Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Von der Liebe und anderen Ritualen… – Parfum d’Empire 3 Fleurs und Wazamba.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges, Blüten, Duft am 30.09.2009

Bedeutungsschwanger präsentieren sich die beiden, von mir bereits letzte Woche angekündigten neuen Düfte von Parfum d’Empire, 3 Fleurs und Wazamba: Ersterer gemahnt der Liebe in all ihren Spielarten, letzterer dem Weihrauch als verehrtem Traditionsrauchwerk.

WazambaAber widmen wir uns zuerst Wazamba, dessen Ingredienzen folgende sind: Kopfnote: Weihrauch, Zypresse, Apfel, Aldeyhde; Herznote: Weihrauch, Myrrhe, Pflaume; Basisnote: Weihrauchharz, Opoponax, Sandelholz, Farn.

Weihrauch und Koniferen – diese Kombination ist momentan gar nicht so selten, hat doch gerade auch Serge Lutens mit Fille en Aiguille einen von den Zutaten her ähnlich klingenden Duft in seiner Exportlinie lanciert.

Der Vergleich scheint mir an dieser Stelle angebracht, da häufig im Internet die Meinung kursiert, Parfum d’Empires Kopf und Parfumeur Corticchiato hätte sich mit einigen seiner Düfte an Lutens orientiert – hier wird vor allem Cuir Ottoman mit Lutens’ Cuir Mauresque sowie Ambre Russe mit Lutens’ Ambre Sultan verglichen.

Ich habe alle diese Düfte und kenne beide Linien gut genug um für mich sagen zu können, daß ich eigentlich keine allzu großen Ähnlichkeiten feststellen kann. Daß bisweilen, genau wie in vielen anderen Bereichen wie der Literatur, dem Film, der Architektur, der Mode und anderen bestimmte Motive und somit auch Inspirationsquellen en vogue sind, ist ja nichts Neues und sorgt eben ab und an für einen Überschwang an Produkten, die sich einer ähnlichen Thematik verpflichtet sehen, wie man momentan auf dem Parfummarkt zum Beispiel an der Oud-Inflation sehen kann. Das muß ja per se noch nichts schlechtes verheißen, eher im Gegenteil – so zumindest meiner Meinung nach.

Im Falle von Wazamba und Fille en Aiguille ist es meines Erachtens nach durchaus lohnenswert, beide Düftchen einem Test zu unterziehen, da sie doch ganz unterschiedliche Ausprägungen haben. Beide trennen jedoch in jedem Falle (olfaktorische) Welten von Omas Fichtennadelschaumbad –  das sei nur am Rande erwähnt für diejenigen, denen Koniferen in Düften bisher suspekt waren ;)

Lutens’ Fille en Aiguille zeigt sich schon im Namen doppeldeutig: das Mädchen auf „Nadeln“ könnte ein be-High-Heeltes Society-Girl sein genauso wie eine Frau in der Natur, die auf hippiesken Pfaden wandelnd barfuß durch einen von der Sonne erwärmten Pinienwald streift.

Fille en Aiguille, dessen Zutaten Pinie(nnadeln) und Weihrauch nebst Lorbeer, Gewürze, Früchte und Vetiver sind, ist endlich mal wieder ein kontroverser Lutens in der Exportlinie. Nachdem mich die Düfte der letzten Jahre (Nuit de Cellophane, Serge Noire, Five O’Clock au Gingembre und so weiter) leider eher kalt ließen, da sie für mich im Vergleich mit seinen früheren Werken (ich denke da zum Beispiel an Ambre Sultan oder Arabie, aus der Pariser Linie an Chergui oder Borneo 1834) zu – nennen wir es mal: konform waren, freut es mich nun außerordentlich, mal wieder einen kantigeren Serge unter die Nase zu bekommen.

Fille en Aiguille rückt satt dunkelgrüne Pinien in den Vordergrund, die harzig-likörig besagte Koniferen fast beschwipst wirken lassen. Dazu gesellen sich Früchte, prall und reif und teils kandiert anmutend samt einer herben Würze und einem Hauch Weihrauch.

Wazamba, von dem ich jetzt abgeschweift bin, ist für mich eindeutig weihrauchlastiger – und nicht nur das… Der Name, das hatte ich bereits erwähnt, stammt wohl von einem westafrikanischen Musikinstrument, einem Schlaginstrument, welches dort vornehmlich anlässlich von  Stammesritualen gespielt wird. Die Assoziation Weihrauch und Stammesrituale liegt nahe, ist der Weihrauch, dessen tausend Gesichtern und Facetten Wazamba gewidmet ist, historisch betrachtet transkulturell schon immer für religiöse Kulthandlungen, Reinigungen und ähnliches verwendet worden – so auch geschehen bei den alten Römern und den Ägyptern, die ihn als den „Schweiß Gottes“ bezeichneten.

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was für eine Art Instrument Wazamba nun genau ist – auf jeden Fall kann ich es mir als eine Art hypnotisches und rhythmisches vorstellen, das eine durchdringende Präsenz hat ohne allzu vordergründig zu sein. Genauso präsentiert sich nämlich auch der dazugehörige Duft: Der Auftakt ist sehr fruchtig, die Apfelnoten sind deutlich wahrzunehmen, meiner Nase nach leuchtend grüner, leicht säuerlicher Apfel gleich einem Granny Smith. Der Weihrauch läßt nicht lange auf sich warten und präsentiert sich am Anfang eher rauchig-schwelend, um dann später sanfter zu werden. In Kopf und Herz des Duftes dominiert darüber hinaus neben Weihrauch und fruchtigen Noten nebst Apfel die Zypresse. Myrrhe ist dezent vorhanden, die Pflaumennoten erschließen sich mir sowohl auf der Haut als auch auf dem Teststreifen nicht. Die Basis ist harzig-holzig: Zur Ruhe gekommener Weihrauch samt Sandelholz und Opoponax sorgen für eine kontemplative Atmosphäre, in die noch von fern ein Hauch Fruchtigkeit herüberweht.

Im Gegensatz zu Fille en Aiguille ist Wazamba, obgleich ebenfalls mit deutlicher Koniferenpräsenz, weihrauchzentrierter. Wazambas Fruchtnoten sind nicht süß, weder likörig noch kandiert, sondern frisch und erzeugen so eine flirrende Spannung innerhalb des Duftes, die ich ansonsten bei Weihrauchdüften nur – allerdings in deutlich extremerer Variante – in Etros Messe de Minuit vorgefunden habe. Jedoch ist Wazamba deutlich harmonischer als die Mitternachtsmesse und, alles in allem, im Vergleich mit dem Lutenschen Mädchen der tragbarere Duft von beiden.

3 Fleurs3 Fleurs, der Duft für die Liebenden, vielleicht auch von einem Liebenden? Ich möchte gar nicht näher auf diese Thematik eingehen, aber überrascht hat mich der Duft schon, möchte er sich doch auf den ersten Blick gar nicht in die ansonsten doch kantig(er)e Kollektion von Parfum d’Empire einfügen: Ein Blütenbouquet rund um Rose, Jasmin  Tuberose, den drei Blüten, die stellvertretende Sinnbilder für die unterschiedlichen Spielarten der Liebe sind – Rose für die leidenschaftliche Liebe, Jasmin für die romantische Liebe und Tuberose für die verbotene Liebe. Ein Blumenstrauß von Parfum d’Empire? Ja, warum denn nicht.Und weil Herr Corticchiato Herr Corticchiato ist – ob nun verliebt oder nicht – , ist dieses Intermezzo, dieser Ausflug in blühende Gefilde natürlich weder girliesk noch madamig sondern opulent und voller strotzender Sinnlichkeit. Ein voluminöses ausladendes Blütengebinde mit zarter Minzfrische und einer cremigen, weich-pudrigen Basis von weißem Moschus. Ein solch stolzer Blumenreigen hatte in der Kollektion tatsächlich noch gefällt – et voilà, hier ist er ;)

Einen schönen Tag noch und liebe Grüße,

Ulrike.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Herbstwonne 1 – Parfum D’Empire
Jean-Charles Brosseau – Fleurs D’Ombre – Rose
Duftverzeichnis L – Z


Woche eins nach der Bundestagswahl – Wir basteln uns ein eigenes Kompetenz-Team

Geschrieben in Allgemein, Kosmetik am 29.09.2009

Den meisten von uns schwirrt sicher noch der Kopf von endlosen Rot-Grün-Gelb-Schwarz-Debatten, und von einem aufregenden Wahlabend am Sonntag. Eine neue Koalition übernimmt das Ruder, manche freuen sich darüber, andere sind entsetzt. Aber so ist das nun mal in einer Demokratie: die Mehrheit entscheidet, der Einzelne muss sich beugen. Wie schön, dass in der Welt der Schönheit alles ein wenig überschaubarer und individueller ist. Kein Jamaica- oder Ampel-Gerangel, keine Überhangmandate, sondern ganz klare Verhältnisse: Was nicht wirkt (also die Wahl-Versprechen nicht einhält), fliegt ganz schnell wieder raus aus dem Badezimmer.

