Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Pimp my Face! Willkommen in der ALzD-Schminkschule, Teil 2

Geschrieben in Kosmetik, Make-Up am 30.11.2009

Teil 2: Der Concealer

Er ist das vielleicht wichtigste Tool in eurem Make-up-Bag. Ob fürs Büro oder die Party – es gibt einfach immer ein paar kleine Schönheitskorrekturen, die nur ein Concealer hinbekommt. Und am Wochenende gehört er zur Minimal-Ausstattung des guten Aussehens. Ein paar helle Tupfer, transparenten Puder drüber und die Wimpern tuschen – fertig ist der entspannte Freizeit-Teint. Aber egal, zu welchem Anlass ihr ihn tragt, und egal, ob ihr Unreinheiten, Augenschatten oder Fältchen kaschieren möchten – es gibt ein paar wichtige Grundregeln im Umgang  mit diesem Alleskönner. Denn nur in der richtigen Dosis kann der Look ganz natürlich werden und optisch verjüngen

ConcealerConcealer (vom englischen Wort für „verbergen“) haben allerlei Talente. Sie hellen auf, mogeln Augenschatten und Unreinheiten weg, lassen tiefer liegende Partien optisch hervortreten und setzen strahlende Akzente. Pudrige Concealer kann man vor der Foundation auftragen, Produkte mit Schimmer wirken schöner, wenn man sie danach als Highlighter einsetzt. Im Grunde könnt ihr aber ausprobieren, wie ihr es lieber mögt. Eine starre Regel, ob vor oder nach der Foundation, gibt es nicht, denn die Nuancen sollten sich nur so minimal unterscheiden, dass, auch wenn ihr Concealer nach dem Make-up auftragt, es völlig natürlich aussieht.

Concealer gibt es in mehreren Varianten: die beliebteste und am häufigsten angebotene ist die in Stiftform mit Pinselchen oben dran. Auf Knopfdruck oder per Dreh-Mechanismus wird ein bisschen Farbe aus dem Inneren an die Pinselhärchen abgegeben. Der Erfolg dieser Variante gebührt sicher dem legendären „Touche Éclat“ von Yves Saint Laurent. Er wurde von der großartigen Visagistin Terry de Gunzburg entwickelt und ist seitdem einer der ganz großen Verkaufsschlager im Segment der dekorativen Kosmetik (Übrigens: seit Terry YSL verlassen hat, macht sie mit ihrer eigenen Make-up-Linie Furore. Von ihr gibt es auch einen „Touche Veloutée“, sozusagen die Weiterentwicklung ihrer ursprünglichen Idee, noch cremiger in der Textur und etwas pudriger. Den müsste man sich aber aus England mitbringen lassen, da es ihn hierzulande noch nicht gibt).
Die Alternative ist Concealer aus dem Töpfchen. Hier beherrschen allen voran Bobbi Brown und La Prairie den Markt. Dabei handelt es sich um sehr cremige, etwas dickflüssigerere Texturen, die besonders schön decken und gerade um die Augen herum wunderbare Effekte erzielen.
Die dritte Variante sind Mineral-Concealer in Pulverform (z.B. von Artdeco). Man schüttet eine Winz-Menge des Pulvers in den Deckel des Tiegels und nimmt dann mit dem Pinselchen die Farbe auf, um den Teint zu bearbeiten. Generell gilt: je fester die Textur, desto besser die Deckkraft. Und je cremiger, desto leichter lässt sich der Concealer verteilen, setzt sich aber auch schneller in Mimikfältchen ab. Klingt kompliziert? Nein, gar nicht. Alles nur eine Frage des Know-hows. Und das kriegt ihr hier:

Don’t: Pinseln, was das Zeug hält
Do: Einen Zwischenschritt einlegen

Egal, ob Creme-Concealer, Mineral-Puder oder Stiftform – wer einen Klecks Farbe direkt auf den Teint aufbringt, wird meistens Schwierigkeiten mit der Dosierung bekommen. Deswegen nimmt gibt man idealerweise bei jeder Variante erstmal ein bisschen Farbe auf den Handrücken, um dann von dort in kleinen Steps die Partien, die man aufhellen möchte, immer wieder mit Farb-Portionen anzumalen, bis die gewünschte Deckkraft erreicht ist. Der Zwischenschritt über den Handrücken dient also der optimalen Dosierung. Dabei ist es wichtig, die Textur auf dem Teint nicht im eigentlichen Sinne zu verwischen, sondern „einzuklopfen“. Klingt albern, aber wer es einmal probiert, wird den Unterschied sehen.

Don’t: Concealer großflächig auftragen
Do: Nur wenige Areale aufhellen

Augenschatten, Unreinheiten, Fältchen – alles kann kaschiert werden. Der Trick ist aber, nur die Partien mit einem Concealer abzudecken, die nach der Foundation noch nicht makellos aussehen. Dabei ist es natürlich Geschmacksfrage, was ihr als Makel anseht, und was nicht (Bei Fältchen könnte man ja auch streiten).  Das heißt: Sichtbare Pickelchen und dazugehörige Rötungen? Werden mit einem Tupfer Farbe abgedeckt, der dann mit dem Finger eingeklopft wird, bis kein Übergang mehr sichtbar ist. Augenschatten? Werden ebenfalls behandelt, aber Achtung: In den feinen Linien unter dem Auge setzt sich die Farbe im Laufe des Tages gerne ab, so entstehen helle Striche. Das vermeidet man, indem man vor der Farbe eine Portion Augenpflege aufträgt (sollte man ja eh!).  Hier ist es besonders wichtig, dass der Concealer wirklich nur einen Hauch heller ist als Teint und Foundation, sonst entstehen die berühmt-berüchtigten „Eulenaugen“. Wenn man einmal zuviel Farbe erwischt hat, kann man notfalls noch einmal Augencreme darüber tupfen und versuchen, den Überschuss somit zu verteilen. Bei richtig gerötetem Teint, wie ihn sensible und trockene Haut manchmal zeigt, ist ein normaler Concealer allerdings fehl am Platz. Dann sollte man – vor der Foundation – einen Spezial-Korrektor einsetzen, der Rötungen großflächig kaschiert (z.B. „Bleu Glacis“ von Thierry Mugler).

Don’t: Mit einer Farbe alles kaschieren
Do: Ein bisschen tricksen

Es gibt Concealer in vielen verschiedenen Farben, nicht nur, weil jeder Teint anders aussieht, sondern weil Abdecken nicht gleich Abdecken ist. Denn um rote Äderchen zu kaschieren, braucht ihr logischerweise eine andere Farbe als gegen bläuliche Augenschatten.  Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ihr euch zuhause mit einer ganzen Palette verschiedener Concealer bewaffnen müssen. Eine cremig-deckende Textur sollte durchaus reichen. Nur in Notfällen, wenn ihr sehr übermüdet seid oder ein besonders signalrotes Pickelchen wegzaubern möchtet, müsst ihr ein bisschen variieren. Visagisten empfehlen für solche SOS-Aktionen den „Lidschatten-Trick“: Mischt etwas hellgelben Pastell-Eyeshadow in den Concealer, um wirklich sehr dunkle Augenschatten abzudecken. Sichtbare Blutgefäße und leuchtende Pickel verschwinden unter Concealer, der mit einem Hauch grünen Lidschatten gemischt wurde. Aber bitte: vom Lidschatten nur gaaanz, ganz wenig zufügen, gut vermischen und sparsam auftupfen. Wer öfters solche Akutfälle zu behandeln hat, sollte dann übrigens doch in einen zweiten Concealer oder gleich eine Palette investieren (gibt es z.B. bei „the Organic Pharmacy).

Don’t: Sich hinter einer Sonnebrille verstecken
Do: Kleine Makel korrigieren

Was mögt ihr an euch nicht? Eure zu breite oder schiefe Nase? Eure eng zusammenstehenden Augen? Euren zu schmalen Mund oder die hängenden Mundwinkel? Alles kein Problem für den Concealer, auch wenn es nun wirklich extrem darauf ankommt, die Farbe geschickt zu platzieren, aber minimal zu dosieren, sonst sieht das Ergebnis wieder maskenhaft aus. Und wir wollen ja stattdessen einen frischen, natürlichen und jugendlichen Look. So klappt’s: Augen kann man optisch ein wenig auseinander rücken, wenn man den Aufheller in die inneren Augenwinkel aufträgt. Die Nase kann man „begradigen“, indem man mit Concealer eine optimal-gerade Linie auf dem Nasenrücken zieht (sie muss also nicht der natürlichen Form folgen). Ein bisschen Farbe am Nasenbein und um die Nasenflügel zaubert eine filigrane Audrey-Hepburn-Form. Damit der Mund voller wirkt, die Kontur mit Concealer nachziehen und dabei vor allem den Amorbogen (die herzförmige Einkerbung der Oberlippe) betonen. Gegen hängende Mundwinkel einen Tupfer Concealer auf die Fläche um die Winkel und mit einem lippenfarbenen Lipliner eine winzige aufwärts-geschwungene Linie darübermalen. So wirkt ihr jugendlich und freundlicher.

