit unserer Haut. Klar, bei minus 10 Grad geht keiner ohne Handschuhe, Wollmütze und Daunenjacke aus dem Haus. Aber was tun Sie, um Ihre Haut zu wärmen? Eben, die meisten vergessen unsere sensiblen Schutzhülle nämlich und wundern sich dann über gereizten, roten Teint. Es geht aber auch schlauer: Pempern Sie Ihre Haut von außen UND von innen auf.
Denn die Ursache für trockene Winterhaut ist oft auch ein Mangel an Hautlipiden. Und die kann man ganz simpel mit der Ernährung regulieren: „Einfach” und „mehrfach” ungesättigte Fettsäuren, die mit der Nahrung aufgenommen werden, kann der Organismus ganz leicht in Hautfette umwandeln. Diese verbessern dann die wichtige Schutz- und Barriere-Funktionen des Teints und helfen, Feuchtigkeit zu speichern. Besonders reich an solchen Fettsäuren sind Leinöl, Walnussöl, Lachs, Makrele und Hering. Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Weizenkeime und Sojabohnen liefern außerdem wichtige Aminosäuren, die der Haut helfen, Feuchtigkeitsspeicher zu bilden. Auch Vitamin E kann man mit der Nahrung zu sich nehmen, es steckt vor allem in Weizenkeimöl, Eigelb und Seefisch. Und solche Hautfette sind in den kalten Monaten besonders wichtig, denn schon bei Temperaturen unter 8°C stellen die Talgdrüsen der Haut nach und nach ihre Tätigkeit ein. Dadurch geht der schützende Fettfilm des Teints verloren und Feuchtigkeit verdunstet schneller. Außerdem haben Keime leichteres Spiel durch die defekte Schutzschicht einzudringen – Entzündungen sind die Folge. Perfekte Ergänzung zum Winter-Food: reichhaltige Cremes, die hochwertige Fette und Öle enthalten. Unser Liebling: „Fermes de Marie Créme Bol d`Air Pur” mit regenerierender Arnika, nährendem Haselnussöl und einem integrierten Lichtschutzfaktor LSF 15.

Wieso reagiert meine Haut bei Minusgraden so empfindlich auf Gesichtswasser?

Generell reizen die „falschen” Reinigungsprodukte im Winter die Haut und können stark austrocknen, wenn sie zum Beispiel viel Ethanol oder Alkohol enthalten, da diese den natürlichen Schutzfilm der Haut angreifen. Das ist zwar für viele Kosmetik-Nutzer wichtig, etw, um Unreinheiten in den griff zu bekommen (so geht es auch dem Autor dieser Zeilen), nur da wie gesagt die Talgproduktion der Haut in Kältezeiten nachlässt, steht es meistens auch um Mitesser und Co. nicht so schlecht. Also greifen Sie ruhig zu einer milderen Variante, am Besten auch ohne Konservierungsstoffe und Emulgatoren. Nur ganz verzichten sollten Sie auf Gesichtswasser nicht, denn letztlich ist es ein wichtiger Teil der Beauty-Routine, da es alle Spuren von Reinigungsprodukten und Kalkresten aus dem Leitungswassers beseitigt, die gerade sensible, trockene Haut sonst zusätzlich irritieren können. Besonders clever ist natürlich, ein mildes aber hocheffektives Wässerchen mit Vitaminen und feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen aufzutragen. Unser Liebling: „Euoko P20 Marine Vitamin Fluid” mit „grüner” Power, nämlich der stark anti-oxidativen Acai-Beere, Amino- und Hyaluron-Säuren und Blaualgen, die Schäden der Hautstruktur wieder reparieren können. Einfach ein paar Tropfen des Multivitamin-Cocktails abends und morgens mit einem Wattebausch vor der Pflege auf die gereinigte Haut auftragen.

Meine Mutter sagt, das Wichtigste im Winter sei, viel zu trinken?!

Ganz so einfach ist es leider nicht. Viel zu trinken ist zwar wichtig, weil die Haut so von innen heraus gepampert wird. Aber meistens ist ja nicht ein zu niedriger Feuchtigkeitsgehalt im Gewebe schuld an trockenem Teint, sondern eine defekte Schutzbarriere der Haut. Deswegen kommt es vor allem darauf an, Lipide und Feuchthaltefaktoren von außen zuzuführen, sonst kann man noch so viel trinken, der Hautzustand verbessert sich dadurch nicht. Noch so ein Mythos aus alten Tagen wäre übrigens, dass Kaffee die Haut austrocknet. Das ist nämlich Quatsch. Zwar hat er einen harntreibenden Effekt, der aber vom Körper rasch wieder ausgeglichen wird. Und dass er dem Körper sogar aktiv Wasser entzieht, ist mittlerweile widerlegt worden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) berichtet, dass dieser Effekt nur auftritt, wenn man an Koffein nicht gewöhnt ist (und in unserer Workaholic-Leistungsgesellschaft dürfte das wohl bei den wenigsten der fall sein). Deswegen wird Kaffee, wie jedes andere Getränk auch, in die tägliche Flüssigkeitsbilanz mit eingerechnet. Bis zu vier Tassen Kaffee am Tag sind also völlig in Ordnung und können Studien zufolge sogar das Risiko senken, an Leberkrebs oder Gallensteinen zu erkranken. Ha! Kein Grund also, zum fanatischen Teetrinker zu werden. Aaaaber (war klar, es gibt ja immer ein Aber): Wer dennoch lieber Tee am Kamin trinkt, während Daisy den Schnee ums Haus pfeift: Es gibt auch tolle Beauty-Tees! Zum Beispiel, den „Salus Tee Hautreinigung Nr. 14″ aus dem Reformhaus: mit Lindenblüten, Hagebutte, Brennnessel, Holunderblüten und Salbei. Der schmeckt so, wie er klingt – nämlich super (mit ein bisschen Honig am Besten!), und hilft, der Haut, sich von innen heraus zu klären und zu beruhigen.

Belastet Outdoor-Sport im Winter den Teint sehr?

Nein. Oder besser: Nur, wenn man sich falsch verhält. Zwar ist es so, dass die Haut besonders empfindlich auf Minus-Grade reagiert, kleines Beispiel: Bei minus 10°C und schwachem Wind von 30 km/h kommen auf dem Gesicht gefühlte minus 24 Grad an! Aber wer sich beim Sport im Freien vor der schädlichen UV-Strahlung schützt, beim Wintersport außerdem das Verdunsten der Feuchtigkeit (durch trockene Luft) ausbremst und immer ungeschminkt Sport treibt, schadet trockenem Teint trotzdem nicht, sondern gönnt ihm durch die Zufuhr von Sauerstoff viel Gutes. Auch wenn es dem Autor dieser Zeilen nicht ganz klar ist, was das für Menschen sind, die bei jedem (wirklich JEDEM) Wind und Wetter joggen gehen (dann doch lieber Tee am Kamin), die regelmäßige Bewegung fördert sogar die Durchblutung und das kommt wiederum der Regeneration der Haut zugute. Einzige Ausnahme: Schwimmen im Hallenbad. Denn meist enthält Poolwasser Chlor-Derivate zur Desinfizierung, und diese führen zu einem starken Rückgang des Feuchtigkeitsgehaltes der Haut. Deswegen sollte man nach dem Schwimmen das Gesicht (und den Körper!) immer sofort gründlich reinigen und dick eincremen – und erst wieder ins Freie gehen, wenn Gesicht und Haare vollkommen trocken sind. Noch besser: Nach dem schwimmen noch einen Zwischenstopp in der Sauna einlegen, denn dort herrscht richtiges „Wellness-Klima” für den Teint: Er wird porentief gereinigt, ganz von alleine sanft gepeelt und besser durchblutet. Außerdem werden Abfallprodukte des Stoffwechsels auf natürlichem Wege ausgeschieden (Detox-Effekt) und die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff ganz von alleine verbessert.

Die ewigen Unkenrufe: Trocknet Rauchen die Haut aus?

Stimmt absolut. Leider. (Blöd.) Denn Nikotin bremst die Fähigkeit der roten Blutkörperchen, Sauerstoff aufzunehmen, verengt die Blutgefäße und behindert die Versorgung der Hautschichten mit Nährstoffen. Die Oberhaut kann weniger Feuchtigkeit binden und der Teint neigt vermehrt zu Fältchen. Außerdem schädigt jede Zigarette die Kollagenmatrix der tiefer liegenden Lederhaut – so lassen Elastizität und Spannkraft nach. Es gibt einfach kein schlagendes Argument, das die negative Auswirkung von Zigaretten auf die Haut und die Gesundheit wettmachen könnte. Einziges (wenn auch etwas halbherziges) Gegenmittel für den Teint: eine Anti-oxidative Pflege. Aber gegen die schädigende Wirkung des liebsten Suchtmittels der Deutschen (35 % der Männer rauchen, sowie 22 % der Frauen) kommt auch die nicht an. Aber das ist ja nicht nur ein Problem von Winterhaut, sondern trockenem Teint generell. Wer raucht, altert schneller. Basta.