Deswegen dachte ich mir, ich stelle mal ein kleines Beauty-Kompetenzteam zusammen, bei dem man nicht lange überlegen muss, ob man ihm vertrauen kann oder nicht.  Ein Team aus den besten (neuen) Mitstreitern im Kampf gegen Fältchen, Augenschatten und gestreßte Haut. Hier meine ganz persönlichen Favoriten  – und Sie haben nun die Wahl, wem Sie Ihr Vertrauen schenken möchten. Denn im Gegensatz zur großen Politik haben Sie hier nicht nur eine Erst- und Zweit-Stimme, sondern können nach Herzenslust Ihre Sympathie vergeben. Probieren geht eben über Koalieren.

Unser Kompetenzteam für den Herbst:

PunktDie Augenpflege:
„Crème Contour des Yeux VIP O2” von Biologique Recherche
Wahl-Versprechen: Mehr Ausstrahlung. Sofort!

Mode-Guru John Galliano hat eine Lieblingscreme für die Augen. Und die kommt nun endlich auch nach Deutschland! Zugegeben, nur weil irgendein Promi eine Pflegelinie bevorzugt, kann das noch lange kein Kauf-Argument für unsereins sein. Aber: Wer schon einmal in den Genuss kam, ein Biologique Recherche – Produkt zu probieren, weiß:der Mann hat recht! Die französische Kult-Marke arbeitet mit äußerst reinen, hoch konzentrierten Formeln, maßgeschneidert auf die jeweiligen Haut-Problemchen und verbindet westliche und östliche traditionelle Heilmethoden. Die Produkte riechen manchmal ein wenig streng, die Konsistenz mag auf den ersten Blick unsexy wirken, aber das Resultat ist phänomenal, denn die Haut wird nicht mit Wirkstoffen überladen, sondern angeregt, sich selbst zu helfen. Ein ganzheitlicher Ansatz, den man auf der Haut erleben muss, um an ihn zu glauben. Die neue  „Crème Contour des Yeux VIP 02“ bewirkt, dass Sauerstoff tief in die Haut eindringt und so die Regeneration und Neubildung der Hautzellen unterstützt. Avocado-Öl und essentielle Fettsäuren stellen den Feuchtigkeitsgehalt der empfindlichen Augenpartie wieder her, marines Elastin bekämpft Krähenfüße und Fältchen. Insgesamt wirkt die Augenpartie erfrischt, Rötungen, Schatten und Schwellungen gehen zurück. Damit sich Cremen wieder lohnt! (Für diesen Tipp müsste ich Mr. Galliano eigentlich einen Dankesbrief schreiben).

PunktDie Gesichtspflege:
„Aqualia Antiox Antioxidative Frische-Kur” von Vichy
Wahl-Versprechen: Innovation aus der Stammzellenforschung

Vichy Aqualia AntioxDie Stammzellen-Debatte erschüttert immer wieder die Republik. Was darf man, was nicht, was ist ethisch vertretbar, was unsinnig. Vichy rollt das Feld neu auf und liefert nun eine neue, innovative Herangehensweise an die streitbare Thematik. Aqualia Antiox mit viel Vitamin C und E schützt die Stammzellen der Haut vor oxidativen Angriffen. Wie heißt es in der Politik so schön: Ohne Forschung kein Fortschritt. Das gilt natürlich auch in der Welt der Schönheit. Denn erst hat die Forschung herausgefunden, dass nicht die Menge der Stammzellen in der Haut altersbedingt zurückgeht, sondern vielmehr deren Funktionsfähigkeit durch tägliche oxidative Einflüsse nachlässt – und das ab dem 25. Lebensjahr. Zellschädigende Radikale greifen die Haut an und rauben ihr Ausstrahlung und Jugendlichkeit. Nun liefert die Forschung aber auch eine wirksame Waffe gegen diesen Prozeß: die „Antioxidative Frische-Kur“ besteht aus einem kleinen Puder-Sachet und einem Serum, die miteinander eine Koalition eingehen (also gemischt werden) und dann bis zu 3 Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden können. Pures Vitamin C in 10-prozentiger Konzentration (enthalten im Sachet) fördert die Hauterneuerung, Citro-Polyphenol (enthalten im Serum) soll die Stammzellen schützen. Nur durch die getrennte Aufbewahrung der Wirkstoffe kann die maximale Konzentration im Produkt erzielt werden. Das Resultat:  Nach 3 Wochen zweimal täglicher Anwendung strahlt die Haut wieder, wirkt geglättet und erholt, Fältchen werden minimiert. Ein echter Power-Cocktail, exklusiv in der Apotheke, den wir moderner Grundlagenforschung aus der Biotechnologie und der Medizin verdanken. Eine wirklich lohnende Investition in besseres Aussehen!

PunktDie dekorative Kosmetik:
„Matte about you“ von essie
Wahl-Versprechen: Gelb, Grün oder Schwarz? Egal. Hauptsache matt.

Wer diesen Herbst Understatement zeigen möchte, hebt jetzt bitte mal die Hand. Und guckt dann auf seine Nägel. Sind sie in mattem Grau lackiert, können Sie getrost diesen Punkt überspringen. Für alle anderen sei es noch einmal wiederholt: Die Nägel trägt man jetzt Grau. Und matt! Ein unwiderstehliches Duo, das den Schwarzton der Vor-Saison ablöst und seeehr elegant wirken kann. Je nach Mut, Outfit und Geschmack gibt es bei allen großen Herstellern jetzt schöne graue Töne zu entdecken, von ganz hell bis fast-schwarz. Aber natürlich sind auch andere Farben wie Brombeere und Rosé immer noch „in“.  Wer aber ein Beauty-Statement setzen möchte, wählt eben matt. Nur – was tun, wenn es die Lieblingsfarbe nur in „glossy“ gibt? Ganz einfach: Die Revolution kommt  (wieder einmal) aus dem Hause „essie“. Denn der neue „Matte about you“- Überlack verleiht jeder normalen Nagelfarbe ein mattes Finish. Clever, oder? Eine dünne Schicht verwandelt Ihre Wahl-Farbe in ein edles Trend-Signal. Denn es ist Zeit, dass ein Ruck durch Deutschland geht: Hochglanz und Perlmutt-Effekt ist so last-season!

Punkt

Die Haarpflege:
True Volume – Supreme Nourishing Volume and Shine Treatment with Bamboo Extract & Tamanou Oil“ von Shan Rahimkhan
Wahlversprechen: Traumhaar ohne Aufwand

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: 56 Prozent der Deutschen Frauen wünschen sich mehr Volumen im Haar. Zwar haben nur 40 Prozent wirklich feines Haar, aber Traumhaar ist nun mal in unserer Vorstellung immer üppig und herrlich glänzend. Der Berliner Promi-Coiffeur Shahn Rahimkhan setzt deswegen auf erstklassige Wirkstoffe, um feine, kraftlose Mähnen nahezu magisch aufzufüllen. Die besonders reichhaltige Kur mit verdichtendem Bambus und zellschützendem Tamanou-Öl kräftigt, verleiht neue Fülle und schenkt wunderbaren Glanz. Ideal natürlich in Kombination mit dem entsprechenden Shampoo. Luxuriöse High-End-Pflege für alle Frauen, die am Ende des Tages immer noch Volumen und Glanz im Spiegel sehen wollen. Für mehr „WOW!“ statt „ganz nett“… (Vielleicht schickt mal jemand Frau Merkel eine Probier-Packung?)

Punkt

Die Mascara:
„Wonder Perfect Mascara“ von Clarins
Wahlversprechen: Volumen. Schwung. Länge.