Don’t: Den Concealer zu schnell wieder ins Beauty-Case packen
Do: All seine Talente nutzen

Zum Schluss noch zwei clevere Tricks, die ihr einmal ausprobieren solltet. Erstens kann der Concealer nämlich nicht nur Augenschatten aufhellen, sondern auch auf dem oberen Lid zum Einsatz kommen. Denn dort schimmern fast immer gerötete Äderchen durch die Haut, die dann die Farbe eines pastell-hellen Eyeshadows verändern können. Tragt deswegen vor dem Lidschatten ruhig einen Hauch Concealer als Basis auf. Zweitens könnt ihr mit Hilfe des Concealers eure Augenbrauen schöner zupfen! Um nicht zu viel wegzuzupfen, einfach mit einer Portion Farbe die gewünschte Form vorzeichnen (ja, auf die Augenbrauen drauf!) und nur jenseits dieser Linie alle Härchen entfernen. Voilá!

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Sexbomb…

Geschrieben in Blüten, Duft, Gewürziges, Solifloral am 27.11.2009

Jaaaaaaaa…. Dieses Ja bezieht sich darauf, daß mir gerade einmal wieder klar geworden ist, was für einen enormen Vorteil das Bloggen gegenüber dem Schreiben von Pressetexten usw. hat: Ganz abgesehen davon, daß ich hier den Kontakt und die Kommunikation mit Euch, also meinen Lesern pflegen kann, über Düfte schnacken kann, Feedback bekomme etc. – was mir wahnsinnig viel Spaß macht…. ich kann hier auch – subjektiv sein.

Eigentlich denke ich sogar, daß genau das von mir erwartet wird und ich möchte das Blog auch so gestalten: Wir Schreiberlinge hier präsentieren Euch Lesern subjektive Eindrücke von Düften. Die stimmen dann vielleicht nicht immer mit Euren Eindrücken der Düfte überein, sind aber dennoch informativer als von Superlativen gespickte Beschreibungen, die letztendlich gar keine Aussage über den Duft an sich treffen. Und – im Besten falle habt Ihr auch Spaß an dem, was wir hier fabrizieren.

Insofern möchte ich Euch gleich mal in diesem Sinne vorwarnen: Ich werde Euch heute eine eindeutig und durch und durch subjektive Duftbeschreibung vorsetzen, die man mitnichten so empfinden muß, aber durchaus so empfinden kann, meine ich. Und ich freue mich wahnsinnig, daß ich es hier endlich mal schreiben kann, da die Beschreibung im Shop möglicherweise nicht richtig aufgehoben wäre… Da wir hier aber unter uns sind…

… kann ich es ja sagen bzw. schreiben. Und zwar dreht es sich um die Rose Poivrée von The Different Company, eine meiner Lieblingsrosen, die ich trotz allem relativ selten trage. Warum? Dazu komme ich später…
Zuerst einmal die Ingredienzen: Damaszener Rose, Pfeffer, Zibet, Vetiver, Koriander.

Bereits mit dem ersten Sprühen offenbart sich herbwürziger Koriander, der allerdings sogleich in den Hintergrund rückt zugunsten der Hauptprotagonisten: Die wunderbare Damaszener Rose, hier tiefrot und modern, im Zusammenspiel mit Pfeffer, schwarzem Pfeffer. Nach kurzer Zeit wird das Ganze zu einer Ménage à trois, denn Zibet kommt hinzu und beschert dem Duft etwas – ja, Verruchtes, auf Dauer ergänzt durch fein-bittere grüne und leicht rauchige Vetiverakzente.

Gerade habe ich ihn bereits angesprochen mit dem Verruchten: Den Punkt, auf den ich hinaus will. Rose Poivrée ist – sexy. Nicht erotisch im eigentlichen Sinne, erotisch wäre – zu wenig. Rose Poivrée ist direkter, wenn auch immer noch bis zu einem bestimmten Grade subtil, aber wesentlich wagemutiger, tollkühn könnte man fast sagen… Behält man immer im Hinterkopf, daß dieser Duft von Jean Claude Ellena gemacht wurde, dem Meister der Transparenz, des Ätherischen, wirkt er umso erstaunlicher. Rose Poivrée ist eine Femme Fatale, könnte aber auch genauso gut für das männliche Pendant stehen, eine Verführerin, kühl und leidenschaftlich, schön und erschreckend zugleich.

Kurz und knapp: Rose Poivrée ist Sex in a bottle. Oder vielmehr die Reminiszenz an eine vergangene Nacht, gleich einem zerwühlten Bett, was mich sofort an Tracey Emins’ kontrovers diskutiertes Kunstwerk „My Bed” erinnerte, das für den renommierten englischen Turner-Prize nominiert wurde.

TDC Rose Poivrée

An dieser Stelle interessiert mich brennend: Ist mein Eindruck wirklich so subjektiv? Wie empfindet Ihr die wunderschöne Rose Poivrée?

Her mit Euren Assoziationen ;)

Da heute Freitag ist, ist wieder Probenaktion: Wer eines unserer fünf Probenpakete gewinnen will, schreibe uns bitte eine E-Mail mitsamt seiner Adresse und nennt einen weiteren The Different Company-Duft. In Zukunft machen wir es ein wenig anders: Die Aktion läuft bis Sonntag, 24 Uhr und wir ziehen montags aus den Anschriften nach dem Zufallsprinzip die Gewinner. Viel Glück :)

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

P.S.: Die Gewinner der Probenpakete waren letzte Woche: Margot H., Christiane H., Renate B., Manuel K., Andrea S. – Viel Spaß damit!

Bildquelle Tate Britain

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Where the wild roses grow…

Geschrieben in Aquatisches, Blüten, Duft, Solifloral am 26.11.2009

Nach der Secret de Rose-Rezension von gestern ist auch heute die Rose wieder zentrales Moment: Wie letzte Woche versprochen rezensiere ich in loser Abfolge einen Großteil der Byredo-Düfte, deren Kollektion meine Aufmerksamkeit und Anerkennung in letzter Zeit in ganz besonderem Maße auf sich zog. Beginnen möchte ich mit der Rose Noir.

Hier haben wir sie also wieder, die schwarze Rose als Motiv. Byredo selbst beschreiben sie als das klassische Symbol der Liebe und Hingabe, welches mit Rose Noir ein „Update” erfährt: Eine traditionell in der Parfumherstellung verwendete Rose, die berühmte Damaszener Rose, ist in Rose Noir zeitgemäß und durch die „Verdunklung” ihres Charakters eindrucksvoll(er) umgesetzt.

Rose und Finsternis, dunkle Rosen – jaja, ich weiß ganz genau, welche Assoziationen diese Beschreibungen bei einigen von Euch wecken: Eine düstere Gewürzrose, vielleicht auch, dem Zeitgeist geschuldet, mit ein bißchen Oud verziert… Da gibt es ja schon einiges, angefangen bei Czech & Speakes legendärer Dark Rose, lange vergriffen und mittlerweile reformuliert wieder erhältlich, die Rosenriege von Montale oder auch Eau d’Italies Paestum Rose.

Hermès Rose IkebanaRosen und ich, das ist, nebenbei bemerkt, keine einfache Liebesgeschichte. Es war mit uns die Liebe auf den zweiten, vielleicht auch eher auf den fünften Blick. Lange Jahre fand ich Rosen lediglich im Freien und in der Vase schön, vor allem im Sommer, kaufe ich doch jedes Jahr zwischen April und September wöchentlich handgezogene Rosen bei einem alten, Knickerbocker-tragenden Herrn auf dem Markt – auch eine ganz spezielle Geschichte, die aber jetzt nicht hierher gehört. Nun – irgendwann hat es wohl „Klick” gemacht und die olfaktorischen Rosen hielten ebenfalls Einzug bei mir. Etliche Dunkelrosen, von denen es wahrlich schöne Exemplare gibt, genauso wie einige frische Düfte wie zum Beispiel die Rose Ikebana von Hermès aus der Hermessence-Kollektion, die mich mit ihren Rhabarbernoten immer an die Idylle eines Carl-Larsson-Gemäldes erinnert: Spätsommer, Familie, Felder, Schweden, bald Erntedank – fragt mich nicht, wieso…

Aber – ich schweife ab. Mein Thema war die schwarze Rose von Byredo. Deshalb zuerst deren Ingredienzen: Kopfnote: Grapefruit, Freesie; Herznote: Damaszener Rose, Basisnote: Zibet, Moos, Moschus.

