Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Winterneuheiten Teil 2.

Geschrieben in Ankündigungen,Duft am 17.12.2009

So. Wie versprochen heute noch ein weiterer „Nachschlag” zu gestern – die Neuheiten der nächsten Zeit sind Thema sowohl des gestrigen als auch des heutigen Blogeintrages. Einiges vielversprechendes war schon dabei – zumindest für mich, wie seht Ihr das? – und heute möchte ich noch ein paar weitere Neuveröffentlichungen nennen.

Annick Goutal Ninfeo MioAnnick Goutal lanciert im Februar 2010 ihren neuen Duft Ninfeo Mio. Ein holzig-zitrischer Duft soll es sein, kreiert von der altbewährten Goutal-Parfumeurin Isabelle Doyen (Doyen kreierte annähernd alle Goutal-Düfte sowie das L’Eau du Prince Jardinier und die Düfte ihrer eigenen Linie LesNez.). Namenspate und Inspiration für Ninfeo Mio war der bekannte Giardino di Ninfa, der Ninfa Garten in der Nähe Roms, der bereits vor Christi zu Zeiten Caesars ein Nymphäum (= Ninfeo), ein Nymphenheiligtum an seiner Quelle beherbergte. Als Ingredienzen sind genannt: Bergamotte, Cedrat / Zitronatzitrone, Galbanum, Feigenblätter, Lavendel und Zitronenholz.

Annick Goutal Ninfeo MioIch konnte es mir nicht nehmen lassen und habe mir einmal ein paar Eindrücke des Gartens gemacht, den ich leider nur dem Namen nach kenne – ich möchte Sie Euch natürlich nicht vorenthalten. Wunderschön, wie ich finde – macht direkt Lust auf Urlaub im direkten Vergleich mit den tristen zweieinhalb Schneeflocken, die vor meinem Fenster tanzen, während ich Euch diesen Blogeintrag hier tippe…

Bond No. 9 ist ja schon immer rege, was neue Lancierungen angeht – März/April 2010 erscheint nun der ich-weiß-nicht-wievielte Bond No. 9 Duft mit dem Namen High Line. Die Geschichte hinter High Line ist durchaus bemerkenswert, ist der Duft doch der erste, der einer Bahnstrecke gewidmet ist, allerdings einer sehr besonderen: Die High Line erstreckt sich inmitten des Manhattaner Westens und wurde ursprünglich in den 30er Jahren erbaut, um den Schienenverkehr umzuleiten. Eine Hochbahntrasse, die nun, da sie keiner mehr braucht, innerstädtisch umgenutzt wird: Nach Vorgaben des bekannten dänischen Landschaftsarchitekten und -designers Piet Odouls entsteht ein Park für die Öffentlichkeit. Urbane Tristesse ade, back to Nature ahoi oder so ähnlich. Eine schöne Idee und ein tolles Projekt, daß Bond No. 9 Gründerin Laurice Rahme gerne unterstützen möchte: Sie kreierte den Duft High Line zusammen mit Laurent Le Guernec von IFF, der den Duft als „fun floral in a very modern, industrial way” bezeichnet, ergo einen fröhlichen Floralen in sehr moderner Umsetzung. Die Ingredienzen sind an die im Park vorfindlichen Pflanzen angelehnt: Bergamotte, Purpur-Liebesgras (ja, heißt wirklich so…), Traubenhyazinthe, Rhabarber, Rose, Tulpe, Orangenblüte, ozonische Noten, Aldehyde. Rahme ist dem Verein der Freunde der High Line beigetreten und spendet 4% der Einnahmen aus den High-Line-Verkäufen zur weiteren Begrünung des noch nicht fertiggestellten Parks. Wer sich das Projekt mal ansehen mag und in nächster Zeit nicht nach New York kommt klicke bitte hier.

Serge Lutens überrascht uns diesmal alle, wie man den Medien schon verschiedentlich entnehmen kann: Für März ist sein neuer Duft angesetzt, das L’Eau Serge Lutens. Und, setzt Euch bitte hin, allen voran die eingefleischten Fans: Es soll ein Anti-Duft werden. Ja, richtig gehört – Lutens (und sein Parfumeur Sheldrake), Meister des (Ge)Würzigen, des Orientalischen, der Ausschweifung, hat/haben buchstäblich die Nase voll und ein Parfum kreiert, das konträr oder besser: kontradiktorisch ist im Vergleich zum bisherigen Portfolio. Ein cleaner Duft soll es sein, ein Gegenpol zu der immer künstlicheren und tendentiell überparfumierten Welt, frisch und dieselben Wohlgefühle evozierend, die man nach einer Dusche verspürt, wenn man in seine ebenfalls frische Wäsche schlüpft. Mmmmh. Ich bin ja sowas von neugierig… Hier bereits eine Rezension von dem Duft bei Grain de Musc.

Miller Harris haben auch eine Neuerscheinung in petto, nämlich Un peu rien, eine etwas leichtere (Cologne-)Variante ihres 2006 erschienen und für Jane Birkin kreierten L’Air du Rien. Der Duft erscheint wohl noch in diesem Monat.

Marc Jacobs Splash Pomegranate, Apple, BiscottiMarc Jacobs läßt sich 2010 nicht lumpen und erweitert seine Splash-Collection um ein neues Trio. Inspirationsquelle waren die Pariser Patisserien und deren Naschereien, allen voran die berühmten französischen Macarons, die mittlerweile immer verbreiteter vorkommen und denen, zumindest hier in Deutschland, ein gewisser Hauch des Elitären, des Luxus anhaftet. Nun, lecker hören sich zumindest schon mal auch die Namen der Colognes an: Pomegranate, Apple und Biscotti. Apple ist von Yann Vasnier (Givaudan; u.a. Six Scents Series Two No. 2, CdG Red Series Palisander & Rose, Le Labo Aldehyde 44, Delrae Roth Mythique, Donna Karan Gold, Divine L’Homme Sage, Marc Jacobs Fig Splash & Lola) – als Ingredienzen werden genannt: Apfel, Grapefruit, Zitrone, Jasmin, Magnolie, Rosmarin, Koriander und Kardamom. Pomegranate ist von Patty Hidalgo, die Ingredienzen sind: Granatapfel, Mandarinenblüte, Rhabarber, Bergamotte, Veilchen, Moschus, Ambra und Vanille. Biscotti wurde von Richard Herpin geschaffen (Firmenich; u.a. Badgley Mischka, Bond No. 9 Coney Island, Gant Silver) – enthalten sind: Bergamotte, Freesie, Orangenblüte, Pistazienblüte, und Vanille.

Von Hermès darf man, wie es in verschiedenen Boards weltweit munkelt, wohl auch eine größere Neulancierung Anfang des Jahres erwarten – was, das steht noch in den Sternen… Zumindest für uns… wer weiß…

Und, worauf seid ihr besonders gespannt? Was hat Eure Aufmerksamkeit geweckt, was wollt Ihr auf jeden Fall testen? Erzählt es mir!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle 1 und 2 und 3, some rights reserved.

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Neuveröffentlichungen…
Drei Männers…
Winterneuheiten.


Winterneuheiten.

Geschrieben in Ankündigungen,Duft am 16.12.2009

Winter und Frühjahr ist eigentlich immer die Zeit der (vermehrten) Neuveröffentlichungen. Und da ich dieser Tage neugierig war – ich könnte mal wieder einen Holy Grail gebrauchen – habe ich Euch zusammengetragen, was uns in nächster Zeit so erwartet und werde es Euch heute und morgen in Kürze vorstellen.

Washington Tremlett Chelsea Garden, Hampton Water, Notting Hill CarnevalBereits vor einigen Tagen sind bei uns im Shop die neuen Düfte des Hemdenschneiders Washington Tramlett eingetroffen. Das Traditionshaus, das lange Jahre den Ruf als der Shirtmaker No. 1 innehatte, hat bereits eine ganze Reihe an Düften lanciert und, ich muß sagen, mir haben davon einige recht gefallen, allen voran Black Tie und Royal Heroes 1805 sowie der erst vor ein paar Wochen erschienene Clove Absolute. Neu sind jetzt Chelsea Garden, der sich um die Motivik der Provence-Rose rankt, Hampstead Water, ein modern umgesetzter Vertreter der klassischen Fougère-Duftfamilie und Notting Hill Carnival, eine Hommage an den gleichnamigen Karneval, der wohl nach Rio weltweit der zweitgrößte ist. Der Duft hierzu soll eine gekonnte Verbindung der fröhlichen Ausgelassenheit der fünften Jahreszeit mit typisch britischer Stilsicherheit darstellen. Eine Rezension folgt alsbald. findet sich hier.