ClarinsDünne, kurze Wimpern sehen nicht schön aus. Da sind sich wohl alle Beauty-Parteien einig. Aber träumt nicht jede Frau von einem unwiderstehlichen Augenaufschlag? Und der besteht per Definition nun mal aus langen, wunderschön geschwungenen und dichten Wimpern. „Wonder Perfect Mascara“ will das alles auf einmal ermöglichen. Carnauba- und Reiswachse, angereichert mit einer Extra-Dosis Pigmenten trennen die einzelnen Wimpern (also kein Verkleben) und bescheren hinreißendes Volumen.  Für maximale Verlängerung sorgt ein filmbildender Polymer, der sich wie eine hauchdünne Schicht an jedes einzelne Härchen schmiegt, und den ganzen Tag hält. Ein anderes, gel-artiges und elastisches Polymer pflanzlichen Ursprungs verleiht den Wimpern aufregenden Schwung nach oben, ohne sie zu versteifen. Besonderer Clou: Die Pigmente, eingebettet im Inneren dieser Gel-Konsistenz, bewahren ihr Strahlen und Leuchten über Stunden hinweg… für alle Frauen, die in Ihrem Wahlbezirk den Männern mit nur einem Blick den Kopf verdrehen möchten.

Punkt

Das Wellness-Produkt:
Le Vie della Lana – Cashmere Twill Badesalz“ von Acqua di Biella
Wahlversprechen: Luxus für alle!

Eine Haut wie Samt und Seide? Was für ein langweiliger Slogan. Wer sich jetzt – Krise hin oder her – ein bisschen Luxus gönnen möchte, will nämlich mehr. Cashmere! Von „Acqua di Biella“ kennen wir bereits großartige Nischen-Duft-Kreationen mit wertvollen Cashmere-Essenzen und erlesenen, natürlichen Ölen – die bis heute von Hand hergestellt werden. Das Parfumhaus, das seit 1878 das Wappen der königlichen Familie Savoyens tragen darf, setzt auf alte, traditionelle Werte.

Die Düfte sind für Puristen ein wahrer Sinnesrausch, köstlich aber unaufdringlich, dezent aber präsent. Die Duftlinie „La vie della Lana“ bildet da keine Ausnahme, das Eau de Parfum sowie die Bodyline „Cashmere Twill“ duftet nach Kaschmirwolle (was sonst), Himbeeren, Bergamotte, Magnolie und Iris. In der Basisnote schlummern Zedernholz, Vetiver und weißes Moos. Nicht unbedingt eine Komposition für Erstwähler, aber für Kenner, die ihren Charakter nicht in den Mainstream-Düften der Drogerie wiederfinden. Mein Liebling für graue Herbsttage ist das neue Badesalz der Linie, denn es verwandelt das eigene Badezimmer in einen kleinen Spa. Der ganze Raum wird erfüllt vom köstlichen Duft, die Haut wird mit Cashmere-Extrakt verwöhnt. Ideal nach langen, anstrengenden Tagen, wenn die Sinne sich ein wenig Ruhe und Genuß verdient haben. Und, man sollte seine Begeisterung ja ruhig auch mit anderen teilen: Weihnachten steht schon in Sichtweite vor der Tür, und das köstlichste Badesalz der Saison ist doch eine perfekte Geschenk-Idee. Man muss ja auch immer vorausschauend wählen, nicht wahr!

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Alibi aus dem Internet
Wochenendüberraschung!
Freitagsverlosung.


Duftjunkies zu Besuch bei Aus Liebe zum Duft

Geschrieben in Allgemein am 28.09.2009

Auch kurz vor dem Herbstanfang war es wieder so weit. Am 19.09.09 begrüßten wir wieder die “Duftjunkies”, aus dem großen Internetforum (www.beautyjunkies.de), bei “Aus Liebe zum Duft”.

Und hier finden Sie die schönsten Impressionen des Tages:

Wuchsa

Gruppenfoto

Die “dufte Truppe” wird immer größer – Diesmal sogar in vierbeiniger Begleitung :-)

Xerjoff

Die Stars der XerJoff Kollektion soweit das Auge reicht.

Micallef

Auch an diesem Samstag gab es wieder jede Menge Neuheiten zu “erschnuppern”

Duft und Parfum

Kaffebohnen Duft

Dennoch benötigt auch die geschulteste Nase einmal etwas Erholung …

Aus Liebe zum Duft

… und so war auch an diesem Tag wieder bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

Für uns war es wieder einmal ein sehr schöner Tag, den wir gerne wiederholen können. Wir freuen uns auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt “Duftjunkies zu Besuch bei Aus Liebe zum Duft”

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Duftjunkies zu Gast bei Aus Liebe zum Duft!
Impressionen von der Pitti Fragranze in Florenz
Alle guten Dinge sind… manchmal auch vier oder mehr.


Das Leben ist eine Baustelle

Geschrieben in Kosmetik am 28.09.2009

Und aus der Schweiz kommt jetzt der schönste Grund für alle Männer,
endlich selber die Bauleitung zu übernehmen:
High-End-Kosmetik.
Für echte Kerle.
Hoch-Effektiv.
Skintech!

Was müssen wir uns nicht jeden Tag anhören. Geistreiche (?) Bonmots wie „Männer sind anders, Frauen aber auch“ oder „Frauen werden älter, Männer interessanter“. Oder mein Favorit: „Ich könnte nicht mit einem Mann zusammenleben, der morgens länger im Bad steht als eine Frau“. Aha. Vielen Dank für die Aufklärung.
Als wäre es jemals einem von uns in den Sinn gekommen, wie eine Frau morgens zehn Schichten Creme gefolgt von mehreren Lagen Make-up aufzutragen (Boy George mal ausgenommen). Insofern stimmt es, dass Männer anders sind. Denn wir wollen Kosmetik-Quickies, die schnell und unkompliziert wirken. Schließlich müssen wir so schnell wie möglich raus aus dem Haus, rein in den Dschungel des Alltags. Immer bereit, Karriere zu machen, eine wunderschöne Unbekannte vor einem herannahenden Güterzug zu retten oder zum Mars fliegen. Wer will da schon morgens lange im Bad stehen und das alles verpassen?

Die Kosmetik-Industrie hat daher für uns echte Kerle etwas erfunden. Das nennt sich „Grooming“. Und bedeutet übersetzt nichts anderes als „Pflege“. Klingt aber aufregender. Denn sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Auch ein echter Kerl darf gut aussehen. Ich gehe jede Wette ein, Ihnen fällt kein Superheld ein – von Fernando Alonso bis Steve McQueen – der keine Kosmetik benutzt. Nur muss die eben unseren männlichen Ansprüchen genügen, nämlich gründlich aber super-schnell wirken.
Sozusagen von Null auf Hundert in zehn Sekunden.

Und genau das bietet jetzt „Skintech“, die Luxus-Pflegelinie aus der Schweiz.

Warum Männer überhaupt Kosmetik brauchen

Als sich David Beckham vor ein paar Jahren als Bolide aller Metrosexuellen outete, nervte das. Punkt. Allein das Wort jagt jedem vernünftigen Mann einen kalten Schauer über den Rücken. Lackierte Nägel, Bronze-Puder im Gesicht und Haarreif? Bitte nicht. Aber der Umkehrschluss, Deo und Duschgel seien alles, was der moderne Hetero braucht, ist auch Quatsch. Denn es gibt ein paar Fakten, an denen wir nicht vorbei kommen:

- Männerhaut enthält mehr Collagen, als Frauenhaut
Das ist erstmal natürlich klasse, denn es bedeutet, dass Frauen schneller Fältchen kriegen. Der Haken: Irgendwann, so um die 50 Jahre, geht es dafür mit unserem Collagen-Haushalt rapide bergab. Dann entstehen in Rekordzeit tiefe Linien, und aus dem „interessanten“ Gesicht wird eben doch ein altes.

- Männer haben eine dicke Haut
Klar, wir müssen ja auch jeden Tag viel aushalten (Jagen gehen, Frauen verstehen, die Welt retten). Tatsächlich aber ist die Haut des schwachen Geschlechts bis zu 22 % dünner, oder besser gesagt: Zarter. Denn umso dicker die Haut, desto gröber ist sie auch. Sie produziert mehr Fett, neigt zu unschönem Glanz und Unreinheiten.

- Unser bester Kumpel ist der Rasierapparat
Durchschnittlich verbringen wir in unserem Leben 3350 Stunden mit ihm im Bad. Dieses ständige Kratzen und Schaben schädigt aber die Hydrolipidschicht, also den Schutzschirm der Haut, und macht sie anfälliger für Unreinheiten, Rötungen und Entzündungen. Und zu allem Überfluss kommen meist noch aggressive, alkoholhaltige Rasierwässerchen zum Einsatz. Die brennen so schön… Folge ist, dass die Haut austrocknet und spannt. Und nein, das ist nicht normal!