In den ersten Augenblicken präsentiert sich Rose Noir zitrisch frisch und herb, wird jedoch alsbald von fruchtigen Akzenten ergänzt. Hat sich der Auftakt ein wenig gelegt, tritt schon die Rose ins Bild, jedoch noch nicht ansatzweise dunkel, sondern viel eher aquatisch-floral. Die Kopfnote gibt der Rose eine wässrig-florale Färbung, die den Duft hell und luzide erscheinen läßt. Das wahrhaft faszinierende ist, daß der Duft während seines Verlaufs eine echte Metamorphose durchläuft, bei der er den Träger immer zugegen sein läßt: Ist die Rose Noir am Anfang noch unschuldig, entwickelt sie durch die ins Spiel sich drängenden Basisnoten, Zibet und Moos, eine durchdringende Intensität. Einst annähernd transparent, wird sie – ich präferiere im Gegensatz zu Byredo, die sie als „decadent and dirty” bezeichneten – den Begriff des mmmmh, sündig Werdens? Sie wird dunkler, allerdings niemals düster, und birgt neben animalischen Untertönen auch leichte Chyprenoten.

Byredos Rose Noir ist eine wie keine. Ob man nun bereits einen oder zig Rosendüften sein eigen nennt – einen Test ist sie allemal wert. Sie besitzt die gleiche Originalität wie so gut wie alle Düfte der Kollektion und ich empfinde sie aufgrund ihrer Ambivalenz als sehr beeindruckend. Vielleicht rührt auch daher meine Assoziation, die ich Euch nicht vorenthalten mag: Mich hat Rose Noir, die für mich in weiten Zügen melancholisch anmutet, an das bereits einige Jahre alte, aber virtuose Duett von Nick Cave und Kylie Minogue erinnert – „Where the wild roses grow”.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Im Namen der Rosen – Secrets de Rose von Parfums de Rosine.

Diese Woche steht alles im Namen der Rose. Eine kleine Mottowoche drängte sich mir auf. Einerseits natürlich, weil wir bei AusLiebezumDuft Parfum de Rosines neuesten Streich Secrets de Rose von Parfums de Rosine neu in den Verkauf genommen haben und ganz stolz berichten können, daß er die nächsten drei Monate deutschlandweit exklusiv bei uns zu kaufen ist. Und andererseits, da ich letzte Woche bereits versprach, Byredo ausführlicher zu rezensieren, deren Rose Noir einer meiner Lieblinge der Kollektion ist und somit den Anfang macht, morgen.

Deshalb beginnen wir erstmal mit Rosines neuem Geheimnis… Kennt man die Düfte restlichen Düfte Rosines, wird einen diese aus dem Verborgenen kommende geheimnisvolle Schöne sicher etwas überraschen: Sind doch die meisten Düfte eher hellerer Natur, transparenter, solifloraler.

Die Hauptrolle spielt in Secrets de Rose ebenfalls unzweifelhaft die Rose, die er nicht nur im Namen trägt und die ganz selbstverständlich auch Inspiration war: Die schwarze Rose stand Pate, eine Phantasie-Variante der Rose, die zu züchten bis heute nur annähernd gelungen ist. Existieren viele dunklere Rosentypen, eine ganz schwarze gibt es von Natur aus noch nicht…

Die Ingredienzen: Kopfnote: Pflaume, Lakritze, Rose, Orange, Safran; Herznote: Magnolie, Ylang-Ylang, Rose, Jasmin, Kumin; Basisnote: Sandelholz, Eichenmoos, Ambra, Labdanum, Moschus.

Mit Secrets de Rose erwartet uns ein Dunkelröschen, wie die Assoziation schon vermuten läßt. Allerdings handelt es sich hier keinesfalls um eine Düsterrose, ganz im Gegenteil: Der Auftakt ist honiglich-süß und, ja, lakritzig – deutlich wahrzunehmen. Pflaume bahnt sich den Weg und ergänzt die langsam sich entfaltende Rose vorzüglich. Das Herz gestaltet sich immer noch pflaumig-rosig, ergänzt durch florale Akzente, während die ambrierte Basis mitsamt ihren Harzen und Hölzern dem Duft Tiefe und Wärme verleiht.

Parfums de Rosine - Secrets de RoseSecrets de Rose ist eine gelungene, weibliche und elegante Rose mit einer sehr sinnlichen Austrahlung. Das gleicht jetzt exakt dem Vokabular jeglicher Parfumbeschreibungen, allerdings trifft es in diesem Falle definitiv zu und ich wüßte kaum, wie ich es anders ausdrücken wollen würde oder könnte. Secrets de Rose ist zeitgemäß, ergo mitnichten jenen madamigen Rosendüften ähnelnd, zu denen aber ohnehin Rosines Rosen nicht zu rechnen sind. Trotz allem ist Secrets de Rose sicherlich eine der moderneren Rosen der Linie sowie einer der ausgefalleneren Düfte der Kollektion.

Mitunter hat mich die Pflaume, der ich in Düften (und ehrlicherweise auch auf dem Teller) besonders zugetan bin, an Kurkdjians Isvaraya für Indult erinnert. Allerdings fehlt Secrets de Rose diese durchdringende Patchoulinote, die mich immer daran hinderte, mich Hals über Kopf in Isvaraya zu verlieben. Insofern – vielleicht eine Chance für mich, bin ich doch eigentlich ganz vernarrt in derlei dunkelfruchtig-gewürzige Opulenz, wie sie sich in Secrets de Rose präsentiert.

Ich bin sehr gespannt, was Ihr von dem Duft haltet! Lasst Ihr es mich wissen?

Einen schönen Tag Euch und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle und -rechte

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Pimp my Face! Willkommen in der ALzD-Schminkschule, Teil 1

Geschrieben in Kosmetik, Make-Up am 24.11.2009

Natürlicher Teint – das vielleicht schönste Make-up der Welt.

Teil 1: Basic Instinct – die Foundation

Makeup, Quelle: http://www.beautips.infoNatürlich gibt es Frauen, die kein Make-up mögen, sich ohne einfach wohler fühlen (laut Studien schminken sich elf Prozent der deutschen Frauen nie. Auch wenn ich ganz persönlich raten würde, wenigstens einen Hauch Concealer zu benutzen). Dann wiederum gibt es Frauen, die Make-up lieben – in jeder Menge und Farbe, notfalls bis zur Maske zugekleistert. Die Wahrheit liegt sicher irgendwo dazwischen:
Experten nennen das: einen „Teint schminken“. Also ein perfektes Finish ohne überschüssigen Glanz, ohne sichtbare Unreinheiten, aber eben ganz natürlich ohne sichtbaren Puder ¬– fast so, als wäre man ungeschminkt. Der Clou dieses natürlichen Looks: Ihr wirkt jünger! Aber keine Sorge, für diesen Trick braucht es keineswegs einen Visagisten oder ein Riesen-Equipment, als hätte man eine Parfümerie überfallen. Ihr müsst nur die Tipps und Kniffe der Profis kennen, dann gelingt euch ganz schnell ein wunderbar natürliches Make-up (das optisch locker ein paar Jährchen wegmogeln kann). Bei uns findet ihr alles, was ihr dazu wissen müsst rund um Puder, Lidschatten, Rouge und Lippenstift. Auf die Farben, fertig, Los:

Bevor ihr loslegt: Der „Primer“ (oder die „Base“)
Kennt ihr das? Ihr steht morgens lange vor dem Spiegel (eigentlich viel zu lange), bis euer Make-up perfekt aussieht. Dann steiget ihr ein paar Stunden später in einen Aufzug oder blickt zufällig im Vorbeigehen in einen Spiegel und seid erschrocken, wie müde, fleckig oder fettig euer Teint aussieht… Dann seid ihr die ideale Kandidatin für eine Base. Denn dieser clevere Helfer kommt vor der Foundation auf die Haut und wirkt dort wie ein kleiner Make-up-Booster: Die Foundation lässt sich auf ihr nämlich viel leichter und gleichmäßiger verteilen, außerdem sorgt die Base dafür, dass die Farbe den ganzen Tag hält, also eben nicht fleckig wird. Denn leider verändert sich Make-up im Laufe des Tages durch Schwitzen, Mimik und äußere Einflüsse – sogar die Nuance der Farbe kann sich ändern. Davor schützt eine Base als Bindeglied zwischen Pflege und Foundation. Gleichzeitig wird das Hautbild perfektioniert: Der Teint wird geglättet, vergrößerte Poren und feine Fältchen verschwinden (naja, fast) und die Haftfähigkeit der Foundation-Pigmente erhöht sich. Mittlerweile gibt es solche Primer für jeden Hauttyp und alle Bedürfnisse: Mit Lichstschutzfaktor (Achtung: meistens enthalten Primer nur UVA-Schutz! Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, trägt vor der Base trotzdem einen richtigen Sonnenschutz auf!), stark mattierend für fettige Haut (z.B. von L’Oreál, die „Studio Secrets Mattierende Basis Anti-Glanz“) oder mit Pflege-Bonus ( z.B. „Base Lumiére“ von Chanel, die nicht nur Hautunebenheiten kaschiert, sondern auch vor schädlichen Umweltstoffen schützt und den Feuchtigkeitshaushalt des Teints mit Meeres-Extrakt stabilisiert). Die einzige Grundregel, die es bei der Verwendung einer Base zu beachten gibt: sie muss vor dem nächsten Schritt gründlich eingezogen sein. Sonst wird das Resultat wieder fleckig und ungleichmäßig. Also lieber zwischendurch eine Tasse Kaffee trinken und mental nochmal entspannen, bevor der Tag so richtig startet…