Ebenfalls gerade neu bei uns eingetrudelt ist „Le Trio” von Keiko Mecheri, bestehend aus ihrem bereits bekannten Bestsellers Loukhoum sowie Loukhoum Poudre und Loukhoum Parfum du Soir. Auch dieses Trio ist ein Kandidat für eine Rezension in den kommenden Tagen.

Ein weiteres neues Schmankerl im Shop ist Isabeys Fleur Nocturne: Eine wunderbare Überraschung finde ich, die uns dieses alte Haus beschert. Gardenia ist bereits ein solches Juwel, heißgeliebt von vielen, selbst ich als Weißblütenzögerer kann mich dem Charme dieses Duftes nie entziehen. Fleur Nocturne nun ist eine Neuauflage eines weiteren alten Klassikers von 1925, Bleu de Chine. Ein Damenduft mit fruchtigen Kopfnoten von Mandarine, Pfirsich und Aprikose auf einem zartfloralen Herzen aus Jasmin, Magnolie und Gardenie, das von einer warmen Basis aus Patchouli und Vanille aufgefangen wird. Ich werde beide Düfte über Weihnachten ebenfalls vorstellen.

Monocle Scent Two LaurelTäglich erwarten wir einen weiteren Duft, auf den ich sehr gespannt bin: Monocle Scent Two: Laurel. Mal wieder eine Kooperation mit Comme des Garçons, und für mich eine sehr spannende, fand ich bereits überaus großen Gefallen an Scent One – Hinoki, der Zypresse. Scent Two des Magazins Monocle nun ist ebenfalls von Antoine Maisondieu, der bereits für den ersten Monocle-Duft verantwortlich war (bekannt unter anderem durch einen Großteil der Etat Libre d’Orange-Düfte, Acqua di Parma Magnolia Nobile, Burberry Brit for Men & Sport for Men & London for Men, CdG Stephen Jones, Van Cleef & Arpels Feerie & Collection Extraordinaire Muguet Blanc usw.). Inspiriert wurde Laurel (= Lorbeer) durch eine Reise nach Bekaa / Beqaa Valley im Libanon und soll, wie Monocle verlauten läßt, regelmäßige Besucher des Libanon an die dort handgefertigten Lorbeerseifen erinnern sowie an Byblos, diese Stadt zwischen Libanongebirge und der nahen Küste mit ihren wundervollen Gärten. EDIT: Hier die Rezension.

Hotel Costes hat sich von Olivia Giacobetti, die bereits den ersten und eigentlichen Signatureduft des Hauses kreierte, einen weiteren Duft fertigen lassen, der jetzt die No. 2 wird. Der ursprüngliche Hotel Costes hört von nun an auf den Namen der No. 1. Die No. 2 gibt es vorübergehend nur in der 100ml Bakelitflasche in schwarz, später soll eventuell ein anderer (Glas?)Flakon in anderer Größe folgen. Costes No. 2 soll den Enthusiasmus der Pariser Nächte widerspiegeln, ein sinnlicher und doch frisch-gewürziger Duft mit türkischer Rose, Geranium, Orangenblüte, Benzoeharz, Zimt und Guajakholz.

Für heute lasse ich es erstmal dabei bewenden – morgen folgt noch eine ganze Reihe weiterer Ankündigungen… Ihr dürft also gespannt sein!

Liebe Grüße und einen schönen Tag,

Eure Ulrike.

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Neuveröffentlichungen…
Winterneuheiten Teil 2.


Und wer hat’s erfunden? Die Finnen…

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Holziges am 15.12.2009

… möchte man munkeln, wenn man sich mal wieder durch eines der weltbekannten schwedischen Einrichtungshäuser schiebt – denn einige Kreationen dort sehen den Schöpfungen Arteks doch verdammt ähnlich…

Der finnische Einrichter Artek wurde 1935 von vier jungen Idealisten mit großartigen Ideen gegründet und ist bis heute mit seinen Produkten ein wesentlicher Beitrag zum zeitgenössischen Design.

„Artek is a sales and propaganda center for the new housing ideology” ließ Hahl, einer der Mitbegründer, damals verlauten und die Idee des Unternehmens war es, “to sell furniture and to promote modern culture of habitation by exhibitions and other means”, ergo: Möbel zu verkaufen und moderne Wohnkultur mit zu prägen und die Menschen dafür zu gewinnen, zum Beispiel mit Ausstellungen.

Funktionalität und zeitlose Ästhetik werden als essentielle Elemente der Artekschen Produkte angeführt.

So. Hier müßte sich einem bereits erschließen, weshalb Artek und Frau Kawakubo, Mastermind von Comme des Garçons, zusammenfanden und gemeinsam einen Duft kreierten. Passen doch die meisten der oben genannten Aspekte beider Firmenphilosophie perfekt zusammen.

Vor einiger Zeit hatte ich den Duft bereits angesprochen, jetzt kann ich endlich die Rezension dazu nachreichen, da ich ihn nun auch endlich testen konnte. Ich hatte dieser Tage bereits eine Rezension bei NowSmellthis gelesen und mein erster Eindruck geht durchaus in deren Richtung (obgleich ich die angeblich große Ähnlichkeit mit Hinoki nicht zu entdecken vermag): Auf eine subtile Art bitteres Holz steigt mir in die Nase, frisch poliert und noch leicht nass. Die Zeder wird alsbald prominent(er), auf meiner Haut entwickelt sich darüber hinaus kurzzeitig eine skurrile Note, die etwas von geröstetem Kakao hat. Ich vermute, sie ist eventuell dem finnischen Labrador-Tee geschuldet? Nachdem besagte Kakaoanmutung, die sich bei mehreren Tests auf der Haut entwickelte, auf dem Teststreifen jedoch nicht in dieser Intensität zu erkennen war, sich verflüchtigt gewinnen warme Kräuteraspekte an Präsenz: Weicher Fenchel, nicht übermäßig dominant (nein, kein Ouzo, ergo auch was für Fenchelvorsichtige…), sowie Ingwerherbheit beherrschen die Szenerie, während die Zitrone für kleine Leuchtpunkte sorgt und Moschus eine warme Unterlage schafft. Des weiteren ist immer wieder eine cremig-leichte Süße zu vernehmen. Die angegebenen Noten von Metall und Rost nehme ich in einer abstrakten Form tatsächlich wahr: Sie määndern irgendwo in der Mitte des Duftverlaufes, kreiert vermutlich durch die luzide Punktschärfe der Zitrone, dem Safran und der abstrakt umgesetzten Fenchelnote.

Alles in allem hat Artek, der ein Wohlfühlduft sein möchte und sowohl auf das Wohlbefinden von Körper als auch Seele Einfluß nehmen mag, tatsächlich etwas “spirituelles”: Irgendwie kontemplativ wirkt er, gesund, aber nicht wie ein Ökoduft sondern wie ein Purist, der im Einklang steht mit der Natur. Und beruhigend. Was vielleicht an dem Labrador-Tee liegen kann der auf die Pflanze Porst zurückgeht, welcher nicht nur eine den Alkohol verstärkende sondern auch eine selbst leicht berauschende Wirkung haben soll… insofern – testet das mit meiner Kakaonote eventuell nochmal selbst ;)

Beschwingte Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Arteks Ingredienzen: Fenchel, Ingwer, Zitrone, Moschus, Safran, Zedernholz, finnischer Labrador-Tee, Moosglöckchen (Linnea Borealis)

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Herbstwonne 2 – Comme des Garçons.
Mister Marvelous…
Prudence Paris Teil 3.


Die Magie des Logos

Geschrieben in Allgemein,Kosmetik,Make-Up am 14.12.2009

Der Beauty-Springlook 2010: Luxus, Luxuriöser, Label

„Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes-Benz“
Janis Joplin

Seien wir ehrlich. Labels erfüllen unsere Welt. Wie seid Ihr heute in die Arbeit gekommen? Mit dem Auto? Sicher ein Marken-Produkt und kein No-Name-Wagen. Ein Mercedes? Ein Audi? Ein BMW? Und was hattet Ihr an? Burlington-Strümpfe, H&M-Hose, Zara-Pulli und Gucci-Gürtel? Dann saßt Ihr an Ihrem Apple-Computer, habt eure neue Kollegin vom Tisch gegenüber ge-googelt und mittags schnell gegessen – wo? Bei McDonald’s, Wienerwald oder doch nur ein Sandwich vom Tengelmann um die Ecke? Und dazu gab es eine Cola Light?
Ich möchte wetten, während Ihr diese Zeilen lest, spult das innere Kino im Kopf ganz automatisch die Logos aller genannten Firmen ab. Aber wieso haben Logos so eine mächtige Anziehungskraft auf uns? So mächtig, dass wir Schlange stehen, wenn Madonna oder Jimmy Choo eine Kollektion für H&M entwerfen. So mächtig, dass wir bei ebay eine Hèrmes-Tasche ersteigern oder, falls das nicht klappt, auf einem Bazar im Urlaub eine Billig-Kopie mit fast ganz ähnlichem Logo kaufen.
In der Welt der Luxus-Labels ist ein Auf-und-Ab dieser Logomanie zu verzeichnen. Eine Saison lang gibt es kaum Markenware ohne riesige Monogramm-Kennzeichnung (Vorreiter ist natürlich immer D&G mit dem Label als auffällige Glitzer-Abzeichen), dann wieder ist der Logo-Protz verpönt und man gibt sich diskret. Ausnahme: Louis Vuitton, die ihr LV-Monogramm hartnäckig verwenden, Trend hin oder her.