Drei ganz spezifische Probleme, die nicht gerade dazu beitragen, dass wir von Frauen als attraktiv empfunden werden. Und seien wir ehrlich: Das wollen wir doch alle! Und der bestaussehende Mann am Stammtisch zu sein, ist auch nicht gerade das Schlechteste. Unsere Haut ist also tatsächlich eine Baustelle, an der jeden Tag gearbeitet wird. Vater Zeit drückt uns Falten ins Gesicht, Erzfeind Schwerkraft zieht Mundwinkel, Augenlider und Hintern gen Boden und der marodiernde Stoßtrupp aus Stress, durchzechten Partynächten sowie Alkohol, Nikotin und UV-Licht gibt unserem guten Aussehen den Rest. Deswegen brauchen wir Kosmetika. Und deswegen ist es nicht unmännlich, etwas für seine Haut zu tun, sondern einfach nur logisch.

Wer hat’s erfunden?
Die Hilfe für alle echten Männer kommt aus der Schweiz. Die sonst so neutrale Nation hat ein Arsenal, pardon, eine maßgeschneiderte Pflegelinie herausgebracht, die uns im täglichen Kampf gegen alle negativen Einflüsse stärkt. Sozusagen das A-Team für besseres Aussehen: „Skintech“ by Gilbrice.
Die Erfinder der Marke sind die Brüder Gilles und Fabrice Spilborghs, die irgendwann merkten, dass die Welt der Kosmetik ihren eigenen qualitativen Ansprüchen nicht genügte. Also beschlossen die beiden, was Männer eben in so einem Fall immer tun: Anpacken und selber machen! Also entwickelten der Biochemiker und der Marketing-Experte eine Linie hochwirksamer Produkte. Von Männern für Männer, wie es ihr Slogan verspricht. Das Labor, in dem die Skitech entwickelt und hergestellt wird („BRICELINEcosmsetics“), befindet sich am Genfer See. Klingt idyllisch, steht in diesem Fall aber für Spitzenqualität „Swiss made“. Das Ergebnis: höchste Hautverträglichkeit, wissenschaftlich fundierte Wirksamkeit aus pflanzlichen Wirkstoffen und bester Anwenderkomfort. So mögen wir das.
Die Produkte ziehen super-schnell ein, hinterlassen ein angenehmes Frischegefühl und sorgen für intensive Pflege und Feuchtigkeit. Stress, müde Haut und erste Alters-Anzeichen? Gehören der Vergangenheit an. Dabei muss mann nur minimalen Zeitaufwand betreiben, um seine Haut zu tunen. Zweimal täglich waschen (Stichwort: pH-neutral!), morgens – am Besten VOR der Nassrasur – und abends. Anschließend eine Tonic-Lotion auftragen, nach der Rasur ein mattierendes Aftershave auftragen, die Augen mit einem speziellen Augengel erfrischen, und zweimal die Woche peelen. Das war’s. Soviel Zeit muss sein.

Sortiment Skintech

Gut aussehen! Sofort!
Das Tolle an Skintech by Gilbrice ist, dass es für jeden Pflegeschritt das perfekte Produkt gibt. Mann braucht also nicht lange ratlos vor einer Phalanx unterschiedlichster Kategorien zu rätseln, was jetzt das richtige ist, sondern kann zugreifen und lospflegen. Hier die Highlights der Range (bestehend aus eh nur 11 völlig ausreichenden Produkten):

1. Reinigung – „Cleanface
Ein frisches, schäumendes Gel, das die Haut auf die Rasur vorbereitet. Entfernt Unreinheiten, peelt sanft und stimuliert die Zellerneuerung. Ein spezieller Kletten-Extrakt wirkt antiseptisch, weißer Pfeffer belebt die Haut und lässt sie strahlen.

2. Nach der Rasur – „Matshave“ und „Coolshave
„Matshave“ beruhigt die Haut mit Grünalgen-Extrakt, modifizierte Maisstärke sorgt den Tag über für matten Teint. Ideal für fettige Haut. „Coolshave“ dagegen ist der ideale Partner für eher ausgetrocknete, gereizte Männerhaut. Es stärkt und kräftigt mit Ingwer- und Kardamom-Extrakt und pflegt mit Aloe Vera. Die Schutzschicht der Haut wird repariert und kleine Schnitte von der Rasur heilen schneller ab.

3. Augenpflege – „Anticernes
Schatten und Linien kann man tatsächlich wegcremen (auch wenn die meisten Männer nicht daran glauben). Das leichte Serum sorgt sofort für ein frisches Gefühl, die Augenpartie wird geglättet und entspannt. Ein Extrakt der indischen Kastanie pusht die Widerstandskraft der Haut, die um die Augen besonders empfindlich ist, Koffein fördert die Zellerneuerung. Wer trumpft beim Date mit der Traumfrau schon mit Augenringen auf (wenn er nicht gerade zur Addams-Family gehört)?

4. Tägliches Ritual – „Re-Face
Entzündungshemmende Lakritze, belebendes Koffein und Meeresplankton-Extrakt spenden der Haut Energie und Ausstrahlung. Die Haut wirkt entspannt, Falten werden minimiert und die Talgproduktion (die übereifrig den Teint so unschön glänzen lässt) wird zurückgeholt auf den Boden der Tatsachen. Das ist echter Haut-Komfort auf High-Tech-Basis. Einfach clever!

MacGyver persönlich wäre beeindruckt von dem, was die beiden Brüder da gebastelt haben. Und jeder, der eines der Produkte ausprobiert, wird ebenfalls zugeben müssen: ganz großes Kino! So macht Hautpflege Spaß, funktioniert im Handumdrehen und vor allem – lohnt sich! Denn der tolle Kerl, der uns morgens aus dem Spiegel entgegenstrahlt, wird auch in absehbarer Zukunft genauso unverschämt gut aussehen. Allen negativen Einflüssen zum Trotz. Und wer jetzt immer noch denkt, ein echter Mann habe es nicht nötig, bei seinem Aussehen zu mogeln, den erinnere ich an das berühmte Zitat von Steve McQueen: „Life is a scam.“ Das Leben ist nun mal Betrug.

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Nachtschicht – Ulrich Langs Nightscape.


Venus im Pelz oder: Midnight Oud von Juliette has a gun.

Geschrieben in Duft, Leder am 25.09.2009

Juliette has a gun - Midnight oud

Mit wachsender Spannung und quasi scharrenden Hufes hatte ich den neuesten Wurf von Juliette has a Gun begierig erwartet. Denn, ich bin, ich gestehe: Ein Fan. Und zwar vom ersten Duft an.

Ich liebe sie alle, die bisher vier Düfte des Hauses, dessen Name auf den Aerosmith-Song „Janie’s got a gun“ sowie Shakespeares Romeo und Julia zurückgeht. Und ich mag das Konzept: Rock ‘n’ Roll-Parfum könnte man die Richtung nennen, moderne französische Parfums mit dem Quentchen Rock-Schick, auch, aber nicht nur für Rock-Chicks oder so ähnlich…

Schaut man sich den Ricci-Sproß einmal näher an, den durchweg ansehnlichen Knaben, läßt auch dieser Blick bereits Rückschlüsse auf die Intention des Labels zu: Ein Dandy und Ästhet, schöngeistig, elegant und ein bißchen, mmmmh, ja, verrucht oder vielleicht auch ambivalent, in Nadelstreifen gewandet und mit Borsalino und, ganz klar, jeder Menge Chuzpe ausgestattet.

An was für einen Frauentypus könnten sich diese Düfte nun richten? Genau. An weibliche Freigeister, die irgendwo zwischen Revoluzzerin und Diva, Künstlerin und Luder, Entdeckerin und vielleicht auch (und gerade) Mutter oszillieren und dabei in allererster Linie neben ihrer Freiheit ihr Frausein schätzen und leben. Die moderne Frau ist gemeint: Emanzipiert aber nicht über. Stylisch aber gleichzeitig unkonventionell.

So sind auch die bisherigen JhaG-Düfte Frauendüfte, die auf typisch französischer Parfumeurskunst fußen, allerdings eine sehr moderne Variation, einer sehr zeitgemäße Interpretation derselben darstellen. Dafür ist natürlich der Parfumeur, den Ricci für sein auf fünf Düfte angelegtes Projekt gewinnen konnte, genau die richtige Adresse – Francis Kurkdjian, unter anderem verantwortlich für: Acqua di Parma Iris Nobile (zusammen mit Françoise Caron), Armani Mania, Dior Cologne Blanche und Eau Noire, Elisabeth Arden Green Tea, Guerlain Rose Barbare, Indult (Isvaraya, Tihota, Manakara, C16), Gaultier Le Mâle, Narciso Rodriguez For Her (zusammen Mit Christine Nagel) und For Him, Yves St. Laurent Kouros, um nur die wichtigsten zu nennen. Beachtlich finde ich.