Foundation, Quelle: http://www.greenmystyle.comAber jetzt: All you need is …
Der englische Begriff „Foundation“ bedeutet nichts anderes als „Grundierung“. Wenn ihr Farbton stimmt, sie richtig aufgetragen wurde und ihre Textur zum Teint passt, kann das Gesicht strahlen. Ob eine Puder-Foundation oder eine flüssige, ist eigentlich eine Geschmacks- und Hauttyp-Frage. Fettige Haut wird durch kompakte Puder-Foundations perfekt mattiert, wer Fältchen oder Unregelmäßigkeiten kaschieren möchte, greift zu mittelstark deckenden, flüssigen Make-ups. Reife Haut ist meistens auch trockener, deswegen gibt es speziell für sie leichte Creme-Texturen mit Anti-Age-Wirkstoffen und einer Extra-Portion Feuchtigkeit. Die wichtigsten Do’s und Dont’s im Umgang mit Foundation:

Don’t: Auf den Tipp einer Freundin hören
Do: Farbe und Textur müssen zu euch passen!
Klar, Freundinnen sind immer die besten Beauty-Ratgeber. Aber nur weil eine Frau mit einer Foundation hoch zufrieden ist, muss sie noch lange nicht zu euren Bedürfnissen passen, schließlich habt Ihr garantiert eine ganz andere Haut. Also nehmt euch die Zeit und lasst euch in einer Parfümerie umfassend beraten. Man liest immer wieder den Tipp, die Farbe im Geschäft an Hals oder Kinn auszuprobieren. Das ist zwar an sich richtig, denn die Farbe am Handrücken zu testen macht keinen Sinn, weil die Pigmentierung der Haut dort eine völlig andere ist als im Gesicht. Aber wer möchte sich schon im Laden eine Portion Farbe an den Hals kleckern? Noch dazu ist es so oder so für einen Laien schwierig, die perfekte Nuance zu erwischen. Deswegen macht es viel mehr Sinn, sich beim Einkauf von einem Visagisten beraten zu lassen. Diese Profis können euch den exakt passenden Ton aussuchen, viel besser, als es die meisten von uns selbst könnten. Die Regel für die Farbwahl: Die Foundation sollte mit dem Ton eures Teints übereinstimmen, also mit der Haut „verschmelzen“. Zu dunkel oder zu hell wirkt unnatürlich und maskenhaft. Deswegen ist es auch so wichtig, im Sommer eine andere Farbe zu tragen, als im Winter. Denn die Farbe der Haut ändert sich ja auch im Lauf der Jahreszeiten. Eine ähnliche Regel gilt für abends, denn in gedimmtem Licht (Kerzen & Co.) wirkt jedes Make-up dunkler. Also für besondere Anlässe eher eine Nuance heller wählen und auf jeden Fall sparsam mit Bronze-Puder und Rouge umgehen (aber dazu mehr im späteren Teil unserer Serie).

Don’t: Den Geisha-Look imitieren
Do: Nur einen Klecks auf die wichtigsten Partien
Deckende Foundation auf das ganze Gesicht verteilen? Niemals! Denn dann sieht das Ergebnis unecht und maskenhaft aus. Viel besser klappt es, den Hauch Farbe nur (!) auf Stirn, Nase und die Wangenpartie zu geben und von dort mit den Fingern nach außen hin zu verstreichen. Das reicht völlig, und gleichzeitig vermeiden Sie, dass am Hals und dem Haaransatz sichtbare Make-up-Ränder entstehen… Außerdem lässt zuviel Foundation euch älter aussehen! Also gilt für jugendliche Frische: sparsam dosieren und gut verteilen. Und erschrecket nun nicht, wenn euch im Spiegel kein perfekt mattiertes Gesicht anlächelt. Denn darum geht es bei „Teint schminken“ auch nicht. Die Gesichtshaut soll durchaus einen gewissen Glow behalten, einen natürlichen Glanz. Sonst wirkt es überschminkt und damit älter. Wenn die eigene Haut noch durch die Foundation durchschimmert, wirkt das jugendlich und frisch. Und wer zu wirklich fettigem Teint neigt, also im Laufe des Tages immer mehr glänzt, der braucht trotzdem nicht MEHR Foundation, sondern kann vor dem Make-up erst noch eine hauchdünne Schicht losen Transparent-Puder auf die betroffenen Partien auftupfen. Dann lässt sich die Foundation zwar nicht mehr ganz so wunderbar leicht verteilen, dafür bleiben Stirn, Nase und Wangen aber für ein paar Stunden länger schön matt. Aber nochmal: „Glanz“ und der sogenannte „Glow“ sind wirklich zwei völlig verschiedene Dinge! Glanz entsteht, wenn die Haut zuviel Talg produziert. Das ist Veranlagungssache, aber auch abhängig von äußeren Faktoren. Zum Beispiel regen häufige Peelings die Haut an, mehr Fett zu produzieren, etc.
Glow dagegen ist der zarte Schimmer, den glatte, prall durchfeuchtete, jugendliche Haut hat. Keine Falten Glow, Quelle: http://www.gala.deoder überflüssigen Hautschüppchen, keine trockenen Stellen, die verhindern, dass das Licht reflektiert wird. Übrigens gibt es wunderbare Helferlein, um die betroffenen Stellen einfach „aufzufüllen“, also zu glätten. (Gegen Stirn- und Nasolabialfalten – das sind die von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln – hilft zum Beispiel „Wrinkless“ von Kanebo, vergrößerte Poren kaschiert z.B. der großartige, leicht getönte „Pore Minimizer Instant Perfector“ von Clinique.)

Don’t: Schnell schminken
Do: Die Farbe in die Haut einarbeiten

„Der perfekte Weg ist, ein Schwämmchen zu benutzen“ – „Nein, stimmt doch gar nicht, nur mit den Fingern klappt es wirklich.“ „Ach was, nur ein Profi-Tool wie Pinsel oder Rolle sind optimal.“ … Selbst berühmte Visagisten streiten sich immer wieder darum, wie Foundation nun am Besten in die Haut eingearbeitet wird. Um ehrlich zu sein, wenn mich jemand fragt, rate ich: „Ganz, wie Sie sich wohler fühlen.“ Alle Varianten haben Vor- und Nachteile. Arbeiten mit dem Schwämmchen oder einer Rolle deckt gründlicher, aber eben deswegen wirkt es auch wieder schnell maskenhaft. Wer die Foundation mit den Fingern verstreicht und dann die Handflächen kurz aufdrückt, bringt das Make-up so auf Hauttemperatur und es verschmilzt perfekt. Noch toller: die Finger beim Auftragen seitlich abrollen, so verbinden sich die Pigmente wirklich harmonisch mit der Haut. Probiert einfach aus, wie Ihr besser zurecht kommt. Das A und O in allen Fällen ist aber, dass sich die Farbe am Ende nicht mehr von eurem eigenen Teint abhebt. Die Königsklasse wäre dann übrigens, mit zwei Foundations zu arbeiten: eine hellere und eine dunklere Nuance. Mit zwei Tönen kann man nämlich ganz toll das Gesicht „modellieren“. Also erst den helleren Ton überall auftragen, wo etwas hervorgehoben werden soll, und dann die dunklere Farbe überall dorthin, wo etwas „optisch in den Hintergrund treten soll“. Nochmal zum Mitschreiben: man kann die dunklere Nuance zum Beispiel unter den Wangen einsetzen, um den Wangenknochen zu betonen. Oder bei einer dominanten, hohen Stirn ein bisschen mogeln, indem man die dunklere Farbe an den Seiten bzw. oben Richtung Haaransatz aufträgt. Viele Frauen glauben, so mit Farben zu spielen, wäre eher etwas für Profis, das ist aber Quatsch. Denn im Grunde ist es dieselbe Idee, wie ein Rouge aufzutragen, nur etwas weiterentwickelt. Alles, was man braucht, ist ein bisschen Übung.