Und nun ist es mal wieder soweit, Logos sind in. In jeder Größe, Farbe und Menge, die man sich nur vorstellen kann. Vielleicht ein Resultat der hinter uns liegenden Krisenstimmung? Man möchte sich wieder etwas leisten und zeigen, dass man es sich leisten kann. Dabei geht es keineswegs nur um die ganz, ganz Reichen. Statistiken zufolge gibt es weltweit über 16 Millionen Menschen mit mehr als einer Million Dollar in Cash, jedes Jahr werden es zehn Prozent mehr. Das sind Menschen, die sich alles leisten können. Für uns Normalsterbliche sind zwar andere Labels von Bedeutung – statt dem dritten Bentley eben nur eine Vespa und statt Roederer Cristal eben Rotkäppchen-Sekt. Aber eine Marke muss es schon sein. Mit Logo. Dann fühlen wir uns glücklich und bekommen dieses durch nichts zu ersetzende Gefühl von „Ich gönne mir etwas“.

Wie wichtig Logos sind, zeigte uns letzten Monat erst McDonald’s, die ihre Firmenfarbe überraschend ändern. In Deutschland, Österreich und der Schweiz prangt der goldene M-Bogen jetzt statt auf rotem Hintergrund auf grüner Farbe. Das soll unterschwellig wohl Gesundheit, Ökologisches Bewusstsein und Bio-Gewissen suggerieren. Nun ja. Aber auch in der Mode setzen Designer nun wieder voll auf Logos. Louis Vuitton’s übergroßer Schal mit unzähligen LVs drauf (in dutzenden Farben!) ist schon jetzt das heimliche Must-have der Saison. Sonnenbrillen dürfen wieder schillernde XXL-Kennzeichnung tragen und wer noch etwas Warmes für den Winter braucht, träumt insgeheim von der Anschaffung einer Moncler-Jacke. In der Beauty ist das nicht anders.

„Sie sehen so erholt aus..?“ – „Ja, ich trage Dior!“

Gerade wurden die neuen Trend-Looks in Sachen Make-up präsentiert und wo man hinschaut, sieht man Labels. Dior, Chanel, Guerlain, Yves Saint Laurent, Estée Lauder. Ohne Logo kommen sie alle nicht aus. Deswegen macht uns ein Lidschatten oder ein Puder noch nicht hübscher, aber wir fühlen uns besser. Wer ein schillerndes Luxus-Döschen aus der Handtasche zieht und sich die Nase pudert, hält ein kleines Juwel in der Hand, ein Stück greifbaren, erschwinglichen Luxus. Ein Chanel-Kostüm kann sich nicht jede Frau leisten, Make-up dagegen schon! Nun ist es zwar eine Frage des Geschmacks, ob man sich dem Label-Wahn anschließen möchte oder nicht. Aber Tatsache bleibt, dass die neuen Trendfarben für das kommende Frühjahr nicht nur neiderregend schön verarbeitet sind, sondern tatsächlich auch einiges können. Hier die drei Highlights, für die es sich lohnt, etwas tiefer in die Tasche zu greifen:

Chanel – „Les Impressions de Chanel“
ChanelPeter Philips, „Directeur International de la Création Macquillage“ im Hause Chanel entdeckte beim Stöbern in Mademoiselle Chanels Unterlagen einen Handabdruck der großen Designerin höchstpersönlich – ein Stück leicht vergilbtes Papier, darauf Cocos Hand in schwarzer Tinte. Diese kostbare Momentaufnahme der 1971 verstorbenen Grande Dame inspirierte ihn zu einer Make-up-Kollektion in zartem Beige, Braun und Khaki. Das ist eine nette Geschichte, die ganz zufällig (?) auch zum aktuellen Make-up-Trend passt: Teint, Lippen und Augen kommen bei den meisten Beauty-Firmen 2010 ganz natürlich in Erdtönen zur Geltung, passend zur aktuellen Mode, die auf Landlook und Erdtöne setzt. Star-Produkt bei Chanel ist das wunderschöne „Empreinte de Chanel“ (auf Deutsch: Der Abdruck von Chanel). Ein seidiger Puder mit beigem Perlmutt-Effekt, der dem Teint ein leicht schimmerndes Finish verleiht. Wie Coco Chanels Handabdruck auf dem gelblichen Papier prangt stolz ein riesiges Gold-Logo auf einem kunstvollen Camaieu aus Beige-, Rosenholz- und Brauntönen. Den Puder einfach mit einem großen Pinsel auf Wangen und Lider auftragen – als Highlighter – oder über das ganze Gesicht stäuben, damit der Teint strahlt. Der Effekt ist tatsächlich hinreißend schön, über die Notwendigkeit des XXL-Logos könnte man streiten. Aber Trend ist nun mal Trend.
(Erhältlich ab Januar 2010)

Dior – „Dentelle“
DiorSpitze ist der unangefochtene Star unter den Mode-Accessoires in der nächsten Saison. Schon Christian Dior liebte das aufwändige Material für seine Abendroben, John Galliano führt diese Tradition heute fort. Die dazu passende Make-up-Kollektion dreht sich daher konsequenterweise ebenfalls um das Thema Spitze (auf Französisch: dentelle), im Charme und Stil der 20’er-Jahre. Natürlich liegt das Augenmerk auch hier auf erdigen Nuancen, die einen ganz natürlichen Effekt erzielen. „Wer sich übermäßig schminkt, sieht unmodisch aus“ sagte Dior schon 1952. Dieser Satz hat heute wieder mehr Bedeutung als in den letzten Jahren. Star-Produkt des Looks ist das hauchfeine „Poudrier Dentelle“, das sich schimmernd auf den Teint legt wie eine zweite Haut und sie mit den zwei Farbharmonien Beige/Zartrosa oder Beige/Pfirsich leuchten lässt. Und – wer hätte es gedacht – ebenfalls mit übergroßem Schriftzug daherkommt.
(Erhältlich ab Januar 2010)

Yves Saint LaurentYves Saint Laurent – „Paris Passion“
Das französische Nobel-Haus aus der Avenue George Cinq verkauft schon lange erfolgreich Accessoires aus der „Y-Mail“-Kollektion. Herzstück dieser Design-Idee ist die Adresse des Stammhauses, aufgedruckt auf Handtaschen, Schmuck – und nun eben auch auf Make-up. Das Etui des Starproduktes „Y-Mail-Palette Collector Powder“ krönt die Anschrift von YSL (Yves Saint Laurent – 7, Avenue George V – Paris 8eme), also sozusagen die Weiterführung der Logo-Mania. Wieso nur das Monogramm zeigen, wenn man gleich mehrere Zeilen zu einem Logo umarbeiten kann! Den Kompaktpuder selbst ziert – dazu sage ich jetzt einfach nichts mehr – natürlich ein überdimensioniertes YSL-Logo. Der Effekt: (Klar!) Schimmer, allerdings etwas rosiger als bei Dior oder Chanel.
(Erhältlich ab Februar 2010)

Nun ist es zwar wie gesagt zur Diskussion offen, ob man Wert legt auf XXL-Logos oder nicht, aber wenn ihr nächstes Frühjahr „in“ sein wollt, solltet ihr euch doch das ein oder andere Item zulegen. Und wenn es nicht zum Dior-Abendkleid reicht, legt eben eine dünne Schicht eines dieser drei Puder auf. Ihr werdet euch wahrscheinlich seeehr mondän fühlen und viele Komplimente ernten, egal was für ein Kleid ihr tragt. Denn das ist der wahre Trend 2010: Mixet Billiges (aber Gutes!) mit ein bisschen wahrem Luxus. Und das kann auch schon ein Puder sein. Und falls Ihr nicht zu den Logo-Verrückten gehört: Das riesen Abzeichen ist nach ein paar Mal Pudern abgenutzt. Was bleibt, ist ein wirklich schöner Trend, nämlich strahlender Teint au naturel. Und schöne Haut wird eben immer „in“ sein!

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Antizyklisch (be)duften oder: Sommer her mit den Hamptons.