Und was ist dran an den Gurkenscheiben auf dem Gesicht?

Das vielleicht schönste Beispiel dafür, dass nicht jedes Hausmittelchen Schmarrn ist. Die hunds-ordinäre Salatgurke (Cucumis sativus) spendet der Haut Feuchtigkeit, da sie Schwefel, Vitamine und „Schleimstoffe” enthält. Frisch gepresst als Saft könnte man Gurke sogar als Gesichtswasser verwenden. Oder man legt einfach die kühlenden Scheiben direkt auf die Haut und lässt sie dort eine viertel Stunde wirken – aber bitte Ware nur aus ökologischem Anbau, sonst können Pestizide und aggressive Düngemittel die Haut wiederum angreifen, statt sie zu pflegen… Aber auch, wer die Gurke lieber isst, tut seinem Teint damit etwas Gutes: sie ist nämlich reich am Beauty-Powerstoff Silizium (Kieselsäure) und stärkt somit Haut, Haare und Fingernägel. Das zweite beliebte Hausmittel gegen trockene Haut (vor allem an den Lippen), lautet Honig. Er soll als Maske aufgetragen trockene, spröde Lippen kußweich machen. Falsch! Der im Honig enthaltene Zucker lässt die Lippen sogar noch weiter einreißen…

Haben auch Sie noch Fragen zu Winterhaut an unser Beauty-Mekka-Team? Dann mailen Sie uns, wir kümmern uns gerne um Ihr Anliegen, damit Sie gesund und strahlend schön durch die Eiszeit kommen!

Viele Grüße, Ihr Constantin Herrmann.

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Der Duft der DNA

Geschrieben in Duft am 18.01.2010

DNADer Duft der WIRKLICH zu Ihnen passt:
Das neue „Eau de You“ wird entsprechend Ihres
genetischen DNS-Codes gemixt. Wir sagen: Bitte nicht!

Wer hat’s erfunden? Natürlich die Amerikaner. Meister des Marketings und der absurdesten PR-Gags. Denn mehr als ein Scherz kann „My DNA Fragrance“ ja wohl nicht sein…

Eigentlich eine lustige Sache: Da tönen Politiker und Menschenrechtler ständig von der Bedrohung durch den Überwachungsstaat, menetekeln das Bild des gläsernen Menschen und stemmen sich ganz aktuell mit aller Macht gegen den sogenannten Nackt-Scanner (wer will schon anonym gescannt werden, nur damit er nicht an Bord eines Flugzeuges in die Luft fliegt?). Auf der anderen Seite sind wir durchaus mündige Bürger nur allzu bereit, in jedem Supermarkt eine von dutzenden Payback-Karten zu zücken, mit der EC-Karte zu zahlen, im Internet via Kreditkarte zu shoppen und an jedem noch so unseriösen Gewinnspiel teilzunehmen, auch wenn das bedeutet, dass unser Mail-Account in Zukunft von einer Spam-Flut à la *****-Vergrößerung überschwemmt wird. Soooo wahnsinnig besorgt um unsere Intimsphäre scheinen wir also gar nicht zu sein.

Das haben nun auch Marketing-Profis in den USA gemerkt und zielen auf eine neue Ware ab, die so bisher wohl noch nicht gehandelt wurde: DNA (oder DNS auf deutsch).  Denn mit Erbgut lässt sich richtig Geld verdienen!

So titelt diesen Monat eine deutsche Männer-Zeitschrift, dass man mit seinem Sperma einen netten Zuverdienst erlangen könne. Einfach ab zur Samenbank und kräftig „spenden“. Oder die clevere Idee eines ebay-Users unter dem Pseudonym „ AMF814“. Der nämlich besuchte unlängst eine Veranstaltung auf der auch der kalifornische Gouverneur auftrat, Mr. Arnold „Terminator“ Schwarzenegger. Besagter ebay-Verkäufer beobachtete den Gouverneur dabei, wie er ein paar mal an einem Hustenzuckerl lutschte und es dann in einen Papierkorb entsorgte. Ha! Denn genau dort barg es AMF814 und stellte die Bonbon-Reste auf ebay zur Auktion ein, unter dem Titel: „Besitze ein Stück der DNA von dem Mann persönlich“. Leider werden wir nie erfahren, welchen Preis das DNA-Bonbon erreicht hätte, denn ebay löschte das Angebot, da der Verkauf von Körperteilen nicht erlaubt ist.

Die weltweit größte Sammlung historischer Haarbüschel

Nun gut, gehen wir jetzt mal davon aus, dass es tatsächlich Menschen gibt, die gerne seeehr persönliche Souvenirs von Stars und Promis sammeln. Die hätten wahrscheinlich für das Terminator-Gutterl geboten. Aber die müssen jetzt nicht enttäuscht sein, dass ebay Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Denn es gibt durchaus noch andere Möglichkeiten, seinem Lieblings-Star nahe zu kommen. Auch wenn der Verehrte schon längst tot ist. Denn es gibt (wiederum natürlich in Amerika) einen Mann, der sammelt Haarbüschel. John Reznikoff, Präsident und Gründer einer Einrichtung, die sich „University Archives“ nennt, beherbergt in seinem Archiv in Conneticut nicht nur Historische Handschriften, sondern auch Haare von verstorbenen Promis wie Ludwig van Beethoven, Abraham Lincoln, Edgar Allen Poe oder Albert Einstein.

Und genau diese Sammlung von Haarresten nutzt jetzt eine findige US-Firma aus Beverly Hills und verwandelt die darin gespeicherten Erbinformationen in … (tadatada:) Parfums! Klingt gruselig? Finden wir auch.

Auf der Homepage des Anbieters gibt es Duftwässerchen, die auf der DNA von Napoleon, Einstein, Jonny Weissmüller (dem ersten Tarzan-Darsteller) oder Jackie Kennedy basieren sollen. Aktueller Verkaufsschlager – so lässt das Unternehmen verlauten – sei zwar der „Elvis Presley“-Duft, aber die Strategen sind sicher, dass das neue „Michael-Jackson-Parfum“ dem King of Pop sicher bald den Rang ablaufen werde. Wie genau nun Michael Jackson gerochen hat, oder wie aus der DNA ein Parfum hergestellt wird, darüber schweigen sich die „Nasen“ aus Amerika aus. Aber wie gesagt: wir halten das ganze eh für einen mehr oder weniger gelungenen Verkaufs-Gag. Da darf man über Sinn und Wahrheitsgehalt nicht lange grübeln. Ein echter Fan bestellt sich das Wässerchen, egal wie es riecht.  Soweit so gut. Aber was ein echter US-Unternehmergeist ist, der geht noch einen Schritt weiter: Funktioniert das Verfahren erstmal, aus DNA ein Pheromon zu gewinnen, muss man keineswegs bei Promis aufhören. Man könnte ja jedem Menschen der Welt sein einzigartiges Parfum abmischen:

„Eau de YOU“ – ein Duft so einzigartig wie sein Träger

Wie gesagt, die Idee ist nur eine Weiterführung der Promi-Wässerchen. Der Kunde schickt der Firma  „My DNA Fragrance“ seinen Erbcode, und die Laboranten zaubern daraus sein individuelles Parfum. Das Ganze funktioniert via Post. Man ordert auf der Homepage online ein DNS-Kit, das eine Speichelprobe aus dem Mundraum aufnehmen kann (Zitat: „Das Ganze ist so einfach wie Zähneputzen“). Das Stäbchen mit dem Speichel, also der Erbinformation, schickt man dann per Post an den Hersteller, und der verwandelt das ganze in einen Duft. Ein Duft, der exakt den einzigartigen Charakter des Trägers wiedergibt. Übrigens: Unter FAQ beruhigt der Hersteller seine Kunden, dass jedes DNA-Wässerchen gut rieche! Na, das beruhigt uns doch! Stellen Sie sich vor, Sie ordern für 80 Dollar Ihren Duft und merken dann, dass Ihre Persönlichkeit streng riecht. Wär ja doof!
Aber zurück zum Anfang dieser Geschichte: Der gläserne Mensch und so. Denn, die Frage drängt sich mir leider auf, wer bitte verschickt seine DNS denn bitte mit der Post? Ich will ja jetzt keine Horror-Szenarien heraufbeschwören, z.B. dass mit dem Erbcode allerlei Schindluder getrieben werden könnte – von gefälschten Vaterschafts-Klagen bis hin zum Ritual-Mord, und der Feststellung meiner DNS am Tatort. Aber nichts destotrotz  wundere ich mich, wer seine intimsten, innersten Daten so freimütig mit einem Briefumschlag in die Welt schickt… (und hierzulande regen sich die meisten schon auf, wenn Ihre Fingerabdrücke für den Reisepaß gespeichert werden!). Aber auch hier bemüht sich der Hersteller wenigstens, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln: Die eingesandten DNA-Proben werden nach der Bearbeitung vernichtet und NICHT an dritte weiterverkauft.  Andererseits wird mir das bei jedem Gewinnspiel auch immer wieder versichert, und irgendwoher kommen dann doch diese Penis-Enlargement-Mails. Dann doch lieber riechen wie Michael Jackson. (Naja.)