Don’t: Make-up mit Glitzerpartikeln verwenden
Do: Zum Schluss den Teint mit einem Schimmer-Highlighter veredeln

Es gibt viele Foundations, die im Kaufhauslicht schon richtig schimmern. Die kann ich aber nur wirklich jungen Mädchen und auch dann nur für den nächtlichen Auftritt in der Disco empfehlen. Die normale, moderne Foundation kommt ganz ohne solchen Firlefanz aus, denn sie enthält Pigmente, die so verkapselt oder geformt sind, dass sie Licht reflektieren. Das reicht, um den Teint strahlen zu lassen. Denn das Problem mit Glitzerpartikeln ist, dass sie erstens nie natürlich aussehen (außer sie heißen „Tinkerbell“ und arbeiten für Peter Pan). Zweitens setzen sie sich gerne in Fältchen oder vergrößerten Poren ab und leuchten sie sozusagen auch noch aus! Dadurch werden sie optisch hervorgehoben.
Wer wirklich etwas Glanz beziehungsweise diesen neiderregenden „Glow“ möchte, den jugendlicher, natürlicher Teint nun mal hat, der muss sich noch ein bisschen gedulden, denn der einzig wirklich schöne und dezente Weg zu schimmernder Haut sind „Highlighter“, und die kommen erst zum Abschluss unserer kleinen Schminkschule…

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Dior Parfums präsentiert eine köstliche „Vintage“-Kollektion

Geschrieben in Allgemein am 23.11.2009

„Der Duft einer Frau verrät mehr über sie als ihre Handschrift“
Christian Dior
Dior Vintage
Dior Parfums präsentiert eine köstliche „Vintage“-Kollektion als Hommage an den französischen Mode-Designer. Fünf Duft-Revisionen von 1953 bis 2001, die sogar bereits überzeugte Dior-Fans noch einmal zu neuer Begeisterung treiben dürften.
Ein kleines exklusives Nischen-Sortiment im sonst so gar nicht nischigen Hause Dior.

Das Leben eines der größten Modeschöpfer aller Zeiten nachzuerzählen, ist schwierig. Wie wird man seinem Talent gerecht, wie vermittelt man die Faszination, die seine Entwürfe auf die Damenwelt seiner Zeit gehabt hatten? Gehen wir es doch chronologisch an und versuchen, dem Genie einen Rahmen zu verleihen:
Christian Dior wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in der Normandie, Frankreich, geboren. Als Sohn eines finanziell gefestigten Elternhauses studierte er auf Wunsch seiner Eltern zunächst Politik in Paris. Es folgte der damals übliche Wehrdienst. Aber als Dior diesen absolviert hatte, war er keineswegs bereit, den trockenen, für eine Künstlerseele viel zu nüchternen Weg in die Politik weiterzugehen. Stattdessen eröffnete er mit einem Freund im Jahre 1928 eine eigene Kunstgalerie. Als das Unternehmen seines Vaters in der Wirtschaftskrise jedoch unterging, war auch Dior gezwungen, sich einen neuen, etwas reelleren Broterwerb zu suchen. Er ging nach Paris, wo er begann, eigene Modeskizzen an die Zeitschrift „Le Figaro Illustré“ zu verkaufen. Schon 1938 begann er, als Designer für das Label „Robert Piguet“ zu arbeiten. Es folgten der Zweite Weltkrieg (er wurde von der französischen Armee eingezogen), dann ein Zwischenstopp als Designer bei „Marc Boussac“ und schließlich die Gründung seines eigenen Labels 1947. Bereits seine erste Kollektion wurde begeistert von Kritikern und Kundinnen angenommen und als „New Look“ gefeiert. Diesen Ausdruck verwendete die damalige Chef-Redakteurin des Harper’s Bazaar, um dem neuen Luxus nach der bis dato vorherrschenden Nachkriegszeit-Schlichtheit gerecht zu werden sowie der völlig neuen Silhouette – nämlich enge Taille, schmale Schultern. Die Büste wurde also zum zentralen Element.
Aber wenn ein Genie schon mal dabei ist, den Markt umzukrempeln: Als erster Big Name der Modebranche kam er auf die Idee, seinen Namen als Lizenz für ein Parfum zu vergeben – so entstand 1947 bereits „Miss Dior“.

Nun, über 60 Jahre später, präsentiert Dior Parfums
„Les Créations de Monsieur Dior“

Seinen ersten Duft „Miss Dior” widmete der Großmeister seiner geliebten Schwester Catherine. Was folgte, muss ich den Parfum-Fans unter uns nicht mehr erklären. Dior Parfums zählen bis heute zu den erfolgreichsten der Welt, für Frauen wie für Männer. Regelmäßig kommen neue Kreationen zum bestehenden Sortiment hinzu, bereits bekannte Düfte werden weiter verfeinert, variiert und intensiviert, wie zuletzt 2009 „Fahrenheit Absolute Intense“ für Männer. Nun ehrt Dior Parfums einige der schönsten Düfte des Designers, hebt sie sozusagen auf ein olfaktorisches Podest und gibt ihnen einen neuen Hauch Eleganz:

1. Eau Fraîche (1953)
Ein frischer Chypre-Duft aus sizilianischer Mandarine, Bitterorange und Patchouli. Dior persönlich liebte den Duft so sehr, dass er ihn fortan selber trug. Damit war er wieder einmal ein absoluter Trendsetter, denn das leichte Eau de Cologne läutete eine Zeitenwende auf dem Markt der Parfums ein: Die Colognes wurden moderner, raffinierter – und letztlich wieder beliebter.

2. Diorissimo Eau de Toilette (1956)
Genau wie „Eau Fraîche“ eine Kreation von Edmond Roudnitska. Er verwendete die Lieblingsblume Diors, das Maiglöckchen, was damals durchaus schwierig war, denn als „stumme“ Blüte lässt sich das Maiglöckchen nicht so ohne weiteres in einem Duft umsetzen. Das Kunststück gelang dem Parfumeur doch, allerdings nicht als reiner Maiglöckchen-Duft, sondern als Bouquet aus holzigen Noten, Jasmin, Moschus und eben Maiglöckchen im Zentrum.
Nur eine Fußnote dieses Textes, aber ein Schlag für die Mode-Welt damals:
Ein Jahr später, 1957, verstarb Christian Dior in Italien unter nie ganz geklärten Umständen…

„Ich bin Parfumeur geworden, damit man nur einen Flakon zu öffnen braucht, um all meine Kleider vor sich zu sehen, und damit alle Frauen, die meine Kleider tragen, eine Aura der Sehnsucht hinterlassen.“
Christian Dior

3. Diorella (1972)
Auch ohne Mr. Dior persönlich wurde die Erfolgsgeschichte der Dior-Parfums weitergeschrieben: Diorella ist eine fröhlich-unbeschwerte Komposition aus Orange, Limone, Geißblatt und Vetiver. Und über allem schwebt eine köstliche Prise Jasmin. Damals wie heute ein zeitloser und doch immer moderner Duft (Ja, das geht!). Vielleicht die schönste Kreation, die Edmond Roudnitska je für Dior Parfums geschaffen hat.

4. Dioressence (1979)
Mit diesem Duft hielt der Orient Einzug in die Welt der Dior-Düfte. Nicht aufdringlich süß, nie zu schwer, sondern in perfekter Harmonie und Balance der Zutaten: Ledrige Akkorde, Ambra, Geranie und ein ganz, ganz leiser Anklang von Vanille. Köstlich und gerade jetzt, da Orient-Düfte wieder so en vogue sind, absolut zeitgemäß.

5. For Ever and Ever Dior (2001)
Der letzte Duft der „Les Créations de Monsieur Dior“-Kollektion sagt im Namen eigentlich schon, was wir uns doch alle wünschen: For Ever and Ever Dior.
Freesie, Jasmin Absolue, Bulgarische Rose und – als Überraschungsgast in dem sonst so unauffällig-dezenten Mix: Weißer Moschus. Das ist Understatement zum Sprühen. Unaufgeregt, unaufdringlich und doch unüberriechbar.

Alle Düfte gibt es ab sofort als edle 100 ml- Flakons im Handel.

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Nachtschicht – Ulrich Langs Nightscape.

Geschrieben in Duft, Holziges, Leder am 20.11.2009

Vor einigen Wochen hatte ich ihn ja bereits angekündigt, „den Neuen” von Ulrich Lang. Nun hatte ich das Vergnügen und möchte Euch meine Eindrücke natürlich nicht vorenthalten.

NightscapeEine moderne Patchouli-Variante soll es sein, eine zeitgenössische Auslegung des Kräutleins, das die einen oder anderen in Form von Öl durch die Siebziger begleitete. Dafür bin ich leider einen Tick zu jung, aber Hippie hin, Hippie her – auch ich habe meine Patchouli-Erfahrungen vorzuweisen, war ich schließlich ein Waver. Ihr erinnert Euch? Depeche Mode, The Cure und die Sisters? Ja, die haben auch alle nach Patchouli gerochen. Ergo lustwandelte ich einen großen Teil meiner Jugend durch patchouligetränkte (Nebel)Schwaden in den diesbezüglichen Diskotheken, was dazu führte, daß ich bis heute Patchouli in jeder Facette (er)kenne und jegliche Nuance wahrzunehmen vermag.