Geschrieben in Blüten,Duft,Grünes,Hesperiden am 11.12.2009

Nein – bitte nicht nachfragen. Es liegt nicht an den Hormonen und ich bin auch nicht verliebt, aber es stellt sich bei mir sommers wie winters in schöner Regelmäßigkeit immer der Wunsch nach dem Konträren ein, nach den Düften, die hübsch in die hinteren Regalreihen gewandert sind für eine Saison, den Düften, die eben eigentlich zur anderen Jahreshälfte passen.

Kennt Ihr das auch? Nun, mir gelüstet es auf jeden Fall dieser Tage nach – Urlaub, nach Blüten, nach der Leichtigkeit des Seins und überhaupt. Ergo ist auch das Düftlein, das mir in die Hände gefallen ist, ein antizyklischer Kandidat, der aber bestens meine momentane Laune zu kleiden vermag.

Von Hampton Sun Privet Bloom ist die Rede. „Smart serious sunbathing” ist deren Credo – die Firma ist bekannt für gehobene Sonnenschutz- und Hautpflegeprodukte. Gegründet wurde sie von Grant Wilfley und Salvatore Piazzolla, die mitten in New Yorks Manhattan und, dreimal dürft ihr raten wo – natürlich in den Hamptons residieren, diesem schönen Stückchen Erde am östlichen Ende der Insel Long Island.

Die Hamptons sind es auch, denen der erste Duft der Linie gewidmet sind. An dieser Stelle darf man bereits aufhorchen und mutmaßen: Es muß dort zwar wahnsinnig schön sein – ich hatte leider noch nie das Vergnügen – aber tropische Gefilde sind die Hamptons ja nun nicht, insofern könnte mit Privet Bloom trotz aller Verquickung mit Sonne(nschutz) vielleicht kein tropischer Fruchtcocktail zustande gekommen sein? Ganz genau. Und das gefällt mir persönlich auch sehr gut.

Namenspate für Privet Bloom waren die in den Hamptons üblichen Ligustersträuche bzw. -hecken. Der Duft hat darüber hinaus folgende Ingredienzen: Kopfnote: Maiglöckchen, Verbena, Jasmin; Herznote: Hyazinthe, Dune-Rose; Basisnote: Moschus, Seegras, Pflaume.

williamglackens-bathingatbellportlongislandPrivet Bloom ist entgegen aller Annahmen eben nicht der typische Duft, den man von einem Hersteller derartiger Produkte erwarten würde: Er riecht weder nach Sonnencreme und/oder greift diese Motivik auf, er ist weder aquatisch oder ozonisch noch fruchtig und schon gar nicht tropisch. Ganz im Gegenteil: Privet Bloom ist ein grün-floraler Duft, gleichbleibend blattgrün im Duftverlauf, zitrisch im Auftakt und floral im Herzen. Maiglöckchen und vor allem Hyazinthe zeigen sich sehr präsent, dadurch ist der Duft durchgängig kühler Natur. Einzelne Facetten derselben wirken fast metallisch – wer sich mit den beiden Blüten schwertut wird vermutlich kein Fan des Duftes werden.

Alle anderen erwartet allerdings ein eleganter floral-frischer Grüner, ein schöner Begleiter für das Frühling-/Sommer-Halbjahr oder auch wie für mich momentan ein Vertreiber der düsteren Jahreszeit.

Mich persönlich erinnert Privet Bloom in Ermangelung eines dementsprechenden Hampton-Eindrucks an einen Spaziergang nahe bewachsener Dünen, vielleicht in Irland, vielleicht in Holland… Das für Euch zum Duft ausgesuchte Bild zumindest ist näher an den Hamptons dran: Es ist von William Glackens und heißt Bathing at Bellport, ein kleines Städtchen auf Long Island, kurz vor den Hamptons in Suffolk gelegen.

Einen schönen Tag wünscht Euch Eure

Ulrike – urlaubssehnsüchtig und winterüberdrüssig (obgleich dieser noch nicht mal angefangen hat hier im Süden der Republik…)

P.S.: Im Rahmen unserer freitäglichen Probenversendeauktion: Wenn Ihr eines unserer fünf Gratisprobenpakete gewinnen wollt, schickt uns bis Sonntag Nacht eine Mail mit Eurer Adresse und dem Stichwort Privet Bloom an info@ausliebezumduft.de – viel Glück!

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Die Macht des Duftes – ein Gedankenspiel (2)
Parfums d’Orsay – Etiquette Bleu
Antizyklisch…


Klassiker reloaded.

Geschrieben in Duft,Hesperiden am 10.12.2009

Im Kino stolpert man ja ständig darüber: Neuverfilmungen, sogenannte Remakes. Mal sind sie besser, mal schlechter, mal genuin neu, mal innovativ aber auch bisweilen schlicht überflüssig. In letzterem Falle plädiert und rekurriert man dann auf die Originale – unabhängig von deren Alter. Denn: Echte Klassiker tragen kein Verfallsdatum.

Das ist im Parfumbereich nicht anders. Etliche Düfte erfreuen sich noch Jahr(zehnt)e nach ihrer Lancierung einer breiten Fangemeinde. So gehört Chanels No. 5 nach wie vor zu den meistgekauftesten Düften, Lubin als eines der ältesten Parfumhäuser Frankreichs wurde dankenswerter Weise aufgekauft und produziert etliche seiner Bestseller wieder, bei Caron sind die Klassiker des Hauses als sogenannte Urnendüfte nach wie vor in Paris und New York erhältlich, bei Creed kann man sich heute die Düfte diverser Könige kaufen, die für jene vor Jahren exklusiv geschaffen wurden und Acqua di Parmas Cologne ist nach wie vor noch ein Kassenschlager – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen…

Einige der Düfte wurden behutsam reformuliert – was nicht immer einer Verschlimmbesserung des Duftes gleichkommt. Momentan ist sie nämlich in aller Munde: Die Reformulierung diverser Düfte aufgrund der EU-Normen, die nicht mehr jeden Inhaltsstoff erlauben und etliche Ingredienzen aus Düften zu verbannen drohen. Dies versetzt natürlich jeden Duftliebhaber in Rage – sieht er doch seine Klassiker gefährdet – zum Teil mit Recht. Nicht immer allerdings ist eine Reformulierung zum Nachteil des Duftes: Betrachtet man z.B. Tilleul von Parfums d’Orsay, der behutsam von Olivia Giacobetti überarbeitet wurde und meines Erachtens nach mehr Charme hat als sein Vorgänger, den ich vor einiger Zeit mal unter der Nase hatte.

Farina CologneViele Düfte allerdings bleiben in ihrer Ur-Rezeptur stetig und konstant unverändert. Einen davon haben wir vor kurzem ins Programm genommen bei Aus Liebe zum Duft: Farinas Cologne, das Ur-Cologne überhaupt. Seit 1709 besteht das von Johann Baptist Farina Haus in Köln, das durch sein Cologne weltberühmt wurde.

Deutsche Colognes? Köln? Das läßt so manchen an 4711 denken, Kölnisch Wasser, gerne mal bei der Großmutter in der Handtasche vorfindlich und mit Sicherheit zumindest in meinem Falle mit dafür verantwortlich, daß ich mich erst sehr spät an die Colognes herangetraut habe, vor allem diejenigen der älteren Häuser wie z.B. Acqua di Parma, Acqua di Biella, Lubin usw. – ein Fehler, wie ich uneingeschränkt einräumen muß.

Im Falle Farinas liegt die Assoziation mit Kölnisch Wasser nur in genau einer Hinsicht auf der Hand: Tatsächlich wurde der Name Farina von der findigen Mülhens-Familie aufgegriffen, die unter diesem Namen ebenfalls ihre Düfte verkaufte, bis sie aufgrund gesetzlicher Schwierigkeiten auf die Hausnummer ihres Firmensitzes, die 4711 auswichen. Das Haus Farina selbst sprach schon immer eine komplett andere Käuferschicht an, war natürlich Hoflieferant verschiedener Königshäuser, belieferte den Adel und „Prominente” wie Goethe – und konnte sich ob der Übermacht der billig hergestellten Düfte nach dem Krieg irgendwann nicht mehr richtig auf dem Markt positionieren und wurde Mitte der 70er von Roger & Gallet geschluckt. Seit 1999 allerdings befindet es sich wieder zu 100% in Familienbesitz und Johann Maria Farina, heutiger Chef und Parfumeur, führt das Unternehmen in mittlerweile 8. Generation und besinnt sich auf dessen Wurzeln: Hochwertige Colognes.

In schöner alter Tradition wird es also nach wie vor hergestellt, das Farina-Cologne, über das bereits bereits 1708 Johann Maria, die Nase des Hauses, an seinen Bruder Johann Baptist schrieb: „Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert, an Bergnarzissen, Orangenblüten kurz nach dem Regen. Er erfrischt mich, stärkt meine Sinne und Phantasie.”