Die AlzD-Alternative:

Histoires de Parfums
Düfte, die an große Köpfe der Geschichte erinnern, ohne das Makel der fragwürdigen DNA-Probe

„Histoires de Parfums“ funktioniert nämlich ganz ähnlich und doch viel schöner:

Angeboten werden bei dem französischen Dufthaus ganz wunderbare Parfums, die als Hommage an geschichtliche Persönlichkeiten gedacht sind, und nach deren Geburtsjahr benannt wurden. Sie suchen sich einfach einen „Promi“ aus, der Sie fasziniert, oder dessen Charakterzüge sie bei sich selbst erkennen, und kaufen dann die entsprechende kraftvolle, leidenschaftliche Duft-Inszenierung. So gibt es zum Beispiel „1828 – Jules Verne“ (für kreative Freigeister, mit Eukalyptus, Minze, Muskat und Moschus. Köstlich!), oder das legendäre „1876 – Mata Hari“ (eine orientalisch blumige Variante aus Bergamotte, Litschi, Rose, Zimt und Nelke. So geheimnisvoll und verführerisch wie die Tänzerin, Kurtisane und Spionin selbst).

So, finde ich, wird aus großen Persönlichkeiten ein Duft. Die DNA-Geschichte ist eine Spinnerei, die den Namen „Parfum“ eigentlich gar nicht verdient.

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Freitagsverlosung.

Geschrieben in Allgemein am 15.01.2010

Liebe Blogleser(innen),

wie jede Woche gibt es auch heute wieder die übliche Verlosung unseres Probenpakets. Wer eines gewinnen mag, schickt uns bitte bis Sonntag Nacht 24.oo Uhr eine Mail mit seinem Namen und seiner Adresse an info@ausliebezumduft.de und nennt uns als Stichwort den Namen eines Mecheri-Duftes.

Letzte Woche war das Feedback auf unsere Verlosung völlig überwältigend, deshalb haben wir aufgestockt und haben aus fünf Probenpaketen zehn gemacht.

Die ersten fünf Gewinner sind Valeria S., Sarah H., Petra R., Tino A., Andrea G. – herzlichen Glückwunsch! Die nächsten fünf gebe ich demnächst noch bekannt :) sind Magdalena N., Karin V., Anne W., Christian S., Nicole Z. – ebenfalls herzlichen Glückwunsch!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Frau Mecheri und die Iris…

Geschrieben in Blüten,Duft am 15.01.2010

Frau Mecheri ist wohl jedem Duftfan bereits über den Weg gelaufen, ist ihre doch mittlerweile ziemlich umfangreiche Parfumkollektion relativ bekannt und beliebt. Ende letzten Jahres bescherte uns die Japanerin, die in Europa Kunst studierte und mittlerweile in Los Angeles lebt und arbeitet, eine ganze Reihe an neuen Düften: Eine Neuauflage ihres Bestsellers Loukhoum, der mittlerweile schon zum Klassiker geworden ist, und das im Rahmen eines Trios, ergänzt durch Loukhoum Parfum du Soir und Loukhoum Eau Poudrée. Darüber hinaus widmete sie sich der Flora mit zwei Irisdüften und einem Daturaduft sowie der Kreation eines weiteren Lederduftes.

Keiko Mecheri Iris Wie angekündigt und versprochen werde ich mir das komplette Ensemble zu Gemüte führen und Euch vorstellen. Beginnen möchte ich mit den beiden Irisdüften, Iris Pourpre und Iris d’Argent.
Wenn schon zwei Irisdüfte, dann ist einer – ja, wie soll es auch anders sein, (eher) für Männer gedacht und der andere (eher) für Frauen konzipiert.

Da ich in Sachen Düfte über eine ausgeprägt maskuline Ader verfüge, nehme ich mir deshalb zuerst gleich mal „den Mann” zur Brust beziehungsweise zur Nase – Iris d’Argent.

Als ich den Namen las, mußte ich unwillkürlich an Bois d’Argent denken, das herrliche Dior-Cologne von Annick Ménardo (Bulgari Black, Le Labo Patchouli 24, Lolita Lempicka, usw.) – eine Honig-Iris auf feinstem Wildleder – aber, weit gefehlt: Bois d’Argent und Iris d’Argent haben gar nichts gemein.

Iris d’Argent ist im Auftakt sehr frisch: Der Beginn mutet sehr sauber an und erinnert kurzfristig (!) an Düfte wie die Clean-Riege, Gendarme Carrière oder Byredos Blanche – ein paar Hesperiden dürften auf jeden Fall beteiligt sein, den Rest dieses Eindrucks schiebe ich auf die Zeder, die sich durch den ganzen Duftverlauf zieht. Diese beiden Komponenten geleiten den Duft hin zu einer kühnen, kühlen Iris, die in mir sofort die Assoziation von Silber weckt. Dynamisch und oszillierend schillernd, gleichwohl Eleganz als auch Distanz und Bestimmtheit vermittelnd. Mit der Zeit gewinnt die Iris an Samtigkeit, verbleibt aber trocken, lediglich die ihr innewohnende Kühle taut etwas auf, bedingt durch eine ebenfalls trockene ambrierte Basis, die zudem noch Anklänge eines klassischen Chypreakkordes samt subtil-distinguierten Ledernoten offenbart. Dabei bleibt der Duft aber stets seiner luziden silbernen (Klang)Farbe treu.

Iris d’Argent hat mich sehr positiv überrascht – eine kühle und elegante Understatement-Iris, für mich nicht ganz so schön wie mein diesbezüglicher Liebling, Iris Pallida die Göttliche von L’Artisan Parfumeur, aber durchaus eine sehr gelungene Iris und eigentlich genau das, was ich von Serge Lutens’ Iris Silver Mist dem Namen nach erwartet hätte (welche mich leider auf meiner Haut völlig enttäuschte – zu harsch, zu unausgewogen und ausgeprägt metallische Noten, die in dieser Form nicht tragbar waren).

Keiko Mecheri Iris

Iris Pourpre wurde durch ein Gemälde aus der Edo-Periode inspiriert, eine Lackmalerei, jene für Japan so typische Kunstform. Auf dem Gemälde waren Adlige dargestellt, die ihre Blicke über ein weites Feld voller blühender Iris schweifen lassen… wenn ich mir jenes Gemälde vorstelle, und ich kenne einige dieser Art, erschließt sich mir die Assoziation nur bedingt muß ich sagen… Iris Pourpre startet bereits fruchtig-floral und bringt einerseits jene Aspekte der Iris zum Strahlen, die man an der Ingredienz so schätzt, das Samtig-Erhabene, verzichtet aber annähernd ganz auf die erdige Komponente, die bei der Iriswurzel häufig zum Tragen kommt. Anstatt dessen betont der Duft mit Ylang-Ylang und Orangenblüte (oder Neroli?) eine tropisch-florale Facette mit einer Honignektarfärbung. Das liest sich sicher eigenartig und mag den einen oder anderen abschrecken – in der Tat habe ich aber nie eine ähnliche Irisinterpretation gerochen und finde sie vollkommen gelungen. Erhabenheit und aristokratische Eleganz der Iris trifft auf exotisch-floral-fruchtige dahingehauchte Leichtigkeit – hier sehe ich den Zusammenhang zur asiatischen Lebensart oder zumindest zu jenem, was wir Europäer gemeinhin darunter verstehen.

Beide Düfte sind innovative und eigenständige Interpretationen (letzteres vor allen Dingen ist meines Erachtens nach nicht immer vollständig bei Mecheri gegeben, da sie einige ihrer Düfte als Hommage an bestimmte Klassiker versteht und deshalb notwendigerweise einige Parallelen zu bereits bekannten Düften auftreten) der Iris und eine echte Bereicherung für Mecheris Kollektion.

Während Iris d’Argent sicher, obgleich als eher maskuline Iris gedacht, für beide Geschlechter gleichermaßen tragbar ist, ist Iris Pourpre definitiv ein Damenduft.

Bin sehr gespannt auf Eure Meinungen zu den Düften! Und darüber hinaus würde mich auch brennend interessieren, welche Irisdüfte denn Eure (bisherigen) Lieblinge sind?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Euch,

Eure Ulrike.

P.S.: Hier ist ein interessantes englisches Interview mit Frau Mecheri nachzulesen.