Kurkdjian zauberte für Ricci die ersten beiden Düfte der Kollektion, Lady Vengeance (2007) sowie Miss Charming (2007). Die Citizen Queen (2008) war Riccis eigener Entwurf, darauf folgte nun Midnight Oud.

Midnight Oud ist der vierte Duft im Bunde. Eine „europäische Vision von Oud“ soll er verkörpern, so der Pressetext, der auch bereits die Inhaltsstoffe verriet: Kopfnote: Safran, Papyrus, Damaszener Rose, Bergamotte; Herznote: marokkanische Rose, Geranie, Adlerholz (Oud), Castoreum; Basisnote: Patchouli, Sandelholz, Ambra, Moschus.

Ich weiß, ich weiß, was jetzt durch Euren Kopf gehen könnte… Schon wieder eine dunkle Rose? Oder: Schon wieder Oud? Oder: Erinnert mich an Montale… Oder: Hatten wir das nicht schon mal?Die Zusammensetzung ist nun nicht wirklich neu… Oder: Klassik-Frankreich meets Oud, geht das gut? Nicht, daß ich mir nicht alle diese Fragen auch im Vorfeld gestellt hätte. Aber, ehrlicherweise muß ich sagen, daß ich eine Art Gottvertrauen in das Label setzte – welches mitnichten enttäuscht wurde…

Obgleich das Oud-Thema in dieser Saison inflationär auftritt und insofern tatsächlich fast schon ein wenig überstrapaziert ist, sollte man sich von dieser Tatsache nicht von einem Test dieses meiner Meinung nach exzellenten „Düftchens“ (dieser salopp verwendete Begriff grenzt in diesem Zusammenhang fast an Frevel…) abbringen lassen – Midnight Oud entlockt dem Thema spielend neue Facetten.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Safran, Papyrus, Damaszener Rose, Bergamotte; Herznote: marokkanische Rose, Geranie, Adlerholz (Oud), Castoreum; Basisnote: Patchouli, Sandelholz, Ambra, Moschus

Marie-Helene von Scented Salamander beschreibt ihre erste Assoziation mit dem schlichten Wörtchen „expensive“ – teuer. Dem kann ich mich nur anschließen – Midnight Oud riecht, frisch aufgesprüht, kostspielig, edel, sophisticated, allerdings sophisticated in einer sehr opulenten Ausprägung. Bereits in den Kopfnoten sind einige ganz typische Facetten des teuren Ouds herausgearbeitet, die man ansonsten selten in dieser Vielfältigkeit vorfindet: Likörig-pudrige Noten mit Fruchtakzent, an dunkelste, alkoholhaltig mit Kirschen oder Beeren gefüllte Schokoladenpralinen erinnernd, dann krautig-medizinisches Oud  , unterstrichen durch erdig-samtenes Patchouli, gefolgt von Leder, allerfeinstem Glattleder – diejenige Note, die sich wie ein roter Faden konsequent durch den ganzen Duft zieht.

Ein Röschen ist natürlich auch im Spiel, denn um die zentrale Motivik der Rose drehen sich alle Düfte der Kollektion, der eine mehr, der andere weniger. In Midnight Oud ist die Rose Nebendarstellerin, allerdings durchaus präsent – anfänglich verwoben mit herbem Safran, mittig dann als Partnerin des Ouds. Die Basis des Duftes ist von einer samtigen Schwere, die immer noch einen leicht melancholisch anmutenden Hauch Patchouli atmet. Dieser vermag im Zusammenspiel mit dem Oud eine seltsame Art von Geborgenheit zu vermitteln, wie ich sie auch aus einigen Ouds von Montale kenne beziehungsweise dort wahrnehme. Ambra und Sandelholz schaffen eine hintergründige, karamellig-holzige Süße.

charlotte

Ich mag Midnight Oud, sehr sogar. Für mich hat der Duft seine Vorgabe, eine europäische Oud-Variante zu sein, passgenau erfüllt: Das Oud ist von guter Qualität aber – gezügelter, weniger kantig, disziplinierter. Marie-Helene attestiert ihm in ihrer Rezension mehr Leichtigkeit – das würde ich nun nicht wirklich behaupten wollen, obgleich ich mich ihr anschließe, daß es ohnehin schwer fällt, im Zusammenhang mit Oud von leichten Düften zu sprechen. Bereits am Anfang der Scented-Salamander-Rezension wird erwähnt, daß dem Eindruck eines „teuren“ und eleganten Duftes meist ein klassisches Chypre-Parfum zugeordnet wird. Ihre persönliche Schlußfolgerung der Rezension ist demgemäß auch: „The expensive signature sillage is that of a shimmering chypre more than that of a moiré oud.“

Auch dieser Meinung bin ich nicht, obgleich Marie-Helenes Blog eines meiner Lieblingsblogs ist – zumindest nicht zwangsläufig. Natürlich – ein guter Chypreduft ist fantastisch. Weiblich, geheimnisvoll, verführerisch, stark et cetera – auf solch einen Duft passen tatsächlich einmal all jene Attribute, mit denen die Parfumindustrie gerne jedes ihrer Produkte vermarktet und die in ihrer Häufung oft eher nichtssagend wirken.

Aber – ich sehe in Midnight Oud nicht nur jenen reduzierten Architektenduft, wie Marie-Helene schreibt, die ihn als eher für minimalistisch gekleidete Damen und Herren tauglich betrachtet. Für mich ist der Duft vielmehr ein Duft für eine europäische Femme Fatale – ein durch und durch erwachsenes Exemplar, intelligent, kühl, überlegt und überlegen aber doch auch leidenschaftlich und emotional. Eine moderne Venus im (Kunst)Pelz – deshalb auch meine Assoziation mit genau diesem Helmut Newton-Foto. Charlotte Rampling, diese durchaus sehr ambivalenten britischen Schauspielerin fängt für mich in ihrer femininen Mondänität und ihrer spannungsgeladenen, weil sinnlichen Distanz exakt den Geiste Midnight Ouds ein.

Und mit diesem Geiste sind wir dann wieder in allerbester Tradition – man erinnere sich an die Lady Vengeance, diese kaltblütige Killerin, der mich damals eiskalt erwischte… bis heute (m)eine ganz große Liebe, vielleicht wird es ja Midnight Oud für mich auch…

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße, Ulrike.

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Herbstwonne 7 – Linari.

Geschrieben in Ankündigungen, Diffusoren, Raumdüfte am 25.09.2009

Rainer Diersche, seines Zeichens der kreative Kopf hinter Linari, kommt nicht nur aus dem hohen Norden oder besser: aus dem schönen Hamburg – heuer kommt er „von drauß’ vom Walde“ und beschert uns rechtzeitig zur dunklen Jahreszeit einen neuen Raumduft: Natale, Nomen est omen, ist der erste Weihnachtsduft der Linari-Kollektion.

Linari NataleBereits in der Vergangenheit bewies Linari eindrücklich, daß Diersche sowohl ein glückliches Händchen als auch Auge und Nase für seine Produkte hat: Die gesamte Linie überzeugt optisch in schöner Less-is-more-Manier, wie Bauhaus-Pionier Mies van der Rohe wohl attestiert hätte, durch Minimalismus und eine klare Formensprache. Die Verpackungen sind puristisch und pur, visuell als auch haptisch – die verwendeten Materialien wie beispielsweise Holz, Stahl, Glas und Samt zollen diesem Credo Tribut und gewinnen durch ihre gewollte Schlichtheit erst recht an Präsenz – simply perfect, könnte man sagen. Mir persönlich als Fan von reduziertem Design jedenfalls gefallen sie ausnehmend gut.

Der schönen Hülle wohnt darüber hinaus auch ein schöner Geist inne: Diersche konnte für seine Duftkollektion, die größtenteils aus Diffusoren und einigen Raumsprays besteht, jedoch auch um bisher vier bemerkenswerte Parfums ergänzt wurde, seit je her anerkannte Parfumeure gewinnen: Altmeister Egon Oelkers ist da vertreten genauso wie Bernard Ellena (der Bruder von Star- und Hermès-Hausparfumeur Jean Claude Ellena), Marc vom Ende, Mark Buxton (bekannt u.a. durch seine Comme des Garçons Düfte) und seine reizende Schwester Karoline, ebenfalls Parfumeurin.

Bekannte Nasen also stehen hinter den Linari-Raumdüften – das merkt man jenen auch an: Im Gegensatz zu vielen anderen sind Diersches Produkte erstaunlich komplex, was durchaus ein Novum für den Raumduftbereich darstellt.

Bisher bemühte ich oftmals und immer wieder gerne Annick Goutals zauberhafte Weihnachtskerze Noël, die so dermaßen authentisch nach Tannenbaum riecht, daß man fast meinen könnte, sich inmitten eines weihnachtlich schneebedeckten Nadelbaumwaldes zu befinden, in welchem einem Rudolph, das Rentier, mit seiner roten Nase den Weg zum Weihnachtsmann leuchtet.