Tatsächlich besitze ich zwar ein uraltes Fläschchen Kölner Juchten, das ich – Flakonsammler würden mich köpfen – tatsächlich angebrochen habe, um den Ur-Duft einmal testen zu können – Farinas Cologne allerdings war mir bisher unbekannt. Das habe ich nun nachgeholt.

Im Auftakt ist Farinas Cologne zitrisch-prickelnd, ich meine Bergamotte und Zitrone feststellen zu können, Bitterorange dürfte auch mit von der Partie sein. Sobald sich das Hesperidenensemble etwas beruhigt hat wird der Duft zunehmend floraler: Neroli tritt zutage, darüber hinaus saubere Noten sowie nicht näher zu identifizierende Kräuter, die allerdings keine allzu krautige Konsistenz an den Tag legen.

Alles in allem war ich ein wenig verwundert, hätte es aber besser wissen sollen: Farinas Cologne ist durchaus zeitgemäß, da sehr gut umgesetzt und – ein gutes Cologne zählt eben auch zu den Klassikern, die niemals aus der Mode geraten. Es ist frisch und zitrisch mit einer Tendenz ins Saubere und schönen Kräuterakzenten, ein ungezwungener und unkomplizierter Immergeher und Überallhinbegleiter der sowohl für Männlein als auch Weiblein geeignet ist, allerdings vermutlich an Männlein im Allgemeinen ein wenig besser zur Geltung kommt.

Wie sieht es mit Euch aus? Kennt Ihr den Duft? Mögt Ihr ihn? Wie sieht es generell mit Colognes bei Euch aus?

Viele Fragen – ich harre der Antworten ;)

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Grossmith die Zweite…


Woll-Lust.

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Reines und Pudriges am 9.12.2009

Acqua di Biella bescherten uns letztes Jahr ihre neue Linie „Le Vie della Lana”, wörtlich übersetzt in etwa „Die Straße der Wolle”, die ihren Auftakt mit Cashmere Twill fand. Nun folgt der zweite Duft – Kid Mohair.

Acqua di Biella Kid MohairBereits bei der Einführung des ersten Duftes war ich neugierig – einerseits, da ich Acqua di Biella sehr schätze (vor allem die Düfte Baraja und Bursch) und zweitens, da ich das Wollthema im olfaktorischen Bereich außerordentlich spannend finde. Jenes ist bei mir äußerst positiv belegt, vermutlich, weil Kaschmirstricker Fissore mit seinen ersten beiden Signaturedüften mir so sehr zusagte.

Nun – Cashmere Twill hat(te) damals bei mir auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Meine „alte” Rezension ist hier nachzulesen. Ich habe mir aber heute nochmals die Mühe gemacht, diesen Eindruck aufzufrischen und trage gerade für Euch parallel sowohl Cashmere Twill als auch Kid Mohair.

Meine Cashmere Twill-Erinnerung bleibt bestehen: Ein sehr schöner, natürlicher Kuschel-Sauber-Duft mit einem kurzen Hesperidenfrischekick im Auftakt und einer fruchtig-säuerlichen, wunderbaren Himbeernote, die sich auf meiner Haut sehr lange hält.

Acqua di Biella Kid MohairAuf Basis der Kenntnis von Cashmere Twill stellt sich natürlich bei mir vorab bereits eine Erwartungshaltung ein: Ich erwarte von Kid Mohair, daß er ebenfalls ein Kuschelkandidat ist, daß er mehr Aura ist als Parfum, daß er mehr Umgebendes als den Träger tragendes ist. Schauen wir mal, ob sich das bestätigt. Zuerst einmal die Ingredienzen: Kopfnote: Mango, Mandarine; Herznote: bulgarische Rose, Osmanthus, rosa Pfeffer; Basisnote: Ambra, Moschus, Patchouli.

Namenspate für Kid Mohair war die gleichnamige Wolle, die von jungen Angora-/Mohairziegen stammt und, wie Kaschmirwolle ebenfalls, der Kategorie der Edelwolle zuzurechnen ist. Chiara Cantono, die das Familienunternehmen Acqua di Biella in vierter Generation leitet, widmete diesen Duft ihrer Großmutter Maria Rivetti, einer Dame mit hoher Sensibilität und enormem Charisma, die Nachfahrin einer der berühmtesten und größten italienischen Wolldynastien des 19. Jahrhunderts war. Inspiriert wurde Kid Mohair allerdings von Audrey Hepburn – jener rehäugigen Hollywoodschönheit der 50er Jahre. Soviel erstmal zum Hintergrund.

Frisch aufgesprüht präsentiert sich sogleich opulent fruchtig süß-reife Mango samt satt-saftiger Mandarine. Jedoch mogelt sich sofort weitere Wärme mit hinein: Auf meiner Haut greift die Basis vor, es drängt sich weich-kuscheliger und leicht ambrierter Moschus ins Bild, der stetig den Duftverlauf begleitet und gegen später an Intensität gewinnt. Osmanthus ist im Herzen wahrnehmbar als – wie so oft – pfirsichähnlicher Akzent, garniert mit einem Hauch frisch-zitroniger Rose.

Acqua di Biella Kid MohairIch persönlich kann die Audrey Hepburn-Assoziation recht gut nachvollziehen und darüber hinaus meine Erwartungshaltung nur bejahen: Kid Mohair ist ein feiner Moschus mit einer sensibel umgesetzten (aber nicht zu unterschätzenden!) Frucht- und Moschussüße: Zart, feminin, anschmiegsam sowie behaglich und – sinnlich. Sinnlich eben aber nicht in der Art, wie es eine Marlene Dietrich vermochte zu sein oder eine Jayne Mansfield, auch nicht sinnlich wie Rita Hayworth. Sondern eben unschuldig-sinnlich wie Audrey.

Mal wieder hatte ich den Eindruck, mich an etwas erinnert zu fühlen – nach längerer Überlegung kam ich endlich darauf: Die Moschusnote in Kid Mohair erinnert mich sehr an das wunderschöne rare Kleinod All that matters von Anamor – den definitiv einzigen Moschusduft, den ich besitze. Für all jene, die Anamor nicht kennen: Ein stiller, leider Moschus, kuschelweich skinnig und reinweiß, zuckrig-süß ohne jegliche Klebetendenz. Darüber hinaus kam mir eine lichte Assoziation mit Parfum pour toi von The Pink Room: Ich finde die beiden Düfte weisen von der Art her eine ferne Ähnlichkeit auf, allerdings ist Parfum pour toi entschlossener, rauchiger, ein bißchen erotischer. Nachdem sich mir aber damals schon beim Testen Audrey gedanklich aufdrängte würde ich sagen: Kid Mohair für tagsüber, Parfum pour toi für abends.

Was meint ihr? Und wie gefällt er Euch?

Liebe Grüße,

Ulrike.

Bildquelle 1 und 2, some rights reserved.

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Antizyklisch…


Frühjahr / Sommer 2010 – Die neuen Looks auf einen Blick

Geschrieben in Allgemein am 8.12.2009

Süßes Landmädchen, elegante Hollywood-Diva oder Knall-Farben und Mustermix – Wir verraten die neuen Trends und wem sie wirklich stehen!

Diesen Herbst stehen die Fashionistas der Welt noch unter der Fuchtel der 80’er Jahre (siehe unser letzter Trend-Report). Ledergürtel, breite Schultern, Leggins. Die Botschaft war klar: alles geht, um der scheinbar nicht enden wollenden Krise optisch die Stirn zu bieten. Gefallen hat das freilich nicht jedem (oder jeder). Doch nun, kurz vor dem Jahreswechsel wird klar – nächstes Jahr geht es entspannter zu. Die Schlagwörter der nächsten Saison lauten „de-stressed“, „au naturel“ und „feminin“. Wo die Frauen 2009 noch Stärke zeigen mussten, dürfen sie nun wieder ihre weiche, zarte Seite entdecken. Auf den Laufstegen gab es daher viele Pastelltöne zu sehen, figurbetonte Abendkleider und niedliche Blumen-Motive. Es wird wieder gekuschelt.
Hier die wichtigsten Trends aus den Mode-Metropolen rund um den Globus:

London:
Luella – die 60’ies sind wieder da!

Luella Bartley begann ihre Karriere als Mode-Journalistin, stieg in den letzten Jahren aber zu einer der angesagtesten Designerinnen Englands auf. Ihr Look für das nächste Frühjahr scheint direkt aus den Sechzigern gebeamt zu sein. Runde Formen mit mädchenhaftem Einschlag. Soll heißen: süße Puffärmelchen statt Monster-Schulterpolster, Pünktchen-Prints, Ballonröcke und Herz-Dekolleté. Der Beauty-Look dazu ist ebenfalls süß, mit übergroßen Schleifen im Haar (überhaupt: Haarreifen aller Art werden wieder modern!) und starkem Lidschatten bis – und das ist der große, kommende Trend – direkt unter die Augenbrauen gezogen. Eyeshadows werden in den kommenden Jahren eh immer wichtiger, bunter, auffälliger und flächiger. Ich bin überzeugt, der nächste große Wow-Effekt wird Lidschatten sein, der sogar bis über (!) die Augenbrauen gemalt wird. Wichtigste Farbe des Sechziger-Revivals: rot und hellblau. Als Handtasche, Handschuh, Pumps und natürlich auf den Augen geschminkt.