Bildquelle 1 und 2, some rights reserved.

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Herbstwonne 6 – Vier neue Mecheris.
Umé…
Madame Mecheri…


Monocle Scent Two: Laurel.

Geschrieben in Duft,Fougère,Gewürziges,Grünes am 14.01.2010

Wie versprochen kommen wir erneut zum Thema Comme des Garçons: Frau Kawakubo, Mastermind hinter dem Label, scheint dieses Jahr mal wieder omnipräsent zu sein auf dem Parfummarkt. Daphne, der Duft für und in Kooperation mit Daphne Guinness, Artek in Cooperation mit dem gleichnamigen dänischen Designermöbelfabrikanten, Dover Street Market für den eigenen In-Store in London – und jetzt auch noch ein neuer Monocle.

Duftkooperationen sind ganz Comme des Garçons’ Ding: Ein bißchen wie bei Celebrity-Düften profitiert man hier gegenseitig vom guten Ruf und Namen, allerdings steckt dahinter doch etwas mehr. Die Selektion der Kooperationspartner ist mit Bedacht gewählt, und das zu Recht – unterstreichen sie doch genau das, was das Label Comme des Garçons eigentlich ausmacht: Comme des Garçons ist Design und keine Mode im klassischen Sinne, ist vielmehr Weltzugang, Art zu leben, Lebensstil. So passen all jene bisher lancierten duften Kooperationen auch ganz hervorragend ins Konzept – es handelt sich durchgängig um Düfte für sehr spezielle Charaktere und Persönlichkeiten, Düfte für Hersteller von Gebrauchs- und Luxusartikeln mit identischer Auffassung von Design, ähnlicher Philosophie oder auch Düfte für „Kulturschaffende”, so auch Monocle.

Monocle Scent Two LaurelZusammen mit dem Nachrichten- und Lifestyle-Magazin kreierte Kawakubo bereits 2008 einen ersten Duft, Monocle Scent One: Hinoki (nach der japanischen Hinoki-Zypresse). Verantwortlicher Parfumeur war Antoine Maisondieu, verantwortlich für etliche der Düfte des „Pop-Art”-Labels L’État Libre d’Orange. Dieser war auch für den zweiten Monocle-Duft zuständig – Scent Two: Laurel.

Inspiriert wurde der Duft wohl durch einen Trip nach Bekaa Valley, einer Hochebene in der Nähe Beiruts und einer der fruchtbarsten Gegenden des Libanons. Tyler Brûlé, der Chefredakteur, beschreibt die Intention folgendermaßen: Wir wollten die Gerüche und Empfindungen einfangen, die wir während unseres Aufenthaltes bei Freunden in Batroun, Libanon, genießen durften. Regelmäßige Besucher des Libanon wird der Duft an die an die handgefertigten Lorbeer-Seifen und duftenden Gärten in Byblos erinnern. Er ist warm, einladend und zeitweise ein wenig scharf – genau wie das Land.”

Und Adrian Joffe, CEO von Comme des Garçons Parfum, verfällt noch mehr ins Schwärmen: „Von den mehr als 50 Düften, die ich kreiert habe, ist dieser wahrscheinlich mein Dauerfavorit. Ich trage ihn jeden Tag seit seiner Fertigstellung und ich habe ungeduldiger als sonst darauf gewartet, dass er herauskommt. Außerdem hat er in mir den Wunsch geweckt, den Libanon zu besuchen.”

Nun, was soll er auch anderes sagen, der CEO von Comme des Garçons ;) Ich teste lieber gleich selbst. Und muß zugeben, daß mich Lorbeer in der Tat neugierig macht – zusätzlich zu der Grundneugierde, die im Zusammenhang mit Comme des Garçons bei mir ohnehin sofort immer geweckt wird.

Laurel gefällt mir außerordentlich gut muß ich sagen, obgleich ich jedem nur empfehlen kann, den Duft direkt auf der Haut zu testen: Bei mir entpuppte er sich als absolutes Chamäleon, Teststreifen und Hautstellen differierten sehr in Duftverlauf, Ausprägung und Intensität. Wenn ich aber schon von Intensität spreche, kann ich auch gleich auf die Haltbarkeit des Duftes verweisen – eine solche ist definitiv gegeben.

Laurel startet extrem pfeffrig, grün und frisch. Allerdings Frische nicht im Sinne von Hesperidenfrische sondern eine von Kräutern herrührende Frische, die einen annähernd mentholischen Charakter besitzt. Dazu gesellen sich Lorbeer, frische Gewürze, eine Spur Muskat vielleicht, Nelke könnte ebenfalls mit von der Partie sein, darüber hinaus ist ein Hauch Weihrauch zu vernehmen. Der Hintergrund ist holzig-streng und stark von Zeder dominiert. Er gewinnt im Duftverlauf an Präsenz sowie an Sanftheit und führt auf eine sehr trockene Basis, die Anklänge von Patchouli und warmer, aber lediglich sehr verhalten süßer Ambra aufkommen läßt.

Alles in allem ist Laurel genauso „trendy” gelungen wie Hinoki: Ein moderner, minimalistischer Duft, zeitlos und puristisch. Beide Düfte sind in jedem Falle die ideale Wahl für kontemplative Momente, wohnt ihnen doch etwas sehr Aufgeräumtes, Reines, Geordnetes (?) inne.

Ich halte Laurel für einen bemerkenswert innovativen und sehr tragbaren Duft – aufgrund seiner Frische sicher vor allem im Frühjahr/Sommer schön, ist er ganzjährig tragbar, für Männlein wie Weiblein obgleich er vermutlich im Allgemeinen das männliche Geschlecht eher für sich einzunehmen vermag aufgrund seiner krautigen Herbheit. Wenn es mal nicht der xte Fougère-Duft sein soll und/oder eine moderne(re) Interpretation einer demgemäßen Richtung – bitte zugreifen!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Winterneuheiten.
Duftverzeichnis


Bis zum Sommer ein Sixpack!

Geschrieben in Allgemein am 13.01.2010

Wer kennt es nicht… über Weihnachten hat man sich so einiges an Pfunden angegessen, denn: Ein Plätzchen geht immer noch und bei Familienbesuchen nicht mindestens einen vollen Teller zu sich zu nehmen grenzt schon fast an Unhöflichkeit… Nun ja. Mir ist es da nicht anders ergangen, ergo wird jetzt in Zukunft der Gürtel etwas enger geschnallt essenstechnisch – damit das bald auch wieder im realen Leben klappt.

Das scheint aber nicht nur Frauen so zu gehen, sondern auch unserem netten Herrn Herrmann: Constantin ist, wie einige von uns, mit etlichen guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet, unter anderem auch mit obigem – siehe Titel. Wie er das anstellen will, hat er uns auch niedergeschrieben und ich bin schon jetzt gespannt auf eine baldige Fortsetzung. Und, sollten seine Abnehmversuche fruchten und nicht nur frusten, überlege ich mir das auch gleich mal…

Heute also Constantin im Six-Pack-Wahn – die restlichen Tage der Woche werde ich mich unter anderem dem neuen Comme des Garçons Monocle Scent Two: Laurel widmen sowie Keiko Mecheri, die in der letzten Zeit einige neue Düfte lancierte, die noch einer Rezension harren (das Loukhoum-Trio sowie zwei neue Iris-Düfte, ein “Lederchen” und der Datura-Duft).

Viel Vergnügen mit Constantins letzten Bekenntnissen aus 2009 und bis morgen -

Eure Ulrike

Bildquelle, some rights reserved.

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Mein Ziel: Straffer Bauch & schmale Hüften
Vorraussetzung: Das Ganze ohne Schwitzen, ohne Sit-ups, ohne Diät!
Einziger Helfer: Ein Bauchweg-Gürtel.

Warnung: Der folgende Text kommt einem Seelen-Striptease gleich. Sollten Sie schwache Nerven haben, oder eine Traumfigur, brauchen Sie nicht weiter zu lesen.