Dieses Jahr muß Abwechslung her, es darf ruhig ein bißchen Innovation sein, für die Natale sicher sorgen wird. Passend festlich anmutend trägt Natale ein braunsamtiges Gewand über dem gewohnten Flaschendesign – die Samtbeflockung ist im übrigen ein Kniff Diersches und nur mittels aufwendigster Verarbeitung auf Glas durchzuführen. Die Metallapplikationen sind in luxuriös goldfarbenem Metall gehalten – so reiht sich der Duft auch optisch passend ins Zuhause ein und schafft ein weihnachtliches Ambiente.

Und wie riecht er denn nun, der Festtagsduft? Es treffen in dem edlen Fläschchen deliziöse, italienische Mandeln auf Orangen, das florale Herz aus Flieder, Jasmin und Freesie wird durch Nelke gewürzt, während die Basis das weihnachtliche Vergnügen mit Bourbon-Vanille, Zimt und einem Hauch weißen Moschus abrundet. Assoziationen mit den Leckereien alljährlicher Weihnachtsbäckerei sind anscheinend durchaus gewünscht, bündelt Natale doch in seinen Ingredienzen einige Zutaten derselben, ja vereinigt eigentlich annähernd alle Gerüche, die zu (m)einer olfaktorischen Impression von Weihnachten dazugehören.

Geschaffen wurde Natale von Olaf Larsen. Erhältlich in der gewohnten 500ml Größe als Diffusor sowie als 100ml Raumspray.

Neben Natale hat sich Diersche noch ein weiteres Schmankerl einfallen lassen: Ein absolutes Unikat im Bereich der Diffusorenraumdüfte stellt seine neue Linie „Grandezza Imperiale“ dar. Weltweit einzigartig in dieser Größe bringt Linari die vier Düfte seiner Velvet-Serie in 5000ml-Flakons heraus. Ja, richtig – 5000ml. Das gab es bisher noch nicht, insofern – eine tolle Idee. Konzipiert sowohl für repräsentative Räume und Bereiche als auch für den privaten Lebensraum sprechen die Düfte Geschäfts- wie auch Privatkunden an und dürften so sicherlich eine breite Palette an potentiellen neuen Besitzern finden.

Erhältlich sind in der Grandezza Imperiale-Linie wie erwähnt alle Düfte der Velvet-Linie, genauer: Menta, mein persönlicher Liebling: ein umwerfend schöner Minzduft mit fruchtigen Akzenten, Puro, ein sinnlicher Duft mit Vanille, fruchtigen Noten und einer holzig-ledrigen Basis samt Patchouli sowie Onice und Senso, erster ein kontemplativer Duft mit Lavendel und Bergamotte auf einer Basis von Moschus und Tonkabohne, letzterer ein aquatisch-zitrischer Duft mit floralem Herz und holziger Basis.

Liebe Grüße,

Ulrike.

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Herbstwonne 6 – Vier neue Mecheris.

Geschrieben in Ankündigungen, Duft am 23.09.2009

Keiko Mecheri

Und es will nicht aufhören mit den Herbstneuigkeiten: Die in Los Angeles ansässige Japanerin Keiko Mecheri ergänzt ihre bisherige Duftkollektion um vier weitere Parfums, die ab Oktober erhältlich sein werden. Vorgestellt wurden die Düfte erstmalig auf der Pitti Fragranze in Florenz, siehe meinen letzten Post.

Cuir Cordoba, Datura Blanche, Iris Pourpre und Iris d’Argent werden sie heißen. Eine Lederduftinterpretation also, skinnig und süß wohl, dann ein Daturaduft sowie eine Damen- und eine Herreniris, eine schöne Einstimmung auf die kühleren Tage des Jahres.

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Impressionen von der Pitti Fragranze in Florenz

Geschrieben in Allgemein, Duft am 23.09.2009

Dieses Jahr hat es uns leider nicht gereicht… dabei lohnt es sich wirklich: Ein Besuch der Pitti Fragranze, einer von der Pitti Immagine organisierten und jährlich in Florenz stattfindenden Spezialmesse für erlesene Parfums, Kosmetik und Raumdüfte. Dieses Jahr war das verflixte siebte Jahr, und es waren vom 12. bis 14. September dort jede Menge Labels zugegen, die wir lieben und in unserem Shop verkaufen.

Unser Dr. Silvio Levi von Calé Fragranze d’Autore war so freundlich, uns ein paar Bilder fürs Blog zu überlassen – diese machen richtig Lust auf die Pitti Fragranze 8 nächstes Jahr, zu der wir hoffentlich wieder fahren können werden. Vielleicht animieren die Schnappschüsse ja auch die eine oder andere von Euch, der Pitti Fragranze einen kleinen Besuch abzustatten? Ein Tag ist auch immer für Duftliebhaber (und eben nicht nur für Händler und Hersteller) geöffnet – dieser läßt sich annähernd perfekt in einen Italienurlaub einbetten, oder etwa nicht? ;)

Pitti Immagine
Pitti Immagine
Pitti Fragranze
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Das Wellness-ABC

Geschrieben in Allgemein, Kosmetik am 22.09.2009

Traurig aber wahr – der Sommer neigt sich unweigerlich dem Ende zu.

Spa und WellnessBestes Erkennungszeichen, dass es langsam gen Herbst geht: Es wird abends wieder früher dunkel, auf der Straße sieht man immer mehr Menschen in Pullovern und Jacken, die irgendwie weniger lächeln als noch vor ein paar Wochen. Aber bitte jetzt bloß keinen Blues aufkommen lassen. Wenn es draußen kalt und schmuddelig wird, ist es die perfekte Zeit, seine Seele ein wenig zu pempern, mehr Zeit in seine Schönheit zu investieren. Das Badezimmer wird zum Wohlfühl-Spa und wer am Wochenende ein bisschen Zeit übrig hat, gönnt sich mal wieder einen Besuch in Sauna & Co. Aber welches Schwitzen ist das richtige für mich? Sauna oder Hamam, Caldarium oder Laconium? Gibt es einen verhaltens-Kodex im Spa? Und darf man mit Schnupfen eigentlich überhaupt ins Schwitzbad?

Alles, was Sie wissen müssen, um Seele und Körper in der ungemütlichen Jahreszeit etwas Gutes zu tun, finden Sie hier:

A – Aufguss
In der klassischen Sauna wird in regelmäßigen Abständen Flüssigkeit auf die heißen Steine gegossen. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit (nicht aber die Raumtemperatur) und bildet den Höhepunkt der Schwitzphase, sollte also am Abschluss (!) eines Saunagangs stehen. In unseren Breitengraden wird der Aufguss gerne mit Aromen versetzt, zum Beispiel Latschenkiefer, Zitrone oder Eukalyptus, die entweder anregend oder entspannend auf den Körper wirken. Die Finnen genießen übrigens gerne auch mal einen Bier-Aufguss. Die Russen verwenden manchmal sogar Wodka. Prost!

B – Besenreiser
Das ist dieses ungeliebte Geäst aus blau-roten, feinsten Äderchen, vor allem an den Füßen und den Oberschenkeln. Wer wegen eines schwachen Bindegewebes schon welche hat, sollte die „Finnische Sauna“ meiden. Denn die extremen Temperaturwechsel können weitere Äderchen platzen lassen. Viel besser geeignet sind sanfte Schwitz-Alternativen wie Dampfbad und Caldarium. Und wer seine bereits vorhandenen Besenreiser ein bisschen tarnen möchte, greift vor dem Spa-Besuch zum Selbstbräuner. Denn durch gold-braune Haut schimmert das unschöne Netzwerk weniger hindurch.

C – Caldarium
Die milde Dampfbad-Variante mit schwülem Klima (ideal für Spa-Neulinge). Bei maximal bis zu 45° Celsius und mittlerer Luftfeuchtigkeit lässt es sich ganz entspannt bis zu einer Stunde aushalten. Meistens wird die Luft im Caldarium übrigens mit ätherischen Ölen angereichert, und das wirkt positiv auf die Schleimhäute. Wer sein eigenes Badezimmer auf SPA umbauen möchte, kann ein feuchtes Handtuch auf die Heizung legen und sein Lieblings-Aroma mittles einer Duftlampe im ganzen Raum verbreiten.

D – Dampfbad
Der Klassiker mit Tropenklima: 45° Celsius und etwa 90 % Luftfeuchtigkeit reinigen die Atemwege, sorgen für streichelzarte Haut und machen den Kopf angenehm frei. Aber bitte nicht übertreiben, denn 5 bis 10 Minuten Aufenthalt reichen schon!