Wem steht’s?
Vor allem jungen Frauen … mit ein bisschen Mut zum Experiment. Denn der Look ist durchaus eigenwillig, vielleicht seiner Zeit ein wenig voraus. Aber wer sich traut, wird sicher bewundernde Blicke ernten.


Mailand:
Missoni – New Layering

Okay, Lagen sind normalerweise ein notwendiges Übel des Herbstes. Wenn es kalt wird, trägt man gerne mehrere Schichten übereinander. Aber nächstes Frühjahr darf man ausnahmsweise auch nach Herzenslust Schicht über Schicht anziehen. Hauchfeine Seiden- und Strick-Teilchen versteht sich, wie bei Angela Missoni. Die Farben sind – wie bei den meisten Trends F/S 2010 – eher dezent, in Taupe, hellblau, zartem Grün und Grau. Sie haben aber nur verschiedene Materialien und Muster, die man übereinander drapieren könnte? Macht gar nichts! Layering bedeutet auch, verschiedene Teile übereinander zu stülpen, zu wickeln und zu kombinieren. Das gibt dem Look erst eine gewisse moderne Raffinesse. Animal-Prints gehen mit Strickjacken, Hot Pants zu schwingenden Mänteln, Gold und Silber unter Pudertönen. Mixen Sie drauf los!
Dazu als Kontrast das Gesicht möglichst reduziert schminken, also ein rosé-farbener Lippenstift, ein Hauch Rouge direkt unter den Wangenknochen und beiger Lidschatten. Der Teint darf diese Saison übrigens wieder schimmern, die stark überpuderten Zeiten sind vorbei.

Wem steht’s?
Großstadt-Amazonen mit Faible für das Ungewöhnliche. Kein wirklich lieblicher Look, aber doch feminin. Besonders durch die gewickelten Röcke und Tops kommen die weiblichen Rundungen gut zur Geltung. Überschüssige Pfunde lassen sich andererseits bei diesem Trend kaum kaschieren, schließlich trägt jede einzelne Schicht ein wenig auf.


Paris:
Chanel – der Landlook

Karl Lagerfeld. Mehr muss man zu seiner neuen Kollektion eigentlich nicht sagen. Denn der letzte verbliebene Großmeister der Mode-Szene hat wieder einmal einen neuen Meilenstein mit seiner Schau gesetzt und alle Fans vor Bewunderung mit offenen Mündern staunen lassen. Das Defilee fand in einer Art Scheune statt, zwischen Heuballen und Country-Musikern (Lily Allen sang für die Show). Aber nicht nur die Inszenierung war großartig, sondern auch die vorgeführten Modelle: durchweg sehr süß, mädchenhaft und ländlich, mit deutlichen Dirndl-Anklängen. Klingt ungewöhnlich, sieht aber wirklich umwerfend aus. Zarthelle Pastell-Stoffe oder der klassische Schwarz-Weiß-Mix, High-Heel-Clogs und florale Motive – mal gestickt, mal als fröhliche Prints. Ethnografisch nicht ganz zuzuordnen, eher eine Art globaler Land-chic. Aber mit den Modellen trifft Lagerfeld den Zeitnerv. Von Krise keine Spur, wir wollen es fröhlich, zärtlich, weiblich. Das gilt auch in Sachen Beauty. Zartes Pastell-Make-up mit ganz viel rosigem Rouge (wie nach einem Tag auf dem Land eben) und locker hochgesteckte Haare. So cosy!

Wem steht’s?
Wie auch in den vergangenen Jahren könnte man meinen, dass sich Chanels Mode optisch eher an junge Frauen, fast Mädchen, richtet. Die Röcke sind kurz, die Taille eng und dafür lugen lange Beine unter den ausgestellten Ballonröcken hervor. Der Clou ist aber, dass dieser Look auch erwachsenen Frauen extrem schmeichelt. Schöne Beine immer vorausgesetzt.

Chloé – Reiselust!

Sind wir in unseren Herzen nicht alle Nomaden? Ständig auf der Suche nach neuem, nach dem Abenteuer? So oder so ähnlich könnte man diesen Trend beschreiben, wie man ihn jetzt bei vielen Designern sehen konnte, am Schönsten aber bei Chloé. Eine romantische Mischung aus Safari, Ethno-chic (Ponchos!) und australischem Cowboy. Übergroße Taschen mit sichtbaren Klappen, Ledergürtel in jeder Variante (und Richtung, ob quer oder schräg) und Kaki-Farben vermitteln spontanes Fernweh. Man möchte seinen nostalgischen Übersee-Koffer packen und auf Entdeckungstour gehen nach Ägypten, Afrika oder ins Outback. Dazu (wieder ganz im Sinne des Layerings) trägt die Reisende von Welt XXL-Umhängemäntel aus Kaschmir und abends am Lagerfeuer elegante weiße Chiffon-Kleider. Es dreht sich eben alles um den „nomadischen Spirit“, wie Designerin Hannah MacGibbon es treffend formuliert. Dazu passt der neue, schönste Haartrend für das kommende Frühjahr: natürliche Wellen. Die Haare werden offen getragen, in großzügigen Wellen (wer die nicht von Natur aus hat, hilft mit einem möglichst großen Lockenstab etwas nach). Wichtig: die Haare offen tragen, mit sauberem Mittelscheitel.

Wem steht’s?
Eigentlich jeder Frau. Die alterslosen Klassiker in gedeckten Farben schmeicheln zwar nicht dem Teint, wirken aber so unkompliziert und lässig, dass sie von 20 biss 99 locker tragbar sind und ein Gefühl von Sommerlichkeit vermitteln. Einzige Regel: Bitte treten Sie nie im Partnerlook mit ihrem Mann auf. Tragen beide den Safari-Look, wirkt das albern. Viel cooler: Sie in lässigem Kaki, er in moderatem Business-Look oder in Dsquared-Jeans mit weißem Shirt, fertig.


New York:
Carolina Herrera – Schimmer, Glanz und Gold

Auch in Sachen Abendmode bringt das kommende Frühjahr Neues: es darf wieder geprotzt werden. Ein bisschen wie eine Hommage an Hollywood-Diven aus vergangenen Zeiten hüllt Herrera ihre Models in feinste Seiden- und Jacquard-Stoffe. Vom Dekolleté bis zu den Hüften ein körperbetonter Schnitt und wiegende, schwingende Ausläufer, die bei jedem Schritt rascheln und funkeln – fertig ist ein Traum von Kleid für große Auftritte bei glamourösen Events. Die Farben der Kleider: Gold, Metallic, schimmerndes Orange. Wer sich in so eine Robe hüllt, hat es in Sachen Make-up leicht. Denn erlaubt ist eigentlich alles. Rote Lippen und Smokey Eyes (nicht mehr top-modern, aber immer noch absolut tragbar) oder blasse Lippen und Eyeshadows in funkelnden Gold-Nuancen. Hauptsache effektvoll!

Wem steht’s?
Abgesehen davon, dass Luxus-Kleider generell erwachsenen Frauen besser stehen (sonst sehen Sie aus wie eine russische Milliardärs-Geliebte), ist dieser Trend alterslos. Kürzere Varianten für den Red-Carpet sehen auch an Zwanzigjährigen gut aus, dann aber gerne etwas asymmetrisch. Klassische, bodenlange Schnitte sind toll für Frauen ab Vierzig. Jetzt brauchen Sie nur noch einen Anlass, zu dem man so ein Kleid tragen kann, das fast Auffahr-Unfälle verursachen könnte…

Prouenza Schouler – Simply Cool

Der knalligste Look der Saison: bunt, ausdrucksstark, Mustermix. Diese kleine Reminiszenz an die Achtziger haben wir zum Schluss doch noch. Die Regeln sind ganz einfach: Besorgen Sie sich ein Batik-Top in wilden Farben, gelb-grün zum Beispiel oder blau-schwarz. Natürlich in Neon! Dazu einen schillernden Minirock, eine Jacke um die Hüften knoten und eine schwarze Sonnenbrille aufsetzen. Denn aus New York kommt eine eiskalte, sehr sinnliche Coolness, wie es sie lange nicht gab. Am schönsten setzt diesen Trend (wieder einmal) Prouenza Schouler um, mit hautengen Langarmtops, pfauenähnlichen Feder-Röcken und grafisch-bunten Cloqs. Eine raffinierte Mischung aus abweisender Distanz und provokanter Farbigkeit, die im Resultat doch sehr anziehend wirken kann. Der Beauty-Look dazu? Blasse Lippen, viel und kräftig-dunkles Rouge unter den Wangenknochen (das wirkt cooler als flächige Rosé-Töne) und wieder der allseits präsente Natural-Hair-Trick mit dem Mittelscheitel und den sanften Wellen.