Heute bin ich deshalb anspruchsvoll was Patchouli angeht. Nur wenige Patchouli-Düfte haben es in mein Repertoire geschafft, allen voran natürlich Mazzolaris gleichnamiges Meisterwerk sowie Lutens Borneo 1834 (der, soviel kann vorweggenommen werden, für mich eine gewisse Ähnlichkeit mit Langs Nightscape aufweist).

Langs Nightscape nun ist definitiv eine ganz andere Baustelle wie man so schön sagt. Frisch aufgesprüht entdecke ich die grünen Noten sowie einen zarten Blütenschimmer, Zeder spielt hinein auf ihre unnachahmlich prägnante Art und – natürlich: Patchouli. Samtener Patchouli, der, müßte ich ihm eine Farbe geben, ein tiefes Steingrau darstellen würde. Patchouli wie steingrauer Samt mit einer zarten Glattlederpaspellierung, denn Leder akzentuiert das Gefüge dezent. Die dem Patchouli naturaliter innewohnende Erdigkeit ist hier ebenfalls vorhanden, allerdings in stark gezügeltem, zivilisiertem Maße, die ihm eigene Süße ist latent existent, ohne jedoch im geringsten warm zu sein.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, grüne Noten; Herznote: Jasmin, Geranium, Zedernholz
Basisnote: Leder, Moschus, Ambra, Tonkabohne, Patchouli.

Ich bin gespannt, wie Nightscape ankommt. Lang-Fans dürfte er durchaus erfreuen, da er den gewohnt minimalistisch-modernen Stil gekonnt umsetzt und weiterführt. Insofern finde ich Langs Vision durchweg gelungen und erfüllt.

Obgleich sich der Duft an Männer richtet, kann er durchaus auch von Frauen getragen werden. Allerdings, da bin ich ehrlich – ich kann mir zwar gut vorstellen, daß er einigen bestimmten Frauentypen hervorragend steht, in der Mehrheit wird er aber an einem Mann besser zur Geltung kommen.

Auf jeden Fall ist er aber sehr modern und puristisch, wie eben bereits angedeutet – deshalb ist auch das vom Fotografen Matt Licari eigens für den Duft gemachte Foto so überaus treffend: Eine Nachtaufnahme des Big Apples, der Heimatstadt Licaris, New York, der Wahlheimat Ulrich Langs, der dieser Duft gewidmet ist.

nighthawksMich hat das wiederum ebenfalls inspiriert und ich mußte an ein weiteres Kind der Stadt denken, daß wohl schon früh das Lebensgefühl des modernen Menschen trefflich eingefangen hat: Edward Hopper. Und da Nightscape schon allein dem Namen nach an genau jene Zeit erinnert, in der manche Menschen schlafen, andere aber die Stadt für sich entdecken, feiern, Bekanntschaften knüpfen oder auch nur ihre Einsamkeit zu vertreiben suchen – an die Nacht, ist meine Assoziation auch naheliegend: Night Hawks.

Damit schließe ich für heute und wünsche Euch allen nicht nur einen wunderbaren Tag sondern auch eine vielleicht noch schönere Nacht – es ist ja Wochenende, wer weiß ;)

Liebe Grüße,

Ulrike.

P.S.: Um eines unserer Freitags-Probenpakete zu gewinnen – fünf an der Zahl – schreibt uns eine Mail an info@ausliebezumduft.de und nennt uns den Namen eines der anderen Düfte von Ulrich Lang. Vergeßt Eure Adresse nicht!

Die Gewinner letzte Woche, deren Päckchen schon auf der Reise sind, waren: Christiane H., Bettina D’O., Carola T., Margot H. und Susanne P. – herzlichen Glückwunsch :)

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Duftverzeichnis L – Z


F wie…

Geschrieben in Blüten, Duft, Leder, Tabak & Rauchiges am 19.11.2009

Field Notes from Paris, Ineke Rühlands neuester Streich. Die in San Francisco ansässige Parfumeurin macht sich daran, die Sprache oder besser das Alphabet olfaktorisch zu erobern. Und zwar auf ganz einfachem Wege: Sie klappert es von vorne an ab, jeden ihrer neuen Düfte nach dem nächsten Buchstaben benennend.

So folgte nun nach A wie After my own Heart, einem aquatischen Fliederduft, B wie Balmy Days & Sundays, einem grünen Floralen mit leichten Chypreanklängen, C wie Chemical Bonding, einem Hesperidenduft mit Noten von Tee und Moschus, D wie Derring-Do, einem holzigen Fougèreduft und E wie Evening Edged in Gold, einem Florientalen mit prächtigen Pflaumennoten das F, das für Field Notes from Paris steht.

Ineke Field Notes from Paris

Field Notes from Paris soll an Rühlands Zeit in Paris und Versailles erinnern, wo sie ihre Ausbildung an der berüchtigten ISIPCA absolvierte. Erinnern an „sweet-scented Paris afternoons, life measured out in coffee spoons”, wie auf ihrer Seite zu lesen ist.

Diese Zeilen, das Leben, ausgemessen in Kaffeelöffeln, stammen aus T.S.Eliots weltberühmten Gedicht The Love Song of J. Alfred Prufrock, welches der damals erst Anfang Zwanzigjährige auf Empfehlung Ezra Pounds hin erstmalig 1915 in einer Chicagoer Literaturzeitschrift veröffentlichen konnte:

For I have known them all already, known them all:
Have known the evenings, mornings, afternoons,
I have measured out my life with coffee spoons;
I know the voices dying with a dying fall
Beneath the music from a farther room.
So how should I presume?

Sehnsuchtsvolle und ein wenig melancholische Nostalgie löst es aus, das Gedicht, das im Ganzen so schwer zu interpretierende. Nostalgisch ist auch Fields gemeint, da bin ich mir sicher.

Einerseits natürlich aufgrund der Optik – auf der typischen Ineke-Flasche ist ein alter Stadtplan von Paris abgebildet, der jeden Parisurlauber wehmütig an seine letzten Tage dort erinnern wird. Und dann natürlich das olfaktorische Moment – der Inhalt. Bereits mit dem letzten Ineke-Duft kündigte sich ja bereits ein Wandel an, was die Handschrift der Dame angeht. Muteten alle früheren Düfte eher leichtfüßig und luftig an, war Evening Edged in Gold bereits ein wunderbar atmosphärischer und moderner floraler Orientale mit üppiger Pflaume, der Reminiszenzen weckte an vergangene Tage. Auch Field Notes from Paris zielt in eine ähnliche Richtung, was man kaum vermuten würde, wirft man zuerst einen Blick auf die Ingredienzen:

Kopfnote: Koriandersamen, Orangenblüte, Bergamotte; Herznote: Tabakblätter, Tabakblüte, Patchouli, Zedernholz; Basisnote: Tonkabohne, Bienenwachs, Leder, Vanille.

Im Auftakt läßt sich die herbe Bergamotte noch deutlich erkennen, bald jedoch verweben sich jegliche Eindrücke zu einem dichten olfaktorischen Teppichtraum, der zwar einen hintergründigen Duftverlauf erkennen läßt, vielmehr aber so gut wie alle Ingredienzen in unterschiedlicher Intensität parallel präsentiert: Orangenblüte, die in ihrer Süße von dem honiglichen Bienenwachs sowie Vanille und Tonka verstärkt wird, dezente zitrische Herbheit, verhaltene Würze durch Koriander und Patchouli, ein paar versteckte Zedernakzente und, sehr deutlich: Tabak sowie eine cremige Ledernote.

Ineke Field Notes from Paris

Hier oszilliert es schillernd in einer sehr ungewöhnlichen Duftvielfalt und ich kann mir bestens vorstellen, was Frau Rühland hier mit ihren Pariser Cafés assoziierte: Das Flirren in der Luft, die Leichtigkeit des Seins, die Sonne, die einem bei einer riesigen Tasse Café au Lait die Nase kitzelt, vielleicht eine Schachtel Gauloises Blondes auf dem Tisch, für den einen oder anderen die Genußzigarette nach dem Croissant bei der Lektüre der Tageszeitung oder auch einem Modeblättchen…

F wie Famos. F wie „f”änomenal. Field Notes zieht bei mir ein – als erste Orangenblüte. Ich bin jetzt tagelang um diesen Duft herumgeschlichen. War mir auf den ersten „Riecher” klar, daß es ein schöner und gut gemachter Duft ist, widmete ich mich zuerst weiteren Rezensionen, weiteren Tests, der täglichen Arbeit eben. Aber – er hat mich nicht in Ruhe gelassen. Tagelang habe ich ihn jetzt getestet und finde ihn wirklich unglaublich reizvoll und sehr besonders. Ich kann den Duft nicht nur jenen ans Herz legen, die Orangenblüten ohnehin schon mögen, sondern auch genau denen, die sie normalerweise eher meiden. Field Notes from Paris ist ungewöhnlich, für beiderlei Geschlechter sicher gleichermaßen gut geeignet und weist eine tolle Haltbarkeit auf. Vergleiche zu ziehen fällt mir bei diesem Duft wirklich sehr schwer – mir fällt nicht mal ansatzweise etwas ein, das ähnlich riechen könnte. Lediglich – die Tabak- und Bienenwachsnoten, das sei gesagt, sind ähnlich dicht vibrierend wie bei Parfums d’Imperfictions Alice in Wonderland sowie O Alquimista.