Ihr Lieben,
das Jahr neigt sich dem Ende zu und allerorts werden gute Vorsätze geschmiedet. Ich habe mich ein bisschen umgehört, zugehört – manchmal auch gewundert, was sich meine Freunde und Kollegen so vorgenommen haben für 2010. Manchmal glichen die Wünsche eher Bestellungen ans Universum, à la „ich möchte endlich meinen Traummann finden”, „ich möchte einen besseren Job”, oder „dieses Jahr knacke ich den Lotto-Jackpot”. Ist ja alles schön und gut, aber scheinbar neigen wir dazu, uns zum Start ins neue Jahr Dinge zu wünschen, ohne etwas dafür tun zu wollen. Als hätten wir uns kosmische Unterstützung verdient, einfach nur per se dadurch, dass es uns gibt. Aber wie lehrte mich meine Mutter, seit ich aufrecht sitzend Befehle annehmen konnte:
OHNE FLEIß KEIN PREIS! Yes, Sir. Und doch ja, ich denke, sie hatte recht…
Bis (!) ich vor ein paar Tagen nachts beim Fernseh-Zappen an einem Homeshopping-Sender hängen blieb. Da wurde ein Produkt beworben, dass ganz ohne eigenes dazutun einen Sixpack herbezaubern soll. Und wie es sich für einen Beauty-Besessenen gehört, war ich sofort neugierig (abgesehen davon, dass ich mich kurz wunderte: Wer bitte guckt denn nachts um drei Dauerwerbesendungen für Fitnessgeräte??? Ich, Ich, Ich! )
Eine geschlagene Stunde, also dreimal den ganzen Schmu von vorne, habe ich aufgepumpte US-Dauer-Lächler neidisch angestarrt und der drittklassigen Synchronisation gelauscht: Du wirst es kaum glauben – nein, das ist ja f.a.n.t.a.s.t.i.s.c.h.! „Die Weltsensation!” – „Bis zu 400 Sit-ups in nur einer Minute!” – „Verändern Sie noch heute Ihr Leben!”
Und ich dachte mir, wieso eigentlich nicht. Die nächste Bade-Saison kommt bestimmt, und ein Sixpack steht mir durchaus gut … Ich erinnere mich noch, vor viiiiielen Jahren, während des Studiums, hatte ich jeden Tag nen Haufen Zeit übrig, und verbrachte meine Single-Abende im Fitness-Center, um mich von einer Nautilus-Maschine zur nächsten zu schleppen, vom Aerobic-Kurs bis zum Bauch-Beine-Po-Workout. Und ja, irgendwie hat es auch Spaß gemacht. Mit jedem Tag sah ich besser aus, passte in winzige Jeans-Größen der örtlichen Edel-Boutique und konnte im Muscle-Shirt in die Discothek, ohne dass man an der Bar über mich getuschelt hat. So, dass ist jetzt aber leider rund 12 Jahre her. 12 Jahre, in denen mir der Beruf wichtiger war, die Partnerschaft, das Feiern, das Essen. Mit jedem Jahr wurde ich ein klein wenig Fauler, rundlicher und bequemer. Das Resultat lächelt mich in Form eines Wohlstands-Pizza-Pasta-Prosecco-Bäuchleins jeden Morgen im Spiegel an. Im Muscle-Shirt traue ich mich heute nicht einmal mehr zum Briefkasten.
Aber damit soll jetzt Schluß sein!
Ab heute mache ich jeden Tag 400 Sit-ups die Minute – ohne etwas dafür tun zu müssen, versteht sich. Denn seit heute bin ich stolzer Besitzer des „Abtronic X2″.
(Und das alles nur für Euch, liebe Leser!)

„Der Weg ist das Ziel”
Konfuzius

Wer jetzt denkt, bei mir seien endgültig alle Sicherungen durchgeknallt, der mag recht haben. Oder vielleicht sind in nächtlichen Dauerwerbesendungen irgendwelche hypnotischen Botschaften verschlüsselt, die einen zwingen, zum Telefon zu greifen und zu shoppen. Man weiß es nicht. Jedenfalls habe ich mir so einen EMS-Gürtel bestellt.
EMS bedeutet „Elektrische Muskel-Stimulation” und kommt eigentlich aus der Medizin. Sanfte Elektro-Impulse werden an einen Muskel abgegeben und stärken ihn, ohne dass der Patient etwas dazu beitragen muss. Das ist zum Beispiel wichtig nach Sportverletzungen, wenn man etwa ein Bein nicht bewegen darf, die betroffene Muskulatur aber dennoch nicht abbauen möchte. Dann werden Patches auf die Haut geklebt, die winzige Stromstöße abgeben. Dadurch zieht sich der Muskel zusammen, als würde man joggen, Gewichte heben, etc. Exakt dieselbe Wirkung soll so ein EMS-Gürtel auf die Bauchpartie haben. Muskel-Aufbau-Training, wie bei Sit-ups, nur dass man währenddessen bequem auf dem Sofa liegen und fernsehen kann. Schwitzen is’ nicht.
Die Theorie ist so simpel, dass ich gar nicht verstehen kann, wieso das ganze eigentlich nicht funktionieren sollte.
Ich habe mich dann mal im Netz schlau gemacht und verschiedene Anbieter solcher EMS-Geräte miteinander verglichen. Marktführer ist wohl die Marke „Slendertone”, die gleich ein ganzes Arsenal verschiedener Gürtel anbietet, für den Bauch, die Arme und sogar den Hintern. Dennoch entscheide ich mich für den „Abtronic X2″ aus der Fernseh-Werbung, denn der kleine Batterie-betriebene Gürtel bearbeitet als einziger nicht nur die Muskeln der vorderen Bauchseite, sondern auch den Rücken-Bereich, das heißt: Rettungsringe adé!

Stichtag: 30.12.2009
Bauchumfang: 97 Zentimeter
BMI: 25

Heute beginne ich also mit meinem Training. 40 Sit-ups die Minute. Der Hersteller spricht von wenigen Minuten Training pro Tag, aber ich sage es gleich: Ich werde dieses Ding jede freie Minute tragen. Ach was, jede freie Minute. Ich werde es sogar tragen, während ich arbeite. Der Gürtel liegt so eng am Körper, dass man ihn problemlos unter der Kleidung verschwinden lassen kann. Beim ersten Einschalten kribbelt es ein wenig, das schmierige Gel, das vorher auf die Kontakt-Patches aufgetragen wird, fühlt sich unangenehm kalt an. Mehr passiert erstmal nicht, außer, dass ich spüre, wie sich die Muskeln im Bauch zyklisch sanft zusammenziehen und wieder entspannen. So ähnlich, erinnere ich mich entfernt, fühlen sich Sit-ups an. Nur, dass ich währenddessen gerade am Schreibtisch sitze und diese Zeilen tippe. Netter Nebeneffekt: dadurch, dass sich auch die Muskeln am unteren Rücken beweisen müssen, sitze ich etwas gerader als sonst vor meinem Computer.
Nun bin ich sicherlich nicht dick, trage die durchaus akzeptable Jeansgröße 33, und fühle mich unter Schichten von Klamotten gar nicht so unwohl in meinem Körper. Aber ich weiß, es werden wieder die Tage der Freibad-Saison kommen, wenn es kein Verstecken mehr gibt, sondern ich am Pool entlang flaniere und neidisch bin auf alle Männer mit schmaler Taille und flacherem Bauch. Aber mich deswegen in eine Diät stürzen? Erstmal nicht. Nicht, solange mir die Werbung verspricht, dass ich auch ohne Hungern und Schwitzen besser aussehen kann.
Und genau das ist der Plan: Ich werde vier Wochen lang nicht weniger essen, weiterhin hartnäckig keinen Sport betreiben und auch sonst nicht viel ändern. Nur meinen Bauch-Weg-Gürtel arbeiten lassen und gucken, was passiert.
Und in genau vier Wochen werde ich Euch berichten, ob sich etwas getan hat. Wieviel ich (wenn überhaupt) an Bauchumfang verloren habe, wie alltagstauglich das Gerät ist, und ob ich vom „Workout” Muskelkater bekommen habe (???).
Vier Wochen Boot-Camp auf dem Sofa, vier Wochen jeden Tag hunderte Bauch-Crunches, vier Wochen jeden Tag misstrauisch den Hüftspeck beäugen. Und wie gesagt, das alles nur für Euch, liebe Leser!

Euer Constantin

Übrigens: Wenn Ihr auch einmal wilde Dinge im Fernsehen oder in der weiten Prairie der Beauty-Welt entdeckt, die Ihr lieber nicht selber testen wollt, dann schreibt uns! Wir finden garantiert einen verrückten Beauty-Junkie (nämlich mich), der mit Begeisterung alles ausprobiert. Euer Wunsch sei mir Befehl, mailt mir einfach.
Und jetzt ab auf’s Sofa, Sit-ups machen. Yes Sir!

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Bis zum Sommer ein Sixpack – Teil 2
Echte Kerle: Der Yuzu-Mann von Caron
It’s Summertime…


Lady Gaga und der Burj-Tower in Dubai oder: Die Zukunft wird teuer!

Geschrieben in Verwandtes am 12.01.2010

Lady Gaga und der Burj-Tower in Dubai
Oder:
Die Zukunft wird teuer!

Wenn wir in 30 Jahren an 2009 denken, an was werden wir uns erinnern?