Wem steht’s?
Starken Persönlichkeiten. Der Look sollte halten, was er verspricht. Soll heißen: Kichernde Mädchen, die mit Kolleginnen gerne den Flurfunk in der Kaffeeküche austauschen, sollten die Finger von diesem Trend lassen. Starke Frauen, die gewöhnt sind, den Ton anzugeben, und bereit sind, ihre Sonnebrille 90 Prozent des Tages zu tragen und nur 10 Prozent des Tages zu lächeln, werden umwerfend aussehen.

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Alice im Wunderland 2.0

Geschrieben in Allgemein am 7.12.2009

Neues aus dem Reich der Schönheits-Pillen: Jeden Tag eine stylishe kleine Kapsel – und die Haut soll fester, entspannter und schöner werden. Das Geheimnis? Eine gestresste Alge, ein kluger Kopf und anti-oxidative Power, 500 mal stärker als die von Vitamin E. „Vipurel inner active Beauty“ klingt nach Märchen, funktioniert aber tatsächlich. Ein Erfahrungsbericht…

Alice Trink michAls Reverend Charles Lutwidge Dodgson, alias Lewis Carroll, 1862 auf einem Bootsausflug drei kleinen, gelangweilten Mädchen eine Geschichte erzählte, um sie zu unterhalten, schuf er eines der allerschönsten Kindermärchen überhaupt. Die kleine Alice folgt einem Kaninchen in seinen Bau und stolpert dabei zufällig über den Eingang in eine Wunderwelt. Der Haken: sie ist zu groß für die winzige Tür, die in dieses fremde Land führt. Aber auf einem Tisch findet sie eine Flasche mit der Aufschrift „Trink mich“ und einen Kuchen auf dem „Iss mich“ geschrieben steht. Und natürlich trinkt sie… Der Beginn einer wunderbaren Odyssee. Denn Alice schrumpft prompt und findet schließlich Einlass in die Welt des weißen Kaninchens, wo wundersame Teepartys gefeiert werden und man größer und kleiner wird, je nachdem, was man gerade so isst. Auch wenn böse Zungen immer wieder behaupten, „Alice im Wunderland“ sei das einzige LSD-Märchen der Welt, hat die Erzählung auch knapp 150 Jahre später nichts von ihrer Faszination verloren. Etwas zu essen und in ein Wunderland zu kommen, toll. Wer seine Erinnerung an dieses Abenteuer auffrischen möchte, wird übrigens ab Mai 2010 Gelegenheit dazu bekommen: Fantasy-Regisseur Tim Burton (dem wir Filme wie „Nightmare before Christmas“, „Beetlejuice“ oder „Edward mit den Scherenhänden“ verdanken) bringt die Story als bildgewaltiges Psychedelic-Spektakel mit Johnny Depp als verrückten Hutmacher und Mia Wasikowska als Alice auf die Leinwand (in 3D!).

Zugegeben, nun ist kleiner werden nicht gerade der Traum moderner Großstadt-Alices. Schöner werden dagegen sehr. Aber seien wir ehrlich, Nahrungsergänzungsmittel mit Beauty-Effekt, so genannte „Nutricosmetics“, gibt es schon viele. Gegen Cellulite, Haarausfall und die Auswirkung des Älterwerdens auf die Haut. Als Beauty-Addicted habe ich schon viele getestet, überzeugen konnte mich aber noch nie ein Produkt, weder Tee, noch Saft oder Kapsel. Dann landete vor einigen Wochen „Vipurel“ auf meinem Schreibtisch. Wieder so ein modernes Beauty-Märchen, dachte ich. Schick aufgemacht, zugegeben, das Auge isst ja mit. Es gibt vier verschiedene Varianten zum Start in Deutschland, „Time Control“, „Moisturizing“, „Body Shape“ und „Global Sun Protection“. Und weil ich nun mal ewig neugierig bin, probiere ich es mit der blauen Box für mehr Feuchtigkeit in der Haut. Und drei Packungen später muss ich heute meine Meinung revidieren. Meine Haut fühlt sich tatsächlich entspannter an, hat an Ausstrahlung gewonnen, spannt weniger und (man ist ja auch ein bisschen eitel) gefällt mir im Spiegel. Zumindest letzteres kommt wirklich selten vor. Dabei liegt der Clou der kleinen blauen Kapsel keineswegs in irgendeiner chemischen Rezeptur aus dem Reagenzglas, sondern weit entfernt, in einer wirklich fremden Welt, nämlich auf Hawaii.

„’Iss mich’ stand auf dem Kuchen und Alice sagte sich: Dann ess` ich Dich!“
Eine Geschichte über eine kleine Alge mit erstaunlichen Fähigkeiten

Der Power-Wirkstoff in allen Vipurel-Produkten ist „A.X.10™“, nämlich natürliches Astaxanthin. Kennt keiner, hab ich Recht? Kannte ich vorher auch nicht. Ist aber eine hübsche Geschichte: Auf Hawaii gibt es eine grüne Mikroalge („Haematococcus pluvialis“), die auf Stress ganz erstaunlich reagiert: sie wird rot. Wirklich knallrot. Das passiert zum Beispiel bei massiver Sonneneinstrahlung (was ja auf Hawaii nicht gerade selten sein dürfte?) oder wenn sie zu wenig Nährstoffe bekommt. Dann bildet unsere kleine Alge nämlich das Pigment Astaxanthin. Es wirkt wie ein Schutzschild und gleichzeitig als Kraftquelle. So kann die Alge sogar über Jahre hinweg ohne Nahrung, ohne Wasser, in Hitze oder Kälte problemlos überleben. Was haben wir Menschen nun davon, dass dieser kleine, zähe Überlebenskämpfer sich rot färbt? Nunja, Wissenschaftler haben beobachtet, dass der rote Farbstoff in die Nahrungskette von Wassertieren gelangt, deswegen sind Lachs, Hummer und Co. so rosa. Und kennen Sie ein Tier, das so stark und zäh ist wie der Lachs? Jedes Jahr nimmt er die kraftzehrende Reise auf sich, flussaufwärts gegen den Strom zu schwimmen, um an den Oberläufen der Flüsse seinen Laich abzulegen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es eben jenes Astaxanthin ist, das den Lachsen ihre ungeheure Muskelkraft gibt. Mittlerweile weiß man außerdem, dass dieser Farbstoff (ein Carotinoid) über ganz erstaunliche antioxidative Kraft verfügt: etwa zehnmal so stark wie die von Beta-Carotin und 500 mal stärker als die von Vitamin E. Und genau das kommt jedem zugute, der Vipurel mit A.X.10™ probiert: die Haut wird vor den negativen Einflüssen der UV-Strahlung geschützt, Anzeichen der sonnenbedingten Hautalterung werden minimiert, Widerstandsfähigkeit und Dichte des Teints werden erhöht und die Haut fühlt sich entspannt und geschmeidig an. Und das Ganze in vier Rezepturen, für verschiedene Bedürfnisse:

Moisturizing – Hilft, die Feuchtigkeitsbindung in der Haut zu verbessern
Neben dem Power-Antioxidans der roten Alge enthält die blaue Kapsel Kieselerde, Goldhirseextrakt und Silicium für gesunde Haut, schönes, glänzendes Haar und feste Fingernägel. Nachtkerzenöl spendet Linolensäure, die hilft, unsere Haut weich und geschmeidig zu halten. Coenzym Q10, Biotin (= Vitamin H, das sogenannte „Schönheitsvitamin“) und Panthotensäure unterstützen die natürliche Regeneration des Teints und schenken ihm mehr Ausstrahlung. So fühlt sich beanspruchte und gestresste Haut wieder wohl, kann Feuchtigkeit besser binden und wird im täglichen Kleinkrieg gegen freie Radikale unterstützt.

Time Control – Hilft, feinen Linien und Fältchen entgegenzuwirken
Ein effektiver Wirk-Cocktail aus Radikalenfängern unterstützt unsere kleine rote Alge: Lycopin, Lutein, Beta-Carotin, Granatapfelkernöl und die Vitamine C und E. Der Clou ist die Zusammensetzung dieser verschiedenen Anti-Oxidantien. Denn sie setzen jeweils an anderen stellen im Zellstoffwechsel an und fangen dort freie Radikale ab. So ergibt sich ein ganzes Netzwerk aus Zellschützern. Und das minimiert die Schäden, die bei oxidativem Stress entstehen (durch UV-Strahlung und Umweltgifte).