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie Ihr den Duft findet und würde mich über Feedback sehr freuen!

Einen schönen Tag noch und

liebe Grüße,

Ulrike.

Bildquelle 1 und 2

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Skandinavische Neuigkeiten

Geschrieben in Ankündigungen, Duft, Holziges, Leder am 18.11.2009

Die in Stockholm ansässigen Schweden Byredo lancieren einen Duft: Baudelaire – dessen Namensvetter unschwer zu erkennen der französische Lyriker Charles Baudelaire ist, aus dessen Hauptwerk „Les Fleurs du Mal – Die Blumen des Bösen” auch zitiert wird.

baudelaire2Baudelaire gehört schon seit je her wie einige andere seiner (nicht unbedingt, aber auch französischen) Zeitgenossen zu meinen persönlichen Lieblingen. Auch Lutens benennt in einem Interview Baudelaires Gedichte als Quell der Inspiration für seine Düfte: Allen voran Tubereuse Criminelle, die er wohl in Anlehnung an die vom kalten Hauch des Todes umwehten schwindsüchtigen opiumabhängigen Schönheiten Baudelaires kreierte – seitdem, es ist gar überflüssig zu erwähnen, ist die Lutensche Tuberose meine ungeschlagene Lieblingstuberose, obgleich mir diese dicke, weißfleischige Blüte normalerweise nur in homöopathischen Dosen begegnen darf.

Sei es drum, ich habe auf jeden Fall das Gedicht für Euch nachgeschlagen, auf das sich Byredo beziehen, und möchte es hier in voller Länge wiedergeben:

Parfum Exotique
Quand, les deux yeux fermés, en un soir chaud d’automne,
Je respire l’odeur de ton sein chaleureux,
Je vois se dérouler des rivages heureux
Qu’éblouissent les feux d’un soleil monotone;
Une île paresseuse où la nature donne
Des arbres singuliers et des fruits savoureux;
Des hommes dont le corps est mince et vigoureux,
Et des femmes dont l’œil par sa franchise étonne.
Guidé par ton odeur vers de charmants climats,
Je vois un port rempli de voiles et de mâts
Encor tout fatigués par la vague marine,
Pendant que le parfum des verts tamariniers,
Qui circule dans l’air et m’enfle la narine,
Se mêle dans mon âme au chant des mariniers.
Fremdländischer Duft
Wenn ich geschlossnen Augs in Abendglut
Einschlürfe deinen warmen Duft mit Beben,
Seh’ ich ein herrlich Ufer sich erheben
Aus einem Meer, drauf ewiges Leuchten ruht.
Ein schwellend Eiland, dem der Sonne Flut
Seltsame Bäume, saftige Frucht gegeben
Und schlanke Männer voller Kraft und Leben
Und Frauen, deren Blick voll Glanz und Mut.
Dein Hauch führt mich zu lieblichen Gestaden,
Im Hafen seh’ ich Schiff an Schiff beladen
Und von der langen Reise müd und schwer.
Ich schlürf den Duft von Tamarindenbäumen,
Der sich vermischt in meinen wachen Träumen
Dem Sang der Schiffer auf besonntem Meer.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Wacholder, schwarzer Pfeffer, Kümmel; Herznote: Weihrauch, Hyazinthe, Leder; Basisnote: Papyrus, Patchouli, Ambra.

baudelaireHört sich sehr verlockend an wie ich finde. Und wenn ich überhaupt schon von mir anfange: Ich persönlich finde ja die ganze Byredo-Linie unglaublich spannend. Für mich eine der schönsten, durchgängig schönsten (!) Linien der letzten Jahre. Ich muß es keinem Parfumfan erklären: Die letzten Jahre sprossen die Nischenduftfirmen wie Pilze aus dem Boden und auch die bereits etablierten Firmen veröffentlichten viel Neues. Dabei waren etliche schöne Düfte, aber auch einige Düfte und Firmen, die man nun nicht unbedingt gebraucht hätte.

Byredo ist für mich etwas ganz anderes: Meines Erachtens nach ist die Firma in höchstem Maße innovativ, mir fällt zu keinem Duft ein adäquater Vergleich ein. Jeder Duft ist – neu, ja, und, tatsächlich in dieser Form noch nie dagewesen. Ein Moment, das mich wirklich beeindruckte, da dies doch schon relativ selten ist beziehungsweise mir nicht sehr häufig passiert. Byredo nun hat mich nicht nur nachhaltig fasziniert, es stehen auch schon mindestens drei Düfte auf meiner Must-Have-Liste, die ich demnächst kaufen „muß” – eventuell erweitert sich diese aber noch…

Nachdem ich nun in den höchsten Tönen geschwärmt habe, kann ich auch bereits ankündigen, daß in der nächsten Zeit ausgedehnte Rezensionen zu einem Großteil der Düfte folgen werden.

Für heute allerdings lasse ich es erstmal bewenden bei dieser Ankünigung und wünsche Euch noch einen schönen Tag!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Kennt Ihr denn Byredo schon? Was sind Eure Lieblinge? Welche interessieren Euch besonders? Was wünscht Ihr Euch für Rezensionen?

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Neuigkeiten von AQABA
Herzlich Willkommen
Symrise: größter Börsengang des Jahres 2006; Aktie entwickelt sich gut


Die Zukunft wird schön!

Geschrieben in Allgemein, Bücherkiste am 17.11.2009

Man kann von Technik denken, was man will. Aber aufhalten lässt sie sich nicht. Was bedeutet das für unser Leben in 15 Jahren? Ein Gedankenspiel zum Mitdiskutieren.

Kindle, Quelle: http://nedgrace.files.wordpress.comVor ein paar Tagen saß ich abends mit meiner Kollegin Susanne Weiss auf ein paar Bier zusammen und wir diskutierten, ob man sich – wenn es in Deutschland soweit ist – so ein „Kindle“ kaufen muss oder nicht. Ihr wisst schon, diesen elektronischen Buch-Ersatz, mit dem Amazon gerade Furore macht… Nochmal kurz zur Erklärung: die Rede ist von einem „e-book“, einem ungefähr DinA5-großen Taschenbildschirm, auf den man über das www Bücher herunterladen und sie dann auf dem Bildschirm lesen kann.
„Wozu das denn? Bücher lesen ohne Buch. Das ist doch Quatsch. Wo bleibt das Geräusch, wenn man eine Seite umblättert, das Gefühl von Papier, der Geruch der Druckerschwärze?“ protestierte Susanne Weiss auf meinen Enthusiasmus.
Ich lieferte mein Totschlag-Argument, das ich immer dann über den Tisch feuere, wenn es um neue technische Errungenschaften geht und ich es mit einem Ungläubigen zu tun habe: „Das Ding sieht halt wahnsinnig schick aus.“

Vielleicht ist das ein grundlegendes Problem zwischen Männern und Frauen. Kerle haben einen irrationalen, aber tief in der Psyche verwurzelten Drang, sich technisch aufzurüsten. Flachbildschirm, Kino-Beamer, Surround-Stereoanlage, Auto, drahtloses Netzwerk mit Highspeed-wahnsinnsmodem, Playstation 3, was auch immer. Solange es unvernünftig teuer ist, schick aussieht und die Kumpels neidisch macht, wollen wir es haben. Das war im Sandkasten schon so. Als vor gefühlten hundert Jahren einmal ein anderer Junge eine coolere Sandbackform als ich hatte, hab ich ihm meine Schaufel übergehauen und dafür wahnsinnigen Ärger mit meiner Mutter bekommen. Mein Vater hat nur verständnisvoll genickt, mir am nächsten Tag stillschweigend die derzeit angesagteste Sandbackform besorgt und mich wieder zum Spielen geschickt. Ich also wieder ab an den Sandkasten, die neue Form ausgepackt und – wumms, hab ich eine übergezogen bekommen. Männer sind eben Alphatierchen, die gerne angeben mit dem, was sie haben. Deswegen hat sich in manchen Kreisen der Manta so gut verkauft, deswegen fliegen Milliardäre gerne ins All und deswegen gehen Männer eben Flachbildschirme kaufen. Weil sie neiderregende Dinge besitzen möchten, die gut aussehen und was her machen. (Ob das auch das grundlegende System der Partnerwahl sein könnte?)