E – Entschlacken

Durch die Wärme in Sauna, Dampfbad und Co. steigt die Temperatur der Haut um bis zu zehn Grad Celsius, die des Körpers um etwa ein Grad. Unser Körper registriert das als leichtes Fieber und schickt daraufhin Abwehrstoffe los, um Viren und Bakterien zu bekämpfen. Die Nieren werden aktiver, scheiden Flüssigkeit aus und somit auch Säuren aus dem Bindegewebe. Sozusagen ein innerer Hausputz für Organe und Haut.

SaunaF – Finnische Sauna
Die Großmutter des Schwitzbades und seit mehr als 1.000 Jahren der Wellness-Ofen der Finnen, heute gibt es Schätzungen zufolge dortzulande etwa 1,5 Millionen der kleinen Schwitzhäuschen. Früher stand die Sauna in Finnland übrigens nicht nur für Entspannung und Reinigung, sondern galt als „Apotheke der Armen“. Kranke wurden hier geheilt und sogar Kinder geboren, denn die Sauna war der sauberste und sterilste Ort des Hauses. 1986 bekam die Sauna in Finnland sogar einen nationalen Feiertag, den zweiten Samstag im Juli. In der Finnischen Sauna wird bei Wüstenklima von 80° bis 90° Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 10 bis 25 Prozent heftig geschwitzt. Also eher etwas für Geübte oder Finnen. Die halten übrigens seit kurzem nicht mehr den Weltrekord. Denn bei der diesjährigen WM errang eine Russin den Titel, indem sie über drei Minuten lang bei 110° schwitzte. Respekt!

G – Glücksgefühle

Der beste Grund, jetzt mit regelmäßigem Saunagängen zu beginnen, ist übrigens – neben der wohltuenden, reinigenden Wirkung auf den Körper – dass man effektiv den Herbstblues bekämpft. Denn beim Schwitzen werden vermehrt Endorphine ausgeschüttet, die körpereigenen Gute-Laune-Macher. Das erklärt auch die schmerzlindernde Wirkung der Sauna, zum Beispiel bei Gelenk- und Rückenbeschwerden.

H – Hamam
Das türkische Pendant zum Dampfbad, und eine Weiterentwicklung des griechisch-römischen Bades. Ein echtes Rundum-Sorglos-Paket an grauen, trüben Tagen. Erst wird geschwitzt (besonders schön, wenn das Hamam orientalisch gestaltet ist), dann folgt eine Tiefen-Reinigung mit einem Peeling. Dabei wird Seifenschaum aufgetragen und der Körper vom Tellak (eine Art Bademeister und Masseur) mit einem Seidenhandschuh sanft abgerubbelt. Danach entspannt man in einem kühleren Raum

I – Irisches Bad
Die Irische Weiterentwicklung des Hamam wurde Ende des 19.Jahrhunderts populär und besteht im Wesentlichen aus einem Warmluftraum (Temperatur zwischen 45 ° und 55 ° Celsius) mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Im unterschied zum Dampfbad sorgt aber beständige Frischluftzufuhr, dass sich kein Nebel bildet. Wer hier bis zu 15 Minuten relaxt, lockert und entspannt seine Muskulatur und bekommt keinen Muskelkater. Sportler schwören darauf!

J – Juwelen beim Schwitzen?
Uhren, Ohrringe und Halsketten sehen zwar auf nackter Haut schick aus, dennoch empfiehlt es sich, allen Behang in der Umkleidekabine zu lassen. Denn die hohen Temperaturen können das Metall mächtig aufheizen und somit zu Verbrennungen führen. Das gleiche gilt auch für Piercings. Wer kann, nimmt allen Körperschmuck vor dem Schwitzen ab.

K – Kleiner Knigge
Natürlich gibt es ein paar Grundregeln des höflichen Saunierens. Wortlos ins Schwitzbad zu schlurfen und sich nach einem Blick in die Runde zwischen zwei andere Gäste zu zwängen gehört sich einfach nicht. Ein knapper Gruß („Hallo“ reicht völlig) gehört zum guten Ton. Sind die Plätze knapp, rückt man dem Banknachbarn nicht ungefragt auf die feuchte Pelle, sondern fragt höflich, ob die anderen ein wenig zusammenrutschen könnten. Die Reviergrenze (ein halber Arm Abstand) sollte aber generell nicht unterschritten werden. Generell empfiehlt es sich auch – überall, wo man auf Holz sitzt – ein Handtuch unterzulegen. Denn das unbehandelte Holz saugt sonst den Schweiß auf wie eine Imprägnierung. Dann können Bakterien den an sich harmlosen Schweiß „geruchsintensiv verstoffwechseln“. Noch ein No-Go: sich unter der Dusche rasieren.

L – Laconium
Auch römisches Schwitzbad genannt, ist eine etwas kühlere Verwandte der finnischen Sauna mit Temperaturen unter 55 ° Celsius und trockenem Klima. Das Inventar ist spartanisch, keine Holzbänke, kein Ofen. Die gekachelten Wände strahlen die angenehme Wärme ab, so kommt man zwar langsamer ins Schwitzen, kann aber länger bleiben. So wird der Körper sanft entgiftet, ideal für alle Menschen, die eine finnische Sauna aus gesundheitlichen Gründen meiden sollen.

M – Mund zu!
Ein Spa ist ein Ort der Ruhe. So verlockend es auch ist, mit seiner Begleitung den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. In öffentlichen Saunen geht es zu wie in der Bibliothek. Nämlich schweigsam. Gespräche bitte im untersten Dezibelbereich halten. Die Ausnahme: wenn an der Tür ein Schild „Meditationssauna“ hängt. Dann herrscht nämlich totales Schweige-Gebot.

N – Nackt oder Nicht?
Wer im Urlaub gerne mal in die Sauna möchte, sollte sich vorher unauffällig an der Rezeption nach dem Dresscode erkundigen. Denn in manchen Ländern (wie z.B. in den USA, Spanien oder Frankreich) wird nicht immer nackt geschwitzt, sondern in Bikini oder Badeanzug. Das ist zwar schwer zu verstehen, da der Schweiß ja vom Körper abfließen soll und nicht im Bikini hängen bleiben soll (Achtung: Hautirritationen!), trotzdem sollte man sich an die Vorschriften halten, sonst erlebt man schnell, wie sich die Sauna unter empörten Blicken leert, kaum dass man so wie Gott uns schuf den Raum betritt. Und ein Rausschmiss aus dem SPA gehört wohl auch kaum in die Kategorie „schöne Urlaubserinnerungen“.

O – Ohne Schweiß kein Preis
Oft genug sitzt man Mitmenschen gegenüber (noch schlimmer: direkt daneben!), die sich ständig den Schweiß mit der Hand abwischen und ihn anschließend (das ist noch die Steigerung!) auf den Boden schleudern. Eklig. Und unsinnig. Denn Schwitzen gehört nun mal zum Entschlacken dazu. In drei Saunagängen à zehn Minuten kommen da schon mal 0,6 bis 1,2 Liter Schweiß zusammen. Dieser besteht zu 99 Prozent aus Wasser, der Rest ist unter anderem ein Mix aus Kochsalz, Kalium, Harnstoff und flüchtigen Fettsäuren. Und der gehört nun mal weder auf den Boden noch auf den Banknachbarn. Außerdem erfüllt er eine wichtige Funktion auf der Haut als körpereigene Klimaanlage. Je trockener die Luft, umso schneller verdunstet er und erzeugt so Kälte, die hilft, die Körpertemperatur auszugleichen. Um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen, sollte man übrigens immer etwas zu Trinken bereit stellen (siehe „W- Wasser oder Saft“)

P – Parfum-Frage
Auch eine Frage des Spa-Knigges: Dass man vor der Sauna duschen sollte, versteht sich zwar von selbst. Aber den anderen Spa-Besuchern zuliebe sollten Sie auch darauf verzichten, anschließend noch einmal Parfum aufzulegen. Besonders starke Ambranoten, Moschusdüfte und andere Orientalen würden zwar zum Ambiente passen, wären aber zuviel des Guten. Denn erstens werden manche Warmlufträume ja wohltuend beduftet, zweitens würde sich in der Hitze des Gefechtes der Duftcocktail zu stark intensivieren und nahezu erschlagend wirken.