Burj Tower Dubai DuftWer zum Beispiel an die 1970’er Jahre denkt, hat doch sofort Hippies im Sinn, Flower Power, The Mamas & Papas. Oder die Achtziger: Madonna, Neon-Farben, Tüll. Jede Generation hat ihre Klischees, ihr Image. Aber was werden unsere Enkel einmal über unser Jetzt denken? Weltwirtschaftskrise, Klimawandel, AlQuaida, iPhone … und? Leben wir in einer Zeit, die kaum nachhaltige Eindrücke vermittelt? Ich glaube nicht. Vielmehr befinden wir uns in der Ära, in der die Zukunft beginnt. Glauben Sie nicht?

Dann lassen Sie mich Ihnen zwei Beispiele vorstellen:

Werfen wir doch mal – wie alle Nachrichtenstationen der Welt  es gerade tun– einen Blick nach Dubai, in das Land der Superlative. Den meisten von uns ist der kleine Golfstaat ein Synonym für das Land der Milliardäre, sprudelndes Öl und endlose Möglichkeiten. Wo jeder Wüsten-Scheich eine ganze Flotte von Ferraris unterhält und mutige Aussteiger aus dem Westen ihr Glück finden können. Soweit die Klischees bisher. Die sind nämlich veraltet. 2010 ist Dubai das Land der unbegrenzten Schulden. Pleite. Weltwirtschaftskrise hoch Zehn. Denn Dubai steht mit rund 80 Milliarden Dollar in der Kreide und bat seine Gläubiger erst einmal um Zahlungs-Aufschub. Dabei investierte der schwächelnde Wüstenstaat in den letzten Jahren geschätzte 250 Milliarden Euro in den Bau gigantischer Wolkenkratzer, Shopping-Malls (inklusive künstlich beschneiter Skipisten) und Mega-Luxus-Hotels. Nur, die Rechnung ging nicht auf. Der erwartete Investor- und Tourismus-Boom blieb aus. Nur rund 41 Prozent der gebauten Büroflächen sind laut Schätzungen belegt, weitere Bau-Projekte im Wert von noch mal 200 Millionen Euro mussten nun vorerst gestoppt werden. Aber Schlagzeilen macht Dubai derzeit mit einer ganz anderen Meldung, nämlich mit der Eröffnung des megalomanen „Burj-Towers“. Das aktuell höchste Gebäude der Welt ragt über 800 Meter in den Himmel und wirkt ein bisschen wie ein Mahnmal der weltweiten Krise. Größenwahn statt Sparmaßnahmen.

Sieht so die Zukunft aus – Türme die bis in den Himmel reichen?

Liest man die technischen Eckdaten des Burj, wird einem Angst und Bang. Ein ähnliches Bauvorhaben hat es in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben. Superlative und Weltrekorde überschlagen sich in den internationalen Pressemitteilungen: Sechs Jahre dauerte der Bau des Wolkenkratzers, die Höhe des Kolosses beträgt irgendetwas zwischen 800 und 828 Metern (hier widersprechen sich die Meldungen), 160 Stockwerke, 87 Fahrstühle, die bis zu neun Metern pro Sekunde zurücklegen. Für den Entwurf hatten die Architekten nach eigener Aussage nur zwei Wochen gebraucht. Bis zu 14.000 Arbeiter aus aller Welt haben dann (in Zwölf-Stunden-Schichten bei extremen Temperaturen) angeblich phasenweise je ein Stockwerk in drei Tagen gebaut. Wegen des Wüstenklimas wurde der Beton mit Eis vermischt und vor allem nachts gegossen. 14 Milliarden Dollar soll das gesamte Burj-Projekt kosten, inklusive Tower und Umgebung, nebst Shopping-Mall, Riesen-Aquarium und einem Springbrunnen für schlappe 150 Millionen Euro. Und nun, wo der außerirdisch schöne Turm endlich steht, sollen die 55 Millionen Liter Kondenswasser, die die Klimaanlagen jährlich vermutlich produzieren werden, zur Bewässerung des umliegenden 11 Hektar großen Parks genutzt. 335.000 Quadratmeter Apartment- und Büroflächen sind entstanden. Sollte das Haus einmal komplett in Betrieb sein, könnten sich etwa 35.000 Menschen gleichzeitig im Haus befinden, das entspricht der Bevölkerungszahl von Liechtenstein. Drei Monate wird es etwa dauern, bis die Fensterputzer die 120.000 Quadratmeter Glasfassade einmal geschrubbt haben. Und eine bescheidene Drei-Zimmer-Wohnung im 63. Stockwerk soll etwa 1,8 Millionen Dollar kosten. Und apropos Protz und Luxus: Giorgio Armani ist schon jetzt Hauptmieter des futuristischen Megalithen und eröffnet im Turm ein Hotel mit 175 Zimmern und Suiten, einem Spa und fünf Restaurants.  So, genug der Zahlen. Ist Ihnen auch ein bisschen schwindlig?

Dubai Skyliine

Der höchste Turm der Welt also, na gut. Aber für wie lange? Denn die nächst höheren Gebäude sind bereits in Planung, teilweise sogar schon im Bau. Lustigerweise zum Beispiel in direkter Nachbarschaft, wiederum in Dubai: der „Nakheel-Tower“ sollte nämlich den Buri-Tower noch einmal um Längen übertreffen – genauer gesagt sollte er über einen Kilometer (!) in den Himmel ragen. Geld ist gerade in Dubai aber keines mehr da, also wurde der Nakheel-Bau vorerst gestoppt. Und so dürfte der Burij-Tower seine Halbwertszeit als höchstes Gebäude der Welt ein wenig verlängern können, bis vielleicht die Chinesen wiederum nachlegen…

Kommen wir aber wieder zurück zum Anfang meiner Geschichte, der Zukunft, die bereits heute beginnt. Denn warum erzähle ich Ihnen das alles? Weil seit vielen Jahrzehnten unter Zukunftsforschern der Streit besteht, ob Hochhäuser nun die Gebäude der Zukunft sind, oder nicht. Wie hoch ist hoch genug? Und warum sollten Menschen lieber in Stahl-Beton-Glas-Riesen wohnen wollen, als auf dem Land? Die Antwort liefert eine simple Überlegung: Wenn, und davon gehen die meisten Forscher aus, der Rohstoff Öl sich in der Zukunft verknappen wird, wird er auch teurer. Dann werden Produkte aus Mineralöl unerschwinglich für einen Großteil der Menschheit. Last-Minute-Flüge rund um den Globus zum Spartarif? Wohl kaum. Kosmetika aus Erdöl? Nur noch den Superreichen vorbehalten. Mit dem Auto jeden Tag aus der Stadt hinaus auf’s Land pendeln? Ein kaum bezahlbarer Luxus.  Und das Häuschen im Grünen mit Öl beheizen? Schon gar nicht mehr finanzierbar.

Das bedeutet, das Gros der Menschen wird in die Stadt ziehen müssen, wo Verkehrswege zwischen Wohnung und Arbeit kurz sind und Elektro-Autos die Mini-Distanzen spielend bewältigen. Der Wohnungsbau muss demnach zwangsläufig in Wolkenkratzern resultieren. Viele Menschen auf relativ wenig Grundfläche unterzubringen kann gar nicht anders funktionieren. Hierzu gibt es übrigens einen großartigen Roman von Andreas Eschbach: „Ausgebrannt“. Ein spannender Endzeit-Thriller, der auf mitreißende Weise viele Fakten rund um den Motor unserer Welt vermittelt, nämlich das Erdöl. Unser Lesetipp Nummer eins zum Thema Zukunft! Wetten, danach wird Ihnen jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken laufen, wenn Sie Ihr Auto volltanken…

Wer also jetzt staunend Bilder der New Yorker Skyline betrachtet, oder im Fernsehen mutmaßt, der Gipfel der Katharsis sei mit dem Burj Tower erreicht, der verkennt die Lage: wir müssen Häuser aus dem Boden stampfen, die nicht nur an den Wolken kratzen, sondern sie überragen. Hochhaus-Kulissen aus Science-Fiction-Filmen wie Star Wars und Co. sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern kommende Realität, die ihren Anfang jetzt gerade in Dubai gemacht hat. Und wer dabei an den Übermut und grotesken Wahnsinn des Turmbau zu Babels denkt, hat trotzdem recht. Sie wissen schon, die biblische Geschichte von dem riesigen Bauwerk als Symbol des menschlich Machbaren, eine Mischung aus Größenwahn und humaner Katastrophe. Denn all die vielen Arbeiter und Bewohner in Babels Turm sprechen in der Erzählung keine gemeinsame Sprache mehr, sondern leben in Isolation nebeneinander her. Knapp 3000 Jahre später vermuten Wissenschaftler, das es in den kommenden Mega-Cities genau zu dieser Vereinsamung des urbanen Menschen kommen könnte. Zu- und Einwanderer durchmischen sich auf unheilvolle Weise (kleine Notiz am Rande: Dubai verzeichnet schon heute einen Migrantenanteil von über 90 %). Der kulturelle Mix könnte durchaus nicht befruchtend, sondern beschränkend wirken. Der einzelne zieht sich zurück in die Isolation virtueller Welten, lebt eine zweite Cyber-Existenz (Second-Life und Co.) und trifft sich mit virtuellen Freunden, die er in Wirklichkeit gar nicht kennt. In der Geschichte des Turmes von Babel kommt dieses Problem bereits vor, als babylonische Sprachverwirrung. Die Menschen verstehen einander nicht mehr, verlieren den Kontakt zueinander, obwohl sie auf so engem Platz nebeneinander leben. Die Folge: unverständliches Gebrabbel, ein Stimmengewirr und der Verlust der Individualität. Der Turm als Allegorie der menschlichen Angst, die Interaktion mit seinen Mitmenschen zu verlernen. Kompletter Blödsinn oder doch schon bald Realität? Lassen Sie mich auf diese Frage mit einem Lied-Zitat antworten:

Rah-rah-ah-ah-ah, Roma, roma-ma, GaGa ooh la la

Lady Gaga ParfumDie Zeile kommt Ihnen bekannt vor? Sollte sie auch, denn das ist der Soundtrack unserer Zeit. Lady Gagas Refrain ihres aktuellen Hits: „Bad Romance“. Was einige für sinnloses Gestammel halten mögen, verstehe ich als musikalischen Aufbruch in die Zukunft. Kaum eine Künstlerin ist so bedingungslos modern und allen Kollegen weit voraus wie Lady Gaga – und sie zementiert damit den Anspruch, das sich folgende Generationen an die Ära um 2009/2010 erinnern werden. Die musikalische Lautmalerei (die übrigens ein unglaublicher Ohrwurm ist), bringt das, was ich mit diesem Text sagen möchte, in einer Zeile zum Ausdruck: ethnische Herkunft, Rasse, Hautfarbe, Religion, Sprache – all das wird verblassen in einer Zukunft, in der wir uns aus dem jetztigen Leben ausklinken werden, in Skyscraper umsiedeln, den totalen kulturellen Mix erfahren und einen Großteil unseres Lebens im Internet verbringen werden.

Lady Gaga IST Zukunftsmusik.

Das wird spätestens klar, wenn man das Video zu ihrer besagten Single „Bad Romance“ sieht: Wir bewegen uns in einem weißen Cube, in dem Menschen aus Isolations-Tanks auftauchen, futuristisch bekleidet (plötzlich erscheint es durchaus plausibel, dass Lackartige „Sprüh-Kleidung“ aus der Dose in Zukunft ein ernsthafter Marktfaktor werden könnte). Das Video ist zugleich makaber und verstörend, dabei aber ungeheuer sexy und sinnlich. Und es enthält alles, was eine handfeste Zukunftsvision braucht: Piercings und Tatoos? Fehlanzeige. Stattdessen werden Metall-Applikationen zum Trend werden (orakel ich jetzt mal so vor mich hin). Glänzende Schmuckteile, die man sich auf Stirn, Kinn oder Wangen klebt, wie es Lady Gaga und ihre Tänzer schon heute zeigen. Isolations-Tanks, in denen man ein Gefühl von Schwerelosigkeit erlebt, während man auf virtuelle Abenteuer-Streifzüge geht. Eine gelangweilte Oberklasse, die auf der Suche nach immer neuen Reizen ist, um sich von der „unerträglichen Leichtigkeit des Seins“ abzulenken.

Die Tanks, denen die konturlosen Tänzerinnen entsteigen, stehen im Video in einem „Bath Haus of Gaga“, das sich folgerichtig auch in jedem fensterlosen Keller dieser Welt befinden könnte, tief unter einem Mega-Skyscraper irgendeiner Millionen-Metropole. Wem all das jetzt zuviel wird, der sich mit der Idee von virtuellen Abgründen und futuristischen Wohnwelten noch nicht anfreunden kann, für den habe ich noch einen Lesetipp, nahezu genauso schlagzeilenträchtig wie der Burj-Tower oder Lady Gaga: Frank Schätzings aktueller Bestseller „Limit“. Das Buch ist zwar –typisch Schätzing – recht maniriert und arrogant geschrieben (Sympathie mit dem Autor mag kaum aufkommen), dafür erzählt der Roman auf über 1300 Seiten aber detailreich von einer Welt im Jahre 2025, in der schlichtweg alles vereint wird, was Zukunfts- und Trendforscher für die nächsten Jahrzehnte vorraussagen: Mega-Städte mit riesigen Turmbauten, auch im finanziell bankrotten Dubai (Zitat aus dem Buch: „Das ultimative Exponat architektonischen Phalluswahns, der Nakheel-Tower, ragte denn auch halb fertig aus dem bankrotten Dubai wie zur Bestätigung der Binsenweisheit, dass noch lange nicht der Größte ist, wer den Längsten hat.“). Überall schummerige Gaststätten, in denen man auf Liegen und in Tanks im Cyberspace abtauchen kann, und wenn man mag, dort sein ganzes Leben verbringen kann. Fliegende Mottorräder, Sprühkleidung, Metall-Applikationen im Gesicht, Autopilot-Taxen ohne Taxifahrer und Slums als Geschwüre der Großstadt, die zwar über fließend Wasser und genug Nahrung verfügen, sich aber von den reichen Städten dadurch unterscheiden, dass sie nicht digital vernetzt sind. Der Roman ist anstrengend und nicht gerade nerven-zerfetzend spannend, liefert aber die eingehendste und realistischste Zukunfts-Beschreibung, die ich je gelesen habe. Öl wird in Schätzings Darstellung übrigens nicht unerschwinglich teuer, sondern schlicht und ergreifend unwichtig. Denn ein neuer Rohstoff auf dem Mond wird den aufwändig auszubeutenden Ölreserven den Rang ablaufen. Unser zweiter Lese-Tipp in Sachen Zukunft: Frank Schätzings „Limit“. Wetten, Sie werden nach dem Lesen durch die Straße gehen, in der Sie wohnen und sich fragen, wie es dort in 20 Jahren aussehen mag…

Aber, gestatten Sie mir noch ein Wort zum Schluß: Auch wenn Lady Gaga und der Burj-Tower in Dubai ein faszinierendes Bild zeichnen, wohin sich unsere Welt in den nächsten Jahrzehnten entwickeln könnte – eines steht fest: Die Zukunft wird teuer. Und nicht jeder wird sie sich leisten können. So wie das nahezu bankrotte Dubai, dem nun das Nachbarland Abu Dhabi zur Hilfe eilen mußte und mit 10 Milliarden Dollar als Notkredit aushalf, um die dringendsten Gläubiger des Staates zu besänftigen. Zum Dank wurde der Burj-Tower dann auch in letzter Minute vor der Eröffnungsfeier noch umbenannt – in „Burj Khalifa“, zu Ehren des Scheichs von Abu Dhabi,  Khalifa bin Said al-Nahjan. Und Lady Gaga? Ergeht es nicht viel besser. Ihre derzeitige „Monster Ball“-Tour durch Amerika ist zwar Halle für Halle, Abend für Abend ausgebucht, die englische „Sun“ berichtet aber, dass sie dennoch rote Zahlen schreibe. Schuld seien die immensen Kosten der Bühnenshow, die bisherigen Verluste der Show werden mit weit über zwei Millionen Euro angegeben. Nunja, wie gesagt: Die Zukunft ist teuer. Aber wer wird bei so visionären Dingen wie einem Wolkenkratzer in der Wüste oder der Tournee eines Popstars schon auf’s Geld schauen? Und vielleicht sollten wir alle schon mal ein bisschen sparen, damit wir uns die Zukunft auch wirklich leisten können.

Denn stellen Sie sich bitte mal vor, wie doof wäre denn das: die Zukunft beginnt jetzt, aber keiner kann sie bezahlen…

- Constantin Herrmann

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Knizes Venusfalle
Our summer draw goes into extra time!
Unser Sommergewinnspiel geht in die Verlängerung!


Sag mir was Du trinkst, und ich sag Dir … ob Du’s richtig machst.

Geschrieben in Verwandtes am 11.01.2010

Sag mir was Du trinkst,
und ich sag Dir … ob Du’s richtig machst.
ALzD enthüllt das Schönheitsgeheimnis Hollywoods

Fragt man irgendein Super-Model oder eine Filmdiva-Schönheit, was denn ihr Beauty-Geheimnis sei, so lautet die ewig gleiche, ermüdend dumpfsinnige (und leider so gut wie nie wahre) Antwort: Ich schlafe viel und trinke jeden Tag mindestens XXX Liter Wasser.