Body Shape – Für ein strafferes Körper-Hautgefühl
Die grüne Kapsel ist die perfekte Ergänzung zu Anti-Cellulite-Produkten von außen (natürlich immer in Verbindung mit Sport und gesunder Ernährung). Grüner Tee wirkt entschlackend, L-Carnithin kurbelt den Fettstoffwechsel an, Vitamin C macht die Haut weicher und elastischer.

Global Sun Protection – Stärkt die Fähigkeit der Haut, sich vor starker Sonnenstrahlung zu schützen
wie in allen Produkten von Vipurel wirkt auch hier vor allem das anti-oxidative Netzwerk aus A.X.10™ und weiteren Radikalenfänger-Kollegen: Beta-Carotin, Lycopin und Lutein stärken die Abwehrkräfte der Haut gegen UV-Belastung, und fördern eine gleichmäßige Pigmentierung – also eine schönere Bräune. Niacin wirkt zellschützend und Vitamin E unterstützt die Wirkung gegen oxidativen Stress.

Alle Produkte sind als Monatspackung erhältlich, eine Tablette täglich (zu einer Mahlzeit) reicht schon. Wer sich etwas besonders Gutes tun möchte, kann die einzelnen Kapseln aber auch kombinieren. Feuchtigkeit und Figurpflege, Sun Protection und Time Control – jedes Produkt kann mit einem anderen zur maximalen Beauty-Power ergänzt werden. Ich werde auf jeden Fall „Moisturizing“ weiterverwenden und zum Sommer vielleicht noch „Body Shape“ dazuschalten. Und auch wenn es im dunklen Kinosaal vielleicht keiner mitbekommen wird – wenn nächsten Mai Tim Burtons „Alice im Wunderland“ startet, werde ich entspannt den Film genießen, mich in meiner Haut wohlfühlen und der kleinen Alice in Gedanken zustimmen: Iss den Kuchen, iss ihn. Denn man weiß nie, welche tollen Überraschungen auf einen warten, wenn man etwas Neues probiert…

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F wie…


Machen wir die Männerwoche komplett…

Geschrieben in Duft,Grünes am 4.12.2009

…würde ich sagen, wo wir schon die Tage dabei waren… Heute mag ich Euch von einem weiteren, im wahrsten Sinne des Wortes: phantastischen Mann vorschwärmen, von, nomen est omen: Byredos Fantastic Man.

Hier sind meines Erachtens nach die Superlative in jeglicher Hinsicht angebracht: Wie schon erwähnt, Byredo ist für mich einer der großen neuen Würfe am Duftmarkt, deshalb auch in loser Reihenfolge die Byredorezensionen. Jeder der Düfte ist outstanding, für mich gibt es nichts, wovon die Düfte Variationen, Varianten, wie auch immer sein könnten. Innovativ und durchweg exzellent gemacht – hier trifft es wirklich zu.

Ich sprach letzte Woche schon über die Rose Noir, einen meiner Lieblinge aus der Kollektion – im Zusammenhang mit Byredo gibt es allerdings einige Lieblinge, ergo wird Euch das schöne Wörtchen vermutlich noch häufiger diesbezüglich begegnen.

Byredo / Ben Gorham Fantastic ManDie unangefochtene Nummer 1, mein persönlicher Topfavorit aus der Linie ist allerdings Fantastic Man. Der Duft entstand in Kooperation mit Designer Jop von Bennekom und Journalist Gert Jonkers, die dem gleichnamigen schottischen Magazin angehören, welches den hübschen Untertitel „A gentleman’s style magazine” trägt. Herr Byredo beziehungsweise Ben Gorham, Gründer des Labels, steht dem allerdings auch in nichts nach: Der in Kanada und Schweden aufgewachsene Sohn einer indischen Mutter und eines schwedischen Vaters macht selbst auch den Eindruck eines fantastischen Mannes, zumindest auf mich ;)

Nicht nur einen Uniabschluß in Kunst und eine Karriere als vormalig professioneller Basketballspieler weiß er vorzuweisen, er sieht auch noch äußerst vorzeigbar aus und verfügt über eine ganz beeindruckende Sammlung an traditionellen Old-School-Tätowierungen, wie man auf den Fotos sehen kann.

Aber, ich höre schon auf von dem Mann zu schwärmen und mache lieber mit dem Duft weiter: Eine moderne Interpretation des klassischen Colognes soll es sein. Klassische Noten, untypisch umgesetzt.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Anissamen, Kardamom; Herznote: Geranium, Weihrauch, Lavendel; Basisnote: Vetiver, Moos, Patchouli.

Ich habe den Duft jetzt mehrfach gesprüht, sowohl auf der Haut als auch auf dem Teststreifen, und es fällt mir sehr sehr schwer, einen Duftverlauf zu skizzieren, nachzuvollziehen, weil der Duft bereits Augenblicke nach dem Hautkontakt dermaßen mit ebenjener verschmilzt, sich sofort verwebt darstellt, daß es sehr schwierig anmutet, einzelne Bausteine herauszufiltern. Ich werde es trotzdem versuchen.

Byredo / Ben Gorham Fantastic ManAls allererstes rieche ich die zitrisch-herbe Bergamotte, die spritzig-prickelnd den Anfang macht, sich aber bereits nach kürzester Zeit in eine enge Umarmung mit Kardamom und Anis flüchtet. Anis, bei mir immer schwierig, sorgt hier für eine subtile und ganz leicht (!) cremige Süße, die ich, wenn ich es nicht besser wüßte, nicht unbedingt dem Anis zugeordnet hätte, ihn jetzt aber sehr genau riechen kann in einer mir sehr sympathischen, dekonstruktivistischen Variante. Der Kardamom ist hier berückend schön – frisch, transparent, würzig, wunderbar. Ähnlich toll kenne ich Kardamom nur aus sehr wenigen Düften, unter anderem Clive Christians X for Men. Geranium mit dem ihm eigenen zitronig-rosig-hellen Duft sorgt im Herzen des Parfums für Luzidität und Lavendel ist ganz meisterlich im Hintergrund drapiert, wo er seine ebenfalls typische Würze auf ganz unprätentiöse leise Art versprüht. Weihrauch ist als feiner Hauch präsent. Die Basis wird größtenteils von Vetiver und Patchouli getragen. Erster ist weich-rauchig und leicht salzig umgesetzt – ähnlich wie in Chanels wunderschönem Sycomore – und zweiterer ebenfalls in einer sehr verhaltenen Variante vorhanden, seeehr seeehr smooth und gefällig (hier absolut positiv aufzufassen!).

Mein erster Gedanke bei dem Verweis auf eine Neuinterpretation des klassischen Colognes wanderte zu Humiecki & Graef – einem meiner modernen Lieblingslabels. Ihr Eau Radieuse hatte einen ähnlichen Grundgedanken. Und Eau Radieuse ist tatsächlich eine mutige Neuinterpretation eines Colognes: Futuristische Popart würde ich fast sagen, plakativ, abgefahren.

Das ist Fantastic Man absolut ist. Er ist modern, ja. Aber vollkommen harmonisch, in keinster Weise abgedreht oder schwierig, unzugänglich. Er ist einfach zum Niederknien schön. Und mein persönlicher Knaller 2009.

Ich finde ihn – genial. Für mich der Duft, den der Typ Mann tragen kann, zu dem auch Mark Birleys Signature paßt: Ein stylischer Mann, ein bißchen intellektuell, ein bißchen metro, ein bißchen kultiviert-zivilisierte Unangepaßtheit und eine gelungene Mischung aus Moderne und Klassik. Ich halte große Stücke auf Birleys Signature, für mich ein zu Unrecht verkanntes Juwel, daß allerdings einem etwas älteren Mann oft besser zu Gesicht steht. Nun – Byredos Fantastic Man füllt diese Lücke: Dieser Duft ist sehr zeitgemäß, aber alterlos – er steht Männern zwischen 20 und x. Und, bevor ich es vergesse: Natürlich auch Frauen. Liebe Frauen, laßt Euch von dem Namen nicht schrecken: Der Duft ist absolut auch für Euch tragbar, obgleich er sicher auf der Haut des richtigen Mannes göttlich riecht ;)

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Euch,

Eure Ulrike.

P.S.: Nicht vergessen: Heute ist die freitägliche Probenverlosungsaktion: Schreibt uns bis Sonntag Nacht eine Mail an info@ausliebezumduft.de inklusive Eurer Adresse und dem Namen eines weiteren Byredo-Duftes, um eines unserer fünf Probenpakete zu gewinnen.

Hier ist im übrigen ein Video mit Ben Gorham über seine Intention im Hinblick auf Byredo und seine Düfte:

JCTV PRESENTS: Jason Campbell and Ben Gorham of Byredo – Watch more Videos at Vodpod.

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Wochenendüberraschung!


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