Nichtraucher!Q – Qualmen verboten!
Zigaretten brauchen Sie zu einem Saunabesuch gar nicht erst mitzunehmen. Denn die Lungen werden beim Schwitzen stärker durchblutet und nehmen noch mehr Nikotin auf als sonst. Jeder Glimmstengel wirkt also doppelt verheerend. Eine halbe Stunde nach dem Spa-Besuch sollten Sie schon abwarten, bis Sie sich die nächste Nikotinzufuhr genehmigen.

R – Rhassoul
Das exotisch klingende Wort kommt aus dem Arabischen und bedeutet einfach nur „Waschen“. Eine Tiefenreinigende Behandlung mit kieselsäurehaltiger, marokkanischer Tonerde. Der Körper wird mit der Packung eingerieben, nach 30 Minuten Einwirkzeit (während der man herrlich schlafen kann) duscht man die Schlammschlacht wieder ab. Das reinigt die Haut und versorgt sie mit Mineralien und Spurenelementen.

S – Schnupfen und Sauna?
Ein altes finnisches Sprichwort sagt: „Wer zur Sauna gehen kann, geht auch in die Sauna.“ Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Denn wer nicht zu krank für den Weg zur Sauna ist, sollte ruhig öfters schwitzen, denn die wohltuende Wirkung kann diverse Erkrankungen lindern, von Rückenschmerzen bis zum erhöhten Blutdruck. Auch als Prophylaxe gegen Erkältungen eignet sich die Sauna hervorragend. Durch die Temperaturschwankungen von heiß zu kalt wird der Körper trainiert, mit jedem Klima umzugehen. Wer allerdings bereits einen schnupfen hat (besonders, wenn Fieber auftritt!) sollte die Sauna meiden, denn die Belastung für den Kreislauf wäre zu hoch.

T – Tepidarium
Schon die alten Römer nutzten die schonende und zugleich anregende Wirkung dieser Schwitz-Variante bei kuscheligen 30° bis 40° Celsius und einer angenehmen Luftfeuchtigkeit um die 40 bis 60 Prozent. Durch die körperähnliche Raumtemperatur wird eine Art gesundes Fieber erzeugt, ohne den Kreislauf zu belasten. Deswegen kann man auch beliebig lange in einem Tepidarium schwitzen (mindestens sollte man 30 Minuten bleiben). Ideal für ältere Menschen, denen die klassische Sauna zu heiß ist. Auch toll, um sein Immunsystem zu stärken.

U – Umgangsformen
Wie reagiert man eigentlich, wenn plötzlich der Nachbar oder gar der Chef nackt vor einem steht? Gibt man ihm die Hand und wird plötzlich förmlich? Bitte nicht! Trifft man jemanden, den man lieber nie nackt gesehen hätte – und dem man sich selbstredend nie hüllenlos zeigen wollte – ist das erstmal ein kleiner Albtraum. Was nun? Krampfhaft weggucken und ihn ignorieren? Weniger geschickt. Besser, Sie sehen der Situation und Ihrem Chef ins Auge (und nirgends anders hin!), schlagen ihr Handtuch lässig um die Hüfte und wechseln ein paar nette Worte über die wohltuende Wirkung des Saunierens. Oberstes Gebot: Am nächsten Tag auf keinen Fall den Nachbarn oder Kollegen erzählen, wie ihr Zufallstreffen so nackt aussieht. Und das nächste Mal probieren Sie wenn möglich einfach ein anderes Spa aus…

V – Vishesh
Eine Ganzkörper- oder Muskeltief-Massage, die von zwei Therapeuten gleichzeitig und synchron ausgeführt wird und aus dem Ayurveda stammt. Da sie im Vergleich zu anderen Massagetechniken mit mehr Druck und höherem Tempo ausgeführt wird, wirkt sie bis in tiefere Gewebeschichten, regt den Stoffwechsel an und wirkt vitalisierend. Zur Unterstützung der Massage wird ein auf den jeweiligen Dosha-Typ (die drei Lebensenergie im Ayurveda) abgestimmtes, warmes Öl verwendet.

SaftW- Wasser oder Saft?
Egal. Hauptsache viel davon. Aber bitte erst nach der Saunarunde trinken, nicht zwischen den einzelnen Gängen. Denn die über zwei Millionen Schweißdrüsen würden den Nachschub umgehend wieder abgeben, statt das überschüssige Gewebewasser aus der Tiefe zu mobilisieren.

X – x-mal
Sanft schwitzen können Sie, so oft Sie nur wollen. Nach zwei bis drei Saunagängen ist Schluss. Aber die sanfteren Alternativen, wie oben beschrieben, können Sie nach Herzenslust ausdehnen und wiederholen. Die mäßigen Temperaturen ermöglichen eine schrittweise Erwärmung des Körpers, was den Kreislauf entlastet. Idealerweise steigern Sie mit jedem Gang die Intensität des Schwitzens, soll heißen, mit niedrigerer Temperatur beginnen und beim nächsten Gang einen wärmeren Raum auswählen. In vielen Spas gibt es auch Räume direkt hintereinander, die miteinander verbunden sind und mit jedem neuen Zimmer ein bisschen heißer werden.

Y – Yin und Yang
Eine ganzheitliche, herrlich erholsame Entspannungsmassage, die leider viel zu selten und nur in hervorragenden Spas angeboten wird. Yin steht für das kühle, weibliche, Yang für das warme, männliche. Mittels einer speziellen Massagetechnik (mit Einflüssen aus der Akupressur, Stretching und Bindegewebsmassage) werden diese unterschiedlichen Energien in Einklang gebracht, damit das „Chi“, also die Lebens-Ernergie, besser fliessen kann. Außerdem wird die Funktion der Organe verbessert, die Muskulatur gelockert und der Kreislauf angeregt. Der vielleicht schönste Ausklang nach einem Tag in der Sauna, denn er verbindet westliche und östliche Schönheitsgeheimnisse zu einem perfekten Wohlfühl-Erlebnis.

Z – Zeit mitbringen
Wie sagte der Kabarettist Gerhard Polt einmal: „Wenn ich eine Zeit finde, die ich übrig habe, dann schlag ich sie einfach tot.“ So oder so ähnlich lässt sich auch der Sinn des Spa-Besuches erläutern. Es geht nicht um schnelle Gesundheitspflege, sondern um Entspannung, Ruhe und Muße. Natürlich kann man im Fitnesscenter nach dem Sport noch mal eben in die Sauna. Aber für eine Rund-um-Entspannung sind zwei bis drei Gänge nötig – also kalkulieren Sie ruhig zwei bis drei Stunden Zeit ein, damit sie nicht in Stress geraten, sondern auch ihrem Kopf mal in aller Ruhe eine Pause gönnen.

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Herbstwonne 5 – Al Oudh von L’Artisan Parfumeur

Geschrieben in Ankündigungen, Duft am 21.09.2009

L'Artisan Parfumeur - Al OudhAuch L’Artisan Parfumeur läßt sich nicht lumpen in diesem Herbst – nach Havana Vanille, der kubanischen Vanille, kommt nun noch ein weiterer Duft auf den Markt; Al Oudh, ebenfalls geschaffen von Bertrand Duchaufour.

Duchaufour, der mittlerweile Hausparfumeur bei L’Artisan ist, ließ sich auch bei diesem Duft durch Eindrücke seiner Reisen inspirieren – durchaus ein Gütesiegel a priori, da die anderen Düfte seiner Travel-Serie zum größten Teil echte Bestseller sind, denke man nur an Timbuktu, Dzongkha oder Fleur de Liane.

Nachdem vereinzelt Firmen wie beispielsweise Montale und Micallef bereits vor Jahren Oud in Parfums verwendeten, scheint die rare Essenz mittlerweile en vogue zu sein und sich dieses Jahr zu einem großer Trend auf dem Parfummarkt zu entwickeln.

Die Quelle für Duchaufours Inspiration(en) ist aufgrund des Ursprungs des seltenen Ouds logisch vorgegeben: Als Sinnbild des Duftes fungiert der Orient, genauer: die arabische Wüste und die Gewürzstraße – Impressionen alter Karavanen, die Gewürze und Edelmetalle transportierten.

Al Oudh wird beschrieben als gewürzig-holzig mit animalischen Noten und ledrigen Akzenten und hat folgende Ingredienzen: Kopfnote: Kardamom, rosa Pfeffer, Kumin; Herznote: Rose, Castoreum, Neroli, Zibet, Leder, Moos; Basisnote: Adlerholz (Oud), Sandelholz, Atlas-Zedernholz, Patchouli, Myrrhe, Weihrauch, Vanille, Tonkabohne.

Der Duft ist im passend designten, verzierten 100ml Flakon ab Ende des Jahres erhältlich.

EDIT: Hier unsere Rezensionen dazu, einmal von Constantin und einmal von mir – Liebe Grüße, Ulrike.

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