Aha. Danke dafür. Nun gibt es leider immer noch genug Zeitschriften am Kiosk, die derlei Schmarrn gerne als großen „Beauty-Talk“ verkaufen, aber es ist ja nicht an uns, das zu widerlegen. Nehmen wir stattdessen einfach mal an, all die Schönen und Reichen sagen die Wahrheit und  genehmigen sich wirklich jeden Tag ihr Beauty-Elixir in Form von Wasser (statt Botox, teuren Cremes und diversen Schnippelein beim Onkel Beauty-Doc). Der investigative Journalist in mir fragt sich da doch, was für Wasser könnte das wohl sein, das die Haut so wunderbar strahlen lässt. Also habe ich mich hingesetzt und mal die Unterschiede zwischen den einzelnen Mineralwassern recherchiert. Denn Wasser ist tatsächlich nicht gleich Wasser. Je nach Lebensumständen, Sport-Programm und Job sollte man sein Wasser typgerecht aussuchen. Dann fungiert es nicht nur als Durstlöscher, sondern liefert tatsächlich auch wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente.

Wie entsteht Mineralwasser eigentlich?

Das angebliche Beauty-Geheimnis vieler Hollywood-Schönheiten ist nichts anderes als Niederschlagswasser, also Regen, der ins Erdreich eingedrungen und durch viele Gesteinsschichten bis zu seiner Quelle gesickert ist. Auf dieser langen Reise wird das Wasser gereinigt und mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Kohlensäure angereichert. Allein in Deutschland fördern mehr als 200 Brunnenbetriebe mehr als 500 Mineralwässer zutage. Ziemlich beeindruckend, was. Aber braucht’s denn eigentlich so viele verschiedene Wässerchen? Sind die nicht alle gleich? Eben nicht! Denn jedes dieser Wässer verfügt über seinen ganz eigenen Geschmack und vor allem seinen eigenen Mineralstoff-Mix. Mal mehr Calcium, mal mehr Magnesium. Und diesen Vital-Mix kann man sich zugute machen! Denn nicht jeder Mensch benötigt die gleichen Mineralien. Sportler benötigen ein Wasser mit viel Natrium, während ein Mensch mit hohem Blutdruck zu einem Wasser mit deutlich weniger Natrium greifen sollte. Und wir wären nicht wir, wenn wir Ihnen nicht verraten würden, welches Wasser für Sie das richtige ist. Bestimmen Sie ganz einfach Ihren Lifestyle-Typ und achten Sie beim nächsten Mal im Supermarkt auf die Inhaltstoffe der Mineralwasser. Sie dürfen nicht alles glauben, was so geschrieben wird. Denn für straffere Haut, tolle Ausstrahlung und einen Model-Vertrag kann Wasser alleine eben doch nicht sorgen, aber wer genug trinkt, polstert seine Haut von innen her auf, kann Trockenheitsfältchen minimieren und fühlt sich fitter. Und das ist doch auch schon mal was.

Der Aktive:

Sie treiben gerne und viel Sport, fühlen sich erst lebendig, wenn Ihr Puls rast und Sich schwitzen? Sie üben einen schweißtreibenden Beruf aus, indem Sie viel unterwegs sind und auch mal richtig zupacken müssen? Sie lieben es, die Nacht zum Tag zu machen, auf angesagte Partys zu gehen und bis zum Umfallen zu tanzen?

Dann verlieren Sie bei all diesen Aktivitäten viel Flüssigkeit und wertvolles Magnesium. Die Folge: Auf dauer verlieren Sie an Kraft und Ausdauer, fühlen sich schlapp und sind auch im Job weniger leistungsfähig. Ideal für Sie, also für besonders aktive Menschen, ist daher eine hoch dosierte Magnesium-Zufuhr, denn wer oft und gerne ins Schwitzen kommt, sollte CLEVER trinken! Das heißt, ein Mineralwasser mit mindestens 200 mg Natrium und 50 mg Magnesium pro Liter wählen. So bekommt ihr Körper allerhand wichtige Mineralien und die Flüssigkeitsspeicher werden wieder aufgefüllt, und die nächste Party-Nacht kann kommen.

Der Gestresste:

Egal ob Sie im Job viel um die Ohren haben, einen Haushalt mit kleinen Kindern managen oder noch zur Schule oder Uni gehen – alle, die viel leisten müssen, brauchen viel Magnesium. Denn es spielt eine Schlüsselrolle beim körpereigenen Stress-Management. Es reguliert die Erregbarkeit der Zellmembranen, dämpft Nervosität, Reizbarkeit und Muskelverspannungen, fördert die Konzentration und verleiht Nerven wie Drahtseile. In Hochphasen des Lebens, wenn Sie in Job, Ausbildung oder Familie viel gefordert werden, sollten Gestresste unbedingt darauf achten, ihrem Körper mindestens 300 mg Magnesium pro Tag zuführen. So bringen Sie Ihr Stress-Konto wieder in den grünen Bereich und können jedem neuen Tag gelassen begegnen.

Das ideale Mineralwasser sollte daher mindestens 50 mg Magnesium pro Liter enthalten. Werfen Sie beim nächsten Einkauf einen Blick auf die Etiketten der verschiedenen Wasserhersteller, so können Sie zumindest einen kleinen Teil Ihrer Mineralstoffversorgung ganz elegant beim täglichen Trinken erledigen.

Der Körperbewusste:

So richtig schweißtreibend ist Ihr Sport-Programm eigentlich nicht. Eher auf Wellness und Entspannung ausgelegt, wie Yoga oder Pilates. Auch im Job haben sie es meist etwas ruhiger. Dafür achten Sie sehr auf Ihr Äußeres. Perfekter Teint, strahlende Zähne und gute Haltung? Dann brauchen sie eine ausreichenden Calcium-Magnesium-Mix.

Ein Wellness-Wasser mit mindestens 150 mg Kalzium pro Liter ist nicht nur wichtig für stabile Knochen, sondern umschmeichelt auch die Haut, sorgt für schönen Teint, gesundes Haar und kräftige Fingernägel. Nebenher sollte aber auch ausreichend Magneisum im Wasser enthalten sein, denn dieses ist wichtig für viele Stoffwechselvorgänge, Hormonproduktion und Enzymabläufe. Es wirkt Krämpfen entgegen, mildert aber auch kleine Fältchen, da es für Muskelentspannung verantwortlich ist und unterstützt die entspannende Wirkung von Yoga und Co. indem es dem Körper Ruhe und Gelassenheit spendet.

Der Gemütliche:

Erinnern Sie sich noch, wann Sie das letzte Mal richtig ins Schwitzen gekommen sind? Sie lieben es eben, alles etwas ruhiger und gelassener anzugehen. Ihre Freunde schätzen Sie als den „ruhenden Pol“. Und trotzdem fühlen Sie sich mitunter „erschlagen“ und k.o.? Das ist ein Problem, von dem viele „Nichtstuer“ berichten. Denn wer sich wenig bewegt, ergo auch wenig schwitzt, hat oft weniger Durst, und trinkt dann zu wenig. Und prompt fährt das Energie-Niveau des Körpers in den Keller und man fühlt sich schlapp. Die Erklärung ist einfach: auch ohne besondere Anstrengung verliert der Körper einen Großteil seiner Flüssigkeitsdepots, und die wollen nun mal ständig aufgefüllt sein, damit der Körper Leistung bringen kann. Typisch für solche wenig-Trinker sind Kopfweh oder ein Leitungs-Tief am Nachmittag.

Da Sie selten schwitzen und aufgrund Ihrer Lebenssituation keinen erhöhten Bedarf eines speziellen Mineralstoffes haben, liegen sie mit einem leicht mineralisierten Mineralwasser immer richtig, Sie sollten nur darauf achten, zwei bis drei Liter am Tag zu trinken, und zwar über den gesamten Tag verteilt. Die Flüssigkeitsspeicher erst abends aufzufüllen hilft wenig. Ein simpler Trick, den Ernährungs-Experten immer wieder empfehlen kann Abhilfe schaffen: Rationieren Sie sich das Wasser. Jede Stunde ein großes Glas Wasser reicht aus, und ist auch für Menschen zu schaffen, die nur selten Durst verspüren.

Wenn Sie das nächste Mal also lesen, irgendjemand schiebe sein gutes Aussehen seinem Wassertrinken in die Schuhe, können Sie sich entspannt zurücklehnen und denken: Red du nur. Denn ab heute Sind Sie Mitglied im Club der wahren Clever-Trinker. Und noch eines: Auch wenn Madonna und Co. nicht müde werden zu behaupten, Sie verdanken alles einem besonders teuren Wasser (ich sage nur die mit Swarowski-Kristallen besetzte Flasche um die 50 Euro). Alles Quatsch. Ein gutes Wasser, das etwas für Ihre Schönheit bringt, und Ihren Körper mit der richtigen Dosis Spurenelementen versorgt, gibt es auch für wenige Euro in jedem Supermarkt. Nicht die Vermarktung oder die Verpackung macht das Wasser, sondern der Mineral-Mix. Gucken Sie weniger auf das schicke Design der Flasche, als vielmehr auf die Inhaltsstoff-Liste.

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