Das hab ich auch alles meiner verehrten Frau Weiss erklärt. Sie konterte aber ganz trocken: „Schmarrn. Frauen begeistern sich genauso für Technik. Sie muss nur stylish genug aussehen. Autos interessieren uns nicht so sehr, weil man sich beim Angucken des Motors dreckig macht. Aber Handys, Computer und so’n Kram lieben wir genauso. Siehe iPhone, iMac, iPod – oder eigentlich alles Kindle, Quelle: http://gestaltung.fh-wuerzburg.devon Apple. Sieht gut aus, ist leicht zu bedienen und macht Spaß. Da muss man kein Kerl dafür sein.“
Aber bei Büchern höre für Sie der Spaß auf. Gerade als Journalistin lebt sie von dem Gedruckten. Zeitungen, Magazine, Bücher. Das sei eben etwas ganz anderes als ein seelenloser Computer. Ein Buch kann man mit in die Badewanne nehmen, Eselsohren reinmachen und überhaupt – was, wenn so ein e-book runterfällt? Oder die Batterien leer sind? Alles Probleme, die ein normales Buch nicht hätte.

Spätestens an diesem Punkt des Abends hätte ich mir kein Bier mehr bestellen, sondern den Gentleman spielen und ihr einfach Recht geben sollen. Aber da kennt ihr mich schlecht! Wenn in mir eine Grundsatzdiskussion heraufzieht, kenne ich kein Halten mehr. Also erkläre ich Frau Weiss, dass sie an altmodischen Werten festklammere. Den Kampf hat sie nämlich schon verloren, bevor er überhaupt losgeht: „In 15 Jahren sitzt kein Schüler mehr mit einem echten Buch im Unterricht, sondern mit einem Tablet, auf denen alle Infos und das Internet verfügbar sind“ sage ich. Und das glaube ich wirklich! Gerüchten zufolge bastelt Apple ja schon länger an so einem Alleskönner, der Anfang 2010 schon auf den Markt kommen könnte. Dann aber für Schüler sicher noch unerschwinglich. Aber neue Technik ist am Anfang ja immer teuer und wird dann erst ein paar Jahre später zum Mainstream. Siehe Handy. 1997 war es noch etwas ganz besonderes, eines zu haben, und teuer obendrein. Heute besitzt wohl jeder Deutsche eine Sim-Karte. In Schwellenländern wird sogar längst schon mit dem Handy gezahlt, statt mit der EC-Karte. Und überhaupt, apropos EC-Karte. Unsere Großeltern dachten sicher auch am Anfang, es sei eine riesen Katastrophe, den Lohn ihrer Arbeit nicht mehr in Bar ausgezahlt zu bekommen, sondern elektronisch aufs Konto gebeamt zu bekommen (was meiner Meinung nach übrigens der Niedergang aller Hafen-Nutten war, denn auf einmal hatten die Matrosen keine Lohntüte mehr, die sie verprassen konnten, sondern hätten zuhause vor ihren Ehefrauen etwaige ominöse Abbuchungen erklären müssen). Und deren Großeltern wiederum dachten am ende des 19. Jahrhunderts, man würde mit absoluter Sicherheit wahnsinnig werden, wenn man eine Dampflok mit 10 km/h vorbeirasen sieht. Deswegen wurden entlang der Bahngleise Sichtschutzzäune errichtet, um zu verhindern, dass alle Bauern samt ihrer Kühe dem Irrsinn verfallen. Und? Passiert ist nicht viel.

Lok, Karte, Handy

Frau Weiss blieb trotzdem skeptisch: „Wo bitte soll das ganze hinführen? Zeitschriften werden aussterben, denn jeder surft dann nur noch im Internet. Fernsehen? Gibt es nicht mehr, man guckt Livestreams oder DVD. Und Bücher? Werden keine mehr geschrieben, weil es sich keiner mehr leisten kann. Wenn ein Buch für ein paar Cent auf dem e-book erscheinen soll, wer bezahlt dann die Autoren, Verleger, Lektoren und so?“
Ein gutes Argument, das jetzt schon Musiker und Musikschaffende in Zeiten von youtube und itunes beschäftigt, und auf das ich ehrlich gesagt auch keine Antwort parat habe. Dennoch halte ich den Siegeszug der Technik für wahrscheinlicher, als dass sich alle Forscher zurücklehnen, ihre Patente in die Schublade schieben und sich sagen, lieber etwas weniger Fortschritt, aber dafür mehr traditionelle Berufe. Dieser Fortschritt wird vor allem den Alltag und die Unterhaltungselektronik revolutionieren. Sony präsentierte unlängst den ersten Fernseher ganz ohne Kabel. Ohne Kabel, richtig gelesen. Ein Media-Receiver kann Bild und Ton verschlüsseln und über Funkwellen zum Fernsehgerät ausstrahlen. Und der Strom? Wird ebenfalls über die Luft zum Gerät versandt. Also hängt der neue Bravia-Flachbildschirm wirklich kabellos an der Wand. (Ob das gesund für den Menschen ist?) Der nächste Schritt könnte eine Tapete sein, so vermuten Zukunftsforscher, die den Fernseher ganz ablöst. Das Festnetz-Telefon wird vollkommen von Handys ersetzt werden und Roboter immer mehr den Lebensraum des Menschen erobern. Staubsaugende Mini-Robots, medizinische OP-Helfer und Autos, die von alleine einparken oder darauf hinweisen können, wenn man auf der Straße versehentlich die Spur verlässt, gibt es ja schon. „Das ist ja alles schön und gut, aber was bedeutet das für die Zukunft der Beauty?“ Berechtigter Einwand, Kollegin. Alle Beauty-Redakteure, die einmal den Film „Das Fünfte Element“ gesehen haben, dürften nicht schlecht gestaunt haben. Die weibliche Hauptrolle drückt sich eines schönen Morgens ganz selbstverständlich eine kleine Chanel-Box auf die Augen – et voilá, sie ist perfekt geschminkt. Ganz so weit würde selbst ich mit meiner Prognose für die nächsten 15 Jahre nicht gehen. Aber ich denke doch, auch hier wird sich einiges tun.
„Die Zukunft liegt im Airbrush. Make-up aus der Flasche wird abgelöst werden von einer kleinen Spritzpistole, wie sie Auto-Lackierer benutzen, um ein perfektes, ebenmäßiges Finish hinzubekommen.“ Das ist übrigens keineswegs Zukunftsmusik, sondern jetzt schon erhältlich. Die Firma Kryolan, Spezialist für Theater-Schminke, bietet schon seit ein paar Jahren so ein Gerät für zuhause an. Farbe in die Pistole einklicken, Kompressor einschalten und losschminken. Alles noch etwas umständlich, aber erinnern wir uns an die ersten Mobiltelefone, waren die auch noch so groß wie ein Schuhkarton. Oder in Sachen Parfum: denkbar wäre doch eine Tablette, die man schluckt, und dann den ganzen Tag aus den Poren heraus seinen Lieblingsduft verströmt. Auch hier machte die Technik in den letzten Jahren übrigens enorme Fortschritte: Die Münchner Dermatologin Dr. Ogilvie entwickelte bereits eine kleine Pille, mittels derer man ganz von alleine braun wird, ohne Sonne oder Solarium. Und Wissenschaftler prophezeien, es wird sich viel tun auf dem Sektor des „Functional Foods“. Also Nahrungsmittel mit Nebeneffekt. Etwa ein Hamburger, der Fett verbrennt wie zehn Minuten Jogging. Oder ein Getränk, das die Haare färbt, eine Schokolade, die Pickel minimiert. Alles ist möglich, wenn man den Trendforschern glauben mag.

„Mag ich aber nicht glauben.“ sagt Frau Weiss, als wir dann doch endlich unsere Biere bei der Bedienung bezahlen. „Ich glaube eher, man wird irgendwann erkennen, wie ungesund all die chemisch veränderten Dinge sind, die wir essen. Und wie schädlich Strahlung ist, mit der wir uns umgeben, vom normalen Handy-Netz bis zur kabellosen Stromversorgung.“ Vielleicht hat sie ja Recht. Technik bringt nicht nur Nutzen, sondern immer auch Tücken. Unsere Bedienung zum Beispiel, mit dem elektronischen Bestell-Block hatte erstaunliche Schwierigkeiten damit, uns die Rechnung zu präsentieren. Die hat sie dann am Ende doch ganz altmodisch auf ein Stück Papier gekritzelt. Und genauso werde ich auch noch ein bisschen warten, bis ich mir ein e-book leiste. Denn noch im Juli dieses Jahres machte das Kindle damit Schlagzeilen, dass Amazon.com (ausgerechnet) die Bücher „1814“ und „Animal Farm“ von George Orwell via Internet von den e-books seiner Kunden löschte wegen Rechtsstreitigkeiten. Na Bravo. Es ist eben doch nicht alles perfekt, was glänzt. Sinnvoller Fortschritt braucht eben doch manchmal noch ein bisschen Zeit. Oder wie eine andere Kollegin unlängst sagte: die nächste kluge Erfindung, auf die die Welt noch wartet, wären Zigaretten mit hundert Kalorien pro Zug. Was meinst du, wie schnell wären wir alle Nichtraucher…

Was denkt ihr?

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